27. Juni 2003

Miller zur Agrarreform: Deutschland zählt zu den Verlierern

Themen: Archiv — info @ 16:06

München (agrar.de) – Keinen Grund zum Jubeln sieht Landwirtschaftsminister Josef Miller angesichts der jetzt beschlossenen Agrarreform. Seiner Meinung nach bedeutet sie das Aus für viele bäuerliche Betriebe – mit nicht absehbaren Folgen für den Ländlichen Raum. Besonders betroffen sind die 54.000 bayerischen Milcherzeuger. Auf sie kommen laut Miller mit der beschlossenen Senkung der Milchpreise Einkommenseinbußen von rund 300 Millionen Euro zu. So müsse ein durchschnittlicher bayerischer Milchviehbetrieb mit heutigem Durchschnittseinkommen von 19.000 Euro pro Jahr ab 2007 mit einem Einkommensrückgang von 5.000 Euro rechnen. Die Agrarumweltmaßnahmen einschließlich der Grünlandprämie bringen laut Miller kaum Vorteile für Bayern, denn: ‚Bayern führt im Agrarumweltbereich anders als die rot-grün regierten Länder schon seit Jahren umfangreiche Maßnahmen durch.‘

Bundesagrarministerin Renate Künast hat nach Aussage Millers auf ganzer Linie versagt. Während andere Staaten wichtige Erfolge für ihre Bauern erzielt hätten – Frankreich im Getreidebereich, Österreich durch zusätzliche Mutterkuhprämien – stehe Deutschland mit leeren Händen da. Laut Miller verliert der Bund zehn Prozent der im Rahmen der Modulation umverteilten Mittel an die Kassen der EU. Dies führe nicht nur zu ungerechten Belastungen für die Landwirte, sondern verschlechtere weiter die Nettozahlerposition Deutschlands. Der Strukturwandel, der unter Künast mit 4,2 Prozent Betriebsaufgaben pro Jahr ohnehin so hoch ist wie seit 15 Jahren nicht mehr, werde sich weiter beschleunigen. Miller: ‚Künast vernichtet Arbeitsplätze im Ländlichen Raum und treibt die Landwirtschaft in Großstrukturen – das ist von ihrer Agrarwende übrig geblieben.‘

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