30. Juni 2003

Schweiz: Gentechnik in der Landwirtschaft eher unerwünscht

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 15:06

Bern (agrar.de) – 53 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer lehnen Gen- und Biotechnik eher ab, 27 Prozent stehen ihr positiv gegenüber. Die Skepsis sei besonders bezüglich der Landwirtschaft gross, zitiert der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) die Ergebnisse einer vom GfS-Forschungsinstitut durchgeführten Umfrage. Die am Freitag veröffentlichten Umfrageresultate stehen im Gegensatz zu einer 1998 durchgeführten Umfrage. Damals waren im Umfeld der Abstimmung zur Genschutz-Initiative 33 Prozent gegen die Gentechnik und 51 Prozent befürworteten sie eher.

Während in der aktuellen Umfrage 52 Prozent der Befragten guthiessen, dass Gentechnik in der Medizin eingesetzt wird, sprachen sich 67 Prozent gegen einen Gentech-Einsatz in der Landwirtschaft aus. Knapp zwei Drittel lehnen ferner Freisetzungsversuche ab. Wie die GfS-Befragung ergab, resultiert diese Ablehnung vor allem aus der Kommerzialisierung von Freilandversuchen. Freilandversuche zu reinen Forschungszwecken heissen 46 Prozent gut. 44 Prozent waren dagegen.

Unvermindert blieb auch die Skepsis gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel: Bei 65 Prozent kämen sie nicht auf den Tisch. Für ein Verbot solcher Lebensmittel sind aber lediglich 33 Prozent, 74 Prozent der Befragten verlangen eine klare Deklaration, 64 Prozent fordern die Wahlfreiheit. Eine Mehrheit von 54 Prozent würde derzeit die schweizerische Gentech-Moratoriumsinitiative gutheissen, 29 Prozent wären dagegen.

In Gentechnik-Fragen geniessen Konsumenten-, Tier- und Umweltschutzorganisationen mit zwei Dritteln der Befragten das meiste Vertrauen. Mehrheitlich geglaubt (58 Prozent) wird auch Ärztinnen und Ärzten sowie Wissenschaftlern. Geringe Glaubwürdigkeit dagegen geniessen die Politik und die chemisch-pharmazeutische Industrie (24 Prozent).

In der aktuellen Umfrage in Auftrag des Pharma-Industrieverbandes Interpharma wurden vom 2. bis 13. Juni 1.209 Stimmberechtigte befragt.

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Stächele: Bundeshaushalt spart beim Ländlichen Raum

Themen: Archiv — info @ 13:06

500 Millionen Euro Kürzungen beim Agrarhaushalt gehen zu Lasten der Landwirtschaft

Stuttgart (agrar.de) – ‚Mit der Kürzung von rund 500 Millionen Euro beim Agrarhaushalt hat der Bund für eine dramatischen Kürzung bei der Landwirtschaft gesorgt. Rot-Grün zeigt, wie schon bei anderen Beispielen, dass der Ländliche Raum kürzer treten soll‘, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, heute in Stuttgart. Stächele betonte, dass die Bundesregierung konsequent ‚an der völlig falschen Stelle‘ sparen wolle. Gerade erst hätten die deutschen Landwirte durch die Beschlüsse zur EU-Agrarreform die Nachricht von erheblichen Einkommensverlusten hinzunehmen, da setze der Bund bei weiteren wichtigen Säulen der Unterstützung mit der Säge an. Aufgrund der schlechten Preissituation bei Milch und den katastrophalen Ernteaussichten befänden sich die landwirtschaftlichen Betriebe zudem noch in einer äußerst schwierigen wirtschaftlichen Lage.

‚Um einige Prestige-Projekte zu schonen, greift Rot-Grün bei der Landwirtschaft direkt die bäuerlichen Familienbetriebe an‘, sagte Minister Stächele. Die Kürzung beim Agrardiesel um 157 Millionen Euro verschlechtere die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft erheblich. Die wichtigsten Mitbewerber – wie zum Beispiel Frankreich müssen – für Diesel deutlich weniger Steuern zahlen. Die Vergütung für Agrardiesel wurde nach langem und zähem Ringen erst 2001 eingeführt, nachdem vorher die Gasölverbilligung zurückgefahren wurde und die Landwirte mit der Ökosteuer belastet wurden. ‚Dies ist ein weiteres Beispiel für die Sprunghaftigkeit und Unzuverlässigkeit der Bundesregierung,‘ kritisierte Stächele. Unverantwortlich seien die Kürzungen bei den landwirtschaftlichen Sozialsystemen, insbesondere die Kürzung bei den landwirtschaftlichen Krankenkassen mit weiteren 218 Millionen Euro. Dies führt zu weiteren Kosten für die kleinstrukturierte Landwirtschaft Baden-Württembergs und damit zu weiteren empfindlichen Einkommenseinbußen.

‚Ergänzt werden diese Einschnitte durch die Kürzungen bei der Entfernungspauschale und dem radikalen Einschnitt bei der Eigenheimzulage‘, führte der für den Ländlichen Raum zuständige Minister aus. Wer die Entfernungspauschale reduziert, gefährdet Arbeitsplätze im Ländlichen Raum und lenkt damit Wirtschaftskraft und Entwicklungspotentiale in die oft schon überfrachteten Ballungsräume des Landes. ‚Dies ist ein eklatanter struktur- und umweltpolitischer Fehler‘, so Stächele wörtlich. Die starke Reduzierung bei der Eigenheimzulage beeinträchtige naturgemäß die bereits stark geschwächte Bauwirtschaft. Besonders schmerzlich sei dieser Schnitt jedoch für junge Familien, die beabsichtigen, Wohnungseigentum zu schaffen. ‚Auch hier zeigt die Bundesregierung wieder sozial-, wirtschafts- und strukturpolitische Fehlleistungen, welche die Entwicklung der Ländlichen Räume hemmen‘, musste Stächele enttäuscht feststellen.

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Klimastudie Brandenburg: Mehr Sonne, weniger Wolken und Wasser

Themen: Archiv — info @ 10:06

Potsdam (agrar.de) – Keine Klimaänderung hat sich seit 8000 Jahren so schnell ausgeprägt wie die gegenwärtigen Verschiebungen bei Regen, Wind und Wasser. Zu dieser Schlussfolgerung kommen die Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in ihrer aktuellen ‚Studie zur klimatischen Entwicklung im Land Brandenburg bis 2055 und deren Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, die Forst- und Landwirtschaft sowie die Ableitung erster Perspektiven‚. Der vom brandenburgischen Agrar- und Umweltministerium in Auftrag gegebene Report ist heute von Brandenburgs Umweltstaatssekretär Friedhelm Schmitz-Jersch und Dr. Manfred Stock (PIK) in Potsdam vorgestellt worden. Erstmals werden in dieser Studie die Auswirkungen der Klimaänderung auf die Umwelt und die Land- und Forstwirtschaft Brandenburgs zusammengefasst.

‚Schon bei einer Analyse der derzeitigen Situation wird der Handlungsbedarf offensichtlich: Dürreschäden auf den Feldern, Überschwemmungen an den Flüssen und eine Zunahme extremer Wettersituationen fordern in vielen Bereichen zum Umdenken auf‘, sagte Schmitz-Jersch. Deshalb habe das Agrar- und Umweltministerium eine Studie speziell für die Region Brandenburg in Auftrag gegeben, um frühzeitig reagieren zu können.

In Brandenburg wird es sonniger, wärmer und trockener

‚Die Forscher des PIK haben eine neuartige Methode angewandt, um das zukünftige Regionalklima mit hoher Wahrscheinlichkeit zu ermitteln‘, erläuterte Stock. Ausgehend von einer Temperaturerhöhung von rund 1,4 Grad Celsius für den Zeitraum 2001 bis 2055 zeigt die Studie des PIK, dass ein weiterer Rückgang der Niederschläge bei gleichzeitig zunehmender Verdunstung insbesondere im Sommer zu erwarten ist. Ein Absinken des Grundwasserspiegels, sinkende Wasserstände in den Flüssen und Probleme bei der Wasserverfügbarkeit und Wasserqualität wären damit verbunden.

Schon jetzt ist Brandenburg das niederschlagsärmste Bundesland. Von derzeit etwa 600 Millimeter werden die Niederschläge auf weniger als 450 Millimeter bis zum Jahr 2055 weiter sinken. Der stärkste Niederschlagsrückgang ist in den Sommerperioden zu erwarten. Weniger Niederschläge werden mit weniger Bewölkung und längerer Sonnenscheindauer einher gehen. Zunehmend ist mit Extremwetterlagen zu rechnen. Schon im Beobachtungszeitraum 1961 bis 1998 zeigte sich, dass beim Niederschlag eine Verschiebung vom Sommer in den Winter festzustellen ist und die Sickerwassermenge auf rund 75 Prozent der Gesamtfläche Brandenburgs stark abgenommen hat. Dieser Trend werde sich weiter fortsetzen, sind sich die Klimaforscher sicher.

Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, die Land -und Forstwirtschaft

Als Folge der klimatischen Änderung könnten auch die in Brandenburg noch häufig anzutreffenden ausgedehnten Niederungen, Moore und Luchgebiete in ihrer vielfältigen Funktion verloren gehen. Dies hätte zusätzliche negative Rückwirkungen auf die Grundwasserressourcen und die Attraktivität der Landschaft.

Die in Brandenburgs Wäldern vorherrschende Monokultur mit einem überwiegenden Kiefernbestand ist nicht geeignet, Wasser im Boden zu speichern. Im Gegenteil: Die Nadelbäume entziehen der Natur ganzjährig Wasser und lassen es verdunsten, so dass die Wasserbilanz ungünstiger als bei Laubwäldern ausfällt.

‚Um Wassermangel künftig zu vermeiden und die Landschaft in ihrer Vielfalt zu erhalten, müssen integrierte Nutzungskonzepte erstellt werden, die allen Belangen genügen‘, erklärte Stock. Als eine der vordringlichsten Maßnahme wird empfohlen, den Aspekt der Klimaänderung beim Waldumbauprogramm im Zusammenhang mit der Diskussion verschiedener Alternativen der Wald- und Landnutzung zu berücksichtigen. So könne negativen Entwicklungen beim Wasserhaushalt begegnet und das Risiko von Waldbrand oder Schädlingsbefall gesenkt werden.

Insgesamt sehen die Klimaforscher im geringen Wasserdargebot den limitierenden Faktor für die natürliche Vegetation, die bewirtschafteten Wälder und die landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Die Bodenerosion würde durch einen Anstieg vegetationsloser Flächen zunehmen. Die landwirtschaftlichen Erträge, insbesondere bei Winterweizen, werden bei fehlender Bodenfeuchte sinken. Um dem zu begegnen, müsse Wasser so lange wie möglich in der Region gehalten werden, Pflanzenbau und Fruchtfolgen darauf abgestimmt, sowie der Wasserverbrauch reduziert werden.

Schmitz-Jersch: ‚Angesichts dieser Ergebnisse scheint es dringend geboten, Entscheidungen und Planungen zum Naturschutz, zur ländlichen Entwicklung, zu Be- und Entwässerungsvorhaben, zum Hochwasserschutz oder zum Waldumbau – um nur einige Bereiche zu nennen – daran auszurichten.‘

Die Brandenburg-Studie zeige eindrucksvoll, wie anspruchsvolle Grundlagenforschung zugleich hohe Praxisrelevanz haben kann und dass sich Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nur im engen Zusammenwirken auf die Zukunft vorbereiten können. ‚Strategien und Maßnahmen müssen entwickelt werden, die es ermöglichen, die negativen Auswirkungen der Klimaveränderungen auf unser natürliches, wirtschaftliches und soziales Umfeld so gering wie möglich zu halten. Die Landesregierung wird nationale und internationale Initiativen zum Klimaschutz weiterhin unterstützen‘, fasste Schmitz-Jersch zusammen.

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29. Juni 2003

Deutscher Bauerntag 2003: Den Agrarstandort Deutschland retten!

Themen: Archiv — info @ 16:06

Ministerin Künast und Ministerpräsident Teufel zu Gast

Berlin (agrar.de) – ‚Auf dem Deutschen Bauerntag 2003 in Freiburg werden wir Bauern eine faire Behandlung in Politik und Gesellschaft einfordern‘, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, vor dem Deutschen Bauerntag, der kommende Woche vom 2. bis 6. Juli in Freiburg im Breisgau stattfindet. Die Leistungen der Bauern auf den Märkten, aber auch für Verbraucher und Umwelt seien besser als sie von manchen Politikern in den vergangenen Tagen dargestellt worden seien. Deshalb werde in Freibug eine kritische Bilanz der Reformbeschlüsse zur EU-Agrarpolitik gezogen und schonungslos deren Schwachstellen aufgedeckt. Das gelte vor allem für die zu befürchtende Überbürokratie und den Einbruch auf dem Milchmarkt. Gerade über die Milchkühe würde aber in Deutschland die Kulturlandschaft gepflegt.

Man werde sich auch nicht scheuen, Bund und Länder in die Pflicht zu nehmen, um den Agrarstandort Deutschland zukunftsfähig zu erhalten. Sonnleitner zeigte sich überzeugt, dass vom Bauerntag in Freiburg Zeichen aktiver Zukunftsgestaltung ausgehen würden. Dazu gehöre die harte Auseinandersetzung über das richtige politische Konzept ebenso wie die Sympathiewerbung für die bäuerliche Landwirtschaft. Das unternehmerische Engagement der Bauern dürfe nicht durch eine verunglückte Reform der EU-Agrarpolitik und Erhöhungen von Steuern und Sozialabgaben für die Bauern erstickt werden.

‚Gemeinsam mit dem gastgebenden Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband lädt der Deutsche Bauernverband Bäuerinnen und Bauern, Verbraucher, Politiker und alle Interessierten herzlich ein, kritisch und konstruktiv auf der öffentlichen Plattform des Bauerntags zu diskutieren.‘ Die Bauern seien entschlossen, Bewährtes zu sichern, notwendige Reformen aber mitzugestalten. Diese Kernbotschaft würde Politik, Wirtschaft und Gesellschaft übermittelt, erklärte Sonnleitner. Unter dem Motto ‚Sichern – Gestalten – Überzeugen‘ stehen alle Veranstaltungen des Deutschen Bauerntages. Die Zukunftsthemen werden in den sechs Foren mit internationalen und nationalen Experten aus Praxis, Politik und Wirtschaft am Donnerstag (3. Juli) aufgearbeitet. Tags zuvor am Mittwoch (2. Juli) stehen die Wahlen des DBV-Präsidenten und des Vorstandes auf der Tagesordnung der DBV-Mitgliederversammlung. Die ‚Freiburger Erklärung‘ zur bundesweiten Kampagne des Berufsstandes ‚Lebensmittel sind mehr wert!‘ soll die gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Diskussionen über die Folgen der ruinösen Preiskämpfe im Lebensmitteleinzelhandel weiterführen. Auf der Kundgebung am Freitag (4. Juli) erwarten über 3.500 Bäuerinnen und Bauern aus allen Teilen Deutschlands Bundesministerin Renate Künast, Ministerpräsident Erwin Teufel als Mitglied des europäischen Konvents und als Vertreter des französischen Landwirtschaftsministers M. Antoine Herth, Abgeordneter des französischen Nationalrates.

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28. Juni 2003

Hasselfeldt: Eichels Sparvorschläge treffen Agrarhaushalt im besonderen Maße

Themen: Archiv — info @ 16:06

Die Bundesregierung nimmt die massiven wirtschaftlichen Probleme vieler Landwirtschaftsbetriebe überhaupt nicht wahr

Berlin (agrar.de) – Zu den jetzt vorgestellten Eckdaten des Bundeshaushalts 2004 erklärt die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gerda Hasselfeldt:

‚Die Landwirtschaft und der ländlichen Raum spielen für die rot-grüne Bundesregierung anscheinend nur noch eine untergeordnete Rolle. Nur so lässt sich die Aneinanderreihung der negativen Nachrichten für diesen Sektor erklären. Gestern wurden die Ergebnisse der EU-Agrarverhandlungen bekannt. Für die deutschen Bauern bedeutet das Verhandlungsergebnis vor allem Einkommensverluste: nach ersten Schätzungen in einer Größenordnung von ca. 1,4 Mrd. Euro.

Und nun dieses: Nach den Plänen von Finanzminister Eichel soll ausgerechnet der Agrarhaushalt von allen Ressorts am stärksten gekürzt werden. Hier soll insbesondere bei der Agrardieselbesteuerung sowie bei den Zuschüssen zur landwirtschaftlichen Krankenversicherung massiv eingespart werden. Ministerin Künast hat es dem Finanzminister auch besonders leicht gemacht: Während ihre Kabinettskollegen um jeden Euro feilschen, hat die grüne Fraktion seit langem Kürzungen beim Agrardiesel öffentlich gefordert. Und dies aus überwiegend ideologischen Gründen.

Die Bundesregierung nimmt die massiven wirtschaftlichen Probleme vieler Landwirtschaftsbetriebe überhaupt nicht wahr! Die vorgesehene Anhebung der Agrardieselbeihilfe wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Betriebe, insbesondere der Landwirtschaftsbetriebe in den wirtschaftlich schwachen Regionen Ostdeutschlands, weiter verschlechtern. Die Kürzungen der Bundeszuschüsse bei der landwirtschaftlichen Krankenversicherung wiederum treffen vor allem die kleinen und mittleren Betriebe in Süddeutschland, die unter einem erheblichen Strukturwandel zu leiden haben.‘

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Sklenar fordert Hilfe für Landwirte wegen anhaltender Trockenheit

Themen: Archiv — info @ 15:06

Erfurt (agrar.de) – ‚Die gegenwärtige Situation in den Landwirtschaftsbetrieben Thüringens ist auf Grund der extremen Witterung in den letzten Monaten als sehr kritisch einzuschätzen. Ich halte es für dringend notwendig, den landwirtschaftlichen Betrieben, die aufgrund der Witterungseinflüsse in diesem Jahr in eine finanzielle Notlage geraten werden, schnellstens zu helfen.‘ Das schreibt der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, in einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast. ‚Ich bin der Auffassung, dass unbedingt Hilfsmaßnahmen für solche Betriebe durch Bund und Länder ergriffen werden müssen.‘

Geeignet erscheint Minister Dr. Sklenar ein Bund-Länder-Hilfsprogramm.

Er forderte Ministerin Künast auf, sich erneut bei der EU-Kommission dafür einzusetzen, in den von der Trockenheit betroffenen Gebieten die Nutzung des Aufwuchses der Stilllegungsflächen als Futter zu ermöglichen. Die EU-Kommission hatte bisher eine derartige Ausnahmeregelung abgelehnt. Außerdem wird Ministerin Künast gebeten, die nationale Modulation für dieses Jahr auszusetzen.

Nach dem Hochwasser zum Jahreswechsel stand ein Großteil der landwirtschaftlichen Flächen noch längere Zeit unter Wasser. Daran haben sich bis ins zeitige Frühjahr starke Wechselfröste angeschlossen. Das führte regional zu teilweise erheblichen Auswinterungsschäden bei den Kulturen und zu Umbrüchen bei den Herbstaussaaten. An diese bereits kritische Situation schlossen sich die Wachstumsmonate März bis Juni an, die durch erhebliche Niederschlagsdefizite im Vergleich zu den langjährigen Niederschlagsmengen gekennzeichnet sind. Dazu kamen gleichzeitig erheblich erhöhte Tagestemperaturen, was zu einer gesteigerten Verdunstung und somit zu einer negativen Bilanz des Bodenwasserhaushalts führte.

Die geschätzten Ertragsleistungen werden bei Wintergerste und Ölfrüchten voraussichtlich um 30 – 40 Prozent unter den Ergebnissen des langjährigen Ertragsdurchschnitts liegen. Bei Sommergetreide und Hülsenfrüchten wird ein Ertragsausfall von ca. 25 Prozent zum Durchschnitt prognostiziert. Die Erträge beim ersten Futterschnitt lagen nur bei 70 Prozent zu den Vergleichszahlen der Vorjahre. Für den zweiten Aufwuchs muss nochmals mit Mindererträgen gerechnet werden, so dass die Grünfutterversorgung der Tierbestände nicht abgesichert ist. Auch Obstbau- und Gemüsebetriebe in Ostthüringen erwarten größere Ernteausfälle. ‚Auch bei eventuell noch zu erwartenden Niederschlägen wird sich die kritische Lage nicht wesentlich entspannen‘, so Dr. Sklenar. Besonders die Betriebe in Ost- und Südthüringen sind von den ungünstigen Witterungsbedingungen stark betroffen.

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NRW: Landeswettbewerb „Gute Ideen für alte Gemäuer“ prämiert herausragende Umnutzungsbeispiele

Themen: Archiv — info @ 14:06

Höhn: Umnutzung alter land- und forstwirtschaftlicher Gebäude schafft neue Arbeitsplätze

Düsseldorf (agrar.de) – Die Umnutzung nicht mehr benötigter land- und forstwirtschaftlicher Gebäude zu Wohnraum oder für gewerbliche Zwecke schafft Arbeitsplätze und ist ein wichtiger Beitrag zur Verringerung des Flächenverbrauchs. Deshalb fördert die Landesregierung die Umnutzung im Rahmen der Dorferneuerung. Landwirtinnen und Landwirte, die sich ein neues betriebliches Standbein aufbauen wollen, können dazu bis zu 100.000 Euro Fördermittel erhalten. Die Förderung erfolgt im Rahmen des NRW-Programms ‚Ländlicher Raum‘ aus Landes- sowie EU- und Bundesmitteln. Im Rahmen eines nun ausgerufenen Wettbewerbs unter dem Motto ‚Gute Ideen für alte Gemäuer‘ sucht das Landwirtschaftsministerium die besten Umnutzungskonzepte.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚In den letzten fünf Jahren haben die Ämter für Agrarordnung über 200 Umnutzungsprojekte gefördert. Damit wurden mindestens genauso viele Arbeitsplätze neu geschaffen bzw. gesichert. Hinzu kommen die positiven Arbeitsplatzeffekte in der Bauphase. Die vielen guten Beispiele zeigen, wie kreativ die Bäuerinnen und Bauern sind, wenn es darum geht, neue Einkommensperspektiven zu schaffen. Aber auch aus Umweltgründen ist die Umnutzung sinnvoll. Zurzeit werden pro Tag 130 Hektar Freifläche verbaut und versiegelt. Das ist viel zu viel. Die Umnutzung alter land- und forstwirtschaftlicher Gebäude ist vor diesem Hintergrund ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung des Flächenverbrauchs. Über die Umnutzungsförderung sind seit 1998 Bauerncafes, Hofläden, Heuhotels, Gymnastikstudios und vieles andere mehr entstanden. Mit dem jetzt gestarteten Wettbewerb ‚Gute Ideen für alte Gemäuer‘ sollen die besten Umnutzungsbeispiele ausgezeichnet und landesweit bekannt gemacht werden.‘

Landwirtinnen und Landwirte sowie andere Eigentümer von Umnutzungsobjekten können sich bis zum 15. Juli 2003 bewerben, unabhängig davon, ob das jeweilige Gebäude mit oder ohne öffentliche Fördermittel umgebaut worden ist. Gesucht werden besonders innovative Beispiele, die zeigen, wie neues Leben und neue Ideen in die Bauernhöfe eingezogen sind. Bei der Beurteilung spielen unter anderem die geschaffenen Arbeitsplätze, die Wirkungen für Dorf und Region sowie nachhaltige Energiekonzepte eine Rolle.

Die Bewerbungsunterlagen können bei den Ämtern für Agrarordnung oder direkt beim Zentrum für ländliche Entwicklung (ZeLE) im Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Schwannstr. 3, 40476 Düsseldorf, Tel.: 0211–4566919, Fax: 0211–4566456, E-Mail) angefordert werden.

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Hessen: Jahresagrarbericht erhältlich

Themen: Futtermittel,Hessen,Statistik — info @ 14:06

Wiesbaden (agrar.de) – Der aktuelle Jahresagrarbericht 2003 des Hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz steht ab sofort auf der Internetseite des Ministeriums. Eine Druckversion des Berichts kann ebenfalls angefordert werden.

‚Der Jahresagrarbericht 2003 gibt ein umfassendes Bild über die verschiedenen Bereiche der Landwirtschaft in Hessen. Mit seinen Daten und Fakten beantwortet er viele Fragen zur Landwirtschaft und soll helfen, ein aktuelles Bild der Landwirtschaft zu vermitteln und Vorurteile abzubauen‘, erklärte Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel.

Neben der Auswertung der Testbetriebsbuchführung für das Wirtschaftsjahr 2001/2002, über Zahlen zur Tier- und Pflanzenproduktion und ökologischen Landwirtschaft, sowie über Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte und nachwachsende Rohstoffe seien weitere Schwerpunkte erstmalig im Bericht enthalten, so z.B. Daten zur Förderung und zur Agrarpolitik. Außerdem informiere der Bericht über landwirtschaftliche Bildung und Beratung, über die Arbeit des Landesagrarauschusses, über die Verwaltung der Staatsdomänen und Staatsweingüter und über die Futtermittelüberwachung, so Dietzel weiter.

‚Es ist ein Ziel der hessischen Agrarpolitik, die Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Landwirtschaft durch die Förderung der Eigeninitiative zu stärken und sie für die Erbringung von Leistungen für Umwelt und Gesellschaft zu entlohnen‘, betonte der Landwirtschaftsminister. Für eine zielgerichtete Agrarpolitik seien verlässliche Informationen, wie sie die Testbetriebsbuchführung und die amtliche Agrarstatistik lieferten, wichtig. ‚Der Bericht zeigt die hessischen Besonderheiten auf und verdeutlicht die Bedeutung einer eigenständigen hessischen Agrarpolitik‘, so Dietzel. Ein agrarpolitisches Hauptziel der Hessischen Landesregierung sei, eine zukunftsorientierte, wettbewerbsfähige Landwirtschaft als Garant für die Erzeugung qualitativ hochwertiger und marktgängiger Nahrungsmittel zu unterstützen und zu erhalten. Dabei dienten auch die im Jahresagrarbericht aufgeführten Daten als Entscheidungsgrundlage für politische Gremien, Verbände und Organisationen.

‚Der Bericht bemüht sich um eine allgemeinverständliche Darstellung der Materie und richtet sich damit nicht nur an Fachleute, sondern auch insbesondere an interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher‘, erklärte Landwirtschaftsminister Dietzel abschließend.

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Backhaus: Zuwachs im ökologischen Landbau nur bei entsprechendem Absatz möglich

Themen: Archiv — info @ 13:06

Schwerin (agrar.de9 – Ein Zuwachs der Produktion im ökologischen Landbau kann nur dann nachhaltig erfolgen, wenn ein entsprechendes Absatzpotenzial vorhanden ist, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) auf dem 3. Aktionstag Ökolandbau auf dem Hof Medewege in Schwerin. ‚Der Verbraucher muss den Wert der ökologischen Produktion honorieren‘, betonte der Minister. Veranstaltungen dieser Art helfen deshalb, die Wirtschaftsweise des ökologischen Landbaus transparent zu machen und so Verbrauchervertrauen zu erreichen.

Direktvermarktung spielt beim ökologischen Landbau in Mecklenburg-Vorpommern eine bedeutende Rolle. Fast jeder zehnte landwirtschaftliche Betrieb hier setzt allein auf diese Strategie, während es im sog. konventionellen Bereich nur etwa zwei Prozent der Betriebe sind. Weitere Möglichkeiten sieht Minister Backhaus in der Verflechtung von Tourismus und landwirtschaftlicher Produktion, etwa in Form von Hofführungen und speziellen Freizeitangeboten mit dem Verkauf der landwirtschaftlichen Produkte.

Das Landwirtschaftsministerium fördert die Produktion im ökologischen Landbau. In diesem Jahr werden 11 Mio. Euro an die Landwirte ausgezahlt. Ab 2004 erhöht sich die Fördersumme auf 13 Mio. Euro. Insgesamt wird der ökologische Landbau im Zeitraum 2003 bis 2008 mit rund 65 Mio. Euro unterstützt. Das Ministerium engagiert sich mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei in Gülzow im Bereich Forschung und Beratung und hilft Betrieben und Verbänden in der Öffentlichkeitsarbeit auf Messen und Aktionstagen.

Zukünftig sollen Fachinformationen der Landeseinrichtungen zu einzelnen Themenbereichen des ökologischen Landbaus dazu beitragen, aktuelles Wissen effizienter und schneller den landwirtschaftlichen Betrieben zu Verfügung zu stellen. Als erstes ist jetzt die Fachinformation ‚Ökologischen Grünlandbewirtschaftung in Mecklenburg-Vorpommern‘ über die Landesforschungsanstalt in Gülzow erhältlich.

Zurzeit werden in Mecklenburg-Vorpommern rund 103.803 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet. Im Vergleich zum Jahr 2001 ist eine Steigerung um 6.577 Hektar oder 7 Prozent zu verzeichnen. Inzwischen werden 7,7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche nach den Grundsätzen ökologischer Anbauverbände bewirtschaftet, denen sich derzeit etwa 670 Betriebe im Lande verschrieben haben. Das sind 51 Unternehmen mehr als im Vorjahr (plus 8,2 Prozent), Tendenz weiter steigend. Mecklenburg-Vorpommern nimmt so mit Brandenburg und Hessen eine Spitzenposition in Deutschland ein.

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27. Juni 2003

Miller zur Agrarreform: Deutschland zählt zu den Verlierern

Themen: Archiv — info @ 16:06

München (agrar.de) – Keinen Grund zum Jubeln sieht Landwirtschaftsminister Josef Miller angesichts der jetzt beschlossenen Agrarreform. Seiner Meinung nach bedeutet sie das Aus für viele bäuerliche Betriebe – mit nicht absehbaren Folgen für den Ländlichen Raum. Besonders betroffen sind die 54.000 bayerischen Milcherzeuger. Auf sie kommen laut Miller mit der beschlossenen Senkung der Milchpreise Einkommenseinbußen von rund 300 Millionen Euro zu. So müsse ein durchschnittlicher bayerischer Milchviehbetrieb mit heutigem Durchschnittseinkommen von 19.000 Euro pro Jahr ab 2007 mit einem Einkommensrückgang von 5.000 Euro rechnen. Die Agrarumweltmaßnahmen einschließlich der Grünlandprämie bringen laut Miller kaum Vorteile für Bayern, denn: ‚Bayern führt im Agrarumweltbereich anders als die rot-grün regierten Länder schon seit Jahren umfangreiche Maßnahmen durch.‘

Bundesagrarministerin Renate Künast hat nach Aussage Millers auf ganzer Linie versagt. Während andere Staaten wichtige Erfolge für ihre Bauern erzielt hätten – Frankreich im Getreidebereich, Österreich durch zusätzliche Mutterkuhprämien – stehe Deutschland mit leeren Händen da. Laut Miller verliert der Bund zehn Prozent der im Rahmen der Modulation umverteilten Mittel an die Kassen der EU. Dies führe nicht nur zu ungerechten Belastungen für die Landwirte, sondern verschlechtere weiter die Nettozahlerposition Deutschlands. Der Strukturwandel, der unter Künast mit 4,2 Prozent Betriebsaufgaben pro Jahr ohnehin so hoch ist wie seit 15 Jahren nicht mehr, werde sich weiter beschleunigen. Miller: ‚Künast vernichtet Arbeitsplätze im Ländlichen Raum und treibt die Landwirtschaft in Großstrukturen – das ist von ihrer Agrarwende übrig geblieben.‘

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