23. Mai 2003

Goldmann: SPD für Mehrbelastung der Schweinemäster

Themen: Archiv — info @ 11:05

Berlin (agrar.de) – Zu den abschließenden Beratungen des Bundestagsausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft zur Schweinehaltungsverordnung erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die SPD und insbesondere mein Kollege Dr. Priesmeier haben wieder einmal ihren Versprechungen keine Taten folgen lassen. Wieder einmal hat die SPD die Landwirtschaft im künastschen Regen stehen lassen.

Die rot/grüne Krankheit der Übererfüllung von EU-Normen setzt sich leider auch bei der Schweinehaltungsverordnung weiter fort.

Obwohl es für die Verschärfungen, die nun den deutschen Schweinezüchtern zugemutet werden, keine wissenschaftlich begründbaren Tierschutzgründe gibt, gehen die rot/grünen Auflagen weit über den EU-Standard hinaus. Der FDP Antrag, die EU-Richtlinie 1:1 umzusetzen, fand im Ausschuss keine Mehrheit.

Es ist ein Skandal, dass wiederum die deutsche landwirtschaftliche Produktion verteuert wird und der deutschen Landwirtschaft weitere Wettbewerbsnachteile auferlegt werden. Wieder werden Betriebe zur Aufgabe gezwungen und damit Arbeitsplätze vernichtet. Herr Dr. Priesmeier und die SPD sollten in Zukunft lieber schweigen und den Landwirten nicht immer wieder falsche Hoffnungen machen, nur um dann abermals vor den Grünen einzuknicken.‘

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Minister Backhaus für EU-Richtlinien nahe Umsetzung der Schweinehaltungsverordnung

Themen: Archiv — info @ 11:05

Nationales Recht darf Wirtschaftlichkeit nicht in Frage stellen

Schwerin (agrar.de) – Die Landesregierung wird sich im Bundesratsverfahren für eine EU-Richtlinien nahe Schweinehaltungsvorschrift stark machen. ‚Das Ziel muss es sein, sowohl die Anforderungen der artgerechten Schweinehaltung zu realisieren, aber dabei die Wirtschaftlichkeit in diesem Bereich nicht in Frage zu stellen‘, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) am Donnerstag im Schweriner Landtag. Die Bundesregierung war bereits auf der Agrarministerkonferenz im vergangenen März in Schwerin von den Ländern aufgefordert worden, in Brüssel darauf hin zu wirken, dass eine neue EU-Richtlinie vorgelegt wird, so der Minister.

‚Die Bundesregierung hat einen Entwurf vorgelegt, der nach meiner Ansicht so nicht akzeptabel ist‘, sagte Minister Backhaus. Danach soll der vorgegebene Platzbedarf je Tier in Deutschland erheblich über dem europäischen Niveau festgeschrieben werden. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es dagegen bereits seit 2001 einen Erlass für das Land, der sich an die damaligen EU-Vorschläge zur Änderung der Richtlinie anlehnt und bereits gegebene bzw. geplante Praxisbedingungen und Vorgaben des Tierschutzes berücksichtigt. ‚Diese Regelungen haben sich bewährt und stellen eine Richtlinien nahe Umsetzung dar‘, betonte der Schweriner Landwirtschaftsminister.

Minister Backhaus kritisierte, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeiten zur Schweineproduktion nicht ausgenutzt werden. Backhaus: ‚Um die Tier- und insbesondere die Schweineproduktion voranzubringen müssen Investitionshemmnisse beseitigt werden.‘ Schwierigkeiten gäbe es jedoch nicht nur bei den hohen Anforderungen an die Produktion sondern auch in der gespaltenen gesellschaftlichen Akzeptanz. Minister Backhaus: ‚Wir brauchen Klarheit und Kontinuität bei den Rechtsvorschriften, aber auch ein positives Klima bei der Bevölkerung für die Ansiedlung von Tierproduktionsanlagen.‘

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Schweine von 2,75 Millionen im Jahr 1989 auf 675.900 Stück im November 2002 gesunken. Bundesweit liegt die Zahl bei 26,2 Mio. Schweinen. ‚Damit sind lediglich 2,5 Prozent des deutschen Bestandes im klassischen Flächen- und Agrarland im Nordosten aufgestallt‘, sagte Minister Backhaus.

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Priesmeier zur Schweinehaltung: 0,65 Quadratmeter sind zu wenig

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 10:05

Berlin (agrar.de) – Zum aktuellen Stand der Diskussion um eine neue Schweinehaltungsverordnu8ng äußerte sich Dr. Wilhelm Priesmeier, der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, heute in Berlin: ‚Ich spreche für meine Fraktionskollegen aus dem Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, wenn ich eine Flächenzugabe in der Größenordnung von 20 Prozent als tragfähige Kompromissmöglichkeit nenne.‘ Konkret heißt dies, dass einem schlachtreifen Schwein somit etwa 0,8 Quadratmeter zur Verfügung stünden. ‚In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind Werte dieser Größenordnung bereits geltendes Recht, diesen Standard dürfen wir schon allein aus Gründen des Tierschutzes nicht mehr unterschreiten.‘

Der in letzter Zeit wiederholt aus den Reihen der Opposition geforderte Umsetzung des geltenden EU-Standards von 0,65 Quadratmetern, erteilte Priesmeier eine deutliche Absage: ‚Dieser Wert stellt nicht mehr den aktuellen Stand der Wissenschaft dar und ist meiner Erachtens überholt. Heutzutage empfehlen Bauberatungen ohnehin in der Regel Flächen, wie sie dem zu erwartenden Kompromiss entsprechen.‘ Zudem stehe zu erwarten, das der 1991 festgelegte EU-Wert im übernächsten Jahr erheblich angehoben wird. An die Adresse der FDP richtete sich Priesmeier spöttisch: ‚Die Freien Demokraten betreiben hier eine populistische Politik auf der Basis von Erkenntnissen aus dem vergangenen Jahrhundert.‘

Die vielfach geäußerten Bedenken, dass deutschen Schweinemästern durch die neue Regelung Nachteile im internationalen Wettbewerb erwachsen könnten, relativierte der Tierarzt und Politiker: ‚Zum einen wird durch Übergangsfristen von mehr als zehn Jahren ein umfassenden Bestandsschutz gesichert, zum anderen wird der bauliche Mehraufwand durch die Verringerung von Krankheiten und spürbar bessere Mastergebnisse kompensiert.‘

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22. Mai 2003

Weisheit: Annäherung bei der Reform der EU-Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 16:05

Berlin (agrar.de) – Nach dem Gespräch des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft mit EU-Kommissar Dr. Fischler erklärt der agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Matthias Weisheit:

‚Nach dem heutigen Gespräch mit EU-Kommissar Fischler bin ich zuversichtlich, dass wir noch vor der Sommerpause eine Reform der Agrarpolitik erreichen können, die diesen Namen verdient. Wir sind uns mit Fischler einig darin, dass wir die Agrarpolitik jetzt gestalten müssen und nicht warten dürfen, bis uns Veränderungen abgerungen werden.

Wir begrüßen die Vorschläge der Kommission, sehen aber weiterhin Handlungsbedarf hinsichtlich ihrer Ausgewogenheit und der Auflösung von bestehenden Ungleichgewichten. So wurden zum Beispiel unsere Bedenken hinsichtlich der vorgeschlagenen Betriebsprämie nicht ausgeräumt. Aber es gibt Bewegung, und Elemente der deutschen Vorschläge werden in den Verhandlungen aufgegriffen.

Auch beim Sektor Milch bleiben unterschiedliche Bewertungen. Aber auch hier zeigt sich eine Annäherung der Standpunkte: Eine Verlängerung der Quotenregelung macht nur Sinn, wenn sie nicht durch Quotenaufstockung und deutlichen Einschnitten bei den Stützpreisen ausgehöhlt wird. Reformen sind richtig, das gegenwärtige Stützungsniveau kann nicht beibehalten werden. Dennoch brauchen unsere Bauern Planungssicherheit und dürfen nicht überfordert werden.

Positiv ist, dass der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen auf Stilllegungsflächen auch in Zukunft möglich bleibt. Nicht ausreichen wird jedoch der Vorschlag von Kommissar Fischler, auf Roggenstandorten verstärkt auf die nachwachsenden Rohstoffe zu setzen: Anpassungen in den Marktordnungen sind notwendig, müssen aber auch ausgewogen sein.

Kommissar Fischler ist es gelungen, manche Befürchtungen abzubauen und Wege aufzuzeigen, wie ein tragfähiger Kompromiss in der EU-Agrarpolitik aussehen könnte. Der Bundesregierung bleibt in der Schlussrunde aber noch ein hartes Stück Arbeit.‘

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Flath zur EU-Agrarreform: Bund vernächlässigt ostdeutsche Interessen

Themen: Archiv,Umwelt,Wasser — info @ 16:05

Dresden (agrar.de) – In den Verhandlungen über die Reform der europäischen Agrarpolitik sieht Sachsen die Belange der ostdeutschen Landwirtschaft durch Bundesverbraucherministerin Renate Künast nicht ausreichend vertreten. ‚Der Eindruck verfestigt sich, dass wir uns auf andere EU-Mitgliedsstaaten besser verlassen können als auf die Bundesregierung‘, sagte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath auf der Landwirtschaftsausstellung ‚agra 2003‚ in Leipzig. So habe man es Frankreich zu verdanken, dass offenbar die Mutterkuhprämie erhalten bleibe und das Milchquotensystem fortgeführt werde. ‚Damit wäre die Existenz von Milchviehbetrieben auf Grünlandstandorten gesichert‘, so Flath.

Der Minister forderte die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die Gelder aus der Modulation und Degression in der Region verbleiben. ‚Um extreme Brüche in der Agrarstruktur zu vermeiden, müssen auf regionaler Ebene Lösungen gefunden werden. Der von der EU vorgegebene Rahmen bietet die Möglichkeit dazu‘, sagte Flath. Andernfalls drohe ein Geldtransfer von den ostdeutschen in die westdeutschen Bundesländer. Handlungsbedarf sieht der Minister auch bei der zukünftigen Regelung zur Flächenstilllegung. ‚Gewässerrandstreifen müssen als Stilllegungsfläche anerkannt werden. Deutschland sollte einen entsprechenden Antrag stellen‘, so Flath.

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Erneut weniger Milch geliefert

Themen: Archiv,Milch — info @ 16:05

Quotenjahr endet offensichtlich ‚glimpflich‘ – Preise weiter unbefriedigend

Hannover (agrar.de) – Zum zweiten Mal in Folge haben Deutschlands Milchviehhalter den Molkereien weniger Milch geliefert als im Vorjahr. Mit 26,58 Millionen Tonnen (t) war die Rohstoffbasis der milchverarbeitenden Unternehmen in Deutschland nach Mitteilung des niedersächsischen Landvolk-Pressedienstes so niedrig wie seit 1994 nicht mehr.

Niedersachsens Landwirte lieferten nach Angaben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft 4,9 Mio. t Milch an die knapp 50 Molkereien im Land. Der Rückgang der Milchanlieferung war im Milchland Niedersachsen mit 1,5 Prozent geringfügig höher als im Bundesdurchschnitt mit 1,1 Prozent. Die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn, die bundesweit die Daten zusammengetragen hat, nennt mehrere Gründe für die geringere Milcherzeugung. Die Milchviehbestände wurden abgestockt, weil offensichtlich eine Reihe von Landwirten den Produktivitätsfortschritt überschätzt hatte. Aber auch die schlechtere Grundfutterversorgung im Frühjahr spielt bei dem geringeren Milchaufkommen eine Rolle. Die Erlöse aus der Milchviehhaltung sind für Deutschlands Landwirte die wichtigste Einnahmequelle, um so mehr schmerzt die Tatsache, dass die Einkommen auch über geringere Auszahlungspreise erheblich zurück gegangen sind.

Weitgehend glimpflich dürfte das Milchgarantiemengenjahr für die deutschen Milcherzeuger ausgehen. Nach letzten Hochrechnungen von Anfang Mai zeichnet sich keine Überlieferung des Quotenlimits aus. Die ZMP geht von einer ‚Punktlandung‘ aus. Danach dürften die deutschen Milchviehhalter die ihnen zugeteilte Menge exakt getroffen haben. Über- oder Unterlieferungen könnten allenfalls minimale Mengen ausmachen. Sollte sich diese Hochrechnung bestätigen, müssen die deutschen Milchbauern erstmals seit dem Garantiemengenjahr 1994/95 keine Superabgabe an die Brüsseler Kasse abführen. Die endgültige Bilanz allerdings ist erst Ende Juni vom Hauptzollamt zu erwarten. Zurzeit dürften die Molkereien aufgrund der saisonalen Angebotsspitze weiterhin reichlich mit dem Rohstoff Milch eingedeckt werden.

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Brandenburg: Neues Landeswaldgesetz vorgelegt

Themen: Archiv — info @ 16:05

Potsdam (agrar.de) – Brandenburgs Agrar- und Umweltministerium hat einen Entwurf für ein neues Landeswaldgesetzes vorgelegt. Die Ablösung des alten Gesetzes geht auf eine langjährige Forderung des Obersten Forstausschuss zurück und war auch nach den Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz notwendig geworden. Zudem sind, so Brandenburgs Forstminister Wolfgang Birthler (SPD), nach nunmehr fast genau 12 Jahren eine Reihe von Veränderungen gegenüber dem alten Waldgesetz des Landes eingebracht worden, die sich aus der forstlichen Praxis und aus veränderten landespolitischen Rahmenbedingungen für den Forstbereich ergeben.

Birthler: ‚Dabei waren die unterschiedlichsten und manchmal auch gegensätzlichsten Interessen abzuwägen. Dass dabei nicht für jeden alle Blütenträume reifen konnten, ist klar. Ein Gesetzesverfahren ist immer auch ein Geben und Nehmen. Herausgekommen ist ein guter und tragfähiger Kompromiss, der vollkommen dem Geist der Ende 2001 verabschiedeten Forstreform verpflichtet ist. Gerade mit Blick auf die Zusammenarbeit mit den Privatwaldbesitzern und auf bürgerfreundliche Regelungen wird Brandenburg nach der Änderung über ein modernes Waldgesetz verfügen.‘

Der Gesetzentwurf verlässt in diesen Tagen das Agrar- und Umweltministerium. In den kommenden Wochen haben die übrigen Ressorts Gelegenheit zur Stellungnahme. Nach Abschluss dieser Beteiligung und förmlicher Verabschiedung durch das Kabinett geht der Entwurf zur Abstimmung in den Landtag. Läuft alles nach Plan, wird das neue Landeswaldgesetz im dritten Quartal die alte Fassung vom 17. Juni 1991 ablösen.

Bei der Erarbeitung des Entwurfs sind einerseits die Maßgaben des neuen Bundesnaturschutzgesetzes umgesetzt und anderseits bürgerfreundliche Regelungen erarbeitet worden. Weiterhin wurde die Grundlage für eine verbesserte touristische Entwicklung bei gleichzeitiger Möglichkeit für die Erzielung weiterer Einnahmen durch die Waldbesitzer geschaffen.

Das Bundesnaturschutzgesetz hat Rahmenbedingungen für die forstliche Bewirtschaftung der Wälder gesetzt, die durch Regelungen im Entwurf des Landeswaldgesetz ausgefüllt werden. Wichtigste Änderung ist das Kahlschlagsverbot für Flächen über einem halben Hektar. Diese Regelung ist notwendig, weil in der Folge eines Kahlschlags Bodenschäden auftreten und das Grundwasser mit Nitrat belastet wird.

Das Ziel des forstlichen Wirtschaftens soll der Aufbau und die Wiederherstellung naturnaher Wälder sein.

Der Entwurf sieht neben dem Wegfall von Genehmigungen für Feuerstätten und Waldteilungen in vielen Fällen eine Umkehr der Verwaltungsverfahren vor. Musste bislang immer ein Antrag gestellt werden, soll nun die Anzeige genügen. Die Forstbehörden werden nur noch tätig, wenn ein Handlungsbedarf besteht. Beispielhaft stellt dieses Prinzip einen Baustein für den Erfolg der Reform der Landesforstverwaltung dar.

Darüber hinaus werden mehrere einstmals behördliche Genehmigungstatbestände wie Waldfahrgenehmigungen umgewandelt in solche, die die Waldbesitzer selbst für ihr jeweiliges Eigentum gestatten. Dieses versetzt die Waldbesitzer in die Lage sich weitere Einkommensquellen zu erschließen. Bei der Forstbehörde verbleibt die Kontrollfunktion.

Die für die Entwicklung des ländlichen Raumes bedeutendste Änderung ist die Vorgabe zum Reiten im Wald. Bislang war das Reiten im Wald nur auf speziell gekennzeichneten Wegen erlaubt. Künftig soll auf allen Wegen geritten werden dürfen, es sei denn, Wege müssen für das Reiten gesperrt werden.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen, Links zum Bundesland Brandenburg.

Goldmann: Fischler muss deutlich nachbessern

Themen: Archiv — info @ 16:05

Zum Meinungsaustausch mit EU-Agrarkommissar Fischler im Verbraucherausschuss zur Halbzeitbewertung der Agenda 2000 erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die in der Halbzeitbewertung von Kommissar Fischler vorgesehene Entkopplung der Prämien von der Produktion geht in die richtige Richtung. Dennoch muss er insbesondere bei der Milch, nachwachsenden Rohstoffen und dem Bürokratieabbau deutlich nachbessern.

Folgende Zahlen unterstreichen die Schwächen des bisherigen Agrarsystems in Europa: Laut Kommissar Fischler kommen nur 25 Prozent der eingesetzten Mittel auch tatsächlich bei den Landwirten an. Ein Großteil des Geldes verschlingen Bürokratie und Verwaltung. Vor dem Hintergrund der desolaten wirtschaftlichen Lage Deutschlands ist das nicht weiter hinnehmbar. Durch die Entkopplung wird dieser Missstand deutlich verbessert, so dass zukünftig 50 Prozent dort ankommen, wo sie hingehören – nämlich bei den Landwirten.

Allerdings ist die Entkopplung über die vorgeschlagene Betriebsprämie nur der zweitbeste Weg. Einfacher, gerechter und unbürokratischer wäre die von der FDP entwickelte und vorgeschlagene Flächenprämie. Das FDP-Modell einer Kulturlandschaftsprämie bringt vor allem erhebliche Vorteile für die ökologisch wichtigen Grünlandregionen und die dort wirtschaftenden Milchbetriebe.

Bürokratische Belastungen drohen den Landwirten zudem über die Umsetzung der 38 Verordnungen im Bereich Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz. Die heimischen Landwirte halten bereits heute EU- und weltweit die höchsten Standards ein. Deutschland hat hier keinen Nachholbedarf. Dieses hohe Niveau muss zukünftig in allen europäischen Mitgliedstaaten eingehalten werden.

Erfreulich sind die von Herrn Fischler in Aussicht gestellten Verbesserungen im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe. Allerdings verdient dieser Zukunftsbereich im Interesse der Umwelt und Landwirtschaft eine über die in Aussicht gestellte Rotationsbrache hinausgehende Unterstützung.

An der Reformnotwendigkeit der europäischen Agrarpolitik besteht kein Zweifel. Die Landwirte haben aber auch ein Recht auf verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Deshalb dürfen die Maßnahmen erst nach 2006 umgesetzt werden.‘

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

EFFAT zur GVO-Klage der US-Regierung

Themen: Archiv — info @ 16:05

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Föderation der Gewerkschaften des Lebens-, Genussmittel-, Landwirtschafts- und Tourismussektors und verwandter Branchen (EFFAT) hat in einem Schreiben an den US-Handelsbeauftragten Zoelleck die geplante US-Klage gegen die EU-Politik zu gentechnisch-veränderten Organismen (GVO) kritisiert.

In dem Schreiben heisst es unter anderem:

‚Die Arbeitnehmer der europäischen Lebensmittelindustrie sind von der US-Initiative schockiert, weil diese Klage alle unsere Bemühungen, das verloren gegangene Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen, konterkariert. Wir haben es in Europa mit besonders sensiblen Verbrauchern zu tun. Das mag die US Regierung kritisieren, aber wir müssen dem Rechnung tragen.

Die USA fühlt sich keinem anderen Grundwert so verpflichtet wie dem der Freiheit seiner Bürger. Aber wie weit darf die Freiheit der Konsumenten gehen? Freiheit heisst gerade zwischen verschiedenen Optionen entscheiden zu können. Anhänger des Islams essen kein Schweinefleisch. Das respektieren auch die Amerikaner. Deshalb muss Fleisch gekennzeichnet sein. Die Mehrheit der Konsumenten in Europa wollen bisher keine GVO. Auch das ist zu respektieren. Deshalb sind Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit, etc. unverzichtbar.

Warum kann nicht auch die US-Administration diesen Willen der europäischen Verbraucher respektieren? Warum Verbrauchern etwas aufzwingen, was sie nicht wollen? Warum zudem Landwirte in der Dritten Welt auffordern, GVO für den europäischen Markt zu produzieren, den es so nicht gibt. Den Willen der Verbraucher respektieren wir nicht durch globale Zwangsmassnahmen, sondern durch gezielte Massnahmen vor Ort, die den dortigen kulturellen Eigenheiten Rechnung tragen.‘

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Ökologischer Landbau in Schleswig-Holstein

Themen: Archiv — info @ 15:05

Kiel (agrar.de) – Zum Ende des Jahres 2002 gab es in Schleswig-Holstein 397 landwirtschaftliche Ökobetriebe und damit 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem heute vom Umwelt- und Landwirtschaftministerium vorgestellten ‚Agrarreport Schleswig-Holstein 2003‚ hervor.

Im Jahre 2002 haben mehr landwirtschaftliche Betriebe auf ökologischen Landbau umgestellt, als im Jahr davor. Verbesserte Prämiensätze für die Umstellungs- beziehungsweise Beibehaltungsförderung, aber auch bessere Vermarktungschancen für Ökoprodukte durch erhöhte Nachfrage haben viele Landwirte bewogen, ihren Betrieb umzustellen. Im Jahr 2002 seien insgesamt 1,8 Millionen Euro Förderprämien für den ökologischen Landbau gezahlt worden, davon 351.000 Euro Landesmittel.

Der Anteil der Öko-Betriebe an den Haupterwerbsbetrieben (Gesamtzahl der Betriebe) beträgt 4 Prozent (Vorjahr: 2,1 Prozent). Die von den Ökobetrieben bewirtschaftete landwirtschaftliche Fläche beläuft sich auf 22.877 Hektar und ist damit um 14,7 Prozent gestiegen. Dies sei eine bislang unübertroffene Zuwachsrate. ‚Allerdings liegt der Gesamtanteil ökologisch bewirtschafteter Flächen und Betriebe mit 2,3 beziehungsweise 2,1 Prozent noch unter dem Bundesdurchschnitt‘, sagte Minister Müller. Der Anteil ihrer Fläche an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche liegt bei 2,3 Prozent. Auch bei der Anzahl der Verarbeitungsunternehmen ist eine weitere Zunahme (+ 4,2 Prozent) zu verzeichnen.

Der Markt für ökologisch erzeugte Produkte wächst. Die Ausschöpfung des wachsenden Marktpotentials ist eines der wichtigsten agrarpolitischen Ziele der Landesregierung, so das Ministerium.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

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