28. Mai 2003

Neue Forschungsgesellschaft für Organischen Landbau

Themen: Archiv — info @ 14:05

Bonn (agrar.de) – Am 20. Juni gründet sich in Berlin die ‚Internationale Forschungs-Gesellschaft für Organischen Landbau‘ (ISOFAR). Professor Dr. Ulrich Köpke vom Institut für Organischen Landbau an der Universität Bonn hat diese Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammenführende Gesellschaft initiiert und die Idee zusammen mit Schweizer Kollegen umgesetzt. Ziele der Gesellschaft sind – neben einem besseren wissenschaftlichen Austausch über die Grenzen der Fachgebiete hinaus – vor allem die Entwicklung und Anwendung neuer experimenteller Methoden und die Anregung von Kooperationen. Die Gründungsmitglieder hoffen, durch die Bündelung von Know-how den Erkenntnisgewinn auf dem Gebiet des Organischen Landbaus weiter vorantreiben zu können.

‚Forschung bleibt eine entscheidende Triebfeder für den Fortschritt im Organischen Landbau‘, erklärt Professor Köpke. ‚In vielen europäischen Ländern besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Anzahl wissenschaftlicher Projekte und der ökologisch bewirtschafteten Fläche.‘ Denn obwohl die Wurzeln des Organischen Landbaus in den 20er Jahren liegen, sind noch immer viele Probleme ungelöst. ‚Es ist an der Zeit, ein stringentes Konzept zu entwickeln, um bei hoher wissenschaftlicher Qualität die Wurzeln dieser Landbauweise zu bewahren‘, fordert daher Professor Köpke.

Die ISOFAR will Forschungskooperationen zwischen Ländern der Tropen und Subtropen und der gemäßigten Breiten fördern. Ein weiteres Anliegen der Initiatoren ist eine verstärkte Interdisziplinarität. ‚Wir wollen den weltweiten wissenschaftlichen Dialog verbessern und es unseren Mitgliedern so ermöglichen, fächerübergreifend kooperierend einen ganzheitlichen Blick auf Probleme in der Landwirtschaft zu entwickeln.‘ Dazu sollen unter anderem Dienstleistungen wie eine Fachzeitschrift im Internet, ein regelmäßig erscheinender Newsletter sowie eine Datenbank mit aktuellen Projekten beitragen.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Forschung.

Landvolk: Keine nationalen Alleingänge bei der Schweinehaltungsverordnung

Themen: Archiv — info @ 13:05

Hannover (agrar.de) – Gegen weitere nationale Alleingänge bei der Umsetzung der Schweinehaltungsverordnung spricht sich das Landvolk Niedersachsen aus. Der vorliegende Entwurf, der unter dem umfassenderen Begriff Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vom Bundeslandwirtschaftsministerium erarbeitet wurde, gehe weit über die Vorgaben der aktuellen EU-Richtlinie hinaus, argumentiert Landvolk-Vizepräsident Franz-Josef Holzenkamp. Er ist im Landvolkvorstand für die Veredelungsbereiche zuständig und Vorsitzender des gleichnamigen Ausschusses, der den Entwurf ebenfalls diskutiert hat.

Der Verband schließt sich der Forderung der CDU-regierten Bundesländer an und fordert eine Umsetzung der EU-Richtlinien im Verhältnis 1 : 1. Unter allen anderen Voraussetzungen würde die Wettbewerbssituation der deutschen Schweineproduktion empfindlich getroffen und die gesamte Wertschöpfungskette, den vor- und nachgelagerten Bereich eingeschlossen, massiv belasten. Dies würde insbesondere die Veredelungshochburg im Nordwesten Niedersachsens ins Mark treffen. Erst im Herbst 2001 hatte die EU die Tierschutzstandards für Sauen angepasst, so dass zurzeit kein Anlass zu einer weiteren Verschärfung in Deutschland gesehen wird. Bis 2005 soll die EU-Kommission dem Rat einen Bericht vorlegen, der die Auswirkungen der EU-Richtlinie analysiert und gegebenenfalls Gesetzgebungsvorschläge für die Haltung von Absatzferkeln und Mastschweinen enthält. Vor diesem Termin sollte daher auf nationaler Ebene keine neuen Vor-schriften für Absatzferkel und Mastschweine erlassen werden, rät der Landvolkverband.

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EU: Viele Bauern verdienten weniger Geld

Themen: Archiv — info @ 13:05

Landwirtschaftliches Realeinkommen je Arbeitskraft in der EU sank um 3,8 Prozent

Hannover (agrar.de) – Die Beschäftigten in der EU-Landwirtschaft haben im vergangenen Jahr weniger Geld verdient. Im Jahr 2002 ist das reale Einkommen je Arbeitskraft um durchschnittlich 3,8 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor gesunken, zitiert der niedersächsische Landvolk-Pressedienst eine Schätzung des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften (Eurostat).

In zwölf Mitgliedstaaten sank das Einkommen unter das Niveau von 2001. Die deutlichsten Einbußen mussten dabei die dänischen und die deutschen Bauern hinnehmen. Während das Realeinkommen pro landwirtschaftlicher Arbeitskraft in Dänemark um 24,4 Prozent zurückging, sank es in Deutschland um 19,5 Prozent. Mit einem erheblich geringeren Einkommen als im Jahr zuvor mussten darüber hinaus die Landwirte in Irland mit einem Minus von 11,7 Prozent sowie ihre Kollegen in den Niederlanden (minus 10,0 Prozent) und in Belgien (minus 8,0 Prozent) zurecht kommen. Ein höheres Realeinkommen als in 2001 erzielten die landwirtschaftlichen Arbeitskräfte in Großbritannien, wo das Vorjahresergebnis um 6,8 Prozent übertroffen wurde. Auch in Griechenland mit einem Plus von 5,4 Prozent und in Finnland mit einer Steigerung um 4,5 Prozent erzielten die landwirtschaftlichen Arbeitskräfte ein besseres Einkommen als in 2001.

Für die Einkommenseinbußen im vergangenen Jahr sind mehrere Faktoren verantwortlich. So ist unter anderem der Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft um 2,9 Prozent zurückgegangen. Außerdem reduzierten die Landwirte ihre Abschreibungen um real 0,9 Prozent und 0mussten 3,9 Prozent weniger für Vorleistungen ausgeben als in 2001. Gleichzeitig ist jedoch auch die landwirtschaftliche Gesamtproduktion in der EU zurückgegangen, und zwar um real 3,9 Prozent. Dabei dürften sich insbesondere die gesunkenen Produktionswerte bei den tierischen (minus 6,6 Prozent) und pflanzlichen Erzeugnissen (minus 2,1 Prozent) bemerkbar machen. So war zwar das Produktionsvolumen in beiden Bereichen geringfügig höher als im Jahr zuvor, doch die Erzeugerpreise blieben bei den pflanzlichen Produkten um 2,8 Prozent und bei den tierischen Erzeugnissen um 8,4 Prozent hinter dem Vorjahresniveau zurück. Besonders stark sind die Schweinepreise in 2002 gesunken. Während das Produktionsvolumen nur um rund ein Prozent ausgeweitet wurde, sanken die Erzeugerpreise um 20,5 Prozent. Und auch beim wichtigsten Agrarprodukt der EU, der Milch, mussten die Bauern schmerzhafte Einschnitte hinnehmen. Während die Milchproduktion das Vorjahresniveau nur um 0,3 Prozent übertraf, gingen die Milchpreise im EU-Durchschnitt um 7,1 Prozent zurück.

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Rheinland-Pfalz: BWV kritisiert FFH-Neuausweisung des Umweltministeriums

Themen: Archiv — info @ 12:05

Koblenz (agrar.de) – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum, hat in einem Schreiben an Staatsministerin Margit Conrad seinen Unmut über das Verhalten des Umweltministeriums bei der Neuausweisung von FFH-Gebieten zum Ausdruck gebracht. ‚Die von Ihrem Ministerium gewählte Vorgehensweise sowie die inhaltliche Ausgestaltung der neuen Gebietsvorschläge sind für die Bauern und Winzer nicht hinnehmbar, so dass ich sie auf das Schärfste kritisiere‘, erklärte Präsident Blum.

Präsident Blum zeigte sich enttäuscht, da ihm von Staatssekretär Hendrik Hering erklärt wurde, dass das Umweltministerium kooperativ mit den Vertretern der Landwirtschaft und des Weinbaus umgehen werde. Hiervon sei allerdings nichts zu spüren, so Blum. Die bereits im April zugesagten Karten für die Bauernverbände und die Landwirtschaftkammer seien nicht eingetroffen. Statt dessen würden die Grundbesitzer vor vollendete Tatsachen gestellt, da die Karten ohne jegliche Rückmeldung seitens des Berufsstandes im Internet veröffentlicht wurden. Dennoch sei geplant, nochmals 100.000 Hektar land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen neu als FFH-Gebiete auszuweisen. Dies sei so ohne die Einbindung der Landwirte nicht zu machen und werde auf erbitterten Widerstand stoßen.

Trotz Zusage des Umweltministeriums habe der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau kein Kartenmaterial erhalten, der eine Beurteilung der Auswirkungen der neuen Gebietskulisse zulasse. In Anbetracht dessen sei die Fristsetzung für Mitte Juni 2003 völlig unpraktikabel und daher nicht zu halten.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau fordert unter allen Umständen das umgehende Zusenden von parzellenscharfen Kartenmaterialien und darüber hinaus eine Fristverlängerung bis Ende August.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass die zu erwartenden Einschränkungen der Bewirtschaftungsweisen der landwirtschaftlichen Flächen ausgeglichen werden müssten. Dies sei auch in Anbetracht der schlechten Haushaltslage unverzichtbar. Wenn die Landwirtschaft im ländlichen Raum eine Zukunft haben solle, müsse ihr auch die Möglichkeit gegeben werden ökonomisch wirtschaften zu können. Die Daumenschrauben dürften nicht immer fester gezogen werden. Die bäuerlichen Familien benötigten dringend Handlungsspielraum, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ihre Betriebe erhalten zu können.

In Anbetracht der angespannten und terminlich unhaltbaren Situation müsse das ganze Verfahren neu überdacht werden. Präsident Leo Blum schlug im Schreiben an Ministerin Conrad vor, schnell ein Gespräch anzuberaumen, damit die Ungereimtheiten aus dem Wege geräumt werden könnten.

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Goldmann: Künast hat Verhandlungen in Brüssel gegen die Wand gefahren

Themen: Archiv — info @ 12:05

Berlin (agrar.de) – Zu den Bemühungen der Bundesregierung, die beim EU-Gipfel im Herbst 2002 beschlossene Obergrenze für die EU-Agrarausgaben nachträglich zu senken, erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Einen wahren Zickzackkurs fährt Ministerin Künast bei der Bewertung der Halbzeitbewertung der Agenda 2000. In den vergangenen Monaten hat sie ausdrücklich die Fischler-Vorschläge als Fortführung der so genannten Agrarwende auf europäischer Ebene gelobt. Davon will sie nun offenbar nichts mehr wissen. Nach jetziger Auffassung von Ministerin Künast führen die Vorschläge der Europäischen Kommission zu überproportionalen Belastungen und einer Verschlechterung der Nettozahlerposition Deutschlands. Sollte das tatsächlich der Fall sein, wäre es die Aufgabe von Ministerin Künast gewesen, diese Fehlentwicklung frühzeitig anzusprechen und zu korrigieren.

Erst beim EU-Gipfel im Herbst 2002 hatte der Bundeskanzler der Obergrenze für die EU-Agrarausgaben zugestimmt. Das soll nun nach wenigen Monaten wegen der Haushaltsprobleme in Deutschland gekippt werden. Frankreich und die anderen Mitgliedstaaten werden keinesfalls dazu bereit sein. Wieder einmal haben Kanzler Schröder und Ministerin Künast große Sprüche geklopft und die Verhandlungen in Brüssel auf Kosten der heimischen Landwirtschaft gegen die Wand gefahren.

Schließlich stehen die Vorschläge zum Subventionsabbau auf europäischer Ebene im krassen Widerspruch zur nationalen Agrarpolitik. Unter dem Deckmantel der so genannten Agrarwende wurden in den letzten zwei Jahren dreistellige Millionenbeträge zum Ausbau des ökologischen Landbaus zusätzlich ausgegeben. Weitere Milliarden werden folgen, um das Ziel von 20 Prozent Ökolandbau in zehn Jahren zu erreichen. Anträge der FDP-Bundestagsfraktion zur Kürzung dieser neuen Subventionen für die Ökolandwirtschaft in Höhe von rund 120 Mio. Euro hat die Bundesregierung noch Anfang des Jahres abgelehnt.‘

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Rheinland-Pfalz: FUL-Antragsverfahren wird eingeschränkt eröffnet

Themen: Archiv — info @ 12:05

Mainz (agrar.de) – Für das Förderprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung (FUL) werden im Zeitraum vom 10. Juni bis 11. Juli 2003 Anträge wieder zugelassen, jedoch wegen der äußerst angespannten Haushaltslage des Landes in deutlich eingeschränkter Form. Das hat der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage heute in Mainz mitgeteilt. Ein uneingeschränktes Förderangebot im FUL würde unausweichlich zu finanziellen Einschnitten bei den wettbewerbsverbessernden Maßnahmen, wie der einzelbetrieblichen Investitionsförderung, der Bodenordnung und der Junglandwirteförderung führen, erklärte Bauckhage. Dies sei auf Grund der agrarstrukturellen Situation in Rheinland-Pfalz nicht vertretbar. ‚Mit den jetzt vorgenommenen Einschrän­kungen im FUL werden die strukturverbessernden Fördermaßnahmen weiter­laufen und müssen nicht auf Grund der angespannten Haushaltslage eingestellt werden‘, unterstrich Bauckhage.

So besteht für Neueinsteiger die Möglichkeit, Fördermittel für die Umstellung auf ökologischen Landbau und die einzelflächenbezogenen Programmteile des FUL, einschließlich der Förderangebote des Umweltministeriums, zu beantragen. Das Antragsverfahren für die erstmalige Förderung des umwelt­schonenden Acker-, Obst- und Weinbaus, der gesamtbetrieblichen Grünland­extensivierung (Grünlandvariante 1) und des biotechnischen Pflanzenschutzes im Obst- und Weinbau müsse im Jahr 2003 aus Finanzierungsgründen ausgesetzt werden, erklärte der Minister. Ausgenommen davon seien Land­wirte, die sich bereits an der Grünlandextensivierung (Grünlandvariante 1 und Mittelgebirgsprogramm) und den einzelflächenbezogenen Maßnahmen des bisherigen FUL beteiligt haben und deren Bewirtschaftungsverträge in diesem Jahr auslaufen. ‚In diesem Fall kann eine Anschlussförderung in den entsprechenden Programmteilen des neuen FUL beantragt werden‘, teilte Bauckhage mit.

Generell können für dieses Jahr keine Folgeanträge für auslaufende Bewirt­schaftungsverträge im Bereich des integriert-kontrollierten/umweltschonenden Acker-, Obst- und Weinbaus sowie des ökologischen Landbaus gestellt werden.

Das Antragsverfahren für Neu- und Folgeverpflichtungen im Steillagenwein­bauprogramm (Bewirtschaftungszuschüsse) steht im Hinblick auf die Laufzeit der bestehenden Bewirtschaftungsverträge erst im November dieses Jahres an.

Die Förderprämien in den angebotenen FUL-Programmteilen bleiben unver­ändert, betonte der Minister. Änderungen bei den Bewirtschaftungsauflagen gebe es auf Grund der Bundesvorgaben nur in der Grünlandvariante 1. Der zulässige Viehbesatz werde zukünftig auf über 1,2 Großvieheinheiten (GV) pro Hektar angehoben. Gleichzeitig werde der Viehschlüssel dahingehend angepasst, dass Rinder unter sechs Monaten mit 0,3 GV zu bewerten seien. Neu sei auch die Gewährung einer erhöhten Prämie für den ökologischen Gemüsebau. In der 2-jährigen Umstellungsphase liege der jährliche Fördersatz bei 480 Euro pro Hektar, danach bei 300 Euro pro Hektar, so Bauckhage.

Die Antragsverfahren in den zurückliegenden Jahren haben dazu geführt, dass sich der Gesamtumfang des FUL einschließlich der Programmteile des Umweltministeriums und der Vorläuferprogramme (Mittelgebirgs- und Talauen­programm) auf über 10 000 Teilnehmer und eine Fläche von 168.000 Hektar (rund 24 Prozent der LF) erhöht habe. ‚Für die Finanzierung werden nunmehr insgesamt rund 30 Millionen Euro Landes-, Bundes- und EU-Mittel benötigt‘, sagte Bauckhage abschließend.

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BBV: Geplante EU-Umwelthaftungsrichtlinie verbirgt zahlreiche Fallstricke für die Bauern

Themen: Archiv — info @ 11:05

München (agrar.de) – Deutliche Kritik am Entwurf der europäischen Umwelthaftungsrichtlinie übte das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). ‚Gesetzmäßiges Handeln muss Haftung ausschließen‘, forderte Präsident Gerd Sonnleitner.

Umweltschäden vermeiden und geschädigte Umwelt sanieren – so lauten die Ziele der geplanten Richtlinie. ‚Die Maxime der Bauern ist, Umweltschäden erst gar nicht entstehen zu lassen. Nur so können sie nachhaltig gesunde Nahrungsmittel erzeugen und den Betrieb in seiner vollen Ertragsfähigkeit an die kommende Generation übergeben‘, stellt das BBV-Präsidium fest.

Doch der vorliegende Entwurf, der soeben in erster Lesung das Europäische Parlament passiert hat, schieße weit übers Ziel hinaus. Das BBV-Präsidium fordert im Hinblick auf die baldige Behandlung im Europäischen Rat deutliche Änderungen.

Vorgesehen ist für Umweltschäden, die von ‚potentiell gefährlichen Tätigkeiten‘ ausgehen – darunter soll auch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln fallen – eine Haftung unabhängig vom Verschulden. Dies würde bedeuten, dass der Bauer ohne Vorsatz und ohne Fahrlässigkeit einem unkalkulierbaren und möglicherweise Existenz bedrohenden Haftungsrisiko ausgesetzt wäre.

Umweltkatastrophen in Richtlinie aufnehmen

Der Bayerische Bauernverband weist mit Nachdruck darauf hin, dass es nicht in der Macht des einzelnen Land- oder Forstwirts steht, ungewisse Schäden, die trotz ordnungsgemäßer Anwendung entstehen könnten, zu vermeiden.

Der vorgesehene Ausnahmetatbestand für Handlungen im Rahmen der guten fachlichen Praxis müsse unbedingt erhalten bleiben. Ansonsten müsse der Bauer vorsichtshalber, um ein Haftungsrisiko auszuschließen, Handlungen unterlassen, die ihm von Rechts wegen zustehen würden. Dies sei keinem Betrieb zuzumuten. Keinesfalls akzeptabel sei, dass sich bäuerliche Unternehmen einem ‚Umweltbetriebsprüfungssystem‘ unterziehen sollen, um den Nachweis des rechtmäßigen Handelns zu erbringen.

Als dringend notwendige Ergänzung der geplanten Richtlinie fordert der Bayerische Bauernverband, dass Umweltkatastrophen wie Ölpest oder radioaktive Verseuchung als Haftungstatbestände aufgenommen werden müssen. Gerade bei solchen verheerenden Ereignissen solle sich der Gesetzgeber nicht mit unverbindlichem, internationalem Übereinkommen begnügen.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen, Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Landwirtschaft engagiert sich auf dem Ökumenischen Kirchentag

Themen: Archiv — info @ 09:05

DBV thematisiert faire Lebensmittelpreise und Welthandel

Berlin (agrar.de) – Die deutsche Landwirtschaft engagiert sich auf dem ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin vom 28. Mai bis 1. Juni 2003 mit mehreren Veranstaltungen, um die gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen und naturschutzrelevanten Leistungen der heimischen Landwirtschaft im kritischen Dialog mit den Kirchentagsbesuchern zu diskutieren. Das ganztätige Forum ‚Vom Land leben – global, regional, rational‘, das die Wertstellung von Lebensmitteln thematisiert, wird am Freitag (30. Mai 2003) stattfinden. Organisiert von der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) und dem Dienst auf dem Lande der Evangelischen Kirche (ADL) werden in diesem Forum Bäuerinnen und Bauern sowie Vertreter aus Politik und Lebensmittelhandel zu Wort kommen. In der zweiten Podiumsrunde geht es um die Lebensqualität des ländlichen Raumes.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) wird an einem Stand mit den Kirchentagsbesuchern Gründe, Ziele und Ergebnisse der Kampagne ‚Lebensmittel sind mehr wert!‘ in Wort und Bild darlegen. Am Samstag (10.30 Uhr bis 13.00 Uhr) wird DBV-Präsident Gerd Sonnleitner in einem Podiumsgespräch mit den Kirchentagsteilnehmern, Verbrauchern, Bauern und Entwicklungspolitikern über die Gestaltung und Chancen eines fairen und gerechten globalen Agrarhandels diskutieren. Auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm werden sich auf der so genannten Agora, dem Markt der Möglichkeiten, die landwirtschaftlichen Organisationen der beiden Kirchen mit einem Gemeinschaftsstand in einer Straße der Landwirtschaft präsentieren. Das von ADL und KLB mit dem DBV und den Landfrauen erstellte und durchgeführte Projekt ‚Arbeitsmarkt Land‘, das Verbraucherverhalten, die soziale Situation und das Beenden von Klischees über das Landleben werden hier thematisiert.

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27. Mai 2003

Bundesverband Naturkost Naturwaren zu Gentechnik und Ökolandbau

Themen: Archiv — info @ 15:05

Köln (agrar.de) – Der Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel (BNN) lehnt Gentechnik in der Landwirtschaft ab und plädiert für die freie Wahl des Verbrauchers und das Verursacherprinzip.

In dem am 26. Mai veröffentlichten Brief an den Naturkosteinzelhandel heißt es:

‚Liebe Naturkosteinzelhändlerinnen, liebe Naturkosteinzelhändler, das EU-Moratorium, das derzeit noch den kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen innerhalb Europas verhindert, könnte in Kürze fallen. Wenn es trotz mehrheitlicher Ablehnung durch Landwirte und Verbraucher zur Zulassung von Gentechnik in der Landwirtschaft kommen sollte, darf dies nur geschehen, nachdem klare Regelungen für die dann erforderliche Koexistenz getroffen wurde.

Elke Röder, Geschäftsführerin des BNN Herstellung und Handel: ‚Der Naturkostfachhandel setzt sich nach wie vor dafür ein, dass Gentechnik von Bio-Produkten fernbleibt. Wir tun dies, weil wir wissen, dass die überwiegende Mehrheit der Landwirte, Produzenten, Händler und Verbraucher den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) ablehnt. Die Verbraucher müssen auch in Zukunft die Möglichkeit haben, sich für Lebensmittel ohne Gentechnik zu entscheiden.‘

Auch wenn es so sein sollte, dass eine Freisetzung von GVO in Europa nicht verhindert werden kann, darf der Verbraucher, der sich für Lebensmittel ohne gentechnisch veränderte Organismen entscheidet, auf keinen Fall mehr zahlen müssen. Der BNN Herstellung und Handel fordert daher das Verursacherprinzip, das Hersteller von gentechnisch verändertem Saatgut und Bauern, die solches Saatgut anbauen, für Verunreinigungen ökologischer Felder in die Pflicht nimmt.

Wir wollen, dass der Naturkosteinzelhandel auf mögliche, politische Veränderungen zum Thema Gentechnik in Europa vorbereitet ist und unterstützen die Informationskampagne des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die für Ende Juni dieses Jahres geplant ist. Der BNN Herstellung und Handel ist Mitglied im BÖLW, dem neu gegründeten Dachverband der ökologischen Lebensmittelwirtschaft.‘

Links zum Thema Bio-Handel und -Vermarktung, Links zum Thema Verbände.

Miller: Künast bricht Vereinbarungen

Themen: Archiv — info @ 13:05

Schweinfurt (agrar.de) – Mit Empörung hat Landwirtschaftsminister Josef Miller auf die jüngsten Presseerklärungen von Bundesagrarministerin Renate Künast am Rande des Brüsseler Agrarrats reagiert. ‚Damit rückt sie in wesentlichen Punkten von den Positionen ab, die sie bei einem Sondertreffen der deutschen Agrarminister am vergangenen Freitag in Berlin zur Weiterentwicklung der europäischen Agrarpolitik vereinbart hat‘, sagte Miller im Anschluss an die heutige Kabinettsitzung in Schweinfurt. Künast vertrete unverändert ihre bisherigen ideologischen Positionen und verkaufe dies auch noch als gemeinsame Haltung der deutschen Länder. Außerdem vermisse er ein klares Nein der Ministerin zu vorgezogenen Reformen.

Die von Künast jetzt in Brüssel geforderte Senkung der Interventionspreise bei Milch und die Verkürzung der Quotenregelung um zwei Jahre sind für Miller nicht akzeptabel: ‚Dies würde gewaltige Einkommensverluste für die Milchviehbetriebe und nicht absehbare Konsequenzen für die Kulturlandschaft nach sich ziehen.‘ Eine unerträgliche Bürokratisierung wäre nach Aussage des Ministers die Folge, wenn Künasts Vorstellungen zur Entkoppelung der Direktzahlungen Realität werden. Miller: ‚Die Länder waren sich einig – dieses Modell ist viel zu verwaltungsaufwändig, ungerecht und damit unbrauchbar.‘ Gleiches gelte für die von Künast trotz Widerstands der Ländermehrheit geforderte Grünlandprämie: ‚Hierüber kann erst entschieden werden, wenn klar ist, wie es mit Milchquoten und Tierprämien weiter geht.‘

Im Widerspruch zu den Interessen Bayerns und der überwiegenden Mehrheit der Länder steht laut Miller auch die von Künast geforderte Modulation, denn: ‚Den Bauern wird das Geld aus der Tasche gezogen, um damit die Kassen der EU zu füllen.‘ Dies würde nach Aussage des Ministers nicht nur die Landwirte in inakzeptabler Weise belasten, sondern zudem die Nettozahlerposition Deutschlands weiter verschlechtern.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

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