05. Mai 2003

Studie: Umsatzplus für Öko-Obst erwartet

Themen: Archiv — info @ 11:05

Handel erweitert sein Sortiment

Bonn (agrar.de) – Der Markt für Tafelobst aus biologischer Erzeugung (ohne Beerenobst) in Deutschland wächst. Für 2003 erwartet das britische Marktforschungsunternehmen Organic Monitor ein Umsatzplus von 8,1 Prozent, das Verkaufsvolumen wird auf 75.000 Tonnen geschätzt, so die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn. Gründe für die Zunahme sind die zunehmende Distributionsdichte im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und Sortimentserweiterungen, die nach Angaben des Marktforschungsunternehmens auch in den Folgejahren jährliche Umsatzsteigerungen von 6,4 Prozent erwarten lassen.

Tropische und exotische Obstarten, einschließlich Melonen und Steinobst, haben den britischen Angaben zufolge mit 40 Prozent den höchsten Anteil am Bio-Frischobstmarkt in Deutschland und weisen innerhalb des Sortimentes auch die höchsten Zuwachsraten auf. Kernobst folgt an zweiter Stelle mit einem Drittel Marktanteil. Der Naturkosthandel ist nach wie vor der wichtigste Absatzweg für Bio-Frischobst trotz des zunehmenden Einflusses durch den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel. Obwohl die meisten Supermarktketten Frischobst in Bio-Qualität anbieten, erreichte ihr Marktanteil 2002 kaum 14 Prozent.

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Heißes Wasser hält Äpfel gesund

Themen: Archiv,Forschung — info @ 11:05

Karlsruhe (agrar.de) – Viele Äpfel müssen nach der Ernte über Monate hinweg gelagert werden, um im Winter- und Frühjahr für die Verbraucher zur Verfügung zu stehen. Fangen in den Kühllagern einzelne Äpfel an zu faulen, kann dies rasch um sich greifen und zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führen. Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BFE) in Karlsruhe haben ein überraschend einfaches Verfahren perfektioniert, das Abhilfe gegen einen der wichtigsten Fruchtfäule-Erreger, den Pilz Gloeosporium, schafft. Mit Hilfe von heißem Wasser wird den Sporen dieses Pilzes der Garaus gemacht.

Fruchtfäule-Pilze infizieren Äpfel schon vor der Ernte im Freiland. Besonders bei Früchten aus Ökologischem Landbau sind Lagerausfälle durch Gloeosporium-Fäule ein großes Problem, da hier Behandlungen mit chemischen Fungiziden (Pilzbekämpfungsmitteln) tabu sind. Dies ist einer der Gründe, warum für Öko-Äpfel schon ab Januar häufig hohe Preise auf dem Markt gezahlt werden müssen. Selbst in Kühllagern und bei der Lagerung unter kontrollierter Atmosphäre mit reduziertem Sauerstoff- und erhöhtem Kohlendioxid-Gehalt (hierdurch werden Stoffwechselvorgänge verlangsamt) können sich Fäuleschäden – wenn auch mit Verzögerung – breit machen. Überlegungen, mit welchen nicht-chemischen Methoden sich die Fruchtfäule an Äpfeln reduzieren lässt, führten die Karlsruher Wissenschaftler zur Heißwasserbehandlung. Dieses Verfahren wurde schon von hundert Jahren zur Pilzbekämpfung an Getreidesaatgut angewendet.

Bei der Behandlung werden die Äpfel kistenweise in heißes Wasser getaucht. Doch welche Temperatur und Behandlungsdauer ist optimal? Einerseits sollen die Pilzsporen zuverlässig abgetötet werden, andererseits will man auch keine Bratäpfel produzieren. Versuchsreihen im Technikum der Bundesforschungsanstalt ergaben, dass bei einer Tauchzeit von zwei Minuten in 53 °C heißem Wasser die besten Ergebnisse erzielt werden. Gloeosporium-Sporen, das zeigten begleitende Versuche im Labor, werden bei dieser Temperatur zuverlässig inaktiviert. Mit Hilfe von Infrarotkameras und Thermofühlern beobachteten die Ernährungswissenschaftler die Temperaturgradienten in den behandelten Äpfeln und der Heißwassertauchanlage. Eine gute Isolierung der Tauchbehälter sowie der Leitungen und Pumpen ist beim Transfer in die Praxis das A und O, denn für die untersuchten 20 kg Obstkisten müssen in der gewählten Versuchsanordnung rund 900 Liter Wasser beheizt werden. Um das Verfahren für Bio-Bauern kommerziell nutzbar zu machen, werden an der BFE derzeit weiterführende Untersuchungen an handelsüblichen 300 kg Apfelkisten durchgeführt.

Genauere Informationen über das Projekt gibt der Artikel ‚Heißes Wasser hält Äpfel gesund‘ im neu erschienenen ForschungsReport 1/2003. Das Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten berichtet außerdem über ein neu entwickeltes HighTech-Instument zur sekundenschnellen Bestimmung der Reife und des Zuckergehalts von Äpfel und Pfirsichen, über die Rolle von Schwefel für die Gesundheit von Pflanzen und den Gesundheitswert pflanzlicher Lebensmittel sowie über den Einsatz von Nutzinsekten für den Gartenbau unter Glas.

Der 52 Seiten starke ForschungsReport 1/2003 mit dem Schwerpunkt ‚Biovision – Zukunft mit Pflanzen‘ ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig, Tel.: 0531-299-3396, E-Mail.

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Asien wird zur Fleischfabrik für die westliche Welt

Themen: Archiv — info @ 09:05

Rom/Washington (agrar.de) – Die Fleischproduktion wird in Schwellen- und Entwicklungsländern wie Russland, Mexiko, Indien, China und den Philippinen ein immer bedeutenderer Wirtschaftsfaktor. Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) ist Asien derzeit der am schnellsten wachsende Fleischproduzent. Konzerne aus Europa und den USA verlagern ihre Produktionsstätten in Länder mit wenig anspruchsvollen Vorgaben an Umweltschutz und Tierhaltung, um hier weitaus günstiger Fleisch zu produzieren.

Allerdings bergen diese Tierfarmen große Risiken für Umwelt und Gesundheit in den unterentwickelten Ländern, warnt Danielle Nierenberg in ‚Factory Farming in the Developing World‚ im aktuellen ‚World Watch Magazine‘ des Worldwatch Institute. Die einheimische Tierwelt werde zurückgedrängt, Abwässer aus den Ställen verseuchten das Grundwasser, auch sei die Verbreitung von Antibiotika aus den Futtermitteln nicht zu kontrollieren. Der Trend ist allerdings schwer umzukehren, betont Worldwatch, denn viele weniger entwickelte Länder seien nur zu gern bereit, Standorte für Tierfarmen anzubieten, da Fleischproduktion aus kurzfristiger Sicht in hohem Maße lukrativ ist.

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02. Mai 2003

EU: Fragen und Antworten zu tierischen Nebenprodukten

Brüssel (agrar.de) – In einer aktuellen Information veröffentlicht die EU-Kommission Fragen und Antworten zum Thema tierische Nebenprodukte:

Was sind tierische Nebenprodukte?

Tierische Nebenprodukte sind diejenigen Teile eines geschlachteten Tieres, die nicht unmittelbar vom Menschen verzehrt werden; dazu zählen auch im Haltungsbetrieb verendete Tiere sowie Küchenabfälle (das sind Lebensmittelabfälle aus Gaststätten, Einrichtungen von Lebensmittellieferanten und Küchen), die gekochte oder ungekochte Fleischerzeugnisse enthalten oder mit solchen in Berührung gekommen sind. Zum Teil werden sie in tierischem Eiweiß, wie Fleisch- und Knochenmehl, verwendet oder in Fett, Gelatine, Collagen, Heimtierfutter und anderen technischen Erzeugnisse, wie Klebstoff, Leder, Seife, Dünger usw. Die Alternative besteht in der Vernichtung, meist durch Verbrennen.

Um welche Mengen tierischer Nebenprodukte geht es?

Man hat geschätzt, dass bei Hähnchen nur 68 Prozent vom Menschen unmittelbar verzehrt werden, beim Schwein nur 62 Prozent, beim Rind nur 54 Prozent und bei Schaf und Ziege nur 52 Prozent. Somit werden alljährlich in der EU über 10 Mio. Tonnen Fleisch gesunder Tiere erzeugt, das nicht zum unmittelbaren Verzehr durch den Menschen bestimmt ist. Dieses Material wird zu einer Vielzahl von Erzeugnissen verarbeitet, die in Lebensmitteln, Futtermitteln, Kosmetika, Arzneimitteln und sonstigen technischen Anwendungen eingesetzt werden. Einige Beispiele:

– Knochen, Haut und Bindegewebe (z. B. Sehnen) werden zur Herstellung von Gelatine verwendet, die wiederum in Lebensmittel (Desserts, Weingummiprodukte, Marshmallow und Fleischzubereitungen), Futtermittel (Überzug für Vitamingaben, Bindemittel für pelletierte Futtermittel und Kauspielzeug) und Arzneimittel (harte und weiche Kapseln) Eingang finden und zu technischen Zwecken verwendet werden (im photographischen Bereich zur Beschichtung von Papier und als Bestandteil von Silberhalogenid-beschichtungen usw.).

– Aus Gemischen von Knochen und Schlachtabfällen werden Fett und tierisches Eiweiß ausgeschmolzen, die wiederum in Lebensmitteln, Futtermitteln, Kosmetika, Arzneimitteln und technischen Produkten Verwendung finden.

– Schlachtabfälle werden als frisches Ausgangsmaterial für Heimtierfutter und Arzneimittel oder nach einer genau definierten Hitzebehandlung (133°C, 20 Minuten, 3 bar) für Futtermittel verwendet.

Welche Vorschriften über tierische Nebenprodukte gibt es in der EU?

Die vom Europäischen Parlament und vom Rat verabschiedete neue Verordnung über tierische Nebenprodukte wird am 1. Mai 2003 wirksam. Ihr Zweck ist es, den Bereich der tierischen Nebenprodukte in das Konzept ‚vom Erzeuger zum Verbraucher‘ zu integrieren, das im Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit (Januar 2000) dargelegt wurde. Die Verordnung führt strenge, für die gesamte Lebensmittel- und Futtermittelkette geltende Bedingungen ein und fordert Sicherheit bei der Sammlung, Beförderung, Lagerung, Handhabung, Verarbeitung, Verwendung und Entsorgung tierischer Nebenprodukte.

Damit kommt ein völlig neuer Ansatz ins Spiel. Bislang war Ausgangsmaterial, das dem für Lebensmittel verlangten Hygienestandard nicht entsprach, für die Verwendung in Futtermitteln zugelassen. So konnten beispielsweise Tiere, die im Haltungsbetrieb verendeten und nicht zum Verzehr geeignet waren, in die Futtermittelkette gelangen. Diese Praxis der Verwertung von Tierkörpern und nicht genusstauglichem Material in der Tierernährung war die Hauptursache für die Ausbreitung der BSE-Epidemie, aber auch für andere Lebensmittelskandale, wie die Dioxinkrise und die Maul- und Klauenseuche. Diese Praxis wird nun verboten.

Einteilung in Kategorien

Die Verordnung ordnet die tierischen Nebenprodukte nach dem potentiellen Risiko für Tiere, Menschen und Umwelt in drei Kategorien ein und schreibt vor, wie jede Kategorie zu entsorgen ist.

Material der Kategorie 1 (das sind die tierischen Nebenprodukte mit dem höchsten Risiko, wie TSE, Scrapie oder Rückstände verbotener Stoffe (z. B. wachstumsfördernde Hormone oder Umweltkontaminanten wie Dioxin und PCB) muss vollständig als Abfall entsorgt werden, und zwar durch Verbrennung oder Verbringung auf Deponien nach entsprechender Hitzebehandlung.

Unter Material der Kategorie 2 werden tierische Nebenprodukte verstanden, die das Risiko anderer Krankheiten bergen (z. B. im Betrieb verendete Tiere oder Tiere, die im Rahmen von Maßnahmen zur Krankheitseindämmung im Betrieb getötet werden oder bei denen Rückstände von Tierarzneimitteln möglich sind). Sie dürfen nach entsprechender Behandlung anderen Zwecken als der Futtermittelherstellung zugeführt werden (z. B. Biogaserzeugung, Kompostierung, Fettverarbeitung).

Nur Material der Kategorie 3 (das sind Nebenprodukte gesunder Tiere, die zum menschlichen Verzehr geschlachtet wurden) dürfen nach angemessener Behandlung in zugelassenen Verarbeitungsbetrieben zur Herstellung von Futtermitteln verwendet werden.

Die Verordnung schreibt ferner zuverlässige Systeme für die Verfolgung, Identifizierung und Kennzeichnung bestimmter Materialien vor, die für bestimmte Entsorgungsverfahren vorgesehen sind (z. B. Verbrennung von Fleisch- und Knochenmehl), um Betrug und das Risiko einer missbräuchlichen Verwendung verbotener Produkte in Lebens- und Futtermitteln zu verhindern.

Verbot der Verwertung innerhalb ein und derselben Tierart (Kannibalismus)

Die Verordnung weitet das bislang für Wiederkäuer geltende Verbot der Verwertung innerhalb ein und derselben Tierart (sog. Kannibalismusverbot) auf andere Tierarten aus. Nebenprodukte vom Schwein dürfen nicht an Schweine, Nebenprodukte von Geflügel nicht an Geflügel verfüttert werden. Allerdings ist vorbehaltlich strenger Kontrollen durch die zuständige Behörde bei Fisch und Pelztieren eine Ausnahmeregelung vorgesehen.

Küchenabfälle

Die Verwendung von Küchenabfällen in Futtermitteln für Schweine und Geflügel steht zwar nicht im Mittelpunkt der Verordnung, aber nahezu alle Mitgliedstaaten äußerten große Besorgnis darüber. Daher einigten sich die Mitgliedstaaten vergangenes Jahr darauf, diese Fütterungspraxis („Verfütterung von Spültrank an Schweine“) mit der revidierten Richtlinie über die Schweinepest zu verbieten. Diese Verwendung von entsorgten Lebensmitteln und von Küchenabfällen einschließlich Fleischerzeugnissen aus Gaststätten war Ursache einer Reihe epidemisch aufgetretener schwerer Tierkrankheiten, wozu auch der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche letztes Jahr im Vereinigten Königreich zählt. Der Landwirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen entstanden dadurch enorme Verluste.

In der Frage des Verbots der Verwertung innerhalb ein und derselben Tierart (Kannibalismus) sind sich die drei Organe der EU einig. Da an Schweine verfütterte Küchenabfälle von Schweinen stammendes Material enthalten kann, ist diese Fütterungspraxis nicht konsistent mit dem Kannibalismusverbot. Hinzu kommt, dass eine eindeutige Rückverfolgbarkeit von Küchenabfällen unmöglich ist.

Die Verordnung ist flexibel und sieht die Möglichkeit vor, das Verbot der Verwendung von Küchenabfällen der Kategorie 3 in Futtermitteln befristet zu lockern. Diese Lockerung darf von Österreich und Deutschland für einen Zeitraum von höchstens 4 Jahren vorgenommen werden (siehe IP/03/553).

Wie werden tierischen Nebenprodukte in den Mitgliedstaaten entsorgt?

Unter Zugrundelegung von Daten aus den Mitgliedstaaten gab die Kommission am 20. November 2001 ein Papier heraus mit einer Momentaufnahme der Situation im Bereich der Entsorgung, Verarbeitung und Verwendung tierischer Nebenprodukte in der Gemeinschaft. Diese Übersicht kann im Internet abgerufen werden und behandelt folgende Punkte:

– Verarbeitungs- und Entsorgungswege,

– Handel mit und Ausfuhr von verarbeitetem tierischem Eiweiß und ausgeschmolzenem Fett,

– Kosten der Sammlung, Beförderung und Verwertung,

– Lagerungskapazitäten für verwertete Erzeugnisse, Kosten,

– Verbrennung, Mitverbrennung und Verbrennung im Haltungsbetrieb,

– Vergraben und/ oder Verbringung auf Deponien,

– Biogas,

– Kompostierung und Verwendung verarbeiteten tierischen Proteins als Düngemittel und

– Entsorgungskapazitäten.

Was sieht der neue Ansatz für verarbeitetes tierisches Eiweiß vor, z. B. für Fleisch- und Knochenmehl?

Tierische Nebenprodukte werden zur Herstellung von Fleisch- und Knochenmehl verwendet. Die Verordnung lässt das derzeitige vollständige Verbot der Verfütterung von Fleisch- und Knochenmehl an Nutztiere unberührt; dieses gilt unabhängig davon, und es ist kein Termin für seine Aufhebung vorgesehen. Die Verordnung enthält jedoch eindeutige Sicherheitsbestimmungen für die Herstellung von Fleisch- und Knochenmehl, sollte seine Verwendung in Futtermitteln für bestimmte andere Tierarten als Wiederkäuer (z.B. Geflügel und Schweine) jemals wieder zugelassen werden.

Die neue Verordnung schreibt vor, dass nur tierische Nebenprodukte von genusstauglichen Tieren (Kategorie 3) zur Herstellung von Futtermitteln verwendet werden dürfen. Mit anderen Worten: die gleichen Hygieneanforderungen, die gemäß EU-Recht für Lebensmittel gelten, sollen auch auf Futtermittel Anwendung finden.

Um zu gewährleisten, dass tierische Nebenprodukte von nicht genusstauglichen Tieren nicht in die Lebensmittel- und Futtermittelherstellungskette gelangen können, wurden folgende Bestimmungen eingeführt:

– vollständige Abtrennung der nicht für Futtermittel oder Lebensmittel bestimmten tierischen Abfälle während der Sammlung, Beförderung, Lagerung, Handhabung und Verarbeitung;

– vollständige Abtrennung der Anlagen zur Futtermittelherstellung von Anlagen zur Verarbeitung der zur Vernichtung bestimmten tierischen Abfälle;

– strengere Vorschriften über die Rückverfolgbarkeit tierischer Nebenprodukte einschließlich der Überwachung von Bewegungen spezifizierten Risikomaterials (SRM) durch ein System von Aufzeichnungen und Begleitpapieren oder Veterinärbescheinigungen und optischer Kennzeichnung von tierischem Eiweiß und Fett, das zur Vernichtung bestimmt ist.

In der Praxis bedeutet dies, dass Lebensmittel und Futtermittel nicht von BSE-verdächtigen Tieren, von SRM oder von Tieren gewonnen werden können, die zum Zeitpunkt der Schlachtung älter waren als 30 Monate und keinem BSE-Schnelltest unterzogen wurden. Sämtliches potentiell infizierte Material dieser Kategorien wird vernichtet, so dass jede Möglichkeit, es könne in die Lebensmittel- oder Futtermittelherstellungskette gelangen, ausgeschlossen wird.

Werden die Kontrollen greifen?

Mit der Verordnung wird eine Reihe von Kontrollmaßnahmen eingeführt, die ebenso streng sind wie die Kontrollen in der Lebensmittelindustrie. Darüber hinaus dürften die Verwendung von Markern zur Identifizierung und Kennzeichnung des für den Verzehr und die Tierernährung ungeeigneten Materials sowie neue Tests zum Nachweis verbotener Inhaltsstoffe in Futtermitteln praktische Instrumente für eine wirksame Kontrolle darstellen.

Leider lässt sich die Möglichkeit krimineller Handlungen nie ausschließen. Dies gilt für den Bereich der Futtermittel ebenso wie für die Lebensmittelindustrie und jeden anderen Bereich. Es ist jedoch Dache der Mitgliedstaaten, dafür zu sorgen, dass die Sanktionen bei Verstößen streng genug sind, um die Einhaltung der Verordnung zu gewährleisten.

Was hat die Kommission seit der Verabschiedung der Verordnung im Oktober 2002 getan?

Die Kommission hat eine Reihe von befristeten und unbefristeten Durchführungsbestimmungen erarbeitet, um die zügige Anwendung der Verordnung am 1. Mai 2003 vorzubereiten und zu erleichtern.

Die befristeten Übergangsmaßnahmen umfassen ….

– Verfütterung von Küchenabfällen an Nutztiere (Österreich, Deutschland)

– Verfütterung von gebrauchtem Speiseöl (Irland, Vereinigtes Königreich)

– Zur Vermeidung einer Kreuzkontamination verlangt die Verordnung die strikte Trennung von Verabeitungsanlagen für Material der Kategorie 1, 2 und 3. Übergangsmaßnahmen wurden vereinbart für die Trennung in Fett-verarbeitungsbetrieben (Belgien, Deutschland, Italien, Niederlande, Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich), die Trennung von Verarbeitungsanlagen zur Wärmebehandlung von Material (Frankreich, Finnland) und die Trennung von Zwischenbehandlungsbetrieben für die Sammlung, Handhabung, Zwischenlagerung und den Versand (Finnland, Italien)

– Verbrennungs-/Mitverbrennungsanlagen niedriger Kapazität (Finnland, Vereinigtes Königreich)

– Normen für die Düngerverarbeitung (Belgien, Frankreich, Finnland, Niederlande)

– Kompostierungsnormen (alle Mitgliedstaaten)

– Biogasnormen (alle Mitgliedstaaten)

– Verarbeitungsnormen für Säugetierblut (Deutschland, Italien, Spanien, Vereinigtes Königreich)

– Sammlung von Abwasser (Österreich, Dänemark, Frankreich, Finnland, Italien, Irland, Portugal, Spanien, Schweden)

– Sammlung, Transport und Verarbeitung ehemaliger Lebensmittel (alle Mitgliedstaaten)

Einfuhren aus Drittländern (alle Mitgliedstaaten) Die Durchführungsmaßnahmen umfassen …..

– Unbefristete Ausnahmeregelung für die Verfütterung von aus wild lebendem Fisch derselben Art gewonnenem Futter an Zuchtfisch (alle Mitgliedstaaten)

– Unbefristete Ausnahmeregelung für die Verfütterung innerhalb der gleichen Tierart bei Pelztieren (Finnland)

– Unbefristete Ausnahmeregelung für die Fütterung der vom Aussterben bedrohten Aas fressenden Vögel (Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien)

– Vorschriften für das Vergraben und Verbrennen tierischer Nebenprodukte (alle Mitgliedstaaten)

– Vorschriften für kleinere Verbrennungs-/ Mitverbrennungsanlagen (alle Mitgliedstaaten)

– Einführung technischer Abänderungen bei den Anhängen (alle Mitgliedstaaten)

Wie geht es weiter?

Die Kommission wird sich nunmehr auf die Erarbeitung weiterer Durchführungsbestimmungen konzentrieren, u.a.:

– Zulassung alternativer Entsorgungsverfahren

– Einführung technischer Abänderungen bei Einfuhrbescheinigungen, Handelspapieren und -bestimmungen

– Identifizierung von Markern (Farbstoff)

– Verwendung organischer Dünge- und Bodenverbesserungsmittel auf Weide- und sonstigem Gelände

– Hinweise zur Klärung des Zusammenhangs zwischen der Verordnung und dem Umweltrecht

– Irgendwelche Auswirkungen auf Drittländer?

Die von der Verordnung geforderten strengen Maßnahmen gelten auch für die EU-Handelspartner. Allerdings wurde eine allgemeine Übergangsfrist bis 31. Dezember 2003 eingeräumt, damit die Kommission u.a. technische Änderungen an den Einfuhrbescheinigungen veranlassen kann, die Maßnahmen bei der WTO gemeldet und weitere Konsultationen mit Drittländern geführt werden können. In der Übergangsfrist gelten die bisherigen ebenfalls strengen EU-Einfuhrvorschriften weiterhin.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Verordnung über tierische Nebenprodukte einschließlich Verweisung auf andere Rechtsvorschriften (z.B. Verordnung (EG) Nr. 1774/2002) finden Sie im Internet.

Hilse: Stimmung auf Niedersachsens Höfen ist gedrückt

Themen: Archiv — info @ 15:05

Wingst/Hannover (agrar.de) – Die Stimmung auf den niedersächsischen Bauernhöfen ist nach Auffassung von Landvolk-Präsident Werner Hilse zur Zeit ‚ziemlich gedrückt‘. Gründe seien die unbefriedigenden Agrarpreise und die wenig ermutigenden politischen Signale aus Brüssel und Berlin, meinte der niedersächsische Bauernpräsident auf der Mitgliederversammlung des Kreislandvolkverbandes Land Hadeln in Wingst.

Besonders schlimm treffe es momentan die Milcherzeuger. Der existenzbedrohende Preisverfall gefährde inzwischen zahlreiche Betriebe in den Grünlandregionen. ‚Die Unvernunft im Lebensmitteleinzelhandel mit dem ruinösen Preiskampf muss sofort beendet werden‘, forderte Hilse. Mit Plakaten, Flugblättern und gezielten Aktionen bemühe sich das Landvolk seit Wochen um mehr Sensibilität bei Handel, Verbrauchern und Öffentlichkeit.

Eine klare Absage erteilte Hilse den Brüsseler Vorschlägen zu einer Milchmarktreform. Die geplante Erhöhung der Milchquote um ein Prozent in den Jahren 2007 und 2008, aber auch die Begrenzung der Butterintervention und die Preissenkungen würden den derzeitigen Preisdruck noch verschärfen. Nach ersten Berechnungen könnten die Milcherzeugerpreise im Jahr 2008 unter 20 Cent pro Kilogramm liegen. ‚Wir brauchen keine Quotenerhöhung, sondern eine Quotenabsenkung‘, sagte Hilse.

Links zum Thema Verbände, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Regierung will Tierversuche auf das „unerläßliche Maß“ beschränken

Themen: Archiv — info @ 13:05

Berlin (agrar.de) – Die Bundesregierung will die Notwendigkeit von Tierversuchen weiter abbauen und auf das nach dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand ‚unerlässliche Maß‘ beschränken. Dies geht aus ihrem Bericht über den Stand der Entwicklung des Tierschutzes 2003 hervor.

Dabei hätten auch der Unterhalt und die Pflege von Datenbanken eine zentrale Bedeutung für die Wissenschaft und Verwaltung. Zudem unterstütze die Regierung ständig die Entwicklung von Versuchstierersatzmethoden durch die Forschungsförderung und forciere die Anerkennung von Ersatzmethoden für Tierversuche.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, war die Verwendung von Versuchstieren von 1989 bis 1997 rückläufig. Von 1991 bis 1997 habe sich die Zahl von 2,4 Millionen auf knapp 1,5 Millionen reduziert. In den Jahren 1998 und 1999 seien die jährlichen Versuchstierzahlen wieder jeweils um knapp 50.000 gestiegen. 1999 seien knapp 1,6 Millionen Tiere in Tierversuchen eingesetzt worden. Die Zahl der verwendeten Tiere habe sich im Jahr 2000 gegenüber dem Vorjahr auf 1,82 Millionen leicht erhöht. 2001 sei die absolute Zahl der verwendeten Tiere gegenüber 2000 auf 2,13 Millionen gestiegen.

Die Regierung führt den Anstieg der Versuchstierzahlen im Wesentlichen auf eine Zunahme der Zahlen in der biologischen Grundlagenforschung zurück, bei der etwa 178.000 Fische, 44.000 Mäuse und 29.000 Ratten mehr eingesetzt worden seien als im Jahr 2000.

74 Prozent der hier verwendeten Tiere hätten zur Erforschung von Krankheiten des Menschen gedient, etwa des Herz-Kreislauf-Systems, des Immunsystems oder von Krebs- und Stoffwechselkrankheiten. Auch die Zahl der Versuchstiere, die für gesetzlich vorgeschriebene Versuche bei der Herstellung und Qualitätskontrolle von Erzeugnissen und Geräten für die Human-, Zahn- und Veterinärmedizin eingesetzt wurden, sei gegenüber 2000 um 35 Prozent auf 262.851 gestiegen.

Mit 1,02 Millionen Tieren seien Mäuse im Jahr 2001 die am häufigsten verwendeten Versuchstiere gewesen. Es folgten Ratten (512.000), Fische (knapp 303.500) und Kaninchen (knapp 118.000).

Links zum Thema Tierschutz.

Sonnleitner: EU-einheitliche Standards bei Schweinehaltung

Themen: Archiv — info @ 12:05

Tierschutz und Baugesetze können Wettbewerbsstellung verschlechtern

Berlin (agrar.de) – Gegen einen nationalen Alleingang bei der Schweinehaltungsverordnung hat sich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, entschieden in einem Kommentar der Deutschen Bauern Korrespondenz ausgesprochen. Er erwarte, dass die Bundesregierung die EU-Verordnung 1:1 umsetze. Gerade nach den schlechten Erfahrungen bei der Hennenhaltungsverordnung, die beim Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) einen größeren Lernprozess ausgelöst haben müssten, sei ein neuerlicher nationaler Alleingang verfehlt. Wer einen höheren Tierschutz erreichen wolle, der müsse sich schon die Mühe machen, in Brüssel um eine Mehrheit in der EU zu kämpfen, betonte Sonnleitner. Die Landwirte in Deutschland jedenfalls nähmen die gesellschaftlichen Anforderungen an einen höheren Tierschutz ernst. Sie erwarteten aber auch Einsichten und Schlussfolgerungen bei den Politikern, dass Nutztierhaltung ebenso nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen müsse. Sonnleitner bot Politikern und Tierschützern zur Schweinehaltungsverordnung die Sachdiskussion und den Dialog an, um mit der Praxis den Tierschutz weiterzuentwickeln.

Den Argumenten der Praxis Gehör zu verschaffen sei beim hochsensiblen Thema Pflanzenschutz gelungen, betonte Sonnleitner. Das Europäische Parlament wollte unter dem Stichwort ‚Nachhaltigkeit‘ über eine pauschale 50-prozentige Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln abstimmen, ebenso über die Einführung einer Sondersteuer auf Pflanzenschutzmittel. Dieses ideologisch begründete Vorhaben erhielt Dank einiger couragierter Abgeordneter der Europäischen Volkspartei, die sich beim Berufsstand und in der Praxis nach den Folgen erkundigten, eine klare Abfuhr. Nicht die Mengenreduzierung, sondern die Risikominimierung müsse im Vordergrund der Diskussionen über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stehen, betonte Sonnleitner. In diesem Sinne habe sich kürzlich auch eine Veranstaltung in Potsdam mit staatlichen, wirtschaftlichen Stellen und Berufsstand erklärt.

Im selben Kommentar wandte sich der DBV-Präsident auch gegen die Novelle zum Baugesetzbuch. Unbestritten seien Nutzungskonflikte in der Standortsicherung für landwirtschaftliche Betriebe vor allem durch Emissionsprobleme gegenüber den bebauten Gebieten und im Außenbereich gegenüber dem Natur- und Landschaftsschutz. Von einem redlichen Bemühen um tragfähige Lösungen sei aber im neuen Gesetzentwurf wenig zu spüren, lautete seine Kritik. Denn was den Kommunen an die Hand gegeben werden soll, gehe einseitig zu Lasten der Landwirtschaft und werde in der Regel zu einem Ausschluss für land- und forstwirtschaftliche Vorhaben im Außenbereich führen. Der Willkür sei sogar Tür und Tor geöffnet, wenn Kommunen etwa unter dem Druck einer Bürgerinitiative die Möglichkeiten erhielten, Baugesuche für landwirtschaftliche Vorhaben bis zu drei Jahre zurückzustellen und damit faktisch eine Bausperre zu verhängen, bemängelte Sonnleitner.

Dokument: BMVEL-Entwurf zur Schweinehaltungsverordnung

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Weiterhin schwierige Lage auf dem Biomarkt

Themen: Archiv — info @ 12:05

WLV-Ausschuss für ökologische Erzeugung und alternative Vermarktung kritisiert Biosiegel mit den ‚lascheren‘ Kriterien der EU-Öko-Verordnung

Münster (agrar.de) Die schwierige Situation auf dem Biomarkt sowie neue Leitlinien für die Arbeit des Fachausschusses standen im Mittelpunkt der Sitzung des WLV-Ausschusses für ökologische Erzeugung und alternative Vermarktung unter der Leitung des Vorsitzenden Uwe Deckert am 28. April in Münster.

Referent Paul Söbbeke, Vorstandsmitglied im Bund für Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) erläuterte die zu erwartende Entwicklung auf dem Biomarkt. Er betonte, dass sich in Deutschland in den letzten Jahren der ökologische Landbau erheblich ausgedehnt habe und die Nachfrage nach Bioprodukten stabil gewachsen sei. Nach aktuellen Datenerhebungen belaufe sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland mittlerweile auf rund 3,8 Prozent. Das Angebot von Bioprodukten sei in den vergangenen zwei Jahren durch viele Umstellungsbetriebe sehr viel größer geworden. Zudem habe die Einführung des staatlich geförderten Biosiegels dazu geführt, dass zunehmend Bioware aus dem Ausland auf den deutschen Markt drückt. Entsprechend seien die Erzeugerpreise stark unter Druck geraten. Diese Entwicklung hat laut Söbbeke zur Folge, dass einige Umstellungsbetriebe, aber auch erfahrende Ökobetriebe, wieder auf konventionelle Bewirtschaftung umstellen. Dies treffe insbesondere für Milch- und Rindfleischbetriebe sowie für Getreidebauern zu. Mittelfristig werde sich die Marktlage im Biobereich jedoch bessern, da die hohe Wertschätzung der Verbraucher gegenüber Bioprodukten ungebrochen sei.

Die Einführung des Biosiegels mit den ‚lascheren‘ Kriterien der EU-Öko-Verordnung gaben somit im Ausschuss auch reichlich Anlass zur Kritik. So dränge mit niedrigeren Standards erzeugte Import-Bioware auf den deutschen Markt. Immer mehr Biolandwirte müssten erfahren, dass ihre Erzeugnisse als konventionelle Ware vermarktet werden muss und eine Deckung der Erzeugungskosten so nicht mehr möglich ist. Um dies zu verhindern, müsse alles getan werden, um die Marktsituation für Ökoprodukte zu stabilisieren. Der Ausschuss stellte fest, dass das Biosiegel um die Angabe der nationalen Herkunft der jeweiligen Erzeugnisse zu ergänzen sei. Damit werde dem Verbraucher die Möglichkeit gegeben, sich bewusst für heimische Produkte zu entscheiden und dem Gedanken des regionalen Bezugs der Ware Rechnung zu tragen. Daneben gelte es, die Ausweitung der Produktion durch flankierende Maßnahmen in der Förderung der Verarbeitung und Vermarktung von Bioprodukten zu unterstützen.

Die sogenannten Leitlinien für die weitere Ausschussarbeit waren ebenfalls Thema der Sitzung. Darin wird zwischen dem WLV-Fachausschuss und den NRW-Öko-Anbauverbänden eine enge Zusammenarbeit angestrebt. Somit versteht sich der WLV-Fachausschuss auch als Plattform der Interessenvertretung aller ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Westfalen-Lippe. Ziel des Fachausschusses ist dabei der frühzeitige Diskussions- und Meinungsbildungsprozess zu allen politischen Entscheidungen in Bezug auf die ökologische Landwirtschaft. Bereits im Vorfeld staatlicher und wirtschaftlicher Aktivitäten im Bereich des Ökolandbaus sollen zukunftsweisende Entwicklungen durch gegenseitige Information, Diskussion und Empfehlungen nachdrücklich gefördert werden. Letztendlich sieht der Fachausschuss eine wichtige Aufgabe darin, das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Erzeugung, Verarbeitung, Kontrolle und Kennzeichnung der Öko-Lebensmittel zu gewinnen, zu stärken und dauerhaft zu erhalten.

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Bio-Siegel weiterhin ohne nationale Herkunftsangabe

Themen: Archiv — info @ 09:05

DBV: Verpflichtende Kombination hätte mehr Verbraucherinformation bedeutet

Berlin (agrar.de) – Das Bio-Siegel wird nicht um die obligatorische Angabe der nationalen oder regionalen Herkunft des Produktes ergänzt. Dies hat Bundesministerin Renate Künast dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, mitgeteilt, der angesichts der Marktentwicklungen nachdrücklich die Verpflichtung der Herkunftsangabe gefordert hat.

Die Öko-Kennzeichnungsverordnung bietet ausdrücklich die Möglichkeit, nationale oder regionale Herkunftsangaben im unmittelbaren Umfeld des Bio-Siegels anzubringen. Der DBV-Präsident hatte bereits bei der Schaffung des Bio-Siegels die Ministerin auf die Schwachstelle hingewiesen, dass die Verbraucher damit nichts über den für das Produkt aufgewendeten Umfang an ökologischen Leistungen erfahren. So sind die Anbaurichtlinien der deutschen Bio-Verbände wesentlich anspruchsvoller als die einzuhaltenden Vorgaben für das Bio-Siegel, die den niedrigeren EU-Standard umfassen. Derzeit findet im Markt ein harter Verdrängungswettbewerb statt, bei dem die mit dem Bio-Siegel ausgezeichneten Produkte aus dem Ausland preislich die nach höherem Standard produzierte deutsche Bio-Ware unterlaufen.

Eine verpflichtende Angabe der nationalen Herkunft des Produktes würde die Breite und einheitliche Verwendung des Bio-Siegels, wie sie heute im Markt vorhanden wäre, in Frage stellen, begründete die Ministerin ihre Entscheidung. Ein ausdrücklich auf die deutsche Herkunft hinweisendes Biosiegel wäre bestimmten Bioerzeugnissen vorbehalten und würde eine große Zahl auch von deutschen Anbietern von Bioerzeugnissen von der Nutzung des Biosiegels ausschließen. Es sei jedoch jedem Marktteilnehmer freigestellt, die nationale oder regionale Herkunft freiwillig auf dem Produkt und dem Bio-Siegel anzugeben. Damit sind die deutschen Hersteller nach Ansicht des DBV gefordert, ihre Produkte deutlich zu kennzeichnen.

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Strukturwandel schreitet unvermindert fort

Themen: Archiv — info @ 09:05

Von 1971 bis 2001 überlebte in Deutschland nur jeder dritte Betrieb

Hannover (agrar.de) – Die deutschen Landwirte haben in den vergangenen 30 Jahren einen rasanten Strukturwandel erlebt. Von 1991 bis 2001 schrumpfte die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um rund 60 Prozent, zitiert der niedersächsische Landvolk-Pressedienst die Ergebnisse der Agrarstrukturerhebungen durch das Statistische Bundesamt.

1971 zählten die Statistiker in den alten Bundesländern noch 1,05 Millionen landwirtschaftliche Betriebe. Bis 1981 sank deren Zahl um 24,5 Prozent auf 789.500, in 1989 wurden 665.100 Höfe gezählt. Auch danach hielt der strukturelle Anpassungsprozess an. Für 1991 weist die Statistik 641.092 landwirtschaftliche Betriebe aus und damit einen Rückgang um 18,8 Prozent gegenüber 1981, obwohl die landwirtschaftlichen Betriebe in den fünf neuen Bundesländern integriert wurden. So ist einerseits die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der ehemaligen DDR aufgrund der zumeist größeren Einheiten nur relativ gering. Andererseits hat die Zahl der Betriebsaufgaben im früheren Bundesgebiet die Zunahme durch die neuen Bundesländer nahezu ausgeglichen. Seitdem hat der Strukturwandel sogar noch einmal an Fahrt gewonnen. So weist die jüngste repräsentative Agrarstrukturerhebung für 2001 nur noch 436.300 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland aus, das sind 31,9 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Verglichen mit 1971 bewirtschaften damit heute nur noch weniger als vier von ehemals zehn Landwirten ihren Betrieb.

Der rasante Strukturwandel in den vergangenen dreißig Jahren ist eine Reaktion der Landwirte auf die veränderten Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa. So änderte sich einerseits die Nachfragestruktur der Verbraucher, andererseits konnten die Landwirte ihre Produktivität durch technische und züchterische Fortschritte entscheidend verbessern. Schließlich hat seit 1971 auch die Agrarpolitik die einzelbetrieblichen Entscheidungen der Landwirte immer beeinflusst. Viele Landwirte reagierten auf die Veränderungen mit einer Vergrößerung ihrer Betriebe, die durch den Kauf oder vor allem durch die Zupacht landwirtschaftlicher Flächen von den aufgebenden Betrieben möglich wurde. Gleichzeitig suchten immer mehr Landwirte zur Sicherung ihres Einkommens nach Marktnischen oder spezialisierten sich auf einzelne Betriebszweige. Dies zeigt sich insbesondere an der Entwicklung der landwirtschaftlichen Gemischtbetriebe, zu denen 1971 mit 214.433 Höfen noch rund 21 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe gehörten und die unter den Betriebsformen nach den Futterbau- und den Marktfruchtbetrieben die drittgrößte Gruppe bildeten. Sie stellten in 2001 mit 19.700 nur noch knapp fünf Prozent aller Betriebe.

Links zum Bundesland Agrarbericht und Statistik.

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