06. Mai 2003

Mecklenburg-Vorpommern: Sommergetreide- und Sommerrapsanbau ausgedehnt

Themen: Archiv — info @ 15:05

Schwerin (agrar.de) – Der Wachstumsstand der Wintergetreidearten wird in diesem Jahr von fast 500 befragten Landwirten Mecklenburg-Vorpommerns als durchschnittlich bis weniger gut eingeschätzt. Bei Winterraps zeichnet sich nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes ein eher wenig zufriedenstellender Wachstumsstand ab. Auswinterungsschäden gab es vor allem bei Winterraps und Wintergerste.

Stärkere Anbaurückgänge wurden bei Roggen (- 37 Prozent) und Triticale (- 15 Prozent) ermittelt. Dagegen erhöhte sich der Wintergerstenanbau um 23 Prozent.

Von den Sommergetreidearten wurden vor allem mehr Sommergerste und -weizen gedrillt.

Der Anbau von Winterraps reduzierte sich um 6 Prozent. Die Sommerrapsfläche hingegen verdreifachte sich auf über 10.600 Hektar.

Kahlfröste sowie verhältnismäßig späte Wechselfröste haben die Winterkulturen auch in Mecklenburg-Vorpommern beeinträchtigt. Von der Winterrapsfläche mussten aufgrund von Auswinterungsschäden knapp 4 Prozent umgebrochen werden, bei Wintergerste waren es über 2 Prozent. Bei den anderen Kulturen lag dieser Wert unter 1 Prozent. Die langanhaltende Trockenheit der letzten Zeit wirkte sich ungünstig auf die Bestände aus.

Nach den vorläufigen Ergebnissen zur Getreideanbaufläche verringert sich diese zur Ernte 2003 um etwa 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wurden 2002 noch 585.546 Hektar Getreide angebaut, so werden es in diesem Jahr rund 580.700 Hektar sein.

Die dominierende Wintergetreideart bleibt mit 328.200 Hektar Winterweizen. Dies bedeutet ein Plus von 2 Prozent zum Vorjahr. Ein Anbaurückgang um 15 Prozent auf 38.300 Hektar war bei Triticale zu verzeichnen. Ebenfalls stark rückläufig entwickelte sich der Roggenanbau auf 54.700 Hektar. Der Anbau der Wintergerste vergrößerte sich auf 122.500 Hektar. Diese starke Flächenausdehnung ist vor allem auf den Anbaurückgang zum Erntejahr 2002 zurückzuführen.

Der Anbau des Sommergetreides wurde um fast 14 Prozent auf etwa 37.000 Hektar ausgeweitet. Eine Anbauausdehnung um etwa 1.200 Hektar auf 17.500 Hektar gab es bei der Sommergerste (+ 7 Prozent) und um 1.900 Hektar auf 5.300 Hektar bei Sommerweizen (+ 59 Prozent). Die Anbaufläche von Hafer vergrößerte sich um 6 Prozent auf 12.800 Hektar.

Beim Anbau von Winterraps war ein Rückgang auf 219.500 Hektar festzustellen (- 14 200 Hektar). Die etwas geringere Anbaufläche ist auch damit zu begründen, dass mehr als 8.000 Hektar in diesem Frühjahr umgebrochen werden mussten. Diese Maßnahme dürfte ein Grund für die starke Zunahme des Sommerraps- und Rübsenanbaus auf 10.600 Hektar sein (2002: 3.347 Hektar).

Mehr als verdoppeln wird sich der noch nicht abgeschlossene Körnermaisanbau (2003: 4.400 Hektar). Den ersten Einschätzungen der amtlichen Ernteberichterstatter zufolge wird Silomais auf einer Fläche von 65.700 Hektar angebaut werden (+ 4 Prozent). Im Land bleibt der Kartoffelanbau mit 15.400 Hektar nahezu konstant.

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Neues Berufsbild: EDV-Betriebshelfer

Themen: Archiv — info @ 15:05

Saerbeck (agrar.de) – Christian Brökers hat beim Betriebshilfsdienst Steinfurt einen Job mit Zukunft. Er ist eine Hilfskraft der besonderen Art: das Arbeitsgebiet, auf dem er Landwirte unterstützt, ist nicht Stall oder Acker, sondern das Büro.

Auch auf Bauernhöfen nimmt die Nutzung von Computern rapide zu: sie können viel Zeit ersparen, wiederkehrende Arbeitsgänge vereinfachen und die Gefahr von Fehlern verringern. Die elektronische Datenverarbeitung erleichtert z.B. die Buchhaltung, das Fähren von Schlagkarteien, die Planung von Tierbeständen und Nährstoffbilanzierung. Aber dafür muß die EDV-Technik auch funktionieren. Die Hardware muß richtig aufgestellt und eingerichtet sein, alle Programme müssen richtig installiert und auf die Bedürfnisse des Anwenders zugeschnitten sein. Weil das Spezialwissen erfordert, haben die Betriebshilfsdienste und Maschinenringe einen neuen Service in ihr Arbeitsfeld aufgenommen, den EDV-Betriebshelfer. Landwirtschaftlich und EDV-technisch versierte Personen wurden gezielt für die Beratung und Hilfestellung im Bereich EDV für Landwirte und landwirtschaftliche Organisationen eingestellt.

Neben den verschiedenen Betriebssystemen für Computer kennt EDV-Betriebshelfer Brökers Agrarsoftware verschiedenster Hersteller für Herdenmanagenent, Buchführung, und Antragswesen. Dabei richtet er sich ganz nach den Wünschen seiner Kunden. Seine Kenntnisse hat sich der EDV-Fachmann vorwiegend selbst beigebracht: ‚Um vernünftig beraten zu können muß man sich ständig weiterbilden, bei der Vielzahl der Anwendungsprogramme beansprucht das eine Menge Zeit. Vom Aufbau des PCs bis zu kniffligen Fragen rund um das Windows-System reicht das Angebotsspektrum, für das man fit sein muß. Zudem ist wichtig, dass man die Praxis kennt‘ sagt Brökers, der selbst aus der Landwirtschaft kommt. ‚Nur so ist schnelle und effektive Unterstützung möglich.‘

Mit dem neuen PC liefert er die bereits in seinem Büro installierte Branchensoftware aus und weist die Landwirte in die neue Technik ein. Etwa die Hälfte der Betriebe, die der EDV-Betriebshelfer mit Hardware versorgt verfügen bereits über einen Computer. Dort sind Updates und Datenübernahme aus dem alten System die vorherrschenden Aufgaben. Die Einweisung in die Nutzung des Internets spielt eine eher weniger große Rolle. ‚Das eignen sich die Landwirte zumeist schnell selbst an‘ weiß Brökers. Problematischer sind für seine Kunden eher die ‚Untiefen‘ des Betriebssystems.

Brökers Einsatzgebiet ersteckt sich derzeit über vier Landkreise, dürfte zukünftig aber schrumpfen, da der Computereinsatz in der Landwirtschaft weiter zunimmt und der Maschinenring weitere EDV-Betriebshelfer benötigen wird. EDV-Betriebshelfer gibt es bereits in Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Darüberhinaus arbeiten in zahlreichen deutschen Maschinenring-Geschäftsstellen EDV-Spezialisten, die telefonisch oder vor Ort unterstützen.

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Geflügelpest: Transportbeschränkungen für Schweine in den Niederlanden gelockert

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 14:05

Den Haag (agrar.de) – Das niederländische Landwirtschaftsministerium hat aufgrund von Ergebnissen serologischer Untersuchungen die Transportbeschränkungen für Schweine gelockert:

Für Schweine aus präventiv geräumten gemischten Betrieben (Geflügel und Schweine) wird das ‚Standstill‘ aufgehoben. Es gelten damit die gleichen Bedingungen wie für andere Klauentiere, d. h. Transporte sind innerhalb des jeweiligen Kompartiments möglich. Die Schweine dürfen nur in geräumte Ställe oder Stallabteilungen eingestallt werden.

Für Schweine aus Betrieben, in denen kein Geflügel gehalten wird, werden alle Restriktionen aufgehoben.

Nach Angaben des Minieriums wurden bis zum vergangenen Freitag über 23,6 Mio. Tiere gekeult, andere Quellen berichten von bis zu 26 Mio. Tieren. Nach den derzeit vorliegenden Zahlen dürften sich die Kosten der Geflügelpest für die EU auf etwa 75 Mio. Euro belaufen. Über den Veterinärfonds trägt die Kommission rund 50 Prozent des Kostenaufwands der Mitgliedstaaten für die Tötung und Beseitigung des Geflügels.

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Geflügelpest: Sperrbezirk im Kreis Heinsberg aufgehoben

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 14:05

Vorsorgliche Schutzmaßnahmen der Bundes- und Landesverordnung gelten weiter

Düsseldorf (agrar.de) – Im Kreis Heinsberg werden heute die verschärften Schutzmaßnahmen gegen die Geflügelpest aufgehoben. Da seit mehr als drei Wochen im Umkreis von 10 Kilometern keine weiteren Verdachtsfälle von Geflügelpest in den Niederlanden aufgetreten sind, konnten die besonderen Sperrmaßnahmen wie das absolute Transportverbot von Geflügel, die Haltung in geschlossen Ställen sowie Auflagen für Desinfektionen beim Kontakt mit Geflügel außer Kraft gesetzt werden, so das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Sperrmaßnahmen gelten jedoch weiterhin für den Sperrbezirk im Kreis Viersen. Falls hier jedoch bis zum 8. Mai 2003 innerhalb eines 10 Kilometer-Radiusses keine neuen Verdachtsfälle auftreten, so können sie ebenfalls aufgehoben werden.

In ganz Nordrhein-Westfalen gilt die ‚Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest‘ sowie die Bundesverordnung mit ihren Ergänzungen jedoch nach wie vor. Voraussichtlich am Donnerstag, 8. Mai 2003, werden Bund und Länder über das weitere Vorgehen gegen die Geflügelpest beraten.

Nach den Verordnungen des Landes und des Bundes sind alle Geflügelmärkte, -schauen und –ausstellungen verboten. Jeder der Hühner, einschließlich Perl- und Truthühnern sowie Enten, Gänse, Tauben, Fasane, Rebhühner und Wachteln als Haustiere hält, muss dies unverzüglich den örtlichen Behörden melden. Wenn innerhalb von 24 Stunden mehr als zwei Prozent des Bestandes sterben, sind die Halterinnen und Halter außerdem verpflichtet, dies den Kreisordnungsbehörden zu melden, damit amtstierärztliche Untersuchungen durchgeführt werden können. Der Reisehandel mit diesen Geflügelarten ist nicht gestattet. Für Brieftauben ist außerdem ein Flugverbot ausgesprochen worden, das Wettbewerbe und Trainingsflüge betrifft. Die Tiere dürfen jedoch weiterhin rund um den Schlag fliegen. Ausnahmen zu diesen Verboten können im begründeten Einzelfall von den Kreisordnungsbehörden erteilt werden.

Besondere Schutzmaßnahmen gelten weiterhin in den grenznahen Kreisen Kleve, Viersen, Heinsberg, Aachen und in den Städten Aachen und Mönchengladbach. Danach müssen hier alle Hühner, einschließlich Perl- und Truthühner sowie Enten und Gänse zunächst noch bis zum 9. Mai 2003 in geschlossen Ställen gehalten werden. Der Gesundheitszustand dieser Tierarten muss außerdem täglich kontrolliert und dokumentiert werden.

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AbL: Politik verkauft Bauern an Industrie

Themen: Archiv — info @ 14:05

München (agrar.de) – Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Greenpeace protestieren heute in München gegen Patente auf Saatgut.

Gemeinsam mit Greenpeace und anderen Organisationen beteiligt sich die AbL am Einspruch gegen ein Patent der Firma Monsanto, das heute am Patentamt verhandelt wird. Mit dem Patent EP 301749 beansprucht der Gentechnik-Konzern unter anderem das geistige Eigentum an allen Pflanzen und deren Saatgut, die mit einer so genannten Gen-Kanone manipuliert worden sind. Bei dieser Methode werden Gene im Schrotschuss-Verfahren in Pflanzenzellen eingebracht. Überall, wo die Firma dabei ‚trifft‘, greift auch das Patent.

‚Monsanto zielt mit der Gen-Kanone auf die Interessen der Bauern. Gentechnik wird zu einem Trick, mit dem Landwirte um ihre Rechte an Saatgut und Ernte betrogen werden. Das ist nichts anderes als Enteignung‘, sagt Martin Hofstetter vom Vorstand der AbL.

Die AbL befürchtet, dass der Saatgutmarkt durch Patente weiter monopolisiert wird. Bereits jetzt beherrschen wenige große Agrochemiekonzerne den Weltmarkt für Saatgut. Sie patentieren gleichermaßen gentechnisch verändertes Saatgut wie auch normale Pflanzen und bringen so weite Teile der Agrarproduktion unter ihre Kontrolle.

‚Wer das Saatgut kontrolliert, der entscheidet auch darüber, was angebaut und was geerntet wird, also letztlich darüber, was die Verbraucher essen. Das ist eine Bedrohung für Landwirte und Verbraucher, gegen den wir uns wehren müssen‘, begründet Hofstetter den Protest.

Die AbL fordert ein striktes Verbot der Patentierung von Tieren und Pflanzen. Nach Ansicht der AbL droht die Bundesregierung, die Interessen von Landwirten und Verbrauchern zu verraten. Nach Erkenntnissen der AbL übt die Bundesregierung derzeit massiven Druck auf den Bundestag aus, einem Gesetz zuzustimmen, das Patente auf Saatgut, Pflanzen und Tiere ausdrücklich erlauben soll.

Hofstetter: ‚Wie soll die Agrarwende funktionieren, wenn die Interessen der Landwirte und Verbraucher an die Gen-Konzerne verkauft werden? Wir fordern die Ministerinnen für Justiz und Verbraucherschutz, Brigitte Zypries und Renate Künast auf, endlich konsequent gegen Patente auf Saatgut aktiv zu werden.‘

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BMVEL zeichnet vorbildliche landtechnische Leistungen aus

Themen: Archiv — info @ 14:05

Bewerbungen bis 15. Juli 2003 bei der DLG einreichen – Preisverleihung im Rahmen der Agritechnica 2003 in Hannover

Berlin/Frankfurt (agrar.de) – Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) wird ausgewählte Landwirte, die in ihren Betrieben vorbildliche und nachahmenswerte landtechnische Leistungen erbracht haben, auszeichnen. Die mit Geldpreisen verbundenen Auszeichnungen (insgesamt 10.000 Euro) sollen auf der Agritechnica 2003 durch das Bundesministerium verliehen werden.

Die Ausschreibung richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe (keine Gärtnereien). Deren landtechnische Leistungen mit Beispielcharakter sollen in weit verbreiteten Produktionsrichtungen des Pflanzenbaus erbracht worden und für viele Betriebe tatsächlich nachvollziehbar sein. Die Leistungen können in einem Betriebszweig, im Gesamtbetrieb oder auch in einer Kooperation mehrerer Betriebe erbracht worden sein. Es sollen besonders vorteilhafte und funktionelle Verfahren ausgezeichnet wer-den. Nicht ausgezeichnet werden Leistungen, die ‚Marktnischen‘ betreffen, desgleichen nicht isolierte maschinentechnische Erfindungen ohne größere verfahrenstechnische Bedeutung. Vorbildliche landtechnische Lösungen sind geprägt durch Verbesserungen in den Bereichen:

– des Umwelt- und Verbraucherschutzes, – der Arbeitsplatzgestaltung – oder der Wirtschaftlichkeit.

Vorteile in einem Bereich dürfen nicht mit gravierenden Nachteilen in einem anderen verbunden sein. Ein beispielsweise besonders wirtschaftliches, aber gleichzeitig umweltschädliches Verfahren wird demnach nicht ausgezeichnet.

Mit der Organisation des Bewerbungsverfahren ist die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) beauftragt. Sie ruft diejenigen Landwirte auf, die ihre eigenen landtechnischen Leistungen für vorbildlich und nachahmenswert halten, sich um die Auszeichnung zu bewerben. Landwirtschaftliche Fachleute und Berater werden gebeten, geeignete Betriebe auf die Ausschreibung hinzuweisen oder diese vorzuschlagen. Eine ehrenamtliche Auswahlkommission im Auftrag der DLG trifft eine Vorauswahl, die sie dem BMVEL zur Auszeichnung vorschlägt. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli 2003.

Bewerbungsunterlagen sind bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Fachbereich Landtechnik, Max-Eyth-Weg 1, 64823 Groß-Umstadt, Tel.: 06078-9635-0, Fax: 06078-9635-90, %url4%E-Mail%/% oder auch im %url5%Internet%/% erhältlich.

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05. Mai 2003

Pflanzenschutz: Neue Spritze sieht, wo, was und wieviel sie sprühen muss

Themen: Archiv — info @ 16:05

Bonn (agrar.de) – Agrarwissenschaftler der Universität Bonn haben eine Pflanzenschutzspritze entwickelt, die Unkräuter bei der Fahrt über das Feld identifiziert und ganz gezielt durch die Wahl des passenden Herbizids bekämpft. Mehr als die Hälfte der üblichen Menge an Pflanzenschutzmittel lässt sich so einsparen. Mit der Firma Kverneland haben die Forscher nun einen Projektpartner gefunden, der ihre Erfindung in Serie produzieren möchte. Die deutsche Bundesstiftung Umwelt sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft haben das Projekt finanziell gefördert.

Sie heißen Ackerfuchsschwanz, Taubnessel oder Klettenlabkraut, und unter Landwirten sind sie ziemlich unbeliebt. Der Kampf gegen die hartnäckigen Unkräuter kostet nämlich eine Stange Geld: Bis zu 200 Euro pro Hektar verschlingt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau Jahr für Jahr. Bei einem Großbetrieb von einigen tausend Hektar summiert sich das zu einem erklecklichen Betrag, ganz zu schweigen von der Umweltbelastung, die selbst moderne Herbizide mit sich bringen.

Dabei ließe sich durch zielgenaues Spritzen jede Menge Chemie einsparen, erkannte Dr. Roland Gerhards vom Bonner Institut für Pflanzenbau schon vor fast einem Jahrzehnt. Mit den Ackerunkräutern ist es nämlich wie mit Fußpilz: Nur sehr selten ist die gesamte Fläche betroffen, stattdessen sprießen die unerwünschten Untermieter gehäuft an bestimmten Stellen, von denen sie sich selbst mit chemischer Hilfe dauerhaft kaum vertreiben lassen. Der Agrarwissenschaftler hat daher mit Informatikern und Experten aus der Industrie eine Spritzmaschine entwickelt, die derartige Unkrautnester bei der Fahrt über den Acker erkennt und gezielt bekämpft.

Kernstück der High-Tech-Spritze sind drei Digitalkameras, die bei der Fahrt den Ackerboden fotografieren und die Bilder an einen Computer schicken. Der Rechner extrahiert die Konturen der aufgenommenen Bodenpflanzen und entfernt Störungen; ein zweiter Computer vergleicht die so bearbeiteten Bilder mit Musterpflanzen in einer Datenbank. Er erkennt so nicht nur, ob es um ein Unkraut handelt, sondern gegebenenfalls auch, um welche Sorte.

‚Es gibt Herbizide, die nur gegen Gräser helfen, andere wirken nur gegen zweikeimblättrige Pflanzen wie das Ackerstiefmütterchen oder gegen spezielle Problemunkräuter‘, erklärt Dr. Gerhards. Bislang sprühen Landwirte daher einen Mix verschiedener Pflanzenschutzmittel auf ihre Felder. ‚Unsere Maschine wählt unter drei Herbiziden das gerade passende aus‘, so der Forscher. Und das auch noch in der richtigen Menge: Wo nichts Falsches wächst, wird auch nicht gespritzt; wo wenig wächst, nur wenig.

Der Ingenieur Dr. Rolf-Dieter Therburg hat die Kameratechnik entwickelt. Auf das Ergebnis ist er zu Recht stolz: Die automatische Bilderkennung – schon unter Laborbedingungen bei optimalem Licht eine schwierige Aufgabe – funktioniert auf dem Feld bei allen Wetterbedingungen. Und das auch noch ziemlich schnell: Mit bis zu zehn Stundenkilometern holpert die Spritzmaschine über den Acker; jede der drei Kameras macht dabei zweimal pro Sekunde ein Foto.

Bei den Probeeinsätzen auf dem Uni-Versuchsgut Dikopshof bei Wesseling identifiziert das Programm momentan noch in einem ersten Schritt die Unkräuter und erstellt daraus GPS-gestützt eine ‚Spritzkarte‘, auf der es die nötigen Herbizidmengen einträgt. Erst in einem zweiten Schritt versprüht dann die 21 Meter breite Spritze nach dieser Anweisung die Pflanzenschutzmittel – prinzipiell würde das aber auch in einem einzigen Durchgang klappen. ‚Feldversuche haben bereits gezeigt, dass sich mit unserer Methode mehr als 50 Prozent Herbizide sparen lassen‘, so der Dr. Gerhards. ‚Und das bei vergleichbarem Spritzerfolg: Selbst nach mehreren Jahren nimmt die Unkrautbelastung in der Regel nicht zu.‘

Im Augenblick existiert von der Spritze lediglich ein Prototyp, der von Gerd Beckers, Technischer Angestellter am Versuchsgut Dikopshof, und dem Agrarwissenschaftler Reiner Lock konstruiert und bereits im Feldeinsatz getestet wurde. Der norwegische Kverneland-Konzern – einer der weltweit führenden Anbieter für Pflanzenschutzspritzen – hat jedoch das Potenzial der neuen Technik bereits vor Jahren erkannt und sich an dem Projekt beteiligt. Die Norweger planen nun, die Bonner Spritzmaschine in Serie zu produzieren. Die Marktchancen stehen angesichts immer schärferer Richtlinien für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht schlecht, zumal bei den Herbiziden in puncto Umweltverträglichkeit und Wirksamkeit keine Quantensprünge mehr zu erwarten seien. Dr. Gerhards: ‚Die nächste Revolution wird keine chemische sein, sondern eine technische.‘

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Oxfam fordert Abbau der Baumwollsubventionen

Themen: Archiv — info @ 15:05

Millionen Bauern in Afrika droht aufgrund Wettbewerbsverzerrung der Ruin

Genf/Berlin (agrar.de) – Die internationale Hilfsorganisation Oxfam hat an die reichen Länder appelliert, der Aufforderung afrikanischer Staaten zum Abbau der Baumwollsubventionen in den USA und der EU nachzukommen. Andernfalls stehe der allmähliche Ruin für Millionen afrikanischer Bauern bevor.

Im Namen der west- und zentralafrikanischen Länder hatten Benin, Mali, Burkina Faso und Tschad die Mitglieder der Welthandelsorganisation am 30. März in Genf aufgefordert, auf der WTO- Ministerkonferenz im mexikanischen Cancun im September die Subventionen für Baumwolle abzuschaffen. Während des Abbauprozesses verlangen sie für arme baumwollproduzierende Länder Ausgleichszahlungen für entgangene Exporteinnahmen.

‚Amerikanische und europäische Steuerzahler finanzieren die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Millionen von Baumwollfarmern in Afrika‘ erklärte Celine Charvariat, Leiterin des Oxfam Büros in Genf. ‚In den Vereinigten Staaten bekommen die Baumwollbarone von Texas und Alabama enorme Subventionen. Sie verkaufen ihre Baumwolle auf dem Weltmarkt zu Preisen, die unter den Produktionskosten liegen, und drängen damit afrikanische Bauern vom Markt, die eigentlich viel effizienter sind.‘

Die Subventionszahlungen reicher Länder, besonders der USA, hätten zur Halbierung des Weltmarktpreises für Baumwolle seit Mitte der neunziger Jahre beigetragen, so Oxfam. Sie hätten damit eine soziale und wirtschaftliche Krise in afrikanischen Ländern ausgelöst, wo zehn Millionen Menschen von Baumwolle abhängig seien. Nach Berechnungen von Oxfam verliert Afrika auf diese Weise jährlich 300 Mio. US-Dollar an Einnahmen. Die Abschaffung der Subventionen könnte zu einem Anstieg des Baumwollpreises um 25 Prozent führen.

Die USA zahlen laut Oxfam dreimal mehr an Subventionen an ihre Baumwoll-Farmer als sie offizielle Entwicklungshilfe für die 500 Millionen Menschen in Afrika leisten. Ein einziger Betrieb, die US Tyler Farms in Arkansas, habe im Jahr 2001 sechs Mio. US-Dollar an Baumwollsubventionen erhalten; das entspreche dem Jahreseinkommen von 25.000 Bauern in Mali.

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Geflügelpest/SARS: FAO sieht keinen Zusammenhang

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 13:05

Rom (agrar.de) – In einem Interview trat Peter Roeder, zuständig für das Ressort Tiergesundheit bei der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO) Pressespekulationen entgegen, nach denen das ‚Severe Acute Respiratory Syndrome‘ (SARS) Virus im Zusammenhang mit Tierkrankheiten steht. Medien hatten vermutet, dass die Massentierhaltung als ‚Zuchtbasis‘ für das gefährliche Virus in Frage komme.

Roeder: ‚Es gibt keinen Beleg dafür, dass das SARS-Virus von landwirtschaftlich genutzten Tieren (Rindern, Schweine, Geflügel etc) stammt. Dies erscheint unwahrscheinlich, auch wenn die genaue Herkunft des Virus noch ungeklärt ist.‘

Nach Roeders Informationmen unterscheidet sich der ‚genetische Fingerabdruck‘ des Corona-Virus, der mit SARS in Zusammenhang gebracht wird, sehr von allen bislang bekannten tierischen und menschlichen Corona-Viren. Es gebe auch keine Ähnlichkeit zu den Auslösern der Geflügelpest-Vorfälle in Europa und den USA. Es handele sich dabei um gänzlich unterschiedliche Viren.

Grundsätzlich betrachtet Roeder die Messentierhaltung als ein System, dass Tierkrankheiten leichter entstehen lassen oder fördern kann, im aktuellen Fall (SARS) sei aber kein Zusammenhang erkennbar.

Bislang seien keine Nutztiere mit SARS infiziert worden, auch für die SARS-Übertragung durch den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten sieht Roeder keinen Beleg. Die Krankheit werde offenbar ausschließlich durch Tröpfcheninfektion und von Mensch zu Mensch übertragen. Deshalb gebe es keinen Handlungsbedarf für Auflagen oder Handelsrestriktionen.

Roeder bestätigte, dass Wissenschaftler in Kanada und Australien, unterstützt durch die FAO, den Import von SARS-Viren planen, um ein mögliches Gefährdungspotential für landwirtschaftliche Nutztieren zu untersuchen. Dies geschehe aber aus Vorsorgegründen.

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IDEA: Überwachung aller Nutztiere in Europa durch elektronische Markierung

Themen: Archiv,MKS — info @ 11:05

Monterotondo (agrar.de) – Heute präsentierte die Europäische Kommission auf einer Farm in Monterotondo in der Nähe von Rom, die Ergebnisse des Projekts IDEA (Electronic IDentification of Animals Elektronische Identifizierung von Tieren), einem umfassenden Versuch in sechs Ländern, der die Durchführbarkeit der elektronischen Markierung von Rindern, Schafen und Ziegen bestätigt. Die herkömmlichen Systeme auf der Grundlage von Ohrmarken, Tätowierungen und Kennzeichnungen sind anfällig für Fälschungen und nicht immer zuverlässig, was sie unwirksam machen kann. Die manuelle Datenerfassung ist langsam und fehleranfällig. Die Kommission hat bereits eine Verordnung über die Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen vorgeschlagen.

‚Die Einzelkennzeichnung der Nutztiere in der EU ist entscheidend, um landwirtschaftlichem Subventionsbetrug zuvorzukommen und die Gesundheits- und Sicherheitskontrollen zu verstärken‘, erklärte der Europäische Forschungskommissar Philippe Busquin. ‚Nur so können die Tiere während des Ausbruchs schwerer Tierkrankheiten wie der Maul- und Klauenseuche überwacht werden.‘

IDEA war ein Versuch in großem Maßstab, der von März 1998 bis Dezember 2001 lief. Eine Million Nutztiere wurden in sechs EU-Staaten (Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Portugal und Spanien) elektronisch gekennzeichnet. Die Durchführbarkeit verschiedener Markierungssysteme für Wiederkäuer (Rinder, Büffel, Schafe und Ziegen) wurde untersucht, und es wurde festgestellt, welche Struktur dafür nötig wäre.

Unterstützt durch die Ergebnisse des IDEA-Projekts unterbreitete die Kommission einen Vorschlag für eine Verordnung des Rates ‚zur Einführung eines Systems zur Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen‘. Der Kommissionsvorschlag für eine Verordnung wird die bisherigen Maßnahmen insbesondere durch die allmähliche Einführung eines Kennzeichnungssystems zur Markierung jedes einzelnen Tieres in allen Mitgliedstaaten verstärken, so dass die Bewegungen aller Schafe und Ziegen überwacht werden können.

Ein zuverlässigeres Verfahren

Die derzeitigen Verfahren zur Kennzeichnung von Tieren wie Ohrmarken, Tätowierung und Markierung haben Nachteile wie Verlust, Bruch oder Änderung von Marken. Die Datenerfassung ist langsam, und durch Fehler bei der Übertragung von Hand entstehen weitere Probleme. Schlüsselkriterien für die Einführung elektronischer Mittel waren, dass sie während des ganzen Lebens der Tiere beim Tier bleiben und bei der Schlachtung wieder abgenommen werden können sollten.

Die Kennzeichnungsmittel mussten die Bedingungen auf dem Feld aushalten können und unabhängig davon lesbar sein, ob das Tier stillstand oder sich bewegte. Außerdem sollte Ihre Verwendung kostengünstig genug sein, um ihre Einführung bei allen Nutztieren in Europa zu gestatten.

Und die Leistung der vielversprechendsten Möglichkeiten zu vergleichen, wurden rund 390.000 Rinder, 500.000 Schafe und 29.000 Ziegen mit einer Auswahl geprüfter und zertifizierter elektronischer Ohrmarken, Pansenkugeln (keramische Kapseln, die im Netzmagen oder Zweitmagen der Tiere verbleiben) oder injizierbarer Transponder versehen. Die ordnungsgemäße Funktion der auf- oder eingebrachten Geräte wurde durch Ablesungen verifiziert, die nach einem Tag, einem Monat und dann jährlich stattfanden und ebenso bei Bewegungen, bei der Schlachtung und nach der Entnahme des Geräts.

Die Arbeitsgruppe der Kommission untersuchte eine Reihe von Schlüsselfragen zur Beurteilung der Durchführbarkeit des Konzepts. Dies reichte von Prüf- und Zertifizierverfahren zur Bestätigung der Zuverlässigkeit der elektronischen Kennzeichen und Lesegeräte bis zur Organisation, der logistischen Unterstützungsstruktur und Nachuntersuchungen vor Ort.

Wesentliche Verbesserungen möglich

IDEA zeigte deutlich, dass sich die Überwachung durch die elektronische Kennzeichnung von Nutztieren deutlich verbessern lässt und dass ihrer Einführung bei Rindern, Büffeln, Schafen und Ziegen keine technischen Hindernisse im Wege stehen. Die Ergebnisse untermauern die Empfehlungen für Zielarten und -rassen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen: Intensiv- und Extensivhaltung, Transporte innerhalb und außerhalb Europas, unterschiedliche Schlachttechniken sowie extreme Umweltverhältnisse im Norden und Süden der EU.

Das Ziel der vorgeschlagenen Verordnung zur Kennzeichnung von Schafen und Ziegen ist es, die Gesundheit der Tiere zu verbessern, ihre Bewegungen zu überwachen und Subventionen zu überprüfen und damit allen Verbrauchern in der EU einen besseren Schutz zu bieten. Unter Berücksichtigung der Schlussfolgerungen des IDEA-Projekts wird der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit weitere Leitlinien und Verfahren für die Durchführung der elektronischen Kennzeichnung verabschieden: Leitlinien und Verfahren für die genaue technische Durchführung, Prüfverfahren und Akzeptanzkriterien für Geräte sowie Unterstützung für die Angleichung der Datenbanken und Kommunikationsprotokolle. Erforderlichenfalls wird die Kommission dem Rat Ende 2005 einen Bericht vorlegen, in dem sie die Erfahrungen mit der Durchführung der elektronischen Kennzeichnung auswertet.

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