21. Mai 2003

Rheinland-Pfalz: Tauben dürfen wieder fliegen

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 09:05

Mainz (agrar.de) – In Nordrhein-Westfalen ist der Ausbruch der Geflügelpest bislang auf einen einzigen Geflügelhof beschränkt geblieben. Zwei weitere Verdachtsfälle haben sich bisher nicht bestätigt. Darum sind heute bundesweit Lockerungen des Flugverbots von Tauben bei Flugveranstaltungen vereinbart worden, teilt das Ministerium für Umwelt und Forsten mit.

Trainingsflüge und Preisflüge von Tauben ab Freitag, 23. Mai, können von den Veterinärbehörden wieder genehmigt werden. Voraussetzung ist, dass der Abflugort und die Flugroute nicht in den Niederlanden oder Belgien liegen oder über diese Länder führen. Startpunkt und Flugweg müssen mindestens 40 Kilometer von der niederländischen Grenze oder von einem der von Geflügelpest betroffenen Gebiete entfernt liegen.

Die Genehmigung von Flügen, zu denen dieTauben in Kabinenwagen befördert werden, wird durch die Kreis- oder Stadtverwaltung am Ausgangsort erteilt. Eine tierärztliche Untersuchung der Tauben vor dem Transport ist nicht erforderlich. Die verwendeten Fahrzeuge sind unmittelbar vor und nach jeder Fahrt zu reinigen und zu desinfizieren.

Das Ministerium für Umwelt und Forsten weist darauf hin, dass für Tauben – wie für andere Geflügelarten auch – weiterhin die Anzeigepflicht des Bestandes besteht. Außerdem sind die Geflügelhalter verpflichtet, Aufzeichnungen über Zu- und Abgang der Tiere zu führen sowie über Besuche betriebsfremder Personen in den Geflügelhöfen.

Meldebogen für Geflügelhaltungen

Links zum Thema Geflügelpest, Links zum Bundesland %url4%Rheinland-Pfalz%/%.

CDU/CSU legt Antrag zur Umsetzung der Biopatentrichtlinie vor

Themen: Archiv — info @ 09:05

Richtlinie so schnell wie möglich in dem genannten Sinne umsetzen

Berlin (agrar.de) – Anlässlich der heutigen Vorstellung des Antrags zur Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie erklären der Beauftragte für Biotechnologie, Helmut Heiderich, und die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Maria Böhmer:

‚Während die Bundesregierung immer noch zaudert und nicht erkennen lässt, ob und wann sie ihrer Verpflichtung zur Umsetzung der Biopatentrichtlinie nachkommen wird, haben wir einen Antrag zur Umsetzung der Richtlinie erarbeitet. Dieser entspricht dem durch die Richtlinie festgelegten Rahmen und enthält gleichzeitig Konkretisierungen, die dem heutigen Stand der Technik und des Wissens gerecht werden. Damit wollen wir Forschung und Entwicklung verstärken sowie Arbeitsplätze in der Biotechnologie unterstützen. Die in verschiedenen deutschen Gesetzen niedergelegten ethischen Grundsätze werden nun auch im Patentrecht gewährleistet. Pflanzensorten und Tierrassen bleiben vom Patentrecht ausgeschlossen.

Die wesentlichen Eckpunkte sind:

Bei der Patentanmeldung einer Erfindung, die eine Sequenz oder Teilsequenz eines Gens enthält, sollen die damit zusammenhängende Funktion und die beanspruchte gewerbliche Anwendung konkret beschrieben werden.

Bei der Patenterteilung soll der gewährte Schutzumfang des Patents sich, soweit menschliche Gene (gem. Artikel 5 Absatz 2 der Richtlinie) betroffen sind, nur auf die spezifisch nachgewiesene gewerbliche Anwendung beziehen.

Damit soll gerade in Bezug auf das menschliche Genom gesichert werden, dass nur konkret benannte Erfindungen Schutz erhalten, ansonsten aber keine Übervorteilung des Patentinhabers gegenüber anderen Erfindern stattfindet. Denn der Versuch, sich Patente auf Vorrat zu beschaffen, wird unterbunden.

Darüber hinaus streben wir nach einer Umsetzung die Fortentwicklung der Richtlinie an.

Mit diesem Antrag fordern wir die Bundesregierung auf, die Richtlinie so schnell wie möglich in dem genannten Sinne umzusetzen.‘

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema %url6%Gesetze und Verordnungen%/%.

Geflügelpest: Korridor zur Schlachtung von Hähnchen in Holland wieder geöffnet

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 09:05

Berlin (agrar.de) – Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) informiert, dass ab 22. Mai 2003 der Korridor zur Schlachtung von Geflügel aus Niedersachsen in den Niederlanden (Kornhorn) wieder geöffnet wird.

Die genaue Route und die notwendigen Lebendgeflügelzeugnisse wurden von den niedeländischen Behörden festgelegt. Geschlachtet werden können nur Tiere, die vom Landesverband der niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW) aufgelistet wurden.

Links zum Thema Geflügelpest.

20. Mai 2003

Europäisches Parlament für neue Strategie in der Tierseuchenbekämpfung

Themen: Archiv,MKS — info @ 16:05

Straßburg (agrar.de) – Zur Abstimmung im Europäischen Parlament über den Bericht Kreissl-Dörfler „Zum Vorschlag für eine Richtlinie des Rates mit Maßnahmen der Gemeinschaft zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche“ erklärt der CDU-Europaabgeordnete Reimer Böge in Straßburg:

‚Mit seiner Abstimmung hat das Europäische Parlament den Weg frei gemacht für eine verbesserte Strategie der Tierseuchenbekämpfung. Auf der Grundlage des Berichtes des Nichtständigen Ausschusses zu MKS wurde bereits am 17. Dezember 2002 eine Revision der bisherigen Politik zur Verhütung und Bekämpfung der MKS seitens der EU und der Mitgliedstaaten gefordert.

Die in diesem Bericht dokumentierten Erfahrungen aus dem MKS-Desaster im Vereinigten Königreich haben bereits zu verbesserten Vorschlägen der Kommission geführt.

Insbesondere folgende Maßnahmen sollten vom Ministerrat aufgegriffen und unterstützt werden:

– Notimpfungen im Krisenfall in Verbindung mit geeigneten Testverfahren sollten in Zukunft nicht nachrangig, sondern als eine Option der ersten Wahl zur Anwendung kommen. – Die sog. Regionalisierung innerhalb der EU und von Drittländern muss endlich auch international umgesetzt werden. – Für seltene Tierarten sollten im Hinblick auf Impfungen und Vorsorgemaßnahmen Sonderregelungen gelten.

Ich begrüße ausdrücklich, dass die Kommission meinen Änderungsantrag übernommen hat, der – nach erfolgter Impfung – die Verkürzung der Wartezeit einer betroffenen Region bis zur Wiedererlangung des Status ‚MKS-frei‘ von 6 Monaten auf 3 Monate fordert. Grundlage dafür soll eine regelmäßige Bewertung des Standards der Veterinärdienste der einzelnen Länder durch das Internationale Tierseuchenamt (OIE) sein, um eine effiziente Umsetzung zu gewährleisten und international die notwendigen Hygiene- und Seuchenbekämpfungsmaßnahmen zum Thema zu machen.

Es ist gelungen, auf der Grundlage parlamentarischer Initiativen eine zielführende, ökonomisch sinnvolle und am Tierschutz orientierte Strategie durchzusetzen. Nun kommt es darauf an, dass alle Marktbeteiligten (Landwirte, Verarbeiter, Lebensmittelhandel und Verbraucher) diese Chancen ergreifen und in den Qualitäts- und Sicherheitsprogrammen entsprechende Vereinbarungen für den Notfall festschreiben. Nur so kann es gelingen, zu einer sachlichen Bewertung von Bekämpfungsstrategien zu kommen und im Ernstfall betroffene Regionen und Betriebe nicht im Regen stehen zu lassen. Nach Klärung der politisch-fachlichen Rahmenbedingungen ist dies die zweite Voraussetzung, um für die Zukunft absolut sinnloses Keulen und Vernichten wertvoller Tierbestände zu vermeiden.‘

Links zum Thema Tiergesundheit.

Claas baut Mähdrescherwerk in Russland

Themen: Archiv — info @ 15:05

Harsewinkel (agrar.de) – Der Landmaschinenhersteller Claas expandiert nach Osten. Das Unternehmen aus dem westfälischen Harsewinkel werde noch in diesem Jahr mit dem Bau eines Mähdrescherwerkes im russischen Krasnodar beginnen, teilte Claas mit.

In den nächsten Jahren sollen bis zu 20 Mio. Euro in den Bau und die Inbetriebnahme des neuen Werkes investiert werden. Bei erfolgreicher Geschäftsentwicklung könnten die Investitionen innerhalb der nächsten Jahre bis auf über 30 Mio. Euro aufgestockt werden.

Damit wird CLAAS als erster westlicher Landtechnikhersteller mit einer eigenen Fertigung in Russland präsent sein. Im Rahmen des Wirtschaftsforums „Tage von Kuban in Deutschland“ unterzeichneten Rüdiger A. Günther, Sprecher der Geschäftsführung und Nikolaus Feil, Geschäftsführer Produktion, sowie der Gouverneur der Region Krasnodar Alexander N. Tkachev einen Rahmeninvestitionsvertrag zwischen CLAAS und der Region Krasnodar. Günther: ‚Auf Grund der zunehmenden Wettbewerbsfähigkeit Osteuropas auf den Weltmärkten ist Russland aus strategischer Sicht eine Zielregion mit hoher Priorität. Mit unserem neuen Mähdrescherwerk sichern wir unsere sehr gute Marktposition ab und erschließen uns gleichzeitig neue Absatzchancen.‘ Ziel sei es, den Markt mit lokalen Produkten zu bedienen und damit die Kundenbedürfnisse noch besser zu erfüllen.

Das Wachstumspotential in Russland ist enorm. Die landwirtschaftliche Nutzfläche ist mit 85 Mio. ha größer als die der gesamten Europäischen Union mit 79 Mio. ha. Der Süden Russlands mit dem Gebiet Krasnodar gilt als Kornkammer und ist mit fast 5 Mio. Einwohnern die drittgrößte Region der Russischen Föderation. Der Bedarf an Landmaschinen ist außerordentlich groß. Experten gehen davon aus, dass Russland derzeit nur über die Hälfte der tatsächlich benötigten Erntemaschinenkapazitäten verfügt. Zudem werden in den nächsten Jahren etwa 80 Prozent der momentan genutzten Maschinen erneuert werden müssen.

‚Das Produktionsprojekt ist so aufgebaut, dass wesentliche Komponenten in den Betrieben der gesamten Russischen Föderation gefertigt und in die Produktion in Krasnodar mit einbezogen werden können. Dies gilt vor allem für die erfolgreich arbeitenden russischen Landtechnikhersteller, zu denen wir bereits seit längerem gute Geschäftsverbindungen pflegen‘, so Nikolaus Feil. Durch die lokale Wertschöpfung werden zukünftig mittel- und unmittelbar mehrere hundert Arbeitsplätze geschaffen.

Links zum Thema Landtechnik.

Zwangspfand auf Verpackungen für Milchmixgetränke vom Tisch

Themen: Archiv — info @ 15:05

DBV: Ausnahmeregelung zügig umsetzen

Berlin (agrar.de) – Auf Milchmixgetränke wird kein Zwangspfand erhoben, sofern der Milchanteil größer als 50 Prozent ist. Mit dieser Einigung haben sich Bundesumweltminister Jürgen Trittin und die Länderminister der Forderung der Milchwirtschaft und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zur Novelle der Verpackungsverordnung angeschlossen. Der DBV hatte kritisiert, dass sowohl aus hygienischen wie auch aus logistischen Gesichtspunkten ein Pfand beispielsweise auf Buttermilch- oder Trinkjoghurtbecher nicht realisierbar und unverhältnismäßig wäre.

Nicht akzeptabel ist jedoch, dass nach wie vor H-Milch und pasteurisierte Konsummilch von der Pfandregelung betroffen sein sollen, kritisierte der DBV. Der Bundesumweltminister widerspreche sich damit selber. In seiner 2001 geplanten Novelle hatte er anerkannt, dass pasteurisierte Konsummilch fast ausschließlich in ökologisch vorteilhaften Verpackungen abgefüllt wird und daher von der Pfandregelung ausgenommen werde. Da sich hieran nichts geändert habe, müssten neben den Milchmixgetränken auch die Trink- und Konsummilch von der Pfandregelung ausgenommen werden, erklärte der DBV.

Der DBV fordert das Bundesumweltministerium auf, die Ausnahmeregelung bei Verpackungen für Milchmixgetränke erweitert um die Milch zügig in die vorliegende Verordnungsnovelle umzusetzen und setzt auf die Zustimmung von Bund und Ländern.

Links zum Thema Verbände.

DBV/FNSEA: Gemeinsame Positionen zur Reform der europäischen Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 14:05

Paris (agrar.de) – In der Endphase der Verhandlungen über die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik sind sich der Deutsche Bauernverband (DBV) und der französische Bauernverband FNSEA einig. Große Übereinstimmung in der Beurteilung der Reformvorschläge fanden die Präsidenten der beiden Verbände Jean-Michel Lemétayer und Gerd Sonnleitner bei einem Treffen in Paris.

Beide Präsidenten betonten ihre Entschlossenheit, sich aktiv an der notwendigen Weiterentwicklung des Agrarpolitik zu beteiligen. Tragfähige Reformen müssten jedoch erst den Abschluss der laufenden WTO-Runde berücksichtigen, da ansonsten die Landwirtschaft der EU Gefahr laufe, gegenüber ihren Wettbewerbern auf den internationalen Agrarmärkten benachteiligt zu werden. Statt die bewährte Gemeinsame Agrarpolitik durch zweifelhafte Reformbemühungen auszuhöhlen, gelte es jetzt stärker denn je, die bewährten Marktordnungen zu erhalten und den Marktentwicklungen anzupassen. Angesichts der gegenwärtig sehr schwierigen Marktsituation in vielen Sektoren der europäischen Landwirtschaft seien weitere Preissenkungen wie bei Milch und Getreide nicht akzeptabel.

Nach dem Spitzentreffen der beiden Präsidenten wurde folgende gemeinsame Erklärung veröffentlicht:

1. Mit großer Sorge verfolgen FNSEA und DBV den Verlauf der aktuellen Debatte über die Vorschläge von Agrarkommissar Fischler zur Neuausrichtung der gemeinsamen Agrarpolitik. Die Entwicklung immer neuer Modelle auf europäischer und nationaler Ebene vergrößert die Gefahr einer geschwächten europäischen Position im Rahmen der laufenden WTO-Runde. Dieses gilt es jetzt zu vermeiden.

2. FNSEA und DBV unterstreichen ihre Auffassung, dass die Agenda 2000 entsprechend den eindeutigen politischen Vorgaben Verhandlungsgrundlage für die Europäische Union bei WTO ist und auch bleiben muss. Gerade mit Blick auf die in beiden Ländern wichtige Milcherzeugung stehen nach dieser Agenda entscheidende Veränderungen an, die jetzt in einen handelspolitischen Vorteil umgesetzt werden müssen in den internationalen Verhandlungen.

3. Auf der Grundlage eines einvernehmlichen und vollständigen Abschlusses der WTO-Runde unter Einschluss der Verhandlungsrunde zu gewerblichen Dienstleistungen, geistigem Eigentum und Bankendienstleistung muss die Europäische Union auch ihre Gemeinsame Agrarpolitik entsprechend ausrichten. Dazu werden FNSEA und DBV ihren Beitrag leisten. Auch hinsichtlich einer WTO-konformen Absicherung der internen Stützung und des Außenschutzes der Gemeinschaft.

4. Die Bauernfamilien in Frankreich und Deutschland weisen auf die besondere Leistung der Landwirtschaft für eine vielfältige Versorgung mit hochwertigen Nahrungsmitteln und die Stabilisierung der Konjunktur über eine äußerst niedrige Inflationsrate. Außerdem kann nur eine einheimische Landwirtschaft die Kulturlandschaft erhalten, ländliche Regionen wirtschaftlich stabilisieren und ökologisch voll funktionsfähig erhalten. Deshalb wird die EU-Kommission wie der Agrarministerrat aufgefordert, Agrarpolitik nicht nur unter handelspolitischen, sondern auch unter gesellschaftspolitischen Zielen zu betreiben.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

AbL: Wie aus Altschulden Subventionen werden

Themen: Archiv — info @ 13:05

Milliarden für eine kleine Gruppe von Betrieben

Berlin / Hamm (agrar.de) – Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzentwurf zur endgültigen Regelung der Altschuldenfrage von LPG-Nachfolgebetrieben vorgelegt (Landwirtschafts-Altschuldengesetz), der am 25.05.2003 in Berlin in einer Verbände-Anhörung diskutiert wird.

‚Der vorliegende Gesetzentwurf des Bundesfinanzministers ist nicht sachgerecht. Denn danach würde die derzeitige Subventionierung einer kleinen Gruppe von ostdeutschen Großbetrieben in Höhe von einigen Milliarden Euro festgeschrieben‘, fast Dr. Jörg Gerke, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Mecklenburg-Vorpommern, die Kritik der AbL zusammen. ‚Wenn dieses Gesetz durchkommt, stehen die Betriebe am Ende sogar noch besser dar, als wenn der Staat ihnen ihre Altschulden im Jahr 1990 voll und ganz erlassen hätte‘, so Gerke.

Die AbL stützt sich dabei auf eine Studie von Mitarbeitern der Humboldt-Universität Berlin und der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Braunschweig. Die Studie lasse sich dahingehend zusammenfassen, dass viele LPG-Nachfolger, die Altschulden aus DDR-Zeiten haben, durch Schuldentilgung, steuerliche Vergünstigungen und Vergünstigungen bei der Vermögensauseinandersetzung insgesamt besser gestellt sind als Betriebe ohne Altschulden. ‚Die Altschulden werden also überkompensiert‘, stellt Gerke fest.

Diesen Tatsachen trage der vorliegende Gesetzentwurf nicht Rechnung, sondern erhalte diese zusätzliche Subventionierung der Betriebe mit Altschulden weiter bei, kritisiert Gerke. Denn der Gesetzentwurf sehe vor, dass die Altschulden auch weiterhin nur aus Überschüssen der Betriebe beglichen werden müssen. Berechnungen der Wissenschaftler zeigten aber, dass die Bedienung der Altschulden dann auf Jahrzehnte hinausgezögert werde. ‚Die Wissenschaftler kommen zu dem eindeutigen Ergebnis, dass unter diesen Bedingungen viele Betriebe besser gestellt werden, als der Staat ihnen ihre Altschulden im Jahr 1990 ersatzlos gestrichen hätte‘, so Gerke. Das gelte nach vorliegendem Gesetzentwurf für deutlich mehr als 50 Prozent der Altschulden-Betriebe.

Dr. Gerke fordert die Bundesregierung auf, den Gesetzentwurf gründlich zu ändern. ‚Der Gesetzentwurf zeigt, dass die Bundesregierung allem Anschein nach Subventionen in Milliardenhöhe für eine kleine Gruppe von Agrargroßbetrieben festschreiben will‘, begründet Gerke diese Forderung. Die AbL fordert, dass bei einer – auch teilweisen – Streichung der Altschulden die daraus resultierenden steuerlichen Vergünstigungen der Altschuldenbetriebe sofort zurückgefordert werden. Die bei der Vermögensauseinandersetzung mit den ehemaligen LPG-Mitgliedern eingesparten Gelder sollten die Nachfolgebetriebe im Nachhinein an diese ehemaligen LPG-Mitglieder auszahlen. Bei einer auch partiellen Streichung der Altschulden müsse weiterhin bedacht werden, dass das faktische Hinausschieben der Altschulden-Bedienung von 1990 bis 2003 schon einen erheblichen Subventionstatbestand darstellt, so die AbL.

Links zum Thema Recht, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

USA: „Grüne Gentechnik“ bedroht Öko-Landbau

Themen: Archiv — info @ 12:05

Santa Cruz (agrar.de) – Der wachsende Einsatz gentechnisch-veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft wird zu einer ernsten Bedrohung für den Öko-Landbau. Das belegt eine aktuelle, landesweite US-Studie (‚4th National Organic Farmers Survey‘) der Organic Farming Research Foundation (OFRF). Darin bewertet ein Drittel der befragten Biobauern die mögliche Gefahr einer Verunreinigung ihrer Produkte durch gentechnisch-veränderter Organismen (GVO) als ‚hoch‘ bis ’sehr hoch‘.

Weltweit gelten für den Öko-Landbau strenge Regeln, die unter anderem die Verwendung von Pflanzen mit rekombinierter DNA, wie sie im Rahmen der ‚Grünen Gentechnik‘ verwendet werden, auschließen. Für die Produkte der Biobauern gibt es zudem sehr strenge Werte für mögliche Verunreinigungen ihrer Produkte mit GVO.

‚Als wir 1998 dieselbe Umfrage auswerteten waren GVO noch kein nationales Thema‘, sagt OFRF-Direktor Bob Scowcroft. ‚Die aktuelle Befragung, die auf dem Erntejahr 2001 basiert, zeigt uns, dass sich ein signifikanter Einfluß in einem sehr kurzen Zeitraum ergab. Wenn sich dieser Trend fortsetzt ist das, was wir jetzt feststellen, nur die Spitze des Eisbergs.‘

In der OFRF-Umfrage gaben 17 Prozent der Befragten an, dass sie – zumeist auf Initiative von Abnehmern oder Zertifizierern – bereits Saatgut oder andere Betriebsmittel auf die Anwesenheit von GVO untersuchen ließen. Elf Prozent davon berichten von positiven Resultaten bei diesen Tests.

Acht Prozent gaben an, dass ihren Öko-Betrieben direkte Kosten oder Schäden durch die Gegenwart von gentechnisch-veränderten Materialien entstanden sind. Die Beeinträchtigungen reichen von den Kosten für die Reinheitsuntersuchungen bis zum Verlust des Status als Öko-Betrieb durch verunreinigte Produkte oder Betriebsmittel.

48 Prozent der Befragten berichten, dass sie bereits Maßnahmen getroffen haben, um ihre Produktion vor GVO-Verunreinigungen zu schützen. 24 Prozent gaben an, sich mit ihren Nachbarn über Risiken und geeigneten Maßnahmen auseinandergesetzt haben, 19 Prozent haben die Pufferzonen zu GVO-Nachbarbetrieben vergrößert, 15 Prozent haben den Zeitplan ihres Anbaus verändert, 13 Prozent änderten die Fruchtfolge bzw. die angebauten Fruchtarten und neun Prozent wechselten den Standort für ihre Kulturen. Nur zehn Prozent der Befragten waren der Überzeugung, dass die offiziellen Regelungen ausreichenden Schutz für den Öko-Anbau bieten.

Die größte Gefahr sehen die Landwirte in GVO-verunreingtem Saatgut (48 Prozent), gefolgt von der möglichen Pollen-Abdrift in eigene Kulturen (42 Prozent) und der Verunreinigung anderer Produktionsmittel wie z.B. betriebsfremder Tierfuttermittel oder Kompost.

Für Ron Rosmann, Biobauer und Präsident der Organic Farming Research Foundation, zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage, dass ein Moratorium für die Freisetzung gentechnisch-veränderter Pflanzen erforderlich ist, ‚zumindest solange, bis eindeutige Regelungen zum Schutz der Öko-Betriebe vor GVO-Verunreinigungen und für die rechtliche Behandlung von damit zusammenhängenden Schäden sichergestellt ist.‘

Die im Frühjahr 2002 durchgeführte Studie wird in dieser Woche auf der ‚Organic Trade Association’s All Things Organic Conference and Trade Show‘ in Austin (Texas) vorgestellt. Die vollständigen Ergebnisse sollen im Herbst veröffentlicht werden.

Links zum Thema Bio-Landbau und Biotechnologie, Links zum Thema Landwirtschaft international.

Niedersachsen: Getreidefelder litten unter dem kalten Winter

Themen: Archiv — info @ 11:05

Hannover (agrar.de) – Rund 55.000 ha der Wintergetreide- und Rapsfelder (6,1 Prozent der Herbstaussaatflächen) mussten nach dem langen und kalten Winter umgebrochen und neu angesät werden. Dies ergab eine Umfrage des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik bei den Landwirten. Auf vielen Flächen genügte zwar eine Ausbesserung von Teilstücken, z.B. in Senken oder den verdichteten Wendeflächen der Traktoren, aber trotzdem summierten sich die Schadensmeldungen auf den höchsten Wert seit 1982. Wie sich das alles auf den Ertrag auswirken wird, lässt sich noch nicht beantworten.

Während das Jahr 2002 regenreich und mit sehr hohen Grundwasserständen zu Ende ging, setzte das Jahr 2003 mit dem schieren Gegenteil ein. Während des extremen Frostes Mitte Dezember und Anfang Januar starben die teilweise in den Pfützen stehenden Pflanzen ab. Von Februar bis Ende April fielen dann nur rund 50 Prozent der erwarteten Niederschläge. Die Situation war stellenweise kurios, denn die Dränagen liefen noch und senkten allmählich die hohen Grundwasserstände wieder ab, aber oben vertrockneten die jungen Pflanzen im stetig kalten und trockenen Ostwind.

Besonders häufig sind Schäden im östlichen Niedersachsen, wo es 2002 am meisten regnete und es dieses Frühjahr am trockensten war. Als Folge dieser Winterverluste konnte eine starke Ausweitung der Sommergetreideflächen und des Maisanbaues beobachtet werden.

Nähere Informationen bietet die Seite ‚Erntestatistik online des Amtes im Internet.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland %url4%Niedersachsen%/%.

Seiten: << 1 2 3 ...7 8 9 10 11 12 13 ...25 26 27 >>



   (c)1997-2017 @grar.de