30. Mai 2003

Sonnleitner: Milch stärkt Bauern und Verbraucher

Themen: Archiv — info @ 15:05

Internationaler Tag der Milch am 1. Juni 2003

Berlin (agrar.de) – ‚Die Milcherzeugung ist das Rückgrat der deutschen Landwirtschaft. Rund 25 Cent eines jeden Euros, den die deutschen Landwirte einnehmen, stammen aus der Erzeugung des Gesundheits- und Wellnessgetränkes Milch. Mit 9 Milliarden Euro Verkaufserlösen gehört die Milcherzeugung zu den umsatzstärksten Betriebszweigen innerhalb der Landwirtschaft.‘ Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages der Milch am 1. Juni 2003.

Die deutsche Milchproduktion sei prägend für das Bild der Kulturlandschaft in Deutschland und Grundlage einer nachhaltigen Landbewirtschaftung, besonders auf den absoluten Grünlandstandorten und in den von der Natur benachteiligten Mittelgebirgsregionen. Durch die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Milchmarktpolitik würden die Leistungen erheblich gefährdet, betonte Sonnleitner. Die von EU-Agrarkommissar Fischler vorgesehene Absenkung der Interventionspreise für Butter (35 Prozent) und Magermilchpulver (17 Prozent) sowie die Anhebung der Milchquotenmenge gefährdeten die wirtschaftliche Grundlage der Milcherzeugungsbetriebe in Deutschland und in Europa. Gerade am Internationalen Tag der Milch, an dem die Bedeutung der Milchproduktion und der Produkte weltweit durch unzählige Veranstaltungen dargestellt werde, müsse auch auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, die durch die inakzeptablen Vorschläge der EU-Kommission drohten. Erfreulich seien dagegen die sachkompetenten Reformvorschläge des Agrarausschusses des Europaparlamentes, die in entscheidenden Positionen mit denen des DBV übereinstimmten, betonte Sonnleitner.

Im Hinblick auf den wachsenden Marktanteil der Discounter warnte Sonnleitner davor, in Qualität und Sicherheit stetig verbesserte Lebensmittel zu Billigst- und Schleuderpreisen zu verramschen. Dagegen habe der Berufsstand mit seiner Kampagne ‚Lebensmittel sind mehr wert!‘ Zeichen des Widerstandes gesetzt. Die Bauern würden auch weiterhin wirtschaftliche und gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufzeigen. Besonders bei Milch und Milchprodukten, Fleisch und Wein müsse die durch die Discounter verursachte Preisspirale nach unten durchbrochen werden, um den Bauern in Deutschland eine faire Chance im internationalen Wettbewerb zu geben. Nutznießer wären auch die Verbraucher, die bei weiterem Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel letztendlich wie die Bauern die Verlierer wären.

Der Internationale Tag der Milch wurde von den Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationen der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband initiiert. Seit dem Jahr 2000 wird der Tag der Milch international immer am 1. Juni begangen. In Deutschland werden bundesweit 12 Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten durchgeführt. Organisator ist die Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) und die Gemeinschaft der Milchwirtschaftlichen Landesvereinigungen.

Der diesjährige Tag der Milch steht unter dem Motto ‚Natürlich Milch – die Milch macht´s‘. Im Rahmen von zahlreichen Aktionen soll auf die große Bedeutung von Milch und Milchprodukten im Zusammenhang mit einer ausgewogenen Ernährung sowie auf die natürliche Herkunft der Milchprodukte aufmerksam gemacht werden. Besonders für Kinder und Jugendliche stellen Milch und Milchprodukte einen unverzichtbaren Bestandteil der täglichen Nahrung dar. Zudem sind Milchprodukte ein Zeichen einer innovativer Wirtschaftsbranche und durch die unterschiedlichsten Herstellungs- und Variationsmöglichkeiten auch absolut trendy.

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