30. Mai 2003

Flath kritisiert „Verramschen“ von Milchprodukten

Themen: Archiv — info @ 11:05

Dresden (agrar.de) – Zum Internationalen Tag der Milch hat Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath die Verbraucher zum bewussten Kauf von Milchprodukten aufgerufen und auf Dumpingangebote zu verzichten. ‚Die Verbraucher müssen wissen, dass sie mit ihem Kaufverhalten eine Landwirtschaft fördern, die sie eigentlich nicht wollen. Wer Billigprodukte kauft wird Intensiv-Landwirtschaft ernten‘, sagte Flath heute zum Tag der Milch, der am 1. Juni weltweit stattfindet.

‚Nicht zuletzt das Verramschen von Milcherzeugnissen zwinge die Milchbauern dazu, ihre Produktion entweder aufzugeben, zu intensivieren oder ins Ausland zu verlagern. Auf der einen Seite umwelt- und tiergerechte sowie sichere Produkte zu verlangen und andererseits immer nach dem Billigsten zu greifen, nimmt den Bauern die Luft zum Atmen‘, sagte Flath.

In Sachsen gibt es derzeit 206.542 Milchkühe. Die Milcherzeugung lag im Jahr 2002 bei 1,52 Mio. Tonnen, das sind etwa 20,2 kg Milch pro Tag und Kuh. Der Erzeugerpreis für Milch sank von 2001 bis März diesen Jahres um etwa vier Cent auf rund 29 Cent pro Liter Milch. Der Umsatz der milchverarbeitenden Betriebe lag im vergangenen Jahr bei rund einer Milliarde Euro und damit auf Vorjahresniveau. Die sieben Molkereien im Freistaat haben mehr als 1,5 Millionen Tonnen Milch verarbeitet. Das waren 5,7 Prozent – oder jeder 20. Liter – des gesamtdeutschen Milchaufkommes.

Ihre Milch beziehen die Molkereien von mehr als 1.600 sächsischen Landwirtschaftsbetrieben sowie von Bauern aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Vergleich zu 2001 legten die Molkereien im letzten Jahr bei der Herstellung von Käse und Milchprodukten noch einmal kräftig zu. So stieg allein bei Konsummilch (Trinkmilch) die Produktion um 88.932 Tonnen auf jetzt 325.129 Tonnen. Bei Desserts und Jogurth gab es einen Anstieg um rund fünf Prozent auf 279.093 Tonnen und bei Butter um 3.556 Tonnen auf 34.526 Tonnen. Diese Zuwächse sind zum einen auf verstärkte Exporte und zum anderen auf eine größere Inlandsnachfrage aufgrund von BSE zurückzuführen. Inzwischen ist die BSE-Hysterie wieder abgeflaut und die Verbraucher greifen statt zu Milchprodukten wieder zu mehr Fleisch.

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