14. Mai 2003

Keppelhoff-Wiechert zur Geflügelpest: Impfen statt Töten

Themen: Archiv,MKS,Tierseuchen — info @ 10:05

Straßburg (agrar.de) – Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse um die sich immer weiter ausbreitende Geflügelpest hat die CDU-Europaabgeordnete Hedwig Keppelhoff-Wiechert darauf hingewiesen, daß sich das Europäische Parlament in dieser Plenarwoche für eine veränderte Seuchenpolitik in der Europäischen Union aussprechen wird. Dies ist das Ergebnis eines Berichts, den der vom Europäischen Parlament eingesetzte Sonderausschuß zur Maul- und Klauenseuche inzwischen vorgelegt hat. Dieser kommt zu dem Ergebnis, daß die zukünftige EU-Seuchenpolitik vom Grundsatz ‚Impfen statt Töten‘ geleitet werden sollte, wobei dies bei Großtieren anders zu bewerten sei als bei Geflügel.

‚Wenn die nordrhein-westfälische Umweltministerin Höhn und der Deutsche Tierschutzbund angesichts der Bedrohung durch die Geflügelpest nun eine EU-Regelung für vorbeugende Impfungen bei der Geflügelhaltung fordern, dann ist jedoch der Einsatz für die Vermarktung geimpfter Tiere bei den Verbrauchern gleichermaßen wichtig und erforderlich‘, sagte die EVP-Agrarpolitikerin heute in Straßburg. Impfungen seien zwar grundsätzlich richtig, es stelle sich aber die Frage, wie die Verbraucher angesichts enger Märkte bei gleichzeitig großem Angebot reagieren werden.

Ferner sei damit zu rechnen, daß Blutproben bei geimpften Geflügel schon aufgrund der schieren Anzahl in der Masse einen ganz anderen Aufwand erforderten als dies bei Großtieren der Fall sei. So ließen sich zwar vorbeugende und umfassende Impfungen auf der Landesebene in Nordrhein-Westfalen einfordern, bei der Vielzahl der Erreger müßten aber auch eine Vielzahl unterschiedlicher Impfstoffe bereit gehalten werden. Nach Angaben von Tierseucheexperten sind diese Präparate zum Teil aber noch gar nicht vorhanden. Deshalb werde sich der im Grundsatz richtige Wechsel vom Töten zum Impfen nur Schritt für Schritt verwirklichen lassen.

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