30. Mai 2003

Sonnleitner: Milch stärkt Bauern und Verbraucher

Themen: Archiv — info @ 15:05

Internationaler Tag der Milch am 1. Juni 2003

Berlin (agrar.de) – ‚Die Milcherzeugung ist das Rückgrat der deutschen Landwirtschaft. Rund 25 Cent eines jeden Euros, den die deutschen Landwirte einnehmen, stammen aus der Erzeugung des Gesundheits- und Wellnessgetränkes Milch. Mit 9 Milliarden Euro Verkaufserlösen gehört die Milcherzeugung zu den umsatzstärksten Betriebszweigen innerhalb der Landwirtschaft.‘ Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages der Milch am 1. Juni 2003.

Die deutsche Milchproduktion sei prägend für das Bild der Kulturlandschaft in Deutschland und Grundlage einer nachhaltigen Landbewirtschaftung, besonders auf den absoluten Grünlandstandorten und in den von der Natur benachteiligten Mittelgebirgsregionen. Durch die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Milchmarktpolitik würden die Leistungen erheblich gefährdet, betonte Sonnleitner. Die von EU-Agrarkommissar Fischler vorgesehene Absenkung der Interventionspreise für Butter (35 Prozent) und Magermilchpulver (17 Prozent) sowie die Anhebung der Milchquotenmenge gefährdeten die wirtschaftliche Grundlage der Milcherzeugungsbetriebe in Deutschland und in Europa. Gerade am Internationalen Tag der Milch, an dem die Bedeutung der Milchproduktion und der Produkte weltweit durch unzählige Veranstaltungen dargestellt werde, müsse auch auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, die durch die inakzeptablen Vorschläge der EU-Kommission drohten. Erfreulich seien dagegen die sachkompetenten Reformvorschläge des Agrarausschusses des Europaparlamentes, die in entscheidenden Positionen mit denen des DBV übereinstimmten, betonte Sonnleitner.

Im Hinblick auf den wachsenden Marktanteil der Discounter warnte Sonnleitner davor, in Qualität und Sicherheit stetig verbesserte Lebensmittel zu Billigst- und Schleuderpreisen zu verramschen. Dagegen habe der Berufsstand mit seiner Kampagne ‚Lebensmittel sind mehr wert!‘ Zeichen des Widerstandes gesetzt. Die Bauern würden auch weiterhin wirtschaftliche und gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufzeigen. Besonders bei Milch und Milchprodukten, Fleisch und Wein müsse die durch die Discounter verursachte Preisspirale nach unten durchbrochen werden, um den Bauern in Deutschland eine faire Chance im internationalen Wettbewerb zu geben. Nutznießer wären auch die Verbraucher, die bei weiterem Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel letztendlich wie die Bauern die Verlierer wären.

Der Internationale Tag der Milch wurde von den Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationen der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband initiiert. Seit dem Jahr 2000 wird der Tag der Milch international immer am 1. Juni begangen. In Deutschland werden bundesweit 12 Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten durchgeführt. Organisator ist die Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) und die Gemeinschaft der Milchwirtschaftlichen Landesvereinigungen.

Der diesjährige Tag der Milch steht unter dem Motto ‚Natürlich Milch – die Milch macht´s‘. Im Rahmen von zahlreichen Aktionen soll auf die große Bedeutung von Milch und Milchprodukten im Zusammenhang mit einer ausgewogenen Ernährung sowie auf die natürliche Herkunft der Milchprodukte aufmerksam gemacht werden. Besonders für Kinder und Jugendliche stellen Milch und Milchprodukte einen unverzichtbaren Bestandteil der täglichen Nahrung dar. Zudem sind Milchprodukte ein Zeichen einer innovativer Wirtschaftsbranche und durch die unterschiedlichsten Herstellungs- und Variationsmöglichkeiten auch absolut trendy.

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Bär: Die Position der Landwirte weltweit stärken

Themen: Archiv — info @ 14:05

Vorstand des Weltbauernverbandes tagte in Pretoria

Pretoria (agrar.de) – ‚Dem Weltbauernverband ist es ein besonderes Anliegen, die Position der Landwirte gegenüber den großen Handelskonzernen zu stärken. Denn die Machtkonzentration der Großen im Handel so auch im Lebensmittelhandel gegenüber der Landwirtschaft ist nicht allein ein deutsches Problem, darunter haben die Bauern weltweit zu leiden.‘ Dieses Fazit zog Heinz Christian Bär, Präsident des Hessischen Bauernverbandes und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), nach seiner Teilnahme an der Vorstandssitzung des Weltbauernverbandes, die Mitte Mai in Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas, stattfand.

Die Bauernverbandsvertreter aus allen Teilen der Welt waren sich darin einig, dass die Position der Landwirtschaft als Nahrungsmittelerzeuger weltweit gestärkt werden sollte. Dazu müssten rechtliche Hürden aus dem Weg geräumt werden, damit die notwendigen Größenordnungen im Sektor Landwirtschaft realisiert werden könnten. Ansonsten seien Verhandlungen mit den Handelskonzernen auf gleicher Augenhöhe – und darauf komme es besonders an – kaum möglich.

In der Vorstandssitzung des Weltbauernverbandes standen auch die Märkte für Milch, Rindfleisch, Getreide, Ölsaaten und Zucker auf der Tagesordnung. Dabei sind die unterschiedlichen Positionen der exportorientierten Länder wie zum Beispiel Kanada, USA, Neuseeland und Argentinien, der Europäer sowie der Entwicklungsländer aufeinandergeprallt. So wollen die Kanadier den Erzeugern eine ‚freiwillige‘ Dokumentationspflicht für den Getreideanbau auferlegen mit der Begründung, die weltweit agierenden Handelskonzerne verlangten ein solches System, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Intensiv diskutierten die Vorstandsmitglieder Fragen der Nahrungsmittelsicherheit sowie der Verfügbarkeit der immer knapper werdenden Ressourcen Wasser und Flächen für die Ernährung der Weltbevölkerung.

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Gemeinsame Erklärung von DBV und Verbänden aus Umwelt, Entwicklung und Kirchen

Themen: Archiv — info @ 13:05

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen des Umwelt-, Entwicklungsbereiches, und der kirchlichen Träger ländlicher Arbeit eine gemeinsame Gegenposition zu den ‚Freihändlern‘ erarbeitet. Die Institutionen von Deutschem Bauernverband, Evangelischem Entwicklungsdienst und Euronatur betonten, dass dieses verbandsübergreifende Bündnis ein Novum sei und damit aufzeige, wie sehr man gemeinsam um die Gefahren einer einseitigen Globalisierung besorgt sei.

Dabei wurden die folgenden zentralen Forderungen herausgestellt:

• Die Multifunktionalität der Landwirtschaft in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung ist im Regelwerk der WTO zu verankern.

• Im Rahmen einer ‚Development Box‘ müssen besondere Regeln für die Entwicklungsländer definiert werden.

• Marktordnungen mit Preisen oberhalb des weltweiten Niveaus müssen sich in Richtung Binnenmärkte orientieren.

• Alle Formen der Exportförderung müssen gleichwertig Gegenstand der Verhandlungen mit dem Ziel eines längerfristigen Abbaus sein.

• Die nationale Souveränität bei der Setzung von Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltstandards muss erhalten werden, den Entwicklungsländern muss eine schrittweise Anpassung ermöglicht werden.

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DBV: Schwache Konjunktur auch in der Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:05

Berlin (agrar.de) – ‚Stimmung und konjunkturelle Entwicklung in der deutschen Landwirtschaft bleiben schlecht, sind derzeit jedoch nicht ganz so katastrophal wie in der übrigen Wirtschaft. Doch vorhandene Zukunftshoffnungen vertrocknen bei den Landwirten durch politisch bedingte Verunsicherungen wie in diesem Jahr einige Frühjahrssaaten.‘ Dieses Resümee zog der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, bei der Vorstellung des Investitionstestes Agrar, den der DBV vierteljährlich durch das Forschungsinstitut Produkt und Markt erstellen lässt. Repräsentativ werden in jedem Vierteljahr 1.800 Landwirtschaftsbetriebe sowie 300 landwirtschaftliche Lohnunternehmen zu ihrer Stimmung und ihren Investitionsabsichten befragt.

Die Stimmung innerhalb der Landwirtschaft hat sich gegenüber dem vorangegangenen Quartal nicht verbessert und ist ähnlich schlecht wie 1999. Ursache für die Unsicherheiten sind vor allem in der nationalen Steuer- und Finanzpolitik mit ständigen Diskussionen über Steuererhöhungen, die diskutierte Reform der EU-Agrarpolitik, die Wettbewerbssituation in der EU und die EU-Osterweiterung zu suchen. Vergleichsweise positiv gesehen wird hingegen der Zinssatz für Fremdkapital, was eine Reihe von Landwirten zu Investitionen bewegen kann.

Ihre wirtschaftliche Situation bewerteten die Landwirte vor allem in Nord-, West- und Nordostdeutschland heute schlechter als Ende 2002. In Süddeutschland hat sich die Stimmung dagegen leicht verbessert; vor allem in Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen schätzen die Landwirte ihre wirtschaftliche Situation optimistischer ein. Bundesweit bewerten die Betriebsleiter von Ackerbaubetrieben ihre wirtschaftlichen Verhältnisse am ungünstigsten. Darin spiegeln sich vor allem die schwierigen Ernte- und Aussaatbedingungen vom Sommer und Herbst 2002 wider. Nicht viel besser ist die Stimmungslage bei den Milchviehhaltern. Diese schlägt sich in den bundesweiten Protesten gegenüber der Dauerniedrigpreispolitik der Discounter nieder, kommentierte Born. Die Milchbauern hätten sich in über 100 Aktionen nicht ohne Erfolg gegen sinkende Milcherzeugerpreise gewehrt, wie die Ergebnisse der Listungsgespräche der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel schlussfolgern ließen. Born warnte den Handel eindringlich davor, die Marginalisierung hochwertiger Milchprodukte fortzusetzen. Anders als im vergangenen Jahr wird heute die Stimmung der Landwirte kaum noch negativ von der Preisentwicklung für Rindfleisch und Futtermittel, von der BSE-Problematik oder vom Euro beeinflusst.

Als ‚erstaunlich stabil‘ bewertete Born das Investitionsverhalten der Landwirte. Die Zahl der investitionswilligen landwirtschaftlichen Betriebe stieg sogar gegenüber dem letzten Quartal 2002 an. 59 Prozent aller Landwirte wollten trotz der anhaltend schlechten Stimmungslage in den kommenden sechs Monaten in ihren Betrieb investieren, was eine Verbesserung um 5 Prozentpunkte gegenüber der Dezemberbefragung bedeutet. Allerdings wird deutlich weniger in Großprojekte wie Stallneubauten, große Feldmaschinen, Mähdrescher und Traktoren investiert, sondern vermehrt in kleinere Projekte wie Ersatzbeschaffungen, gebrauchte Maschinen und in Renovierung von Stallgebäuden. Damit verharren die Investitionen der Landwirte auf dem gleichen niedrigen Niveau, und zwar bei durchschnittlich 30.000 Euro pro Haupterwerbsbetrieb. Dies macht Gesamtinvestitionen von rund 7 Milliarden Euro aus. Am höchsten ist die Investitionsbereitschaft in Nordwest- und Südwestdeutschland. Zunehmende Bedeutung gewinnen nach dem Investitionstest Agrar außerlandwirtschaftliche Investitionen.

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Flath kritisiert „Verramschen“ von Milchprodukten

Themen: Archiv — info @ 11:05

Dresden (agrar.de) – Zum Internationalen Tag der Milch hat Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath die Verbraucher zum bewussten Kauf von Milchprodukten aufgerufen und auf Dumpingangebote zu verzichten. ‚Die Verbraucher müssen wissen, dass sie mit ihem Kaufverhalten eine Landwirtschaft fördern, die sie eigentlich nicht wollen. Wer Billigprodukte kauft wird Intensiv-Landwirtschaft ernten‘, sagte Flath heute zum Tag der Milch, der am 1. Juni weltweit stattfindet.

‚Nicht zuletzt das Verramschen von Milcherzeugnissen zwinge die Milchbauern dazu, ihre Produktion entweder aufzugeben, zu intensivieren oder ins Ausland zu verlagern. Auf der einen Seite umwelt- und tiergerechte sowie sichere Produkte zu verlangen und andererseits immer nach dem Billigsten zu greifen, nimmt den Bauern die Luft zum Atmen‘, sagte Flath.

In Sachsen gibt es derzeit 206.542 Milchkühe. Die Milcherzeugung lag im Jahr 2002 bei 1,52 Mio. Tonnen, das sind etwa 20,2 kg Milch pro Tag und Kuh. Der Erzeugerpreis für Milch sank von 2001 bis März diesen Jahres um etwa vier Cent auf rund 29 Cent pro Liter Milch. Der Umsatz der milchverarbeitenden Betriebe lag im vergangenen Jahr bei rund einer Milliarde Euro und damit auf Vorjahresniveau. Die sieben Molkereien im Freistaat haben mehr als 1,5 Millionen Tonnen Milch verarbeitet. Das waren 5,7 Prozent – oder jeder 20. Liter – des gesamtdeutschen Milchaufkommes.

Ihre Milch beziehen die Molkereien von mehr als 1.600 sächsischen Landwirtschaftsbetrieben sowie von Bauern aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Vergleich zu 2001 legten die Molkereien im letzten Jahr bei der Herstellung von Käse und Milchprodukten noch einmal kräftig zu. So stieg allein bei Konsummilch (Trinkmilch) die Produktion um 88.932 Tonnen auf jetzt 325.129 Tonnen. Bei Desserts und Jogurth gab es einen Anstieg um rund fünf Prozent auf 279.093 Tonnen und bei Butter um 3.556 Tonnen auf 34.526 Tonnen. Diese Zuwächse sind zum einen auf verstärkte Exporte und zum anderen auf eine größere Inlandsnachfrage aufgrund von BSE zurückzuführen. Inzwischen ist die BSE-Hysterie wieder abgeflaut und die Verbraucher greifen statt zu Milchprodukten wieder zu mehr Fleisch.

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Miller: Künast soll in Brüssel Druck machen

Themen: Archiv — info @ 11:05

Mettenheim, Lkr. Mühldorf (agrar.de) – Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller hat Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast erneut aufgefordert, die Positionen Bayerns in der europäischen Milchpolitik mit Nachdruck zu vertreten. In der heißen Phase der Reformdiskussion in Brüssel dürfe sich Frau Künast nicht ihrer Verantwortung entziehen, sagte der Minister vor Vertretern der Milcherzeugergemeinschaft Altötting/Mühldorf eG in Mettenheim. Von der Bundeslandwirtschaftsministerin erwartet sich Miller, dass sie jedem Reformpaket die Zustimmung verweigert, das die wesentlichen Fragen des Milchmarktes nicht zufriedenstellend löst. Dazu gehören aus seiner Sicht die Fortsetzung einer wirksamen Milchquotenregelung bis 2015 und der Verzicht auf jegliche Quotenerhöhungen bzw. die Rücknahme der bereits beschlossenen Quotenanhebung. Auch für Stützpreissenkungen sieht der Minister marktpolitisch keine Notwendigkeit. Falls es trotzdem zu Preisanpassungen kommt, erwartet sich Miller einen vollständigen Ausgleich. Von ausschlaggebender Bedeutung für einen stabilen Markt hält er auch die Beibehaltung eines wirksamen Außenschutz.

Miller verwies in diesem Zusammenhang auch auf die umfangreichen finanziellen Hilfen des Freistaates für die Land- und Milchwirtschaft. So werden den bayerischen Bauern über das Kulturlandschaftsprogramm und die Ausgleichszahlungen trotz schwieriger Haushaltslage jährlich 329 Millionen Euro für besondere ökologische Leistungen und benachteiligte Ertragslagen gewährt. Ein weiterer Schwerpunkt bayerischer Agrarpolitik besteht in der Förderung einzelbetrieblicher Investitionen in Milcherzeugerbetrieben. Seit 1999 wurde über das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) der Bau von 3.500 Milchviehställen mit rund 400 Millionen Euro unterstützt. Für zukunftsweisende Investitionen in Molkereien werden darüber hinaus im Rahmen der Marktstrukturförderung in den Jahren 2000 bis 2006 53 Millionen Euro EU- und Landesmittel bereitgestellt.

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Die EU-Nitratrichtlinie macht erfinderisch

Themen: Archiv — info @ 10:05

Münster (agrar.de) – Bei der Umsetzung der Umweltschutzvorgaben schlagen die EU-Mitgliedstaaten ganz unterschiedliche Strategien ein, berichtet das Kuratorium für Betriebshilfsdienste und Maschinenringe in Westfalen-Lippe. So dürfen dänische Landwirte per Sondererlaubnis bis zu 230 Kilo Nitrat pro Hektar ausbringen, Belgien und die Niederlande bemühen sich ebenfalls um eine Ausnahmegenehmigung, belgische Bauern exportieren Gülle nach Russland.

Mit dem Erlass der Nitratrichtlinie haben sich die EU-Mitgliedstaaten offensichtlich ein Kuckucksei ins eigene Nest gelegt. Gegen zwölf Länder laufen derzeit Vertragsverletzungsverfahren, und Finnland, Dänemark sowie Griechenland, gegen die im Moment kein Verfahren anhängig ist, sind in der Vergangenheit bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten und können keineswegs sicher sein, ob sie demnächst nicht nochmals unerfreuliche Post aus Brüssel erhalten. Insbesondere Griechenland hat die Europäische Kommission derzeit ins Visier genommen. Insgesamt hat die Kommission wegen unterschiedlicher Verstöße gegen die Nitratrichtlinie rund 50 verschiedene Vertragsverletzungsverfahren gegen die Mitgliedstaaten angestrengt. Einige Verfahren wurden in der Zwischenzeit nach entsprechenden Abhilfemaßnahmen eingestellt, manche Länder, darunter Deutschland, wurden vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) hingegen verurteilt. Um dem Damoklesschwert der Luxemburger Richter zu entrinnen, haben die EU-Staaten völlig unterschiedliche Strategien entwickelt. Während sich die meisten wacker gegen die Vorwürfe aus Brüssel verteidigen, haben sich einige wenige für einen offensiven Kurs entschieden. Bei der Lektüre des Kleingedruckten stellten Dänemark, die Niederlande und Belgien erfreut fest, dass die Nitratrichtlinie Ausnahmemöglichkeiten vorsieht. So kann die Kommission den Mitgliedstaaten gestatten, pro Hektar mehr als 170 kg Nitrat aus organischen Düngern auf ihren Flächen auszubringen – sofern sie strenge Bedingungen erfüllen.

Den Bogen überspannt

Für Dänemark ist diese Taktik aufgegangen: Die Kommission gab dem Antrag Kopenhagens vor wenigen Wochen statt. Die dänischen Landwirte dürfen seit Beginn dieses Jahres auf ihren Flächen somit bis zu 230 kg/ha Nitrat aus organischen Düngemitteln ausbringen. Ein Mitarbeiter von EU-Umweltkommissarin Margot Wallström wies darauf hin, dass diese Genehmigung bis 2004 befristet und an sehr strikte Bedingungen geknüpft sei. So gelte die Ausnahme nur für bestimmte Betriebe und Gebiete und müsse sehr genau kontrolliert werden. Insgesamt seien davon nur etwa 6 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche erfasst. Die niederländischen Behörden scheinen den Bogen mit ihrem bereits im April 2000 eingereichten Antrag hingegen überspannt zu haben. Die Niederlande forderten, je Hektar bis zu 250 kg Nitrat aus organischen Düngern ausbringen zu dürfen, und zwar auf rund 40 Prozent bis 50 Prozent ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche. Das Angebot der Kommission, im Einklang mit den Empfehlungen einer eigens einberufenen Expertengruppe bis zu 230 kg/ha zu gestatten, sofern außergewöhnlich strikte Bedingungen eingehalten werden, lehnten die Niederländer dankend ab. Nachdem die zahlreichen Aussprachen zwischen Den Haag und Brüssel nichts fruchteten, zog die niederländische Regierung ihren Antrag Ende Dezember zurück.

Marktnische

Die Kommission erwartet von den Niederlanden derzeit eine neue Anfrage für eine Sondergenehmigung. Da das niederländische Parlament bereits im Sommer 2001 ein Gesetz verabschiedet hat, wonach bis zu 250 kg Nitrat pro Hektar ausgebracht werden darf, befindet sich Den Haag in Zugzwang. Die Geduld der Brüsseler Behörde neigt sich allerdings zusehends dem Ende entgegen. ‚Die Verhandlungen können nicht mehr ewig dauern‘, sagte ein Kommissionsbeamter. Die in den Niederlanden erlaubten 250 kg/ha verstießen klar gegen das EU-Recht. Man prüfe daher zurzeit, ein neues Vertragsverletzungsverfahren gegen die Niederlande zu eröffnen. In einem bereits laufenden Verfahren gegen die Niederlande wird für die kommenden Wochen ein Urteil des EuGH erwartet. Der Generalanwalt hatte den Luxemburger Richtern im September letzten Jahres empfohlen, das Land wegen Missachtung der aus der Nitratrichtlinie erwachsenden Verpflichtungen zu verurteilen. Die niederländische Praxis, Überschreitungen der zulässigen Ausbringungsmenge von Nitrat mit Geldbußen zu bestrafen, verstoße gegen die EU-Bestimmungen. Die EU-Nitratrichtlinie sei nämlich ein vorbeugendes Instrument. Belgien hat erst vor wenigen Wochen bei der Kommission einen Antrag auf eine Sondergenehmigung für überhöhte Nitratausbringungen eingereicht. Das belgische Papier werde derzeit noch eingehend geprüft, hieß es in Brüssel. In der Zwischenzeit behilft sich Belgien auf unkonventionelle Weise: Es exportiert seine Gülle nach Russland.

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Goldmann: Künast baut neue Subventionstürme in Milliardenhöhe auf

Themen: Archiv — info @ 09:05

Berlin (agrar.de) – Zum propagierten Subventionsabbau der Grünen und der gegensätzlichen Politik von Ministerin Künast im Agrarbereich durch Aufbau neuer Subventionen in Milliardenhöhe für den Ökolandbau erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Die Führung der Grünen möchte Ernst mit dem Subventionsabbau machen. Die Agrarpolitik á la Künast ist das glatte Gegenteil. Für das politische ‚Hätschelkind‘ Ökolandbau werden auf Betreiben von Frau Künast Subventionen im dreistelligen Millionenbereich Jahr für Jahr in Deutschland ausgegeben. Sollte Ministerin Künast ihre Vorgabe von 20 Prozent Ökolandbau in 10 Jahren tatsächlich erreichen wollen, werden sich die Subventionen auf Milliardenbeträge auftürmen.

Dass es die Grünen nicht wirklich ernst meinen mit einem Subventionsabbau, haben auch die Beratungen zum Agrarhaushalt 2003 Anfang des Jahres gezeigt. Die FDP-Bundestagsfraktion hatte insgesamt 11 Anträge auf Kürzungen der Subventionen in Höhe von 116 Millionen Euro gestellt. Sie alle wurden kategorisch von Bündnis 90/Die Grünen und SPD abgelehnt.

Die im Subventionsbericht der Bundesregierung ausgewiesenen 1,74 Milliarden Euro Finanzhilfen und Steuervergünstigungen des Bundes für die Landwirtschaft ließen sich mit den FDP-Anträgen in einem Jahr um etwa 10 Prozent kürzen. Das wäre in jedem Falle besser, als durch Änderungen beim Agrardiesel die ohnehin schon schlechtere Wettbewerbssituation der heimischen Landwirte in der EU noch weiter zu verschlechtern.

Die FDP-Bundestagsfraktion wird diese Kürzungsanträge erneut in die kommenden Beratungen des maroden Bundeshaushaltes einbringen. SPD und Grüne sollten sich gut überlegen, ob wir es uns leisten können, Grüne Spielwiesen mit Millionen und zukünftig mit Milliarden aufzupäppeln und gleichzeitig die unternehmerische Landwirtschaft mit einer wettbewerbsfeindlichen Agrarpolitik aus Deutschland vertreiben wollen.‘

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29. Mai 2003

Die Urlaubsalternative: Ferien auf dem Bauernhof

Themen: Archiv — info @ 16:05

Bonn (agrar.de) – Der schnellste, günstigste und sicherste Weg in den Urlaub führt raus aufs Land. Um die schönsten Ferienhöfe in Deutschland von der Nordsee bis zum Bodensee zu erreichen, benötigt man kein Flugzeug. Nicht einmal ein Auto, denn fast alle holen ihre Gäste inzwischen auf Wunsch auch am Bahnhof ab, und zwar kostenlos! Bereits ab 10 Euro kann man in gemütlichen Bauernbetten schlafen, Natur pur, unbegrenzte Freizeitangebote für Kind und Kegel, frische Milch und selbst gemachte Marmelade zum Frühstück inklusive.

Welcher Ferienhof das beste Preis-/Leistungsverhältnis hat, wie man ihn erreicht und was man in der Umgebung erleben kann, hat die Zentrale für den Landurlaub in dem Reiseführer ‚Raus aufs Land‘ (9,90 Euro zzgl. Versand) zusammengestellt. Auf rund 700 Seiten werden die schönsten Ferienhöfe in Wort und Bild vorgestellt.

Bezug: Zentrale für den Landurlaub, Heerstraße 73, 53111 Bonn, Tel.: 0228-96302-0, Fax: 0228-96302-33, E-Mail.

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Sonnleitner gibt Startschuss für Aktion “ Bauernhof als Klassenzimmer „

Themen: Archiv — info @ 15:05

2.000 Bauernhöfe für Pädagogen und Schüler geöffnet

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, wird am 2. Juni 2003 im niedersächsischen Wunstorf auf dem Hof der Familie Karin und Hans-Georg Meinecke die bundesweite Aktion ‚Bauernhof als Klassenzimmer‚ eröffnen. Prominenter Gast wird der Kulturminister Niedersachsens, Bernd Busemann, sein. 11 Klassen werden diesen Unterrichtstag mit praxisorientiertem Lernen auf dem Hof ausfüllen. Träger dieser im Jahre 2001 erstmals durchgeführten Aktion sind der DBV mit den Landesbauernverbänden in Zusammenarbeit mit dem Verein information.medien.agrar (i.m.a.). Die bundeszentrale Eröffnungsveranstaltung wird vom Landesbauernverband Niedersächsisches Landvolk organisiert.

Für den Schulunterricht öffnen über 2.000 Höfe in diesem Jahr ihre Hoftore, um mit Pädagogen und Schülern die vielseitigen Themen der Landwirtschaft in den Unterricht zu integrieren. Im Rahmen von Projektwochen, Klassenfahrten und Betriebserkundungen bietet die deutsche Landwirtschaft den Schulen für einen praxisorienterten Unterricht an. Der passende Bauernhof in Nähe des Schulstandortes lässt sich schnell über das Internet ausfindig machen. Alle Kreisgeschäftsstellen der Landesbauernverbände sind nach Bundesländern mit entsprechender Postleitzahl aufgelistet. Die Mitarbeiter vor Ort kennen ihre Betriebe am besten und helfen den Schulen, den Bauernhofbesuch zu einem lehrreichen Erlebnis zu machen.

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