22. April 2003

Sachsen: Gelder aus der Hochwasserhilfe bis 31. Mai beantragen

Themen: Archiv — info @ 12:04

Dresden (agrar.de) – Die Anträge auf Hochwasserhilfe müssen betroffene Land- und Forstwirte sowie Gärtner bei ihren zuständigen Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft bis zum 31. Mai diesen Jahres stellen. Anlagen zum Antrag – vor allem Schadensgutachten – können noch bis zum 30. Juni nachgereicht werden. Nach der ‚Richtlinie über die Gewährung von Zuschüssen zugunsten der von den Hochwasserschäden 2002 betroffenen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe‘ (RL-Nr.: 45/02), vom 17. September 2002, läuft die Antragsfrist am 31. Mai ab.

Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass verdeckte Schäden, die erst in diesem Winter/Frühjahr sichtbar wurden, mit einbezogen werden können. Für diese Schadensermittlung gelten ebenfalls die Grundsätze der Richtlinie 45/02.

Bis heute wurden 19,4 Mio Euro von den Landwirtschaftsbehörden bewilligt und nahezu vollständig an die Betroffenen ausgezahlt. Entsprechende Antragsunterlagen sind jederzeit im Internet abrufbar. Für Rückfragen stehen die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft bzw. Landwirtschaft und Gartenbau zur Verfügung.

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Demeter: Fischler-Vorschlag zur Koexistenz von Gentechnik inakzeptabel

Themen: Archiv — info @ 11:04

Bio-Landwirtschaft schleichend bedroht

Brüssel (agrar.de) – ‚Würde der Vorschlag der EU-Kommission zur Koexistenz von Gentechnik umgesetzt, geriete die Bio-Landwirtschaft an den Abgrund,‘ warnt Nikolai Fuchs, EU-Coordinator bei Demeter International. Die Organisation, die weltweit für die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise steht, hat gerade ihr Brüsseler Büro eröffnet. EU-weit repräsentiert es 2.750 landwirtschaftliche Betriebe und knapp 500 Verarbeiter für Bio-Lebensmittel.

Im Vorfeld eines Runden Tisches der Kommission zum Thema Koexistenz am 24. April kritisiert Fuchs, dass in dem Vorschlag Wahlfreiheit als Anspruchs- und nicht als Abwehrrecht interpretiert wird. Fischler gehe offenbar davon aus, dass er beispielsweise auch Gentechnik-Felder vor Öko-Pollenflug schützen müsse. ‚Nichtraucher muss man vor Rauch schützen, Raucher vor sauberer Luft hingegen nicht,‘ findet der Demeter-Sprecher einen plastischen Vergleich. In der Frage der Koexistenz sei die Wahlfreiheit als Abwehrrecht und nicht als Anspruchsrecht zu definieren. Nach dem Vorschlag der Kommission solle jeder Wirtschaftstreibende, der sich einen Vorteil von der von ihm gewählten Wirtschaftsweise verspreche, egal ob Gentechnik oder Öko-Landbau, für den Schutz seiner Felder selbst aufkommen. So solle er zum Beispiel Pufferzonen auf den Flächen selber einrichten. ‚Das stellt das Verursacher-Prinzip auf den Kopf,‘ kritisiert Fuchs.

Außerdem benachteilige es Öko-Bauern, die bekanntlich kleiner strukturierte Felder haben und somit prozentual mehr Fläche für Pufferzonen aufbringen müssten, und untergrabe so indirekt die Wahlfreiheit. Auch die geplante Verlagerung der Gesetzgebung in die Mitgliedsstaaten mache das Verfahren eher schwerer als leichter, da der Willkür vor Ort Tür und Tor geöffnet werde. ‚Es braucht eine eindeutige Regelung auf EU-Ebene,‘ ist sich Fuchs sicher. Fischler dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen und die Frage ob Gentechnik oder nicht lediglich den wissenschaftlichen Committees überlassen. ‚Er muss dafür sorgen, dass Bürger nicht gegen ihren Willen – und sei er ethisch begründet – Gentechnik auf den Tisch bekommen,‘ nimmt Fuchs den EU-Kommissar in die Pflicht.

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Tierschutzbund fordert Geflügelpest-Schutzimpfung

Themen: MKS,Tierseuchen,Verbände,Vogelgrippe — info @ 11:04

Bonn (agrar.de) – 15 Millionen Tiere wurden in den Niederlanden bereits wegen der Geflügelpest getötet. Jeden Tag kommen weitere 700.000 Tiere hinzu, die in unserem Nachbarland gekeult werden. Um das Übergreifen der Geflügelpest auf Deutschland zu verhindern, fordert der Deutsche Tierschutzbund die umgehende Schutzimpfung gegen die klassische Geflügelpest. ‚Werden jetzt keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen und die Tiere geimpft, wird auch in Deutschland einer möglichen Massenkeulung in die Hände gespielt‘, warnt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Dass Tierseuchen nicht an der Grenze Halt machen, haben MKS und Schweinepest hinlänglich gezeigt. Ein Übergreifen der in den Niederlanden grassierenden Geflügelpest auf Deutschland ist daher zu befürchten. Wie bedrohlich nahe die Gefahr bereits ist, zeigt die Tötung der ersten 3.600 Tiere im Landkreis Heinsberg und auch der Kreis Viersen fällt indes in ein Zehn-Kilometer-Sperrgebiet, das rund um einen betroffenen niederländischen Betrieb errichtet wurde. Damit diese Krankheit nicht auch in Deutschland zur Massenkeulung führt, fordert der Deutsche Tierschutzbund, sofort entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Tiere zu ergreifen. ‚Wir müssen mit allen Mitteln verhindern, dass Millionen Tiere getötet werden‘, appelliert Apel an die Verantwortlichen. ‚Daher fordern wir, die Tiere zu impfen, um sie vor der Seuche zu schützen und diese einzudämmen.‘ Schon bei dem Ausbruch der Klassischen Geflügelpest in Italien 1999/2000 konnte man die Seuche erst durch den Einsatz von Impfstoffen in den Griff bekommen.

‚Die Nicht-Impfpolitik der EU muss ein Ende haben‘, so Apels Forderung. ‚Aus den vergangenen Seuchenzügen müssen endlich die Lehren gezogen werden!‘ 2001 fielen der Maul- und Klauenseuche rund sieben Millionen Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen zum Opfer. Die meisten der gekeulten Tiere waren gesund. Die brennenden Scheiterhaufen der toten Tiere haben damals eine tiefe Bestürzung in der Bevölkerung ausgelöst, und auch in der Politik schien sich etwas bewegt zu haben. In der Europäischen Kommission wird die Seuchenpolitik derzeit überdacht. Es steht zur Diskussion, künftig Impfungen im Seuchenfall zuzulassen, um solche Massentötungen zu vermeiden. ‚Szenarien wie bei der MKS dürfen sich nicht wiederholen‘, appelliert Apel an die Verantwortlichen. ‚Im Falle der Geflügelpest muss nun sofort gehandelt werden, bevor es zu spät ist. Wer immer noch an dem Impfverbot festhält, der redet einer überholten Agrarpolitik das Wort, die das Tier nicht als Mitgeschöpf sieht, sondern als Stückgut betrachtet. Betroffen von dem Impfverbot sind auch Zootiere. Das ist wirklich unfassbar.‘

Der Deutsche Tierschutzbund sieht die Schutzimpfung in erster Linie als akute Maßnahme an. Mittelfristig gilt es, die Kriterien der Tierhaltung in Deutschland und Europa so zu ändern, dass eine explosionsartige Ausbreitung von Tierseuchen wie Geflügelpest, MKS oder auch Schweinepest nicht mehr möglich ist. Dazu gehört die strikte Begrenzung von Tiertransporten, mit denen Viren wie ein Flächenbrand über ganz Europa verbreitet werden. Aber auch die Anzahl der Tiere in den Ställen gilt es zu senken. Durch das Einpferchen von tausenden Tieren in einem Stall und von Millionen Tieren in einer Region wird ebenfalls der Boden für eine rasche Ausbreitung von Krankheiten bereitet.

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Erzeugerpreise im März 2003 um 1,7 Prozent höher als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 11:04

Wiesbaden (agrar.de) – Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag im März 2003 um 1,7 Prozent höher als im März 2002. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Jahresveränderungsrate im Februar 2003 + 1,9 Prozent betragen, während sie im Januar bei + 1,6 Prozent gelegen hatte. Im Vergleich zum Vormonat hat sich der Index im März 2003 um 0,1 Prozent erhöht.

Der Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr ist nach wie vor wesentlich von der Entwicklung der Energiepreise beeinflusst, die sich gegenüber März 2002 um durchschnittlich 5,6 Prozent erhöhten. Einen besonders starken Preisschub gab es mit + 15,6 Prozent gegenüber März 2002 bei den Mineralölerzeugnissen. Ohne Energie hätte der Erzeugerpreisindex um 0,7 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Weitere überdurchschnittliche Preiserhöhungen im Jahresvergleich gab es im März 2003 bei raffinierten Pflanzenölen (+ 12,8 Prozent) und Weizenmehl (+ 10,7 Prozent) sowie Tabakerzeugnissen (+ 7,2 Prozent). Billiger als vor Jahresfrist waren im März 2003 u.a. Futtermittel für Nutztiere (– 6,1 Prozent).

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20. April 2003

Niederlande: Tierarzt stirbt an Folgen von Geflügelpest

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 11:04

Den Haag (agrar.de) – In den Niederlanden ist ein Tierarzt möglicherweise an den Folgen der Geflügelpest gestorben. Wie das Landwirtschaftsministerium am Samstag mitteilte, wurde aus der Lunge des 57-jährigen Mannes das für die Tierseuche (Aviäre Influenza) verantwortliche Virus isoliert. ‚Weil der Virus der Geflügelpest in den Lungen entdeckt worden ist und es keine andere mögliche Erklärung für das klinische Bild gibt, besteht der starke Verdacht, dass der Mann an den Folgen des Geflügelpest-Virus‘ gestorben ist‘, erklärten die Behörden.

Der Tierarzt starb am Donnerstag in einem Krankenhaus in Den Bosch im Süden des Landes, nachdem er zwei Tage auf einem von Geflügelpest betroffenen Betrieb gearbeitet hatte. Der Arzt hatte sich scheinbar nicht impfen lassen, wie von den Gesundheitsbehörden vorgeschrieben (unsere Meldung).

Seit dem Ausbruch der Geflügelpest wurden bei mehr als 50 Personen Infektionen festgestellt. Sie litten zumeist an einer leichten Augenentzündung und erholten sich schnell. Seit Ausbruch der Seuche sind die Viren in mittlerweile über 220 Betrieben nachgewiesen worden.

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18. April 2003

Brandenburg: Über 60 Millionen Hühnereier jeden Monat

Themen: Archiv — info @ 11:04

Potsdamm (agrar.de) – Im Land Brandenburg wurden im Jahr 2002 in Betrieben mit einer jeweiligen Kapazität ab 3.000 Haltungsplätzen insgesamt 779 Millionen Hühnereier erzeugt. Das waren 16 Millionen oder 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Pro Monat wurden jeweils mehr als 60 Millionen Hühnereier für die Versorgung bereitgestellt, pro Tag waren das etwa 2 Millionen.

Durchschnittlich wurden 2,7 Millionen Legehennen gehalten. Das waren 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2002 wurden 12,4 Prozent der Kapazitäten nicht genutzt. Die Legeleistung je Henne von 287 Eiern war niedriger als im Jahr 2001.

Wie der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik weiter ermittelte, bildet der vorhandene Legehennenbestand eine ausreichende Grundlage für eine stabile Eiererzeugung und Eierversorgung.

Die tierartengerechten Haltungsformen wurden weiter ausgebaut. Ende des Jahres 2002 waren 21 Prozent der vorhandenen Haltungskapazitäten als Freilandhaltung ausgewiesen. Das bedeutete eine Verdoppelung in den letzten fünf Jahren.

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USA: Aufweichung der NOP-Regeln verhindert

Themen: Archiv — info @ 09:04

Öko-Bewegung feiert Erfolg über Politiker-Schachzug

Washington (agrar.de) – Mit einer ‚Last-Minute-Aktion‘ hinter verschlossenen Türen hatte der republikanische Kongress-Abgeordnete Nathan Deal die Regeln des National Organic Program (NOP) ausgehebelt. Der Lobbyist aus dem Bundesstaat Georgia brachte einen Änderungsvorschlag zur Öko-Gesetzgebung (‚Section 771‘) im Rahmen einer Sammelabstimmung ein, bei der auch die Finanzierung des amerikanischen Irak-Feldzuges bewilligt wurde.

Die Verordnung, der Kongress und Repräsentantenhaus zustimmten, sollte es gestatten Fleisch-, Milch- und Geflügelprodukte auch dann als Öko-Lebensmittel (‚USDA certified organic‘) zu deklarieren wenn die Erzeugung nicht ausschließlich mit Öko-Futter erfolgte. Als Begründung hieß es, Öko-Futtermittel seien nicht in ausreichender Menge vorhanden und doppelt so teuer wie konventionell erzeugte Futtermittel.

Die drohende Aufweichung des erst im vergangenen Oktober in Kraft getretenen US-Öko-Standards rief Verbände, Zertifizierer, Verarbeiter, Handel und Landwirte auf den Plan. Sie sahen in der Änderungsverordnung einen Angriff auf die Glaubwürdigkeit des NOP. In einer Eilaktion mobilisierten sie mit Unterschriften-, E-Mail- und Telefonkampagnen die Öffentlichkeit und schließlich auch soviele Politiker, dass der Änderungsvorschlag nun zurückgezogen werden mußte.

Die schnelle Korrektur der Korrektur belege, dass die US-amerikanische Öko-Bewegung, trotz eines Markanteils ihrer Produkte von lediglich zwei Prozent, zu einer ernstzunehmenden Größe in der Agrarpolitik geworden sei und nicht mehr als ‚Haufen von Birkenstock-Hippies‘ abgetan werden könne, kommentieren Washingtoner Medien.

Mit einem jährlichen Wachstum von mindestens 20 Prozent im Laufe der letzten zehn Jahre sind Öko-Landbau und -Vermaktung in den USA mittlerweile einer der wachstumsstärksten Märkte. Die Organic Farming Research Foundation erwartet für das Jahr 2005 eine Umsatz mit Öko-Lebensmitteln von etwa 18 Milliarden US-Dollar.

Die Regeln des National Organic Program brauchten über 12 Jahre bis sie zum Gesetz wurden. Die ersten Veröffentlichungen im Jahr 1997 sahen vor, daß auch bestrahlte, gentechnisch-veränderte oder mit Klärschlamm gedüngte Produkte als ‚ökologisch‘ zertifiziert werden konnten. Über 300.000 Eingaben verhinderten dies und führten zum bis heute wohl umfangreichsten Gesetzgebungsprozess in den Vereinigten Staaten.

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17. April 2003

Eiererzeugung in Sachsen erreicht einen neuen Rekordwert

Themen: Archiv — info @ 16:04

Dresden (agrar.de) – In Sachsen wurden 2002 rund 1,02 Milliarden Hühnereier erzeugt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist das die höchste Jahreserzeugung seit Einführung dieser Statistik 1990. Diese Leistung erbrachten 3,4 Millionen Legehennen in 28 Betrieben mit 3.000 und mehr Hennenhaltungsplätzen.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Eiererzeugung um 14 Millionen Stück (1,4 Prozent). Die Zahl der im Jahresdurchschnitt gehaltenen Legehennen stieg um knapp 57.000 auf 3,4 Millionen (1,7 Prozent). Als durchschnittliche jährliche Legeleistung wurden 300 Eier je Henne errechnet. Das ist ein Ei weniger als im Vorjahr.

Bei einer Einwohnerzahl von 4,37 Millionen im Freistaat Sachsen ergibt sich rein rechnerisch eine Erzeugung von 233 Eiern je Einwohner. Bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 222 Eiern (2001) in Deutschland ist somit die Selbstversorgung mit Eiern in Sachsen mehr als gesichert.

Die sächsischen Geflügelhaltungen wiesen 2002 im Jahresdurchschnitt 3,9 Millionen Legehennenplätze aus. Das sind knapp 57.000 mehr als 2001. Die Auslastung dieser Plätze lag bei 87 Prozent und entsprach damit dem Vorjahreswert. Die meisten Plätze (1,73 Millionen bzw. 44 Prozent) gibt es im Regierungsbezirk Chemnitz. Weitere 1,14 Millionen befinden sich im Regierungsbezirk Leipzig und 1,03 Millionen im Regierungsbezirk Dresden. Über drei Viertel (2,9 Millionen) der gesamten Legehennenplätze in Sachsen konzentrieren sich in vier Betrieben mit 300.000 und mehr Plätzen.

Die dominierende Haltungsform der Legehennen in Sachsen ist die Käfighaltung. Dieser Haltungsart sind knapp 3,6 Millionen Plätze (91 Prozent) in zwölf Betrieben zugeordnet. Weitere 238.000 Plätze (sechs Prozent) stehen in 14 Betrieben mit Freilandhaltung zur Verfügung. 104.000 Hennenhaltungsplätze (drei Prozent) sind in zehn Betrieben mit Bodenhaltung ausgewiesen. Von den 28 Legehennenbetrieben wenden 21 jeweils nur eine Haltungsform an. Sieben Betriebe nutzen mehrere Haltungsformen.

Die Anzahl der Hennenhaltungsplätze in der Käfighaltung blieb im Vergleich zu 1991 mit 3,6 Millionen konstant. Demgegenüber sind für die Boden- und Freilandhaltung Kapazitätserweiterungen ersichtlich. So erhöhte sich die Anzahl der Plätze in der Bodenhaltung von 6.000 auf 104.000 und in der Freilandhaltung von 20.000 auf über 238.000 Hennenhaltungsplätze.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen.

Flath gegen Sonderweg bei Schweinehaltungsverordnung

Themen: Archiv — info @ 15:04

Streumen (agrar.de) – Gegen nationale Alleingänge bei der Schweinehaltung hat sich Sachsens Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) nach Informationen des sächsischen Landesverbandes der Landwirte im Nebenberuf ausgesprochen. Am Rande einer Veranstaltung der Erzeugergemeinschaft ‚Qualitätsfleisch‘ in Streumen (Kreis Riesa-Großenhain) kritisierte Flath die geplante Umsetzung der EU-Richtlinie durch die Bundesregierung, die weit über geforderte Standards hinausgehen soll. (aktueller VO-Entwurf)

‚Ich werde mich mit ganzer Kraft gegen diesen deutschen Sonderweg einsetzen‘, sagte Flath. Denn ähnlich wie zuvor schon bei der Legehennenverordnung würde dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe beeinträchtigt. Gegen mehr Tierschutz habe er nichts einzuwenden, so Flath, aber es könne nicht sein, dass in Deutschland andere Vorgaben zur nutzbaren Bodenfläche für Ferkel, Zuchttiere und Mastschweine gelten als in den Nachbarländern.

So schreibt die EU beispielsweise für Mastschweine bis 110 Kilogramm eine Fläche von 0,65 Quadratmeter vor, für Deutschland sollen künftig bis zu 1,10 Quadratmeter gelten. Flath fürchtet bei der Umsetzung des jetztigen Entwurfs um die Zukunft sächsischer Schweinehaltungsbetriebe. Ein Abwandern der Produktion mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gerade in ländlichen Regionen wäre die Folge.

Das vom Bundeslandwirtschaftsministerium ins Feld geführte Argument, der Markt würde großzügigere Haltungsformen zunehmend honorieren, sei, so Flath ‚mehr als fadenscheinig‘. Da werde der Verbraucher einfach idealisiert, denn derzeit sei eher ein Trend zu Billigwaren zu verzeichnen. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) hatte noch im vergangenen Jahr angekündigt, sich bei der Umsetzung der EU-Richtlinie an den Regeln der wichtigsten deutschen Wettbewerber zu orientieren. Tatsächlich wurden die jeweils strengsten Auflagen aus den niederländischen und dänischen Verordnungen übernommen, vorhandene entlastende Regelungen jedoch nicht berücksichtigt.

In Sachsen betreiben rund 1.600 landwirtschaftliche Betriebe Schweinehaltung. Laut Statistischem Landesamt gibt es 629.512 Schweine im Freistaat.

Links zum Thema Tierhaltung, Links zum Thema Gesetze und Verordnungen.

Florenz: Regeln für Tiertransporte in Europa einhalten

Themen: Archiv — info @ 14:04

Brüssel (agrar.de) – ‚Die Zustände bei Tiertransporten auf Europas Straßen sind schockierend‘, meint Karl-Heinz Florenz (CDU), umweltpolitischer Sprecher der Europäischen Christdemokraten. Es sei völlig inakzeptal, daß klare europäische Vorschriften für die Dauer von Lebenviehtransporten viel zu wenig respektiert würden. Tiertransporte in der EU sind auf ein Maximum von 29 Stunden für ausgewachsene Tiere und 19 Stunden für Jungtiere festgelegt. ‚Wie ist es möglich, daß Schweine bei einem Transport aus den Niederlanden nach Griechenland 90 Stunden in einem LKW eingesperrt waren?‘, fragt Florenz. ‚Für Ruhezeiten, Wasser und Futter scheint sich offenbar niemand zu interessieren. Wenn Angst und Qual Geschmack hätten, würde niemand mehr Fleisch essen!‘ Eine klare Forderung sei daher, daß Europa nur noch soviel Fleisch produzieren solle, wie es selbst verbrauche. Gegenwärtig herrsche aber eine Überproduktion von bis zu 30 Prozent des Bedarfs.

Florenz, Mitunterzeichner eines parlamentarischen Antrags, den inzwischen mehr als 130 Europaabgeordnete unterstützen, setzt sich dafür ein, daß im Rahmen der anstehenden Erweiterung auf die strikte Einhaltung der europäischen Vorschriften in den Beitrittsländern gedrängt wird. Es stimme ihn nachdenklich, daß polnische Transporte von Eseln und Pferden bis zu fünf Tage dauerten, ohne daß für die Tiere gesorgt werde. ‚Das Europäische Parlament hat sich schon im November 2001 in einer Empfehlung für eine Höchstgrenze von acht Stunden Transportzeit oder 500 km eingesetzt.‘ Die Kommission habe diese Empfehlung bisher leider nicht umgesetzt, bedauert Florenz. ‚Mittelfristig müssen wir daher über regionale Förderprogramme zu Aufzucht und Schlachtung der Tiere innerhalb einer Region kommen. Dadurch würden Transportwege erheblich verkürzt und die Transporte selbst deutlich unter den acht Stunden bleiben!‘

Florenz unterstreicht auch den Aspekt der Lebendvieheinfuhren in die EU. ‚Hier herrscht enormer Handlungsbedarf!‘ Es sei dringend geboten, die hohen Anforderungen an die Haltung und den Transport von Tieren international durchzusetzen und auf die Einhaltung der Standarts bei Einfuhren aus Drittländern zu drängen. Die Kommission werde daher in dem Antrag zu Recht aufgefordert, dieses Thema im Rahmen der WTO anzusprechen. Vor allem aber benachteiligten mangelnde Kontrollen und eine teilweise schockierende Mißachtung europäischer Regeln schließlich die europäischen Viehzüchter, so Florenz. ‚Es kann nicht sein, daß die hohen Anforderungen der EU sich ins Gegenteil verkehren und zu einer Benachteiligung der europäischen Bauern führen, die die Standarts einhalten und daher höhere Kosten zu tragen hätten.‘

Florenz drängt im Rahmen seiner parlamentarischen Arbeit darauf, möglichst viele Unterzeichner für diesen parlamentarischen Antrag zu finden. Sollte ihn die Mehrheit aller Parlamentarier – 314 Abgeordnete – unterstützen, ergeht ein konkreter Handlungsauftrag an die Europäische Kommission.

Links zum Thema Tierschutz, Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

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