24. April 2003

AbL: Koexistenz-Veranstaltung der EU-Kommission ist tendenziös

Themen: Archiv — info @ 14:04

Runder Tisch der EU-Kommission zur Koexistenz von genmanipulierten und nichtgenmanipuliertem Ackerbau tendenziös und falsch besetzt

Brüssel/Hamm (agrar.de) – Am heutigen Donnerstag treffen sich auf Einladung der EU-Kommission ausgesuchte Vertreter der Gentechnik-Industrie, Wissenschaftler und einzelner Agrarverbände in Brüssel. Thema des Treffens sind aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zur so genannten Koexistenz von genmanipulierten und nichtgenmanipulierten Ackerpflanzen.

Dazu Martin Hofstetter, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL): ‚Weder die Art und Weise, wie dieser Runde Tisch zusammengesetzt ist, noch die angekündigten Referenten und die ausgewählten Themen werden dem eigentlichen Problem gerecht.‘ So sei die ‚Genindustrie‘ stark vertreten, während Vertreter kritischer Gruppen aus Landwirtschaft, Umweltschutz und Verbrauchern deutlich unterrepräsentiert und teilweise erst gar nicht eingeladen worden seien. ‚Anscheinend handelt es sich um eine Lobbyveranstaltung der Genindustrie‘, so Hofstetter. ‚Zudem will die Kommission nur wissenschaftliche Teilbereiche des Gesamtproblems wie Gentransfer bei Mais und Raps diskutieren. Wichtige grundsätzliche Fragen zur Haftung oder Kostenübernahme für die Trennung stehen dagegen nicht auf der Tagesordnung.‘

Veröffentlichungen der EU-Kommission vom letzten Jahr hätten gezeigt, dass es durch den Anbau von Genpflanzen bei bestimmten Ackerpflanzen unweigerlich zu Verunreinigungen benachbarter Felder kommen könne. Doch nicht nur über Pollenflug von Pflanze zu Pflanze, sondern auch durch verunreinigte Erntemaschinen, verdreckte Silos oder Kontaminationen bereits bei der heimischen Saatgutherstellung könnten Genpflanzen sich ausbreiten und herkömmliche Nahrungspflanzen kontaminieren. Untersuchungen hätten gezeigt, so die AbL, dass dieses Problem um so größer werde, je höher der Anteil an Genpflanzen sei. Außerdem entstünden erhebliche Aufwendungen und Kosten für die Reinhaltung.

Die AbL wirft EU-Kommissar Franz Fischler vor, dass er die Kosten für die Trennung nicht etwa der verursachenden Genindustrie oder den Landwirten aufbürden wolle, die Genpflanzen anbauen. ‚Wenn es nach Kommissar Fischler ginge, müssten ausgerechnet diejenigen, die ohne Genpflanzen wirtschaften wollen, also die große Mehrheit der konventionellen Landwirte und alle Biobauern die Kosten für die Trennung selbst bezahlen. Das ist eine Umkehrung des Verursacherprinzips und zeigt deutlich, welche Interessen Fischler hier vertritt‘, so Hofstetter. ‚Die EU-Kommission entwickelt sich zum Steigbügelhalter der Genindustrie.‘

Nach Ansicht der AbL kümmert sich die Kommission bereits bisher mangelhaft um die Freiheit jener Landwirte, die keine Gentechnik auf ihrem Hof haben wollen – laut Umfragen über 70 Prozent der Landwirte in Deutschland. So müssten z.B. bis heute Futtermittel von gentechnisch manipulierten Pflanzen nicht gekennzeichnet werden. Bei herkömmlichem Saatgut wolle die EU-Kommission sogar hohe Verunreinigungen mit genmanipuliertem Sorten zulassen.

Aktuell werden in der EU im Gegensatz zu den USA fast keine genmanipulierten Pflanzen angebaut. Einzig in Spanien gibt es in geringem Umfang einen Anbau von Genmais. In Deutschland wurden in diesem Frühjahr vom Bundessortenamt drei Genmaissorten für Versuchszwecke zugelassen, so dass auch hier auf einer Fläche von bis zu 500 ha Genmais angebaut werden könnte.

Links zum Thema Biotechnologie, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

Thalheim begrüßt EUGH-Urteil über Nachbauregelung beim Sortenschutzrecht

Themen: Archiv — info @ 12:04

Berlin (agrar.de) – Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) Dr. Gerald Thalheim hat die aktuelle Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über die Nachbauregelung beim Sortenschutzrecht begrüßt. ‚Damit wird eine Klarstellung über den Umfang der Auskunftspflicht im gemeinschaftlichen Sortenschutzrecht vorgenommen‘, sagte Thalheim heute bei einer agrarpolitischen Veranstaltung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) in Dülmen. Die Auswirkungen dieses Urteils auf die Durchführung der Nachbauregelung im nationalen Sortenschutzrecht bedürften der weiteren Prüfung, so der Staatssekretär. Der Rechtspruch des EUGH werde bei der gerichtlichen Entscheidung der nationalen Streitfälle entsprechend berücksichtigt werden.

Im EUGH-Urteil über die Nachbauregelung beim Sortenschutzrecht wird auf die Frage geantwortet, ob alle Landwirte gegenüber dem Inhaber des Sortenschutzes zur Auskunft darüber verpflichtet sind, ob sie Saatgut einer geschützten Sorte nachgebaut haben oder ob nur diejenigen Landwirte zur Auskunft über den Nachbau verpflichtet sind, die von der Möglichkeit des Nachbaus Gebrauch gemacht haben.

Das Urteil besagt, dass keine allgemeine Auskunftspflicht aller Landwirte besteht. Landwirte, die zertifiziertes Saatgut von geschützten Sorten erworben haben und damit Nachbau betrieben haben könnten, sind laut EUGH-Urteil zu dieser Auskunft über den Nachbau verpflichtet.

Das Urteil des Gerichtshofes in der Rechtssache C-305/00: (Pressemitteilung des EuGH)

DER INHABER EINES GEMEINSCHAFTLICHEN SORTENSCHUTZES KANN VON EINEM LANDWIRT AUSKÜNFTE VERLANGEN, WENN ANHALTSPUNKTE DAFÜR VORLIEGEN, DASS DIESER VOM ‚LANDWIRTEPRIVILEG‘ GEBRAUCH GEMACHT HAT

Der Erwerb von Saatgut beim Inhaber ist ein derartiger Anhaltspunkt.

Eine Verordnung von 1994 führt eine einzige und ausschließliche Regelung des gemeinschaftlichen Schutzes für Pflanzensorten ein. Das Recht auf den gemeinschaftlichen Sortenschutz steht der Person zu, die die Sorte hervorgebracht oder entdeckt und entwickelt hat. Die Verordnung sieht eine Ausnahme vom allgemeinen Grundsatz des Schutzes der Rechte des Inhabers vor, die als ‚Landwirteprivileg‘ bezeichnet wird. Die Landwirte können in ihrem Betrieb das Ernteerzeugnis einer geschützten Sorte verwenden, ohne die Zustimmung des Sortenschutzinhabers einholen zu müssen. Diese Ausnahme wurde im öffentlichen Interesse der Sicherung der landwirtschaftlichen Erzeugung geregelt.

Eine Verordnung von 1995 legt die Voraussetzungen für die Anwendung dieser Ausnahme fest und bestimmt, dass die Landwirte, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, dem Inhaber des Sortenschutzes eine Entschädigung zu zahlen haben. Diese Verordnung regelt im Übrigen die Auskunftspflicht des Landwirts, der dem Sortenschutzinhaber bestimmte Informationen zu geben hat.

Herr Schulin, ein deutscher Landwirt, weigerte sich, der Saatgut Treuhandverwaltungsgesellschaft mbH (die von den Sortenschutzinhabern ermächtigt worden ist, ihre Vergütungsansprüche geltend zu machen) Auskünfte zu erteilen und ihr Angaben darüber zu machen, ob er in der Vegetationsperiode 1997/98 vom Landwirteprivileg Gebrauch gemacht hat.

Er wurde vom Landgericht Frankfurt am Main zur Erteilung der verlangten Auskünfte verurteilt. Das im letzten Rechtszug angerufene Oberlandesgericht Frankfurt am Main fragt den Gerichtshof, ob der Inhaber des gemeinschaftlichen Sortenschutzes von jedem beliebigen Landwirt Auskünfte verlangen kann, um von ihm die Zahlung der für die Inanspruchnahme des Landwirteprivilegs geschuldeten Vergütung verlangen zu können, auch wenn kein Anhaltspunkt dafür besteht, dass er die Pflanzensorte in seinem Betrieb verwendet hat.

Der Gerichtshof stellt zunächst fest, dass sich aus den anwendbaren Bestimmungen der Verordnung von 1994 und ihrer Systematik ergibt, dass sie nicht alle Landwirte erfassen. Er stellt weiter fest, dass eine Auslegung dieser Verordnung, wonach alle Landwirte allein wegen ihrer Zugehörigkeit zu diesem Berufsstand – selbst diejenigen, die niemals Vermehrungsgut einer geschützten Pflanzensorte angebaut haben – den Sortenschutzinhabern auf entsprechende Aufforderung relevante Informationen zu geben hätten, außer Verhältnis zum Ziel des Schutzes des jeweiligen legitimen Interesses des Pflanzenzüchters und des Landwirts stehen würde.

Da es aber zum einen für den Sortenschutzinhaber schwierig ist, seinen Auskunftsanspruch durchzusetzen (in der Praxis ermöglicht die Untersuchung einer Pflanze nicht die Feststellung, ob sie durch Verwendung des Ernteerzeugnisses oder durch den Erwerb von Saatgut gewonnen wurde), und da zum anderen die jeweiligen legitimen Interessen des Pflanzenzüchters und des Landwirts geschützt werden müssen, muss der Sortenschutzinhaber berechtigt sein, von einem Landwirt Auskünfte zu verlangen, sobald er über einen Anhaltspunkt dafür verfügt, dass dieser vom ‚Landwirteprivileg‘ Gebrauch gemacht hat.

Der Gerichtshof stellt fest, dass der Erwerb von Saatgut ein solcher Anhaltspunkt ist.‘ Links zum Thema Nachbau und Sortenschutz.

NLG bietet Online-Rechner für AFP-Fördermittel

Themen: Archiv — info @ 12:04

Hannover (agrar.de) – Die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) bietet investitionswilligen Landwirten eine bequeme Möglichkeit der Kalkulation. Auf den Internetseiten der Landgesellschaft können Landwirte die Höhe der Zuschüsse für geplante Investitionen nach dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) ermitteln.

Der von der NLG angebotene Kalkulator ist mit den neuesten Parametern für alle förderfähigen Vorhaben nach diesem Investitionsprogramm ausgestattet. Der Landwirt wählt die Fördermaßnahme aus und gibt das geplante Investitionsvolumen ein, dann errechnet der Kalkulator die Höhe des möglichen Zuschusses und unterscheidet in große und kleine Investitionen. Zudem können über einen ‚Fördermittelscout‘ die aktuellen Richtlinien des AFP eingesehen, mit dem NLG-Info-Brief können sich Interessierte ausführliche Erläuterungen auf ihren Computer laden.

Links zum Thema Förderung.

Geflügelpest: Ab sofort generelles „Flugverbot“ für Brieftauben

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 12:04

Hannover (agrar.de) – Aus Gründen des sich ausweitenden Geflügelpestgeschehens in den Niederlanden und in Belgien haben Bund und Länder heute per Schaltkonferenz ein generelles Verbot für Brieftaubenflugveranstaltungen in Deutschland beschlossen.

Das bereits in Niedersachsen per Erlass eingeschränkte Flugverbot wird heute durch einen neuen Erlass abgelöst, der ein generelles, flugroutenunabhängiges und für alle Landkreise geltendes Verbot für Brieftaubenflugveranstaltungen vorschreibt. Außerdem wird der sogenannte ‚ambulante Handel mit Geflügel‘ untersagt. Hierbei handelt es sich um ‚Kleinanbieter‘, z.B. auf Wochenmärkten und ähnlichen Veranstaltungen, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium heute mit.

Links zum Thema Geflügelpest, Links zum Thema Tiergesundheit.

Rheinland-Pfalz: Kompakte Informationen über die Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:04

Bad Ems (agrar.de) – Knapp 32.700 landwirtschaftliche Betriebe gab es 2001 in Rheinland-Pfalz, fast zwei Drittel davon wurden im Nebenerwerb geführt. Die rund 11.500 Haupterwerbsbetriebe bestellten fast 63 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Diese und viele andere Informationen über die Landwirtschaft bietet ein Faltblatt, das das Statistische Landesamt in Bad Ems jetzt herausgegeben hat. Auf acht Seiten wird in kompakter Form über den Anbau von Feldfrüchten, Gemüse und Wein, über Viehhaltung und Milchproduktion, über Bodennutzung, Pachtverhältnisse und Betriebsgrößen informiert. Daneben gibt es Wissenswertes zur Bedeutung der Landwirtschaft für die heimische Wirtschaft sowie Vergleiche mit dem Bundesgebiet und der Europäischen Union.

Das Faltblatt kann beim Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz, Vertrieb der Veröffentlichungen, 56128 Bad Ems, bestellt werden: Tel.: 02603-71-2450, Fax: 02603-71-3150, E-Mail. Die Inhalte sind außerdem als PDF-Datei im Internet abrufbar.

Links zum Thema %url4%Agrarbericht und Statistik%/%, Links zum Bundesland %url5%Rheinland-Pfalz%/%.

Schleswig-Holstein: Milchleistung der Kühe erreicht neuen Höchststand

Themen: Archiv,Milch — info @ 11:04

Kiel (agrar.de) – Im Jahr 2002 erzeugten in Schleswig-Holstein 6.400 landwirtschaftliche Betriebe, in denen im Jahresmittel 360.000 Milchkühe gehalten wurden, 2,32 Mill. Tonnen Milch. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, errechnet sich daraus ein durchschnittlicher Jahresmilchertrag je Kuh von 6.450 kg, der den bisherigen im Jahre 2001 erreichten Spitzenertrag nochmals übertraf.

Dabei besteht eine Leistungsspanne von knapp 6.000 kg je Kuh und Jahr in den Landkreisen Steinburg und Dithmarschen bis über 7.000 kg im Landkreis Ostholstein. Seit der Einführung der EU-Milchgarantiemengenregelung (Milchquote) im Jahre 1984 hat sich die Milchleistung der Kühe von damals 4.780 kg um ein Drittel erhöht, was einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von 1,8 Prozent entspricht. Bei einer während dieses Zeitraumes rückläufigen Milcherzeugung um 13 Prozent im Land hat die Zahl der Milchkühe (1984: 559.000) um 36 Prozent abgenommen, und zwar im Mittel um 2,6 Prozent pro Jahr.

Die Milchkuhhalter Schleswig-Holsteins lieferten 2,25 Mill. t oder 96,8 Prozent der insgesamt erzeugten Milch an Meiereien zur weiteren Verarbeitung, und zwar zum größten Teil an Meiereien in Schleswig-Holstein, aber auch an Meiereien in Niedersachsen (33 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (13 Prozent). 48 Prozent der Jahresanlieferung entfielen auf das erste Halbjahr und 52 Prozent auf das zweite Halbjahr 2002. Von der auf den landwirtschaftlichen Betrieben verwendeten Milch (74.000 t) wurden 60.000 t verfüttert, knapp 3.000 t auf den Betrieben, vor allem in Hofkäsereien, verarbeitet und 11.000 t frisch verbraucht oder zum weiteren Verbrauch abgegeben.

Links zum Thema Rinder, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

WWF: Mehrheit fordert, dass europäische Wälder unter Schutz gestellt werden

Themen: Archiv — info @ 10:04

Frankfurt (agrar.de) – Der Schutz der Wälder liegt den Europäern besonders am Herzen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der WWF im Vorfeld der vierten europäischen Waldschutzkonferenz in zwölf Ländern durchführte. 93 Prozent der insgesamt 6.000 Befragten halten es für wichtig, dass die heimischen Wälder geschützt werden. 80 Prozent der Befragten forderten, dass zusätzliche Waldflächen als offizielle Schutzgebiete – zum Beispiel in Form von Nationalparken – ausgewiesen werden. Der WWF sieht in dem Umfrage-Ergebnis einen Aufruf an die europäischen Forstminister, auf der Waldschutzkonferenz in der kommenden Woche Maßnahmen zur Erhaltung der Waldgebiete in Europa zu beschließen und zügig umzusetzen. Die ‚Ministerkonferenz zum Schutz der europäischen Wälder‘ findet vom 28. bis 30. April in Wien statt.

Bislang befürchten die Waldexperten des WWF, dass auf der Konferenz der Schutz der Wälder ins Hintertreffen gerät. Nina Griesshammer, Forstreferentin des WWF: ‚Wir hoffen, dass die Forstminister angesichts des deutlichen Votums der Bevölkerung dem Schutz der Wälder den Vorrang geben werden. Die bisherigen Vorbereitungen lassen uns allerdings befürchten, dass vor allem über die weitere nicht nachhaltige Nutzung der Wälder verhandelt wird.‘ Wolle man das europäische Naturerbe und die Lebensräume für mehrere Hundert Pflanzen- und Tierarten erhalten, gebe es ihrer Einschätzung nach keine Alternative zur Ausweisung von Waldgebieten mit hohem Schutzstatus. ‚Zurzeit stehen zwar etwa zehn Prozent der weltweiten Waldfläche offiziell unter Schutz, doch viele dieser Gebiete erfüllen nur minimale Umweltschutzanforderungen‘, so Griesshammer weiter.

In der WWF-Umfrage sprach sich die Mehrheit der Befragten dafür aus, dass Wälder als Erholungsräume erhalten bleiben sollen. Straßenbau und Holzfällerei, die den Erholungsfaktor und die unberührte Natur in den heimischen Wäldern beeinträchtigen, wurden von den Befragten jedoch abgelehnt. ‚Unsere Umfrage zeigt, dass der Wald für die meisten Menschen mehr als reine Natur ist. Viele suchen die heimischen Wälder auf, um sich hier bei ausgedehnten Spaziergängen vom Alltagsstress zu erholen. Vor allem in Stadtnähe dienen Wälder als Ruhezonen und Grüne Lungen‘, freut sich Nina Griesshammer über das Ergebnis der Umfrage.

Links zum Thema Wald und Forst.

23. April 2003

DMK-Förderpreis 2003 ausgeschrieben

Themen: Archiv — info @ 16:04

Bonn (agrar.de) – Bereits im sechsten Jahr schreibt das Deutsche Maiskomitee (DMK) den DMK-Förderpreis für Hochschulabsolventen und Nachwuchswissenschaftler aus. Mit dem Förderpreis sollen anwendungsorientierte wissenschaftliche Arbeiten auf den Gebieten der klassischen und molekularbiologischen Züchtung und des Pflanzenschutzes, des Versuchswesens, der Produktion und Verwertung, der Ökologie und der Ökonomik des Maisanbaues angeregt, gefördert und ausgezeichnet werden.

Voraussetzung ist, dass diese Arbeiten auf den genannten Gebieten einen Beitrag zum wissenschaftlich technischen Fortschritt leisten und die möglichst kur zfristige praktische Umsetzbarkeit der neuen Ergebnisse und Innovationen in einzelbetriebliche oder gesamtwirtschaftliche Nutzenvorteile erkennbar ist.

Der Förderpreis ist mit insgesamt 2.500 Euro dotiert. Es können höchstens drei Arbeiten pro Jahr ausgezeichnet werden. Einsendeschluss für die vollständigen Unterlagen zur Teilnahme an dem Wettbewerb ist der 15. August. Die Preisverleihung erfolgt anlässlich der diesjährigen Jahrestagung des Deutschen Maiskomitees im Rahmen der DMK-Mitgliederversammlung am 20. November 2003 in Eisenach.

Wer sich um den diesjährigen DMK-Förderpreis 2003 bewerben möchte, erhält die Teilnahmebedingungen im Detail unter folgender Adresse: Deutsches Maiskomitee e.V., Clemens-August-Straße 54, 53115 Bonn, Tel.: 0228-265925, Fax: 0228-265863 oder auf der Homepage des Maiskomitees.

Dess: Ministerin Künast zeigt sich beratungs- und erfahrungsresistent

Themen: Archiv — info @ 15:04

Berlin (agrar.de) – Zur Vorlage eines Verordnungsentwurfs zur Änderung der Schweinehaltung durch das Bundesverbraucherschutzministerium erklärt der agrarpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Albert Deß:

‚Ministerin Künast zeigt sich in Sachen Tierschutz und Tierhaltung erneut beratungs- und erfahrungsresistent. Anders ist der Entwurf zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, der auch die Haltungsbedingungen für Schweine über die EU-Vorgaben hinaus verschärft, nicht zu erklären. Dabei zeigen die Erfahrungen mit dem nationalen Alleingang in der Legehennenhaltungs-Verordnung eines ganz klar: An sich wünschenswerte, aber nur in Deutschland geltende Verbesserungen fördern nicht den Tierschutz.

Mit der von Ministerin Künast geplanten Verordnung würden für die deutschen Schweinezüchter einseitig Wettbewerbsnachteile geschaffen. Aufgrund des damit verbundenen Kostendrucks würde sich die Schweinehaltung aus Deutschland in EU-Länder und andere benachbarte Staaten mit niedrigeren Haltungsstandards und Produktionskosten verlagern und in der Wertschöpfungskette ‚Schweinefleisch‘ bis zu 300.000 Arbeitsplätze bedrohen. Aufgrund des freien Warenverkehrs in der EU gelangen die im Ausland zu schlechteren Standards erzeugten Schweinefleischprodukte an die deutschen Ladentheken. Ministerin Künast möchte mit ihrem erneuten nationalen Alleingang den deutschen Verbrauchern vorspiegeln, dass sie tierschutzgerechtere Erzeugnisse kaufen können. Mit einem solchen Vorgehen täuscht die dem Verbraucherschutz verpflichtete Ministerin aber die deutschen Verbraucher.

Der ehrliche und sachlich richtige Weg zu mehr Tier- und Verbraucherschutz besteht in dem Bemühen, die Schweinehaltungsbedingungen EU-weit und darüber hinaus zu verbessern. Die unionsgeführte Mehrheit wird bei der Beratung des Verordnungsentwurfs im Bundesrat dafür sorgen, dass die rot-grüne Bundesregierung endlich diese Lektion lernt.‘

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen, Links zum Thema Agrarpolitik.

Ökobarometer: Wachsende Sensibilisierung für Bioprodukte

Themen: Archiv — info @ 13:04

Berlin (agrar.de) – Mitte April führte das EMNID-Institut im Auftrag des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) zum zweiten Mal eine deutschlandweite, repräsentative Verbraucherbefragung mit 1.000 Befragten durch: Das so genannte Ökobarometer. Im Zentrum stehen dabei – wie schon bei der Befragung im November 2002 – die Einstellungen, Entscheidungen und das Kaufverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher im Bereich Bioprodukte. Was denken sie über Ökolandbau und Bioprodukte und was kaufen sie wirklich? Ein Barometer zeigt Schwankungen – interessante Veränderungen lassen sich auch im Ökobereich feststellen. Deshalb wird es auch in Zukunft im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau regelmäßige Befragungen geben.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze

– 60 Prozent der Befragten kaufen auch weiterhin gelegentlich Bio-Lebensmittel. – 23 Prozent der Befragten wollen in den nächsten 12 Monaten mehr Lebensmittel in Bio-Qualität kaufen. – ‚Sicherheit‘ und ‚Gesundheit‘ motivieren die Verbraucher am stärksten, Biolebensmittel zu kaufen.

Stärkste Bio-Käufergruppe: ‚Die Gelegentlichen‘

Mit stabilen 60 Prozent bilden diejenigen die größte Gruppe, die gelegentlich zu Bio-Lebensmitteln greift. Auffallend: Bei den über 50-Jährigen sind das mit 66 Prozent überdurchschnittlich viele, bei den unter 30-Jährigen ist der Anteil mit 51 Prozent deutlich kleiner. Im Vergleich zur November-Befragung ist die Zahl der Bio-Puristen leicht zurückgegangen. Gaben vor sechs Monaten noch vier Prozent der Befragten an, ausschließlich Bio-Lebensmittel zu kaufen, so sind es im Moment nur noch 2 Prozent. Ein leichter Rückgang von 20 auf 18 Prozent ist außerdem bei denjenigen zu beobachten, die sich zwar für Biolebensmittel interessieren, bisher aber noch keine gekauft haben. 20 Prozent der Deutschen und somit 4 Prozentpunkte mehr als im November gehören in die Kategorie der Konsumenten, die überhaupt kein Interesse an Öko-Produkten haben.

Und in Zukunft?

Bio-Lebensmitteln scheint die Zukunft zu gehören. Der bereits bei der Umfrage im November ausgemachte Zukunftstrend bleibt nahezu unverändert. Bei der Befragung wurden zwei Zeithorizonte unterschieden: die nächsten 12 Monate und die weitere Zukunft.

23 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass sie in den nächsten 12 Monaten verstärkt Bio-Lebensmittel kaufen werden, zwei Drittel geben an, gleich viele Bioprodukte kaufen zu wollen wie bisher. Nur ein geringer Anteil der Befragten (7 Prozent) hat vor, weniger zu Bio-Lebensmitteln zu greifen. Blickt man in die fernere Zukunft, so sagen sogar 43 Prozent der Verbraucher, mehr Lebensmittel in Bio-Qualität kaufen zu wollen als bisher, für 48 Prozent besteht gleichbleibendes Interesse und nur 4 Prozent wollen weniger Bio-Kost in ihren Einkaufskorb legen.

Betrachtet man den Saldo aus erwarteten Zuwächsen und Abnahmen, so zeigt sich, dass 16 Prozent der Bürger laut Selbsteinschätzung schon im kommenden Jahr mit einem Anstieg ihres Biokonsums rechnen. Für die weitere Zukunft beträgt dieser Wert mit 39 Prozent sogar mehr als das Doppelte.

So entscheiden sich die Deutschen

Nach welchen Kriterien wählen die Deutschen ihre Lebensmittel aus?

Eine interessante Beobachtung aus der Novemberumfrage hat sich jetzt aktuell bestätigt: Während vergleichsweise wenig Verbraucher (November 2002, 20 Prozent, April 2003, 19 Prozent) die Herkunft aus ökologischem Landbau als entscheidendes Kriterium beim Einkauf von Lebensmitteln sehen, haben die einzelnen Güte-Kriterien des ökologischen Landbaus eine wachsende Bedeutung bei der Auswahl der Lebensmittel. Einige Beispiele: Der Verzicht auf eine vorbeugende Antibiotikabehandlung von Tieren ist für 58 Prozent der Käufer sehr wichtig (seit November + 2 Prozent), und damit das Top-Kriterium. Artgerechte Tierhaltung ist für 57 Prozent (seit November + 7 Prozent), der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel für 51 Prozent der Konsumenten (seit November + 5 Prozent) besonders entscheidend. Neben den ‚klassischen‘ Kriterien wie ‚guter Geschmack‘ oder ‚Frische und Reife‘, die sehr weit oben rangieren, hat der Gesundheitsaspekt einen noch höheren Stellenwert eingenommen. 54 Prozent (November 2002, 49 Prozent) der Befragten achten sehr stark auf gesunde Lebensmittel. Frauen sind in dieser Gruppe mit 63 Prozent, Männer mit 44 Prozent vertreten.

Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis (53 Prozent), das im November noch an erster Stelle rangierte, ist nunmehr auf den sechsten Platz in der Wichtigkeitsskala zurückgefallen. Für 27 Prozent ( + 5 Prozentpunkte im Vergleich zu November) ist entsprechend ein ’nur‘ niedriger Preis ein entscheidendes Kriterium. Gerade in der unteren Einkommensgruppe bis 1000 Euro achtet der Kunde ganz besonders auf den Preis der Ware (40 Prozent).

Bio – Pro und Contra

Was ist die Motivation der Verbraucher, Bio-Lebensmittel zu kaufen und was hindert sie daran?

Sicherheit (32 Prozent) und Gesundheit (25 Prozent), diese beiden Aspekte motivieren die Befragten am stärksten, Bio-Lebensmittel zu kaufen. 20 Prozent der Verbraucher sind davon überzeugt, bei einem Bio-Produkt mehr Qualität für ihr Geld zu bekommen. Der mit Abstand meistgenannte Ablehnungsgrund ist ein ‚zu hoher Preis‘ (58 Prozent). Für 15 Prozent der Konsumenten sind Zweifel an der wahrheitsgemäßen Deklaration im Bio-Bereich ein Hinderungsgrund und für 14 Prozent ist der stärkste Hinderungsgrund, keine geeignete Einkaufsstätte in der Nähe zu haben.

Insgesamt spiegelt die Befragung eine wachsende Sensibilisierung der Verbraucher für qualitativ hochwertige und gesunde Produkte wider, so das Fazit des BMVEL. Erneut fällt jedoch auf, dass die Einzelkriterien des Ökolandbaus, wie Verzicht auf vorbeugenden Antibiotikaeinsatz oder artgerechte Tierhaltung hoch geschätzt werden, der ökologische Landbau an sich aber als Kaufkriterium wesentlich seltener angegeben wird. Eine wichtige Aufgabe bleibt deshalb auch weiterhin, die Verbraucher über die Produkteigenschaften und Herstellungsweisen von ökologischen Erzeugnissen zu informieren und dadurch eigenverantwortliches Kaufverhalten zu stärken. Ziel muss sein, bei der breiten Bevölkerung ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass hochwertige Lebensmittel ihren Preis wert sind.

Links zum Thema %url4%Bio-Handel und -Vermarktung%/%.

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