30. April 2003

Langer Winter und Trockenheit – Sorgen in Brandenburgs Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 11:04

Potsdam (agrar.de) – Die Witterung der vergangenen Monate setzte den Winterkulturen zu: Trockenheit wechselte mit sehr feuchtem, dann mit sehr kaltem Wetter. Der Landwirtschaft macht der lange Winter mit Temperaturdifferenzen und starker Bodenauskühlungen bei fehlender Schneedecke zu schaffen. Nach aktuellen Erhebungen im Agrar- und Umweltministerium müssen 22.810 Hektar Wintersaat umgebrochen und neu bestellt werden. Aufgrund der Trockenheit konnten Pflanzenschutzmaßnahmen lange nicht durchgeführt werden.

Die Bedingungen von Oktober 2002 bis März 2003 führten zu erheblichen Schäden an der Wintersaat, die durch die trockene Witterung der letzten Wochen noch verstärkt wurden. Seit dem 13. April wird das Land von Nachtfrösten verschont. Am stärksten von Auswinterung betroffen sind Märkisch-Oderland mit 4.959, Prignitz mit 2.890 und Uckermark mit 2.665 Hektar. Weniger geschädigt sind die Südkreise und Potsdam-Mittelmark. Umbrochene Felder werden beispielsweise mit Sonnenblumen, Hafer oder Futterkulturen neu bestellt.

Am schlimmsten trifft die ungünstige Witterung den Winterraps: Auswinterungsschäden liegen bei 8.179 Hektar vor. Selbst einige vor Wintereintritt weit entwickelte Aussaaten, bei denen Ende März Blattneubildungen zu beobachten waren, müssen untergepflügt werden. Je nach Vorwinterentwicklung zeigen ganze Schläge und Schlagteile der Wintergerste stärkere Auswinterungsschäden. Insgesamt sind 7.832 Hektar geschädigt. Bei Spätsaaten von Winterweizen sind örtlich größere Schäden vorhanden. Sie umfassen 4.801 Hektar. Winterroggen und Wintertriticale sind vergleichsweise gering betroffen.

Schwieriger Start im Herbst

Im Herbst vorigen Jahres konnten viele Flächen aufgrund erheblicher Niederschläge nur mit Verzögerung bestellt werden: Der Boden war unbefahrbar geworden. In der Uckermark und im Oderbruch konnten Unternehmen ihre Winterweizenflächen nicht bearbeiten. Problematisch gestalteten sich auch fällige Herbizidmaßnahmen. Eine Reihe der Winterkulturen wiesen lückenhafte Bestände auf. Erst Ende November waren Wintergerste, Winterroggen und zeitig bestellter Winterweizen bestockt. Da die Wintersaat zum Teil unter ungünstigen Bedingungen in den Boden kam, sind Flächen von Auswinterung betroffen.

Schäden durch kalte Temperaturen

Während in den Monaten Dezember, Januar und März die Temperaturen im Normalbereich lagen, war der Februar zu kalt. Die kalte Witterung im Februar führte zu einer Verspätung von bis zu zwei Wochen. Teilweise traten erhebliche Kahlfröste auf, die einigen Sorten von Wintergerste und besonders dem Winterraps schadeten. Sehr strenge Fröste erreichten Tiefstwerte von weniger als minus 15 Grad Celsius. Durch das nächtliche Gefrieren und das teilweise tagsüber Auftauen wurde das feine Wurzelsystem geschädigt. Erst Ende März lagen die mittleren Krumentemperaturen bei 4 bis 7 Grad Celsius, so dass die Vegetation zu wachsen begann.

Zu wenig Wasser in der Wachstumsphase

Im Januar führte Regen zu Staunässe und zum Verlust einiger Pflanzenbestände. Die folgenden zwei Monate waren insgesamt zu trocken: Der Februar brachte 3 bis 24 Millimeter Niederschlag, das sind 8,3 bis 17,5 Prozent der ortsüblichen Niederschlagsmenge. Nur 11 bis 32 Millimeter regnete es im März, das heißt: 61,4 bis 97,6 Prozent zum langjährigen Mittel. Vom 13. bis zum 28. März blieb der Niederschlag sogar ganz aus. Vom 20. März bis zum 4. April war der Grad der Trockenheit in Brandenburg so hoch, dass die Landkreise erhöhte Waldbrandgefahr auswiesen. Die Lage wurde durch Regen entschärft. Seit dem 14. April nimmt die Trockenheit wieder zu. Landesweit besteht seit dem 18. April höchste, ansonsten hohe Waldbrandgefahr.

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FDP: Frühere Zahlungen verhindern Höfesterben

Themen: Archiv — info @ 10:04

Hannover (agrar.de) – Eine vorgezogene Auszahlung der Flächenprämien für Landwirte fordern Michael Goldmann aus Papenburg, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag und Jan-Christoph Oetjen aus Rotenburg, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag. Grund: Nach einem langen und strengen Winter und einer anschließenden ungewöhnlichen Trockenheit stehen viele Landwirtschaftsbetriebe vor dem finanziellen Ruin.

Erst die Kälte und dann der ausbleibende Regen: Das Wetter hat den Landwirten in Niedersachsen in diesem Jahr übel mitgespielt. Nach einer schlechten Ernte 2002 und schwierigen Aussaatbedingungen im Herbst mussten nun viele Landwirte die erfrorene Wintersaat neu bestellen und die Zuckerrübenaussaat wiederholen, da die aufgehende Saat zerstört war.

Jan-Christoph Oetjen, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, will sich daher dafür einsetzen, die Auszahlung der Flächenprämien 2003 – genau wie im Vorjahr – vorzuziehen. ‚Zwar gibt es so keine zusätzlichen Mittel. Wir könnten aber eine neue Bankrott-Welle aufgrund vorübergehender, witterungsbedingter Umstände verhindern, erläuterte Oetjen sein Anliegen.

Normalerweise werden die Flächenprämien erst im Dezember gezahlt, nachdem die zuständigen Behörden nach eingehender Prüfung die beantragten Gelder bewilligt haben. ‚Eine Abschlagszahlung auf Basis der Vorjahresbeantragung ist aber noch vor der Ernte 2003 problemlos möglich und birgt praktisch keine Gefahr einer Fehlleitung der Mittel‘, ergänzte Michael Goldmann.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft gehe ohnehin rasant voran. Wirtschaftlicher Druck und politische Veränderungen in der EU-Agrarpolitik führen nach Meinung der FDP-Agrarexperten jedoch zu einem zusätzlichen Höfesterben. ‚Wir müssen aber alles daran setzen, ein Ausbluten des ländlichen Raumes zu verhindern‘ so Jan-Christoph Oetjen.

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29. April 2003

Niederlande: Öko-Landbau im Internet

Themen: Archiv — info @ 16:04

Wageningen (agrar.de) – Sämtliche Projekte des ökologischen Landbaus in den Niederlanden sind ab sofort für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Innovationszentrum Biologischer Landbau (IBL) der Universität Wageningen hat alle Daten laufender und bereits abgeschlossener Öko-Projekte gesammelt und ins Internet gestellt.

Beschrieben werden rund 350 verschiedene Initiativen, darunter in der Mehrzahl Forschungsprojekte, aber auch Maßnahmen in den Bereichen Ausbildung, Kettenmanagement und Informationskampagnen. Die Öko-Datenbank soll in erster Linie der aktuellen Information von Agrarpolitikern, Bauern und Gärtnern dienen. Sie bietet aber auch dem Verbraucher einen interessanten Einblick in die fortschreitende Entwicklung der biologischen Landwirtschaft in den Niederlanden.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Land Niederlande.

Mecklenburg-Vorpommern: In der Landwirtschaft sind noch Ausbildungsplätze zu haben

Themen: Archiv — info @ 15:04

Backhaus: Nur 85 Prozent der Stellen besetzt

Schwerin (agrar.de) – Während in den meisten Berufen Lehrstellen Mangelware sind, sucht die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern händeringend nach Nachwuchs. ‚Die ersten Ausbildungsverträge sind bereits unterschrieben, aber es werden noch junge Menschen gesucht, die Freude an einem landwirtschaftlichen Beruf haben‘, sagt der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, Dr. Till Backhaus (SPD). Oft werde unterschätzt, wie abwechslungsreich und anspruchsvoll die Tätigkeit etwa als Landwirt sei, der mit seiner Arbeit einen wesentlichen Beitrag zum Naturerhalt und zum Umweltschutz beitrage, so der Minister. Der Auszubildende erwirbt nicht nur Kenntnisse zu den natürlichen Produktionsbedingungen sondern auch den Umgang mit hochtechnologischen Maschinen und Geräten.

In Mecklenburg-Vorpommern werden in rund 700 Ausbildungsbetrieben junge Männer und Frauen in den Berufen Landwirt, Tierwirt, Fischwirt, Pferdewirt, Gärtner, Forstwirt und Molkereifachmann ausgebildet. ‚Allerdings werden zum Beispiel in der Landwirtschaft nur etwa 85 Prozent der vorhandenen Ausbildungsplätze besetzt. Der eigentliche Bedarf liegt sogar noch höher‘, sagt Minister Backhaus. Rund 450 Auszubildende müssten allein für den Bereich Land- und Tierwirt jährlich anfangen, im vergangenen Jahr unterschrieben 292 Männer und Frauen für eine Ausbildung zum Landwirt und 62 für eine Ausbildung zum Tierwirt einen Vertrag.

In Zukunft werden Fach- und Führungskräfte für die Agrarwirtschaft noch verstärkt gesucht werden. ‚In den kommenden fünf Jahren scheiden rund ein Drittel der Beschäftigen – vom Geschäftsführer bis zum Arbeitnehmer – aus dem Arbeitsprozess aus. In einzelnen Regionen steht in mehr als der Hälfte der Unternehmen ein Generationswechsel bevor und in zahlreichen Unternehmen ist die Belegschaft überaltert, ohne dass der notwendige Nachwuchs aus der eigenen Ausbildung rekrutiert werden kann‘, nennt Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus Fakten.

Seit Dezember 2001 informieren deshalb sieben Mitarbeiterinnen in einem Modellprojekt ‚Externes Ausbildungsmanagement‘ (EXAM) in Schulen und auf Ausbildungstagen die Jugendlichen über die Ausbildungsmöglichkeiten in den so genannten grünen Berufen. Träger ist der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern, das Projekt wird fachlich vom Landwirtschaftsministerium begleitet. Die EXAM-Mitarbeiterinnen stehen außerdem in Kontakt mit den Ausbildungsbetrieben sowie den Berufsberatern der Berufsinformationszentren der örtlichen Arbeitsämter.

Im vergangenen Jahr wurde eine Richtlinie zur Förderung der Ausbildungsbereitschaft vom Landwirtschaftsministerium herausgegeben, mit der Jugendliche für einen Beruf in der Agrarwirtschaft gewonnen, aber auch Betriebe dazu animiert werden sollen, zusätzliche Ausbildungsplätze bereitzustellen. Das Ministerium fördert unter anderem den Auszubildenden zusätzliche berufsbezogene Bildungsmaßnahmen mit bis zu 300 Euro im Jahr. Insgesamt kann ein Auszubildender bis zu 4.500 Euro an zusätzlicher Förderung erhalten. ‚Die jungen Leute haben sehr gute Chancen auf Weiterbeschäftigung‘, sagt Minister Dr. Backhaus. Die Fachschule für Landwirtschaft in Güstrow, die Fachhochschule in Neubrandenburg und die Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät der Universität bieten bei entsprechender Qualifikation gute Vorraussetzungen für eine weitergehende Ausbildung.

Links zum Thema Ausbildung und Arbeitsmarkt, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Geflügelpest: Bayern weitet Schutzmaßnahmen aus

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 15:04

München (agrar.de) – Die Maßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest werden in Deutschland ausgeweitet. Darauf hat heute Gesundheits- und Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner hingewiesen. ‚Die Gefahr einer Einschleppung der Geflügelpest nach Deutschland ist angesichts des akuten Seuchengeschehens in den Niederlanden und in Belgien nicht gebannt. Die Geflügelhalter, auch die Hobbyhalter müssen nach wie vor die Schutzmaßnahmen strikt einhalten, um Schaden von der bayerischen Geflügelwirtschaft abzuwenden‘, betonte Sinner.

Ab 30. April gilt eine neue Eilverordnung, mit der die bisherigen Schutzmaßnahmen auch auf die Haltung von Tauben, Fasanen, Rebhühnern und Wachteln ausgeweitet werden. Außerdem wird das Inverkehrbringen von Geflügel durch sogenannte ‚fliegende Händler‘ grundsätzlich verboten; auf Bestellung dürfen Händler aber auch weiterhin ihr Geflügel direkt beim Käufer ausliefern.

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Rheinland-Pfalz: Raben und Tauben schädigen Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:04

Bejagung reicht nicht aus

Mainz (agrar.de) – Aufgrund der wiederholt sehr massiv aufgetretenen Probleme und Schäden in der Landwirtschaft durch den Fraß von Raben, Krähen und Tauben insbesondere in der Südwestpfalz sowie bei Bingen hatte sich Norbert Schindler, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV), in einem Schreiben an das Mainzer Umweltministerium gewendet. In diesem Rahmen hatte er gebeten, sich aufgrund der stark gestiegenen Populationen der Vögel für eine Auslage von Sterilisationsködern einzusetzen.

In einem Antwortschreiben hat nun Hendrik Hering, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz, dargelegt, dass er eine Auslage von Sterilisationsködern für Raben und Krähen nicht durchsetzbar hält. Eine Auslage dieser Sterilisationsköder könne für Vögel nur unselektiv erfolgen. Damit würden unselektive, nicht erwünschte Reproduktionsverluste zu erwarten sein, die auch Tiere der zu schützenden Roten Liste treffen könnten. Weiterhin könnten durch die Aufnahme der Vogelarten Raben und Elstern in das Landesjagdrecht diese seit Januar 1999 bejagt werden. Seitdem hätten sich die Abschussraten jährlich erhöht, so Hering.

Darüber hinaus wolle sich Hering an die zuständigen Unteren Jagdbehörden in den Landkreisen wenden, um über diesen Weg unmittelbar mit den betroffenen Jagdausübungsberechtigten zum Zweck einer stärkeren Bejagung Kontakt aufzunehmen. Denn nach § 27 Bundesjagdgesetz könne die zuständige Behörde anordnen, dass der Jagdausübungsberechtigte unabhängig von den Schonzeiten innerhalb einer bestimmten Frist in bestimmten Umfang den Wildbestand zu verringern habe. Dies müsse demnach erfolgen, wenn es die Rücksicht auf das allgemeine Wohl, insbesondere die Interessen der Land- und Forstwirtschaft und die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, erfordere. Weiterhin wolle sich Hering an den Landesjagdverband Rheinland-Pfalz wenden, um auch hier nochmals die Jägerschaft auf das Problem der Schäden hinzuweisen.

‚Diese Vorgehensweise ist aus unserer Sicht nicht ausreichend und wird das Problem nach wie vor nicht lösen‘, erklärt Norbert Schindler, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd. Auch wenn die Abschusszahlen sich absolut gesehen erhöht hätten, träten die Fraßschäden in immer größerem Maße in verschiedenen Regionen wiederholt auf. Wenn dann wie in diesem Jahr die Getreidekulturen durch die Trockenheit, Frost und den starken Mausbefall ohnehin stark gestresst seien, könne das Vorgehen von den Bauern erst recht nicht hingenommen werden.

Deshalb fordert Schindler in einem weiteren Schreiben, alle Beteiligten an einen gemeinsamen Tisch zu holen, um bessere umsetzbare Maßnahmen auszuarbeiten. Ein ‚So-weiter-wie-bisher‘ löse das Problem in keinem Fall, so Schindler.

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CDU zur Fortentwicklung der EU-Agrarpolitik

Themen: Archiv — info @ 12:04

Husum/Berlin (agrar.de) – Auf einer Klausurtagung der CDU in Husum haben die Agrarpolitiker der Union ihre Vorstellungen zur Fortentwicklung der EU-Agrarpolitik weiter konkretisiert. Sie plädieren für die Einführung eines Modells einer kofinanzierten differenzierten Flächenprämie mit gleitender Einführung. Für Milch wird eine eigenständige Lösung gefordert.

Dazu erklärt CDU-Bundesvorstandsmitglied und agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Harry Carstensen:

‚Die Union will eine an den Interessen von deutscher Landwirtschaft und Gesellschaft orientierte, realisierbare und zur Gewährleistung von Planungssicherheit längerfristig haltbare Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik.

In Brüssel sind die Verhandlungen darüber inzwischen festgefahren. Das Kernstück der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Reform, die Einführung entkoppelter Betriebsprämien – und dies noch vor Ablauf der Agenda 2000 – hat praktisch keine Chance mehr. Es findet keine Mehrheit unter den Mitgliedsstaaten. Seine Nachteile (Bürokratie, Akzeptanzprobleme, Behinderung der Betriebsentwicklung und neue Benachteiligungen bis hin zur Diskriminierung etc.) sind in der Diskussion der letzten Monate deutlich hervorgetreten.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, Alternativvorschläge vorzulegen.

Die Union hat ihre Position zu den Kommissionsvorschlägen in vielen Bereichen bereits formuliert. Sie sind im Beschluss des Bundesrates vom 14. März 2003 enthalten. Ergänzend dazu legen wir heute ein Memorandum mit Präzisierungen in besonders wichtigen Kernbereichen, wie Milch, und vor allem zur Ausgestaltung des Systems der Direktzahlungen vor.

Differenzierte Flächenprämie mit gleitender Einführung (Kombinationsmodell)

Wir sind uns mit der EU-Kommission einig, dass Direktzahlungen zum Erhalt der europäischen Landwirtschaft notwendig sind. Es kommt nun umso mehr darauf an, dass das Beihilfesystem zukunftsfähig ausgestaltet wird und den Interessen der deutschen Landwirtschaft entspricht.

Die Agrarpolitiker der Union setzen auf ein Modell für die Direktzahlungen mit folgenden Kernpunkten:

1. regionalisierte, nach Ackerland (bisherige ausgleichsfähige Kulturpflanzen plus Ackerfutter) und Grünland differenzierte Flächenprämie. Der Erhalt dieser Prämie ist an den Nachweis der Bewirtschaftung des Bodens gebunden. Die Einführung erfolgt von 2007 bis 2012 schrittweise. Im Übergangszeitraum wird eine betriebsindividuelle, nicht handelbare und nur bei Betriebsübergang übertragbare Zusatzprämie vor allem als Ausgleich für die Tierprämien gezahlt. Sie wird in Jahresschritten zu Gunsten der Aufstockung der Flächenprämien abgebaut.

2. nationale Kofinanzierung der Direktzahlungen.

Zwingende Voraussetzungen für die Einführung eines solchen Modells sind

– die Garantie der bisherigen Prämienplafonds für die Mitgliedsstaaten. – mehr Gestaltungsfreiheit der Regionen bei den Direktzahlungen.

Dieses Modell führt zu einem einfachen, transparenten und zukunftsfesten Stützungssystem.

Ablehnung von Cross-Compliance und Modulation

Jeder Landwirt muss die gesetzlichen Umwelt- und Verbraucherschutzstandards einhalten. Insofern ist eine Bindung an die Direktzahlungen nicht notwendig. Besondere Umweltleistungen der Landwirtschaft, die über die gute fachliche Praxis und die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen, sind nach wie vor gesondert zu honorieren.

Die Modulation ist zu bürokratisch und nicht im Interesse der wirtschaftenden Betriebe. Entwicklungspolitik für den ländlichen Raum, Agrarstruktur- und Agrarumweltpolitik können von den Ländern auch ohne Modulation hervorragend betrieben werden. Dies zeigen viele Beispiele aus den unionsgeführten Ländern. Um noch stärker regionalen Erfordernissen und Interessen Rechnung tragen zu können, sollten die regionalen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Wahl der Förderschwerpunkte noch weiter ausgedehnt werden.

Ebenso lehnen wir die zusätzlich vorgeschlagene Degression zur Finanzierung kostenträchtiger Änderungen von Marktordnungen ab.

Eigenständige Lösung für die Milch

Eines der wichtigsten Erzeugnisse der deutschen Landwirtschaft ist die Milch. Der Milchmarkt hat seine eigenen Probleme und bedarf eigener Lösungen. Die Milchpolitik sollte deshalb getrennt von den Überlegungen zur Ausgestaltung der Direktzahlungen über die Fläche erfolgen. Die beste Lösung für den Milchmarkt wäre eine funktionierende Mengenregelung. Wir fordern deshalb von der Bundesregierung dafür in der EU zu kämpfen. Die Milchmarktreform darf nicht vorgezogen werden. Zusätzliche Quotenerhöhungen müssen unterbleiben. Dagegen muss der zur Stabilisierung der Einkommen der Milcherzeuger vorgesehener Teilausgleich für Preissenkungen auf jeden Fall gewährt werden.‘

Dokument: CDU-Memorandum zur Gemeinsamen Agrarpolitik

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Trendstudie: Bio-Handel in Europa

Themen: Archiv — info @ 12:04

Frick (agrar.de) – Das schweizerische Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) veröffentlicht Ende April eine europäische Trendstudie über die Vermarktung von Bioprodukten im konventionellen Einzelhandel. Das berichtet der Biofach-Newsletter.

In der ‚FiBL Supermarktstudie 2002‘ wurden elf europäische Länder näher untersucht (Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Dänemark, Großbritannien, Schweden und Finnland). Neben aktuellen Daten über Umsätze und Umsatzanteile für die einzelnen nationalen Bio-Märkte bietet die Studie für die meisten Länder eine detaillierte Untersuchung der engagiertesten oder umsatzstärksten Supermarktketten in Bezug auf ihre Vermarktungsansätze bei Bioprodukten.

Als Ergebnis der Studie lässt sich festhalten, dass sich die Angebote vergrößert haben. Die Präsentation und die Kennzeichnung von Bio-Produkten hat sich in den meisten Ländern verbessert.

Bio-Produkte sind mittlerweile in fast allen Supermärkten zu finden, wobei eine Sortimentsgröße von mehr als 1.000 Produkten keine Seltenheit mehr ist. Die Mehrheit der Supermarktketten bietet Bio-Produkte unter einer eigenen Handelsmarke an. Schwachstellen liegen häufig noch in der Markenführung von Handelsmarken oder in der Umsetzung von Marketingkonzepten am Point of Sale.

Bezug bei FiBL, Tel.: +41-0-628657-272, Fax: +41-0-62-8657-273, E-Mail. Preis: 99 Euro zuzüglich Versandkosten.

Links zum Thema Bio-Handel und -Vermarktung.

Demeter-Imker bei Künast: Bienensterben durch Futtermangel mitverursacht

Themen: Archiv,Bienen — info @ 10:04

Berlin (agrar.de) – Das beispiellose Bienensterben in Deutschland alarmiert inzwischen auch die Politik. Der Demeter-Imker Günter Friedmann, im Januar ausgezeichnet mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau für seine besonders artgerechte Bienenhaltung, konnte am Dienstag Verbraucherschutzministerin Renate Künast über die dramatische Situation informieren. ‚Durch die intensive Landwirtschaft herrscht in einer weitgehend ausgeräumten Feldflur Mangel an Nektar und vor allem an Blütenpollen für die Insekten. Dadurch werden sie geschwächt und sind anfälliger für Krankheiten,‘ erläuterte Friedmann, der als Bienen-Spezialist des Bundesverbandes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) für alle Bio-Imker spricht.

Das Nahrungsangebot für Honigbienen und andere Insekten habe sich vor allem dadurch verschlechtert, dass es kaum noch blühende Wiesen gäbe, weil die Bauern zunehmend Silage statt Heu bereiten und so bis zu sieben Mal im Jahr mähen, meist vor der Blüte. In den Feldkulturen fänden die Bienen durch die chemische Unkrautregulierung ebenfalls keine Nahrungsquellen mehr. Schwächend wirke zudem vermutlich ein Insektizid, mit dem der Raps gespritzt werde.

In diesem Winter seien fast 60 Prozent der Bienenvölker eingegangen. Das stelle nicht nur für die Erwerbsimker und den deutschen Honigmarkt ein Problem dar, sondern für die gesamte Gesellschaft: ‚Es droht eine Bestäubungskatastrophe.‘ Friedmann unterstrich, dass die meisten Pflanzen unserer Kulturlandschaft für nachhaltige Fruchtbarkeit und Qualität ihrer Früchte auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen sind.

Die biologisch arbeitenden Imker hoffen nun, gemeinsam mit Künast und den zuständigen Behörden, mit Landwirten und Naturschützern die Weichen rasch so umzustellen, dass den Insekten wieder günstige Lebensbedingungen angeboten werden können.

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28. April 2003

Miller gegen Bundesvorschläge zur Jagdrecht-Novelle

Themen: Archiv — info @ 14:04

‚Unkalkulierbare Risiken für Wild, Wald und Flur‘

Rosenheim (agrar.de) – Heftigen Widerstand gegen die von der Bundesregierung geplante Novellierung des Bundesjagdgesetzes hat Landwirtschaftsminister Josef Miller beim diesjährigen Landesjägertag in Rosenheim angekündigt. Die derzeit diskutierten Änderungsvorschläge hätten nicht kalkulierbare Risiken für Wild, Wald und Flur zur Folge und würden die Eigentumsrechte der Grundbesitzer in unverantwortlicher Weise beschneiden, sagte der Minister. Völlig verfehlt seien etwa die Pläne, den Feldhasen und verschiedene Entenarten aus dem Katalog der Wildarten zu streichen, denn: ‚Damit würde auch die Pflicht der Jäger zur Hege entfallen.‘ Eine solche Regelung sei dem Artenschutz alles andere als zuträglich.

Eine Absage erteilte der Minister auch Bestrebungen, die verpflichtende Mitgliedschaft der Grundeigentümer in sogenannten Jagdgenossenschaften abzuschaffen. Der Bund wolle damit den Eigentümern ermöglichen, die Jagd auf ihren Grundstücken zu verbieten. ‚Dies würde unser bewährtes Reviersystem in Bayern und Deutschland völlig aushebeln‘, sagte Miller. Eine verantwortungsvolle und effektive Ausübung der Jagd sei dann nicht mehr möglich. Der Minister kündigte an, die Novellierungs-Vorschläge verfassungsrechtlich prüfen zu lassen, um Nachteile für Bürger, Wild und Staat abzuwenden.

Links zum Thema Jagd und Wild, Links zum Thema Politik.

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