Langer Winter und Trockenheit – Sorgen in Brandenburgs Landwirtschaft
Potsdam (agrar.de) – Die Witterung der vergangenen Monate setzte den Winterkulturen zu: Trockenheit wechselte mit sehr feuchtem, dann mit sehr kaltem Wetter. Der Landwirtschaft macht der lange Winter mit Temperaturdifferenzen und starker Bodenauskühlungen bei fehlender Schneedecke zu schaffen. Nach aktuellen Erhebungen im Agrar- und Umweltministerium müssen 22.810 Hektar Wintersaat umgebrochen und neu bestellt werden. Aufgrund der Trockenheit konnten Pflanzenschutzmaßnahmen lange nicht durchgeführt werden.
Die Bedingungen von Oktober 2002 bis März 2003 führten zu erheblichen Schäden an der Wintersaat, die durch die trockene Witterung der letzten Wochen noch verstärkt wurden. Seit dem 13. April wird das Land von Nachtfrösten verschont. Am stärksten von Auswinterung betroffen sind Märkisch-Oderland mit 4.959, Prignitz mit 2.890 und Uckermark mit 2.665 Hektar. Weniger geschädigt sind die Südkreise und Potsdam-Mittelmark. Umbrochene Felder werden beispielsweise mit Sonnenblumen, Hafer oder Futterkulturen neu bestellt.
Am schlimmsten trifft die ungünstige Witterung den Winterraps: Auswinterungsschäden liegen bei 8.179 Hektar vor. Selbst einige vor Wintereintritt weit entwickelte Aussaaten, bei denen Ende März Blattneubildungen zu beobachten waren, müssen untergepflügt werden. Je nach Vorwinterentwicklung zeigen ganze Schläge und Schlagteile der Wintergerste stärkere Auswinterungsschäden. Insgesamt sind 7.832 Hektar geschädigt. Bei Spätsaaten von Winterweizen sind örtlich größere Schäden vorhanden. Sie umfassen 4.801 Hektar. Winterroggen und Wintertriticale sind vergleichsweise gering betroffen.
Schwieriger Start im Herbst
Im Herbst vorigen Jahres konnten viele Flächen aufgrund erheblicher Niederschläge nur mit Verzögerung bestellt werden: Der Boden war unbefahrbar geworden. In der Uckermark und im Oderbruch konnten Unternehmen ihre Winterweizenflächen nicht bearbeiten. Problematisch gestalteten sich auch fällige Herbizidmaßnahmen. Eine Reihe der Winterkulturen wiesen lückenhafte Bestände auf. Erst Ende November waren Wintergerste, Winterroggen und zeitig bestellter Winterweizen bestockt. Da die Wintersaat zum Teil unter ungünstigen Bedingungen in den Boden kam, sind Flächen von Auswinterung betroffen.
Schäden durch kalte Temperaturen
Während in den Monaten Dezember, Januar und März die Temperaturen im Normalbereich lagen, war der Februar zu kalt. Die kalte Witterung im Februar führte zu einer Verspätung von bis zu zwei Wochen. Teilweise traten erhebliche Kahlfröste auf, die einigen Sorten von Wintergerste und besonders dem Winterraps schadeten. Sehr strenge Fröste erreichten Tiefstwerte von weniger als minus 15 Grad Celsius. Durch das nächtliche Gefrieren und das teilweise tagsüber Auftauen wurde das feine Wurzelsystem geschädigt. Erst Ende März lagen die mittleren Krumentemperaturen bei 4 bis 7 Grad Celsius, so dass die Vegetation zu wachsen begann.
Zu wenig Wasser in der Wachstumsphase
Im Januar führte Regen zu Staunässe und zum Verlust einiger Pflanzenbestände. Die folgenden zwei Monate waren insgesamt zu trocken: Der Februar brachte 3 bis 24 Millimeter Niederschlag, das sind 8,3 bis 17,5 Prozent der ortsüblichen Niederschlagsmenge. Nur 11 bis 32 Millimeter regnete es im März, das heißt: 61,4 bis 97,6 Prozent zum langjährigen Mittel. Vom 13. bis zum 28. März blieb der Niederschlag sogar ganz aus. Vom 20. März bis zum 4. April war der Grad der Trockenheit in Brandenburg so hoch, dass die Landkreise erhöhte Waldbrandgefahr auswiesen. Die Lage wurde durch Regen entschärft. Seit dem 14. April nimmt die Trockenheit wieder zu. Landesweit besteht seit dem 18. April höchste, ansonsten hohe Waldbrandgefahr.
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