02. April 2003

In eigener Sache: Tractorpulling-Forum

Themen: Archiv — info @ 16:04

Rheine (agrar.de) – Passend zum Start der neue Tractorpulling-Saison startet @grar.de gemeinsam mit der Deutschen Trecker Treck Organisation (DTTO) ein neues Diskussionsforum zum Thema Tractorpulling.

Das neue Forum ist sowohl über @grar.de als auch über die WWW-Seiten der DTTO erreichbar und soll den Tractorpulling-Teams wie auch den Fans die Möglichkeit geben sich online über den Mototsport auszutauschen.

Links zum Thema Landtechnik, Links zum Thema %url4%Tractorpulling%/%.

Ökolandbaugesetz: Miller fordert Nachbesserungen

Themen: Archiv — info @ 15:04

München (agrar.de) – Nicht nachvollziehen kann Landwirtschaftsminister Josef Miller die Zufriedenheit von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast mit dem jetzt in Kraft getretenen Öko-Landbaugesetz (ÖLG).

Miller: ‚Frau Künast redet zwar ständig von Verbraucherschutz, lässt es dann aber an Taten fehlen.‘ Das ÖLG sei bereits bei seiner Verkündigung im Juli vergangenen Jahres reformbedürftig gewesen. Der Bundesrat habe deshalb mit deutlicher Mehrheit auf Antrag Bayerns mehr Transparenz und Sicherheit eingefordert – allerdings ohne Erfolg. Die Änderungswünsche der Länderkammer liegen nach wie vor beim Bundestag zur Beratung und abschließenden Entscheidung.

Dass die Forderungen bisher unter den Tisch gefallen sind, ärgert den Minister: ‚Der Nitrofenskandal im vergangenen Jahr hat deutlich gezeigt, dass die im ÖLG verankerten Meldepflichten nicht ausreichen.‘ Der Änderungsvorschlag verpflichtet die Kontrollstellen unter anderem auch bei begründetem Verdacht von Zuwiderhandlungen auf einer vorgelagerten Produktionsstufe zur Information der Kontrollbehörde. Damit können die Warenströme auf allen Ebenen nahtlos nachvollzogen werden. Missstände lassen sich bereits am Ort der Entstehung aufdecken. Miller fordert deshalb schnellstmögliche Nachbesserungen am eben in Kraft getretenen Gesetz: ‚Nur so lässt sich das Vertrauen in ökologisch erzeugte Nahrungsmittel festigen. Schwarze Schafe dürfen im Produktionsprozess keine Chance haben.‘

Links zum Thema Bio-Verordnungen, Links zum Thema Agrarpolitik.

Germanwatch: WTO steckt in ernster Glaubwürdigkeitskrise

Themen: Archiv — info @ 15:04

Entwicklungsländer müssen weiter auf gerechteren Agrarhandel warten

Bonn (agrar.de) – Die Welthandelsorganisation (WTO) steckt in einer ernsten Glaubwürdigkeitskrise. Zu diesem Schluss kommt die Bonner Nord-Süd-Initiative Germanwatch nach dem Ablauf der Frist für die Einigung über ein neues Agrarabkommen bei der WTO in Genf.

‚Die Verhandlungen scheitern an der fehlenden Bereitschaft der Industrieländer, ernsthaft zu verhandeln und den Entwicklungsländern entgegen zu kommen‘, erklärte Rainer Engels, Kampagnenleiter von Germanwatch. ‚Damit werden die WTO und der multilaterale Prozess erheblich in die Kritik geraten. Die Zeit der internationalen Rücksichtnahme scheint zu Ende zu gehen, auch für die EU, die nicht bereit ist ihre umstrittene Agrarpolitik zu reformieren. Die Doha-Verhandlungsrunde der WTO, die eine Entwicklungsrunde sein sollte, hat sich festgefahren.‘

Für Entwicklungsländer sei der derzeitige Entwurf für ein neues Agrarabkommen unannehmbar, so Germanwatch. ‚Während Industrieländer ihre Landwirtschaft weiterhin hoch subventionieren dürfen, soll die kaum noch geschützte Landwirtschaft der Entwicklungsländer zu einer weiteren Zoll- und Subventionssenkung gezwungen werden – um bis zu 40 Prozent!‘, sagte Marita Wiggerthale, Agrarreferentin bei Germanwatch.

Germanwatch begrüßt die ‚Nichteinigung in Genf‘ und die Fortführung der Verhandlungen in allen Bereichen. ‚Besser keine Einigung, als eine für die Entwicklungsländer schlechte‘, so Germanwatch-Vorstandsmitglied Rudolf Buntzel-Cano. Er appellierte an die EU und die anderen Industrieländer, gerade jetzt ‚in Zeiten der amerikanischen Hegemoniebestrebungen‘ den eingeschlagenen Weg unbeirrt fortzusetzen und sich für eine multilaterale Gestaltung gerechter Weltwirtschafts- und Agrarverhältnisse einzusetzen. Das sei nötig als europäischer Beitrag zu einer Weltfriedensordnung.

‚Es ist für das weltpolitische Klima bezeichnend, dass Allen Johnson, Chefagrarunterhändler der USA in Genf, die Bedeutung des Ereignisses herunterspielt, dass die WTO-Agrarverhandlungen mit ihrem beschlossenen Zeitplan gescheitert sind und dass er allein die EU dafür verantwortlich macht. Die USA waren ebenfalls nicht bereit, von ihrer aggressiven und eigenwilligen Verhandlungsvorschlag nur um einen Deut abzuweichen‘, sagte Buntzel-Cano.

Links zum Thema Landwirtschaft international.

Jeder fünfzigste EU-Landwirt wirtschaftete ökologisch

Themen: Archiv — info @ 14:04

Zahl und Fläche der Betriebe stieg in 2000 erheblich an – Deutschland im oberen Drittel

Hannover (agrar.de) – Trotz beachtlicher Zuwachsraten führt der ökologische Landbau in der EU immer noch ein Nischendasein. Die kürzlich von Eurostat veröffentlichte Studie ‚Ökologischer Landbau in Europa‘ weist für das Jahr 2000 rund 3,8 Millionen Hektar (ha) aus, die in der EU nach den Bestimmungen der EU-Ökoverordnung bestellt wurden. Damit hat sich die Öko-Anbaufläche gegenüber 1999 um 15,8 Prozent und gegenüber 1998 sogar um 67,1 Prozent erhöht, berichtet der niedersächsische Landvolk-Pressedienst. Dabei dürfte sich neben der zunehmenden Nachfrage der Verbraucher auch die finanzielle Unterstützung für den Wechsel der Bewirtschaftungsform bemerkbar gemacht haben.

Mit rund 1,04 Millionen ha (plus 14,2 Prozent gegenüber 1999) wurden die meisten Ökoflächen in Italien bewirtschaftet, die Fläche in Großbritannien wuchs um 35,9 Prozent auf 578.803 ha. Auch in Deutschland stellten viele Landwirte ihre Wirtschaftsweise von konventionell auf ökologisch um, das Areal stieg um 20,7 Prozent auf 546.023 ha. In Spanien wurden 380.920 ha (plus 8,2 Prozent), in Frankreich 369.933 ha (plus 17,2 Prozent) und in Österreich 272.000 ha (minus 0,2 Prozent) ökologisch bewirtschaftet. Für Schweden registrierten die Statistiker einen Zuwachs des Bioareals um 12,1 Prozent auf 174.227 ha, in Dänemark nahm die Fläche um 14,8 Prozent auf 157.676 ha und in Finnland um 7,8 Prozent auf 147.268 ha zu. In allen übrigen Ländern wurden im Jahr 2000 weniger als 50.000 ha ökologisch bewirtschaftet.

Mit insgesamt 3,8 Millionen ha erreichte die Ökoanbaufläche trotz dieser hohen Zuwachsraten im Jahr 2000 nur einen Anteil von rund drei Prozent an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche der EU. Zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten variierte dieser Anteil erheblich. Während es Italien und Österreich auf Raten von jeweils acht Prozent brachten, bewegten sich Großbritannien mit vier Prozent und Deutschland mit einer Rate von drei Prozent nahe am EU-Mittel.

Doch nicht nur die ökologisch bewirtschaftete Fläche, auch die Zahl der Betriebe hat erheblich zugenommen. Im Jahr 2000 wirtschafteten in der EU 132.552 Landwirte nach den Kriterien der EU-Ökoverordnung, und damit 9,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Ökobetriebe zählten die Statistiker in Italien mit 53.630, gefolgt von Österreich mit 18.630 und Spanien mit 13.394 Betrieben. Die stärksten Zuwächse meldeten jedoch Großbritannien und Deutschland: Während die Zahl der Ökobetriebe in Großbritannien um 40,4 Prozent auf 3.563 zulegte, wuchs sie in Deutschland um 22,2 Prozent auf 12.740 Betriebe. Und zumindest die deutschen Ökobetriebe haben ihren Wachstumskurs fortgesetzt, in 2001 stieg ihre Zahl auf 14.703 an.

Links zum Thema Bio-Landbau.

Bauern werben neue Freunde – neuer Wettbewerb zur Öffentlichkeitsarbeit

Themen: Archiv — info @ 14:04

Bonn (agrar.de) – Das Agrarmagazin top agrar und die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) schreiben gemeinsam einen Ideen-Wettbewerb zur Öffentlichkeitsarbeit aus. Gesucht werden attraktive Veranstaltungen und Aktionen, die das Image der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit verbessern können. Gefragt sind insbesondere originelle Ideen sowie deren kreative und erfolgreiche Umsetzung. Der Deutsche Bauernverband, der Deutschen LandFrauenverband und der Bund der Deutschen Landjugend unterstützen die Aktion.

Zielsetzung des Wettbewerbs ist es, erfolgreiche Aktionen und Veranstaltungen zu sichten und zu prämieren. Dabei legen die Initiatoren besonderen Wert auf eine realistische Darstellung einer zeitgemäßen Landwirtschaft. Aus dem Wettbewerb soll eine Ideenbörse hervorgehen, in der pfiffige Umsetzungen gesammelt, an andere Veranstalter weitergereicht und damit neue Impulse für erfolgreiche Events gegeben werden. Damit kann gerade Einsteigern in die Öffentlichkeitsarbeit wertvolle Hilfestellung geboten werden. Aber auch ‚alte Hasen‘ werden von den vielfältigen Anregungen profitieren. Der Austausch von Erfahrungen und die Verzahnung der Maßnahmen wird die Effizienz und Wirkung landwirtschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit verbessern.

Auch wenn dies schon Ansporn genug für eine rege Teilnahme sein sollte, wird der Wettbewerb mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Die Sieger der einzelnen Kategorien gewinnen jeweils 1000 Euro, die zweit- und drittplatzierten Einsendungen jeweils 500 bzw. 300 Euro. Alle Wettbewerbsteilnehmer erhalten einen Buchpreis. Teilnehmen können alle Bauernfamilien sowie landwirtschaftliche Gruppen, Vereine, Dorfgemeinschaften, Schulen und Verbände. Ferner sind alle Personen, Firmen und Organisationen, die sich der Landwirtschaft besonders verbunden fühlen, angesprochen. Die Aktionen müssen im Zeitraum vom 1. Januar 2002 bis zum Einsendeschluss am 30. September 2003 gelaufen sein.

Nähere Informationen zum Wettbewerb und seinen Spielregeln finden Sie auf der Internet-Seite der FNL. Ansprechpartner: Matthias Wiedenau, Tel.: 0228-97993-34, Fax: 0228-97993-40, %url3%E-Mail%/%.

Uferrandstreifen auf kooperativem Wege

Themen: Archiv,Umwelt,Wasser — info @ 13:04

Keine ordnungsrechtliche Regelung in Landeswassergesetz-Novelle – NRW-Bauernpräsidenten Möllers und Decker schreiben an Ministerin Höhn

Münster (agrar.de) – Die Präsidenten der NRW-Landesbauernverbände, Franz-Josef Möllers (WLV) und Friedhelm Decker (RLV), haben in einem gemeinsamen Schreiben an Ministerin Bärbel Höhn appelliert, in der derzeit erarbeiteten Novelle des Landeswassergesetzes keine ordnungsrechtliche Regelung zu Gewässerrandstreifen vorzuschlagen. Im Interesse des Gewässerschutzes und der Landwirtschaft gebe es zahlreiche Möglichkeiten, Gewässerrandstreifen auf kooperativem Wege zu verwirklichen. Gesetzliche, ordnungsrechtliche Vorgaben wiederum führten bekanntlich zu großen Akzeptanz- und Umsetzungsproblemen und seien im Hinblick auf die verfolgte Zielsetzung oftmals sogar kontraproduktiv, so die beiden Präsidenten.

Hintergrund ist die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und des Wasserhaushaltsgesetzes in das Landeswassergesetz, an der zurzeit im Ministerium gearbeitet wird. Obwohl die Wasserrahmenrichtlinie und das Wasserhaushaltsgesetz keine obligatorischen Gewässerrandstreifen vorsehen, gibt es dort Überlegungen, im Landeswassergesetz bei Gewässern I. Ordnung 20 m breite, sowie bei Gewässern II. Ordnung und im Innenbereich 5 m breite Gewässerrandstreifen vorzuschreiben.

Eine fachliche Notwendigkeit für obligatorische Gewässerrandstreifen im Landeswassergesetz bestünde nicht, vielmehr würden zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in schwierigen ökonomischen Zeiten zusätzlich belastet. Allein bei 50.000 km Gewässern II. Ordnung würde ein beidseitiger 5 m-Streifen ca. 50.000 ha Gewässerrandstreifen bedeuten, rechnen Decker und Möllers vor. Mit einer solchen Regelung würde zudem das freiwillige Uferrandstreifenprogramm in NRW konterkariert, das zunehmend Akzeptanz in der Landwirtschaft findet. Mittlerweile würden allein 1.500 Landwirte mit fast 2.000 ha an diesem Programm teilnehmen. Auch im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen würden sich weitere Möglichkeiten zur Schaffung von Uferrandstreifen bieten. Besonders interessant dürfte die Verlagerung von Stilllegungsflächen entlang von Gewässern sein, so die beiden Präsidenten. So ließen insbesondere die Vorgaben der EU zu, dass entlang von Gewässern die mindestnotwendige Stilllegungsbreite auf 10 m reduziert werden könne. Leider sei in Deutschland von dieser Regelung nicht Gebrauch gemacht worden, so dass hier weiterhin eine Mindestbreite von 20 m gilt.

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Fell: Pflanzenöltraktoren kommen

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 13:04

Berlin (agrar.de) – Zur gestrigen Tagung zur Zwischenbilanz des 100-Pflanzenöl-Traktoren-Programms erklärt Hans-Josef Fell, forschungs- und technologiepolitischer Sprecher von Bündnis 90 / Die Grünen und Vorstandsmitglied der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR):

‚Das 100-Pflanzenöl-Traktoren-Programm läuft gut. Die Ergebnisse übertreffen sogar die Erwartungen, so das Zwischenergebnis der Wissenschaftler von der Universität Rostock auf der gestrigen Programmtagung in Berlin. Die Tagung fand sehr große Resonanz unter Unternehmern, Landwirten und Verbänden.

Das von der grünen Bundestagsfraktion initiierte Traktorenprogramm läuft seit zwei Jahren. Mittlerweile wurden 110 Traktoren auf Pflanzenölbetrieb umgerüstet und getestet. Sowohl die meisten Unternehmen als auch Wissenschaftler der Universität Rostock und der Projektträger des Verbraucherschutzministeriums, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, haben offensichtlich gute Arbeitet geleistet.

Besonders erfreulich ist, dass fast alle Umrüstkonzepte ihre Praxistauglichkeit bewiesen haben. Einer Fortsetzung und Erweiterung des Programms steht daher technisch nichts im Wege. Schwächen zeigten sich hingegen noch bei der Rapsölqualität. Die Rapsölqualität soll jetzt schnell im Rahmen einer Normierung vereinheitlicht und verbessert werden.

Folgende Anforderungen wurden an die Weiterführung des Programms gestellt:

– Optimierung der Kraftstoffqualität

– Optimierung des Emissionsverhaltens

– Umsetzung der Erkenntnisse aus der ersten Phase.

– noch dieses Jahr soll auch ein Traktor mit Leindotteröl getestet werden, das im ökologischen Mischfruchtanbau gewonnen wurde.

Um die technische Entwicklung und Markteinführung der Pflanzenöltraktoren weiter voranzutreiben, sollte die Bundesregierung möglichst bald ein 1000-Pflanzenöl-Traktorenprogramm auflegen. Dieses Demonstrations-Programm sollte zwei Schwerpunkte enthalten:

– Ein Markteinführungsprogramm mit 900 Traktoren, bei denen sich die Umrüstkonzepte bereits in der Praxis bewährt haben.

– ein Entwicklungsprogramm mit 100 Traktoren mit Motoren der neuesten Generation. Einerseits sollen die Erkenntnisse aus dem 100 Traktorenprogramm in die Motorenentwicklung einfließen. Andererseits gilt es die Umrüstkonzepte auf die neuesten Motoren anzupassen. Die Erkenntnisse des Entwicklungsprogramm werden ständig in das Markteinführungsprogramm einfließen und die Zahl der pflanzenöltauglichen Traktoren stetig erhöhen.

Darüber hinaus gilt es, eine langfristige Option für die Umstellung des gesamten landwirtschaftlichen Fuhrparks auf Biokraftstoffe zu entwickeln.‘

Links zum Thema Biodiesel und Pflanzenöl, Links zum Thema Landtechnik.

Landvolk: Ostereier etwas teurer als vor einem Jahr

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 13:04

Geflügelpest in den Niederlanden verknappt das Angebot

Hannover (agrar.de) – Die Preise für Eier haben sich kurz vor dem Osterfest auf hohem Niveau stabilisiert. Nach Umfragen des niedersächsischen Landvolk-Pressedienstes ist die wichtigste Zutat für das bunte Osternest knapp zwei Cent das Stück teurer als Jahresfrist. Die Landwirtschaftskammern in Hannover und Oldenburg meldeten in der Norddeutschen Eiernotierung einen Preis von 15,8 Cent je Stück in der Gewichtsklasse M und von 16,6 Cent je Stück in der schwereren Gewichtsklasse XL. Die Preise gelten für weiße Ware, die vor Ostern besonders hoch im Kurs stehen, während die Hausfrauen ansonsten braunschalige Eier bevorzugen. Stabil im Preis ist dagegen der Preis im Erzeuger-Verbraucher-Direktabsatz. Für elf bis 14 Cent das Stück in der Gewichtsklasse M können sich die Verbraucher hier zurzeit sogar günstiger versorgen als im Lebensmitteleinzelhandel.

In einem ohnehin knapp versorgten Markt hat der Ausbruch der Geflügelpest in den benachbarten Niederlanden für eine Stabilisierung der Eierpreise auf hohem Niveau gesorgt. Allerdings ist der Preis nicht so schnell nach oben geschnellt, wie es Marktstrategen erwartet hätten. Im umgekehrten Fall, wenn die Preise unter Druck geraten, reagiert der Markt wesentlich ra-scher. Jedoch erwarten Marktbeobachter in diesem Jahr kaum den nach Ostern üblichen Einbruch der Eierpreise. Die Eiproduktenindustrie habe in den vergangenen Wochen nur sehr geringe Käufe getätigt, so dass die Nachfrage auch über die Ostertage hinaus anhalten dürfte.

Mit einem durchschnittlichen Eier-Verzehr von 222 je Kopf fragt der bundesdeutsche Durchschnittsverbraucher noch nicht einmal die Eiererzeugung eines Legehuhnes nach. 288 Eier legt ein Huhn im Laufe des Jahres, Niedersachsens Hennen sind mit 297 Eier etwas legefreudiger. Das Weser-Ems-Gebiet gilt ohnehin als Hochburg der Geflügelerzeugung. Von bundesweit 10.128 Legehennenhaltern mit mehr als 3.000 Stallplätzen waren 2001 exakt 3.750 in Niedersachsen beheimatet. Aus den alten Bundesländern hat jeder zweite Hennenhalter seinen Stall in Niedersachsen. 14,4 Millionen Hennenplätze gibt es im Agrarland Nr. 1, wo jedes dritte deutsche Ei erzeugt wird.

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Niedersachsen: Landwirtschaftslehre verliert wieder leicht an Zugkraft

Themen: Archiv — info @ 10:04

Zahl der Auszubildenden im gesamten ‚grünen Berufsspektrum‘ ging leicht zurück

Hannover (agrar.de) – Der leichte Abwärtstrend bei der Zahl der Auszubildenden im ‚grünen Berufsspektrum‘ hat sich in 2002 fortgesetzt. Die beiden mit der Berufsausbildung beauftragten Landwirtschaftskammern in Niedersachsen haben zum Stichtag 31.12.2002 insgesamt 3.915 Auszubildende im gesamten Ausbildungsbereich der grünen Berufe registriert, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

Das Zugpferd im Berufsfeld der Agrarwirtschaft blieb mit 1.692 Ausbildungsverhältnissen der Gärtner, auch wenn deren Zahl gegenüber dem Vorjahr um 156 gesunken ist. Die Landwirte brachten es zum Jahresende auf 1.095 Auszubildende, das waren 113 weniger als in 2001. Nach einem Rückgang bis Mitte der neunziger Jahre registrierten die Kammern bis 1999 ein verstärktes Interesse der Jugendlichen, eine Ausbildung in der Landwirtschaft zu beginnen. Darin wurden sie vermutlich durch die damals vorherrschende positive Einkommensentwicklung und das gestiegene Image des Berufes sowie dem Reiz einer zukünftigen selbständigen Tätigkeit bestärkt. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Auszubildenden wieder gesunken, wobei sich insbesondere die mangelnde Planungssicherheit durch die derzeitige Politik bemerkbar machen könnte.

Die Ausbildungsexperten der Landwirtschaftskammern vermuten jedoch, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Ausbildungsverhältnisse bereits wieder ansteigt. Denn mit 496 Schülern im Berufsgrundschuljahr bereiten sich derzeit 53 mehr junge Niedersachsen auf ihre Lehre vor als im Jahr zuvor. Die weiteren Berufe im landwirtschaftlichen Umfeld folgen schon weit abgeschlagen auf den Plätzen. Dazu zählen beispielsweise die Fachwerker im Gartenbau, obwohl die Zahl der Ausbildungsverträge um 30 auf 354 gestiegen ist und die Pferdewirte, deren Zahl um 13 auf 237 zunahm. Abgenommen haben dagegen noch einmal die Auszubildenden in der Forstwirtschaft und zwar um sechs auf 172. Dringend gesucht ist alljährlich der Berufsnachwuchs bei den Molkereien, die aufgrund dieses Nachwuchsmangels in 2001 eine Ausbildungsoffensive gestartet haben. Aktuell bereiten sich 97 junge Menschen auf den Abschluss Molkereifachmann oder Molkereifachfrau vor, weitere 88 auf die des Milchwirtschaftlichen Laboranten.

In den sogenannten ‚grünen Splitterberufen‘ hegen 39 junge Männer und Frauen den Berufswunsch ‚Fischwirt‘, 45 haben sich für eine Ausbildung zum Tierwirt und 30 zum Landwirtschaftlichen Laboranten entschieden. Das Schusslicht bildet der Revierjäger mit elf Ausbildungsverhältnissen. Dabei ist die Zahl der Auszubildenden nicht nur in der Agrarwirtschaft gesunken; laut dem statistischen Landesamt gab es in 2002 mit insgesamt 150.316 Auszubildenden 4,5 Prozent weniger in Niedersachen, in der Agrarwirtschaft betrug der Rückgang 4,2 Prozent. Während andere Branchen jedoch die Zahl der Ausbildungsplätze reduziert haben, blieben in der Agrarwirtschaft viele offene Stellen unbesetzt!

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Das QS-System: Eine Mogelpackung für Bauern und Verbraucher?

Themen: Archiv — info @ 10:04

Dresden (agrar.de) – ‚Das alte CMA-Prüfsiegel ist tot, es lebe das neue Prüfsiegel!?‘ fragt Jochen Dettmer, Generalsekretär des Deutschen Bauernbundes (DBB) im Mitteilungsblatt des Deutschen Bundesverbandes der Landwirte im Nebenberuf. Hier seine Analyse:

Seit Herbst 2001 gibt es ein neues altes Bündnis für die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte. Die CMA und der Deutsche Bauernverband haben gemeinsam mit Vertretern der Futtermittelerzeugung, der Fleischbranche und mit dem Lebensmitteleinzelhandel eine GeseIlschaft gegründet, die ein Prüfsiegel heraus gibt. Zunächst wurde mit Fleisch gestartet, aber andere Produktbereiche sollen folgen. Entstanden ist ‚Qualität & Sicherheit‘ (QS) infolge der BSE-Krise, um zukünftig auf Marktkrisen besser reagieren zu können.

Ist aber dieses QS-Prüfsiegel die richtige Antwort, um mehr Qualität und mehr Sicherheit zu bekommen? Bei der Lebensmittelsicherheit darf es keine unterschiedlichen Standards geben.

Die Lebensmittelsicherheit wird durch die entsprechenden Gesetze definiert. Die Einhaltung der Gesetze muss durch staatliche Stellen kontrolliert werden. Die private Wirtschaft kann diese Kontrolle nicht übernehmen oder ersetzen.

Über diese Standardqualität hinaus gibt es aber zahlreiche Produkte, die durch zusätzliche Qualitätseigenschaften ausgezeichnet sind. Dies können sein: traditionelle Parameter, wie z.B. Fettanteil, Magerfleischanteil, Wässrigkeit und neuere Parameter, wie z.B. Art der Erzeugung, ethische Fragen, regionale Herkunft.

Für diese Produkte, die über der Standardqualität liegen, muss es besondere Qualitätssicherungen geben, die dem Verbraucher auch garantieren, dass die Produkte der gewünschten Qualität entsprechen.

Demnach sind Qualitätssicherungssysteme sinnvoll und auch Voraussetzung für erfolgreiche Markenprodukte. Durch Produktdifferenzierung hervorgegangene Qualitätsprodukte bieten dem Verbraucher ein durch Eigenkontrolle organisiertes Qualitätssicherungssystem. Für diesen Bereich kann es sinnvoll sein, staatlicherseits die Kontrolle der Kontrolle vorzunehmen, bzw. einheitliche Sicherungssysteme zu fordern.

Das von privatwirtschaftlicher Seite entwickelte QS-Programm zielt jedoch darauf ab, für die gesamte Landwirtschaft, bzw. den größten Teil ein Qualitätssicherungssystem einzuführen. Vor diesem Hintergrund sollte das QS-Programm hinterfragt werden: Was bringt es dem Verbraucher? Was bringt es dem Bauern? Ist es überhaupt umsetzbar?

1. Was bringt es dem Verbraucher?

Lebensmittelsicherheit ist nicht teilbar. Lebensmittelsicherheit muss der Verbraucher auch ohne QS erwarten können. QS bringt aufgrund seiner landwirtschaftlichen Kriterien für den Verbraucher nur einen geringen Vorteil gegenüber dem gesetzlichen Standard. Auch die Prozesskontrolle bringt für den Verbraucher nur einen geringen Vorteil, da bekannte Marken und große Handelsunternehmen heute mittlerweile schon ihre eigene Prozesskontrolle ohne QS aufgebaut haben. Der Nutzen für die Verbraucher ist demnach gering.

2. Was bringt es dem Bauern?

Die Erreichung des Ziels der Marktstabilisierung bzw. der Markterweiterung muss erst noch bewiesen werden. Bisher haben sich nach Angaben von QS 30.000 Landwirte gemeldet, die etwa 10 Mio. QS-zertifizierte Schlachtschweine produzieren könnten. Das wären ca. 1/3 der deutschen Gesamtschweineproduktion.

Bezeichnend ist auch, dass Wal-Markt im September 2002 als erster LEH den Verkauf von QS-Fleisch in seinen bundesweit 95 Geschäften startete. Klar scheint aber zumindest zu sein, dass über QS keine höheren Preise am Markt zu realisieren sind. Dagegen ist mit erheblichen Kosten für die Zeichenvergabe und Kontrolle zu rechnen. Konkrete Zahlen sind bisher nicht bekannt geworden. Das QS-Prüfsiegel ist auch für Importware offen. Die dänische Branchenorganisation Danske Slagterier hat schon angekündigt, eine Äquivalenz-Vereinbarung zu Stande zu bringen um mit dänischem Schweinfleisch das QS-Prüfsiegel erhalten zu können. Die Werbung für QS übernimmt übrigens die CMA aus Zwangsabgaben deutscher Bauern. Der Nutzen für die deutschen Bauern ist also eher fraglich.

3. Ist es überhaupt umsetzbar?

Die Glaubwürdigkeit von QS hängt von der Kontrolle ab. Genau Aussagen über die Durchführung und Kosten der Kontrolle hat QS bisher nicht vorgelegt. Betrachtet man die Strukturen der Landwirtschaft und des vor- und nachgelagerten Bereichs (Zahlen siehe Anlage), scheint die Durchführung der Kontrolle sehr fragwürdig. Wenn nur 10 Prozent der teilnehmenden Betriebe kontrolliert würden, scheint der Umfang der Kontrolle noch erheblich, die Aussagefähigkeit jedoch eher gering. Eine genaue Bewertung der QS-Kontrolle kann aber erst bei Vorlage des genauen Kontrollablaufes erfolgen.

Fazit

Die erfolgreiche flächendeckende Einführung des QS-Systems als Qualitätssicherungssystem muss aus Sicht bäuerlicher Interessensvertretungen hinterfragt werden, zumal die Vorteile für Verbraucher und Bauern gering eingeschätzt werden müssen. Eine konsequente Förderung der Marktdifferenzierung und Markenprofilierung erscheint für Verbraucher und Bauern Erfolg versprechender.

Das QS-System birgt die Gefahr in sich, dass sich an den Strukturen des Lebensmittelhandels nichts ändert, aber über QS die Austauschbarkeit der Produkte zunimmt, die Landwirtschaft mit den Kosten belastet wird und eine Produktdifferenzierung mit der Chance zu höheren Preisen nicht stattfindet.

Anlage: Strukturzahlen der Landwirtschaft, vor- und nachgelagerter Bereich Kontrollaufgaben für:

Pflanzenzüchtung 100 Unternehmen, Pflanzenschutzindustrie 48 Unternehmen, Düngemittelindustrie 12 Unternehmen, Mischfutter-Hersteller 520 Unternehmen, Hersteller von Tierarzneimitteln und Futterzusatzstoffen 45 Unternehmen, Mahl- und Schälmühlen 500 Unternehmen, Ölmühlen 12 Betriebe, Stärke-Industrie 19 Betriebe, Zucker-Industrie 32 Betriebe, Genossenschaftlicher Agrarhandel 1066 Betriebe, Privater Agrarhandel 850 Unternehmen, Milchverarbeitung 295 Betriebe, Schlachtereien 277 Betriebe, Fleischverarbeiter 1.062 Betriebe.

In der Landwirtschaft gibt es ca. 420.000 Betriebe, davon 58 Prozent im Nebenerwerb. 26 Mio. Schweine stehen bei 173.000 Tierhaltern, 14 Mio. Rinder stehen bei 242.000 Tierhaltern.

Es gibt 70.000 Einzelhandelsgeschäfte, 30.000 Bäckereien und 30.000 Fleischereien.

Links zum Thema Qualität und Sicherheit, Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

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