30. April 2003

Keppelhoff-Wiechert: Keine Antibiotika mehr in Futtermitteln

Themen: Archiv — info @ 13:04

Brüssel (agrar.de) – EVP-ED-Berichterstatterin Hedwig Keppelhoff-Wiechert (CDU) geht für die Abstimmung Ihres Berichts über die Verwendung von Zusatzstoffen in der Tiernahrung im Agrarausschuß sowie anschließend im Europäischen Parlament von einer breiten Mehrheit aus. Es bestehe ein großer Konsens, daß spätestens zum 31. Dezember 2008 keine Antibiotika mehr in Futtermittelzusatzstoffen verwendet werden.

‚Darüber hinaus wollen wir wollen den notwendigen Druck aufrechterhalten, damit die Pharmaindustrie möglichst schnell Aternativ- oder Impfstoffe zu den bisher verwendeten Kokzidiostatika und Histomonostatika insbesondere für die Geflügelmast entwickelt‘, sagte die CDU-Europaabgeordnete gestern in Brüssel. Das Europäische Parlament werde hier jedoch auf seiner Mitentscheidungskompetenz weiterhin bestehen, so daß die Kommission weitere Auflagen zwingend nur in Abstimmung mit dem Parlament vornehmen können.

Ferner sieht der Bericht der EVP-Agrarpolitikerin die Abschaffung von Wachstumsförderern bereits zum Jahre 2006 vor, auch dies sei nicht zuletzt aus Sicht der Verbraucher ein positiver Aspekt, bei dem mit einer klaren parlamentarischen Mehrheit gerechnet werden könne. Umstritten sei dagegen bisher die von der Kommission geforderte allgemeine Kennzeichnung von Aromastoffen in Futtermitteln gewesen. Inzwischen bestehe jedoch weitgehende Einigkeit, daß die Kennzeichnung von Aromen in Futtermitteln nicht einfach über die Kennzeichnungspflicht in Lebensmitteln hinausgehen könne. So sollen Mischungen und Vormischungen mit Aromen und appetitanregenden Stoffen von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen bleiben, bei mengenmäßigen Beschränkungen der Verwendung dagegen nicht.

‚Mit der offenen Deklaration von Aromen in Mischungen und Vormischungen wäre aber schützenswertes Firmen-Know-How preisgegeben worden. Deshalb stellt die jetzt gefundene Regelung einen vernünftigen Ausgleich zwischen Verbraucherschutz und Firmeninteressen dar‘, betonte die CDU-Europaabgeordnete aus dem Münsterland abschließend. Der nun vorliegende Gemeinsame Standpunkt von Rat und Parlament soll am 20. Mai im Agrarausschuß des Europäischen Parlaments und dann voraussichtlich beim Brüsseler Miniplenum Ende Juni in zweiter Lesung abgestimmt werden.

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