15. April 2003

Tierschutzbund: Kein Rückfall in die Zeit der Käfighaltung von Legehennen

Themen: Archiv — info @ 10:04

Bonn (agrar.de) – Entschieden tritt der Deutsche Tierschutzbund Überlegungen der Landesregierung Niedersachsen entgegen, die Käfighaltung von Legehennen auch über das Jahr 2007 hinaus weiter zu ermöglichen. Hierfür müsste die im vergangenen Frühjahr in Kraft getretene Legehennenhaltungsverordnung, die ein Ende der Käfighaltung für das Jahr 2007 vorschreibt, erneut geändert werden. ‚Das wäre ein eklatanter Rückschritt‘, kommentiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, diese Überlegungen. ‚Es kann nicht angehen, dass so eine Tierhaltung wieder belebt werden soll, die das Bundesverfassungsgericht als tierquälerisch eingestuft hat und die 90 Prozent der Bevölkerung ablehnen.‘

Unmittelbar nach der Wahl der neuen niedersächsischen Landesregierung kündigte diese an, den ‚Fortbestand der Legehennenhaltung in Niedersachsen über das Jahr 2007 hinaus‘ sichern zu wollen. Mit einer Bundesratsinitiative hoffe man, dieses Ziel zu erreichen. Diese Pläne bedeuten, dass auch nach dem vom Bundestag gesetzten Termin modifizierte Legehennenbatterien in Deutschland möglich bleiben sollen. Das aufgrund des Gerichtsurteils des Bundesverfassungsgerichts, das die herkömmliche Käfighaltung als inakzeptabel bezeichnet, für 2007 beschlossene definitive Aus für die Batteriehaltung wäre damit hinfällig. ‚Die Legehennenhaltungsverordnung und das darin festgeschriebene Ende für die Käfighaltung war das richtige Signal für einen verbesserten Tierschutz‘, erläutert Apel und schließt die Forderung an: ‚Nachdem der Bundestag im vergangenen Jahr den Tierschutz zum Staatsziel erklärt hat, ist ein Rückfall hinter diesen ersten Schritt zu einem Mehr an Tierschutz in der Landwirtschaft völlig indiskutabel.‘

Die von Niedersachsens Landesregierung angestellten Überlegungen zeugen von einer einseitigen Ausrichtung auf wirtschaftliche Aspekte. Der Tierschutz bleibt dabei völlig auf der Strecke. ‚Dabei ist der beschlossene Ausstieg aus der Käfighaltung ja keineswegs gleichbedeutend mit einem Ende der Intensiv- und Massenhaltung von Legehennen‘, bedauert Apel. Außerdem sei, so Apel weiter, eine Umstellung von der herkömmlichen Batteriehaltung auf eine artgerechtere Freiland- oder Bodenhaltung nicht mit negativen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. ‚Im Gegenteil: Eine Gefahr für den Standort Niedersachsen kann ich nicht erkennen. Wir müssen in der konventionellen Landwirtschaft den Tierschutz verbessern ohne gleich den ganzen Wirtschaftszweig abzuschaffen‘, erklärt Apel sein Konzept.

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