12. April 2003

DMK: Wachstum der Körnermaisanbaufläche erwartet

Themen: Archiv — info @ 16:04

Körnermaisertrag in den vergangenen 50 Jahren vervierfacht

Bonn (agrar.de) – Im Hinblick auf das bisherige Rekordjahr 2002 bei Ertrag und Erntemenge könnte die Körnermaisfläche nach Einschätzungen des Deutschen Maiskomitees (DMK) im Jahr 2003 weiter wachsen. Die Erwartung des DMK basiert zusätzlich auf den bereits vorliegenden Zahlen zur Wintergetreideaussaat 2002, die deutlich mehr Spielraum für Sommerungen lassen als in den Vorjahren, und den regional erheblichen Auswinterungen vor allem bei Wintergerste und Winterraps.

Nach den Auswinterungsschäden, die allein für die Wintergerste bundesweit auf rund 140.000 Hektar geschätzt werden, werde noch abzuwarten sein, was tatsächlich an Flächen umgebrochen werden muss. Entscheidend werde die Witterung in den nächsten Tagen sein, wobei Niederschläge weiterhin dringend erforderlich seien. Körnermais würde sich in den Regionen, wo die klimatischen Voraussetzungen gegeben sind, als ideale Alternativkultur anbieten, empfiehlt das DMK. Insbesondere auf großen Betrieben passe Körnermais gut in die Fruchtfolge, da sich die Arbeitsspitzen zur Ernte in den Herbst hinein entzerren ließen.

Nachdem die Silomaisfläche im Jahr 2002 noch um 1,2 Prozent eingeschränkt wurde, geht das DMK für 2003 hingegen von einer Stabilisierung der Anbaufläche aus. Diese Erwartung stützt sich vor allem auf den weiter steigenden Konsum an Rindfleisch sowie den nach BSE nun abgeschlossenen Anpassungsprozess in den rinderhaltenden Betrieben.

Regionale Ernteergebnisse 2002 für Körnermais

Körnermais inkl. CCM 2001 und 2002 in t, Stand April 2003, prozentuale Veränderung gegenüber 2001)

Baden-Württemberg; 569.096; 683.707; 20,1 Bayern; 866.778; 1011.109; 16,6 Brandenburg; 79.221; 108.651; 37,1 Hessen; 66.983; 59.324; -11,4 Mecklenburg-Vorpommern; 10.074; 16.871; 67,5 Niedersachsen; 709.330; 711.378; 0,3 Nordrhein-Westfalen; 883.685; 806.353; 8,8 Rheinland-Pfalz; 53.954; 63.723; 18,1 Saarland; 2.419; 916; -62,1 Sachsen; 110.447; 118.633; -7,4 Sachsen-Anhalt; 112.361; 120.103; 6,9 Schleswig-Holstein; 3.916; -; – Thüringen; 36.246; 33.245; 8,3 Bundesgebiet*; 3.504.514; 3.738.448; 6,7 Quelle: ZMP, DMK * = Bundesgebiet inkl. Berlin, Bremen, Hamburg

Zuchtfortschritt bei Körnermais ungebrochen

Wie aus einer aktuellen Zusammenstellung des Deutschen Maiskomitees (DMK) hervorgeht, hat sich der durchschnittliche Körnermaisertrag je Hektar in Deutschland in den vergangenen 50 Jahren vervierfacht. Selbst in der letzten zurückliegenden Dekade konnte ein jährliches Wachstum des Hektarertrages von rund 1,5 dt erzielt werden. Im Einzelvergleich der Jahre stellt die letztjährige Ernte mit 93,5 dt je Hektar im Durchschnitt über alle Bundesländer eine neue Höchstmarke dar. Wie das DMK mitteilt, sei diese Entwicklung nicht nur für Deutschland, sondern gleichläufig auch für Europa und sogar weltweit zu beobachten.

Da davon auszugehen ist, dass die Weiterentwicklung der Produktionstechnik in den letzten Jahren zum Ertragsfortschritt nur noch wenig beigetragen hat, sind diese Ertragssteigerungen fast ausschließlich auf den Erfolg der Pflanzenzüchtung zurückzuführen, folgert das DMK. Für die Zukunft wird eine Fortsetzung dieser Entwicklung erwartet, da das Wachstum der Körnerleistung nahezu linear erfolgt ist und ein Abflachen der Ertragskurve bisher nicht zu beobachten ist. Allerdings fügt das DMK einschränkend hinzu, würden sich die Zuchtziele künftig verschieben. Der Ertragssicherung und der Resistenzzüchtung werde künftig eine noch größere Bedeutung zukommen angesichts einer Reihe neuer Krankheiten und Schädlinge, die bis vor kurzem in Deutschland nicht heimisch waren.

Entwicklung der KörnermaiserträgeErtrag dt/ha (1948-2001)

Länder 48/52; 61/65; 69/71; 79/81; 89/91; 99/01 Deutschland 22,8; 34,8; 50,5; 61,8; 70,9; 88,5 Europa 12,4; 22,8; 33,7; 45,6; 48,2; 52,3 Welt 15,8; 21,6; 24,7; 33,6; 36,5; 43,5

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