19. März 2003

DBV zum Agrarhaushalt 2003: Jeglicher Bewegungsspielraum ist dahin

Themen: Archiv — info @ 09:03

Berlin (agrar.de) – Der heute vom Deutschen Bundestag abschließend beratene Agrarhaushalt 2003 zeigt nach Ansicht des Deutschen Bauernverband (DBV) die Begrenztheit des agrarpolischen Spielraums der Bundesregierung. Selbst die Politik für den ländlichen Raum, also die so genannte ‚zweite Säule‘, ist durch Streichung von ca. 180 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel in der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz erheblich eingeschränkt.

Der DBV kritisiert, dass kaum noch Fördermittel für neue Investitionen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum zur Verfügung ständen, da ein immer größerer Anteil der Gemeinschaftsaufgabe für die so genannten Altverpflichtungen benötigt werde. Anspruch und Wirklichkeit in der Agrarpolitik der Bundesregierung fielen also weiter auseinander. Eine Umkehr in der Förderpolitik der Bundesregierung sei notwendig, andernfalls würden Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in der Land- und Ernährungswirtschaft aufs Spiel gesetzt.

Als Sofortmaßnahme zur Haushaltssanierung schlägt der DBV die Aussetzung der nationalen Modulation vor, also der zweiprozentigen Kürzung der Direktzahlungen ab 2003. Damit würde der Bund etwa 24 Millionen Euro, die Bundesländer 6 Millionen Euro Haushaltsmittel einsparen. Den Landwirten blieben angesichts der im Agrarbericht vorhergesagten deutlichen Einkommensrückgänge von 15 bis 20 Prozent etwa 50 Millionen Euro an Direktzahlungen erhalten.

Der DBV warnt davor, dass in wenigen Jahren keine finanziellen Spielräume im Agrarhaushalt mehr bestehen, da dann sämtliche Mittel durch strukturelle Altlasten im agrarsozialen Bereich verwendet werden. Heute bereits fließen über 70 Prozent des Agrarhaushaltes in Verpflichtungen aus den Sozialsystemen. Damit dürfe die junge Generation der beitragszahlenden Landwirte jetzt nicht allein gelassen werden, betont der DBV.

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Geflügelpest: Keine Entspannung in Holland, keine Entwarnung in Niedersachsen

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 09:03

Hannover (agrar.de) – Der Verdacht auf AI (Aviäre Influenza) in Belgien habe sich bisher nicht bestätigt. Die verhängten Handelsbeschränkungen würden heute aufgehoben. Die Belieferung belgischer Schlachthöfe soll ab sofort wieder möglich sein, teilte heute das niedersächsische Landwirtschaftsministerium nach einer Bund-Länder-Telefonschaltkonferenz mit.

Das Geschehen in den Niederlanden stelle sich unverändert bedrohlich dar. Betriebe mit Virus-Nachweis: 51, Verdachtsbetriebe: 45. Getötet wurden in den Niederlanden bisher rund 3,2 Mio. Tiere aus rund 160 Betrieben. Rund die Hälfte der infizierten Legehennenhaltungen verfügte über Auslaufhaltung.

Obwohl in Niedersachsen die große Mehrzahl der anfangs vorsorglich gesperrten Bestände wieder freigegeben werden konnte, pendele sich die Zahl der unter amtlicher Beobachtung stehenden Bestände auf noch rund 100 ein. 90 davon seien mit Eintagsküken aus einer niedersächsischen Brüterei belieferte Bestände. Diese Brüterei habe bis zum 1. März Bruteier aus den Niederlanden bezogen. Bei einer ‚Vorlaufzeit‘ von vier Wochen (7 Tage Vorbereitung, 21 Tage Brutzeit) sei eine Aufhebung der Sperre dieser Betriebe erst im April möglich.

Unverändert beachtet werden müsse das bis zum 8. April geltende ‚Freilandverbot‘, so der abschließende Ministeriumshinweis. Denn für eine Entwarnung sei es noch viel zu früh.

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Miller fordert Verzicht auf Rinderpass

Themen: Archiv — info @ 09:03

München (agrar.de) – Für einen raschen Verzicht auf den amtlichen Rinderpass im innerstaatlichen Viehverkehr setzt sich der bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller ein. Er hat dazu Bundesagrarministerin Renate Künast aufgefordert, die Viehverkehrsverordnung bis zum Beginn der staatlichen Förderkontrollen Anfang Mai entsprechend zu ändern. Laut Miller ist in Deutschland nach EU-Recht ein Rinderpass nicht mehr erforderlich, weil es hier eine von Brüssel anerkannte Rinderdatenbank gibt, mit der sich der gesamte Viehverkehr zuverlässig überwachen lässt. Sämtliche Informationen können von der Geburt bis zu Schlachtung jederzeit über Internet in der Datenbank abgefragt werden. Die Rinderdatenbank wird am bayerischen Landwirtschaftsministerium zentral für alle Bundesländer geführt.

Vom Wegfall des Rinderpasses verspricht sich Miller eine Entlastung für Landwirte, Schlachtbetriebe und Kontrollbehörden. So müssen die Pässe von geschlachteten oder verendeten Tieren nicht mehr an die ausgebende Stelle – in Bayern das Landeskuratorium für tierische Veredelung – gesandt und archiviert werden. Der Kontrollaufwand sinkt, Bußgelder bei formalen Fehlern, z. B. beim Ausfüllen der Pässe, entfallen. Die Bauern in Österreich oder den Niederlanden brauchen für den innerstaatlichen Viehverkehr bereits seit längerer Zeit keinen Rinderpass mehr.

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18. März 2003

Heß: Mit behutsamen Wachstum und ehrlicher Preispolitik weiterhin hohe Qualität im Öko-Landbau sichern

Themen: Archiv — info @ 16:03

Hohenkammer/Landshut (agrar.de) – ‚Klasse statt Masse‘ – dieses Prinzip muss im Öko-Landbau Vorrang vor der Devise ‚Klasse in Massen‘ haben. Mit dieser Forderung stieß der Prof. Dr. Jürgen Heß von der Universität Kassel bei der Mitgliederversammlung von Naturland Süd-Ost am 13. März in Landshut auf breite Zustimmung. Die erntete Prof. Dr. Heß außerdem mit seinem Vorschlag, Öko-Produzenten bzw. Öko-Konsumenten durch eine Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Öko-Produkte zu entlasten.

Der Öko-Landbau brauche Zeit für ein behutsames Wachstum, damit seine ökologische Vorzüglichkeit auch dauerhaft gesichert bleibe, mahnte der Leiter des Fachgebietes Ökologische Land- und Pflanzenbausysteme der Universität Kassel in seinem Referat vor den Naturland-Bauern. Der Öko-Landbau genieße zu Recht ein hohes Ansehen. In der Praxis des Öko-Landbaus zeige sich aber zunehmend ein Zielkonflikt, um den ökologischen Anforderungen und den wirtschaftlichen Interessen gerecht werden zu können. Der Öko-Landbau brauche daher Zeit für ein gesundes Wachstum, das ihm die Chance zur Entwicklung und Balance lässt und ihn nicht zur Intensivierung zwingt.

Vor diesem Hintergrund unterstrichen die Naturland® Bauern noch einmal ihre Forderung nach einer Anhebung des EU-Öko-Niveaus. ‚Wir unterstützen mit Nachdruck das Memorandum zur Anhebung des EU-Öko-Niveaus, das Bundesministerin Renate Künast in Brüssel eingebracht hat‘, erklärte Hans Hohenester, 1. Vorsitzender von Naturland Süd-Ost und Öko-Bauer aus Landshut, auf der Mitgliederversammlung. ‚Wir haben daher in den vergangenen Tagen eine Unterschriftenaktion unter den Öko-Bauern gestartet, um auf diese Weise unsere Unterstützung zu bekräftigen.‘

Weniger Mehrwertsteuer für Öko-Produkte

Die Folgekosten der konventionellen Landwirtschaft schlagen sich bislang kaum in den Preisen für Lebensmittel nieder. Sie werden vom Steuerzahler getragen. Prof. Dr. Heß forderte in diesem Zusammenhang vor den Naturland-Bauern in Landshut, den Öko-Landbau auch durch eine ‚ehrliche Preispolitik‘ zu fördern. Denkbar sei etwa, für Öko-Produkte nur den halben Mehrwertsteuersatz zu erheben. Auf diese Weise würde man Öko-Konsumenten, die durch den Kauf von Öko-Produkten für die Verursachung bestimmter Belastungen der konventionellen Landwirtschaft keine Verantwortung tragen, gerechter. Öko-Bauern könnten ihre Wettbewerbsposition deutlich verbessern.

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Deutschlands Waldfläche nimmt weiter zu

Themen: Archiv — info @ 14:03

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt zum Internationalen Tag des Waldes am 21. Maerz 2003 mitteilt, hat die Waldfläche in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Zwischen den Jahren 1993 und 2001 betrug der durchschnittliche jährliche Flächenzuwachs fast 100 km²; das entspricht der Fläche der Stadt Mainz.

Im Jahr 2001 waren 29,5 Prozent oder 105.314 km² der Bodenfläche Deutschlands (357.031 km²) mit Wald bedeckt. Unter den Flaechenländern hat Rheinland-Pfalz mit 40,8 Prozent den höchsten und Schleswig-Holstein mit 9,5 Prozent den niedrigsten Waldanteil.

Den größten Anteil an der Bodenfläche Deutschlands – allerdings mit sinkender Tendenz – machten 2001 mit 53,5 Prozent Landwirtschaftsflächen aus. Für Siedlungs- und Verkehrszwecke wurden – mit zunehmender Tendenz – 12,3 Prozent der Bodenfläche genutzt. Wasserflächen bedeckten 2,3 Prozent und Sonstige Flächen (Abbauland, Unland u.a.) 2,4 Prozent der Bodenfläche Deutschlands.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Thema Wald und Forst.

Sachsen-Anhalt: 1,6 Millionen Legehennen legten fast eine halbe Milliarde Eier

Themen: Archiv — info @ 12:03

Halle (agrar.de) – Im Jahr 2002 wurden in 23 spezialisierten Geflügelbetrieben des Landes Sachsen-Anhalt, dazu rechnen Betriebe mit einer Haltungskapazität von mehr als 3.000 Tieren, 448 Mill. Eier produziert. Das waren infolge eines geringeren Legehennenbestandes 15 Mill. (- 3,3 Prozent) weniger als im Jahr zuvor, so das Statistischen Landesamt in einer aktuellen Pressemitteilung.

Mit 285 Eiern pro Huhn im Jahr wurde die gleiche Legeleistung wie im Vorjahr erzielt. Die 1,6 Mill. Legehennen des Landes werden gegenwärtig zu 60 Prozent (1995 = 84 Prozent) in Käfigen und Batterien gehalten. Kontinuierlich ausgedehnt wurde in diesem Zeitraum die Freilandhaltung. Lag der Anteil der Hennenhaltungsplätze dieser Haltungsform 1995 bei knapp 5 Prozent, so wurde er für das Jahr 2002 mit 27 Prozent ausgewiesen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

Neue Online-Datenbank für Öko-Verordnungen und -Richtlinien

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau wurde vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) in Berlin eine neue Online-Datenbank erstellt, die – für eine Vielzahl von Ländern – die gesetzlichen Vorgaben für die Erzeugung, Verarbeitung, Kennzeichnung und Kontrolle von Öko-Produkten sowie deren Unterschiede zur EU-Öko-Verordnung vorstellt.

Ebenso werden Richtlinien von Zertifizierungsorganisationen beschrieben, die eine marktbeherrschende Stellung in den lokalen Märkten einnehmen. Die Datenbank konzentriert sich auf die für Deutschland relevanten Import- und Exportmärkten. Mit Hilfe von Adressen, Links und Originaltexten ermöglicht die Datenbank auch eine zielgerichtete Recherche zu fachspezifischen Fragestellungen. Originaltexte der Verordnungen und Richtlinien, soweit verfügbar in deutscher oder englischer Übersetzung, runden das Angebot ab.

‚Durch die Zusammenarbeit mit Experten aus verschiedenen Kontinenten ist sichergestellt, dass die Informationen auf neuestem Stand sind und über die formalen Anforderungen hinaus auch die tatsächliche Umsetzung vor Ort berücksichtigt wurde‘, erläutert Julia Meier, die Projektkoordinatorin. Die jetzt eingestellten Daten sollen im Mai und September 2003 aktualisiert werden.

Links zum Thema %url4%Bio-Landbau international%/%, Links zum Thema %url5%Bio-Verordnungen%/%.

Milchindustrie-Verband vermeldet positive Exportentwicklungen in die USA

Themen: Archiv — info @ 12:03

Bonn (agrar.de) – Der Milchindustrie-Verband (MIV) vermeldet eine positive Entwicklung des Außenhandelsgeschäfts in die USA. ‚Die von vielen Branchen gemeldete Abkühlung der Geschäftsbeziehungen ist beim Export von Milchprodukten nicht spürbar. Keines unserer Mitgliedsunternehmen hat bisher aufgrund der Irak-Krise Ressentiments erlebt‘, so Dr. Karl-Heinz Engel, Vorsitzender der Export-Union für Milchprodukte.

Nach Angaben des MIV floriert derzeit vor allem der Außenhandel beim Käse. Allein im Jahr 2002 konnten fast 11.000 t Käse in die Staaten exportiert werden, was einem mengenmäßigen Zuwachs von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die USA sind damit für die deutsche Milchwirtschaft drittwichtigster Kunde für Käseausfuhren außerhalb der Europäischen Union. Insbesondere die bayerischen Molkereien finden stabile Absatzwege für den deutschen Exportschlager Nr. 1 – den Emmentaler. Insgesamt jedoch muss festgestellt werden, dass das gesamte Außenhandelsgeschäft in den letzten Wochen merklich abgekühlt ist. Grund: wegen der Stärke des Euros hat sich die Wettbewerbssituation auch der deutschen Anbieter auf dem Weltmarkt erheblich verschlechtert.

Sorgen bereiten dem Verband auch die von den USA ergriffenen Maßnahmen im Rahmen des Bioterrorismusgesetzgebung, wonach sämtliche in die Staaten exportierende Lebensmittelbetriebe registriert werden sollen. Dr. Karl-Heinz Engel: ‚Die Registrierung als solche stellt nicht das Problem dar, denn für Maßnahmen zur Vermeidung von terroristischen Anschläge durch Lebensmittelimporte haben wir absolutes Verständnis. Die Anforderungen sind dabei allerdings zu hoch angesetzt. Es kann unserer Ansicht nach nicht sein, dass beispielsweise Führungszeugnisse von Mitarbeitern verlangt werden. Das geht zu weit. Wir brauchen eine vernünftige und praktikable Lösung, die nicht zu einem zusätzlichen, unverhältnismäßig hohen Kostenaufwand bei den deutschen Exporteuren führen werden.‘

Links zum Thema Milchwirtschaft.

Starke Zunahme des Ökolandbaus in Slowenien

Themen: Archiv — info @ 09:03

Nürnberg (agrar.de) – Die ökologisch bewirtschaftete Fläche hat in der ehemals jugoslawischen Teilrepublik Slowenien im vergangenen Jahr einen Sprung um 50 Prozent erlebt. Das berichtet der Biofach-Newsletter.

Die Hektarzahl stieg danach von 10.000 auf 15.000, die Anzahl der Bio-Betriebe ist auf 1150 angewachsen. Ein großer Anteil der Landwirte ist in zwei Bio-Verbänden organisiert: der ‚Union of Slovenian Organic Farmers Association‘ (BIODAR) und der ‚Union for Biodynamic Husbandry‘ (AJDA).

Seit 1999 gibt es eine direkte Flächenbeihilfe für den Öko-Anbau. Die gesetzlichen Grundlagen entsprechen der EU-Bio-Verordnung 2092/91. Darüber hinaus gibt es privatrechtliche Standards, die auf den IFOAM-Richtlinien basieren und die Grundlage für das BIODAR-Kontrollsiegel sind. Biologisch-dynamische Betriebe sind an die internationalen Demeter-Richtlinien gebunden. Das Landwirtschaftliche Institut in Maribor stellt die einzige staatlich zugelassene Öko-Kontrollstelle.

Das staatliche Landesentwicklungsprogramm 2004-2006 wurde mit Beteiligung der Bio-Branche entwickelt, dennoch wird weitergehend ein spezielles Öko-Aktionsprogramm gefordert.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Land Slowenien.

17. März 2003

Niederlande: Geflügelpest weitet sich aus

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 16:03

Den Haag (agrar.de) – Die Klassische Geflügelpest wurde nach Angaben des niederländischen Landwirtschaftsministeriums vom Wochenende bisher auf 38 Geflügelhaltungen in der Provinz Gelderland amtlich festgestellt. Auf 32 weiteren Betrieben besteht der ernste Verdacht auf Gefügelpest.

18 Personen, die mit der Räumung von betroffenen Betrieben beschäftigt waren, leiden nach Angaben des Ministeriums an einer Augenentzündung. Für alle auf den Betrieben arbeitenden Personen wurden Grippe-Impfungen angeordnet.

Links zum Thema Geflügel, Links zum Thema Tiergesundheit.

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