24. März 2003

GIS: Agrarminister für Verzicht auf Rückforderungen

Themen: Archiv — info @ 16:03

Schwerin/München (agrar.de) – Auf Antrag Bayerns hat die Agrarministerkonferenz in Schwerin die Bundesregierung einstimmig aufgefordert, bei der EU-Kommission auf eine Stichtagsregelung zu drängen, nach der nur noch die mit Hilfe des Geographischen Informationssystems (GIS) ermittelten Flächendaten für die künftige Förderung gelten sollen. Bei dabei festgestellten Flächenabweichungen sollen nach Auffassung der Länder-Agrarminister Rückforderungen und Sanktionen unterbleiben.

Landwirtschaftsminister Josef Miller, der die bayerischen Forderungen bei seinen Kollegen durchsetzte, hofft jetzt auf Verständnis und Entgegenkommen in Brüssel: ‚Wir können nicht immer nur von Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachung reden – sie muss im konkreten Fall auch praktiziert werden.‘ Bei dem von Brüssel spätestens ab 1. Januar 2005 geforderten Einsatz von GIS sei Gelegenheit zu praxisnaher Umsetzung. Laut Miller wäre die Rückverfolgung jeder einzelnen Flächenabweichung gerade in Bayern mit seiner kleinräumigen Agrarstruktur mit einem ungeheueren und deshalb inakzeptablen Verwaltungsaufwand verbunden. Dafür hätten weder die Steuerzahler und erst recht nicht die Landwirte Verständnis, ‚die sich bei ihren derzeitigen Berechnungen zu Recht fast ausschließlich auf die amtlichen Katasterblätter stützen‘.

Bayern richtet derzeit für die künftigen GIS-gestützten Kontrollen ein digitales Feldstückskataster ein, in dem alle zwei Millionen landwirtschaftlichen Feldstücke, für die Fördermittel beantragt werden, gespeichert sind. Bereits Anfang März hatte Miller in Schreiben an EU-Kommissar Dr. Franz Fischler und Bundesagrarministerin Renate Künast um eine unbürokratische Regelung gebeten.

Links zum Thema GPS und GIS.

Raiffeisen: Geschäftsjahr 2002 unter schwierigen Vorzeichen

Themen: Archiv — info @ 14:03

Nüssel: Genossenschaften festigten ihre Marktposition

Berlin (agrar.de) – Mit einem addierten Jahresumsatz von rund 38 Mrd. Euro (Vorjahr 39,7 Mrd. Euro) haben die Raiffeisen-Genossenschaften als Partner der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft ihre Marktposition gefestigt. ‚Das Geschäftsjahr stand unter extrem schwierigen Vorzeichen. Trotz eines Rückgangs des landwirtschaftlichen Produktionswerts um 6 Prozent und deutlich gesunkener Gewinne der Landwirte, der in einigen Regionen schlechten Getreide- und Ölsaatenernten sowie der anhaltend schwachen allgemeinen Konjunktur haben die Genossenschaften ihre Leistungsfähigkeit und Kundenorientierung erneut unter Beweis gestellt‘, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin.

Durch striktes Kostenmanagement wurden die mengen- und preisbedingten Umsatzrückgänge weitgehend aufgefangen. ‚Standorte, Vertriebs- und Produktionsabläufe stehen ständig auf dem Prüfstand, um weitere Kosteneinsparungen zu erzielen. Die Agrarwirtschaft befindet sich im Umbruch. Die Strukturen in Handel und Verarbeitung wachsen im Zuge der voranschreitenden Konzentration in europäische Dimensionen hinaus. Um diesen Veränderungen zu entsprechen, werden die Kooperationen im genossenschaftlichen Verbund ausgebaut‘, erklärte der DRV-Präsident. Die Zahl der Genossenschaften ging 2002 um 5,8 Prozent auf 3.423 zurück (Vorjahr 3.632).

Milchwirtschaft: Politik diktiert die Preise

Die genossenschaftlichen Molkereiunternehmen erzielten 2002 einen Umsatz von rund 10 Mrd. Euro (Vorjahr 10,7 Mrd. Euro).

Ein konjunktureller Abschwung beim Drittlandsexport führte im ersten Halbjahr 2002 zu deutlichen Mengenüberhängen am europäischen Milchmarkt. Zum Ausgleich musste die Intervention in beachtlichem Umfang beansprucht werden. Die damit vergleichsweise geringen Erlöse bei Butter und Magermilchpulver bestimmten zunehmend die Preise für andere Milcherzeugnisse. ‚Im Umfeld einer gedämpften Wirtschaftslage und einer zunehmenden Hinwendung der Verbraucher zum Discount mussten auch die Molkereigenossenschaften in den Verhandlungen mit dem Lebensmittelhandel Abschläge bei Frischmilch und Frischmilcherzeugnissen akzeptieren‘, so Nüssel.

Als Folge der niedrigeren Markterlöse gaben zwangsläufig die Erzeugerpreise nach. Im Jahresdurchschnitt betrug der Auszahlungspreis in Deutschland knapp 30 ct/kg bei 3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Dies ist ein Rückgang auf das Preisniveau des Jahres 2000.

Für das Jahr 2003 rechnet Nüssel am Inlandsmarkt mit einer stabilen Entwicklung der privaten Nachfrage nach Milch und Milcherzeugnissen. Entscheidend für das Marktgleichgewicht wird weiterhin der Drittlandsexport sein, dessen Perspektiven durch die weltpolitische Lage von zunehmenden Unsicherheiten geprägt sind.

Die Molkereien sehen sich in 2003 mit beachtlichen Mehrkosten, u. a. durch die Ökosteuer und die Autobahnmaut, konfrontiert. Diese Steigerungen erfordern entsprechende Anpassungen der Abgabepreise an den Handel.

Vieh- und Fleischwirtschaft im Umbruch

Nach zwei turbulenten von BSE, MKS und ihren weit reichenden Auswirkungen geprägten Jahren haben sich 2002 die Märkte für tierische Erzeugnisse mengenmäßig konsolidiert. Die 117 Vieh- und Fleischgenossenschaften verzeichnen einen preisbedingten Umsatzrückgang auf 6,3 Mrd. Euro (Vorjahr 6,8 Mrd. Euro).

Der verhaltene private Fleischkonsum und das veränderte Einkaufsverhalten der Verbraucher löst bei Vermarktern und dem Lebensmitteleinzelhandel zusätzlichen Wettbewerbsdruck aus. Dieser Trend wird durch den Einstieg der Discounter in das Frischfleischgeschäft weiter forciert. Der Verdrängungskampf unter den Vertriebsschienen im Handel eröffnet zugleich Wachstumsmöglichkeiten im Marktsegment SB-Frischfleisch. Die Genossenschaften haben diese Chancen erkannt un d investiert. Sie werden dieses Marktsegment weiter ausbauen.

Die deutsche Fleischwirtschaft steht 2003 vor weiteren tief greifenden Veränderungen. In der genossenschaftlichen Gruppe werden Weichenstellungen vorgenommen, mit denen die Unternehmen ihre bilanzielle und strukturelle Konsolidierung abschließen werden. ‚Ich erwarte in diesem Jahr eine Beschleunigung des Strukturwandels in der Fleischwirtschaft, da nicht alle Anbieter die steigenden Anforderungen erfüllen können‘, erklärte der Raiffeisen-Präsident.

QS-Prüfzeichen setzt sich durch

Die Genossenschaften sind Vorreiter im QS-System und haben QS-Ware im Markt eingeführt. QS ist ein in Europa bislang einmaliges System, weil erstmals alle Prozessstufen der Produktionskette bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel in ein durchgängiges Qualitätssicherungs-System eingebunden sind. Die Leitfäden und Prüfkriterien werden jeweils an die gesetzlichen Anforderungen und Erfordernisse des Marktes angepasst. QS orientiert sich an der Zielsetzung des aktiven Verbraucherschutzes durch Dokumentation, Kontrolle und Rückverfolgbarkeit. Mit derzeit über 41.000 Betriebsstätten auf allen Stufen rechnet Nüssel in den nächsten Monaten mit dem QS-Durchbruch im Lebensmittelhandel.

Warenwirtschaft bleibt umsatzstärkste Sparte

Trotz schwacher Konjunkturvorgaben und widriger Erntebedingungen in einigen Regionen Deutschlands war die Geschäftsentwicklung in der Warenwirtschaft insgesamt zufrieden stellend. ‚Der Rückgang der wertmäßigen Umsätze um 1,7 Prozent auf rund 17,2 Mrd. Euro ist moderat angesichts der außergewöhnlichen Jahreseffekte. Ein mengen- und preisbedingter Einbruch im Energiegeschäft, die enttäuschende Getreideernte sowie die schwache Nachfrage im Einzelhandelsbereich, z. B. bei den 1.500 Raiffeisen-Märkten und im Baustoffhandel, waren wesentliche Einflussfaktoren‘, so Nüssel.

Angesichts der negativen Vorzeichen in den sog. Diversifikationssparten haben die Agrarsparten als Kerngeschäft der Raiffeisen-Genossen-schaften wesentlich zu dem stabilen Jahresergebnis beigetragen.

Durch anhaltende Investitionen und Optimierungen im Standort- und Vertriebsmanagement richten sich die Genossenschaften auf veränderte Rahmenbedingungen und globale Marktentwicklungen ein. ‚Strukturwandel wird nicht als Risiko, sondern als Chance begriffen‘, erklärte Nüssel.

Umfangreiche Qualitätssicherungs-Maßnahmen kennzeichnen die Geschäftsentwicklung in der Mischfutterproduktion. Dazu zählen u. a. strenge Kontrollen beim Rohwareneingang, branchenübergreifende Schadstoffmonitorings zur spezifischen Risikoermittlung, zertifizierte Qualitätsmanagement-Systeme, in die auch die Rohstofflieferanten einbezogen sind, sowie HACCP-Konzepte, mit deren Hilfe Gefahrenpunkte im gesamten Produktionsprozess erkannt und beseitigt bzw. kontrolliert werden.

Genossenschaftsweine auf Erfolgswelle

Die 238 Winzergenossenschaften erzielten Umsätze in Höhe von rund 821 Mio. Euro (Vorjahr 829 Mio. Euro). Sie sind mit Qualität und Menge der Weinernte von rund 3,1 Mio. hl (+ 0,3 Mio. hl) zufrieden. Der Weinmarkt befindet sich weiterhin im Aufwärtstrend. Der steigende Verbrauch geht insbesondere auf das Konto roter Rebsorten. Nur 30 Prozent der deutschen Anbaufläche, aber über 50 Prozent des inländischen Konsums entfallen auf Rotweine – Tendenz steigend.

Der Aus- und Aufbau von Qualitätsmanagement-Systemen ist auch im Weinbau vorrangig. Ein bundesweit einheitliches QM-System wird derzeit im Rahmen der ‚DeutschWeinVision 2020‘ erörtert. Immer mehr Winzergenossenschaften honorieren ihre Mitglieder über Bonitierungssysteme und qualitätsorientierte Auszahlungspreise. Lohn der Mehrarbeit im Weinberg sind die Selektionsweine 2002.

Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft: Stabile Umsätze

Die Umsätze der 121 Obst-, Gemüse- und Gartenbaugenossenschaften betrugen erneut rund 1,8 Mrd. Euro. Ein deutliches Plus erzielten die Gartenbaubetriebe. Mit 990.000 t war die deutsche Obsternte 2002 witterungsbedingt die schwächste seit vier Jahren. Ernteausfälle in Südeuropa und geringe Lagervorräte sorgten Anfang 2002 für ungewöhnlich hohe Frischgemüse-Preise in Deutschland. Das führte zu einer spürbaren Kaufzurückhaltung. Im Sommer des Jahres folgten zur Freude der Verbraucher und zum Leidwesen der Vermarkter historische Tiefpreise.

Agrargenossenschaften: Nationale Alleingänge schaden

Die 769 Agrargenossenschaften in Ostdeutschland, die dem DRV angeschlossen sind, haben ihre Ergebnisse im Wirtschaftsjahr 2001/02 deutlich verbessert. Die Markterlöse konnten insbesondere durch die sehr gute Ernte des Jahres 2001 im Durchschnitt aller Betriebe um etwa 6,4 Prozent auf annähernd 2 Mio. Euro je Unternehmen gesteigert werden. Trotz dieses positiven Ergebnisses haben die Agrargenossenschaften größeren Veränderungen auf der Erlös- und Kostenseite wenig entgegenzusetzen.

Nüssel kritisierte, dass die Bundesregierung mit Beginn dieses Jahres die Modulation der Direktzahlungen im nationalen Alleingang eingeführt hat. Dabei steht die Entscheidung über eine EU-weite obligatorische Modulation erst 2003 im Rahmen des Mid-Term-Reviews an. Er begrüßte ausdrücklich, dass die EU-Kommission ihre ursprünglichen Pläne zur Kappung der Ausgleichszahlungen aufgegeben hat.

Nach wie vor warten die Agrargenossenschaften auf klare Perspektiven für die endgültige Lösung des seit der Wiedervereinigung bestehenden Altschuldenproblems. Der von der Bundesregierung mehrfach angekündigte Gesetzentwurf zur Fortentwicklung der Altschuldenregelung liegt immer noch nicht vor. Nüssel unterstützt die Einführung einer Ablöseregelung. Eine Verschärfung der bestehenden Rangrücktrittsvereinbarung lehnt der Raiffeisen-Präsident mit Nachdruck ab.

Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften.

Zwischenbericht zur bayerischen BSE-Risikoanalyse vorgestellt

Themen: Archiv — info @ 13:03

Sinner: Dimension wie in Großbritannien bei weitem nicht zu befürchten – Vorsorge aber weiterhin unerlässlich – noch kein Fall von vCJD in Bayern

München (agrar.de) – Deutschland und Bayern haben bei BSE nach der derzeit absehbaren Entwicklung bei weitem nicht die Dimension der Rinderkrankheit zu erwarten, die nach dem Auftreten des ersten BSE-Falles in Deutschland befürchtet worden war.

Dieses Fazit zog Bayerns Verbraucherschutzminister Eberhard Sinner heute in München anlässlich eines von der Ludwig-Maximilians-Universität abgehaltenen BSE-Symposiums, bei dem der erste Zwischenbericht zur vom Bayerischen Verbraucherschutzministerium in Auftrag gegebenen Risikoanalyse zu BSE diskutiert wurde.

Sinner: ‚Die BSE-Neuerkrankungen in Bayern sind 2003 deutlich zurückgegangen. Hatten wir im selben Zeitraum des Vorjahres noch 12 Neuerkrankungen, so waren es heuer bisher nur 2 Fälle. Diese Entwicklung zeigt, dass wir die Dimensionen der BSE, wie sie Großbritannien erleben musste, bei weitem nicht zu befürchten haben.‘ Den bisherigen Höhepunkt der Neuerkrankungen verzeichnete Bayern 2001 mit 59 Fällen, 2002 waren es insgesamt 27. Im Verhältnis zur Zahl der gehaltenen Milchkühe liegt Bayern bundesweit an vierter Stelle.

Sinner betonte, dass diese Entwicklung jedoch kein Anlass sein dürfe, bei der BSE-Vorsorge nachlässig zu werden: ‚Nach wie vor werden Tiere krank, und wir wissen noch viel zu wenig über Ursachen und Zusammenhänge, insbesondere über das Krankheitsrisiko für den Menschen. Hier Schutzmaßnahmen zurückzunehmen, bevor umfassende wissenschaftliche Klärung vorliegt, wäre sträflicher Leichtsinn.‘ Damit erteilte der Minister auch Stimmen, die BSE-Pflichttests für überflüssig halten, eine klare Absage.

Die bayerische BSE-Risikoanalyse befasst sich neben epidemiologischen Untersuchungen zu BSE, insbesondere zum gehäuften Auftreten in Bayern, auch mit der Frage des eventuellen Auftretens der neuen Variante der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung beim Menschen. Sinner: ‚In Bayern ist bislang kein Fall der neuen Variante aufgetreten. Die Risikoanalyse konnte bis jetzt auch keine Verbindungen zwischen der klassischen Variante der Krankheit und dem Auftreten von BSE-Fällen in Bayern feststellen.‘

Weitere Felder der Risikoanalyse sind die Verbrauchersicherheit sowie die Sicherheit von Lebensmitteln und weiteren Produkten. Am Ende sollen Vorschläge für weitere Maßnahmen im Sinne eines optimierten Risikomanagements stehen. Der Abschluss der Studie wird für Ende 2003 erwartet.

Links zum Thema BSE, Links zum Bundesland Bayern.

Geflügelpestgeschehen in den Niederlanden noch nicht abgeschlossen

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 13:03

Berlin (agrar.de) – Das Geflügelpestgeschehen im Gebiet Geldersetal in den Niederlanden ist noch nicht zum Erliegen gekommen. Die Anzahl der amtlich bestätigten Fälle hat sich inzwischen auf 65 erhöht, berichtet das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Weitere 37 Betriebe (Stand: 20.03.2003) stehen unter starkem Verdacht. Die dort bestehende ‚Transportbannzone‘ ist mehrmals vergrößert worden. Verdachtsfälle in anderen Regionen der Niederlande konnten bisher nicht bestätigt werden. Damit scheint es den niederländischen Behörden gelungen zu sein, das Seuchengeschehen auf eine Region begrenzt zu halten. Der Ständige Ausschuss für die Tiergesundheit bei der EU-Kommission hat am 18.03.2003 eine Verlängerung der Schutzmaßnahmen, die insbesondere eine Ausbreitung der Geflügelpest in andere Teile der Niederlande und andere Mitgliedstaaten verhindern sollen, bis zum 27.03.2003 zugestimmt. Damit ist u.a. das Verbringen von lebendem Geflügel und Bruteiern aus den Niederlanden in andere Mitgliedstaaten weiterhin untersagt. Die Niederlande haben darüber hinaus festgelegt, dass keine Konsumeier aus den gesperrten Gebieten in den innergemeinschaftlichen Handel gehen.

Die Bundesregierung steht mit den Bundesländern in engem Kontakt um eine Ausbreitung der Seuche nach Deutschland zu verhindern. Die Bundesländer halten bis auf Weiteres ihre Vorsichtsmaßnahmen aufrecht. So stehen in einigen Ländern noch Geflügelbestände unter amtlicher Beobachtung, weil sie in den letzten Wochen vor Ausbruch der Seuche mit Küken oder Bruteiern aus den Niederlanden beliefert worden sind.

Ein Geflügelpestverdacht in Belgien hat sich nicht bestätigt, so dass die von der EU-Kommission getroffenen Schutzmaßnahmen mit Datum vom 19.03.2003 wieder aufgehoben werden konnten.

Die Bundesregierung hat den Niederlanden weiterhin ihre Unterstützung bei der Bekämpfung der Geflügelpest zugesichert.

Links zum Thema Geflügel, Links zum Thema Tiergesundheit.

Eckpfeiler des ländlichen Raumes in Gefahr

Themen: Archiv — info @ 12:03

Gemeinsame Erklärung der Agrar- und Ernährungswirtschaft, der Gemeinden und Landkreise sowie des Verbraucherservice Bayern zu den Reformplänen der EU-Kommission

München (agrar.de) – 26 Vertreter der Agrar- und Ernährungswirtschaft und der bayerischen Gemeinden und Landkreise sowie des Verbraucherservice Bayern haben in einer gemeinsamen Erklärung die Folgen der geplanten EU-Agrarreform dargestellt. Demnach käme es nicht nur in der Landwirtschaft zu gewaltigen Einschnitten, sondern auch bei den Unternehmen, die in den vor- und nachgelagerten Bereichen Wertschöpfung erbringen und Arbeitsplätze sichern. Naherholung und Tourismus in Bayern seien stark mit einer gepflegten Kulturlandschaft verbunden, die es aber nur zusammen mit der Landwirtschaft und einem intakten ländlichen Raum gibt.

‚Wenn der ländliche Raum bedroht wird, steht viel auf dem Spiel. Die Land- und Ernährungswirtschaft zählt zu den umsatzstärksten Branchen in Bayern und stellt mit über 700.000 Arbeitsplätzen in den vor- und nachgelagerten Bereichen einen größeren Arbeitgeber als beispielsweise die Autoindustrie‘, verdeutlichte BBVPräsident Gerd Sonnleitner die Brisanz der EU-Reformvorschläge.

Die EU-Kommission würde mit ihren Plänen die Zusage brechen, die Agrarpolitik bis 2006 beizubehalten und dadurch massive Verunsicherung schaffen. Durch die geplante Absenkung der Preise für landwirtschaftliche Produkte könnten bayerische Bauern nicht mehr kostendeckend wirtschaften und stünden vor dem Aus. Doch nicht nur die Existenz vieler bäuerlicher Betriebe seien bedroht, sondern auch die ihrer Marktpartner, wie beispielsweise der Molkereien, der Fleischwirtschaft, des Landhandels, und der Werkstätten.

Weniger einheimische Produktion bedeute auch mehr Lebensmittelimporte, die unter anderen, niedrigeren Standards erzeugt worden sind. Der Verbraucherschutz wäre dadurch in Gefahr.

Darüber hinaus sei mit Auswirkungen für den Tourismus in Bayern zu rechnen. Denn nur eine flächendeckende Landbewirtschaftung sichert die Identität und Eigenart des ländlichen Raumes, die von Urlaubern geschätzt wird.

Auch andere Organisationen sagen ‚Nein‘ zu den Reformvorschlägen, wie Theo Zellner, der Präsident des Bayerischen Landkreistages. Zellner befürchtet gravierende Auswirkungen für die Städte und Gemeinden, insbesondere hinsichtlich der anfallenden Kosten für den Erhalt der gewachsenen Kulturlandschaften.

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Perspektiven 2003: Berlin und Brüssel ziehen die Daumenschrauben an

Themen: Archiv,GAP — info @ 10:03

Berlin (agrar.de) – Die von der Bundesregierung durchgesetzten bzw. geplanten weit reichenden Steuer- und Abgabenerhöhungen belasten die Raiffeisen-Genossenschaften erheblich. Dazu zählen die Fortführung der Ökologischen Steuerreform, die geplante Einführung der Lkw-Maut, höhere Sozialversicherungssätze und vor allem die umstrittene Anhebung des Umsatzsteuersatzes für landwirtschaftliche Vorprodukte auf 16 Prozent.

‚Die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Futtermittel verschlechtert die Wettbewerbslage der deutschen Hersteller gegenüber Anbietern aus dem benachbarten Ausland fundamental. Die Steuersätze für Futtermittel betragen z. B. in den Niederlanden 6 Prozent, in Frankreich 5,5 Prozent. Bei einem Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent in Deutschland führt diese Differenz von zehn Prozentpunkten bei einem durchschnittlichen Produktpreis von 15 Euro/100 kg zu einem Unterschied von 1,50 Euro/100 kg zu Gunsten ausländischer Anbieter. Diese Wettbewerbsverzerrung gefährdet die Existenz der mittelständischen Genossenschaften im Futtermittelsektor‘, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), bei der Bilanzpressekonferenz in Berlin.

Kein Pfand auf Einweg-Verpackungen für Milch

Das Bundesumweltministerium bereitet eine Novelle der Verpackungsverordnung vor. Die Eckpunkte sehen für alle Einweg-Getränkeverpackungen, mit Ausnahme von ökologisch vorteilhaften Verpackungen wie Kartons und Schlauchbeutel für Milch, eine Pfandpflicht vor. Jährlich wären mehrere hundert Millionen Kunststoffbecher und Einweg-Flaschen von der Bepfandung auf Milch und Milcherzeugnisse betroffen. Die genossenschaftliche Milchwirtschaft lehnt diese Pläne entschieden ab:

1. Milcherzeugnisse stellen aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften und des raschen Verderbs besondere Anforderungen an die Verpackungen.

2. Milch und Milchprodukte sind wichtige Bestandteile der gesunden Ernährung. Ein Pfand auf diese Verpackungen würde die Akzeptanz beim Verbraucher, vor allem bei jungen Menschen, verringern.

3. Die zwangsläufig stattfindende Keim- und Geruchsentwicklung bei der Rückgabe verunreinigter Verpackungen ist weder mit hygienischen Vorschriften vereinbar noch den Verbrauchern und dem Handel zumutbar.

4. Ziel der Novelle ist die Vereinfachung der Pfandpflicht. Eine Differenzierung bei Milch und Milchprodukten würde hingegen zur weiteren Verunsicherung und Verwirrung bei den Konsumenten führen.

Für die Milchwirtschaft fordert Nüssel bei der Änderung der Verpackungsverordnung eine generelle Freistellung von Milch und Milcherzeugnissen von der Pfandpflicht auf Einweg-Verpackungen.

EU-Agrarreform: Keine Vorleistungen für WTO-Verhandlungen

Die EU-Kommission hat in ihren Legislativvorschlägen für die Halbzeitbewertung der Agenda 2000 zwei wichtige Anliegen der Genossenschaften berücksichtigt: Die Kappungsgrenze bei den Ausgleichszahlungen ist gestrichen und die Milch-Garantiemengenregelung soll über das Jahr 2008 hinaus verlängert werden. Der DRV hat diese Pläne ausdrücklich begrüßt.

Dennoch beseitigt das vorgelegte Reformpaket nicht die grundlegenden Zweifel, ob damit langfristig tragfähige Perspektiven für die Land- und Agrarwirtschaft über das Jahr 2006 hinaus eröffnet werden.

Der DRV-Präsident hält die tief greifenden Änderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik zum jetzigen Zeitpunkt für verhandlungstaktisch unklug. Die WTO-Verhandlungen, deren Fortgang angesichts des Irak-Konfliktes ungewiss ist, sollten abgeschlossen sein, bevor die EU in eine erneute Reformdiskussion eintritt.

Nüssel kritisiert die im Milchsektor vorgeschlagenen, deutlich über die Agenda-Beschlüsse hinaus gehenden Preissenkungen und zusätzlichen Quotenaufstockungen. „Damit wird die bislang einkommenssichernde und marktstabilisierende Funktion der Quotenregelung untergraben“, so der Raiffeisen-Präsident.

Anstatt Änderungen am Mengen- und Preisrahmen für den EU-Milchmarkt vorab über einen langen Zeitraum festzulegen, fordert Nüssel mehr Flexibilität in der Milchmarktordnung, die der EU eine Marktsteuerung in Abhängigkeit künftiger Entwicklungen des Binnenmarktes und der Drittlandsmärkte erlaubt. Mit einem solchen Ansatz würde auch die Reaktionsfähigkeit der EU-Milchpolitik auf ein Ergebnis der laufenden WTO-Verhandlungen erhalten bleiben.

Der für die Milcherzeuger vorgesehene Einkommensausgleich stellt nur eine unzureichende Kompensation der vorgeschlagenen Preissenkung dar. Den Milcherzeugern drohen massive Einkommensverluste. Als Folge wäre die Rohstoffbasis für die milchverarbeitenden Genossenschaften ernsthaft gefährdet. Um dies zu verhindern, fordert Nüssel eine höhere Kompensation künftiger Preissenkungen, damit eine kostendeckende Milcherzeugung sichergestellt werden kann.

Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften, Links zum Thema Verbände.

foodwatch: Raiffeisenverband verspricht zuviel mit QS-Prüfzeichen

Themen: Archiv — info @ 09:03

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) lobt in seiner heutigen Pressemitteilung das QS-Prüfzeichen, mit dem Fleisch gekennzeichnet wird. Das QS-Prüfzeichen sei ‚ein in Europa bislang einmaliges System, weil erstmals alle Prozessstufen der Produktionskette bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel in ein durchgängiges Qualitätssicherungs-System eingebunden sind‘, so der DRV.

Dazu erklärt foodwatch-Sprecher Carsten Direske: ‚Aus Verbrauchersicht fehlt der Nachweis, dass das QS-System tatsächlich zu mehr Sicherheit führt. Die Lücken von QS haben sich gerade erst in Thüringen bei der Kontamination von Futtermitteln und Fleisch mit Dioxin gezeigt. Weder werden bei QS sämtliche Einzelfuttermittel überprüft, noch kontrollieren Mischfutterhersteller offenbar die eingesetzten Futterkomponenten in der gebotenen Weise.

Der Thüringer Dioxin-Fall zeigt: QS erfasst längst nicht alle Prozessstufen. Der Deutsche Raiffeisenverband hat innerhalb von QS die Garantenstellung für den Futtermittelbereich übernommen. Anstatt Jubelverlautbahrungen erwarten Verbraucher und Landwirte von Raiffeisen, dass die gesamte Futterkette erfasst wird. Erst wenn QS und Raiffeisen ihre Hausaufgaben gemacht haben, wird es mehr Sicherheit für das Fleisch auf dem Teller geben‘.

Links zum Thema %url4%Lebensmittelqualität und Kontrolle%/%,

Dank Qualitätssicherung: Bayerische Milch ist spitze

Themen: Archiv — info @ 09:03

München – Bayerische Milch ist spitze. Im vergangenen Jahr konnten im Freistaat 98,4 Prozent der an die Molkereien gelieferten Milch in die Güteklasse 1 eingestuft werden. 86,6 Prozent davon wurde sogar mit dem Prädikat ‚Spitzenklasse S‘ ausgezeichnet. Das hat Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mitgeteilt. Nach seinen Worten erzielt bayerische Milch bei hygienischen Untersuchungen bundes- und europaweit beste Werte. ‚Unsere Bauern setzen Maßstäbe bei der Milchqualität‘, so der Minister. Zu verdanken seien die Ergebnisse einem umfassenden Qualitätssicherungssystem von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zum Handel. Miller: ‚Milch ist heute das mit Abstand bestuntersuchte Lebensmittel.‘

Nach Aussage des Ministers beginnt die Qualitätssicherung beim Erzeugerbetrieb. Deshalb bietet der Freistaat eine fundierte Aus- und Weiterbildung, um den Milchbauern die Produktion von Spitzenqualitäten zu ermöglichen. Hinzu kommt die Beratung zu Fütterung, Melktechnik, Stallbau und Haltung durch die Landwirtschaftsämter.

Unverzichtbares Glied im Qualitätsmanagement ist laut Miller der Milchprüfring Bayern e. V. (MPR), eine Selbsthilfeeinrichtung der bayerischen Landwirtschaft. Er untersucht mit jährlich rund 13 Millionen Proben die an Molkereien gelieferte Milch auf Inhaltsstoffe und Qualitätskriterien. Bis zu zehn Mal monatlich wird die Milch jedes Bauern kontrolliert. Die Kosten von jährlich 5,4 Millionen Euro trägt zur Hälfte der Freistaat. Daneben untersucht der MPR bei Betriebsbegehungen Stall, Haltungsbedingungen, Milchkammern und Melkgeräte.

In die nächste Stufe der Qualitätssicherung sind die 88 bayerischen Molkereiunternehmen mit ihren 121 Betriebsstätten einbezogen. Jedes Produkt und Verfahren wird intern umfassend kontrolliert. Die Kosten pro Unternehmen liegen zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Euro jährlich. ‚Die Hygienekonzepte der Molkereien sind in der Lebensmittelbranche beispielhaft‘, sagte der Minister. Anteil daran habe auch der Freistaat. Er vermittle durch Aus- und Fortbildung an den Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalten für Milchwirtschaft und Molkereiwesen Kempten und Triesdorf das geistige Rüstzeug für eine optimale Be- und Verarbeitung von Milch. Die betriebseigenen Kontrollen werden durch Tests in unabhängigen Labors ergänzt. Das wichtigste ist die Milchwirtschaftliche Untersuchungs- und Versuchsanstalt Kempten. Hier werden jährlich 50.000 Proben mit 170.000 Einzeluntersuchungen überprüft.

Unverzichtbar für die Qualitätssicherung sind nach Auskunft des Ministers zudem die Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachung und die amtlichen Qualitätsprüfungen für Markenbutter und Markenkäse an der Landesanstalt für Landwirtschaft. Mit den staatlichen Kontrollen wird stichprobenweise überprüft, ob die Normen eingehalten werden und ob die Selbstkontrolle der Wirtschaft funktioniert. Miller: ‚Dieses doppelte Sicherungssystem hat sich bewährt und sorgt dafür, dass der Schutz des Verbrauchers nicht nur auf dem Papier steht.‘ Allein die Tests an der Landesanstalt lässt sich der Freistaat jährlich rund 100.000 Euro kosten. Weitere 60.000 Euro fließen in ein Monitoring-Programm, mit dem mögliche Belastungen durch Rückstände festgestellt werden.

Angesichts der enormen Anstrengungen der Milcherzeuger und Molkereien in der Qualitätssicherung übte der Minister deutliche Kritik an der Preispolitik des Handels. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet hochwertige Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte ständig als Lockangebote benutzt werden. Miller: ‚Wir brauchen faire Preise, die unseren Milchbauern eine wirtschaftliche Milchproduktion ermöglichen.‘ Nur so sei langfristig eine vielseitige Produktpalette und erstklassige Qualität zu garantieren.

Die Milchproduktion ist laut Miller für den Agrarstandort Bayern von herausragender Bedeutung. 55.000 Betriebe erzeugen jährlich rund 7,6 Millionen Tonnen Milch. Das ist mehr als ein Viertel der bundesweiten Menge. Bayern ist damit die größte Milcherzeugungsregion Europas. Führend ist der Freistaat auch bei Käse: Mit rund 708.000 Tonnen wurden im vergangenen Jahr zehn Prozent der europaweiten Menge produziert. Hinzu kommen 1,2 Millionen Tonnen Frischprodukte wie Milchmischerzeugnisse oder Joghurt. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Milch liegt bei 90 Liter. Bei Käse sind es 21,6 Kilo.

Detailinformationen zur Qualitätssicherung bei Milch und Milchprodukten in Bayern sind im Internet abrufbar.

Links zum Thema Lebensmittelqualität und Kontrolle, Links zum Bundesland Bayern.

22. März 2003

DBV: Wasserqualität hat sich in Deutschland verbessert

Themen: Archiv — info @ 12:03

Berlin (agrar.de) – Die Bedeutung des ländlichen Raumes, des Landes als Trinkwasser-Ressource für städtische Gebiete, nimmt weiter zu. Da die Grundwasserneubildung unter land- und forstwirtschaftlichen Flächen sehr hoch ist, kommt den Land- und Forstwirten bei der Reinhaltung qualitativ hochwertigen Grundwassers besondere Verantwortung zu. Dies betont der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich des diesjährigen Weltwassertages (22.3.2003). Dessen Motto in diesem Jahr ‚Wasser und die Zukunft‘ kann somit keiner besser einschätzen als die Land- und Forstwirte, die auch bei ihrer täglichen Arbeit im Stall, auf dem Acker oder im Wald die herausragende Bedeutung von ausreichend und sauberem Wasser hautnah erfahren. Wasser bedeutet Wachstum, bedeutet Leben.

Deshalb setzt die heimische Landwirtschaft auf Innovationen und ständig weiterentwickelte Produktions- und Umwelttechnik. Der jährliche Wasserwirtschaftsbericht der Bundesregierung belegt, dass in den vergangenen Jahren dieses verantwortungsvolle Handeln der Land- und Forstwirte nachweislich für eine Verbesserung der Wasserqualität gesorgt hat. Dies ist eindeutig auch ein Erfolg der eingegangen Kooperationen zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft in vielen Regionen. Solche Kooperationen sind fortzusetzen und auszubauen, betont der DBV, denn sie sind die erfolgreichste Strategie, Leistungen der Land- und Forstwirtschaft im Gewässerschutz zu erbringen und gleichzeitig ökonomische Belange der Betriebe zu berücksichtigen. Damit ist die Kooperation beim Gewässerschutz Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie im Sinne der Agenda 21.

Ein wichtiger Bestandteil dieser Gewässerschutzkooperationen ist die intensive Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe. Neben der Beratung werden für vereinbarte Wasserschutzauflagen den Land- und Forstwirten sowie dem Gartenbau auch finanzielle Anreize gewährt. Die Ausgleichsleistungen für wirtschaftliche Nachteile werden von Wasserversorgungsunternehmen finanziert, ebenso über Agrarumweltprogramme der EU.

Die Verbesserung der Wasserqualität ist messbar: Die Einträge von Nährstoffen, Pflanzenschutzmitteln, Silosickersäften und anderen organischen Stoffen in die Gewässer werden minimiert. Seit 1980 ist der Stickstoffüberschuss auf landwirtschaftlich genutzten Flächen um rund 35 Prozent gesenkt worden. Trotz steigender Erträge hat sich der Verbrauch von Mineraldünger verringert. Die organische Düngung mit Gülle, Jauche oder Stallmist kann durch verbesserte Lagerungsmöglichkeiten und Ausbringung zeitgerecht zum Pflanzenbedarf durchgeführt werden. Die Bundesregierung bestätigt in dem Wasserwirtschaftsbericht: Heute wird nirgendwo in Deutschland an einer Dauermessstelle der Trinkwassergrenzwert für Nitrat von 50 Milligramm pro Liter überschritten.

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21. März 2003

Trittin: Wälder naturnah bewirtschaften

Themen: Archiv — info @ 16:03

Verbraucher sollen auf FSC-Gütesiegel achten

Berlin (agrar.de) – Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat auf die herausragende ökologische Bedeutung natürlicher und naturnah bewirtschafteter Wälder hingewiesen. Anläßlich des ‚Internationalen Tag des Waldes‘ betonte Trittin: ‚Die Bundesregierung treibt zur Förderung der biologischen Vielfalt der Wälder eine naturnahe Waldbewirtschaftung entschieden voran. Damit ein solcher Waldbau flächendeckend in Deutschland betrieben wird, werden wir das Bundeswaldgesetz modernisieren. Der Bund wird auch in seinen eigenen Wäldern und bei seiner Holzbeschaffung Maßstäbe setzen.‘ Mit Blick auf die bevorstehende Gartensaison rief der Bundesumweltminister die Verbraucherinnen und Verbraucher auf, beim Kauf von Garten- und Balkonmöbel aus Holz auf das FSC-Gütesiegel zu achten.

Zu einer naturnahen Waldbewirtschaftung gehören standortheimische, stabile sowie arten- und strukturreiche Mischbestaende, der Erhalt von Horst- und Höhlenbäumen für Vögel und Fledermäuse sowie von Totholz als Lebensraum für Insekten und Pilze. Verzichtet werden auf Kahlschläge, Entwässerung und Düngung zur Ertragssteigerung. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Freiburg, die im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erarbeitet wurde, hat die wichtigsten Anforderungen an eine gute fachliche Praxis der naturnahen Waldbewirtschaftung zusammen gestellt.

Die Waldflächen des Bundes werden in Zukunft nach den Regeln der naturnahen Waldbewirtschaftung unterhalten und – unter Berücksichtigung von Besonderheiten auf militärischen Übungsgeländen – nach FSC-Qualitätskriterien (Forest Stewardship Council) zertifiziert. Zu diesen Kriterien zählt etwa der grundsätzliche Verzicht auf Kahlschläge, die Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert, die Ausweisung unbewirtschafteter Waldbestände, der Vorrang für die Naturverjüngung und der Verzicht auf chemische Biozide. Tropenholz wird im Bereich des Bundes nur noch aus FSC-zertifizierten Beständen beschafft. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll die gesamte Holzbeschaffung des Bundes auf diesen Standard umgestellt werden.

Bundesumweltminister Trittin rief alle Beteiligten – die Waldnutzer ebenso wie die Naturschutzverbände – dazu auf, sich gemeinsam für einen raschen Ausbau des naturnahen Waldbaus in Deutschland einzusetzen.

Links zum Thema %url4%Wald und Forst%/%.

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