26. März 2003

CDU/CSU: Tierschutz muss auf EU-Ebene verbessert werden

Themen: Archiv — info @ 16:03

Berlin (agrar.de) – Zur Vorstellung des Tierschutzberichtes 2003 erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Peter Harry Carstensen, und der zuständige Berichterstatter, Peter Bleser:

‚Die größten Verbesserungen beim Tierschutz erfolgten während der Regierungszeit der Union, so die Verabschiedung eines der besten Tierschutzgesetze der Welt, die konsequente Absenkung der Tierversuche, die Einführung des Tierschutzes bei Tiertransporten sowie Regelungen für die Tierhaltung.

Für die Tierschutzpolitik ist es jetzt entscheidend, hohe Standards auf EU-Ebene einzubauen. Hier ist bei der Bundesregierung Fehlanzeige festzustellen, sie ist nicht vorwärts gekommen bei europäischen Standards. Sie hat lediglich EU-Richtlinien national über den Maßstab 1:1 umgesetzt. Dadurch wurden den Tieren nicht geholfen, aber die Produktion ins Ausland verlegt. Dies ist Tierschutz à la Rot-Grün. Es muss Schluss sein mit den Alleingängen im Tierschutzbereich.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion setzt sich ausdrücklich dafür ein, bei den WTO-Verhandlungen möglichst hohe Standards beim Tierschutz zu verankern. Hier ist das Engagement von Frau Künast gefragt, hier kann sie zeigen, welches politische Gewicht sie hat.‘

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Schweiz: Bundesrat verbietet das Düngen mit Klärschlamm

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 16:03

Bern (agrar.de) – Klärschlamm darf in der Schweiz künftig nicht mehr als Dünger verwendet werden. Er muss künftig umweltverträglich verbrannt werden. Der Bundesrat hat die Stoffverordnung zum 1. Mai 2003 entsprechend geändert, wie das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) heute mitteilt.

Danach wird das Verbot stufenweise eingeführt: Im Futter- und Gemüsebau darf Klärschlamm schon ab Mai dieses Jahres nicht mehr verwendet werden. Für die übrigen düngbaren Flächen gilt eine Übergangsfrist bis spätestens 2006; diese ist im Einzelfall von den Kantonen verlängerbar bis 2008. Ausgenommen vom Verbot werden sehr kleine Kläranlagen in weit abgelegenen Regionen, da dort der Klärschlamm in der Regel weniger problematische Stoffe enthalte und ein Abtransport zu grösseren Kläranlagen unverhältnismässig wäre.

Mit dem Verbot wende der Bundesrat das Vorsorgeprinzip an, eine zentrale Säule des Gesundheit- und Umweltrechts: Einwirkungen auf die Umwelt, die schädlich oder lästig werden könnten, müssen frühzeitig begrenzt werden, selbst wenn der letzte wissenschaftliche Nachweis einer Schädlichkeit nicht erbracht werden kann.

Bereits heute werden in der Schweiz laut Buwal 60 Prozent des Klärschlamms als Abfall entsorgt. Ab 2006 müssen nun auch die restlichen 40 Prozent verbrannt werden, jährlich etwa 80.000 Tonnen zusätzlich.

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Schweiz: Bio-Umsatz durchbricht die Milliardengrenze

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 15:03

Bern (agrar.de) – Im vergangenen Jahr durchbrach der Umsatz der Bio-Landwirtschaft in der Schweiz erstmals die Milliardengrenze und stieg von 932 Millionen Franken auf 1,056 Mrd. Franken (ca. 717 Mio. Euro). Pro Kopf gaben Schweizerinnen und Schweizer 2002 durchschnittlich 144 Franken (ca. 98 Euro) für Bioprodukte aus.

In der Schweiz gibt es 6.466 Biobetriebe, 384 mehr als vor einem Jahr. 10,8 Prozent aller Betriebe arbeiten damit nach biologischen Richtlinien. Die Schweiz habe ihre Spitzenposition im internationalen Vergleich konsolidiert. Das sagte nach einer Meldung des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes LID Christof Dietler, Geschäftsführer von Bio Suisse, gestern vor den Medien in Bern.

Rund drei Viertel der Biowaren gehen über den Ladentisch der Grossverteiler. Coop hält einen Marktanteil von rund 50 Prozent, Migros einen von 25 Prozent. Dietler zeigte sich vom Wachstumspotenzial des Biomarktes überzeugt. Eine mittelfristige Steigerung auf 2 Milliarden Franken sei realistisch. Zu den Rennern auf dem Biomarkt gehören laut Bio Suisse die Frischprodukte. Bio-Karotten zum Beispiel hätten einen Marktanteil von 20 Prozent, Bio-Milch und Bio-Eier einen Anteil von je 12 Prozent. Immer noch ein Nischendasein führt das Bio-Fleisch (Marktanteil 4 Prozent). Allerdings sei für 2003 mit einem Wachstum von 20 Prozent in diesem Segment zu rechnen.

Bauchweh machen der Bauernschaft die strengen Richtlinien und Vorschriften für die biologische Produktion. Diese führen laut Bio-Suisse-Präsidentin Regina Fuhrer zu Mehrkosten und erhöhen den Kontrollaufwand. Für viele Biobäuerinnen und Biobauern sei das Mass an neuen Vorschriften voll.

Bio Suisse mache das Mögliche, um Rückstände von Pestiziden und Umweltgiften zu vermeiden, sagte Vorstandsmitglied Martin Ott. Rückstände ganz auszuschalten sei allerdings utopisch. Denn durch Regen oder Verkehrsemissionen gelangten immer wieder chemische Schadstoffe in Böden, Gewässer und teilweise auch Pflanzen. Mit modernen Messmethoden könnten selbst kleinste Schadstoffmengen nachgewiesen werden.

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Möllers: Fischlers Reformvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik in der Praxis nicht umsetzbar

Themen: Archiv — info @ 14:03

Bürokratischer Aufwand und Ungerechtigkeiten durch Entkopplungsmodell des EU-Agrarkommissars

Münster (agrar.de) . Eine deutliche Absage erteilte der Vorstand des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) auf seiner Sitzung vergangene Woche Mittwoch in Münster den Vorschlägen der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vom Januar diesen Jahres. Zwar brächte das von Agrarkommissar Franz Fischler in die Diskussion gebrachte Entkopplungsmodell der Ausgleichszahlungen durchaus mehr Markt, weil die Landwirte in ihrer Produktionsentscheidung frei seien und das anbauen und erzeugen würden, was den höchsten Erlös erwarten lässt. ‚Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, welchen bürokratischen Aufwand und welchen Zündstoff die von Fischler beabsichtigte Entkopplung besitzt‘, so Präsident Franz-Josef Möllers.

Zur Erinnerung: Die EU-Kommission schlägt einheitliche Betriebsprämien vor, die sich auf den Referenzzeitraum 2000 bis 2002 beziehen sollen. Je Hektar förderfähige Fläche sollen Prämienrechte entstehen, die im Falle der Pacht von Prämienrechten mit Land, im Falle des Verkaufs von Prämienrechten mit oder ohne Land handelbar werden. Wie Möllers betonte werde der Handel von Prämienrechten nicht zu weniger, sondern zu mehr Bürokratie bei der Kontrolle und der Verwaltung der Prämienrechte führen. ‚In kürzester Zeit wird es nicht nur zwischen Betrieben völlig verschiedene Prämienrechte, sondern auch innerhalb von Betrieben durch Kauf und Pachtung die unterschiedlichsten Prämienrechte je Hektar geben.‘ Als Folge entkoppelter Ausgleichszahlungen würden unrentable Produktionszweige wie die Jungbullenmast, die Mutterkuhhaltung in extensiven Grünlandregionen großenteils aufgegeben.

Der WLV-Vorstand war einhellig der Meinung, dass der abrupte Wechsel von produktbezogenen Ausgleichszahlungen hin zu völlig unterschiedlichen entkoppelten Flächenprämien innerhalb der Landwirtschaft keine Akzeptanz finden würde. Die unterschiedliche Prämienausstattung der Betriebe bei gleichzeitig freier Produktionsentscheidung würde von vielen Bauern und Bäuerinnen als ungerecht empfunden werden. Im übrigen zeige sich bei den Kommissionsvorschlägen, dass nur die Landwirte von der Referenzperiode 2000 bis 2002 begünstigt werden, die in diesem Zeitraum Prämienansprüche in voller Höhe nutzen konnten. Landwirte, die während oder nach dieser Zeit ihre Produktionsrichtung umgestellt haben, würden benachteiligt. Präsident Möllers wörtlich: ‚Mit zahlreichen Klagen vor Gerichten darf gerechnet werden.‘

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Klaß zur Pflanzenschutzpolitik: Nachhaltige Nutzung steigern – Gefahren und Risiken minimieren

Themen: Futtermittel,Pflanzenschutz — info @ 14:03

Brüssel (agrar.de) – In der heutigen Plenardebatte über die Vorschläge der EU-Kommission für eine nachhaltige Nutzung von Pestiziden hat sich die CDU-Europaabgeordnete Christa Klaß klar gegen den von der sozialistischen Berichterstatterin vorgelegten Berichtsentwurf ausgesprochen. So sei das grundsätzliche Ziel einer Verringerung gesundheitlicher Risiken durch einen nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu begrüssen, jedoch die von sozialistischer Seite geforderte pauschale Halbierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der EU dagegen als nicht zielführend abzulehnen. ‚Eine reine Reduzierung der Einsatzmengen ist stets durch die hinreichende Wirksamkeit der Mittel begrenzt,‘ betonte Christa Klaß heute vor dem Plenum des Europäischen Parlaments.

Stattdessen setzt sich die CDU-Europaabgeordnete aus Rheinland-Pfalz dafür ein, die einschlägigen Richtlinien und Rechtsvorschriften auf europäischer Ebene zunächst einmal vollständig umzusetzen und auf ihre Wirksamkeit hin zu prüfen. Dazu gehöre auch eine Verbesserung des Zulassungssystems einschließlich einer vergleichenden Beurteilung der in Pflanzenschutzmitteln enthaltenen Wirkstoffe. ‚Gemeinschaftliche Genehmigungsverfahren gehören für mich dabei unzweifelhaft zu den Grundsätzen eines Binnenmarkts. Substanzen, die etwa in Luxemburg und Belgien erlaubt sind, können nicht in Österreich und Deutschland verboten sein‘, sagte Christa Klaß heute in Brüssel.

Da der ‚integrierte Ackerbau‘ inzwischen zum Alltag in der Landwirtschaft gehöre, müßten Anbaumethoden mit einem geringen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter gefördert statt verhindert werden. ‚Wir müssen Risiken verringern und dabei doch den notwendigen Schutz der landwirtschaftlichen Kulturen sicherstellen. Deshalb ist es kontraproduktiv, das professionelle und gezielte Einbringen von Pflanzenschutzmitteln per Hubschrauber zum Beispiel im Weinbau verbieten zu wollen‘, betonte Christa Klaß. Ferner lehnte die EVP-Agrarpolitikerin die Einführung von Steuern und Abgaben auf Pflanzenschutzmittel ab, da dies lediglich eine Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft nach sich ziehen werde. Es sei zudem nicht akzeptabel, wenn Lebens- und Futtermittel aus Drittstaaten importiert werden, obwohl diese mit in der EU nicht mehr zugelassenen Wirkstoffen behandelt wurden.

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FDP: Künast muss auf Extrempositionen beim Tierschutz verzichten

Themen: Archiv — info @ 14:03

Berlin (agrar.de) – Zum Tierschutzbericht der Bundesregierung erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann:

‚Mit der Verankerung des Tierschutzes als Staatsziel im Grundgesetz konnte der Tierschutz entscheidend verbessert werden. Das ist ein Erfolg aller Fraktionen im Deutschen Bundestag, der allerdings erst durch die vorangegangenen Initiativen der FDP-Bundestagsfraktion ermöglicht wurde.

Völlig zu Recht stellt der Tierschutzbund einen verbesserten Schutz unserer Mitgeschöpfe in Folge der Verfassungsänderung fest. Gleichzeitig sind die positiven Entwicklungen ein Beleg und Aufforderung für ausgewogene und praktikable Wege beim Tierschutz.

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung deshalb auf:

1) Frühzeitig den konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten bei zukünftigen Tierschutzthemen zu suchen.

2) Auf Extrempositionen zu verzichten, da sie nicht zu einem besseren Tierschutz führen. Das zeigt das Beispiel der Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz.

3) Ausgewogene und in der Praxis durchführbare Alternativen für einen besseren Tierschutz aufzuzeigen, die fachlich zu begründen sind.

4) Auf nationale Alleingänge zu verzichten, da diese den Tierschutz nicht verbessern können, aber zu gravierenden Wettbewerbsverzerrungen in Europa führen.‘

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Stächele: Klein- und Obstbrennereien dauerhaft sichern

Themen: Archiv — info @ 13:03

EU-Ministerrat soll Ausnahmeregelung für Brennereien beibehalten

Stuttgart (agrar.de) – ‚Den Klein- und Obstbrennereien in Deutschland muss die gesicherte Obstverwertung erhalten bleiben‘, betonte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, heute in Stuttgart. In einem Schreiben an Bundesministerin Renate Künast fordert Stächele den Bund auf, bei den anstehenden Ratsverhandlungen in der EU den Fortbestand des deutschen Branntweinmonopols zu sichern.

Im Februar 2001 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine gemeinsame Marktorganisation für Agraralkohol vor. Dieser Vorschlag stellte das deutsche Branntweinmonopol als einzelstaatliche Marktordnungsmaßnahme in Frage. Der Bestand der zirka 30.000 deutschen Klein- und Obstbrenner, von denen sich rund 80 Prozent in Baden-Württemberg befinden, wäre damit gefährdet gewesen. Nach zahlreichen Interventionen stehe auf EU-Ebene nun eine modifizierte Regelung zur Diskussion. Diese sehe eine Übergangsfrist von sieben Jahren mit einer Verlängerungsoption für das deutsche Branntweinmonopol vor.

Für Minister Stächele steht fest, dass nur eine dauerhafte Ausnahmeregelung möglichst bald die Klein- und Obstbrenner Baden-Württembergs retten könne. Deshalb fordert Stächele, dass die EU der Beibehaltung des Branntweinmonopols für Kleinbrennereien mit einem Brennkontingent von bis zu zehn Hektolitern Agraralkohol im Jahr generell zustimme.

Stächele: ‚Nur so ist gewährleistet, dass die für die Kulturlandschaft im Südwesten wertvollen Streuobstwiesen erhalten werden. Die kleineren Brennereien verwerten Obst aus ökologisch wertvollen Streuobstwiesen und leisten dadurch einen großen Beitrag zur Pflege und zur Erhaltung der traditionell gewachsenen Kulturlandschaft Baden-Württembergs.‘

Bundesweit gibt es über 30.000 bäuerlichen Kleinbrennereien, rund 130.000 Stoffbesitzer sowie etwa tausend landwirtschaftliche Verschlussbrennereien, die ohne die Absatzmöglichkeiten über das Branntweinmonopol eine wichtige Vermarktungsschiene und damit die Existenzgrundlage verlieren. Zirka 23.000 befinden sich davon in Baden-Württemberg. Abfindungsbrenner und Stoffbesitzer verwerten zusammen jährlich über 200.000 Tonnen Obst, vor allem aus dem Streuobstbau. In manchen Gebieten sind das bis zu 25 Prozent der Ernte. Daraus werden 83.000 Hektoliter reinen Alkohols gebrannt. Zwei Drittel davon werden über das Branntweinmonopol aufgekauft. Ein Drittel werden als Edeldestillate selbst vermarktet.

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Tierschutzbericht 2003: Regierung zieht positive Bilanz

Themen: Archiv — info @ 13:03

Künast kündigt weitere Schritte bei Tierhaltung und Tiertransporten an

Berlin (agrar.de) – ‚Nach zwei Jahren aktiver Tierschutzpolitik ziehe ich positive Bilanz. Die Bundesregierung hat ihre Anstrengungen für den Tierschutz intensiviert und damit große Erfolge errungen. Tierschutz ist als Staatsziel im Grundgesetz verankert und wesentliche neue Regelungen für mehr Tierschutz in Deutschland und Europa wurden auf den Weg gebracht. Wir werden weiter beharrlich und konsequent für mehr Tierschutz sorgen‘, erklärte Bundesverbraucherministerin Renate Künast heute anlässlich der Vorstellung des Tierschutzberichtes 2003 in Berlin.

Im Berichtszeitraum 2001 und 2002 wurde am 26. Juli 2002 der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Damit hat sich der Stellenwert des Tierschutzes deutlich erhöht. Bei rechtlichen Abwägungen kann das Wohl der Tiere in deutlich stärkerem Maße berücksichtigt werden als bisher.

Die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung trat am 1. November 2001 in Kraft und bündelt die tierschutzrechtlichen Vorschriften für die Nutztierhaltung. Vor allem für die Nutztierhalter wurde somit eine Rechtsvereinfachung und -vereinheitlichung erreicht.

Als Teil der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung trat am 13. März 2002 die so genannte Hennenhaltungsverordnung in Kraft. Sie verbietet die Haltung von Legehennen in herkömmlichen Käfiganlagen bereits ab dem Jahr 2007. Deutschland nimmt dadurch eine Vorreiterrolle im Tierschutz ein. Mit dem Bundesprogramm zur Förderung tiergerechter Haltungsverfahren werden umfangreiche Investitionshilfen für die Landwirte schon vor Ablauf der Übergangsfrist am 31. Dezember 2006 bereitgestellt. Zusammen mit neuen Forschungsvorhaben und einer künftig verbesserten Kennzeichnung von Eiern und Eiprodukten wird damit der Umstieg auf alternative Haltungsformen wirksam flankiert.

Im Rahmen der Agrarinvestitionsförderung wurden neue finanzielle Anreize für mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung geschaffen. Unerwünschte Haltungsformen werden nunmehr von der Förderung ausgeschlossen. Dafür werden Investitionen in besonders tiergerechte Haltungsverfahren verstärkt unterstützt.

Die Bundesregierung wird sich in den nächsten Jahren auf nationaler und internationaler Ebene weiterhin konsequent für eine Verbesserung des Tierschutzes einsetzen. ‚Ein würdevoller und verantwortungsvoller Umgang mit den Nutztieren ist nicht nur aus ethischen Gründen von Bedeutung. Er ist auch Grundlage für ein nachhaltiges Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Agrarprodukte. Deshalb ist es im Sinne auch der Landwirte, die Haltungssysteme und Bedingungen für Tiertransporte weiter zu verbessern,‘ so Künast.

Neue Regelungen sind insbesondere für die Haltung von Pelztieren und Schweinen in Vorbereitung. In Bezug auf Masthühner und Puten setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass EU-weite Regelungen zur Verbesserung der Haltungsbedingen geschaffen werden. Darüber hinaus soll die Notwendigkeit von Tierversuchen weiter abgebaut werden, die Transportbedingungen insbesondere für Schlachttiere weiter verbessert und der Tierschutz in internationale Standards integriert werden.

Die Bundesregierung ist bestrebt, die Notwendigkeit von Tierversuchen weiter abzubauen und auf das gemäß dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand unerlässliche Maß zu beschränken. Sie wird die jährlichen Meldungen über Versuchstiere und deren Verwendungszwecke analysieren, um solche Bereiche zu identifizieren, in denen besonders viele Tiere verwendet bzw. belastende Eingriffe vorgenommen werden. Daraus werden Schlussfolgerungen abgeleitet, an welchen Stellen Möglichkeiten bestehen, Tierversuche einzuschränken. Tierversuche bei der Entwicklung von Kosmetika sind in Deutschland bereits verboten.

Gerade im Hinblick auf den internationalen Handel ist es von großer Bedeutung, den Tierschutz in internationalen Standards zu verankern. Deshalb setzt sich die Bundesregierung mit Nachdruck dafür ein, den Tierschutz auch bei den Fortsetzungsverhandlungen zum WTO-Abkommen einzubringen. Sie begrüßt deshalb, dass sich das O.I.E., das Internationale Tierseuchenamt, mit seinem neuen Programm auch dem Tierschutz widmet.

Der Bericht ist online abrufbar. (PDF-Datei, 2,0 MB)

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Geflügelpest in den Niederlanden weitet sich aus

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 12:03

Hannover (agrar.de) – Die Geflügelpest (Aviäre Influenza) breitet sich in den Niederlanden weiter aus, und zwar in nördlicher und südlicher Richtung der bereits bestehenden Schutz- und Überwachungszone, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium heute mit. In 96 Beständen sei das Virus bereits nachgewiesen worden, 43 weitere stünden unter Verdacht.

Die Tiere aus inzwischen 333 Betrieben müssen getötet werden, davon seien 254 Betriebe mit insgesamt 4,9 Mio. Tieren bereits ‚ausgeräumt‘ worden.

Niedersachsen sei unverändert geflügelpestfrei, das bestehende hohe Schutzniveau aber müsse aufgrund der aktuellen Situation im Nachbarland unbedingt beibehalten werden, so das Ministerium weiter.

Leichte Entspannung für Niedersachsens Geflügelwirtschaft zeichnet sich dadurch ab, dass seit gestern wieder Schlachtgeflügel über einen vorgeschriebenen Korridor in einen niederländischen Schlachtbetrieb in der Nähe von Groningen verbracht werden darf.

Links zum Thema Geflügel, Links zum Thema Tiergesundheit.

Sachsen-Anhalt: Dioxin in Futtermittel – Vier Lieferanten informiert

Themen: Archiv — info @ 12:03

Magdeburg (agrar.de) – Nach Bekanntwerden von Dioxingehalten bei einem Thüringer Futtermittelhersteller im Januar hat das Landwirtschaftsministerium Sachsen- Anhalt alle Futtermittelhersteller im Land überprüft, die Anlagen nach gleicher Technologie betreiben. Dabei handelt es sich um drei Betriebe.

Die aus der laufenden Produktion überprüften Futtermittel enthielten keine unzulässigen Dioxingehalte. Jedoch bei der Nachprüfung eines größeren Lagerbestandes an Grünfutterpellets bei einem Betrieb wurden am 25.03.03 im Dioxinlabor des Landes in Wittenberg (Landesamt für Umweltschutz) Höchstmengenüberschreitungen in drei von vier Proben festgestellt (Grenzwert: 0,74 Nanogramm pro kg, gefunden 0,85 – 1,35 Nanogramm pro kg). Der zuständige Landkreis und das Ministerium wurden am gleichen Tag informiert.

Folgende Maßnahmen wurden bisher eingeleitet:

Am 25.03.03.:

1. Prüfung der Vertriebswege: Ermittlung der Empfänger der Grünfutterpellets

Ca. 120 t Futtermittel wurden an zwei Händler in Hamburg geliefert. Ca. 1,3 t wurde an einen Tierhalter in Niedersachsen und 0,18 t an einen Tierhalter in Sachsen-Anhalt geliefert, bei letzterem wurden die Lagerbestände gestern bereits gesperrt. 50 kg Futter konnte sichergestellt werden. Alle Lieferungen erfolgten im März.

2. Der Lagerbestand des Futtermittelherstellers wurde behördlich gesperrt.

3. Ein technischer Sachverständiger prüft im Auftrag des Ministerium in dem Betrieb mögliche Eintragsmöglichkeiten für Dioxin.

Die Anlage befindet sich gerade in der Serviceperiode, so dass ohnehin keine Futtermittelherstellung erfolgt.

Am 26.03.03

5. Information über Vertriebswege an alle zuständigen Länderbehörden zur Weiterleitung an die Empfängerbetriebe und zur Veranlassung weiterer Maßnahmen.

6. Die zuständige Immissionsschutzbehörde (RP Magdeburg) wurde eingeschaltet.

Hintergrund:

Grünfutterpellets werde in etwa 10-prozentiger Beimischung bei der Herstellung von Rinderfutter hinzugegeben.

Die Probennahme der Lagerbestände erfolgte am 25.02.03 durch den Landkreis. Sie wurden nicht prioritär untersucht, da die Ergebnisse der laufenden Produktion keine unzulässigen Dioxingehalte ergeben hatten.

Der betroffene Futtermittelhersteller verwendet eine – nach Bundesimmissionsschutz Verordnung ordnungsgemäß genehmigte- mit Steinkohlen beheizte Trockenfutteranlage.

Links zum Thema Futtermittelwerke, Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

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