03. März 2003

RLV: Unbedingt an Rücknahmeaktion beteiligen

Themen: Archiv — info @ 11:03

Bonn (agrar.de) – Wohin mit leeren Pflanzenschutzmittelkanistern? Diese Frage stellt sich jetzt für viele Landwirte angesichts der in den kommenden Wochen anstehenden Frühjahrs-Pflanzenschutzmaßnahmen. Wie bereits in den vergangenen Jahren werden auch in diesem Jahr von Industrie und Handel bundesweit wieder Pflanzenschutzmittel-Verpackungen zurückgenommen, um diese einer umweltgerechten Entsorgung zuzuführen.

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn begrüßt die kostenlose Rücknahmeaktion und appelliert gleichzeitig an die Landwirte, solche Möglichkeiten einer umweltfreundlichen Entsorgung zu nutzen. Die ersten Schritte zur umweltgerechten Entsorgung der Behälter seien bereits in den nächsten Wochen fällig. Dazu gehöre, die Kanister gleich nach dem Befüllen der Spritzen zu spülen und sie bis zu den Sammelterminen trocken und sauber aufzubewahren. Denn Behälter, die noch Produktreste enthielten, würden an den Sammelstellen nicht angenommen und in jedem Fall zurückgewiesen. Und dies könnte teuer werden, warnt der Verband. Solche Behälter seien Sonderabfall und müssten vom Landwirt auf eigene Kosten entsorgt werden.

Bei der Reinigung der Geräte anfallende Wasser- und Spritzmittelreste sollten auf dem Feld und nicht in den Hofablauf oder die Kanalisation abgelassen werden.

Sammelorte und -termine, an denen Pflanzenschutzmittel-Verpackungen abgegeben werden können teilt das Rücknahmesystem PAMIRA mit.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

Bio-Umsatz in Italien wächst 2002 um 33 Prozent

Themen: Archiv — info @ 10:03

Nürnberg (agrar.de) – Die italienische Bio-Branche wächst aus der Nische heraus und erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro. Das berichtet ‚Bioagricultura Notizie‘ nach einer Meldung des Biofach-Newsletters.

Nach den Zahlen der Bio-Kontrollstelle ‚Consorzio italiano per il controllo dei prodotti biologici‘ betrug der italienische Bio-Umsatz im Vorjahr (2001) 1,2 Mrd. Euro. Er hat sich demzufolge im Jahr 2002 um 33 Prozent gesteigert. In Italien sind 1,2 Millionen Hektar auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Es gibt 57.000 Bio-Erzeuger, 4.000 Weiterverarbeiter und 122 Exportfirmen. 1.700 Supermärkte führen Bio-Erzeugnisse, und es gibt rund 1000 Naturkostläden und Reformhäuser.

Links zum Thema Bio-Landbau international.

IWR-Windenergiestatistik 2002 für Deutschland

Themen: Archiv — info @ 10:03

16,5 Milliarden Kilowattstunden Windstromerzeugung in Deutschland – IWR-Prognose 2003: Rd. 9 Prozent Strom aus regenerativen Energien

Münster (agrar.de) – Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) hat die Zahlen für den deutschen Windmarkt 2002 vorgelegt. Danach wurden im vergangenen Jahr Windkraftanlagen mit einer Leistung von 3.168 MW (2001: 2.645 MW)neu errichtet. Die Gesamtleistung in Deutschland, inkl. Rückbau, erreicht am 31.12.2002 insgesamt 11.875 MW (2001: 8.712). Die Stromerzeugung stieg von 10,7 auf 16,5 Milliarden Kilowattstunden und liegt damit innerhalb der für das vergangene Jahr prognostizierten Bandbreite (15 – 17 Mrd. kWh).

‚Nach dem Rekordjahr 2002 und einer erneuten Steigerung der neu installierten Windleistung um rd. 20 Prozent erwarten wir für 2003 eine Konsolidierung auf dem nationalen Markt‘, sagte IWR-Leiter Dr. Norbert Allnoch. Die deutsche Stromerzeugung aus Wind wird nach einer neuen IWR-Prognose im Jahr 2003 von 16,5 auf 21 bis 24 Milliarden Kilowattstunden weiter ansteigen. Insgesamt könnten 2003 erstmals mehr als 50 Milliarden Kilowattstunden Strom (rd. 9 Prozent des Stromverbrauchs) aus regenerativen Energien stammen.

Die Top 10 der Hersteller nach installierter Windkraftleistung in MW, Marktanteil (Prozent)

1. Enercon 1098,6 (34,7) 2. Vestas 576,5 (18,2) 3. GEWindEnergy 426,3 (13,5) 4. Nordex 281,8 (8,9) 5. AN Windenergie 227,8 (7,2) 6. REpower 219,0 (6,9) 7. NEG Micon 207,6 (6,5) 8. DeWind 76,9 (2,4) 9. Fuhrländer 48,0 (1,5) 10. Sonstige 5,9 (0,2)

Links zum Thema Energie.

Zukunftsstiftung Landwirtschaft: Sollen Biobauern die Einführung der Grünen Gentechnik bezahlen?

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 09:03

Berlin (agrar.de) – Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft ist alarmiert von einer Mitteilung des EU Agrarkommissars Franz Fischler zur künftigen Koexistenz zwischen gentechnischer und nicht gentechnischer Landwirtschaft, die morgen im EU Umweltministerrat und übermorgen im Kollegium der EU Kommissare diskutiert wird.

‚Fischlers Vorschläge schützen weder die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, noch diejenigen Landwirte, die auch künftig ohne Gentechnik produzieren wollen,‘ sagte Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung. Die Kosten sollen nach diesem Vorschlag auf alle Landwirte verteilt, werden, während der Gewinn bei der Gentechnik-Industrie verbleibt. Zudem werden Grenzwerte für die Verunreinigung von konventionellem und biologischem Saatgut vorgeschlagen, die künftig eine Landwirtschaft ohne Gentechnik kaum noch ermöglichen würden. Die praktische Lösung des Problems will Fischler den einzelnen Mitgliedsstaaten zuschieben. ‚Wir brauchen verbindliche gesetzliche Regelungen der EU, die konventionelle und Biobauern nach dem Verursacherprinzip vor gentechnischen Verunreinigungen schützen,‘ sagte Haerlin.

In dem achtseitigen Strategiepapier, das heute bekannt wurde, schlägt Fischler unter anderem vor, dass die erheblichen Kosten, die künftig für die Trennung von gentechnisch veränderten und nicht veränderten Agrarprodukten entstünden, ‚von den Wirtschaftsteilnehmern (Bauern, Saatguthersteller etc.) getragen werden, die sich Vorteile von dem jeweiligen Anbausystem versprechen, das sie gewählt haben.‘ Im Klartext: Wer auch künftig gentechnikfreie Produkte liefern will, weil sie höhere Preise bzw. überhaupt die Verkäuflichkeit der Ware garantieren, soll auf eigene Kosten dafür sorgen, dass von benachbarten Gentechnikfeldern hierfür keine Gefahr ausgeht. ‚Damit würde das Verursacherprinzip auf den Kopf gestellt,‘ kritisierte Haerlin, ‚die zusätzlichen Kosten, die eine Studie der Kommission auf 5 bis 40 Prozent der gesamten Produktionskosten taxiert, würden denen in die Schuhe geschoben, die wie bisher auf Gentechnik verzichten wollen.‘

Von entscheidender Bedeutung für die Frage, ob bei Einführung der Gentechnik auf dem Acker überhaupt noch gentechnikfreie Landwirtschaft möglich sein wird, ist der in dem Fischler-Papier wiederholte Vorschlag, für konventionelles und biologisches Saatgut Grenzwerte für die Verunreinigung mit Gentechnik-Sorten, einzuführen. Sie sollen je nach Pflanzenart zwischen 0,3 Prozent und 0,7 Prozent liegen. Unterhalb dieser Grenzwerte wäre nicht einmal eine Kennzeichnung erforderlich. In der Praxis würde dies dazu führen, dass Landwirte nicht mehr wüssten ob ihr Saatgut Gentechnik enthält und dies damit auch nicht mehr vermeiden könnten. EU-weit könnten durch diese Regelung heute jährlich 7 Milliarden gentechnisch veränderte Mais- und Rapspflanzen ohne Genehmigung und Kontrolle der Landwirte und Behörden angebaut werden. Dies würde innerhalb kurzer Zeit zu einer flächeneckenden gentechnischen Verschmutzung führen, zunächst bei Mais und Raps, später auch von Kartoffeln, Rüben, Tomaten und anderen Früchten. ‚Eine derartige Zwangseinführung der Gentechnik durch die Hintertüre wäre ein Schlag ins Gesicht der Mehrheit der Verbraucher und Landwirte, die keine Gentechnik wollen und würde alle Beteuerungen ad absurdum führen, auch künftig die Wahlfreiheit der Bürger zu wahren,‘ sagte Haerlin.

Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft hat gegen die geplante Einführung dieser Verschmutzungs-Grenzwerte eine Petition ‚Save our Seeds‚ zur Reinhaltung des Saatgutes in Europa initiiert, die von über 300 Organisationen in der EU mit mehr als 25 Millionen Mitgliedern, sowie von 85.000 Einzelunterzeichnern getragen wird. Bei Übergabe dieser Petition an die EU-Kommissare Fischler (Agrar) und Byrne (Verbraucher) im Oktober vergangenen Jahres hatten diese versprochen, die Regelung noch einmal kritisch zu prüfen und daran auch die Öffentlichkeit zu beteiligen. Jetzt wird der Vorschlag in Fischlers Papier unverändert wieder auf den Tisch gebracht.

Links zum Thema %url4%Biotechnologie%/%, Links zum Thema %url5%EU und Landwirtschaft%/%.

Seiten: << 1 2 3 ...12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22



   (c)1997-2017 @grar.de