04. März 2003

Geflügelpest: Bund und Länder treffen Vorsichtsmaßnahmen

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 14:03

Berlin (agrar.de) – Nachdem aus den Niederlanden am 1. März ein ernster Verdacht auf Ausbruch der sogenannten klassischen Geflügelpest (Aviäre Influenza) gemeldet wurde, haben Bund und Länder umgehend Vorsichtsmaßnahmen gegen die Einschleppung der Krankheit getroffen, so das das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Alle Lieferungen von lebendem Geflügel und Bruteiern, die in den vergangenen vier Wochen aus niederländischen Betrieben nach Deutschland gegangen sind, wurden überprüft. Die betroffenen Empfängerbetriebe wurden vorbeugend unter amtliche Überwachung der zuständigen Landesbehörden gestellt. Nach wie vor liegen keine Hinweise vor, dass die in den Niederlanden inzwischen bestätigte Krankheit nach Deutschland eingeschleppt wurde.

Um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, haben die Niederlande bereits am Wochenende jeglichen Transport von lebendem Geflügel und Produkten aus einem Sperrbezirk von zehn Kilometern um die von der Krankheit betroffenen Betriebe verboten. Darüber hinaus gilt für ganz Holland ein Verbringungsverbot für lebendes Geflügel, Bruteier und Gülle bzw. Mist.

Aus dem betroffenen Gebiet der niederländischen Provinz Gelderland sind in den vergangenen 30 Tagen insgesamt rund 480.000 Küken aus Brütereien in den Kreis Borken gelangt. Wie Borkens Leitender Kreisveterinärdirektor Dr. Bernd Eysing mitteilt, handelt es sich bei den hiesigen Empfängern um 13 Geflügelmastbetriebe, die am Wochenende vorsorglich unter amtliche Beobachtung gestellt worden sind.

Für den Regierungsbezirk Weser-Ems sowie die Landkreise Diepholz und Nienburg ist ein Verbot ausgesprochen worden, Geflügel im Freien laufen zu lassen.

In Brandenburg sind am Montag elf Betriebe in fünf Landkreisen vorsorglich gesperrt worden. In den Betrieben gibt es keinerlei Anzeichen für einen Ausbruch der Geflügelpest, unterstreicht das Agrar- und Umweltministerium in Potsdam.

Auch in Bayern sind nach dem Ausbruch der Geflügelpest in den Niederlanden Vorsichtsmaßnahmen gegen das Einschleppen der hochinfektiösen Tierkrankheit getroffen worden. Alle Lieferungen von lebendem Geflügel und Bruteiern, die in den vergangenen vier Wochen aus den Niederlanden direkt oder über andere Bundesländer nach Bayern gelangt sind, werden nach Angaben des Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz überprüft, belieferte Betriebe vorbeugend unter amtliche Überwachung gestellt. Es gibt aber derzeit keine Hinweise, dass Geflügelpest von den Niederlanden nach Deutschland eingeschleppt worden ist.

Von dem festgestellten Erreger der aviären Influenza-A-Virus (Typ H7) geht nach derzeitigem Erkenntnisstand keine Gefährdung für den Menschen aus. Die klassische Geflügelpest ist insbesondere für Hühner und Puten eine hochansteckende und sehr schnell verlaufende Erkrankung. Sie wird durch direkten Kontakt der Tiere untereinander oder mit Überträgern wie Menschen, Wildvögel oder Gegenständen, einschließlich Transportmittel übertragen. Reisende sind aufgefordert, die Anweisungen der niederländischen Behörden zu beachten.

Links zum Thema Geflügel, Links zum Thema Tiergesundheit.

Schleswig-Holstein: Kaufwert landwirtschaftlicher Grundstücke 2002 leicht unter Vorjahresniveau

Themen: Archiv — info @ 13:03

Kiel (agrar.de) – Nach den vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Landesamtes wurden in Schleswig-Holstein im Jahre 2002 knapp 1.000 Verkäufe landwirtschaftlicher Grundstücke registriert, dabei wechselten 5.400 Hektar Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (ha FdlN) ohne Gebäude und ohne Inventar den Eigentümer.

Der durchschnittliche Kaufwert entsprach mit 11.500 Euro je ha FdlN dem Niveau des Vorjahres. Nachdem die durchschnittlichen Kaufwerte von einem Nachkriegshöchststand im Jahre 1980 (14.300 Euro je ha FdlN) auf die Hälfte im Jahre 1993 (7.800 Euro je ha FdlN) zurückgegangen waren, sind sie seitdem wieder nahezu stetig angestiegen. Die im Berichtsjahr veräußerten Flächen waren im Landesmittel von geringfügig niedrigerer Bodengüte als in vorhergehenden Jahren.

Hohe Kaufwerte wurden mit durchschnittlich 17.000 Euro je ha FdlN in dem ackerbaulich sehr ertragsstarken Kreis Ostholstein erzielt. Demgegenüber betrugen die Kaufwerte in dem grünlandreichen Landkreis Nordfriesland im Mittel 8.500 Euro je ha FdlN.

Links zum Thema Boden, Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Geflügelpest: Niedersachsen mahnt „konkrete Lieferlisten“ an

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 11:03

Hannover (agrar.de) – ‚Konkrete niederländische Lieferlisten‘, bezogen auf die inzwischen 16 unter Geflügelpest-Verdacht stehenden niederländischen Betriebe sowie die dazu gehörenden Sperrgebiete liegen den niedersächsischen Behörden noch nicht vor, teilte das dortige Landwirtschaftsministerium heute mit. Erste Erkenntnisse aus den räumlich nur schwer zuzuordnenden ANIMO-Meldungen hätten zwar als Grundlage für die bereits vorgenommene vorsorgliche und vorläufige Sperrung von rund 250 belieferten niedersächsischen Betrieben gedient, seien aber als Beurteilungskriterien für eine tatsächliche akute Gefährdung nicht ausreichend.

Abgestimmt haben sich Bund und Länder heute darüber, dass als ’seuchenrelevant‘ nur Lieferungen aus den Niederlanden eingestuft werden, die nach dem 8. Februar erfolgten. Außerdem, dass keine Tötungsanordnungen ausgesprochen werden, wenn 11 Tage nach dem Einstallungstermin keine klinischen Symptome festzustellen sind und dass die Aufhebung einer Sperre nach 21 Tagen ohne klinische Symptome erfolgen kann.

Um das Seuchenverbreitungsrisiko zu minimieren hat Niedersachsen u.a. vorgeschlagen, den Niederländern Einwegverpackungen für Konsumeier vorzuschreiben, außerdem strenge Reinigungs- und Desinfektionsauflagen für Lieferfahrzeuge u.a. von Futtermitteln.

Vorbereitet wird in Niedersachsen zurzeit eine Verordnung, die ein landesweites Aufstallungsgebot vorschreibt. Dieses bislang nur in Weser-Ems, Diepholz und Nienburg geltende ‚Freilandverbot‘ sei aufgrund der Einschleppungsgefahr durch Zugvögel dringend erforderlich, so die Begründung. Hinweise auf eine möglicherweise bereits erfolgte Einschleppung der Seuche nach Niedersachsen liegen bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vor.

Links zum Thema Geflügel, Links zum Thema Tiergesundheit.

Niedersachsen: Zahl der Obstbaubetriebe rückläufig

Themen: Archiv — info @ 11:03

Hannover (agrar.de) – Im vergangenen Jahr gab es in Niedersachsen 903 Betriebe, die Baumobst zum Verkauf angebaut haben. Wie das Niedersächsische Landesamt für Statistik mitteilt, existierten 1997 noch 1.211 Betriebe, ihre Zahl ist somit um 25 Prozent zurückgegangen.

Auch die Anbaufläche wurde reduziert, sie lag im vergangenen Jahr bei 7.587 ha. Etwa 93 Prozent der gesamten Marktobstfläche liegt in den Landkreisen an der Niederelbe, vorwiegend im Alten Land zwischen Stade und Hamburg.

Die Anzahl der Obstbäume hat sich seit 1997 hingegen um 17 Prozent auf 12,7 Mio. erhöht.

Auf 87 Prozent der Baumobstflächen stehen Apfelbäume (6.612 ha), danach folgen Süßkirschen mit 6 Prozent (448 ha). Nur geringe Bedeutung haben Birnen mit 3 Prozent (243 ha), Pflaumen mit knapp 3 Prozent (207 ha) und Sauerkirschen mit 1 Prozent (69 ha).

Die größte Anbaubedeutung bei den Äpfeln hat die Sorte Elstar mit 1.689 ha. Auf den folgenden Plätzen liegen Jonagored mit 1.001 ha, Jonagold mit 760 ha, und Holsteiner Cox mit 720 ha. Elstar, Jonagored und Holsteiner Cox dominieren auch bei den Neuanpflanzungen der letzten fünf Jahre, ausgeweitet wurden ebenfalls die Anbauflächen der Sorten Braeburn und Gala. Dagegen hat die Bedeutung ehemaliger Klassiker wie Boskoop, Cox Orange, Gloster und Golden Delicious weiter abgenommen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Niedersachsen.

03. März 2003

Dosch: Nur stabile Erzeugerpreise sichern die Agrarwende

Themen: Archiv — info @ 16:03

Bad Boll (agrar.de) – ‚Niedrige Erzeugerpreise gefährden die Existenz bäuerlicher Biobetriebe, die weitere Entwicklung des Ökologischen Landbaus und damit die angestrebte Agrarwende in Deutschland‘, erklärte laut Biofach-Newslatter der Bioland-Bundesvorsitzender Thomas Dosch anlässlich des Bioland-Bauerntages in Bad Boll.

Mit 4.400 Mitgliedsbetrieben stellt Bioland die größte Vereinigung ökologisch wirtschaftender Betriebe in Deutschland dar. Als ‚katastrophal‘ stelle sich die Entwicklung der Erzeugerpreise dar. In Abhängigkeit von niedrigsten Erzeugerpreisen für konventionelle Produkte gerieten auch die Preise für Bio-Produkte ins Rutschen.

Bei Milch und Rindfleisch sind Rückgänge der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahr um etwa 9 Prozent bzw. um 6 Prozent zu verzeichnen. Auch bei Speisegetreide sank der Preis um etwa 7 Prozent. Unter den gegebenen Bedingungen sei zum Teil nicht mehr kostendeckend zu produzieren. Dies führt nach Ansicht von Bioland mittelfristig unweigerlich zu einem Höfesterben in den Regionen. Oder zu einer Rückumstellung auf konventionellen Landbau.

Vom Handel fordert Dosch, Lebensmittel mit qualitativen und regionalen Argumenten zu bewerben, statt immer nur auf die Billigschiene zu setzen.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema Bio-Verbände.

Niederlande: Vorsichtsmaßnahmen gegen klassische Geflügelpest getroffen

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 16:03

Berlin (agrar.de) – In der niederländischen Provinz Gelderland besteht ein ernster Verdacht des Ausbruchs der sogenannten klassischen Geflügelpest (Aviäre Influenza). In sechs Betrieben im Bereich von Barneveld wird die Viruserkrankung vermutet. Derzeit laufen noch die Untersuchungen. Erste Ergebnisse werden nicht vor Montag Abend erwartet, so das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL).

Um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern, hat das niederländische Landwirtschaftsministerium um die betroffenen Betriebe einen Sperrbezirk von 10 Kilometern eingerichtet. In diesem Bereich dürfen weder lebendes Geflügel, noch Produkte (Eier, Mist und Gülle) transportiert werden. Darüber hinaus wurde für ganz Holland ein Verbringungsverbot für lebendes Geflügel und Bruteier verhängt.

Bisher liegen keine Hinweise vor, dass die Krankheit nach Deutschland eingeschleppt wurde. In den letzten Wochen geliefertes lebendes Geflügel und Bruteier aus den Niederlanden werden von den für die Überwachung zuständigen Veterinärbehörden der Länder überprüft.

Die klassische Geflügelpest ist eine hochkontagiöse Erkrankung insbesondere für Hühner und Puten. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt der Tiere untereinander oder durch Vektoren wie Menschen, Wildvögel oder Gegenstände, einschließlich Transportmittel und z.B. Eierverpackungsmaterial. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind EG-rechtlich harmonisiert. Eine Impfung ist im Fall der klassischen Geflügelpest nicht erlaubt, weil das Virus so infektiös ist, dass eine Beherrschung der Seuche im Ausbruchsfall durch Impfungen nicht möglich ist.

Bei den klassischen Stämmen des aviären Influenza-A-Virus ist eine Gefährdung für den Menschen nicht gegeben.

Links zum Thema Geflügel, Links zum Thema %url4%Tiergesundheit%/%.

Weinherbst 2002: 2,68 Millionen Hektoliter Weinmost gekeltert

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 14:03

Vorjahresernte um 15 Prozent übertroffen – Große regionale Unterschiede

Stuttgart (agrar.de) – Die für den Verkauf bestimmte baden-württembergische Erntemenge an Weinmost 2002 beläuft sich auf 2,68 Millionen Hektoliter (Mill. hl), wovon 1,15 Mill. hl auf Weiß- und 1,53 Mill. hl oder 57 Prozent auf Rotmost entfallen. Damit hast sich innerhalb von nur 10 Jahren das Verhältnis von Rot- zu Weißmosten ins Gegenteil verkehrt. Wie das Statistische Landesamt aufgrund der Angaben zur gemeinschaftlichen Weinbaukartei weiter feststellt, wurden damit der Weinherbst des Vorjahres (2,32 Mill. hl) um gut 15 Prozent übertroffen, im Zehnjahresdurchschnitt wurden 2,46 Mill. hl geherbstet. Damit hat sich die Schätzung von Anfang/Mitte November 2002 in vollem Umfang bestätigt. Zur Landesernte trugen die württembergischen Weinbaubereiche bei einem durchschnittlichen Ertrag von 119 hl je Hektar (hl/ha) mit 1,314 Mill. hl (2001: 1,157 Mill. hl) und die badischen Weinbaubereiche bei einer Flächenleistung von 89 hl/ha mit 1,369 Mill. hl (2001: 1,168 Mill. hl) im Mittel aller Rebsorten bei.

Regional sind bei der Weinmosternte 2002 bemerkenswerte Unterschiede zu verzeichnen. In den nördlichen Weinbaubereichen mussten die Winzer gegenüber dem langjährigen Mittel 1992/2001 im Fall der Badischen Bergstraße (26.700 hl), von Kocher-Jagst-Tauber (37.600 hl) und Tauberfranken (44.800 hl) Ernteeinbußen in Höhe von 4 und 8 bzw. gut 17 Prozent hinnehmen; dies ist nicht zuletzt eine Spätfolge der starken Nachtfröste im vergangenen Frühjahr. Steigerungen zwischen 4 und 7 Prozent waren dagegen aus den Weinbaubereichen Kaiserstuhl (377.600 hl), Breisgau (138.400 hl), Remstal-Stuttgart (188.900 hl) und Kraichgau (97.000 hl) zu verzeichnen. In den Bereichen Württembergisch Unterland (1,084 Mill. hl), Markgräflerland (296.500 hl), Ortenau (240.100 hl) und Tuniberg (100.700 hl) lagen die Mehrerträge in der Größenordnung von 12 bis 17 Prozent. Im Bereich Bodensee bedeutet die Weinmosterntemenge von 47.700 hl gegenüber dem langjährigen Mittel sogar ein Plus von einem Drittel.

Auch bei den einzelnen Rebsorten bestehen bemerkenswerte Unterschiede, wobei die seit Beginn der 90er-Jahre zu beobachtende Tendenz einer Verlagerung hin zu den Rotgewächsen zu Lasten weißer Rebsorten bei den Erntemengen zwangsweise ihren Niederschlag findet. In Württemberg wurden über ein Viertel mehr an Rotmosten (992.000 hl) als im Mittel der Jahre 1992/2001 eingebracht. Insgesamt drei Viertel entfiellen auf die für Württemberg so typischen Rotweinsorten Blauer Trollinger (408.600 hl), Schwarzriesling (201.900 hl) und Lemberger (157.300 hl). An Weißmosten wurde ein Fünftel weniger als im langjährigen Mittel geerntet, darunter Riesling (202.900 hl), Kerner (48.800 hl) und Müller-Thurgau (38.200 hl).

Im Anbaugebiet Baden konnten über 40 Prozent mehr Rotmoste (538.800 hl), darunter 486.600 hl Blauer Spätburgunder geherbstet werden. An Weißmosten (830.600 hl) wurden in Baden nur geringfügig weniger als im Mittel der Jahre 1992/2001 in die Keller gebracht. Die Sorte Müller-Thurgau (330.200 hl) musste deutliche Einbußen hinnehmen, die Erntemenge bei Riesling (101.900 hl) entspricht in etwa dem langjährigen Mittel. Die Sorten Weißer Burgunder (86.900 hl), Gutedel (134.100 hl) und Ruländer konnten sogar deutlich zulegen.

Im Anbaugebiet Baden wurde im Durchschnitt aller Weißweinsorten ein Mostgewicht von 79° Oechsle bzw. bei Rotweinsorten von 85° Oechsle ermittelt; die Werte entsprechen den langjährigen Mitteln. Im Anbaugebiet Württemberg erreichten die Weißweinsorten Durchschnittsmostgewichte von 80° Oechsle, die Rotgewächse von 73° Oechsle (Mittel 1992/2001: 77° bzw. 75° Oechsle). Die durchschnittlichen Säuregehalte belaufen sich im Landesmittel auf 8,1 Promille für Weiß- und 8,4 Promille für Rotmost (Mittel 1992/2001: 8,3 bzw. 8,9 Promille).

Nach den gesetzlichen Regelungen könnten aufgrund der erzielten Ausgangsmostgewichte in Württemberg 737.000 hl oder 56 Prozent, in Baden mit 742.000 hl ebenfalls über die Hälfte der anfallenden Weinmostmenge als Prädikatsweine (Kabinett, Spätlese, Auslese und dgl.) ausgebaut werden. Die übrigen Erntemengen sind zur Herstellung von Qualitätsweinen bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.) geeignet. Zahlreiche Winzer- (Weingärtner-)genossenschaften haben aus Marketingüberlegungen heraus bereits vor der Lese ihre Qualitätsanforderungen durch Heraufsetzen der Mindestmostgewichte erhöht. Damit werden aus dem Jahrgang 2002 wieder mehr Q.b.A.-Weine mit herausragenden Qualitätseigenschaften und somit weniger Prädikatsweine hergestellt werden. Die Kellermeister im Land sind traditionell ohnehin bestrebt, beim Ausbau der einzelnen Qualitätsklassen im Interesse von Charakter und Harmonie der Weine die gesetzlichen Mindestmostgewichte deutlich zu übertreffen.

Links zum Thema Wein, Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Regionalität statt Futtermittel-Importe

Themen: Archiv — info @ 13:03

Naturland-Bauern fordern den Schwerpunkt einer regionalen Erzeugung im Öko-Landbau nicht PR-Strategien zu opfern

Hohenkammer (agrar.de) – Naturland meldet sich in der aktuellen Diskussion um die Fütterung im Ökologischen Landbau zu Wort: ‚100% Öko-Futter sind unser erklärtes Ziel, jedoch mit heimischen Eiweißfuttermitteln heute noch nicht umsetzbar!‘

Diese Umsetzung müsse mit Energie und Konsequenz, aber auch mit Augenmaß voran getrieben werden. Das Pferd kann auch im Öko-Landbau nicht von hinten aufgezäumt werden: Ohne eine ausreichende Produktion von ökologischen Eiweißfuttermitteln in den Regionen Deutschlands führt der Ausschluss bisher unverzichtbarer herkömmlicher Eiweißkomponenten automatisch zu einer Globalisierung der Futtermittel-ströme auch im Öko-Landbau – mit allen damit verbundenen Nachteilen und Risiken. Eine solche Vorgehensweise hat damit eher mit Aktionismus als mit einer ressourcenschonenden Landwirtschaft zu tun. Öko-Landbau und Regionalität müssen weiter eine Einheit bilden.

‚Selbstverständlich ist es auch unser Ziel, dass alle Öko-Betriebe nur noch ausschließlich Öko-Futtermittel einsetzen. Eine sofortige Umsetzung wäre mit einer Vielzahl von Problemen und Risiken verbunden‘, so Hans Hohenester, Naturland-Bauer aus Bayern. Der konventionelle Anteil sei seit Jahrzehnten auf ganz wenige pflanzliche Futtermittel (lediglich zur Eiweißversorgung) und auf ein Mindestmaß (10 Prozent bei Wiederkäuern, 15 Prozent bei Schwein und Geflügel) beschränkt. Einzelne Naturland Betriebe und andere Öko-Betriebe verwirklichen die 100 Prozent Öko-Fütterung bereits. Dennoch ist eine Umsetzung für alle Betriebe auf Basis der viel zu dünnen Grundlage an Eiweißfuttermitteln aus heimischer Erzeugung nicht möglich. Nur in einem Stufenplan kann der Anbau von Eiweißfuttermitteln ausgeweitet und in der Folge der Anteil herkömmlicher Futterkomponenten weiter vermindert werden. Die Erreichung einer ausschließlichen Öko-Fütterung ist nicht abhängig von einer politischen Willensbekundung oder einer gesetzten Jahreszahl, sondern von der praktischen Umsetzung im Pflanzenbau.

‚Der Öko-Landbau darf seine Bodenhaftung nicht verlieren‘, so Hans-Dieter Blume, Naturland-Bauer aus Nordrhein-Westfalen, ‚regionale Erzeugung war immer einer der Eckpfeiler des Öko-Landbaus und muss es auch weiter bleiben. Hohe Rationsanteile von ökologisch produziertem Soja aus China oder Brasilien sind eher fragwürdig als bspw. vor Ort erzeugtes konventionelles Kartoffeleiweiß oder Rapskuchen. Weite Transporte belasten die Ökobilanz stark. Die noch notwendigen Prozentanteile dieser herkömmlichen Futtermittel werden selbstverständlich u.a. auch auf GVO-Freiheit hin untersucht!‘. Import-Futtermittel müssten gerade im Öko-Landbau die Ausnahme bleiben. Weil diese zusätzlich noch deutsches Öko-Futtergetreide aus den Rationen verdrängten, würden die deutschen Betriebe doppelt belastet. Blume weiter: ‚Hier würde sonst das Kind mit dem Bade ausgeschüttet!‘.

Neben den massiven Bedenken hinsichtlich der Öko-Bilanz sprechen eine ganze Reihe weiterer gewichtiger Argumente gegen überstürzte Schritte:

– In der Fütterung liegen noch viel zu wenig Erfahrungen mit Rationen vor, die die bisher unverzichtbaren hochwertigen Eiweißträger (z.B. Kartoffeleiweiß, Rapskuchen) ausschließen; die Betriebe und v.a. die Tiere würden so quasi zu Versuchskaninchen gemacht.

– Selbst mit den bisher zur Verfügung stehenden herkömmlichen Futtermitteln ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit essentiellen Aminosäuren und geschütztem Eiweiß bei einzelnen Tierarten nur mit ausgefeilten Rationen zu gewährleisten. Ohne diese sind Probleme in der Tiergesundheit und mit den Produktqualitäten sind damit so gut wie vorprogrammiert.

– Aus regionaler Erzeugung kann der Anbau der benötigten Qualitäts-Eiweißfuttermittel nur langsam ausgeweitet werden. Hier sind insbesondere die deutschen Klimaverhältnisse das Haupthindernis (z.B. bei Soja- oder Sonnenblumenanbau in weiten Teilen des Landes); aber auch nach wie vor ungelöste Fragen beim Anbau (z.B. Raps) oder samenbürtige Krankheiten einzelner Kulturen (z.B. Lupinen). Erbsen als bereits derzeit weitaus wichtigste Eiweißquelle sind aus Fruchtfolgegründen kaum ausweitbar.

– Die Sicherheit der Produkte würde durch einen derartigen Schritt nicht erhöht. Insbesondere GVO-Verunreinigungen und verschiedenste Lager- und Transportrisiken bergen nicht unerhebliche Gefahren. Als weltweit engagierter Verband weiß Naturland um Probleme und Risiken. Detlef Hansen, Naturland-Bauer aus Schleswig-Holstein: ‚Ohne eigene Projekte und ohne Erfahrung im internationalen Bereich könnte ein solches Verfahren bei Verbänden, die im Gegensatz zu Naturland lediglich in Deutschland aktiv sind, das Harakiri sein und damit im Ergebnis dem gesamten ökologischen Landbau schaden!‘.

– Die aktuelle wirtschaftliche Lage und Konsumhaltung hat Auswirkungen auf die Nachfrage nach Öko-Produkten – wie auch auf andere hochpreisige Lebensmittel. Der Preisabstand entwickelt sich zunehmend zum Hemmschuh eines weiteren Wachstums. Durch geänderte Futterrichtlinien würde, ohne dass fassbare Fortschritte in der Qualitätssicherung erreicht werden, die Erzeugung weiter verteuert. Angesichts der wirtschaftlichen Lage der Betriebe kann dies weder den Landwirten zugemutet, noch über Verarbeitung und Handel abgefangen werden, wenn dies nicht mit einem substantiellen Sicherheitsfortschritt verbunden ist. Ein weiterer Preisanstieg für Öko-Produkte wäre ein schwerer Schlag für den Absatz und damit für die Entwicklung des Öko-Landbaus.

Pflanzenbau-Experten sehen kurzfristig keine Chance, den benötigten Eiweißbedarf auch in der erforderlichen Qualität aus heimischer Öko-Produktion sicherstellen zu können. Walter Kress, Naturland-Bauer aus Baden-Württemberg: ‚Wir müssen des-halb weiterhin und verstärkt auf Forschung und Züchtung einwirken, damit unsere Betriebe mittelfristig den Bedarf an hochwertigen Eiweißträgern aus eigener regionaler Produktion decken können. Öko-Landbau und Regionalität müssen weiter eine Einheit bilden!‘.

Die Naturland-Bauern aus den Regionen haben klare Positionen, die in den zuständigen Verbandsgremien diskutiert werden: Dem Öko-Landbau droht von zwei Seiten Gefahr: Einerseits durch inkonsequente Richtlinien in der EU-Verordnung – z.B. durch Teilumstellung – mit den entsprechenden Konsequenzen im Wettbewerb gegenüber dem strengen Standard von Öko-Verbandsbetrieben in Deutschland. Die EU-Öko-Verordnung rollt bei bestehender Umsetzung dem Billig-Bio aus aller Welt einen roten Teppich aus. Andererseits droht dem Öko-Landbau Gefahr durch unseriöse Versprechungen, die überzogene Erwartungen wecken. Da diese nicht zu halten sind, muss die Enttäuschung umso größer ausfallen. Auch auf diese Weise droht das Verbraucher-Vertrauen Schaden zu nehmen. Der anerkannte Öko-Landbau muss seinen Weg konsequent weiterentwickeln, ohne dabei auf Schminke und Tünche angewiesen zu sein. Dies wäre nur von kurzer Dauer.

Links zum Thema Bio-Landbau Praxis, Links zum Thema Bio-Berbände.

Phosphorrecycling – ein wichtiges Instrument des Umwelt- und Ressourcenschutzes

Themen: Archiv — info @ 13:03

Weniger Phosphat einsetzen, mehr rückgewinnen – eine Herausforderung für die Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – In Deutschland hat die Landwirtschaft den Phosphateinsatz deutlich reduziert, doch er ist immer noch zu hoch: Durchschnittlich beträgt der Phosphorüberschuss etwa zehn Kilogramm Phosphor pro Jahr und Hektar Ackerfläche. Wie der Einsatz weiter minimiert und Phosphate aus inländischen Sekundärrohstoffquellen rückgewonnen werden können, darüber diskutierten Anfang Februar 2003 über 100 Fachleute aus dem In- und Ausland in Berlin. Auf einem Symposium des Umweltbundesamtes und des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen standen Fragen zur Rückgewinnung von Phosphor in der Landwirtschaft und aus Abwasser und Abfall im Mittelpunkt. Zudem diskutierten die Fachleute über die künftige Verwendung von Phosphor als essenziellem und nicht durch andere Stoffe ersetzbarem Pflanzennährstoff. Denn: Gewinnung und Einsatz sind eng mit dem Umwelt- und Ressourcenschutz verbunden.

Die Umwelt wird stark beeinträchtigt, wenn mehr Phosphat auf den Äckern ausgebracht wird, als für die Düngung erforderlich. Die zunehmenden Schwermetallgehalte der abgebauten Phosphat-Erze und ‚ökologische Rucksäcke‘ in weniger entwickelten Ländern können durch die Nutzung zurückgewonnenen Phosphats reduziert werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt phosphatreichen Materialien – wie kommunalen und industriellen, phosphathaltigen Abwässern, Wirtschaftsdüngern aus Güllehochlastgebieten sowie Tiermehlen. Die Phosphatüberschüsse in Deutschland liegen rechnerisch auf der Höhe der Importe an mineralischem Phosphat. Dem steht eine Phosphat-Unterversorgung vieler Ackerböden in weniger entwickelten Ländern gegenüber. Dort dürfte der Phosphatbedarf zukünftig steigen, um die Ernährung bei vorhersehbarem Bevölkerungswachstum sichern zu können.

Von besonderer Bedeutung ist der Grad der Pflanzenverfügbarkeit der auf landwirtschaftliche Flächen aufgebrachten phosphathaltigen Verbindungen. Die mineralischen Phosphatvorkommen sind zwar weltweit begrenzt, doch die Fachleute sind sich einig: In absehbarer Zeit ist nicht mit einer zunehmenden Phosphatknappheit zu rechnen. Weltweit ist der Absatz mineralischer Phosphat-Erze rückläufig; das Phosphat-Recycling gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Während des Symposiums wurden mehrere vielversprechende Verfahren zum Rückgewinnen von Phosphor aus den unterschiedlichen Materialien vorgestellt. Wichtig ist, dass an die zurückgewonnenen Phosphat-Konzentrate hohe Anforderungen bezüglich ökologischer und pflanzenbaulicher Standards zu stellen sind. Vor allem hier besteht noch Forschungsbedarf. Die Fachleute empfehlen, die Phosphat-Rückgewinnung über ein Rückgewinnungsgebot zu regeln, das im Wasserrecht zu verankern wäre. Die notwendigen Entwicklungsarbeiten und Anlagenerweiterungen könnten zum Beispiel – wie in einigen Bundesländern bereits praktiziert – aus Mitteln der Abwasserabgabe finanziert werden.

Links zum Thema Düngung.

Energetische Nutzung von Getreide in Kleinfeuerungsanlagen

Themen: Archiv — info @ 12:03

Petersberg-Almendorf (agrar.de) – Die sinkenden Getreidepreise auf der einen Seite, die steigenden Preise für fossile Energieträger andererseits sowie eine unbefriedigende Genehmigungspraxis hinsichtlich der energetischen Nutzung von Getreide waren Anlass für ein KTBL-Fachgespräch zu dem Thema ‚Energetische Nutzung von Getreide in Kleinfeuerungsanlagen‘ in Petersberg-Almendorf. Ziel war es, neben den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie den dadurch bedingten Hemmnissen den Stand der Technik zur Aufbereitung und zur thermischen Nutzung von Getreidekorn und -stroh aufzuzeigen und ökonomische Verfahrensanalysen durchzuführen. Daraus sollten Empfehlungen für die Wissenschaft, die Hersteller und die Politik abgeleitet werden, um eine ökonomisch sinnvolle und umweltverträgliche Nutzung dieser nachwachsenden Energieträger zu ermöglichen.

Mit annähernd 70 Teilnehmern aus Beratung, Praxis, Umwelt- und Agrarverwaltung sowie Forschung und Industrie fand die Veranstaltung als Fachgespräch, zu dem gezielt eingeladen wurde, großes Interesse.

Unterschiedliche Genehmigungspraxis

Im Gegensatz zu Dänemark, wo derzeit rund 10.000 Kessel Getreide thermisch verwerten (unsere Meldung), werden in Deutschland schätzungsweise nur etwa 100 Kessel eingesetzt. Offizielle Zahlen liegen nicht vor, da Getreidekorn im Leistungsbereich von 15 bis 100 kW Feuerungswärmeleistung kein zugelassener Regelbrennstoff ist und somit nicht eingesetzt werden darf. Da die Umsetzung der BImSchV jedoch Ländersache ist, besteht ein gewisser Auslegungsspielraum mit möglichen Ausnahmeregelungen und der Folge einer länderspezifisch teilweise unterschiedlichen Genehmigungspraxis.

Auf der Tagung wurde deutlich, dass die fehlende Zulassung als Regelbrennstoff (1. BImSchV) das größte Hemmnis für eine industrielle Kesseloptimierung und Markteinführung darstellt. Bislang besteht nur ein begrenztes Engagement der Hersteller zur Entwicklung von Spezialkesseln, die für eine optimale emissionsarme Verbrennung jedoch Voraussetzung sind. Es wurde deutlich, dass einige Kesselfabrikate bereits heute die Anforderungen der 1. BImSchV erfüllen, also im Bereich CO und Staub die Grenzwerte einhalten. Somit ist nun der Gesetzgeber aufgefordert, eine Zulassung von Getreide als Regelbrennstoff nachzuholen.

Emissionsverhalten

Hinsichtlich ihres Emissions- und Ascheverhaltens gibt es sowohl bauartspezifische als auch getreidearten- und -anbauspezifisch große Unterschiede. Besonders günstig wurde eiweißarmer Roggen bewertet, während Weizen relativ schlecht abschnitt. Durch Optimierung der Feuerungstechnik und eventuelle Brennstoffzusätze wie zum Beispiel 1 bis 2% Kalk oder durch Brennstoffgemische (etwa Holzpellets) bestehen noch deutliche Minderungspotenziale.

Wirtschaftlich interessant

Der Preisverfall von Getreide und der Preisanstieg bei fossilen Energieträgern haben den Heizwert von Getreide deutlich über seinen Marktpreis angehoben. Derzeit beträgt die Differenz zwischen dem energetischen Wert und dem Marktwert von Futtergetreide in Überschussgebieten rund 42 Euro/t. Damit sollen sich tragbare Mehrkosten für Investitionen in eine Getreideheizung von 4.750 Euro (25 kW) bis 24.340 Euro/t (100 kW) rechnen. Breiten Raum nahm auch die ethische Bewertung ein. Als Fazit eines Spezialbeitrages wurde abgeleitet, dass die thermische Nutzung von Getreide ethisch vertretbar sei. Die Mehrzahl der Teilnehmer sprach sich für eine energetische Nutzung von Getreide (einschließlich Biogaserzeugung oder Ethanolproduktion) aus.

Die Vorträge des Fachgespräches sollen in Kürze als KTBL-Veröffentlichung vorliegen.

Links zum Thema Energie.

Seiten: << 1 2 3 ...12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 >>



   (c)1997-2017 @grar.de