05. März 2003

Niederlande: Fast 14 Millionen Hühner von Geflügelpest bedroht

Themen: Archiv,Tierseuchen — info @ 12:03

Vorburg (agrar.de) – Insgesamt sind in den Niederlanden 14 Prozent der gesamten Geflügelpopulation durch den Ausbruch der Geflügelpest betroffen: mehr als 9,5 Millionen Tiere in der Region Veluwe und fast 4,3 Millionen Tiere in der Region Achterhoek. Das meldet das nationale Statistikamt in Voorburg. Zusätzlich sind 429.000 Enten und 155.000 Gänse in Veluwe und fast 25.000 Gänse in Achterhoek bedroht.

In der Region Veluwe weisen die Landkreise Barneveld und Ede mit 3,0 und 2,9 Millionen Hühnern die größte Geflügeldichte auf, in der Region Achterhoek sind es die Kreise Lichtenvoorde und Lochem mit 786.000 bzw. 619.000 Tieren, so die Zahlen der niederländischen Agrarstatistik von 2002.

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DBV fordert EU-Regelungen beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen

Themen: Gentechnik,Umwelt,Verbände — info @ 12:03

Fischler stellt Überlegungen zur Koexistenz bei Grüner Gentechnik vor

Berlin (agrar.de) – EU-Agrarkommissar Franz Fischler wird heute ein klares Bekenntnis zur Notwendigkeit der Koexistenz zwischen dem Anbau gentechnisch veränderter, konventioneller und ökologischer Pflanzen abgegeben. Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt diesen Vorstoß der EU-Kommission, da nur ein geregeltes Mit- und Nebeneinander der verschiedenen Produktionsformen das Prinzip der Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte gewährleistet. Fischler vermeidet jedoch klar Stellung zu beziehen, wer beispielsweise die finanzielle Last durch unverkäufliche Produkte bei gentechnischen Verunreinigungen in konventionellen oder Öko-Erzeugnissen zu tragen hat. Kritisch bewertet der DBV auch, dass sich Fischler nur auf die Koexistenz in der Landwirtschaft beschränkt und die weiteren Verarbeitungs- und Handelsstufen außer acht lässt.

Für den DBV sind die noch ausstehenden Entscheidungen zu Schwellenwerten, Probenahme- und Analysemethoden bei Lebens- und Futtermitteln sowie Saatgut im konventionellen und Öko-Landbau überfällige Grundvoraussetzungen für die Koexistenz. Ebenso dringlich erscheint die Klärung der Haftungsfragen. Grundsätzlich sind die Bedingungen der Koexistenz angesichts des Binnenmarkts und der grenzüberschreitenden Warenströme EU-weit festzulegen und nicht den einzelnen Mitgliedstaaten zu überlassen. Diese eindeutigen EU-weiten Regelungen als Voraussetzung für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wurden auf einem DBV-Perspektivforum zur Koexistenz bei Grüner Gentechnik im vergangenen Jahr herausgestellt.

Die heutigen Ausführungen von Fischler enthalten jedoch keine konkreten Vorschläge für die Gewährleistung der Koexistenz, sondern nur eine Auflistung der bekannten Probleme (Auskreuzung, Vermischung, unbeabsichtigte Verunreinigungen) und möglicher Lösungsansätze (Schwellenwertregelungen, pflanzenbauliche Maßnahmen, Schaffung gentechnikfreier Zonen) sowie der damit verbundenen Probleme. Außerdem werden die durch getrennte Produktionsverfahren entstehenden Kosten und Haftungsfragen angesprochen. Aus Fischlers Sicht gibt es für die EU zwei politische Optionen, nämlich entweder die Regelung der Koexistenz durch die Mitgliedstaaten oder die Schaffung einer Rahmengesetzgebung durch die EU. Er kündigt für den 24. April 2003 einen Runden Tisch in Brüssel an, um Forschungsergebnisse vorzustellen und mit Experten, Vertretern der Mitgliedstaaten und der Wirtschaft zu diskutieren.

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DLG-Merkblatt: Erschließung von Stallanlagen im Außenbereich

Themen: Archiv — info @ 12:03

Frankfurt (agrar.de) – Teil- oder Vollaussiedlungen sind im Rahmen der betrieblichen Entwicklung notwendig, wenn der Betrieb vergrößert werden soll und wegen der beengten Dorflage keine Betriebsflächen mehr zur Verfügung stehen. Landwirtschaftliche Stallanlagen dürfen im Sinne des Baurechts im Außenbereich gebaut werden, wenn keine öffentlichen Belange dagegen sprechen und die Erschließung gesichert ist. Der Vorteil dieser Standorte ist auch in ihrem großen Abstand zur nächsten Wohnbebauung zu sehen, da hierdurch keine Geruchsbelästigungen zu erwarten sind. Liegen bereits Geruchsbelästigungen oder zu geringe Abstände zum Wald am alten Standort vor, ist eine geplante Tierbestandserweiterung selbst bei vorhandener Betriebsfläche oft nur durch die Standortverlagerung in den Außenbereich möglich. Häufig stellt sich bei den Vorprüfungen zum Genehmigungsverfahren heraus, dass beim geplanten Standort die Mindestabstände zur Wohnbebauung nach den VDI-Richtlinien bzw. der TA-Luft nicht eingehalten werden können. Hier bleibt ebenfalls in der Regel nur das Ausweichen in den Außenbereich.

Im Zuge der stetig zunehmenden Umweltauflagen hat ein erweiterungsfähiger Standort im Außenbereich einen hohen Wert, auch wenn die Erschließung aufwendig und teuer erscheint. Das jetzt von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) herausgegebene neue Merkblatt ‚Erschließung von Stallanlagen im Außenbereich‘ soll Hilfestellungen zu der Thematik und Kostenhinweise für die üblichen Mehraufwendungen geben. Es wurde vom DLG-Ausschuss Technik in der tierischen Produktion unter Federführung von Prof. Dr. Wolfgang Büscher, Universität Bonn, Dr. Thomas Richter, Bauberatung Zement, Leipzig, und Matthias Rutz, Gunzenhausen, erarbeitet.

Interessenten erhalten das DLG-Merkblatt Nr. 329 ‚Erschließung von Stallanlagen im Außenbereich‘ bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Eschborner Landstr. 122, 60489 Frankfurt am Main, Tel. 069/24788-184, Fax 069/24788-110, E-Mail.

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Weltproduktion an Fleisch auch im Jahr 2002 gestiegen

Themen: Archiv — info @ 12:03

Bonn (agrar.de) – Nach einem moderaten Wachstum in den Jahren 2000 und 2001 ist die Weltproduktion an Fleisch im vergangenen Kalenderjahr wieder stärker gestiegen. Das berichtet der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) mit Bezug auf Zahlen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP).

Danach erhöhte sich das globale Fleischaufkommen im Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 2,5 Prozent auf 241,5 Mio t. Auf die Produktion von Schweinefleisch entfielen 93,3 Mio t oder 38,6 Prozent. An zweiter Stelle folgte Geflügel mit 72,1 Mio t bzw. 24,9 Prozent. Die Welterzeugung von Rind- und Kalbfleisch erreichte 2002 rund 60,1 t, was einem Anteil von 24,9 Prozent entsprach. An Schaf- und Ziegenfleisch wurden 11,5 Mio t erezeugt, was 4,8 Prozent der gesamten Weltproduktion von Fleisch entsprach.

Die Welterzeugung von Schweinefleisch erhöhte sich im Jahr 2002 um rd. 2,2, Mio t oder 2,4 Prozent. Mit Ausnahme Japans und Taiwans wurde die Produktion in allen wichtigen Erzeugungsgebieten ausgeweitet. Dabei fiel der Anstieg in der Volksrepublick China am stärksten aus. Die Hälfte des weltweit erzeugten Schweinefleisches wird in China erzeugt. Nach China ist die Europäische Union der weiltweit größte Erzeuger von Schweinefleisch; ihr Anteil beträgt knapp 20 Prozent. Angesichts des niedrigen Erzeugerpreisniveaus und der schwachen Nachfrage rechnen die Bonner Marktbeobachter für dieses Jahr mit keiner weiteren europäischen Produktionsausdehnung.

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Weizen soll sich selbst gegen Pilzkrankheit schützen

Themen: Archiv — info @ 11:03

Syngenta entwickelt neuen Resistenzmechanismus – Freisetzung in Friemar beantragt

Maintal/Bad Salzuflen (agrar.de) – Das Agribusiness Unternehmen Syngenta entwickelt zur Zeit einen Weizen, der sich selbst vor Infektionen durch Fusarium Pilze schützen kann. Mit Hilfe biotechnologischer Methoden haben die Syngenta Züchter einen neuen Mechanismus übertragen, der den Weizen unempfindlich gegen Fusarium Pilzinfektionen macht. Der neue Weizen kann dadurch Stoffwechselprodukte, die der Pilz zur Ausbreitung braucht, selbst abbauen. Fusarium Pilze können die Qualität des geernteten Getreides und der daraus hergestellten Lebens- und Futtermittel erheblich beeinträchtigen. Syngenta hat im Rahmen des geplanten Freisetzungsversuches im Januar den Dialog aufgenommen.

‚Wir bieten allen das offene Gespräch an‘ so Dr. Theo Jachmann, Geschäftsführer der Syngenta Deutschland GmbH. Der neue Weizen befindet sich in einer frühen Entwicklungsphase und ist noch mehrere Jahre von der Vermarktung und der Nutzung in Anbau und Verwertung entfernt. Syngenta hat einen Freisetzungsversuch in Deutschland beantragt, in dem dieser Weizen zeigen soll, ob er sich auch unter deutschen Feldbedingungen effektiv vor einer Fusarium-Infektion schützen kann. Internationale Erfahrungen zeigen, dass er deutlich weniger durch solche Pilze befallen wird. Dadurch kann letztlich die Belastung des Erntegutes mit Pilzgiften teils erheblich reduziert werden.

Der Freisetzungsversuch ist für die Feldsaison 2003 beantragt. Ähnliche Versuche sind auch in Großbritannien und Frankreich geplant. Positive Erfahrungen liegen bereits aus den USA, Kanada und Argentinien vor. In Deutschland werden die neuen Weizenpflanzen auf insgesamt 200 m² wachsen. Mit dem Versuch will Syngenta testen, ob sich die gentechnisch eingebaute Fusarium-Resistenz unter Praxisbedingungen als stabil erweist. Marktfähige Sorten sind erst etwa im Jahr 2010 in Deutschland zu erwarten. Dafür will Syngenta bereits jetzt Transparenz und Öffentlichkeit schaffen. Damit sieht sich das Unternehmen ganz im Rahmen der aktuellen Politik zu Freisetzungsversuchen, die die Bedeutung der Biotechnologie für den Standort Deutschland erkannt hat. Syngenta will frühzeitig neue Entwicklungen in kleinen Schritten kommunizieren.

Syngenta stellt sicher, dass keine Pflanzen oder Körner in die menschliche oder tierische Ernährung gelangen. Bis auf wenige Proben, die für Untersuchungen benötigt werden, wird das gesamte Pflanzenmaterial nach der Ernte verbrannt. Dies ist in dem öffentlich ausgelegten Antrag beschrieben. Begleitend zu der Bekanntgabe des Antrags im Internet auf den Seiten des Robert-Koch Institutes (RKI), Berlin, und der Auslegung des öffentlichen Teils in Friemar und Berlin hat Syngenta im Januar die Kommunikation zu dem Projekt gestartet. Die wissenschaftliche Sicherheitsbewertung und Antragsprüfung wird von dem renommierten Expertengremium des RKI vorgenommen, das weitere Fachleute anderer Behörden mit einbezieht. Der Antrag enthält aus wettbewerbsrechtlichen Gründen einen nicht öffentlichen Teil. Dieser wird im Rahmen des staatlichen Zulassungsverfahrens ebenfalls von Wissenschaftlern überprüft.

Der neue Syngenta Weizen enthält kein Antibiotikum-Markergen. Auch in dieser Hinsicht ist er ein Beleg für die Fortschritte in der Grünen Gentechnik. Kritiker äußern die Befürchtung, dass Krankheitserreger des Menschen auf Umwegen durch Antibiotikum-Markergene resistent werden könnten. ‚Wir nehmen die Argumente unserer Kritiker ernst, selbst wenn diese wissenschaftlich unbegründet sind‘, so Theo Jachmann.

Letztlich spielen eine Reihe von Faktoren bei der Fusarienkontrolle eine Rolle, vor allem ackerbauliche Maßnahmen, Fruchtfolgen, Sortenwahl. Die Biotechnologie kann diesen Maßnahmen ein weiteres Element zur Seite stellen. Die Kontrolle von Fusarieninfektionen ist allen Marktbeteiligten ein gemeinsames Anliegen.

Syngenta zählt auch in der konventionellen Züchtung zu den führenden Unternehmen. Gleichzeitig sieht Syngenta ihre Aufgabe in der Erforschung weiterer, gangbarer Möglichkeiten. Dazu setzt das Unternehmen moderne Methoden der Bio- und Gentechnologie ein, die auch dem Verbraucher einen Nutzen bringen. Hierfür ist das aktuelle Projekt ein gutes Beispiel.

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EU-weit über 46 Mio. Tonnen Kartoffeln 2002 geerntet

Themen: Archiv — info @ 11:03

Fast ein Viertel von deutschen Landwirten – Iren mit 145 kg pro Kopf die größten Kartoffelesser in der EU – Deutsche mit 70 kg im Mittelfeld

Münster (agrar.de) – Die EU-Kartoffelernte 2002 ergab nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) 46,14 Millionen Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr war dieses vorläufige Ergebnis nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) um 1,36 Millionen Tonnen oder rund drei Prozent höher.

Trotz der hierzulande geringeren Ernte von 11,11 Millionen Tonnen hat Deutschland am EU-Ergebnis einen Anteil von 24 Prozent. Zweitgrößter Produzent sind die Niederlande mit 7,36 Millionen Tonnen und einem Anteil von 16 Prozent. Im Vereinigten Königreich kamen im vergangenen Jahr 7,01 Millionen Tonnen Kartoffeln zusammen, und Frankreich erntete 6,75 Millionen Tonnen, anteilig sind das jeweils rund 15 Prozent.

Eine ganz andere Reihenfolge ergibt sich bei den Verbrauchszahlen: Mit Abstand die meisten Kartoffeln essen die Iren; pro Kopf waren es im Wirtschaftsjahr 2001/02 rund 145 Kilogramm. Die Briten rangieren mit 111 Kilogramm auf Platz zwei, gefolgt von den Portugiesen, die 108 Kilogramm Kartoffeln pro Kopf verbrauchten. Auf knapp 100 Kilogramm brachten es die Niederländer. In Deutschland wurden 70 Kilogramm verbraucht, etwas weniger als im EU-Mittel. Die wenigsten Kartoffeln kommen im ‚Pastaland’Italien auf den Tisch; 2001/02 waren es gerade gut 43 Kilogramm pro Einwohner. Auch die Österreicher verbrauchen mit durchschnittlich knapp 54 Kilogramm wenig Kartoffeln.

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Österreich kritisiert Qualität des UNESCO Wasserberichts

Themen: Archiv — info @ 10:03

BMLFUW: Auch internationale Studien bestätigen: Österreich liegt deutlich besser

Wien (agrar.de) – Massive Zweifel an der Qualität des UNSECO Wasserberichts äußern Experten des für Wasserwirtschaft zuständigen österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW). Bewertung und Reihung durch die UNESCO seien weder anhand nationaler Daten noch im internationalen Vergleich nachvollziehbar.

So dokumentiere der Österreichische Gewässerschutzbericht 2002 beispielsweise bei der Abwasserentsorgung – einem von der UNESCO genannten Bewertungskriterium – einen Anschlussgrad von 86 Prozent an öffentliche Abwasserreinigungsanlagen während für die übrigen 14 Prozent geeignete dezentrale Anlagen gesetzlich vorgeschrieben seien, so die Experten. Österreich beziehe sein Trinkwasser zu über 99 Prozent aus Grund- und Quellwasser und verfolge auch weiterhin das Ziel, sein Grundwasser flächendeckend als Trinkwasser zu erhalten. Schließlich sei auch darauf zu verweisen, dass die renommierten Universitäten Yale und Columbia für 2002 im „Environmental Sustainability Index“ Österreich bei der Wasserqualität nach Finnland, Kanada, Neuseeland und Großbritannien auf Platz fünf von 142 untersuchten Staaten gereiht haben. Vor diesem Hintergrund sei die rasche Offenlegung der genauen Definition und Datengrundlage des UNESCO Berichts für die weitere Bewertung seiner Aussage unbedingt erforderlich.

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Künast: Verursacherprinzip muss auch bei Grüner Gentechnik gelten

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 09:03

Berlin (agrar.de) – ‚Das Verursacherprinzip muss auch in der Grünen Gentechnik gelten. Dies gilt es zu beachten, wenn die Regelungen zur Koexistenz von gentechnisch veränderten und gentechnisch unveränderten Pflanzen festgelegt werden‘, so Bundesverbraucherministerin Renate Künast zu heutigen Äußerungen der EU-Kommission.

Die Ministerin begrüßte, dass die EU-Kommission Leitlinien festlegen will, die in der gesamten EU die Koexistenz beider Anbauarten sichern sollen. Dies sei ein wichtiger Schritt, um Verbrauchern und Landwirten dauerhaft Wahlfreiheit zu ermöglichen. Über die konkrete Ausgestaltung müsse weiter diskutiert werden. Wichtig sei dabei, dass die EU Vorgaben mache, die ein einheitliches Handeln in allen EU-Mitgliedstaaten sicherten. Nur so seien einheitliche Standards und vergleichbare Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. ‚Bei derartigen Regelungen muss das Verursacherprinzip gelten‘, so Künast. Die Bundesregierung trete des weiteren dafür ein, dass die mit der Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen verbundenen Fragen der zivilrechtlichen Haftung geklärt und gegebenenfalls erforderliche Regelungen erlassen würden.

Die Ministerin erwartet, dass die EU-Kommission in nächster Zeit konkrete Vorschläge für die Grenzwerte von gentechnisch veränderten Bestandteilen im Saatgut vorlegt: ‚Ich hoffe, dass diese Grenzwerte so niedrig wie möglich sein werden‘. Darüber hinaus sei es erforderlich, dass die Verordnungen zur Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung, sowie zu gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermitteln, die erstmalig eine Kennzeichnung, bzw. die Rückverfolgbarkeit von gentechnisch veränderten Bestandteilen in Lebens- und Futtermitteln ermöglichen, schnellstmöglich in Kraft treten.

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04. März 2003

PAN: Gentechnologie hält nicht, was die Forscher versprechen

Themen: Archiv — info @ 16:03

Bonn/Penang (agrar.de) – In den vergangenen Wochen hat das Bonner Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) zwei Presseerklärungen herausgegeben, in denen von Forschungsergebnissen zu angeblichen Erfolgen der Gentechnologie in den Bereichen Baumwolle und Reis berichtet wurde. Erweckt wird hierbei der Eindruck, dass die Gentechnologie Lösungen für die Probleme der Kleinbauern und marginalisierten Bevölkerungsgruppen in den Ländern des Südens bietet – ein wichtiges Argument in der Öffentlichkeitsarbeit der Gentechnik-Protagonisten, so Karsten Wolff vom %url1%Pesticide Action Network Asia and the Pacific%/%.

Beide Studien sind allerdings in der Folgezeit massiv unter Druck geraten – nicht nur von zivilgesellschaftlicher, sondern auch von wissenschaftlicher Seite.

Ertragssteigerung durch Gentech-Baumwolle in Indien?

In einem im Wissenschaftsmagazin ‚SCIENCE‘ am 7. Februar veröffentlichten Artikel behaupten Martin Qaim und David Zilbermann, insektenresistente Baumwolle würde in Indien zu bis zu 80 Prozent höheren Erträgen führen. Die insektenresistente Baumwolle (Bt Cotton, benannt nach dem Bakterium Bacillus thuringiensis, dessen Gen in die Pflanze eingebaut wird, um ein entsprechende Insekizid zu produzieren) ist eine der am weitesten fortgeschritten Anwendungen in der Grünen Gentechnologie.

Dass die Untersuchung auf Daten der Firma %url2%Mahyco-Monsanto%/% basiert (Monsanto ist bekannt als der größte agrochmechische Transnationale Konzern, der massiv im Bereich Gentechnologie investiert) lässt erste Zweifel an ihrer wissenschaftlichen Unabhängigkeit aufkommen. Hinzu kommt, dass diese Daten der Firma nicht öffentlich sind und somit die Studie des ZEF in keinster Weise wissenschaftlich nachprüfbar ist. Mittlerweile wurden den Forschern massive handwerkliche Mängel nachgewiesen: So wird nicht nur eine auf Versuchsfelder nachgewiesene Ertragssteigerung einer einzelnen Ursache zugewiesen (dem Einbau des Bt-Gens), sondern diese Ertragssteigerung wird gleichzeitig auf das ganze Land hochgerechnet und auf andere Produkte übertragen. Peinlich genug, dass selbst ein Vertreter der Firma Syngenta (mit Sicherheit der Gentechnik-Feindlichkeit absolut unverdächtig!) zu der Aussage kommt, dass ‚diese Art von minderwertigen Publikationen, die auf dürftigen and fraglichen Felddaten beruhen und in angesehenen Magazinen wie ‚SCIENCE‘ veröffentlicht werden, der Entwicklung von Wissenschaft und Technik schaden und zu einem Rückgang der Gentechnologie führen können.‘

Verbesserung der Gesundheitsversogung durch Gentech-Reis?

Ähnliches gilt für die zweite vom ZEF lancierte Erfolgsgeschichte der Gentechnik, auch wenn diese in der internationalen Öffentlichkeit zu nicht ganz so massiven Diskussionen geführt hat. Hier wird das Thema ‚Goldener Reis‘ (eine gentechnische Anreicherung mit Pro-Vitamin A) erneut in die Öffentlichkeit getragen. Seit Ende der 90er Jahre ist Goldener Reis das PR-Argument der Gentech-Befürworter: Da Vitamin A-Mangel zu Erblindung führen kann (und der Besitzer der weltweiten Patente, Syngenta, auf Lizengebühren bei der Nutzung von Kleinbauern verzichten will), wird es seit Jahren als das Beispiel für die ‚Gute Gentechnologie‘ verkauft. Jetzt haben Forscher des ZEF in einer Studie dargelegt, dass durch die Einführung von ‚Goldenem Reis‘ in den Philippinen jährlich 9.000 Neuerblindungen und 950 Todesfälle vermieden werden könnten, dies entspreche einer Einsparung an Gesundheitskosten in Höhe von 137 Mio. US $.

Der tägliche Vitamin A-Bedarf lässt sich allerdings auch durch den Verzehr von 50 Gramm Cassava-Blättern, 73 Gramm grünen Blattgemüses oder 78 Gramm Blättern von Süßkartoffeln decken. Laut Berechnungen von Greenpeace muss hingegen eine erwachsene Frau neun Kilogramm gekochten Golden Reis pro Tag verzehren, um ihren Vitamin A-Bedarf zu decken! Allein diese Zahl zeigt, worum es bei den Erfolgsmeldungen dieser Reisforschung geht, nämlich um Propaganda, die weder einer wissenschaftlichen Überprüfung standhält noch den Lebensbedingungen der Kleinbauern in den Ländern des Südens gerecht wird.

Forscher zwischen Wunschdenken und Propaganda

Was also steckt hinter diesen pseudo-wissenschaftlichen Veröffentlichungen, mit denen angebliche Erfolge der Gentechnologie in der Öffentlichkeit verbreitet werden? Mit Sicherheit führen sie zu einer Beeinflussung der öffentlichen Meinung (wie die Übernahme der Meldungen in (nicht nur deutschen) Tageszeitungen beweist. Wenn schon die Verbraucher den Nutzen der Gentechnologie für sich selbst nicht anerkennen wollen (trotz gewaltiger PR-Bemühungen der Transnationalen Konzerne), dann hilft doch vielleicht das Argument, dass Gentechnologie ein ‚Segen für die armen Menschen des Südens‘ ist? Dass das Zentrum für Entwicklungsforschung sich in den Dienst dieser Propaganda stellt, lässt massive Zweifel an dessen wissenschaftlicher Reputation aufkommen und könnte sich als schwerwiegendes Eigentor erweisen.

Links zum Thema %url6%Biotechnologie%/%.

FAO: Kampf gegen den Hunger erfolglos

Themen: Archiv,International — info @ 16:03

Rom (agrar.de) – Die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat ihren Bericht ‚World agriculture towards 2015/2030‚ veröffentlicht und stellt darin eine eher pessimistische Prognose: Die Nahrungsmittelproduktion soll zwar stärker ansteigen als das Bevölkerungswachstum, der Kampf gegen den Hunger wird aber nicht gewonnen.

‚Bis 2015/2030 wird die Nahrungsmittelversorgung pro Kopf ansteigen und die Unterernährung wird in den meisten Entwicklungsländern weiter reduziert‘, so FAO Generaldirektor Jacques Diouf in seinem Vorwort zur Studie. Allerdings werde sich die Situation in Südasien und im südlichen Afrika nicht signifikant verbessern.

Die Studie geht davon aus, daß die Zahl der hungernden Menschen von heute 800 Millionen auf etwa 400 Millionen im Jahr 2030 reduziert werden wird. Damit werde das Ziel des Welternährungsgipfels von 1996, die Zahl der Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren, selbst im Jahr 2030 nicht erreicht. Die Projektionen der Studie berücksichtigen die Entwicklungen von 140 Ländern und 32 Nahrungsmittelbereichen.

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