28. März 2003

Niedersachsen: Antragsverfahren zum Agrar-Umweltprogramm startet am 01. April

Themen: Archiv — info @ 16:03

Hannover (agrar.de) – Das Antragsverfahren zum neuen Niedersächsischen Agrar-Umweltprogramm (NAU) wird am 1. April eröffnet. Bis zum 15. Mai 2003 haben Landwirte die Möglichkeit, sich zwischen verschiedenen Agrarumweltmaßnahmen zu entscheiden. Das berichtet das dortige Landwirtschaftsministerium.

Einige dieser Maßnahmen sind auch schon in den vergangenen Jahren angeboten worden wie z. B. der Verzicht auf die Anwendung von Herbiziden in Obstkulturen (A1), die Förderung extensiver Grünlandnutzung (B), die Förderung des ökologischen Landbaus (C) und die Förderung einer zehnjährigen Stilllegung (D).

In diesem Jahr wird dieses Förderprogramm wesentlich ausgeweitet, denn durch das neue Modulationsgesetz des Bundes werden die Direktzahlungen allein in Niedersachsen jährlich um 5,5 Mio. Euro gekürzt. Unter Einbeziehung der Kofinanzierung aus Bundes- und Landesmitteln ergeben sich jährlich zusätzliche Finanzmittel in Höhe von ca. 10 Mio. Euro, die für die Finanzierung neuer Agrarumweltmaßnahmen zur Verfügung stehen. Mit der Modulation würde zwar die Wettbewerbskraft der deutschen Landwirtschaft geschwächt, kritisierte Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen dieses deutsche Gesetz. Damit die Gelder aber so schnell wie möglich wieder an die Landwirte zurückfließen können, müssten die neuen Modulationsmaßnahmen jetzt auch zügig umgesetzt werden.

Neu angeboten werden flächendeckend in Niedersachsen das Mulch- oder Direktsaatverfahren zur Verminderung von Erosionsschäden (A2), umweltfreundliche Gülleausbringungsverfahren zur Minderung von Emissionsverlusten (A3) und die Anlage von Blühflächen auf stillgelegten Äckern (A4).

Die Förderung von Blüh- und Schonstreifen beschränkt sich auf den Landkreis Wolfenbüttel (A5, A6). Und die Förderung der Verringerung des Mastschweinebesatzes (F) und die Förderung umwelt- und tiergerechter Haltungsverfahren (E) beschränkt sich ausschließlich auf die Landkreise Vechta und Cloppenburg. Für diese beiden Fördermaßnahmen aus der Tierproduktion E und F führte Ehlen eine Deckelung in Höhe von einer Mio. Euro ein. Denn es könne nicht angehen, so der Minister, dass die Modulationsgelder, von Landwirten aus ganz Niedersachsen aufgebracht, in eine einzige Region zurückfließen würden. Mit Ausnahme der 10-jährigen Stilllegung erstreckt sich die Förderung bei allen Maßnahmen über fünf Jahre.

Wie in den Vorjahren sind die Kreisstellen der Landwirtschaftskammern antragsannehmende Behörden. Sie können genauere Auskünfte geben und halten die notwendigen Formblätter bereit. Außerdem können Nachfolgeanträge zu einem Erstantrag aus dem NAU 2000, 2001 und 2002 gestellt werden. Vorsorglich verweist der Minister darauf, dass alle Anträge, sofern die zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausreichen, nach dem ‚Windhundverfahren‘ bewilligt würden.

Förderrichtlinie und Formblätter zur Antragstellung können auch im Internet heruntergeladen und ausgedruckt werden.

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