26. März 2003

Schweiz: Bundesrat verbietet das Düngen mit Klärschlamm

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 16:03

Bern (agrar.de) – Klärschlamm darf in der Schweiz künftig nicht mehr als Dünger verwendet werden. Er muss künftig umweltverträglich verbrannt werden. Der Bundesrat hat die Stoffverordnung zum 1. Mai 2003 entsprechend geändert, wie das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) heute mitteilt.

Danach wird das Verbot stufenweise eingeführt: Im Futter- und Gemüsebau darf Klärschlamm schon ab Mai dieses Jahres nicht mehr verwendet werden. Für die übrigen düngbaren Flächen gilt eine Übergangsfrist bis spätestens 2006; diese ist im Einzelfall von den Kantonen verlängerbar bis 2008. Ausgenommen vom Verbot werden sehr kleine Kläranlagen in weit abgelegenen Regionen, da dort der Klärschlamm in der Regel weniger problematische Stoffe enthalte und ein Abtransport zu grösseren Kläranlagen unverhältnismässig wäre.

Mit dem Verbot wende der Bundesrat das Vorsorgeprinzip an, eine zentrale Säule des Gesundheit- und Umweltrechts: Einwirkungen auf die Umwelt, die schädlich oder lästig werden könnten, müssen frühzeitig begrenzt werden, selbst wenn der letzte wissenschaftliche Nachweis einer Schädlichkeit nicht erbracht werden kann.

Bereits heute werden in der Schweiz laut Buwal 60 Prozent des Klärschlamms als Abfall entsorgt. Ab 2006 müssen nun auch die restlichen 40 Prozent verbrannt werden, jährlich etwa 80.000 Tonnen zusätzlich.

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