05. März 2003

Junglandwirte im Bund der Deutschen Landjugend positionieren sich zur GAP-Reform

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 16:03

Berlin (agrar.de) – ‚Die EU verfehlt ihr Ziel, eine wettbewerbsfähige, verständliche und in die Zukunft gerichtete Agrarpolitik zu gestalten‘ so die JunglandwirtInnen des Arbeitskreises Agrar im Bund der Deutschen Landjugend (BDL) zu den aktuellen Verordnungsvorschlägen zur GAP-Reform, die von der EU-Kommission am 22.01.2003 vorgelegt wurden. Auf ihrer diesjährigen Klausurtagung vom 28.02.-02.03.2003 in Bad Waldsee erarbeiteten die jungen Agrarier hierzu ein Positionspapier.

‚Wir fordern ein einfaches und transparentes System der Direktzahlungen, das sowohl für die Gesellschaft als auch für die Landwirtschaft verständlich ist. Die Bürokratie muss auf ein Minimum reduziert werden‘, so Erik Jennewein, BDL-Vorsitzender. Veränderungen im System der Direktzahlungen müssen gewährleisten, das die Zahlungen die aktiven LandwirtInnen erreichen und es nicht zu Überwälzungen, z.B. in Form von Pachtpreiserhöhungen, kommt.

Die jungen Agrarier stehen dem Grundgedanken der Entkoppelung grundsätzlich positiv gegenüber. Der Vorschlag einer vollständigen Entkoppelung wird jedoch als nicht praxistauglich abgelehnt. ‚Die unvorhersehbaren Auswirkungen u.a. durch die entstehende Umverteilung der Zahlungsansprüche führen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen‘, so der BDL-Vorsitzende. ‚Wir sprechen uns für eine weitere Entkoppelung der Flächenprämien und somit für eine höhere unternehmerische Freiheit aus.‘ Die Tierprämien sind dabei jedoch auszuschliessen, damit die tatsächliche Haltung von Tieren gewährleistet wird. Jennewein: ‚Entkopplungsschritte dürfen nicht dazu führen, dass ein alleiniges Pflegen der Flächen ausreicht, um die vollen Prämienansprüche zu erhalten‘.

Die JunglandwirtInnen fordern, die modulierten Gelder entgegen Fischlers Vorschlägen vollständig in die 2.Säule fließen zu lassen. Sie sehen es aber als dringend notwendig an, dass Modulationsmittel für Existenzgründungen eingesetzt werden. ‚Wer eine aktive Landwirtschaft in Europa erhalten will, muss mit der entsprechenden Politik auch junge Menschen im Sektor halten und nicht vertreiben‘, so Jennewein.

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