21. Februar 2003

Stächele: Strukturprogramm ist Erfolgsfaktor im Ländlichen Raum

Themen: Archiv — info @ 14:02

Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum gibt Programmentscheidung im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum bekannt – 61 Millionen Euro Fördermittel fließen 2003 in den Ländlichen Raum

Stuttgart (agrar.de) – ‚Die Programmentscheidung 2003 im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum ist gefallen. Mit mehr als 61 Millionen Euro Fördermittel unterstützt das Land dieses Jahr wieder die Strukturverbesserung im Ländlichen Raum. Die Landesregierung will damit die Wettbewerbsfähigkeit des Ländlichen Raums erhalten und seine Standortqualitäten weiter ausbauen.‘ Dies betonte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, am Freitag (21. Februar) in Stuttgart. ‚Die gezielte Förderung der Infrastruktur in ländlichen Gemeinden ist ein wichtiger Schlüssel für die Erfolgsgeschichte Baden-Württembergs mit seinen ausgeglichenen Entwicklungsräumen‘, hob der Minister hervor.

366 Gemeinden im Land erhalten für 489 Orte Fördermittel von über 61 Millionen Euro. Damit sollen im Jahr 2003 Investitionen von knapp 350 Millionen Euro ausgelöst werden. Insgesamt sind es 881 einzelne Projekte, die gefördert werden. Davon sind 298 kommunale, 306 private im gewerblichen Bereich und 277 sonstige private Maßnahmen. Mehr als 1.700 neue Arbeitsplätze sollen so im Ländlichen Raum geschaffen werden. ‚Die Nachfrage nach dem Programm war auch in diesem Auswahlverfahren wieder riesengroß‘, betonte Minister Stächele. Es lagen Anträge für 860 Orte und rund 167 Millionen Euro vor. Diese haben die zur Verfügung stehenden Fördermittel um mehr als das dreifache übertroffen. ‚Es zeigt sich einmal mehr‘, so Stächele, ‚dass das ELR für die Gemeinden im Land das bedeutendeste Förderprogramm ist.‘

Seit 1995 fördert das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum im ELR Projekte in den Bereichen Arbeiten, Grundversorgung, Gemeinschaftseinrichtungen und Wohnen. Damit hilft es, den Gemeinden ihre Struktur nachhaltig zu verbessern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Insgesamt wurden bisher mehr als 580 Millionen Euro bereitgestellt. Damit wurden Investitionen von rund vier Milliarden Euro ausgelöst und über 15.000 Arbeitsplätze geschaffen.

In Zeiten, in denen sich die öffentlichen Haushalte in einer schwierigen Lage befinden, müsse man sich auf Schwerpunkte konzentrieren. Ein wichtiger und richtiger Schwerpunkt für Baden-Württemberg sei das ELR. ‚Damit starten wir ein bedeutendes Konjunkturprogramm für den Mittelstand und vor allem für das mittelständische Bauhandwerk. So werden wir gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten unserer Verantwortung für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen im Ländlichen Raum gerecht‘, stellte der Minister fest.

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Mehr Schweinefleisch aus bayerischer Aufzucht

Themen: Archiv — info @ 14:02

Trieb, Lkr. Lichtenfels (agrar.de) – Mit jährlich 500.000 Tonnen ist Schweinefleisch nach Milch das zweitwichtigste tierische Agrarprodukt in Bayern. Der Selbstversorgungsgrad liegt dennoch nur bei 80 Prozent. Landwirtschaftsminister Josef Miller will deshalb die Rahmenbedingungen für die Schweinehaltung weiter verbessern. ‚Wir wollen eine tier- und umweltgerechte Erzeugung voran bringen und die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Betriebe im internationalen Vergleich sichern‘, sagte der Minister bei der Mitgliederversammlung der Erzeugergemeinschaft für Ringferkel Oberfranken im Landkreis Lichtenfels.

So können seit Februar Schweinehalter, die ihren Betrieb bei einer im öffentlichen Interesse liegenden Aussiedlung aufstocken, trotz restriktiver Vorgaben Brüssels bis zu 21.000 Euro Landesmittel für die Standorterschließung erhalten. Im unterfränkischen Schwarzenau soll ein Lehr-, Versuchs und Fachzentrum für Schweine eingerichtet werden, um die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten zu verbessern. Zudem ist laut Miller die Forschung bei Zucht, Haltung und Fütterung von Schweinen ein Schwerpunkt der neuen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Großes Gewicht misst der Ministers auch künftig der staatlichen Leistungsprüfung bei. 3.000 Prüfplätze stellt der Freistaat bereit, weit mehr als alle anderen Bundesländer. Hiervon profitieren laut Miller nicht nur die Landwirte, sondern auch die Verbraucher: ‚Die beiden Prüfeinrichtungen in Schwarzenau und Grub haben entscheidend dazu beigetragen, Fleischqualität und Fleischleistung zu verbessern.‘ So wurde der Anteil an Schweinen mit wässrigem, weichem, beim Braten schrumpfendem Fleisch von 45 Prozent im Jahr 1991 auf 3,5 Prozent gesenkt. Zudem liegt der Magerfleischanteil der bayerischen Mastschweine deutlich über dem Bundesdurchschnitt: 84 Prozent der Tiere wurden in die beste Handelsklasse eingestuft, im übrigen Bundesgebiet waren es nur 67 Prozent. Darüber hinaus sind die Tiere widerstandsfähiger geworden: Die stressbedingten Erkrankungen während der Mast gingen in den rückliegenden zehn Jahren von fünf auf 0,7 Prozent zurück.

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Milchwirtschaft 2002 in schwierigem Umfeld

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Hoffnung auf verbesserte Exporte in 2003

Berlin (agrar.de) – Wie der Milchindustrie-Verband (MIV) anlässlich seiner Jahrespressekonferenz am 20. Februar in Berlin mitteilte, erzielten die deutschen Molkereien im Jahre 2002 einen Umsatz von 19,2 Mrd. Euro, was einem Rückgang von rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die deutsche Milchindustrie konnte sich damit ebenso wie zahlreiche andere Branchen den Auswirkungen der anhaltenden Konjunkturflaute nicht entziehen. Die Rückgänge sind vor allem begründet durch zum Teil erhebliche Preisreduzierungen und Einbrüche im Außenhandelsgeschäft. Die Erlöse der deutschen Molkereien wurden darüber hinaus durch ansteigende Kosten bei Produktion, Energie, Transport und Verpackung erheblich geschmälert.

Trotz der allgemeinen Konsumrückhaltung konnten sich Milchprodukte beim Verbraucher gut behaupten. Der Konsum von Milch und Milchprodukten als wesentliches Standbein des deutschen Milchmarktes blieb stabil. Die private Nachfrage von Joghurt und Milchgetränken verzeichnete einen leichten Anstieg. Der Verzehr von Konsummilch blieb konstant. Bei Butter, Quark, Sahne und Käse gingen die Haushaltsabsätze nur leicht zurück. Leider wird vom Verbraucher die echte Wertigkeit der Produkte zu wenig honoriert. Qualität, Sicherheit, Frische und Vielfalt sind nicht zum Nulltarif zu haben.

Im Zuge der Euro-Umstellung haben die Molkereien im vergangenen Jahr nach Angaben des MIV keine Preiserhöhungen vorgenommen – im Gegenteil. Bei Joghurt, Quark, H-Milch und Butter konnten sich die Verbraucher über erhebliche Preisrückgänge freuen. Dabei spielte die Hinwendung der Verbraucher zum Discount eine wichtige Rolle. Der Umsatzanteil von Milchprodukten, die über den Discounter abgesetzt wurden, erhöhte sich weiter und betrug bei Quark 54 Prozent, bei Konsummilch und Joghurt 53 Prozent, bei Käse 50 Prozent, bei Butter 46 Prozent und bei Milchmischgetränken 41 Prozent.

Im Exportgeschäft musste die deutsche Milchindustrie im vergangenen Jahr zum Teil empfindliche Einbußen hinnehmen. Das Außenhandelsvolumen lag mit 3,2 Mrd. Euro etwa 10 Prozentpunkte unter dem des Jahres 2001. Laut MIV war insbesondere das rückläufige Geschäft mit Italien als wichtigstem Handelspartner für die schwierige Situation verantwortlich. Auch Exportgebiete in Südamerika sowie dem asiatischen Raum konnten die guten Vorjahreszahlen nicht halten. Darüber hinaus fand der Euro zu seiner alten Stärke zurück und machte die EU-Produkte am Weltmarkt teurer. Weitere Gründe lagen nach Ansicht des MIV in der allgemein lahmenden Kaufkraft am Weltmarkt und der starren Handhabung des Marktordnungssystems durch die Europäische Kommission. Hier forderte der Verband den feinfühligeren Einsatz ihrer Marktordnungsinstrumente wie Ausfuhrerstattungen, Beihilfen und Interventionskäufe.

2003: Konstante Konsumraten – Export als ‚Motor des Geschäfts‘

Für das Jahr 2003 rechnet der MIV im Inland mit konstanten Konsumraten, einer leichten Steigerung der Ab- und Umsätze sowie einer Stabilisierung des Käsemarktes. Auch Nischenprodukte dürften nach Ansicht des Verbands im Verbraucherinteresse wieder steigen. Allerdings wird die Milchindustrie laut Verband zusätzliche Kostenbelastungen verkraften müssen. Neben Ökosteuer und LKW-Maut stehen Verteuerungen bei Zutaten, Verpackung, Löhnen und Maschinenkosten an. Um die Erlössituation der Molkereien und Erzeuger nicht weiter zu belasten, sind deshalb Preisverbesserungen dringend notwendig.

Der Export wird der Motor des Geschäfts in 2003 sein, hofft der Milchindustrie-Verband. Man erwartet eine kontinuierliche Nachfrage nach Milchpulver von Südostasien und China und ein deutliches Anwachsen der Importe Russlands. Außerdem glaubt der MIV an einen Anstieg der Preise, da der internationale Bedarf steigt und in vielen Ländern aufgrund eines erhöhten Eigenbedarfs ein begrenztes Exportangebot zur Verfügung steht. Erleichtert wird die Exportsituation für die Unternehmen der deutschen Milchindustrie zudem durch die Tatsache, dass es in Ozeanien nur geringe Bestände gibt und dadurch mit zurückgehenden Exportmengen zu rechnen ist.

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Milch: Qualität und Sicherheit nicht zum Nulltarif

Themen: Archiv — info @ 12:02

Milchindustrie-Verband warnt vor sinkendem Wertebewusstsein für Milchprodukte und rückläufigen Erlösen

Berlin (agrar.de) – ‚Der Konsum von Milch und Milchprodukten hat sich in Deutschland trotz schwachem Konsumklima im Jahr 2002 stabil gezeigt. Die Akzeptanz und das Vertrauen der Verbraucher in die hohe Qualität und Sicherheit der Milcherzeugnisse ist besser denn je. Trotzdem ist die messbare Leistung unserer Qualitätsbemühungen – sprich das hochwertige Produkt selbst – immer weniger das Kriterium für die eigentliche Kaufentscheidung. Milchprodukte sind dem Verbraucher lieb – aber nicht teuer‘, konstatierte Dr. Manfred W. Tag, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes (MIV), im Rahmen der Jahrespressekonferenz der Milchbranche am 20. Februar in Berlin. Die zunehmende Billigpreisorientierung des Verbrauchers würde diese Situation noch verschärfen. Der MIV befürchtet, dass diese Entwicklung in Verbindung mit den enormen Kostensteigerungen in den Unternehmen für zahlreiche Molkereien nicht mehr tragbar sein wird. Es müsste sich endlich grundlegend etwas im Bewusstsein der Verbraucher ändern, so der MIV.

Unsichere Verbraucher

Sorge bereiten dem Milchindustrie-Verband vor allem das Kaufverhalten der Konsumenten und die damit verbundene Preisentwicklung im Lebensmittel-Einzelhandel. Die konjunkturelle Lage in Deutschland im Jahr 2002 habe gezeigt, dass die Sparrate der Verbraucher deutlich angezogen habe. Die Verunsicherung werde sich voraussichtlich auch im Jahr 2003 fortsetzen. Im Wettbewerb um das zur Verfügung stehende Budget im Haushalt würden die Ausgaben für Ernährungsgüter einer zunehmend kritischeren Prüfung unterzogen. ‚Der niedrigste Preis ist beim Verbraucher immer häufiger der einzig entscheidende Impuls für eine Kaufentscheidung. Das gilt auch für Milch und Molkereiprodukte‘, so Dr. Tag. Derzeit werden nur noch 12 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens für Nahrungsmittel ausgegeben. 1970 musste ein Industriearbeiter für ein Päckchen Butter 22 Minuten arbeiten, heute sind es nur noch 5 Minuten. Ähnliches gilt für Trinkmilch, wo heute 3 Minuten entlohnte Arbeit ausreichen, vor 30 Jahren aber immerhin dreimal soviel Arbeitszeit nötig war.

Discountschiene einziger Gewinner

Markenartikel mit hoher Wertschöpfung würden immer weniger nachgefragt. Gleichzeitig sei eine starke Hinwendung zum Discount festzustellen, der im Jahr 2002 einen Umsatzzuwachs von über 11 Prozent verzeichnen konnte. Alle anderen Sparten im Lebensmitteleinzelhandel mussten dagegen Verluste hinnehmen. Bereits heute würden über 40 Prozent des Umsatzes bei Milch und Milchprodukten der sogenannten ‚Weißen Linie‘ (Konsummilch, Milchfrischprodukte, Sahne/Sahneerzeugnisse) über den Discount abgewickelt. Im SB-Bereich der ‚Gelben Linie‘ (Käse, Butter und Milchstreichfette) seien es sogar über 50 Prozent. Laut MIV werden die Anteile auch künftig steigen, wodurch die Preise für Milchprodukte immer weiter unter Druck gesetzt und die Erlössituation für die milchverarbeitenden Unternehmen verschärft wird.

Kostendruck steigt weiter an

Neben der ansteigenden Discountorientierung warnte der Verband vor den zusätzlichen Kostenbelastungen für die Milchindustrieunternehmen im laufenden Jahr. Als Beispiel nannte der MIV die gravierenden Auswirkungen der letzten Anhebung der Ökosteuer für die Molkereien. Allein bei der Stromsteuer müssen die Molkereien eine Steigerung um 350 Prozent gegenüber dem Vorjahr verkraften.

Auch die ab 31.08.2003 voraussichtlich in Kraft tretende Lkw-Maut stellt für die Milchindustrie eine unverhältnismäßig hohe Belastung dar. Mit Unverständnis reagierte der Verband auf die pauschale Aussage des Bundesverkehrsministerium, das die Erhöhungen in einzelnen Produktbereichen als marginal und für den Verbraucher kaum spürbar bezeichnete. MIV-Vorsitzender Dr. Tag: ‚Diese Aussage mag vielleicht bei hochpreisigen Konsumgütern noch zutreffen. Im Bereich der Lebensmittel – und hier besonders der Molkereiprodukte – ist die Belastung im Gegensatz dazu jedoch um ein Vielfaches höher. Am Beispiel des Joghurt wird dies deutlich: Die vom Bundesverkehrsministerium ausgelobte Belastung von 0,5 Cent durch die Lkw-Maut stellt bei einem Produktpreis von 17 Cent, gemäß GfK-Erhebungen, einen Anteil von 3 Prozent dar. Außerdem lässt diese Betrachtungsweise unserer Meinung nach die Mautbelastungen im Zulieferungsbereich außer Acht, die das Produkt zusätzlich verteuern werden. Wer die Margen bei Lebensmitteln kennt, weiß um die Brisanz ‚.

Neben diesen beiden Beispielen habe die Milchindustrie 2003 außerdem Verteuerungen bei Zutaten, Verpackung, Löhnen und Maschinenkosten zu verkraften. Darüber hinaus werde die auch politisch beeinflusste Entwicklung auf den Rohölmärkten nicht nur im Energiebereich eine Rolle spielen, sondern sich auch auf die Verpackungskosten, z. B. durch erhöhte Folien- und Kunststoffpreise, auswirken.

Qualitätsmanagement-System für Milch sichert Vertrauen und Märkte

Das gute Image der Milchprodukte komme nicht von ungefähr, stellte der MIV zufrieden, aber dennoch nachdenklich fest. Die deutsche Milchwirtschaft arbeite kontinuierlich an der Optimierung der Prozesse, um dem Anspruch des Verbrauchers an sichere und hochwertige Lebensmittel gerecht zu werden. Die aufwändigen Qualitätssicherungs-Systeme lägen zum Teil weit über den umfangreichen rechtlichen Vorgaben. Dabei geht es laut MIV nicht nur um die Überwachung der betriebsinternen Abläufe. Die Prozessverantwortung beginne bereits beim Milcherzeuger. Die Besonderheiten der Milcherzeugung und -verarbeitung würden in Kürze durch die Einführung eines eigenständigen und stufenübergreifenden ‚Qualitätsmanagement-Systems Milch‘ dokumentiert. Neben einer Erfassung bei Futtermitteln, Milchgewinnung und Bestandsregistern werde auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere einbezogen. Damit werde gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Rückverfolgbarkeit von Produkten geleistet. ‚Dies ist wieder einmal ein Beispiel dafür, welche Anstrengungen Milcherzeuger und -verarbeiter zur Sicherung der Produkte unternehmen. Dass auch solche Maßnahmen dauerhaft Zeit und Geld kosten, sollte nicht unerwähnt bleiben. Es wäre daher nur fair, wenn der Verbraucher solche Leistungen entsprechend zu würdigen wüsste‘, so der MIV-Vorsitzende Dr. Manfred Tag.

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1. Januar 2004: Das ENDE für viele Freilandhennen?

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Hannover (aho) – Die Tatsache, daß Eier aus Freilandhaltung und aus intensiver Auslaufhaltung durchschnittlich deutlich mehr Dioxine (1) enthalten als solche aus Batteriehaltung, kann für die erstgenannten Haltungsformen ab dem 1. Januar 2004 zu einem Problem werden. Hierauf wies Dr. Gerd Hamscher von der Zentrumsabteilung für Lebensmitteltoxikologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover kürzlich in einem Referat anläßlich des 31. Seminar Umwelthygiene hin (2).

Durch die Verordnung (EG) Nr. 2375/2001 des Rates wird ab dem 1. Januar 2004 der Grenzwert laut Dr. Hamscher für Dioxine in Eiern und Eiprodukten auf 3 pgWHO-PCDD/F-TEQ/g Fett gesenkt. Dieser Wert werde aber häufig bei der Legehennenfreilandhaltung um ein Mehrfaches überschritten, da die Hennen häufig auf Dioxin-belasteten Flächen scharren und picken und hierbei neben dem Futter auch mit Dioxinen kontaminierte Bodenpartikel aufnehmen. Diese Dioxine würden dann in den Eiern eingelagert und gelangten so zum Konsumenten. Die EU-Verordnung fordere deshalb für Eier aus Freilandhaltung und aus intensiver Auslaufhaltung eine Übergangsfrist, so daß durch geeignete Maßnahmen die Dioxinbelastung dieser Eiern auf das niedrige Niveau von Batterieeiern verringert werden kann.

(1) Fürst, P., Handbuch Dioxine, Hrsg.: Michael Oehme, Spektrum-Verlag, ISBN 3-8274-0126-7, S. 246-249

(2) Dr. Gerd Hamscher, Zentrumsabteilung für Lebensmitteltoxikologie der TiHo-Hannover Referat: Einfluss der Tierhaltung auf Rückstände und Kontaminanten in Lebensmitteln anläßlich des 31. Seminar Umwelthygiene: ‚Auswirkungen verschiedener Formen der Nutztierhaltung auf Lebensmittelqualität, -sicherheit und Umwelt‘ am Freitag, 14. Februar 2003, Tierärztliche Hochschule Hannover

(3) Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 321/1 VERORDNUNG (EG) Nr. 2375/2001 DES RATES vom 29. November 2001 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 466/2001 der Kommission zur Festsetzung der Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln

Auszug (Abschnitt 19 der Verordnung): ‚Die Überwachungsdaten lassen erkennen, das Eier aus Freilandhaltung und aus intensiver Auslaufhaltung mehr Dioxin enthalten als solche aus Batteriehaltung. Es können Maßnahmen getroffen werden, um sicherzustellen, dass der Dioxinanteil in diesen Eiern verringert wird. Daher sollte eine Übergangszeit festgesetzt werden, bevor die Höchstgehalte auf Eier aus Freilandhaltung und aus intensiver Auslaufhaltung angewandt werden.‘

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Berninger: „gutes-vom-bauernhof“ stärkt regionale Vermarktung

Themen: Archiv — info @ 11:02

Service für Verbraucher und Direktvermarkter

Berlin (agrar.de) – ‚Unser Internetportal ‚Gutes vom Bauernhof‘ zur Stärkung der regionalen Vermarktung hat sich bewährt. Mehr als 30.000 Nutzer haben seit dem Start vor zwei Jahren nach Bauernhöfen mit Direktverkauf gesucht oder sich auf den zahlreichen Seiten über die Direktvermarktung informiert‘, erklärte Matthias Berninger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, heute in Berlin. Das Portal biete einen schnellen und direkten Kontakt zum Bauernhof oder Bauernmarkt in der Region. Landwirte könnten sich über Einstiegs- und Fördermöglichkeiten informieren. Interessierte fänden außerdem Ansprechpartner in Verbänden und Verwaltung zum Ab-Hof-Verkauf.

Das Portal wurde vom Bundesverbraucherministerium in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für Agrardokumentation und -information (ZADI) und den zuständigen Ministerien der Bundesländer sowie mit Unterstützung der Fördergemeinschaft Einkaufen auf dem Bauernhof erstellt. Es vernetzt in der Rubrik ‚Adressen für Verbraucher‘ rund 100 regionale und bundesweite Anbieterverzeichnisse von Hofläden und Bauernmärkten. Über eine Deutschlandkarte können diese Verzeichnisse regional ausgewählt werden. Die Hälfte dieser Verzeichnisse enthält auch Biohöfe.

Neben den Adressen finden Verbraucher hilfreiche Informationen rund um den Einkauf auf dem Bauernhof. Verbraucher, die mit dieser Form des Einkaufs wenig Erfahrung haben, können die vielfältige Produktpalette oder Qualitäts- und Hygienebestimmungen sowie Ernährungshinweise und Hinweise auf Ansprechpartner abrufen. Landwirte erhalten Informationen über rechtliche Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten, Literaturhinweise sowie Ansprechpartner in Behörden und Verbänden.

‚Das Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher am Einkauf direkt beim Landwirt ist weiter gestiegen. Das ist positiv für die Landwirte und die Region‘, so Berninger. Über 30.000 Landwirte böten mittlerweile in Deutschland selbst erzeugte und verarbeitete Produkte in Hofläden, per Lieferservice oder auf Bauernmärkten an. Die Bundesregierung fördert diese Vermarktungsform mit Mitteln des Agrarinvestitionsförderungsprogramms (2001: rund 2,1 Millionen Euro).

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Rheinland: Duch überzogenen Immissionsschutz kaum noch Stallbauten

Themen: Archiv — info @ 11:02

Bonn (agrar.de) – Nach der massiven Verschärfung des Bundesimmissionsschutzgesetzes ist im gesamten Rheinland nur noch ein einziges Stallbau-Vorhaben realisiert worden, das nach den Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetzes der Genehmigung bedurfte. Das teilt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mit und beruft sich dabei auf Informationen der Landwirtschaftskammer Rheinland. Seit dem Inkrafttreten des so genannten ‚Artikelgesetzes‘ im August 2001 seien Stallbauten bei Überschreitung eines Gesamtviehbesatzes von mehr als 50 GV und einem Flächenviehbesatz von mehr als 2,49 GV/ha der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung unterworfen. Diese heftigen Widerspruch in der landwirtschaftlichen Praxis auslösende Neuregelung gelte seither nunmehr auch für Stallbauten von Rindern.

Nach Auffassung des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes hat die nationale Verschärfung des Immissionsschutzrechtes, die weit über die EU-Vorgaben hinausgeht, zu einer weiteren kostenaufwendigen Erschwerung und Bürokratisierung in der Baugenehmigungspraxis geführt. Wenn bislang lediglich nur ein Bauvorhaben nach den Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetzes abgewickelt werden konnte, so sei dies einmal mehr ein Beleg dafür, wie schwer den Bauern hierzulande im Gegensatz zu ihren Berufskollegen im benachbarten Ausland Stallbauten gemacht werde. Schon seit Jahren redeten die Politiker vollmundig von Entbürokratisierung und Verwaltungsvereinfachung, beschlössen aber gleichzeitig immer wieder neue überflüssige Vorschriften und teure Auflagen. Das ‚Artikelgesetz‘, mit dem weit über die EU-Vorgaben hinausgehende Bestimmungen zum Immissionsschutz getroffen worden seien, sei dafür geradezu ein Paradebeispiel – so der RLV.

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Steuervergünstigungsabbaugesetz vom Bundestag verabschiedet

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Bauernverband fordert Korrekturen im weiteren Gesetzgebungsverfahren

Berlin (agrar.de) – Mit den Stimmen der Regierungskoalition von SPD und Bündnis 90/Die Grünen hat der Bundestag dem Steuervergünstigungsabbaugesetz erwartungsgemäß zugestimmt. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die vorgenommenen Korrekturen an dem Gesetz als Schritt in die richtige Richtung an. Auf Kritik des Bauernverbandes stößt jedoch weiterhin das Vorhaben der Bundesregierung, die Mehrwertsteuer auf landwirtschaftliche Vorleistungsprodukte von 7 Prozent auf 16 Prozent zu erhöhen. Hierdurch entsteht eine derartige ‚Unwucht‘ im Pauschalierungssystem, dass die Landwirte trotz Beibehaltung des Pauschalierungssatzes von 9 Prozent in die bürokratische Regelbesteuerung gezwungen werden. Auch das Hinausschieben der Erhöhung der Umsatzsteuer bei Blumen und Zierpflanzen auf 2005 bleibe eine klassische Steuererhöhung, die viele Betriebe in ihrer Existenz treffe. Der DBV fordert hier Korrekturen im weiteren Gesetzgebungsverfahren.

Der heutige Gesetzbeschluss des Deutschen Bundestages verzichtet auf die ursprünglich angekündigten Veränderungen beim Pauschalierungssatz in der Umsatzsteuer, der weiterhin 9 Prozent betragen wird, und der geplanten Anhebung der Mehrwertsteuer für bestimmte Holzprodukte. Dagegen erhöhten sich die Mehrwertsteuersätze für land- und forstwirtschaftliche Vorprodukte wie Nutzvieh, Futtermittel und Saatgut von 7 Prozent auf 16 Prozent sowie ab 2005 ebenfalls für Blumen und Zierpflanzen. Weiterhin soll der Betriebsausgabenabzug von Geschenken von bisher 40 Euro auf 30 Euro abgesenkt, die Besteuerung der privaten PKW-Nutzung von 1 Prozent auf 1,5 Prozent des Listenpreises angehoben, Änderungen bei der Abschreibung von betrieblichen und privaten Gebäuden sowie der Wegfall der Spekulationsfrist bei Veräußerungsgeschäften von Grundstücken bei gleichzeitiger Einführung einer Pauschalbesteuerung von 15 Prozent für alle privaten Veräußerungsgeschäfte vorgenommen werden.

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DBV: Dioxin-Skandal zeigt erneut Lücken der Informationspolitik

Themen: Archiv — info @ 10:02

Sonnleitner: Kritik an Futtermittelwerk in Thüringen

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, zeigte sich äußerst verärgert darüber, dass mit dem jüngsten Dioxin-Skandal in Thüringen zum wiederholten Mal bei Vorlieferanten von Futtermittelwerken nicht so verantwortungsbewusst gearbeitet wurde wie notwendig ist und stets zugesagt wurde. Sonnleitner forderte Bund und Länder auf, jetzt nicht wie in der Vergangenheit Parteienstreit zu führen, sondern als Konsequenz der jüngsten Vorfälle endlich ein funktionierendes und intensiveres Informationssystem zwischen Kontrollinstituten, staatlichen Ämtern, Ländern und dem Bund aufzubauen. Dabei müsse nicht nur die Öffentlichkeit schnell und umgehend informiert werden, sondern auch die betroffenen Wirtschaftsbereiche sowie die Landwirte selbst. Schließlich hätten die betroffenen Landwirte den Schaden des Dioxin-Skandals und bräuchten dringend Unterstützung. Bei den Dioxin-Verschmutzungen von Futtermitteln in Thüringen habe es seit Auffinden der ersten Funde zu lange gedauert bis reagiert wurde, kritisierte Sonnleitner.

Dieser aktuelle Vorfall bestärke den Bauernverband, die Eigenanstrengungen der Produktionskette für ein wirksames Qualitäts- und Kontrollsystem voranzutreiben, um in solchen Fällen konsequente Rückverfolgbarkeit sicherzustellen und auch durch staatliche Unterstützung handlungsfähig zu werden. QS sei dazu der richtige Ansatz, allerdings müsse dann die Futtermittelwirtschaft mit ihren Vorlieferanten noch stärker unter die Lupe genommen werden.

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Wasser – lebensnotwendige Ressource und Konfliktstoff

Themen: Archiv — info @ 10:02

Internationale Fachtagung an der Universität Erfurt

Erfurt (agrar.de) – Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2003 zum ‚Internationalen Jahr des Süßwassers‘ (Water Year 2003) erklärt. Aus diesem Anlass veranstalten das Fachgebiet Geographie der Universität Erfurt und das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft (TMLNU) die Fachtagung ‚Wasser – lebensnotwendige Ressource und Konfliktstoff‘, bei der Wissenschaftler aus dem In- und Ausland 29 Vorträge in den Themenblöcken ‚Wasser – eine notwendige Ressource‘, ‚Konfliktstoff Wasser‘ und ‚Lösungsansätze zwischen den unterschiedlichen Nutzungsansprüchen‘ präsentieren.

‚Süßwasser ist eines der bedeutendsten Elemente für das Leben auf der Erde. Wasser ist Wirtschaftsgut und unverzichtbares Lebensmittel zugleich‘, so Prof. Dr. Tilman Rost, Professor für Physische Geographie an der Universität Erfurt. ‚Aber die globalen Süßwasservorräte sind begrenzt und regional ungleich verteilt. Wasserknappheit ist bereits heute eines der größten globalen Probleme‘. Die Begrenztheit der Ressource Wasser zähle zu den am meisten unterschätzten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. In zahlreichen Regionen der Erde sei Wasserknappheit eines der wesentlichen Hemmnisse für die wirtschaftliche Entwicklung und die Verbesserung des Lebensstandards. Das Wasser werde zunehmend eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der weiter wachsenden Weltbevölkerung spielen.

Vor allem in den Entwicklungsländern verschärfe das anhaltende Bevölkerungswachstum die Wasserkrise dramatisch, so Prof. Rost. Bis zu 3 Milliarden Menschen – über ein Drittel der Weltbevölkerung – werde bis zum Jahr 2025 von chronischem Wassermangel oder von Wasserknappheit betroffen sein. Zu Wasserknappheit und Wassermangel kämen die Probleme der Wasserverschmutzung und der mangelhaften Abwasserentsorgung. Bereits heute habe ein Sechstel der Weltbevölkerung – insbesondere in den Entwicklungsländern – keinen Zugang zu sauberem Wasser. Zunehmende Wasserknappheit und Verteilungsprobleme bedingten aber auch ein wachsendes Konfliktpotential. ‚In den nächsten Jahrzehnten wird die Zahl der Länder, in denen sauberes Süßwasser Mangelware ist, ansteigen – und damit das Risiko von zwischen- und innerstaatlichen Konflikten‘, ist der Experte überzeugt. Vor allem die Nutzung grenzüberschreitender Grund- und Oberflächenwassersysteme schaffe bereits heute erhebliches Konfliktpotential.

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