24. Februar 2003

Bauern und Winzer sind mit Ihrer Geduld am Ende

Themen: Archiv — info @ 14:02

Koblenz (agrar.de) – Die Landwirte und Winzer in Rheinland-Pfalz sind mit Ihrer Geduld am Ende. Dauertiefpreisangebote bei Nahrungsmitteln müssen endlich der Vergangenheit angehören. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum, kündigte bereits vor einigen Wochen an, dass ohne ein Einlenken der Discountermärkte die Landwirte und Winzer Aktionen gegen Dauertiefpreise bei Nahrungsmittel durchführen würden. ‚Es ist fünf vor zwölf‘, erklärte der Präsident. ‚Wenn die Vertreter der wichtigen Discounterketten nicht endlich auf das Gesprächsangebot des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau reagieren, werden Aktionen durchgeführt‘.

‚Wir werden die Öffentlichkeit auf die missliche Lage in der Lebensmittelbranche aufmerksam machen, denn den Bürgerinnen und Bürgern darf nicht vorgegaukelt werden, dass Dauerbilligpreise und Qualität vereinbar wären‘, zeigte sich Präsident Blum erbost. Mehrausgaben in Höhe von 5 Cent pro Liter Milch würden bei einem Verbrauch von 1 Liter pro Familie und Tag 1,50 Euro an Mehrausgaben pro Monat ausmachen. Ähnlich sehe es bei Fleisch, Wein, Obst und Gemüse aus. Diese geringen Mehrausgaben von etwa 10 Euro im Monat stärkten die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelbranche und erhielten ein hohes heimisches Qualitätsniveau bei der Nahrungsmittelerzeugung.

Die Pflege der Kulturlandschaft werde von der Gesellschaft gewünscht. Hierfür sei aber eine wirtschaftlich gesunde Landwirtschaft und ein starker Weinbau unerlässlich. Außerdem führe ein qualitätsbewusstes Kaufverhalten zu einer dauerhaften großen Auswahl an heimischen Lebensmitteln, da sich die Betriebe in der Region wirtschaftlich halten könnten. Die Kaufkraft würde nicht abwandern sondern bliebe in der Region! Hierauf werde der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau in den Aktionen aufmerksam machen.

Links zum Thema Verbände.

Bio-Ölwerk in Magdeburg nimmt Produktion auf

Themen: Archiv — info @ 11:02

Magdeburg (agrar.de) – Am vergangenen Freitag (21. Februar) hat das Bio-Ölwerk Magdeburg nach einer Bauzeit von 13 Monaten seinen Betrieb aufgenommen. Das Unternehmen kann per Schiff, Bahn und LKW beliefert werden und soll zukünftig täglich etwa 190.000 l Biodiesel, 135 t Rapskuchen, 13 t Fettsäuregemische und 17 t Pharmaglyzerin herstellen.

Bei der feierlichen Inbetriebnahme kündigten die Geschäftsführer Ronald Westphal und Konrad Weiterer an, dass das Unternehmen mit 26 Arbeitskräften und sechs Auszubildenden im April nach ISO 9001:2000/QC zertifiziert werden soll. Etwa 20 Mio. Euro wurden in das Ölwerk investiert, die Rohstoffe für jährlich 50.000 t Biodiesel werden vor allem aus der Magdeburger Börde kommen.

Links zum Thema Biodiesel und Pflanzenöl.

Bayern: Rinder im Gebirgswald auf dem Rückzug

Themen: Archiv — info @ 11:02

München (agrar.de) – Auf weiteren 2.900 Hektar Staatswald im oberbayerischen Hochgebirge wurde in den rückliegenden beiden Jahren die Beweidung durch landwirtschaftliche Nutztiere eingestellt. Das hat Forstminister Josef Miller in München mitgeteilt. Von dem Verzicht auf die Beweidung profitiert mit rund 1.600 Hektar besonders der Schutzwald. Auf weiteren rund 4.400 Hektar Waldfläche konnte durch freiwillige Vereinbarungen zwischen den Almbauern und der Staatsforstverwaltung die Zahl der Weidetiere deutlich verringert werden. Dazu der Minister: ‚Den sensiblen Bergwälder geht es dadurch deutlich besser, die Chancen für die nachwachsende Verjüngung steigen.‘ Dies sei entscheidend für den Erhalt gesunder und stabiler Wälder, die vor Lawinen, Hochwasser und Muren schützen.

Die Weiderechte im Staatsforst gehen auf das Mittelalter zurück, als die Grundherren der ortsansässigen Bevölkerung den Eintrieb von Rindern, Pferden, Schafen und Ziegen in den herrschaftlichen Wald erlaubten. Noch 1958 waren etwa 120.000 Hektar und damit rund 60 Prozent des Staatswaldes mit Weiderechten belastet. Inzwischen konnte die Fläche besonders durch die Arbeit der Weiderechtskommission auf 55.000 Hektar reduziert werden. Für den Minister ist dies ein überwältigender Erfolg. Er setzt deshalb weiter auf eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit der Almbauern und Forstämter.

Laut Miller hat die Gesetzesreform vor zwei Jahren zusätzliche Anreize geschaffen, um auf das Eintreiben der Tiere in den Gebirgswald zu verzichten. Meist einigen sich die Beteiligten darauf, die Weide künftig auf eine unbewaldete Teilfläche zu beschränken. Wegen des besseren Futterangebots wird nur ein Bruchteil der bisherigen Fläche beansprucht. Seltener werden die Weideflächen auf Grünland im Tal verlegt, in Holzbezugsrechte umgewandelt oder in Geld abgelöst.

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Erzeugerpreise im Januar 2003 um 1,6 Prozent höher als im Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 10:02

Wiesbaden (agrar.de) – Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag im Januar 2003 um 1,6 Prozent höher als im Januar 2002. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist dies die stärkste Preiserhöhung im Jahresvergleich seit September 2001 (+ 1,9 Prozent). Im Dezember 2002 hatte die Jahresveränderungsrate + 0,9 Prozent betragen, während sie im November 2002 bei + 0,4 Prozent gelegen hatte. Im Vergleich zum Vormonat hat sich der Index im Januar 2003 um 1,3 Prozent erhöht. Eine solch starke Preiserhöhung gegenüber dem Vormonat gab es letztmalig vor einundzwanzig Jahren (Januar 1982: ebenfalls + 1,3 Prozent).

Der starke Anstieg der Erzeugerpreise gegenüber dem Vormonat ist wesentlich von der Entwicklung der Energiepreise beeinflusst, die sich gegenüber Dezember 2002 um durchschnittlich 5,4 Prozent erhöhten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich neben gestiegenen Weltmarktpreisen für viele Energieträger auch die Erhöhung der Ökosteuer für Benzin, Diesel und elektrischen Strom in der Preisentwicklung niederschlug. Mineralölprodukte waren im Januar 2003 um durchschnittlich 5,0 Prozent teurer als im Dezember 2002. Dabei stiegen die Preise für Kraftstoffe um 5,8 Prozent (darunter Benzin + 5,9 Prozent, Diesel + 5,6 Prozent), für leichtes Heizöl um 2,3 Prozent, für schweres Heizöl um 8,4 Prozent und für Flüssiggas um 1,8 Prozent. Elektrischer Strom war im Januar 2003 um 4,2 Prozent und Erdgas um 8,5 Prozent teurer als im Dezember 2002. Ohne Energie wäre der Erzeugerpreisindex gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen. Die starken Preiserhöhungen für Tabakerzeugnisse (+ 7,1 Prozent gegenüber Dezember 2002) dürften hauptsächlich auf die Erhöhung der Tabaksteuer zu Jahresbeginn 2003 zurückzuführen sein.

Im Januar 2003 ergaben sich im Jahresvergleich Preiserhöhungen unter anderem bei folgenden landwirtschaftlichen Gütern: Raffinierte Pflanzenöle (+ 12,0 Prozent), Weizenmehl (+ 10,2 Prozent)und Zigaretten (+ 7,3 Prozent).

Billiger als vor Jahresfrist waren im Januar 2003 unter anderem: Klebstoffe und Gelatine (– 6,6 Prozent) sowie Futtermittel für Nutztiere (– 5,0 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

Friedlich miteinander: Ackerbau und Artenschutz

Themen: Archiv,Umwelt — info @ 10:02

Ministerin Petra Wernicke: Ertragsorientierte Landwirtschaft in einem vielfältigen Naturraum lässt Raum für artenreiche Fauna und Flora

Gerbstedt (agrar.de) – Intensiver Ackerbau in Großbetrieben und die Artenvielfalt im Agrarraum sind miteinander vereinbar, wenn Lebensraum bietende Landschaftsstrukturen wie Feldsäume, Ufer- und Krautstreifen sowie Hecken und Ackerrandstreifen erhalten und gefördert werden. Die Artenvielfalt auf der eigentlichen Produktionsfläche ist allerdings in jeder Form heutiger Landwirtschaft nur sehr begrenzt möglich. Maßnahmen zum Artenschutz stellen ein Anliegen der Gesellschaft dar. Deshalb müssen sie in Kooperation aller Beteiligten gestaltet werden. So lautete das Fazit der Veranstaltung ‚Artenschutz und intensive Landwirtschaft – nachhaltige Wege zum Erfolg‘ der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL), die am 20. Februar 2003 in Gerbstedt (Sachsen-Anhalt) stattfand.

Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke betonte, sie sehe keinen grundsätzlichen Interessenkonflikt zwischen einer intensiven Landwirtschaft und dem berechtigten Wunsch nach Artenvielfalt im Agrarraum. Frau Wernicke sagte: ‚Richtig ist, dass jede Form der Bewirtschaftung einer Fläche die Artenvielfalt eben auf dieser Fläche einschränkt. Richtig ist auch, dass Landwirtschaft immer ertragsorientiert arbeiten wird. Daraus jedoch zu schlussfolgern, dass Artenvielfalt in Nachbarschaft zur Ackerfläche nicht möglich wäre, ist falsch. Es geht doch nicht nur um eine Vielfalt von Flora und Fauna auf der landwirtschaftlichen Produktionsfläche. Es geht vielmehr um Artenvielfalt im Naturraum. Diese wird sowohl von der Existenz des Ackers als auch von der Ein- oder Vielfältigkeit des Biotopes in dem Naturraum bestimmt.‘

‚Nachhaltige landwirtschaftliche Tätigkeit, selbst unter den Bedingungen harter Marktwirtschaft und Einkommenssicherung, umfasst die Erhaltung der Kulturlandschaft und der Artenvielfalt‘, stellte Dr. Fritz Schumann, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt zu Beginn seines Statements fest. ‚Wir bieten uns als Partner an und wollen gemeinsam mit anderen Gruppen optimale Lösungen für alle Beteiligten erarbeiten.‘ Voraussetzung sei aber, dass alle Maßnahmen, die über die ‚gute landwirtschaftliche Praxis‘ hinausgingen, entsprechend honoriert würden. Als Beispiele nannte Schumann die Anlage und Pflege von Schutzflächen, Blühstreifen oder Hecken. Wenig hilfreich seien hingegen aktuelle Vorschläge zur GAP-Reform, die auf eine 10-jährige Dauerbrache abzielten und eine Verödung der Kulturlandschaft zur Folge hätten. Freiwillige und flexible, auf die Region bezogene Maßnahmen sollten Vorrang haben. Ebenso mahnte Schumann an, von überzogenen Abstandsregelungen für den Pflanzenschutz entlang von Hecken und Gewässern abzusehen.

Dr. Wolfgang Heyer, Institut für Acker- und Pflanzenbau der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, unterstrich in seinem Beitrag, dass bei der Beurteilung der Artenvielfalt besonderes Augenmerk auf die Arten gelegt werden solle, die für die Selbstregulation der Ökosysteme wichtig seien. Biodiversität sei ein Umweltschutzziel der Landwirtschaft und könne insbesondere durch einen vielfältigen Lebensraum gesichert werden. Die Intensität der Bewirtschaftung spiele hingegen eine untergeordnete Rolle. Dr. Heyer gab zu bedenken, dass auch andere Umweltschutzziele wie Boden-, Wasser- und Atmosphärenschutz wichtig seien. Die einseitige Bevorzugung eines Umweltschutzzieles könnte andere Ziele beeinträchtigen. Der Wissenschaftler forderte die Landwirtschaft und den Gesetzgeber auf, gemeinsam praktikable Lösungen zu erarbeiten. Agrarumweltprogramme seien in diesem Zusammenhang prinzipiell ein richtiger Ansatz. Forschungsbedarf sieht Dr. Heyer in der Erarbeitung von regionaltypischen Artenzahlen, die als Referenzdaten zur Beurteilung der tatsächlich vorhandenen Artenzahl hinzugezogen werden können.

‚Die faunistische Artenvielfalt auf den Untersuchungsflächen rund um Gerbstedt hat uns überrascht. Auf einem Feldrain haben wir beispielsweise im Mittel 80 Tierarten aus fünf untersuchten Tiergruppen gefunden‘, erklärte Dr. Thomas Esser vom Kölner Büro für Faunistik (KBF). Zusammen mit seinen Kollegen hätte er auf den 4 untersuchten und nach den Prinzipien des Integrierten Landbaus bewirtschafteten Betrieben in verschiedenen Naturräumen Deutschlands zahlreiche Rote-Liste-Arten erfasst. Auf den Ackerbegleitstrukturen in Gerbstedt seien neben gefährdeten Vogelarten wie Braunkehlchen, Neuntöter und Rotmilan auch Arten der Vorwarnliste wie Feldlerche, Dorngrasmücke und Feldsperling beobachtet worden. Auch der gefährdete Warzenbeißer (Heuschreckenart) und der auffällige Schwalbenschwanz-Schmetterling oder der Neuntöter (Vogelart) seien in der Ackerbauregion heimisch. ‚Entscheidend für die Artenvielfalt ist nicht der Naturraum, das Bewirtschaftungsverfahren oder die Betriebsgröße, sondern das Vorhandensein von vielfältigen Biotopen, die möglichst selten durch Bewirtschaftungsmaßnahmen beeinflusst werden‘, betonte der Biologe und stützte damit die Aussage von Dr. Heyer. Jede Form der Bewirtschaftung, die auf Ertrag ausgerichtet sei, schränke jedoch die Artenvielfalt auf der Produktionsfläche ein. Dr. Esser stellte abschließend fest, dass durch die regionale Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Naturschutz, Politik, Verwaltung und den übrigen Beteiligten die besten Lösungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erarbeitet werden könnten.

Die ausführlichen Ergebnisse der Untersuchungen auf dem Standort Gerbstedt im Rahmen des Forschungsprojektes ‚Lebendige Natur durch Landwirtschaft‘ sind unter dem Titel ‚Vielfalt der Tierwelt in der Agrarlandschaft – Ergebnisse des Projektes Lebendige Natur durch Landwirtschaft‘ als Heft 4/2002 der ilu-Schriftenreihe erschienen. Autoren sind C. Albrecht, T. Esser, J. Weglau und H. Klein. Der Bezug erfolgt über die FIL GmbH, Konstantinstraße 90, 53179 Bonn, per Fax unter 0228-9799340 oder E-Mail. Der Preis beträgt 10,70 Euro zzgl. 1,30 Euro Versandkosten.

Links zum Thema %url4%Landschaft und Natur%/%.

DBV mahnt Abbau von Bürokratie-Hemmnissen für Direktvermarkter an

Themen: Archiv — info @ 09:02

5.500 Besucher auf der DirektMarkt 2003 in Hannover

Hannover (agrar.de) – Die landwirtschaftliche Direktvermarktung wird für den Absatz von Lebensmitteln immer wichtiger. Dies unterstrich erneut die Fachmesse für Direktvermarktung in der Landwirtschaft ‚DirektMarkt‘ vom 22. bis 24. Februar in Hannover. 5.500 Besucher interessierten sich für diese in Deutschland einmalige Fachmesse.

In seiner Eröffnungsrede mahnte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Heinz Christian Bär, den Abbau von Bürokratie an. Sie behindere die Direktver-markter erheblich. Erforderlich sei zum Beispiel eine Lockerung der Genehmigungspflichten für das Aufstellen von Hinweis- und Werbeschildern an Bundes- und Landesstraßen. Bär: ‚Wie sollen uns die Städter und Touristen im ländlichen Raum finden, wenn wir Sie nicht ausreichend auf unsere Einkaufsstätte hinweisen dürfen?‘ Ebenso gebraucht würden Vereinfachungen für die Durchführung von Hoffesten sowie eine generelle Regelung im Ladenschlussgesetz für die Öffnung der Hofläden an Sonn- und Feiertagen. Denn viele Erholungssuchende aus dem städtischen Umfeld würden ihren Ausflug am Wochenende oder an Feiertagen gerne mit einem Einkauf beim Bauern verbinden.

Die Fachbesucher aus der Landwirtschaft konnten sich bei 170 Ausstellern aus fünf Ländern über Neuigkeiten und Trends der Direktvermarktung informieren. Das Ausstellungsprogramm reichte von Maschinen zur Verarbeitung und Veredelung landwirtschaftlicher Produkte bis hin zu Erzeugnissen wie Wein, Spirituosen, Käse, Konserven, Nudeln, Naturkostmischungen, Essig oder Öl zur Erweiterung der Hofladensortimente. Auch Ladeneinrichtungen, Verkaufsstände, Verpackungsmaterialien und -maschinen wurden präsentiert.

Beim Direkt-Markt-Forum erläuterten in stündlich wechselnden Vorträgen erfahrene Praktiker die vielen Möglichkeiten der Direktvermarktung. So wurde unter anderem diskutiert, wie das Internet die Direktvermarktung unterstützen kann, warum sich Fachkenntnis bei Kartoffeln bezahlt macht und wie man mit der Vielfalt von Marmeladen und Säften das eigene Produktprofil schärfen kann.

Bereits zum dritten Mal wurde auf der ‚DirektMarkt‘ ein Innovationspreis verliehen. Gesucht wurden die pfiffigsten Marketingstrategien. Die Siegprämie ging an Beate und Hein Lühs vom Herzapfelhof im niedersächsischen Jork.

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Sonnleitner: Bio-Siegel weiterentwickeln

Themen: Archiv — info @ 09:02

Heimische Bio-Bauern stehen unter unfairem Wettbewerbsdruck

Berlin (agrar.de) – Bio-Lebensmittel aus heimischer Landwirtschaft stehen derzeit unter enormem Preisdruck. Eine Ursache seien die Kriterien des Bio-Siegels, das auch kostengünstigere Importe aus Ländern mit niedrigen Anforderungen und Standards kennzeichnet, so dass der Verbraucher sie im Angebot gleichrangig mit den deutschen Produkten bewertet, die unter höheren Standards aufwändiger erzeugt wurden. Um das Problem zu lösen, sollte das Bio-Siegel ergänzt werden um die Angabe der nationalen Herkunft des jeweiligen Erzeugnisses. Mit dieser Weiterentwicklung erhalte der Verbraucher die Möglichkeit, sich bewusst für heimische Produkte zu entscheiden, was dem Verbraucherwunsch nach Produkten aus der Region in einem immer stärker globalisierten Lebensmittelmarkt Rechnung trägt. Diesen Vorschlag unterbreitete der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast auf drängende Bitte des DBV-Fachausschusses ökologische Produktion. Dieser hatte sich unter Vorsitz von Graf Heinrich Bassewitz ausführlich mit der aktuellen Situation bei Ökoprodukten befasst.

Das Bio-Siegel sei zwar im Markt angekommen, auch erfolgte eine Umsatzverbesserung von Bioprodukten um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch hätten die heimischen Bio-Bauern wegen der unterschiedlichen Anforderungen hiervon nur bedingt profitiert, stellte Sonnleitner fest. Zunehmend würden heimische Bio-Bauern darüber klagen, dass sie Teile ihrer Produktion wegen Absatzproblemen nur zu konventionellen Preisen verkaufen könnten, womit die Erzeugungskosten nicht gedeckt werden. Die allgemeine Preissituation in der Landwirtschaft verstärke diesen Negativeffekt. Sonnleitner befürchtet deshalb, dass sich die bisherigen vereinzelten Rückzüge aus dem ökologischen Landbau mittelfristig zu einem größeren Trend entwickeln könnten. Er appellierte deshalb an Ministerin Künast, alle Möglichkeiten des Bio-Absatzes auszuschöpfen, auch durch Verwendung von Bio-Produkten in staatlichen Einrichtungen.

Links zum Thema Bio-Landbau. Links zum Thema %url4%Verbände%/%.

Milchwirtschaft kritisiert geplante Novellierung der Verpackungsverordnung

Themen: Archiv — info @ 09:02

MIV fordert für Milch und Milchprodukte eine Ausnahme von der Pfandpflicht

Berlin (agrar.de) – Der Milchindustrie-Verband (MIV) hat sich anlässlich der Jahrespressekonferenz der Branche am 20. Februar in Berlin deutlich gegen die Novellierung der Verpackungsverordnung in der geplanten Form ausgesprochen. Um mehr Klarheit in das seit 01.01.2003 gültige Zwangspfand zu bringen, sollen nach Vorstellungen des Bundesumweltministeriums nur noch ökologisch vorteilhafte Verpackungen sowie die Verpackungen für Wein bzw. Spirituosen und diätetische Lebensmittel von einer Pfandpflicht ausgenommen werden. Damit würden Milchprodukte, die nicht in Karton oder Schlauchbeutel abgepackt sind und dem Getränkesegment zugeordnet werden, künftig pfandpflichtig.

Der Milchindustrie-Verband lehnt diesen Ansatz entschieden ab, da dies zum einen eine Diskriminierung ernährungsphysiologisch wertvoller Milchprodukte gegenüber alkoholischen Getränken bedeuten würde. Darüber hinaus hält der Verband eine Realisierung dieser Pläne für schwer umsetzbar. MIV-Hauptgeschäftsführer Eberhard Hetzner dazu: ‚Allein die hygienischen Probleme am Ort der Rücknahme wären enorm. Man stelle sich nur vor, wenn nicht völlig geleerte und gereinigte Milchbecher in ein Rücknahmesystem gegeben würden. Innerhalb kürzester Zeit wären die strengen Anforderungen der Lebensmittesicherheit in einem Markt in Frage gestellt – von einer möglichen Geruchsbelästigung einmal ganz abgesehen‘. Einen weiteren Kritikpunkt sieht der MIV in dem Entzug von Abfallsammelmengen aus dem Dualen System. Dieser könnte eine weiteren Schwächung bzw. längerfristig eine Verteuerung des Grünen Punktes bedeuten.

Deshalb erinnert der Milchindustrie-Verband den Bundesumweltminister an sein Versprechen aus dem letzten Frühjahr, dass es kein Pfand auf Milchverpackungen geben wird. Der Verband fordert, den gesamten Bereich der Milch und Milchprodukte ohne Einschränkung in die Kategorie der Ausnahmen aufzunehmen. Unterstützung erwartet der MIV auch von Seiten des Verbraucherschutzes.

Links zum Thema Milchwirtschaft.

21. Februar 2003

Preisvorteile durch QS – oder doch nicht?

Themen: Archiv — info @ 15:02

Damme/Münster (agrar.de) – Was bringt das Programm ‚Qualität & Sicherheit‘ (QS) für die Landwirte? Bei der Einführung des Programms zur Qualitätssicherung im vergangenen Jahr wurden noch Mehrerlöse für QS-zertifiziertes Fleisch in Aussicht gestellt. (unsere Meldung)

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Nord-Westdeutschland (ISN) meldet nun, die Schlachtindustrie stelle unermüdlich fest, daß Zuschläge für QS Schweinefleisch nicht zu erzielen seien, QS werde zum Standard. Der Lebensmitteleinzelhandel müsse in die Kühlkette investieren, allein deshalb seien Bonus-Zahlungen nicht möglich.

Während Klaus Lüdemann von Wal-Mart im Rahmen eines QS-Forums bei den %url4%Agrarunternehmertagen%/% in Münster am gestrigen Donnerstag sagte, Wal Mart müsse für QS-Schweinefleisch mehr als für Standard-Ware bezahlen betonte Josef Tillmann, Geschäftsführer bei Tönnies Fleisch, daß er von keinem Kunden mehr Geld für QS-Ware bekomme. Für die Landwirte sei deshalb kein Mehrerlös möglich.

Der anhaltende Preiskampf an den Fleischtheken des Lebensmittelhandels läßt vermuten, daß die Pessimisten Recht behalten werden. Laut ISN hat der Konzern Lidl seine Preise für Schweinefleischprodukte aktuell um bis zu 46 Prozent gesenkt.

Links zum Thema %url5%Lebensmittelqualität und Kontrolle%/%, Links zum Thema %url6%Marktinformationen%/%.

DBV: Lebensmittel sind mehr wert!

Themen: Archiv — info @ 15:02

Bauern zahlen ‚faire Milchpreise‘ beim Globus im hessischen Wächtersbach

Wächtersbach/Berlin (agrar.de) – Hessische Bauern machen heute mit einer Demonstration und Informationskampagne vor dem Globus-Warenhaus im südhessischen Wächtersbach mobil gegen Preisdumping und Wertevernichtung von Lebensmitteln. Aktueller Anlass sind Preissenkungen von Milch auf 44 Cent pro Liter bei 1,5 Prozent Fett, die dem Verbraucher zudem noch unter dem Motto ‚Fair und billig‘ verkauft werden. Die Preisreduzierung um 10 Prozent kann betriebswirtschaftlich bei den geringen Margen im Lebensmitteleinzelhandel kaum begründet werden und klingt angesichts steigender Anforderungen und Verbesserung der Qualität von Milch wie Hohn, erklärt der Deutsche Bauernverband (DBV) in Berlin. Denn niedrigen Milchpreisen beim Lebensmitteleinzelhandel folgen mittelfristig niedrigere Preise für die Milcherzeuger. Mit Erzeugerpreisen von weniger als 30 Cent je Liter ist eine rentable Milchproduktion unter den Standortbedingungen in Hessen nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Die vor Globus demonstrierenden Bauern gingen selbst mit gutem Beispiel voran und kauften die angebotene Milch zu einem ‚fairen Preis‘: sie zahlten einen freiwilligen Aufpreis von 5 Cent pro Liter. Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes und DBV-Vizepräsident Heinz Christian Bär sagte auf der Demonstration, dass das Verramschen hochwertiger Milchprodukte ein Schlag ins Gesicht der Milcherzeuger sei, die unter hohem Aufwand und mit hohen Qualitätsstandards an 365 Tagen im Jahr Milch erzeugten.

Milch sei ernährungsphysiologisch ein sehr wertvolles Lebensmittel, das mit dem Globus-Preis-Dumping weniger wert sei als eine platt gedrückte Blechdose. Die Bauern seien bundesweit entschlossen, gegen Preisdumping bei wertvollen Lebensmitteln zu protestieren, damit solche auch aus Verbrauchersicht negativen Marktentwicklungen unterbunden würden. Es gehe schließlich nicht darum, den Verbrauchern günstige Angebote vorzuenthalten, es gehe vielmehr darum, deutlich zu machen, dass ein solch ruinöses Preisdumping eine ganze Branche mit vielen Arbeitsplätzen und Existenzen ruiniere. Das könne auch mittelfristig nicht im Interesse der Verbraucher liegen.

Die Demonstrations- und Informationskampagne der hessischen Bauern ist Teil der Kampagne ‚Lebensmittel sind mehr wert!‘, die der DBV mit seinen Landesbauernverbänden durchführt. Ziel ist es, den Trend fortschreitenden Preisverfalls bei Lebensmitteln aufzuhalten und das Verbraucherbewusstsein zum Beispiel für wertvolle gesunde Milch und Molkereiprodukte, die ihren Preis haben, zu schärfen. Vor der Aktion in Wächtersbach führten bereits Milcherzeuger in Bayern und Nordrhein-Westfalen Aktionen gegen den Lebensmitteleinzelhandel wegen Dumpingpreisen durch und klärten die Kunden auf.

Links zum Thema Verbände.

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