26. Februar 2003

Niederlande: Moderater Preisanstieg für Agrarflächen

Themen: Archiv — info @ 13:02

Vorburg (agrar.de) – Der Verkaufspreis für unverpachtete Agrarflächen stieg in den Niederlanden im Jahr 2001 um etwa drei Prozent. Damit endet eine Phase des rapiden Preisanstiegs für landwirtschaftliche Flächen, so das nationale Statistikamt in Voorburg.

Zwischen 1995 und 2000 hatte sich der Verkaufswert der gehandelten Flächen auf etwa 35.700 Euro fast verdoppelt. 1995 kostete ein Hektar Ackerland durchschnittlich 18.100 Euro. 2001 wurde ein Hektar Land mit 37.200 Euro gehandelt. Die höchsten Preise wurden mit durchschnittlich 48.800 Euro /Hektar für Flächen auf den IJsselmeer Poldern gezahlt.

1999 und 2000 kam es zu extremen Preissteigerungen um 24 bzw. 19 Prozent. 2001 betrug die Steigerung nur noch vier Prozent. Der stärkste Anstieg wurden südlich von Limburg verzeichnet. Dort stieg der Wert der Flächen von 2000 bis 2001 um 15 Prozent.

Über 14.000 Hektar wechselten 2001 den Besitzer. Hiervon ausgenommen sind die Besitzerwechsel innerhalb der Familie. Bei den veräußerten Flächen handelte es sich um jeweils 42 Prozent Acker- und Weideflächen. 16 Prozent waren bebautes Land oder Gartenbauflächen.

Links zum Thema Boden, Links zum Land Niederlande.

Grünes Licht für Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen

Themen: Archiv — info @ 10:02

Bundeskabinett verabschiedet Entwurf des Vertragsgesetzes

Berlin (agrar.de) – Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines Vertragsgesetzes beschlossen, mit dem die Bundesregierung ermächtigt wird, den Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft zu ratifizieren. Das berichtet das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.

Der Vertrag war im November 2001 bei der Konferenz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) fertig gestellt und anlässlich des Welternährungsgipfels am 6. Juni 2002 in Rom von der Europäischen Gemeinschaft und allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union vereinbart worden. In Kraft treten kann der Vertrag, wenn ihn mindestens 40 Staaten ratifiziert, angenommen oder genehmigt haben oder ihm beigetreten sind. Gegenwärtig hätten 13 Staaten diese Voraussetzung erfüllt.

Mit dem Vertrag ist ein erstes rechtlich bindendes Abkommen für die nachhaltige Landwirtschaft und die weltweite Sicherung der Ernährung entstanden, das die Vertragsparteien verpflichtet

– pflanzengenetische Ressourcen für die Ernährung und Landwirtschaft zu erhalten,

– sie nachhaltig zu nutzen sowie

– die sich aus ihrer Nutzung ergebenden Vorteile zur Erreichung einer nachhaltigen Landwirtschaft und Ernährungssicherheit im Einklang mit dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt ausgewogen und gerecht aufzuteilen.

Somit verpflichtet der Vertrag dazu, einen integrierten Ansatz zur Forschung, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft zu fördern. Dazu zählt beispielsweise das Sammeln, Erfassen und Inventarisieren pflanzengenetischer Ressourcen und die damit verbundenen Informationen.

Die Vertragsparteien verpflichten sich auch, auf der Grundlage bestehender Informationssysteme zusammenzuarbeiten und ein globales Informationssystem zu entwickeln und auszubauen. Damit soll erreicht werden, dass die Vorteile der Forschung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetische Ressourcen allen Vertragspartnern für deren Landwirtschaft und Ernährung zu gute kommen.

Die im Vertrag angesprochenen pflanzengenetische Ressourcen umfassen alle genetischen Materialien pflanzlichen Ursprungs, die einen tatsächlichen oder potentiellen Wert für Ernährung und Landwirtschaft haben.

Links zum Thema Biodiversität.

Zuchtsauenhaltung wichtig für Standortvorteil

Themen: Archiv — info @ 09:02

Münster (LK). Die Zahl der Sauenhalter in Westfalen-Lippe dürfte sich mittelfristig bei 2.500 stabilisieren. Im Jahr 2001 gab es noch 6.750 Sauenhalter, teilt die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mit.

Die Sauenhaltung wandert offensichtlich immer mehr auf Betriebseinheiten und Regionen, die die erforderlichen strukturellen Voraussetzungen erfüllen. Erfreulicherweise ist es gelungen, den sich bis Mitte der 90er Jahre vollziehenden Abbau der Bestände zu stoppen. Seit 1996 ist die Zahl an Zuchtsauen in Westfalen-Lippe wieder etwas gestiegen. Dieser Prozess muss weiterhin gefördert werden, damit die in der Schweinehaltung gewonnenen Standortvorteile in Westfalen-Lippe erhalten und gesichert werden, teilt die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe mit. Vor allem der weitere Ausbau größerer Produktionseinheiten ist von Bedeutung.

Im Verlauf der 15 Jahre von 1986 bis 2001 ist die Zahl der Zuchtsauen im Kammergebiet um 124.000 gefallen. Das entspricht einem Rückgang um ein Fünftel. Gleichzeitig sank die Zahl der Zuchtsauenhalter von 22.570 auf 6.750. Jährlich geben etwa neun Prozent der Halter auf.

Vor allem kleinere Bestände werden geschlossen. Rückläufig ist die Sauenhaltung in Beständen mit weniger als 100 Sauen. Nur Haltungen mit mehr als 100 Zuchtsauen nehmen an Bedeutung zu. Ihr Anteil am gesamten Zuchtsauenbestand ist von 17 Prozent im Jahr 1986 auf 64 Prozent in 2001 gestiegen. Das Wachstum in diesen Beständen reicht aber nicht aus, die Produktionsaufgaben in den kleineren Beständen auszugleichen. Der durchschnittliche Sauenbestand der Betriebe mit mehr als 100 Tieren ist von 137 auf 179 gestiegen.

Regionaler Schwerpunkt der Sauenhaltung ist das Münsterland. Der Anteil der im Regierungsbezirk Münster gehaltenen Zuchtsauen am gesamten westfälisch-lippischen Sauenbestand hat sich von 57 Prozent auf 64 Prozent ausgedehnt. Die Aufbereitung nach Größenklassen zeigt deutliche strukturelle Unterschiede. Die schlechteste Struktur, d.h. den größten Anteil der kleineren Bestände am gesamten Sauenbestand, weisen die Kreise Herford, Höxter, Lippe und Minden-Lübbecke auf. Es ist davon auszugehen, dass in diesen Regionen auch in Zukunft die Zahl der Zuchtsauen rückläufig sein wird. In den meisten Kreisen des Münsterlandes konnte der durch die Aufgabe kleiner Sauenhaltungen entstehenden Bestandsabbau durch das Wachstum größerer Bestände weitgehend ausgeglichen werden.

Als Hochburgen der Zuchtsauenhaltung sind die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf anzusehen. Während Minden-Lübbecke 1986 noch eine vergleichsweise große Bedeutung hatte, ist bis 2001 hier eine erhebliche Reduzierung der Bestände vorgenommen worden. Auch in den Kreisen Gütersloh, Paderborn und Soest ist noch eine nennenswerte Zuchtsauenhaltung vorhanden, während sie in den anderen Kreisen von geringerer Bedeutung ist.

Links zum Thema Schweine, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

25. Februar 2003

Nutzung der Windenergie kann im Saarland kräftig gesteigert werden

Themen: Archiv,Saarland — info @ 16:02

Umweltminister Mörsdorf: ‚Auch bei 1000 Meter Abstand zu Ortslagen ist noch genug Platz für neue Windräder‘

Saarbrücken (agrar.de) – Die Nutzung der Windenergie im Saarland kann verfünffacht werden, ohne dass es zu massiven Konflikten mit dem Naturschutz und den berechtigten Interessen von Anwohnern kommt. Zu diesem Fazit kommt das Umweltministerium in einer Untersuchung, die Umweltminister Stefan Mörsdorf heute vorstellte. Ergebnis dieser Überlegungen ist insbesondere eine Karte, die konfliktarme Eignungsflächen für neue Windrotoren darstellt. Auf diesen Flächen können selbst bei vorsichtiger Schätzung 100 Megawatt Leistung installiert werden. Das wäre eine Verfünffachung dessen, was sich bisher an Windrädern im Saarland dreht und eine Verdopplung des Ziels, das Mörsdorfs Vor-Vorgänger Leonhardt anvisiert hatte. Dann könnten gut 2,5 Prozent statt aktuell rund 0,5 Prozent des Stromverbrauchs im Saarland mit Windkraft gedeckt werden.

‚Alle Eignungsflächen, die wir vorschlagen, sind mindestens 1.000 Meter von bebauten Ortslagen entfernt, liegen nicht in der Nähe von Aussiedlerhöfen und sind auch aus der Sicht des Natur- und Vogelschutzes unproblematisch‘, unterstrich Umweltminister Stefan Mörsdorf. ‚Damit zeigen wir einen Weg auf, wie wir die erneuerbare Energie Wind noch stärker nutzen können, ohne unsere reizvolle und liebgewonnene heimatliche Landschaft zu verspargeln‘, sagte der Minister.

‚Ich bin überzeugt, dass es auch im Interesse der Windparkbetreiber liegt, sich auf solche konfliktarme Flächen zu fokussieren. Sie mindern damit erheblich ihre Risiken, dass Projekte an dem Widerstand von Kommunalpolitikern und örtlichen Bürgerinitiativen scheitern oder verzögert werden. Der vorgesehene 1.000-Meter-Abstand zur Wohnbebauung wiederum ist großzügig bemessen, um den Sorgen von Nachbarn derartiger Anlagen Rechnung zu tragen. Und aus Rücksichtnahme gegenüber den berechtigten Forderungen des Naturschutzes haben wir alle Flächen ausgeklammert, die für Brut- und Zugvögel bedeutsam sind.‘

Grundlage für die Ausgliederung letzt genannter Flächen war unter anderem ein Gutachten, das die Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland in Frankfurt im Auftrag des Umweltministeriums erstellt hat.

Das Umweltministerium will mit Hilfe seines landesplanerischen Instrumentariums erreichen, dass außerhalb dieser Eignungsflächen keine Windkraftanlagen gebaut werden. Allerdings warnte Mörsdorf mit Blick auf örtliche Bürgerinitiativen gegen Windkraft vor überzogenen Erwartungen an die jetzt vorgelegte Karte: ‚Wir haben eine gewisse Bremsspur, was die derzeit geplanten und erst recht die bereits genehmigten Anlagen betrifft. Die Karte hat zunächst einmal nur Vorschlagscharakter und wird erst nach einer Anhörung in den Landesentwicklungsplan Umwelt eingearbeitet werden. Bis das soweit ist, gilt natürlich die bisherige Rechtslage.‘

Die neue Karte mit den nach Auffassung der saarländischen Landesplanung besonders konfliktarmen Eignungsflächen für den Bau von Windkraftanlagen steht ab heute allen Interessenten im Internet zur Verfügung. ‚Ich halte dies für ein besonders faires Verfahren, insbesondere den Windparkbetreibern, aber natürlich auch den Gemeinden zeitnah die gleichen Informationen zur Verfügung zu stellen‘, erläuterte Mörsdorf.

Links zum Thema Windenergie, Links zum Bundesland %url4%Saarland%/%.

Claas übernimmt Renault-Traktorensparte

Themen: Archiv — info @ 14:02

Harsewinkel (agrar.de) – Renault Agriculture wird ein neues Mitglied in der Claas-Gruppe. Gesellschafter und Management von Claas und Renault haben nach Informationen des Unternehmens aus Harsewinkel entsprechende Verträge in Paris unterzeichnet. Demnach wird Claas, vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden, zunächst 51 Prozent der Anteile, in zwei bis drei Jahren 80 Prozent der Anteile, an Renault Agriculture übernehmen.

Claas ist einer der führenden global agierenden Erntemaschinenspezialisten. Im Geschäftsjahr 2002 ist der Umsatz der Gruppe um mehr als 10 Prozent auf 1,27 Mrd. Euro gewachsen. Das Ergebnis vor Steuern stieg um fast 55 Prozent auf 55,8 Mio. Euro an. Claas beschäftigt ca. 6.100 Mitarbeiter und erreichte im Jahr 2002 nach eigenen Angaben in Deutschland einen Marktanteil von über 47 Prozent, in Westeuropa 37 Prozent.

Renault Agriculture zählt mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent zu den führenden Traktorenherstellern in Frankreich. Das Unternehmen erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 637 Mio. Euro. Der Traktorenhersteller beschäftigt ca. 2.100 Mitarbeiter, die im letzten Jahr rund 9.500 Traktoren herstellten.

Links zum Thema Landtechnik.

Über 1.000 Biobauern in Niedersachsen

Themen: Archiv — info @ 12:02

Hannover (agrar.de) – Die Biobauern Nr. 1.000, Nr. 1.001 und Nr. 1.002 meldete jetzt offiziell die für die Bioverordnung zuständige niedersächsische Kontrollbehörde, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Damit habe sich während der Amtszeit von Landwirtschaftsminister Uwe Bartels die Zahl der Biobetriebe nahezu verdoppelt. Ende 1998 habe es in Niedersachsen 562 Biobauern mit 25.000 Hektar Fläche gegeben, jetzt seien es 1.002 mit 51.525 Hektar.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Niedersachsen.

NRO: Entwurf für WTO-Agrarabkommen einhellig abgelehnt

Themen: Archiv — info @ 11:02

71 Nichtregierungsorganisationen aus 30 Ländern erteilen ‚Harbinson-Vorschlag‘ eine Absage

Genf/Bonn (agrar.de) – Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt haben den ersten Entwurf für ein überarbeitetes Agrarabkommen der Welthandelsorganisation WTO abgelehnt. Die Delegierten von 71 Nichtregierungsorganisationen (NRO) aus 30 Ländern hatten mit WTO-Experten in Genf über den sogenannten Harbinson-Vorschlag beraten.

Der nach dem Vorsitzenden des WTO-Landwirtschaftskomitees, Stuart Harbinson, Entwurf des überarbeiteten WTO-Agrarabkommens wurde nach Angaben der Bonner Nord-Süd-Initiative Germanwatch von den NRO – darunter 28 Organisationen aus ‚Entwicklungsländern‘ – einstimmig abgelehnt. Zu dem Hearing ‚Farmers, Food and Trade – A Hearing on the Review of the WTO Agriculture Agreement‘ hatten der EED (Evangelischer Entwicklungsdienst), Germanwatch, CIDSE (Coopération Internationale pour le Développement et la Solidarité), Weltkirchenrat und IATP (Institute for Agriculture and Trade Policy ) eingeladen.

Das kritisierte ‚Harbinson-Papier‘ werde in dieser Woche, vom 24. – 28. Februar, erstmals im WTO-Landwirtschaftskomitee diskutiert, teilt Germanwatch mit. Schon Ende März solle der neue Agrarvertrag vom Landwirtschaftskomitee verabschiedet und dann im September der WTO-Ministerkonferenz in Cancun vorgelegt werden.

‚Auch mit dem Harbinson-Papier werden die Weltmarktpreise weiterhin durch Dumping künstlich gesenkt, d.h. die Industriestaaten dürfen weiterhin unter ihren Selbstkosten Agarprodukte exportieren – dadurch werden Bauern weltweit massiv gefährdet. Zum Beispiel werden die besonders schädlichen Exportsubventionen um bis zu 9 Jahre verlängert und bei der internen Unterstützung bleibt es bei einer bloßen Umschichtung der Subventionen ohne Deckelung. Entwicklungsländer müssen darüber hinaus ihre Zölle um bis zu 40 Prozent senken, selbst bei strategisch wichtigen Produkten um mindestens 10 Prozent‘, erklärte Rudolf Buntzel-Cano, Vorstandsmitglied bei Germanwatch.

Grundsätzliche Kritik gilt auch dem Agro-Business. Der Agrarhandel sei in der Hand einiger weniger transnationaler Unternehmen in der Agrar- und Ernährungsindustrie, die die Verkaufspreise der von Kleinbauern produzierten Lebensmittel drückten. Sie seien die Gewinner des jetzigen Agrarabkommens. ‚Die Marktkonzentration und Marktmacht des Agro-Business muss bei den Agrarverhandlungen thematisiert werden. Dies war die einhellige Meinung aller anwesenden Organisationen‘, sagte Rainer Engels von Germanwatch.

‚Die Stimme der Zivilgesellschaft ist ein deutliches Signal an die Unterhändler der WTO-Agrarverhandlungen: Keine WTO-Agrarverhandlungen ohne uns, kein WTO-Agrarvertrag, der Ernährungssicherheit missachtet und ausschließlich auf einem produktivistischen Ansatz basiert‘, so Marita Wiggerthale, Referentin bei Germanwatch. Das Hearing sei ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer massiven Mobilisierung von NRO und sozialen Bewegungen in Nord und Süd gegen das ’neoliberale Dogma der WTO im Agrarbereich und ihrer Ausrichtung an den Interessen des internationalen Agro-Business‘.

Links zum Thema Landwirtschaft international.

Welt-Wasser-Bericht 2003 der UNO erschienen

Themen: Archiv — info @ 11:02

Bonn (agrar.de) – Anlässlich des Internationalen Jahres des Süßwassers stellt die UNESCO erstmals einen ‚Welt-Wasser-Entwicklungsbericht‘ vor. Er wurde im Auftrag des Welt-Wasser-Abschätzungsprogramms der Vereinten Nationen (World Water Assessment Programme, WWAP) ausgearbeitet und gibt Aufschluss über die aktuelle Situation der Wasserreserven der Erde.

‚Am Beginn des 21. Jahrhunderts steht die Erde … vor einer ernsthaften Wasserkrise. … (Es) ist eine Krise des Wassermanagements, verursacht im wesentlichen durch unsere falsche Bewirtschaftung von Wasser. Die wirkliche Tragödie bilden jedoch ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben armer Menschen‘, so beginnt die Zusammenfassung des Welt-Wasser-Entwicklungsberichtes, dessen deutsche Version am Aschermittwoch in Bonn vorgestellt wird.

Unter Federführung der UNESCO haben 23 UN-Agenturen, darunter FAO, WHO, UNICEF, UNEP, UNDP und Weltbank erstmals einen Welt-Wasser-Bericht erstellt. Er bietet einen weltweiten Überblick über die Wasserreserven der Erde. Neben Zahlen und Fakten zur Situation der Süßwasserressourcen behandelt der Bericht elf ‚Aufgaben zur Sicherung von Leben und Wohlergehen‘ – vom Recht auf Gesundheit und dem Bedarf in Großstädten über die Förderung einer sauberen Industrie und den Ausbau der Energieerzeugung bis hin zu Managementaufgaben der Risikominderung und einer ‚klugen Wasserordnungspolitik zu Gunsten nachhaltiger Entwicklung‘. In sieben repräsentativen Fallstudien aus Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika werden die mit der Wasserbewirtschaftung verbundenen Probleme skizziert. Der Bericht erscheint alle drei Jahre.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat 2003 zum ‚Internationalen Jahr des Süßwassers‘ erklärt. Ziele des internationalen Jahres sind eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung und der Schutz der Trinkwasservorräte. Die Mitgliedstaaten der UNO und Nichtregierungsorganisationen sind dazu aufgerufen, mit eigenen Beiträgen und Aufklärungskampagnen für einen umsichtigeren Umgang mit dem Lebensquell Wasser zu werben. Die UNESCO, die das Jahr des Süßwassers 2003 federführend begleitet, hat im Rahmen ihres Internationalen Hydrologischen Programms (IHP) die Mitgliedstaaten aufgerufen, durch eigene Veranstaltungen die Inhalte des UNO-Jahres national zu verbreiten und das Verständnis für die Probleme der Wasserbewirtschaftung zu fördern.

70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch nur 2,5 Prozent davon ist Süßwasser. Es ist unersetzbar für die Nahrungsmittelerzeugung und als Energiequelle. Sauberes Wasser ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme und für die Gesundheit des Menschen. Aber die Wasservorräte sind begrenzt und ungleich verteilt. Während in den reichen Industriestaaten Wasser verschwendet wird, bringt das Bevölkerungswachstum in den trockenen Gebieten der Erde – im Nahen Osten, in Nordafrika und Südasien – akute Wasserknappheit mit sich. Eine einzige Toilettenspülung in den Industrieländern verbraucht so viel Wasser, wie eine Person in einem Entwicklungsland pro Tag für Waschen, Trinken und Kochen zur Verfügung hat.

40 Prozent der Weltbevölkerung verfügen nicht über eine adäquate Abwasserentsorgung. Täglich sterben 6.000 Kinder an Krankheiten, die durch unsauberes Wasser übertragen werden. Verschmutztes Trinkwasser und mangelhafte Abwasserentsorgung sind die Ursache für 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern. 1,1 Milliarden Menschen, etwa ein Sechstel der Weltbevölkerung, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.

Der UN-Millenniumsgipfel von 2000 formulierte daher das Ziel, bis 2015 die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, zu halbieren. Um weiteren 1,6 Milliarden Menschen Zugang zum Wasser zu ermöglichen und für zwei Milliarden Menschen eine deutlich verbesserte Abwasserentsorgung und Hygienesituation aufzubauen, sind 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr erforderlich. Das entspricht einer Verdopplung der derzeitigen globalen Investitionen. Auch damit wäre jedoch nur ein Teil der Probleme zu lösen.

Zusätzliche Investitionen sind angesichts der Folgeschäden von Naturkatastrophen und unzuläng-lichen Wirtschaftsweisen erforderlich. In den Entwicklungsländern versickern 90 Prozent der Abwässer ungeklärt oder werden in Flüsse, Seen und Meere geleitet. 50 Prozent des Trinkwassers gehen durch Lecks in den Leitungen, durch illegale Entnahmen oder Verschmutzung verloren. In der Landwirtschaft liegt der Verlust bei circa 60 Prozent. Die benötigte globale Investition für jede Art wasserbezogener Infrastruktur beläuft sich auf insgesamt 180 Milliarden US-Dollar jährlich. Die laufenden Ausgaben hierzu liegen derzeit bei 70 bis 80 Milliarden Dollar pro Jahr.

Die deutsche Übersetzung der Zusammenfassung (Executive Summary) gibt einen Überblick über die wichtigsten Aussagen des Welt-Wasser-Entwicklungsberichts. Bezug: UNO-Verlag GmbH, Am Hofgarten 10, 53113 Bonn, Fax: 0228-94902-22, E-Mail.

Die englische Originalfassung ‚The United Nations World Water Development Report‘ ist ebenfalls über den UNO-Verlag zu beziehen. Weitere Informationen über internationale Aktivitäten zum Jahr des Süßwassers auf der Website der UNESCO und auf dem %url4%Wasserportal%/% des IHP.

Informationen zum Jahr des Süßwassers in Deutschland: Karl Hofius (Tel. 0261-1306- 5313) und Gerhard Strigel, (Tel. 0261-13065-421), beide IHP- Nationalkomitee, %url5%Bundesanstalt für Gewässerkunde%/%, Koblenz.

Links zum Thema %url6%Wasser%/%.

DRV: Kein Pfand auf Einweg-Getränkeverpackungen für Milch

Themen: Archiv — info @ 10:02

Hygienisch bedenklich und neue Verunsicherung in Sicht

Bonn (agrar.de) – In den Eckpunkten für eine Novelle der Verpackungsverordnung ist für alle Einweg-Getränkeverpackungen, mit Ausnahme von ökologisch vorteilhaften Verpackungen wie Kartons und Schlauchbeutel für Milch, eine Pfandpflicht vorgesehen. Die genossenschaftliche Milchwirtschaft lehnt diese Pläne entschieden ab.

In einem Brief an Bundesumweltminister Jürgen Trittin und die Länderminister erläutert der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Manfred Nüssel, die fatalen Folgen dieses Vorhabens. Danach wären jährlich mehrere hundert Millionen Kunststoffbecher und Einweg-Flaschen von der geplanten Bepfandung für Milch und Milcherzeugnisse betroffen. ‚Die Vielfalt des Produktsortiments erschwert die klare Abgrenzung zwischen den dem Getränkebereich zuzuordnenden, künftig pfandpflichtigen Erzeugnissen und den weiterhin pfandfreien Milchprodukten‘, so Nüssel. Eine eindeutige Grenzziehung wäre auch künftig angesichts des Innovationstempos in der Branche immer wieder neu vorzunehmen. Der DRV-Präsident befürchtet, dass die Verbraucherakzeptanz für Milch und Milchprodukte durch eine aus der Verpackungsverordnung resultierende Verunsicherung abnehmen wird.

Nüssel kritisiert, dass der Aufbau von Rücknahmesystemen für gebrauchte Becher und Einweg-Flaschen auf hygienische Probleme stößt und auch unter diesem Gesichtspunkt zu mangelnder Akzeptanz beim Verbraucher und Handel führen wird. Einweg-Verpackungen für Milch und Milcherzeugnisse werden haushaltsnah entsorgt und stellen einen beträchtlichen Anteil am Sammelaufkommen des Dualen Systems. Damit sind sie auch ein wesentliches Element in der Kostenkalkulation des Grünen Punkts. Eine Bepfandung von Milch-Einwegverpackungen würde die Verbraucher über dann voraussichtlich höhere Gebühren für den Grünen Punkt zusätzlich treffen.

Nüssel fordert für die Milchwirtschaft eine Änderung der Verpackungsverordnung und eine generelle Freistellung von Milch und Milcherzeugnissen von der Pfandpflicht für Einweg-Verpackungen.

Links zum Thema Milchwirtschaft.

24. Februar 2003

Exakte Flächendaten mit dem “ BayernViewer-agrar „

Miller stellte ressortübergreifendes Online-Projekt vor

München (agrar.de) – Immer komfortabler wird für die bayerischen Landwirte die Förderabwicklung über Internet mit dem ‚Mehrfachantrag–Online‚. Landwirtschaftsminister Josef Miller stellte das neue eGovernment-Projekt, das erstmals ressortübergreifend von drei bayerischen Verwaltungen gemeinsam realisiert wird, bei der Eröffnung der Agrar-Computertage 2003 in München vor. Danach können die Landwirte von sofort an mit dem ‚BayernViewer-agrar‘ der Vermessungsverwaltung die Größe ihrer Feldstücke für den Antrag exakt ermitteln und die bewirtschafteten Flächen visualisieren. Die zugrunde liegenden Geobasisdaten wie digitale Photos und Flurkarten werden wöchentlich aktualisiert.

Darüber hinaus soll ab 1. April in einem Pilotvorhaben bei 150 landwirtschaftlichen Betrieben die elektronische Unterschrift getestet werden. Hierfür stellt die Steuerverwaltung die Infrastruktur ihres Projekts ELSTER (Elektronische Steuererklärung) bereit. Im Rahmen der Steuererklärung erproben Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit Partnern aus dem Bankenbereich und der Datev derzeit die Einbindung der elektronischen Unterschrift. Ziel ist eine Multifunktionskarte, die der Bürger unterschiedlich nutzen kann. Die Partner der Wirtschaft liefern die signaturfähigen SmartCards.

Der ‚Mehrfachantrag–Online‘ steht den bayerischen Bauern seit April letzten Jahres zur Verfügung. Er lässt sich als Sammelantrag für Agrarförderprogramme wie Ausgleichszulage, Kulturlandschaftsprogramm und Tierprämien mit einer einmaligen Dateneingabe erstellen. Eine automatische Kontrolle auf Plausibilität hilft, Fehler zu vermeiden. Der Online-Antrag bringt laut Miller entscheidende Vorteile: Die Landwirte sparen Arbeitszeit, die Landwirtschaftsämter können die Anträge schneller bearbeiten und haben mehr Zeit für Beratungen.

Links zum Thema Feldblockfinder,
Links zum Bundesland Bayern.

Pachtspiegel.de – Datensammlung zu Pachtpreisen und Kaufwerten landwirtschaftlicher Flächen nach Bundesländern

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