Freising (agrar.de) – Nach der heutigen Bundestagsdebatte zum Novellierungsbedarf des EEG äußerten sich die Vertreter der Biogasbranche enttäuscht über den aktuellen Stand der Diskussion. ‘Die dringend notwendige Anpassung der Vergütungssätze für kleinere Biogasanlagen findet in der Debatte kaum Berücksichtigung’ sagt Josef Pellmeyer, Präsident des Fachverbandes Biogas, ‘zwar stimmen alle darüber ein, dass Biomasse und Biogas das größte noch nutzbare Potential an Regenerativen Energien erschließen könnten – getan wird aber nichts’ ergänzt der Biogasanlagenbetreiber.
Mit dem EEG wurde eine wichtige Grundlage für den Ausbau der Biogasnutzung in Deutschland gelegt. Im vergangenen Jahr stellte der Erfahrungsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums zum EEG jedoch fest, dass Biogasanlagen mit einer installierten Leistung von weniger als 200 Kilowattstunden elektrischer Leistung unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind.
Dies wurde ebenfalls durch eine vom Bundesverband Bioenergie (BBE) in Auftrag gegebenen Studie, belegt. Aus dieser Studie geht auch hervor, dass die Substratkosten der entscheidende Faktor für die Wirtschaftlichkeit der Biogasanlagen sind. ‘Das Potential für die Biogasnutzung liegt in den rein landwirtschaftlichen Produkten’, erläutert Josef Pellmeyer, wenn wir das Gesamtpotential des Biostroms aus Biogas ermitteln, sehen wir, dass 75 Prozent dieses Potentials aus Gülle, Mist und Energiepflanzen kommt. Die 25 Prozent, die aus der Vergärung von Abfällen gewonnen werden können, sind jedoch in vielen Regionen bereits ausgeschöpft’, ergänzt der Landwirt aus Freising.
Egal wie groß eine Biogasanlage ist, der Anbau von Energiepflanzen kostet Geld – dies wird in den derzeit gültigen Vergütungssätzen nicht berücksichtigt. Soll dieses Potential wirklich ausgenutzt werden, müssen solche Anlagen für Ihren Biostrom deutlich angehobene Vergütungssätze erhalten. Der Fachverband Biogas hat dies bereits durch unabhängige Gutachter prüfen lassen. Anhand dieser Daten wurde eine notwendige Vergütungsanpassung von zusätzlichen 8 Cent pro Kilowattstunde Biostrom für Biogasanlagen, die ausschließlich Gülle und Energiepflanzen einsetzen und über eine installierte elektrische Leistung von 100 Kilowatt verfügen, ermittelt.
‘Wir gingen davon aus, das mit Biogasanlagen langfristig Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen geschaffen werden können’, erläutert Markus Ott, Vizepräsident des Fachverbandes Biogas die aktuelle Situation der Branche ‘jetzt müssen wir feststellen, dass die meist jungen Firmen Mitarbeiter entlassen müssen, weil der Biogasmarkt weggebrochen ist. Nachdem im Jahr 2000 noch rund 700 Anlagen gebaut wurden waren es im vergangenen Jahr nur noch 150, ob wir diese Zahl im laufenden Jahr überhaupt erreichen, ist fraglich’, analysiert der Diplomchemiker weiter.
Von dieser Entwicklung sind auch regionale Handwerkersbetriebe, die die Anlagen warten, und natürlich die Landwirte selbst betroffen. ‘Wenn die Vergütungssätze nicht sehr bald angepasst werden, hat das EEG wohl im Biogasbereich nur für ein Strohfeuer, aber nicht für die Verwirklichung der Vision vom Landwirt als Energiewirt gereicht’, ergänzt Josef Pellmeyer regsigniert.
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