06. Februar 2003

In Deutschland wird weniger Rindfleisch erzeugt

Themen: Archiv,Rinder,Statistik — info @ 14:02

Bruttoeigenerzeugung wird für 2003 auf 4,69 Millionen Stück geschätzt – Verbrauch soll weiter steigen

Hannover (agrar.de) – Ob für Rouladen, Frikadellen oder Würstchen – Die deutsche Bruttoeigenerzeugung von Rindfleisch soll in 2003 wieder zurückgehen. Der niedersächsische Landvolk-Pressedienst zitiert eine Analyse des zuständigen Sachverständigenausschusses beim Bundeslandwirtschaftsministerium zu den Ergebnissen der jüngsten Viehzählung. Demnach soll die Bruttoeigen-erzeugung von Rindern und Kälbern aufgrund der Bestandsentwicklung in diesem Jahr knapp 1,33 Millionen Tonnen (t) oder 4,69 Millionen Stück betragen, das wären 2,8 Prozent weniger als in 2002. Damals erreichte die Produktion ein Niveau von 4,82 Millionen Stück und konnte sich damit gegenüber 2001, das den bisherigen Tiefpunkt der Produktion markierte, um 1,35 Prozent verbessern. Im Durchschnitt der Jahre 1996 bis 2001 hatten die deutschen Mäster dagegen jeweils noch knapp 5,6 Millionen Rinder und Kälber erzeugt.

Nach den vorläufigen Ergebnissen der Viehzählung vom November wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 13,7 Millionen Rinder gehalten, das waren 3,7 Prozent weniger als in 2001. Besonders deutlich nahm dabei die Zahl der männlichen Tiere im Alter ab sechs Monaten ab, und zwar um 5,1 Prozent auf 2,27 Millionen Tiere. Ähnlich stark, nämlich um 4,7 Prozent auf 671.400 Stück, reduzierten die Mutterkuhhalter ihre Herden. Dagegen sank die Zahl der Milchkühe um 2,4 Prozent auf knapp 4,4 Millionen. Dabei verkleinerten die Rinderhalter in allen Bundesländern mit Ausnahme des Saarlandes ihre Herden, am stärksten jedoch in Niedersachsen, Brandenburg, Hessen und Bayern, wo jeweils Minusraten zwischen 5,0 Prozent und 4,1 Prozent registriert wurden.

Vor allem in Niedersachsen, wo mit knapp 2,77 Millionen Rindern etwa ein Fünftel des gesamten deutschen Bestandes gehalten wird, trennten sich viele Milchvieh- und Mutterkuhhalter von ihren Tieren. So nahm die Zahl der Mutterkühe zwischen Ems und Elbe um 9,1 Prozent auf 79.354 ab, die der Milchkühe sank um 4,4 Prozent auf 766.563. Jetzt hoffen die Erzeuger, dass sich die abzeichnende Stabilität auf dem Rindfleischmarkt auch positiv auf die Erzeugerpreise auswirkt und das in 2002 erreichte Preisniveau zumindest gehalten werden kann. Die Experten des Sachverständigenausschusses halten bei gleichbleibenden Verbraucherpreisen zumindest eine Steigerung des Gesamtverbrauchs um drei Prozent auf 1,1 Millionen t für möglich.

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Ökologische Landwirtschaft: EU-Kommission bittet die Verbraucher um ihre Meinung

Themen: Archiv — info @ 12:02

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat heute eine Internet-Konsultation über die Zukunft der ökologischen Landwirtschaft gestartet. Auf der Grundlage eines Arbeitspapiers, in dem die Möglichkeit eines Europäischen Aktionsplans für ökologisch erzeugte Lebensmittel und den ökologischen Landbau analysiert wird, haben die Verbraucher die Gelegenheit, ihre Meinung zu äußern im Hinblick auf Fragen wie:

– Wie stellen wir sicher, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) die Entwicklung des ökologischen Landbaus und die Rückverfolgbarkeit und Echtheit von ökologisch erzeugten Lebensmitteln unterstützt?

– Wie können wir die Verwendung des Gemeinschaftsemblems für die ökologische Landwirtschaft fördern?

Das Arbeitspapier enthält eine Reihe von Ideen für einen künftigen Aktionsplan und zielt außerdem darauf ab, die Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft in der EU zu beschreiben und zu analysieren, wo in der Erzeugung und Vermarktung noch Engpässe bestehen. Auf der Grundlage der online eingehenden Informationen und der anschließenden Diskussionen mit Mitgliedstaaten und anderen interessierten Parteien wird die Kommission vor Ende 2003 Vorschläge für einen Aktionsplan vorlegen.

‚Die ökologische Landwirtschaft liegt vielen Verbrauchern am Herzen. Diese Online-Konsultation gibt ihnen die Möglichkeit, mit ihrer Meinung zu einem künftigen Aktionsplan für die ökologische Erzeugung beizutragen, und ist gleichzeitig ein weiterer Schritt hin zu einer transparenteren und verbraucherfreundlicheren Gemeinsamen Agrarpolitik‘, so Franz Fischler, für Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raums und Fischerei zuständiges Mitglied der Kommission.

Das sechste Umweltaktionsprogramm der Gemeinschaft, die beim Gipfel von Göteborg dargelegte Strategie für die nachhaltige Entwicklung und die Strategie zur Einbeziehung von Umweltbelangen des Agrarrats unterstreichen allesamt die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft, deren positiven Beitrag zum Umweltschutz und die Notwendigkeit der Unterstützung u.a. durch die GAP. Die in dem Arbeitspapier hervorgehobenen Hauptelemente sind daher:

– Entwicklung und Vereinfachung verschiedener Systeme für den Verkauf ökologischer Erzeugnisse;

– Ökologische Landwirtschaft in Gebieten mit empfindlicher Umwelt;

– Förderung des Austausches technischer Informationen unter den Landwirten;

– Gewährleistung, dass die GAP die Entwicklung des ökologischen Landbaus unterstützt;

– Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit und Echtheit ökologischer Lebensmittel;

– Verstärkte Anwendung des EU-Emblems;

– Gewährung von Zugang zu Informationen hinsichtlich zusätzlicher Prüfanforderungen falls diese bestehen;

– Harmonisierung von Test- und Kontrollverfahren, Überwachung und Akkreditierung zusammen mit der Gewährleistung einer effizienten Zusammenarbeit zwischen allen am Prüfsystem beteiligten Parteien, einschließlich der Gemeinschaftskontrollen;

– Umsetzung geeigneter Standardverfahren um sicherzustellen, dass eingeführte Erzeugnisse sowohl den fairen Wettbewerb mit EU-Erzeugnissen als auch die Verpflichtungen der EU gegenüber Entwicklungsländern einhalten;

– Einrichtung einer Stelle für unabhängige, hochqualifizierte und transparente Stellungnahmen zu der Frage welche Erzeugungsmethoden, Substanzen usw. akzeptiert werden können, um die Übereinstimmung mit den Prinzipien der ökologischen Landwirtschaft zu gewährleisten;

– Regelmäßigere Sammlung und Übermittlung offizieller statistischer Daten über Erzeugung, Verbrauch und Handel (EU Aus- und Einfuhren);

– Wirksame Finanzierung von Forschung im Bereich der ökologischen Landwirtschaft im Hinblick auf Lebensmittelsicherheit und Qualität, einschließlich Erweiterung der Forschung zur Entwicklung neuer Produkte und Verarbeitungsmethoden zum Ausbau der umweltbezogenen Nachhaltigkeit ökologischer Erzeugungsverfahren sowie Vergleichsstudien zwischen ökologischen und herkömmlichen Lebensmitteln.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Online-Konsultation wird im Sommer 2003 online veröffentlicht. Die Kommission wird den endgültigen Aktionsplan Ende des Jahres vorlegen. Bis zum 16. März 2003 können von den Verbrauchern Reaktionen und Ideen eingebracht werden.

Einsicht in das Arbeitspapier und Teilnahme an der Umfrage sind hier möglich.

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Mecklenburg-Vorpommern: Ausbilder in den grünen Berufen werden beraten

Themen: Archiv — info @ 12:02

Backhaus: Unternehmen müssen sich um Nachwuchs kümmern

Schwerin (agrar.de) – Die betrieblichen Ausbilder in den Berufen Landwirt, Tierwirt, Gärtner, Fischwirt, Pferdewirt und Hauswirtschaft können sich über aktuelle agrarpolitische Rahmenbedingungen und das vergangene Ausbildungsjahr informieren. Entsprechende Veranstaltungen werden gegenwärtig an den Schulstandorten in Güstrow, Zierow und Neubrandenburg gemeinsam mit dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, den Schulleitern der beiden Fachschulen und der Beruflichen Schule sowie mit den Mitarbeiterinnen des Programms Externes Ausbildungsmanagement (EXAM) durchgeführt. Ziel ist der Informationsaustausch über Bildungsfragen sowie aktuelle Entwicklungen in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wird das vergangene Ausbildungsjahr ausgewertet und werden Schlussfolgerungen für die künftige Ausbildung vereinbart.

‚Die Ausbildung junger Menschen in den grünen Berufen ist eine wesentliche Grundlage für den Nachwuchs in den Betrieben‘, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD). Im vergangenen Jahr war die Zahl der Jugendlichen, die eine Ausbildung zum Landwirt begonnen hatten, auf 285 gegenüber durchschnittlich 232 in den Jahren 1999 bis 2001 gestiegen, doch fehlten noch immer Auszubildende. Hoher Bedarf an Nachwuchskräften bestehe auch im Bereich der Forstwirtschaft.

Gerade im Hinblick sinkender Zahlen bei den Schulabgängern sei es wichtig, für eine Ausbildung in diesen Branchen zu werben, so der Minister. Sind es heute noch rund 28 000 Schüler, die sich um eine Lehrstelle bewerben, stehen ab 2007 nur noch 20 000 Schulabgänger zur Verfügung. Bis 2010 sinkt die Zahl auf 14 000. Vor diesem Hintergrund sollen zusammen mit Ausbildungsberatern, den EXAM-Mitarbeiterinnen sowie den berufständischen Verbänden Jugendliche für eine Ausbildung in der Agrarwirtschaft gewonnen werden.

‚Es ist schwierig, motivierte und geeignete junge Leute zu finden‘, nennt Minister Backhaus ein Problem. Vielfach fehlten den Auszubildenden elementare Grundkenntnisse der allgemeinbildenden Schulen. Dennoch schlossen im vergangenen Jahr 22,5 Prozent der Auszubildenden im Beruf Landwirt ihre Ausbildung mit guten oder sehr guten Noten ab. Rund die Hälfte der Jungfacharbeiter bleibt in der praktischen landwirtschaftlichen Tätigkeit, 11 Prozent setzen ihre Ausbildung im Rahmen der Fortbildung fort.

Seit Anfang dieses Monats ist im Landwirtschaftsministerium wieder die Broschüre ‚Berufsausbildung in der Landwirtschaft‘ erhältlich, die über die Ausbildung zum Landwirt, Pferdewirt, Tierwirt, Forstwirt, Fischwirt, Gärtner, Molkereifachmann und Milchwirtschaftliche Laborantin informiert.

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WTO veröffentlicht internationale Handelsstatistiken

Themen: Archiv — info @ 11:02

Welthandelsorganisation bietet kompletten Bericht zum Download an

Bonn (agrar.de) – Die internationalen Handelsstatistiken 2002 sind jetzt auf der Website der Welthandelsorganisation WTO abrufbar. Der Bericht ‚International trade statistics 2002“ kann im PDF-Format komplett oder kapitelweise herunter geladen werden.

Der Bericht ‚International trade statistics 2002‘ macht aktuelle, umfangreiche und vergleichbare Statistiken über Handel und Dienstleistungen verfügbar. Die statistischen Daten sind nach Land, Region und Hauptproduktgruppen bzw. wichtigen Dienstleistungen gegliedert. Rund 250 Tabellen und Schaubilder veranschaulichen die internationalen Handelsflüsse z.B. von Agrarprodukten.

Im ‚Überblick‘ der Berichts hat die Welthandelsorganisation die wichtigsten Entwicklungen im Welthandel kompakt zusammen gefasst und erläutert. Ins Detail gehende Statistiken sind im Anhang des Berichts dokumentiert. Der Bericht kann gegen Gebühr auch in Papierform oder auf CD-ROM bestellt werden.

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Flath: Umweltsituation im Freistaat hat sich deutlich verbessert

Themen: Archiv — info @ 11:02

Dresden (agrar.de) – Die Umweltsituation in Sachsen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Vor allem bei der Reinhaltung der Luft und der Gewässer seien bahnbrechende Erfolge erzielt worden, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath anlässlich der Vorstellung des Umweltberichtes 2002. Flath warnte aber gleichzeitig vor wachsenden Umweltschäden durch den Verkehr. ‚Die verkehrsbedingte Umweltbelastung und damit auch die Gesundheitsgefährdung für die Menschen gering zu halten, wird eine der größten Herausforderungen für die nächsten Jahre sein‘, sagte Flath am Dienstag, 4. Februar, in Dresden.

Der Umweltbericht 2002 beschreibt auf Basis aktueller und vergleichbarer Umweltindikatoren den momentanen Zustand der Umweltmedien Boden, Wasser, Luft sowie Natur und Landschaft. Er wird einmal in der Legislaturperiode als schriftlicher Bericht herausgegeben. Die Wiederbelebung der Flüsse bezeichnete Flath als ein Paradebeispiel für erfolgreiche Umweltpolitik. Waren 1991 die Hälfte der sächsischen Hauptfließgewässer stark bis übermäßig verschmutzt und damit teilweise biologisch tot, beträgt der Anteil heute lediglich noch 0,4 Prozent. Die Schwermetallbelastung insbesondere durch Quecksilber, Blei und Cadmium ging ebenfalls zurück.

‚War früher die Gewässergüte ein Problem, ist es heute die Gewässerstruktur‘, sagte Flath. Laut Umweltbericht können gegenwärtig lediglich 30 Prozent der Flüsse als naturnah bezeichnet werden. Nicht zuletzt aus Hochwasserschutzgründen müsse hier Abhilfe geschaffen werden, so Flath. Deutliche Fortschritte gab es bei der Luftreinhaltung. So sank beispielsweise die Schwefeldioxidbelastung seit Anfang der neunziger Jahre um 94 Prozent auf 42.000 Tonnen im Jahr 2000. Bei den Luftschadstoffen Benzol, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid können die ab dem Jahr 2010 geltenden schärferen EU-Grenzwerte bereits heu-te sicher eingehalten werden. Grenzwertüberschreitungen gibt es jedoch stellenweise bei Stickoxiden und Feinstaub. Ein Problem, das in den nächsten Jahren nach Ansicht von Flath größer wird. Schuld ist das steigende Verkehrsaufkommen, das derzeit ‚drängenste Umweltproblem‘, wie Flath erklärte. Heute schon verbraucht der Verkehr 30 Prozent der sächsischen Endenergie, verursacht bei Stickoxiden und bei flüchtigen organischen Verbindungen 58 Prozent und bei Kohlenmonoxid 67 Prozent der landesweiten Emissionen. Darüber hinaus erzeugt er neben den klassichen Luftschadstoffen auch krebserregendes Benzol und gesundheitsgefährdende Feinstäube. ‚Die durch den Verkehr verursachten Umweltprobleme werden noch zunehmen‘, sagte Flath. Prognosen zufolge wird sich in Sachsen das Güterverkehrsaufkommen bis 2015 verdoppeln, der Straßenverkehr wird bis 2030 um 30 Prozent zulegen. Dem Umweltbericht zufolge hat sich die Situation in der Vogelwelt erfreulich entwickelt. Während noch Mitte der 80er Jahre ein Artenrückgang zu beklagen war, setzte Mitte der 90er Jahre eine positive Entwicklung ein. Seitdem steigt die Zahl einiger Arten wie beispielsweise bei Kranich, Rotmilan, Seeadler, Weiß- und Schwarzstorch wieder an. Die Gründe sind vor allem in einer Verbesserung der Lebensraum- und Nahrungsangebote sowie im allgemeinen Rückgang der Umweltverschmutzung und im strikten Vogelschutz zu sehen. Für die übrigen Wirbeltiere zeichnet sich dagegen keine grundlegende Trendwende ab. Noch immer stehen die Hälfte der Wirbeltierarten auf der Roten Liste. Bei den Pflanzen hat sich die Situation verschlechtert. Die Zahl der gefährdeten Farn- und Samenpflanzen stieg von 1991 bis 1999 um fünf auf 50 Prozent. Flath will in erster Linie durch eine kooperative Zusammenarbeit mit den Landnutzern und -eigentümern den Artenrückgang stoppen.

Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, hält der fortschreitende Bodenverlust weiter an. Von 1996 bis 2000 verschwanden 120 Quadratkilometer Boden unter Asphalt und Beton. Das entspricht einem täglichen Flächenverlust von 15 Fußballfeldern Boden. Demgegenüber haben sich erosionsmindernde Anbauverfahren in der Landwirtschaft immer stärker durchgesetzt. So wird derzeit auf über 150.000 Hektar, das sind 21 Prozent der Ackerfläche, bodenschonender Mulchsaatanbau betrieben. Das komme auch dem Hochwasserschutz zu gute, wie Flath erklärte. Der Umweltbericht 2002 kann kostenlos bestellt werden bei: Zentraler Broschürenversand, Tel.: 0351-21036 -71 oder -72.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Sachsen.

Fleischkonsum: Mehr vom Rind – aber weniger Schweinefleisch

Themen: Archiv — info @ 11:02

Hannover (agrar.de) – Der Fleischverbrauch in Deutschland hat sich im Jahr 2002 stabilisiert, nachdem im Jahr zuvor ein ungewöhnlich starker Einbruch zu verzeichnen war. Wie der niedersächsische Landvolkverband mitteilt, lag der Gesamtverbrauch mit 88,7 kg pro Kopf der Bevölkerung in etwa auf dem Niveau von vor über 20 Jahren. 2001 wurden 88,3 kg verbraucht gegenüber 90,7 kg im Jahr 2000. Zum Vergleich: 1987 lag der Verbrauch noch bei 104,1 kg pro Kopf der Bevölkerung und 1988 waren es sogar 104,6 kg.

Gewinner war im Jahr 2002 das Rind- und Kalbfleisch. Infolge der BSE-Problematik war der Absatz in 2001 auf nur noch 10,3 kg pro Kopf gesunken, im vergangenen Jahr stieg aber der Verbrauch wieder auf 12,7 kg pro Kopf. In den Jahren des Fleisch-Booms Ende der 80er Jahre wurden pro Kopf sogar 22,5 kg Rind- und Kalbfleisch verspeist. Einbußen musste das Schweinefleisch hinnehmen. Hier lag der Verbrauch 2002 bei 52,4 kg pro Kopf gegenüber 53,7 kg im Jahr zuvor. Deutlich höher war aber auch hier die im Jahr 1988 verbrauchte Menge mit 62,2 kg pro Kopf. Auch der seit Jahren anhaltende steigende Trend beim Geflügelfleisch erfuhr 2002 einen Dämpfer. Mit 17,9 kg pro Kopf lag der Verbrauch um 0,6 kg niedriger als im Jahr zuvor.

Allerdings beinhalten die Verbrauchszahlen neben dem menschlichen Verzehr auch die Mengen für die industrielle Verwertung, den Abzug von Knochen und die Verluste. Der reine Fleischverzehr ist daher deutlich niedriger. Er lag im Jahr 2002 nach Erhebungen der Zentra-len Markt- und Preisberichtsstelle in Bonn (ZMP) bei 59,7 kg pro Kopf der Bevölkerung gegenüber 59,4 kg im Jahr zuvor. Davon hatte Rind- und Kalbfleisch einen Anteil von 8,7 kg pro Kopf gegenüber 7,0 kg im Jahr 2001. Offensichtlich haben die vertrauensbildenden Maßnahmen der Landwirte wie zum Beispiel BSE-Tests und Programme zur Herkunfts- und Qualitätssicherung die Nachfrage spürbar verbessert. Der reine Schweinefleischverzehr lag 2002 bei 37,8 kg, im Vorjahr waren es 38,7 kg. Geflügelfleisch war mit 10,6 kg beteiligt gegenüber elf kg im Vorjahr.

Links zum Thema Lebensmittel.

Klimarettung aus dem Boden?

Themen: Archiv — info @ 10:02

ZALF prüft Klimawirkung von Böden bei Änderung der Bewirtschaftung

Müncheberg (agrar.de) – Beim Thema ‚Globale Erwärmung‘ stehen Kohlendioxid-Ausstoß aus Energieerzeugung oder Brandrodungen tropischer Urwälder im Brennpunkt der Aufmerksamkeit. Der Boden, der erhebliche Mengen Kohlenstoff bindet, wird dagegen hinsichtlich seiner klimawirksamen Möglichkeiten oder Gefahren oft zu wenig beachtet. Das Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF) in Müncheberg untersucht derzeit, welchen Einfluss Bewirtschaftungsweisen auf den Humusgehalt und damit auf die Kohlenstoffbindung im Boden haben.

Mit ca. 1500 Gigatonnen bindet der Boden derzeit etwa doppelt soviel Kohlenstoff, wie – bei steigender Tendenz – im Kohlendioxid (CO2) der Atmosphäre vorkommt. Wo der Humusgehalt zunimmt, leistet der Boden als ‚Senke‘ einen Beitrag zur Minderung des CO2-Anstiegs in der Atmosphäre und damit letztendlich zur Reduzierung der globalen Erwärmung. Wo hingegen Humus abgebaut wird, trägt er allerdings als ‚Quelle‘ zur Zunahme des klimarelevanten Gases z.T. erheblich bei.

Im Rahmen eines Schwerpunktprogramms ‚Böden als Quelle und Senke für C02‘ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersucht das ZALF mit anderen Einrichtungen die Beeinflussung der Stabilität der organischen Bodensubstanz durch die Art der Landnutzung. ‚Je stabiler die organische Bodensubstanz, desto eher kann der Boden CO2 binden. Weniger stabile Formen wird der Boden eher in das Treibhausgas CO2 umsetzen und so als CO2-Quelle wirken‘, so Projektleiterin Frau Dr. Ruth Ellerbrock vom ZALF-Institut für Bodenlandschaftsforschung. ‚Landnutzungen mit pflugloser Bodenbearbeitung oder Stallmistdüngung stehen im Ruf, langfristig stabile organische Bodensubstanz aufzubauen. Allerdings steht ein analytischer Nachweis dieses Effektes, auch hinsichtlich seiner Klimarelevanz, noch aus.‘

Das Institut für Bodenlandschaftsforschung untersucht parallel landnutzungsbedingte Änderungen der organischen Bodensubstanz hinsichtlich der Bindung von Nähr- und Schadstoffen. Diese Adsorption (= Festhalten) von Stoffen im Boden, bis sie genutzt bzw. abgebaut werden, leisten in schweren Böden überwiegend Tonbestandteile. In den sandigen Brandenburger Böden fällt diese ökologisch wichtige Aufgabe dagegen überwiegend dem Humus zu. Untersucht werden muss allerdings auch, inwieweit auf diese Senkenfunktion abgestellte Landnutzungsformen ggf. andere Probleme nach sich ziehen.

Grundsätzlich ergeben sich bei der Nutzung von Landschaften Interessensüberschneidungen. Das ZALF erkennt solche Konflikte im Vorfeld und entwickelt Vermeidungs- bzw. Lösungsstrategien. Klimawirksame Bodenreaktionen zu verstehen und gezielt zu beeinflussen ist dabei ein wichtiger Bestandteil.

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Young Net: Neue Internetplattform für Kinder und Jugendliche

Themen: Archiv — info @ 09:02

Dresden (agrar.de) – Speziell für Kinder und Jugendliche hat das sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium die neue Internetplattform ‚Young Net‘ geschaffen. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath schaltete heute die Internetpräsentation frei.

‚Wir wollen junge Leute für die Themen Umwelt, Landwirtschaft und Forsten begeistern und zum Mitmachen anregen‘, sagte Flath in Dresden. Das Young Net enthält nicht nur Informationen aus Naturschutz, Ernährung, Tierhaltung oder Wald sondern bietet auch die Möglichkeit, eigene Internetbeiträge ins Netz zu stellen. ‚Das ist ein erster und kleiner Schritt in Richtung E-Government‘, wie Flath erklärte.

Das Young Net ist optisch und inhaltlich ganz auf die Zielgruppen Kinder vom Erstlesealter und Jugendliche bis zur Berufswahl zugeschnitten. Zum Start sind etwa 50 Beiträge eingestellt. Der Umfang soll – nicht zuletzt auch durch die Mitarbeit der Nutzer – wachsen.

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Stächele: Einkommensrückgang auch in Baden-Württemberg

Themen: Archiv — info @ 09:02

Bundesregierung zur Zusammenarbeit aufgefordert – Betriebe dürfen nicht durch nationale Alleingänge weiter geschwächt werden

Stuttgart (agrar.de) – ‚Nach dem guten Vorjahresergebnis mussten die landwirtschaftlichen Betriebe in Baden-Württemberg im Wirtschaftsjahr 2001/02 leider einen spürbaren Gewinneinbruch hinnehmen.‘ Dies erklärte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, am Mittwoch in Stuttgart zu dem in Berlin vorgestellten Agrarbericht 2003. Mit einem Rückgang von 5,5 Prozent bei den Gewinnen liegen die Betriebe in Baden-Württemberg unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 6,6 Prozent. In der absoluten Höhe liegt der durchschnittliche Gewinn je Unternehmen mit rund 35.000 Euro erneut über dem Bundesdurchschnitt von rund 33.600 Euro.

‚Mit unserer integrierten Agrar- und Strukturpolitik können wir versuchen, manches aufzufangen, der Trend bleibt aber für alle gleich‘, erklärte Minister Stächele. Stächele forderte Bundesministerin Renate Künast auf, gemeinsam auf allen Ebenen für Rahmenbedingungen zu sorgen, die die heimische Landwirtschaft in Europa wettbewerbsfähig halten. ‚Unsere Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, keine nationalen Alleingänge‘, erklärte Stächele.

Die Gründe für den Einkommensrückgang sieht Minister Stächele vor allem in dem recht deutlichen Preiseinbruch bei den Ferkel- und Schlachtschweinepreisen. Dies habe bei den Veredlungsbetrieben zu Einkommenseinbußen von bis zu 46 Prozent geführt. Auch die Gemischtbetriebe hätten unter dieser Entwicklung gelitten. Nahezu unverändert sei dagegen das Einkommen der Futterbaubetriebe ausgefallen. Sie konnten im Wirtschaftsjahr 2001/02 noch von den bis dahin relativ hohen Milchpreisen profitieren. Die landwirtschaftlichen Betriebe profitierten von den gezahlten Prämien für Agrarumweltleistungen. Mit rund 104 Euro/ha LF liege hier Baden-Württemberg mit weitem Abstand an der Spitze aller Bundesländer.

‚Sorge bereitet mir die voraussichtliche Gewinnentwicklung im laufenden Wirtschaftsjahr‘, so der Minister weiter. Zwischenzeitlich seien nicht nur die Schlachtschweine- und Ferkelpreise weiter gefallen; auch die Erzeugerpreise für Milch seien rückläufig. Letzteres werde vor allem bei den Futterbaubetrieben zu einem schmerzhaften Einkommensrückgang führen. ‚Gerade diese Betriebe liegen bereits derzeit am unteren Ende der Einkommensskala, tragen aber maßgeblich zur Pflege der Kulturlandschaft bei,‘ betonte Minister Stächele. Vor diesem Hintergrund müsse man auch die Vorschläge der EU-Kommission vom 16. Januar 2003 bewerten. Bei der Milch sei hier unter anderem eine Absenkung der Preisstützung um 28 Prozent vorgesehen. Trotz des vorgesehenen teilweisen Ausgleichs durch eine Milchprämie ergebe sich für die baden-württembergischen Milchviehalter daraus ein erheblicher Einkommensverlust von rund 108 Mio. Euro bzw. 7.100 Euro/Betrieb. Diese Einkommensverluste träfen insbesondere die Milchviehbetriebe auf ertragsschwächeren, aber ökologisch und landeskulturell wertvollen Standorten, beispielsweise im Schwarzwald. In diesen Gebieten wäre dann ein deutlicher Rückgang der Milchviehhaltung und damit ein Brachfallen der Flächen zu befürchten.

‚Insbesondere die Vorschläge zum Milchmarkt müssen dringend revidiert werden,‘ so der Minister weiter. Zwar entspräche die Weiterführung der Quotenregelung bis 2013 einer Forderung Baden-Württembergs. ‚Eine EU-weite Anhebung der Milchquote um 3,5 Prozent macht aber bei den derzeitigen Milchüberschüssen in der EU keinen Sinn und wird von mir nachdrücklich abgelehnt‘, betonte der Minister. Eine drastische Milchpreissenkung, wie sie die EU-Kommission vorsieht, würde die Wettbewerbsstellung von Ländern mit großen Milchviehbeständen weiter begünstigen, da diese auch wegen der Standortvorteile niedrigere Produktionskosten hätten und Preissenkungen eher hinnehmen könnten.

Wegen der mit dem Agrarbericht nachgewiesenen angespannten Einkommenssituation müsste die Bundesregierung auch die im Entwurf des Steuervergünstigungsabbaugesetz vorgesehenen Änderungen bei der Umsatzsteuer in der Landwirtschaf dringend zurücknehmen, betonte Stächele. Die Anhebung der Mehrwertsteuer auf landwirtschaftliche Vorprodukte sowie die Absenkung des Pauschalsteuersatzes für pauschalierende Betriebe von 9 auf 7 Prozent führe nicht nur zu weiteren erheblichen Einkommensbelastungen gerade für kleine und mittlere Betriebe, sondern auch zu deutlich mehr Bürokratie. Dies sei in einer Zeit, in der die Notwendigkeit für den Bürokratieabbau von allen Seiten anerkannt wird, nicht mehr zu vertreten.

Kritisch betrachtet der Minister die Neuausrichtung der Agrarpolitik durch die rot-grüne Bundesregierung. ‚Sie hat entgegen der Behauptung von Bundesministerin Künast nicht zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe beigetragen‘, erklärte Stächele. Die Landwirtschaft dürfe nicht mehr länger überreglementiert und EU-Vorgaben dürfen nicht ständig durch nationale Alleingänge verschärft werden. Stächele bietet angesichts der Probleme der Landwirtschaft eine konstruktiven Zusammenarbeit an: ‚Bund und Länder müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Wettbewerbssituation der hiesigen Landwirtschaft sich nicht noch weiter verschlechtert‘.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

EU-Strategie zum Schutz der wichtigsten Lebensräume wild lebender Tier- und Pflanzenarten

Themen: Archiv — info @ 09:02

Kommission beantwortet häufig gestellte Fragen zu NATURA 2000.

Brüssel (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat zur Sensibilisierung und zur Förderung des Verständnisses für ihre Arbeit zum Schutz der wichtigsten europäischen Lebensräume wild lebender Tier- und Pflanzenarten ein Papier verfasst, in dem erklärt wird, was das Netz von Naturschutzgebieten NATURA 2000 ist und wie es eingerichtet wird. In ihm werden Fragen beantwortet, die häufig zu NATURA 2000 gestellt werden, der in der EU bislang wichtigsten Initiative zum Schutz von Gebieten, die für bedrohte Arten und Lebensräume sehr wichtig sind. Durch den Schutz dieser ‚wertvollen Komponenten der biologischen Vielfalt‘ will NATURA 2000 einen Beitrag dazu leisten, das Ziel des Europäischen Rates zu erreichen, den Rückgang der biologischen Vielfalt in der EU bis 2010 zum Stillstand zu bringen. Das Netz ist ein wichtiger Beitrag zum weltweiten Naturschutz und ein Muster internationaler Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen Entwicklung.

Was ist Natura 2000?

Natura 2000 ist das Herzstück der EU-Politik in den Bereichen Naturschutz und biologische Vielfalt. Es ist ein EU-weites Netz von Naturschutzgebieten, die auf der Grundlage der Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebendenTiere und Pflanzen) eingerichtet wurden. Ziel dieses Netzes ist es, das langfristige Überleben der wertvollsten und am stärksten bedrohten Arten und Lebensräume Europas zu gewährleisten. Es setzt sich aus den von den Mitgliedstaaten auf der Grundlage der Habitat-Richtlinie ausgewiesenen besonderen Schutzgebieten SAC (Special Areas of Conservation) zusammen, umfasst aber auch die gemäß der Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 79/409/EWG vom 2. April 1979 über den Schutz wildlebender Vogelarten) ausgewiesenen besonderen Schutzgebiete SPA (Special Protection Areas). Mit der Gründung dieses Netzes geschützter Gebiete kommt die Gemeinschaft außerdem einer Verpflichtung des UN-Übereinkommens über biologische Vielfalt nach.

Ist Natura 2000 ein Netz von Parks und Reservaten?

Natura 2000 ist kein System strikter Naturreservate, in denen jedwede menschliche Tätigkeit untersagt ist. Zwar dürfte das Netz sicher auch einige Naturreservate umfassen, doch wird sich der größte Teil des Landes auch weiterhin im Privatbesitz befinden und wird man sich schwerpunktmäßig darum bemühen, dass die künftige Bewirtschaftung sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich nachhaltig ist.

Wie werden die Natura-2000-Gebiete ausgewählt?

Die Auswahl der NATURA-2000-Gebiete erfolgt ausschließlich anhand wissenschaftlicher Kriterien, etwa der Größe und der Dichte der Populationen von Zielarten, der ökologischen Qualität und räumlichen Ausdehnung der Zielhabitatstypen, die in dem Gebiet zu finden sind. In der Richtlinie sind keine Regeln für das bei der Auswahl der Gebiete einzuhaltende Konsultationsverfahren festgelegt. Die Festlegung obliegt den Mitgliedstaaten.

Wer ist für das Management der Natura-2000-Gebiete zuständig?

Die Mitgliedstaaten sind für das Management der NATURA-2000-Gebiete verantwortlich. Allerdings wird anerkannt, dass Meeresgebiete, bei denen eine Regulierung der Fischereitätigkeiten zum Management gehören kann, von Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene profitieren würden. Die Kommission hat zu diesem Zweck die Entwicklung von Managementplänen konsequent gefördert.

Ist die Entwicklung in Natura-2000-Gebieten eingeschränkt?

Neue Aktivitäten oder Entwicklungen innerhalb von NATURA-2000-Gebieten sind nicht a priori verboten. Solche Vorhaben müssen von Fall zu Fall beurteilt werden. Die Habitat-Richtlinie sieht ein eindeutiges Verfahren für die Bewertung von Entwicklungsplänen, die Auswirkungen auf die ausgewiesenen Gebiete haben können, und für die anschließenden Entscheidungen vor.

Wie viel von ihrem Hoheitsgebiet müssen die Mitgliedstaaten als NATURA-2000-Schutzgebiet ausweisen?

Die Naturschutzrichtlinien enthalten keine Angaben zur Größe der Land- und Gewässerflächen, die Teil von NATURA 2000 sein müssen. Dies hängt vom biologischen Reichtum der verschiedenen Regionen ab. Wenn zum Beispiel ein Mitgliedstaat besonders reich an bestimmten Arten und Lebensräumen ist, wird erwartet, dass dieser Mitgliedstaat Gebiete im Verhältnis zu diesem Reichtum an biologischer Vielfalt ausweist.

Ist das Netz vollständig?

Wenngleich das Netz NATURA 2000 noch nicht vollständig eingerichtet ist, wurden erhebliche Fortschritte erzielt und wurde ein Gebiet, das größer als Deutschland ist und mehr als 15 % des Territoriums der EU entspricht, nunmehr zum Schutz im Rahmen des Netzes vorgeschlagen.

Welche Beziehungen hat die Kommission zu den Mitgliedstaaten?

Die Kommission arbeitet mit den Mitgliedstaaten und maßgeblichen Interessengruppen in Umsetzungsfragen eng zusammen. Gewährleistet wird dies durch die Habitat- und Ornis-Ausschüsse, die aufgrund ihrer satzungsgemäßen Funktion eine Rolle bei der Umsetzung der Naturschutzrichtlinien spielen, und durch unlängst erst eingeführte halbjährliche Treffen der Naturschutzdirektoren. Ferner gibt es regelmäßige Treffen mit dem Europäischen Habitat-Forum und dem Habitat-Nutzer-Forum, in dem die maßgeblichen Interessengruppen vertreten sind. Diese Kontakte sind für die Diskussion von Fragen, einschließlich der Finanzierung und des Schutzes des Natura-2000-Netzes, äußerst wertvoll. Darüber hinaus entwickelt die Kommission Leitfäden zu einer Reihe von Themen, um eine bessere Umsetzung zu fördern.

Wie wird das Netz finanziert?

Durch die derzeit laufenden politischen Maßnahmen der EU, vor allem durch diejenigen, die im Rahmen der Entwicklung des ländlichen Raums, wie die agrarwirtschaftlichen Umweltmaßnahmen, durchgeführt werden, und durch die speziellen LIFE-Nature-Mittel wird die Verwirklichung des Netzes NATURA 2000 bereits nicht unerheblich unterstützt. Derzeit wird erörtert, wie Natura 2000 künftig finanziert werden soll. Ein unabhängiger Bericht über die künftige Finanzierung von NATURA 2000 wurde vor kurzem fertiggestellt und kann über die Website der Kommission unter folgender Adresse abgerufen werden.

Müssen die Mitgliedstaaten die Einhaltung der Rechtsvorschriften zu NATURA 2000 gewährleisten, um Mittel aus den Strukturfonds zu erhalten?

Die Mitgliedstaaten sollten unabhängig davon, ob sie Mittel aus den Strukturfonds beziehen oder nicht, die vollständige Einhaltung der rechtlichen Anforderungen von NATURA 2000 gewährleisten. Besonders wichtig ist die Einhaltung jedoch dann, wenn von der Gemeinschaft finanzierte Programme im Spiel sind. Um diesem Anliegen Rechnung zu tragen, hat die Kommission den Mitgliedstaaten mitgeteilt, dass die Nichtvorlage der Listen mit den NATURA-2000-Gebieten zur Aussetzung von Zahlungen im Rahmen bestimmter Strukturfonds-Programme führen könnte. Die Androhung der Aussetzung von Zahlungen aus solchen Programmen war eine Vorsichtsmaßnahme, durch die sichergestellt werden sollte, dass von der Gemeinschaft finanzierte Programme keinen Beitrag zu irreparablen Schäden in Gebieten leisten, bevor diese offiziell zum Schutz im Rahmen von Natura 2000 vorgeschlagen werden.

Was ist noch zu tun?

– Abschluss der Auswahl der Gebiete

– weitere Entwicklung von NATURA 2000 in der küstennahen Meeresumwelt

– Klärung des Rahmens für die Gemeinschaftsfinanzierung

– bessere Vermittlung/Erläuterung der Ziele von NATURA 2000

– enge Zusammenarbeit mit den Kandidatenländern bei den Vorbereitungen zur Umsetzung von NATURA 2000.

Wo bekomme ich einen aktuellen Überblick über die Natura-2000-Gebiete (nach Ländern aufgeschlüsselt)?

Die wichtigsten Informationen über NATURA 2000 sind derzeit auf den Internet-Seiten der Mitgliedstaaten zu finden. Die %url4%Website der Kommission%/% enthält einen Link zu diesen Seiten. Die Kommission beabsichtigt, Informationen über die zum NATURA 2000 gehörigen Gebiete insgesamt bereitzustellen, sobald die Gemeinschaftslisten der NATURA-2000-Gebiete gebilligt wurden.

Wann werden die Kandidatenländer voraussichtlich Natura-2000-Gebiete ausweisen?

Die frühzeitige Umsetzung von NATURA 2000 in den Kandidatenländern ist wichtig, um sicherzustellen, dass die künftigen Entwicklungen in diesen Ländern ihrem reichen Naturerbe Rechnung tragen. Deshalb wurden mit den Kandidatenländern keine Übergangsfristen für das NATURA-2000-Netz vereinbart, und müssen diese zum Zeitpunkt des Beitritts besondere Schutzgebiete nach der Vogelschutzrichtlinie ausweisen und besondere Gebiete von gemeinschaftlichem Interesse nach der Habitat-Richtlinie vorschlagen. Die Umweltminister der Kandidatenländer haben auf ihrer letzten Sitzung vom Januar 2003 erneut bekräftigt, dass sie sich den Zielen von NATURA 2000 und der frühzeitigen Errichtung des Netzes verpflichtet fühlen.

Links zum Thema %url5%Landschaft und Natur%/%.

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