27. Februar 2003

Öko-Preis-Index feiert Primiere in den USA

Themen: Archiv — info @ 13:02

Kutztown, USA (agrar.de) – Das Rodale Institute in Kutztown (Pennsylvania) hat den ersten Öko-Preis-Index für die Vereinigten Staaten vorgestellt.

Das Institut reagiere mit der Veröffentlichung auf den vielfachen Wunsch von Bio-Bauern nach aktuellen Preisinformationen, so Anthony Rodale, der Vorsitzende des Instituts. Der Preis-Index solle sich als Informationsquelle sowohl für Landwirte, Ein- und Verkäufer als auch für Versicherer von Öko-Betrieben etablieren, denen bislang die Markttransparenz für ihre Verhandlungen fehle.

Der OPX-Index vergleicht die Marktpreise von etwa 40 ökologisch und konventionell produzierten Produkten (Früchte, Gemüse, Getreide, Fleisch und Milchprodukte) an der Ost- und Westküste der Vereinigten Staaten. Referenzgebiete für die Preise sind Boston und Seattle. Die Preise der konventionellen Produkte bezieht der Index vom Boston Terminal Market. Die Übersichten sollen wochentlich aktualisiert werden.

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Sachsens Privatbauern gegen Fischler-Pläne

Themen: Archiv,Pacht&Besitz — info @ 12:02

Resolution des VDL auf der Landesmitgliederversammlung – Autobahnblockaden wie bei der Diesel-Demo 2000 denkbar

Freiberg (agrar.de) – Sachsens Privatbauern werden auf der Landesmitgliederversammlung des Verbandes der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen (VDL) am 5. März 2003 in Freiberg eine Resolution gegen die Pläne von Agrarkommissar Franz Fischler verabschieden. Künftig sind auch wieder spontane Aktionen, wie die Autobahnblockaden des VDL bei der Diesel-Demo im Jahr 2000, durchaus denkbar.

Der VDL wendet sich insbesondere gegen die Pläne der EU-Kommission, das Prämienniveau der Produktionsjahre 2000, 2001 und 2002 zur Grundlage für die sogenannte Entkoppelung künftiger Preisausgleichszahlungen zu machen.

‚Dieser Plan ist unsinnig und hirnrissig, er ist hinterhältig und zugleich einfältig – und daran wird er letztlich scheitern,‘ so der Verband in seiner Pressemitteilung. Weiter heißt es:

‚Dem VDL ist es wiedereinmal aufgegeben, sich an die Spitze des bäuerlichen Widerstandes zu stellen, gegen die Interessenallmacht rücksichtsloser Großagrarier und dümmlicher Politiker. Der VDL steht für den Rechtsstaat, wie stets seit 1990 und

– gegen die Fortschreibung von LPG-Zwangskollektivierung und kommunistischem Bodenreform-Unrecht,

– gegen die LPG-Vermögensverschiebung durch/an SED-Altgenossen,

– gegen den Rechtsbruch der Roten Barone bei der LPG-Umwandlung,

– gegen die berufsständische Beschämung der Rentzsch & Kliem & Co.

– gegen die Persilschein-Hehlerei der Jähnichen & Kompanie,

– gegen die Heuchelei der rot-schwarzen Couleur die LPG-Altschulden streichen zu lassen und ein LPG-Heilungsgesetz zu installieren,

– gegen zahnlose Minister-Erlasse bei LPG-Scheinfirmen und LPG i.L.,

– gegen Flächenverschiebung von BVVG-Land an LPG-Holdings, dubiose Agrargesellschaften oder Großpächter aus dem Westen,

– gegen die Weigerung der politischen Klasse, den ostdeutschen Bauern ein Sondererbrecht, gemäß dem westdeutschen Höferecht einzuräumen.

1. Die EU-Kommission und die Bundesministerin Künast sind wiedereinmal der agrarindustriellen Lobby in Westeuropa, den Ost-Agrarministern und dem LPG-unterwanderten Bonner Bauernverband unterlegen.

2. Der Fischler-Künast-Plan begünstigt einseitig die großen LPG-Strukturen, benachteiligt die flächenarmen Wiedereinrichter und die gründungswilligen Jungbauern. Der Fischler-Künast-Plan zementiert die LPG-Verhältnisse, zerstört weitere Arbeitsplätze und kommt einem Berufsverbot für Jungbauern gleich. Er ist zudem verfassungswidrig, weil er gegen das Gebot der Berufs- und Gewerbefreiheit verstößt.

Was wurde ausgeheckt?

Die bisher produktionsgebundenen Zahlungen sollen ab 2004 in eine Einheitsprämie umgewandelt werden. Tier- und Flächenprämien werden von der Produktion ‚entkoppelt‘. Die betriebliche Prämie errechnet sich aus der Summe aller Flächen und Tierprämien der Jahre 2000 bis 2002, geteilt durch die vorhandenen Hektar des Betriebes an Acker- und Grünland. Soweit so gut. Aber was noch kommen soll, schlägt den Fass den sprichwörtlichen Boden aus!

Fischlers Kernelement bleibt die Entkoppelung der Tier- und Flächenprämien von der Produktion. Das werden die Geschäftsführer und Vorstände flächenstarker ostdeutscher Pachtbetriebe mit Genugtuung hören. Nicht nur dass es keine Obergrenze bei 300.000 Euro geben wird – der Europaabgeordnete Lutz Göbel (CDU) zieht derzeit durch Sachsen und brüstet sich dieses Erfolges, genauso wie der Stoiber-Kandidat als Bundeslandwirtschaftsminister, MdB Peter Harry Carstensen, der sich vergangene Woche im Bundestag gemeinsam dieses ‚Erfolges‘ mit dem Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), ganz ungeniert freute.

Gut schmeckt das süße Ochsenblut der gottverdammten Läusebrut!

Die LPG-Nachfolger und die Nichtnachfolger, die Holländer und die Sieben Schwaben, nicht zu vergessen die Freiherren, die vor und hinter dem Busche hocken, werden ihre Viehbestände noch weiter herunterfahren, werden noch mehr Mitarbeiter (Landarbeiter, Mägde und Knechte) den Arbeitsämtern überlassen und selbst auf dem ledernen Sofa sitzen. Winters aber, werden sie die sicheren Prämien in die Spielbanken nach Monte Carlo tragen und nach Grand Canaria. Ja, Genossen und Genießer! Es wird sich gut leben lassen von dem Prämienniveau aus 2000 bis 2002.

Denn eine goldene Fischler-Hausse, genannt nach dem (uns enttäuschenden) Kleinbauern aus Österreich, erwarten zumindest 5 fette Jahre lang und wie immer sehr dankbar: die Ost-West-Barone.

Geschenkte Prämienrechte

Die nur einmal, 2004 zugeteilten, also geschenkten Prämienrechte, werden handelbar, ähnlich dem Quotenhandel bei der Milchbörse. Na, das stärkt doch den derzeitigen Bewirtschafter! Oder? Was aber wenn nun ein flächenarmer Familienbetrieb wachsen muss oder ein Jungbauer Vaters Klitsche aus der LPG herausnimmt? Dann stehen seine Prämienrechte mit Kreide in der Esse!

Denn der bisherige Pächter, der LPG-Boss beispielsweise, muss das Land, welches 2004 oder später mit Ablauf des Pachtvertrages aufgekündigt wurde, zwar herausgeben, nicht aber die Prämienrechte, die auf diesem Lande ruhen. Diese können dann kapitalisiert werden und, wenn der Baron lustig ist, auch verkauft werden – mit oder ohne Fläche!

Die Prämie ist voll handelbar, auch ohne Boden! Was ist aus dem Bauernstand geworden. Es soll aber ’nationale Obergrenzen‘ in der Prämienhöhe geben, na wie schön! Von denen soll dann ‚1 Prozent als Reserve für Härtefälle‘ für arme Bäuerlein in die Landesreserve gestellt werden.

Der Privatbauer, der ab 2004 Flächen übernimmt, übernimmt sie von seinem Verpächter oder Verkäufer mit großer Sicherheit ohne Prämienrechte. Denn der Vorpächter, also hier, der Großbetrieb, muss mit der Flächenabgabe die Prämie nicht mit übergeben. Der Pacht- und Bodenmarkt wird eingefroren. Die Pacht- und Kaufpreise werden sinken. Ohne Prämien, kein Wirtschaften – also bleiben die Flächen, wo sie bisher waren. Oder sie fallen künftig brach. Eine Zementierung zugunsten der großen Agrargesellschaften. Freie Bauern wehrt euch!

Brachfallen ganzer Landstriche

Prof. Dr. Folkhard Isermeyer, FAL, ein Apologet für Wachsen oder Weichen: Eine Entkoppelung habe grundsätzlich Vorteile: Die EU werde bei den WTO-Verhandlungen besser dastehen. Kein Bauer werde gezwungen, als Voraussetzung für die Prämie, eine unrentable Produktion aufrecht zu erhalten. Die Ungerechtigkeiten, die aus einem zufällig entstandenen Preisausgleich 1992 herrührten, könnten überwunden werden. Auch die Verwaltungskosten würden sinken. Na, wer letzteres glaubt?

Er erkennt aber auch Nachteile: Es werde nur noch das produziert, was auch ohne Prämie rentabel ist. Das Brachfallen ganzer Landstriche könne mittels Bewirtschaftungsverpflichtung (Cross Compliance) oder mit Geldern für die ländliche Entwicklung verhindert werden. Doch räumt er ein, ‚dass auf den guten Standorten noch effizienter und auf den schlechten noch extensiver gewirtschaftet wird‘.

Die künftigen Pachtpreise werden sinken, erwartet auch Isermeyer, und er begründet das damit, dass in Deutschland die landwirtschaftlich bewirtschaftete Fläche insgesamt größer ist als die prämienbegünstigte Fläche. Die Pacht werde sich dann nicht mehr an der Grundrente, also am Ergebnis orientieren, sondern am Prämienrecht der Fläche. Die bisherigen Pächter würden ihre Prämien nicht mit dem aufgekündigten Land zurückgeben, sondern auf prämienfreie Flächen in ihren Betrieben buchen. Die Prämienrenten liegen zumindest 5 Jahre beim früheren Bewirtschafter, der inzwischen die Fläche los ist. Bund der Steuerzahler, hilf! Alles sehr grotesk.

Gestärkt wird die Position der Roten Barone. Sie gelten als aktive Bewirtschafter in den Quoten-relevanten Referenzjahren 2000 bis 2002. Die auf Wachstum angewiesene Familienbetriebe dagegen erhalten dagegen nur noch prämienfreie Flächen, wenn sie pachten oder kaufen.

Im Lauf der Jahre wird aber ein immer größerer Teil dieses Personenkreises nicht mehr Landwirt sein wollen, fürchtet Isermeyer. Die Prämienrenten zahlen dann aber die flächenarmen Familienbetriebe, als die noch aktiven Landwirte, an die Sofa-Agrarier.

Alles noch unklar

Isermeyer fragt: ‚Wie stark kann ich meine Verpächter angesichts der Konkurrenz um Flächen unter Druck setzen? Wie sieht künftig die Pachtpreisstatistik aus, und kann ich sie bei Neuverpachtungen als Argument einsetzen? In Regionen mit viel Kartoffeln, Zuckerrüben, und Feldgemüse (z.B. Rheinland) dürften die Pachtpreise eher sinken als in Veredlungsgebieten, wo die Viehobergrenzen die entscheidenden Größen sind. Streit im Dorf ist ohnehin programmiert angesichts der Möglichkeiten, die das neue System bieten soll. Der Anteil prämienfreier Fläche hängt auch davon ab, wie viel Futterfläche den Rinder- und Schafprämien zugeordnet wird. Der Verordnungsentwurf lässt hier Spielraum. Für Betriebe mit knapp über 20 ha prämienbegünstigter Fläche wird der Verkauf von Prämienrechten attraktiv sein, um der Stillegungsverpflichtung zu entkommen. Auch Großbetriebe werden die ‚letzten‘ Hektar Prämienrechte, die stärker moduliert werden, eher abgeben als die ersten. Und auch die Bewirtschaftungsverpflichtung verursacht Kosten, die Kauf- oder Pachtpreise für Prämienrechte mindern.‘

Neue Betriebe gründen wegen Prämien?

Die EU-Länder könnten (freiwillig oder unter dem Druck von Gerichtsurteilen) die Möglichkeit nutzen, aus der ‚Härtefallklausel‘ eine Regelung für Junglandwirte zu machen, vermutet die DLG. Und weiter: Isermeyer kann sich nun folgendes Szenario vorstellen: ‚Eigentümer (oder noch besser: ihre Kinder) gründen, bevor sie Flächen (weil prämienfrei) zum Nulltarif abgeben, einen neuen Betrieb und beantragen dafür Prämien aus der Landesreserve. Oder ein Zuckerrübenanbauer bringt seine prämienfreien Flächen in einen solchen Betrieb ein. Da man in einem solchen Fall die Prämien billiger vom Staat bekäme als auf dem freien Markt, ginge dort die Nachfrage zurück. Die Pachtpreise blieben auf hohem Niveau, denn jeder prämienfreie Hektar könnte Prämien aus der nationalen Reserve ‚fangen‘. Und weil die 1 Prozent dann natürlich nicht reichen, aber vielleicht ein Anspruch auf die nationale Reserve gerichtlich eingeklagt werden könnte, müssten die Mittel dann den ’normalen‘ Prämien abgezwackt werden. Das wäre die absurde Konsequenz eines neuen Systems.‘

Paradox, in welches System wir geraten werden. Aber Recht hat der Mann!

Verhängnisvolle Saat gelegt

Damit entsteht auch die soziale Frage für Karl-Marx im Himmel neu:

Warum bekommt der Baron eigentlich noch Prämien fürs Nichtstun? Und welches kranke Hirn hat sich das eigentlich ausgedacht? Und was sagen eigentlich Sara Wagenknecht und Markus Wolf dazu?

Im Ernst: Die Dörfer werden noch tiefer gespalten, nun auch im Westen, vor allem aber hier im ‚LPG-Land‘. Dieser rot-grüne Staat hat ordnungspolitisch jedoch nicht mehr versagt, als die Kohl-Koalitionen, die diese verhängnisvolle Saat schon 1990 gelegt hatte.

Bauern aller Länder, entkoppelt Euch!

Die Entkoppelung von der Produktion wird zu Kämpfen um Flächen und Prämienrechten und zu Unruhen mit gesellschaftlichen Auswirkungen führen.

Betriebe werden aufgeben müssen, weil ihre Flächen ‚prämienfrei‘ geworden sind. Das sagt sich so leicht dahin. Ein skrupelloses Bauernlegen und der Bauer, ein weiterer Sozialfall in unser immer maroder werdenden Gesellschaft. Doch zuvor kann es zu entkoppelten Bauernunruhen kommen: Hier und in Frankreich und in Polen.

Motto: Bauern aller Länder, entkoppelt Euch!‘

Links zum Thema Verbände.

CDU plant Novellierung der Legehennenhaltungsverordnung

Themen: Archiv — info @ 12:02

Hannover (agrar.de) – Die neue Landesregierung in Niedersachsen will über die CDU-Mehrheit im Bundes-rat eine Novellierung der Legehennenhaltungsverordnung herbeiführen. Diese Absicht sei auch im Entwurf des Koalitionsvertrages von CDU und FDP verankert, sagte der designierte Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen in einem Interview mit dem Verbandsorgan des Landesbauernverbandes Niedersachsen ‚Das Landvolk‘.

Ziel sei es, das Halten von Legehennen-Kleingruppen in ausgestalteten Käfigen zuzulassen. Diese Form der Legenhennenhaltung habe sich in Pilotprojekten ’sehr positiv dargestellt‘. In den ausgestalteten Käfigen hat jedes Huhn 750 cm² Platz. In jedem Käfig muss eine Sitzstange angebracht werden und zum Eierlegen können die Hühner in ein Legenest gehen. In einem Teil des Käfigs muss eingestreut sein, damit die Hühner scharren, picken und Sandbäder nehmen können. Wirtschaftliche Vorteile über die Kleingruppenhaltung sieht Ehlen nicht nur für die Erzeuger, sondern auch für die in Niedersachsen beheimateten Hersteller dieser Anlagen. Die negativen Folgen des im Oktober 2001 beschlossenen Käfigverbots hätten bei ‚dem einen oder anderen‘ Abgeordneten ein Umdenken bewirkt. ‚Ich sehe gute Chancen, über den Bundesrat die Kleingruppenhaltung doch wieder zuzulassen‘, sagte Ehlen.

Links zum Thema Gesetze und Verordnungen, Links zum Thema Geflügel.

DBV: Kreislaufwirtschaft ist keine Abfallentsorgung

Themen: Archiv — info @ 11:02

Bauernverband übt Kritik an Ministerkonzept zu Schwermetallgrenzwerten

Berlin (agrar.de) – Durch das in den vergangenen Wochen viel diskutierte ‚Grenzwerte-Konzept für organische Düngemittel und Siedlungsabfälle‘ von Bundesumweltminister Jürgen Trittin und Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast wird die Kreislaufwirtschaft als umweltpolitische Zielsetzung grundlegend in Frage gestellt. Bei Realisierung des Konzeptes droht das Ende der Kreislaufwirtschaft im Sinne der Nachhaltigkeit. Dies hat der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Dr. Helmut Born, in Briefen an den agrarpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Matthias Weisheit und den für die Kreislaufwirtschaft zuständigen SPD-Abgeordneten Gustav Herzog hervorgehoben.

Letztlich wird im ministeriellen Konzept ein Teil der Siedlungsabfälle ’schöngerechnet‘ und die Düngewirkung nicht beachtet, so dass sie unbegrenzt ausgebracht werden könnten, argumentierte Born. Dadurch würde die Kreislaufwirtschaft in der Praxis zur Abfallentsorgung auf dem Feld verkommen. Eine solche Vorgehensweise werde von den deutschen Bauern auf ihren Äckern nicht akzeptiert. Das Konzept der beiden Bundesminister wurde vom Umweltbundesamt erstellt und soll auf Verordnungswege umgesetzt werden. Mit seiner Kritik steht der Bauernverband nicht allein; sie wird von Wissenschaft und Verbänden geteilt.

Die Kreislaufwirtschaft, also die Verwendung von organischen Düngern wie Gülle und Jauche sowie von organischen Siedlungsabfällen wie Klärschlamm und Kompost, wird von den Bauern in Deutschland nach wie vor im Sinne einer nachhaltigen Landbewirtschaftung durchgeführt. Dabei muss die Kreislaufwirtschaft und damit die Nutzung der Nährstoffe in den organischen Düngern wissenschaftlich abgesichert sein und gesellschaftliche Akzeptanz finden. Entscheidend für die Anwendung ist aus Sicht des Bauernverbandes der Düngewert für die landwirtschaftliche Praxis. Deshalb seien sowohl die Nährstoffgehalte als auch die umweltpolitisch zulässigen Schadstofffrachten als Entscheidungskriterien heranzuziehen, schrieb Born. Zur Absicherung der hohen Standards müsse es zudem ein Gütesicherungssystem für Klärschlämme geben.

Der DBV-Generalsekretär schlug den SPD-Abgeordneten eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft zur Verringerung der relevanten Schadstoffgehalte in Wirtschaftsdüngern vor. Dabei gelte es im Wesentlichen, die im Tierfutter eingesetzten Spurennährstoffe Kupfer und Zink auf das für die Tiergesundheit notwendige Maß zu verringern. Ziel sei es, die tiergerechte Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere sicherzustellen und mit dem vorsorgenden Bodenschutz in Einklang zu bringen.

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Mecklenburg-Vorpommern sagt ökologischer Landwirtschaft weiterhin Unterstützung zu

Themen: Archiv — info @ 10:02

12 Mio. Euro für laufendes Förderjahr eingeplant

Schwerin (agrar.de) – Das Land Mecklenburg-Vorpommern wird sich auch weiterhin stark für den ökologischen Landbau einsetzen. Das betonte der Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums, Dr. Karl Otto Kreer, auf der Vollversammlung des Verbandes Biopark in Linstow. ‚Der ökologische Landbau ist ein wichtiger Faktor in der Agrarpolitik Mecklenburg-Vorpommerns‘, sagte Dr. Kreer. Trotz der finanziell angespannten Haushaltssituation werde das Land auch in den kommenden Jahren die Landwirte bei Investitionsvorhaben und bei Marketingmaßnahmen unterstützen. Allein für die Förderung des ökologischen Landbaus sind für das laufende Förderjahr 12 Mio. Euro eingeplant.

Zum Stichtag 31. Dezember 2002 wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 104.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet, das waren etwa 7.000 Hektar und damit 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Zurzeit produzieren 670 Betriebe nach den Grundsätzen (Vorjahr: 620), Tendenz steigend. ‚Damit nimmt Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich eine Spitzenposition ein‘, sagte der Staatssekretär. Dabei sehe er durchaus weitere Wachstumsmöglichkeiten. ‚Es müssen allerdings verstärkt die entsprechenden Absatzmärkte erschlossen werden.‘

Im Zusammenhang mit der anstehenden Agrarreform in der Europäischen Union betonte der Staatssekretär, dass der von der EU-Kommission eingeschlagene Weg zu einer ’nachhaltigen Landwirtschaft‘ uneingeschränkt befürwortet werde. Jedoch bedarf es aus Sicht des Landes mehrerer Korrekturen. Dazu zähle, dass die Prämie nicht nur an Bedingungen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung geknüpft werden, sondern auch eine Höchstgrenze je Arbeitskraft nicht überschreiten dürfe. Für den Ausstieg aus dem Milchquotensystem müsse ein Weg gefunden werden, der abrupte Brüche vermeidet und den Betrieben ausreichend Gelegenheit zur Anpassung gebe. Auch der Abbau der Roggenintervention könne nur schrittweise erfolgen und müsse auf den ertragsschwachen Standorten mit geeigneten Maßnahmen kompensiert werden.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

DStGB: Postversorgung im ländlichen Raum erhalten!

Themen: Archiv — info @ 09:02

Deutscher Städte- und Gemeindebund fordert Rücknahme der neuen Postagenturverträge

Berlin (agrar.de) – Eine ausgewogenere Gestaltung der neuen Postagenturverträge durch die Deutsche Post AG) fordert der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), Helmut Dedy, heute in Berlin. Für die Städte und Gemeinden sei es nicht hinnehmbar, dass mit den neuen Verträgen die Vergütungen für die Postagenturen deutlich abgesenkt werden sollen. ‚Damit entzieht die Deutsche Post AG vielen Agenturnehmern die wirtschaftliche Grundlage‘, so Dedy. Das bedeute für zahlreiche Posteinrichtungen im ländlichen Raum das Aus. Es sei zu befürchten, dass die gesetzlich vorgeschriebene Anzahl von bundesweit 12.000 Postagenturen angesichts des Verhaltens der Deutsche Post AG nicht sichergestellt werden könne. Die vorprogrammierte Ausdünnung der Postinfrastruktur führe jedoch nicht nur zu einer Unterversorgung mit Postdienstleistungen im ländlichen Raum, sondern auch zu weiteren Einbußen an Lebensqualität. Schließlich seien Postagenturen häufig ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein kleiner Einzelhandelsgeschäfte, deren Wegfall das Weiterbestehen dieser Dorfläden in Frage stellt.

Unterstützung erhielt der Deutsche Städte- und Gemeindebund durch den Beirat bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, dem Vertreter des Bundestages und der Länder angehören. Dieser hat die Regulierungsbehörde per Beschluss aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu treffen, damit die Post verbesserte Verträge entwirft und diese allen Agenturnehmern anbietet. Außerdem solle die Regulierungsbehörde von ihrem Recht zur Verhängung von Bußgeldern Gebrauch machen, wenn die Deutsche Post AG gegen ihre gesetzlichen Verpflichtungen verstoße. Dedy begrüßte die deutliche Haltung des Beirates ausdrücklich und schloss sich diesen Forderungen an. Es könne nicht angehen, dass sich die Post aus dem ländlichen Raum zurückziehe und mittlerweile Kommunen zunehmend gezwungen wären, Postagenturen in Eigenregie zu betreiben, um eine angemessene Versorgung mit Postdienstleistungen für ihre Bürger aufrecht zu erhalten. ‚Der schleichenden Kommunalisierung des Postwesens muss Einhalt geboten werden‘, so Dedy. Schließlich könne es nicht Sinn und Zweck der Privatisierung des ehemals staatlichen Postwesens sein, den Postdienst auf Städte und Gemeinden zu übertragen.

Links zum Thema Landleben.

26. Februar 2003

DBV: Bauern brauchen Zeichen der Ermutigung

Themen: Archiv — info @ 16:02

Sonnleitner sprach mit Bundesministerin Künast

Berlin (agrar.de) – Der aktuelle Dioxin-Skandal bei Futtermitteln, der Stand der steuer- und haushaltspolitischen Entscheidungen in Bundestag und Bundesrat sowie die geplante Reform der gemeinsamen EU-Agrarpolitik und die jüngsten Vorschläge des WTO-Agrarausschussvorsitzenden Stuart Harbinson standen im Mittelpunkt des heutigen Gesprächs zwischen der Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast und dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner. Die Staatssekretäre Alexander Müller und Matthias Berninger sowie DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born nahmen an dem Spitzengespräch teil.

Sonnleitner forderte Ministerin Künast auf, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und konjunkturellen Lage in der Land- und Ernährungswirtschaft Deutschlands deutliche Zeichen der Ermutigung zu setzen. Das müsse auch ohne Inanspruchnahme neuer Haushaltsmittel möglich sein. Eine Offensive zum Bürokratieabbau bei der Umsetzung von Gesetzen und Verordnungen sei genauso wichtig wie die Beibehaltung der bewährten Pauschalierung bei der Mehrwertbesteuerung der Land- und Forstwirtschaft. Auch bei der Umsetzung des EU-Direktausgleichs könnten unbürokratische Wege beschritten werden, zum Beispiel durch bessere Koordination und Zusammenlegung von Kontrollmaßnahmen.

Eingehend wurde die derzeitige Milchmarktsituation erörtert. Sonnleitner appellierte angesichts der völlig unbefriedigenden Erzeugpreisentwicklung an das BMVEL, alles zu unternehmen, die Instrumente der Marktordnung zur Stabilisierung und Erholung der Märkte zu nutzen. Damit könne auch ein aktiver Beitrag geleistet werden, der unerträglichen Niedrigpreispolitik bei Milch und Milchprodukten im Lebensmitteleinzelhandel Einhalt zu gebieten.

Zur Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik stimmten Künast und Sonnleitner darin überein, dass eine totale Entkopplung des Direktausgleichs nicht in Frage komme. Sonnleitner kritisierte vor allem den drohenden Systembruch zu Lasten der wirtschaftenden Betriebe und verlangte eine offensive Verteidigung der so genannten Blue-Box-Maßnahmen mengengeregelter Märkte. Im Mittelpunkt ständen für den Deutschen Bauernverband der Milch-, Rindfleisch- und Getreidemarkt. Änderungen grundsätzlicher Art dürfe es erst nach Ablauf der Agenda 2000 ab dem Jahre 2007 geben. Bundesregierung und Bauernverband unterstrichen die Bedeutung gemeinsamer Positionen mit dem französischen Nachbarn.

Sonnleitner kritisierte erneut die mangelhafte Qualitätssicherung im Vorfeld der Mischfutterwerke. Offenkundig habe diese auch in Thüringen dazu geführt, dass Behörden zu spät informiert hätten und die gesamte Produktionskette nicht nur einen erheblichen Imageschaden, sondern auch wirtschaftliche Nachteile hinnehmen musste. Dem gelte es nunmehr konsequent durch gute Zusammenarbeit aller Beteiligten zu begegnen.

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Baden-Württemberg ist der größte Obstproduzent in Deutschland

Themen: Archiv — info @ 16:02

Hohenheim (agrar.de) – Obst werde beim deutschen Verbraucher immer beliebter, so der Ministerialdirektor im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Rainer Arnold, am Montag in der Bauernschule Hohenheim in Stuttgart-Birkach bei der Mitgliederversammlung und Delegiertentagung des Landesverbandes Erwerbsobstbau Baden-Württemberg. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Obst und Verarbeitungsprodukten aus Obst, wie zum Beispiel Säften und Konserven nehme ständig zu. Er liege derzeit bei über 140 Kilogramm im Jahr. Diesen positiven Trend gebe es hauptsächlich bei den Äpfeln. Sie stünden in der Gunst des Verbrauchers mit 39 Kilogramm pro Kopf an erster Stelle.

Der Obstbau hat in Baden-Württemberg eine große Bedeutung. Mit zirka 30 Prozent der Obstbaufläche in Deutschland ist Baden-Württemberg der größte Obstproduzent und Vermarkter in der Bundesrepublik. Jeder zweite Apfel, der in Deutschland erzeugt wird, kommt aus Baden-Württemberg. Mehr als 20.000 Hektar Obstfläche werden von rund 12.900 Betrieben im Land bewirtschaftet. In den letzten zehn Jahren nahm die Obstanbaufläche in Baden-Württemberg um fast 20 Prozent zu. Etwa zehn Prozent des Produktionswertes der gesamten landwirtschaftlichen Erzeugung in Baden-Württemberg werden vom Erwerbsobstbau erwirtschaftet. Das entspricht einem Produktionswert von rund 430 Millionen Euro.

Links zum Thema Obstbau, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Neue Fischfarm in Demmin eröffnet

Themen: Archiv — info @ 15:02

Backhaus: Mit Aquakultur die Selbstversorgung bei Fischen steigern

Demmin (agrar.de) – Im Aufbau der kontrollierten Aufzucht von Fischen, der so genannten Aquakultur, liegt in Mecklenburg-Vorpommern eine Chance, die in Zukunft weiter ausgebaut werden müsse, sagte der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, Dr. Till Backhaus am Mittwoch anlässlich der Eröffnung einer neuen Fischfarm der Firma FISCHCO in Demmin. Im Rahmen des Förderinstruments zur Ausrichtung der Fischerei (FIAF) der Europäischen Union (EU) erhielt das 3,25 Mio.-Euro-Projekt insgesamt 1,05 Mio. Euro an EU-Mitteln. Das Land Mecklenburg-Vorpommern förderte die Anlage zusätzlich mit 300.000 Euro. In Demmin sollen künftig jedes Jahr bis zu 300 Tonnen Speiseaal produziert werden.

2001 verzehrten die Deutschen mit 15,3 Kilogramm pro Kopf fast 12 Prozent mehr Fisch als im Vorjahr, so der Minister. Der Fischverbrauch erreichte damit ein neues Rekordergebnis seit der Wiedervereinigung. Gleichzeitig sank die Produktion der deutschen Fischerei um rund 29 000 Tonnen auf 238.300 Tonnen. Dadurch wurde die Einfuhrabhängigkeit bei Fisch und Fischerzeugnissen weiter erhöht und mussten mit 1,774 Mio. Tonnen Fisch fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr importiert werden. Der Selbstversorgungsgrad sank damit von 22,9 Prozent auf 18,8 Prozent. ‚Durch die Produktion von Fisch in Aquakulturanlagen bleibt die Wertschöpfung im Land‘, sagte Minister Backhaus. Die Abhängigkeit der einheimischen Unternehmen etwa von Importen aus Dänemark könne so bei einigen Fischarten verringert werden.

Mecklenburg-Vorpommern hat seit zehn Jahren einen drastischen Rückgang in der Aquakultur zu verzeichnen. So wurden 2002 lediglich nur noch 443 Tonnen Karpfen und Regenbogenforellen und damit 110 Tonnen weniger als im Vorjahr in Aquakulturanlagen erzeugt. ‚Wir wollen die Errichtung solcher Anlagen stärker fördern‘, betonte der Minister. Zur Unterstützung von Investoren habe das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Umweltministerium eine Projektgruppe gebildet, die die Errichtung umweltverträglicher Anlagen von der Antragstellung bis zur Genehmigungsreife begleiten soll.

Links zum Thema Fisch, Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Dauerbilligpreise: Landeskartellbehörden sollen verstärkt kontrollieren

Themen: Archiv — info @ 13:02

Koblenz (agrar.de) – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum, forderte in einem Schreiben den Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Hans-Artur Bauckhage auf, die Landeskartellbehörden anzuweisen, verstärkt die Einhaltung des Kartellgesetzes im Lebensmitteleinzelhandel zu kontrollieren.

Hintergrund seien die anhaltenden niedrigen Preise für Milch und Milcherzeugnisse sowie für Fleisch und Fleischwaren, erklärte der Präsident. Gegenüber dem Vorjahr hätten die Verbraucher in Deutschland für Milchprodukte erheblich weniger ausgeben müssen. Nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) seien beispielsweise für Markenbutter durchschnittlich nur 0,87 Euro gezahlt worden, was einer Verbilligung von 8,4 Prozent entspreche. Vollmilch hätte sich um 7,8 Prozent auf 0,59 Euro pro Liter verbilligt. Auch Käse habe unter dem enormen Preisdruck zu leiden. Der Preisdruck wirke sich selbstverständlich auf die Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe aus, die seit Jahren um akzeptable Einkommen kämpfen müssten. Solche niedrigen Preise für Lebensmittel seien nicht tolerierbar. Diese Billigpreismarketingstrategie habe des weiteren zur Folge, dass die Wertschätzung der Lebensmittel in den Köpfen der Bevölkerung zurückgehe. Neben diesem bedenklichen Wertewandel litten auch die landwirtschaftlichen Betriebe und Familien unter den Folgen dieses Verkaufsgebarens.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau fordert die Discounter und die Märkte des Lebensmitteleinzelhandels auf, sich endlich ihrer Verantwortung gegenüber der Nahrungsmittelproduktion zu stellen und die Lebensmittel aus Preiskämpfen heraus zu halten.

Links zum Thema Verbände.

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