24. Januar 2003

Förderpreis Ökologischer Landbau: Künast prämiert innovative Bio-Betriebe

Themen: Archiv,Bienen — info @ 15:01

Berlin (agrar.de) Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat drei Betriebe mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau 2003 des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) ausgezeichnet. Er ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert und wurde zum dritten Mal vergeben.

‚In diesem Jahr geht unser Förderpreis an drei Betriebe, die wegweisend sind für die ökologische Tierhaltung. Mit viel persönlichem Einsatz haben die Preisträger innovative, besonders tiergerechte Haltungsverfahren entwickelt, die die ökologische Landwirtschaft weiter voran bringen werden,‘ so Künast heute anlässlich der Preisverleihung auf der Grünen Woche in Berlin.

In diesem Jahr ging der Förderpreis in Höhe von jeweils 8.333 Euro an:

– die Demeter-Imkerei Friedmann (Steinheim, Baden-Württemberg) erhält die Auszeichnung für eine besonders bienengerechte und ökologische Imkerei sowie das Engagement für die Förderung der biologischen Vielfalt.

– den %url4%Naturland-Betrieb Bergische Fischzuchtanstalt Rameil%/% (Lindlar, Nordrhein-Westfalen) wird für die Entwicklung eines Verfahrens der ökologischen Forellenzucht (Aquakultur) ausgezeichnet.

– den Bioland-Betrieb Weiland (Witzenhausen, Hessen) wird für die Entwicklung eines besonders umwelt- und tiergerechten Freilandhaltungsverfahrens (%url5%Hühnermobil%/%) prämiert.

Wie schon bei den Preisverleihungen der Vorjahre wurde wieder ein Zusatzpreis der %url6%Zukunftsstiftung Landwirtschaft%/%, Bochum, in Höhe von insgesamt 7.500 Euro durch Stiftungsrat Nikolai Fuchs an die drei Preisträger vergeben.

Mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau werden ökologisch wirtschaftende Betriebe ausgezeichnet, die innovative Leistungen in die Praxis ihres Betriebes eingebunden und umgesetzt haben. Die Leistungen der Preisträger sollen auf andere Betriebe übertragbar sein und können damit zur Akzeptanz und Verbreitung des ökologischen Landbaus beitragen.

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DBV und HLBS begrüßen Klarheit bei Besteuerung des Milchquotenverkaufs

Themen: Archiv — info @ 15:01

Bundesfinanzministerium legt Erlass zur Buchwertabspaltung vor

Berlin (agrar.de) – Trotz einiger inhaltlicher Kritikpunkte haben der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Hauptverband der landwirtschaftlichen Buchstellen und Sachverständigen (HLBS) die Vorlage des Bundesfinanzministeriums zur Umsetzung der Buchwertabspaltung beim Grund und Boden begrüßt. Auch wenn die Finanzverwaltung nicht in allen Punkten der Argumentation des Berufsstandes gefolgt ist, gibt es nunmehr nach einem fast fünfjährigen Schwebezustand Rechtssicherheit und Rechtsklarheit bei der Veräußerung von Milchquoten, erklärten beide Verbände zur Veröffentlichung des Schreibens. Die Landwirte und ihre steuerlichen Berater können nur auf dieser Grundlage verlässlich kalkulieren und beraten.

Bekanntlicherweise hatte der Bundesfinanzhof (BFH) 1998 entschieden, dass die den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben 1984 zugeteilten Milchreferenzmengen steuerlich einen eigenen Buchwert besitzen. Durch die Einführung der Milchgarantiemengenregelung 1984 hat sich dieser bis dahin im Grund und Boden enthaltene Wert verselbständigt und ist dementsprechend aus dem Buchwert des Grund und Bodens abzuspalten. Für die Land- und Forstwirte bedeutet dies, dass sie bei einem Verkauf von Milchquoten nunmehr einen Buchwert gegenrechnen können, so dass sie im Ergebnis weniger Steuern zu zahlen haben.

Wie DBV und HLBS weiter ausführen, hatte sich die Finanzverwaltung zunächst gegen die Umsetzung dieser BFH-Urteile gewehrt. Umso mehr ist es daher zu begrüßen, dass in der Endphase der Umsetzung pragmatische Vorschläge des Berufsstandes aufgenommen worden sind, um Vereinfachungen und Klarstellungen zu erreichen. Dies gilt vor allem für eine Vereinfachungsregelung zur Ermittlung des Buchwertes der Milchquote sowie einige Billigkeitslösungen.

Kritisch beurteilen DBV und HLBS jedoch, dass die Finanzverwaltung an einem starren Verkehrswert der Quote von 0,80 DM/kg festgehalten hat. Den Landwirten und ihren steuerlichen Beratern ist daher zu empfehlen, jeden Einzelfall genau zu prüfen und zu entscheiden, ob die Vereinfachungsregelung oder die so genannte Gesamtwertmethode das steuerlich günstigere Ergebnis darstellt.

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Herstellerverband für biologische Pflanzenschutzmittel gegründet

Themen: Archiv — info @ 14:01

Darmstadt (agrar.de) – Die Hersteller biologischer Pflanzenschutzmittel aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich zum ‚IVB Herstellerverband biologischer Pflanzenschutz‘ zusammengeschlossen. Die Gründungsversammlung fand im vergangenen Monat am Institut für biologischen Pflanzenschutz der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Darmstadt statt.

‚Wer ‚A‘ sagt, muss auch ‚B‘ sagen‘, begrüßt Dr. Jürg Huber, der Leiter des BBA-Institutes für biologischen Pflanzenschutz, die Initiative. ‚Der Industrieverband Agrar (IVA) vertritt die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland. Mit dem IVB ist nun ein neues Vertretungsorgan gegründet, das die Hersteller von mikrobiologischen und mineralischen Pflanzenschutzmitteln, von Pflanzenextrakten und Pheromonen in ihrer Arbeit unterstützt‘. Der Vorsitzende des IVB, Dr. Hubertus Kleeberg, erklärt, dass biologische Pflanzenschutzmittel nicht nur dem ökologischen Landbau, sondern auch dem integrierten Anbau praxisnahe und gleichzeitig zukunftsweisende Lösungen bieten. Dabei soll der IVB auf der politischen und behördlichen Ebene wie auch beim Ausbau der Forschung und Beratung national und international Druck für den biologischen Pflanzenschutz machen.

Der Markt für biologische Pflanzenschutzmittel entspricht in seiner Größe der weltweit biologisch bewirtschafteten Fläche. Diese beträgt in Deutschland rund 630.000 ha (ca. 3,7 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche). Mit dem Programm des Verbraucherschutzministeriums, den Marktanteil von Lebensmitteln aus ökologischem Landbau in Deutschland in den nächsten 10 Jahren deutlich zu erhöhen, ist mit einem weiteren Wachstum im Markt biologischer Pflanzenschutzmittel zu rechnen.

Aber nicht nur in Deutschland gewinnen biologische Pflanzenschutzmittel immer stärker an Bedeutung. Besonders Länder mit umfassenden landwirtschaftlichen Problemen wie China und Brasilien interessieren sich zunehmend für Pflanzenschutzmittel, die eine stabile landwirtschaftliche Produktion im Gleichgewicht mit der Natur ermöglichen.

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Süße Durchschnittsernte 2002 im Rheinland

Themen: Archiv — info @ 14:01

Bonn (agrar.de) – Die rheinischen Landwirte konnten im vergangenen Jahr von September bis Dezember eine gute Durchschnittsernte von ihren Rübenäckern einfahren. Mit 58,9 t Rüben je ha lag die Erntemenge über der des Vorjahres von 53,3 t/ha, aber knapp unter den Ergebnissen des Jahres 2001 mit 62,8 t/ha, wie der Rheinische Rübenbauer-Verband mitteilt. Nach einer zeitigen Saat Ende März / Anfang April, haben sich die kleinen Rübenpflänzchen vom Start weg gut entwickelt. Ausreichende Niederschläge im Juli und August trugen ebenfalls zu einer guten Entwicklung bei und halfen den Rüben, reichlich Zucker einzulagern. Für Spitzenerträge fehlte allerdings genug Sonne.

Bundesweit konnten ähnlich gute Durchschnittserträge – 59,2 t/ha – geerntet werden. Die Zuckergehalte lagen in dem nassen Jahr 2002 im Rheinland mit 16,65 Prozent knapp unter dem Bundesmittel von 16,96 Prozent. Auch im Vorjahr kam das Rheinland nach dem sonnenscheinarmen September im Zuckergehalt mit 16,68 Prozent nicht ganz an das Bundesmittel von 17,0 Prozent heran.

Rechnet man Rübenertrag und Zuckergehalt zusammen, ergibt sich die Menge Zucker, die auf 1 ha gewachsen ist und die für das Einkommen der Bauern entscheidend ist. In diesem Jahr waren es 9,8 t Zucker und damit rund 1 t je ha mehr als im Vorjahr. Die rheinischen Zuckerfabriken konnten aus den Rüben insgesamt 573.000 t Weißzucker herauskochen. Die Zuckermenge, die die 6.300 rheinischen Rübenanbauer auf rund 64.000 ha geerntet haben, reicht aus, um rund 17 Mio. Menschen ein Jahr lang mit Zucker zu versorgen.

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Künast: Frauen sind Motor für die ländliche Entwicklung

Themen: Archiv — info @ 13:01

Bäuerliche Landwirtschaft braucht engagierte Frauen

Berlin (agrar.de) – ‚Frauen sind Motor der ländlichen Entwicklung. Gerade die Landfrauen engagieren sich besonders intensiv für den Auf- und Ausbau neuer Einkommensmöglichkeiten auf dem Land. Der starke Anstieg von Dienstleistungsangeboten in ländlichen Regionen, z.B. Tourismus, Direktvermarktung, soziale oder Freizeitdienstleistungen geht überwiegend auf das Konto von Frauen‘, so Bundesverbraucherministerin Renate Künast heute in einer Diskussionsrunde auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

In landwirtschaftlichen Betrieben, die sich zusätzliche Einkommensalternativen erschließen, tragen Frauen im Durchschnitt zu mehr als 50 Prozent zum Familieneinkommen bei. Die Frauen in den ländlichen Regionen, so Künast, seien hervorragend ausgebildet und größtenteils am Berufsleben orientiert. Sie wünsche sich deshalb noch mehr Existenzgründerinnen im ländlichen Raum. Allerdings müssten hierzu die Rahmenbedingungen noch weiter verbessert werden. Erforderlich sei eine Verbesserung der Dienstleistungsstrukturen, insbesondere der Kinderbetreuung, um Familien- und Erwerbsleben besser miteinander vereinbaren zu können. Notwendig seien auch weitere Unterstützungen auf dem Weg in die Existenzgründung sowie Erhalt und Verbesserung von wohnortnahen Bildungs- und Beratungsangeboten. Hierzu leiste das IT-Projekt der Landfrauen einen wichtigen Beitrag. Die Mittelstandsoffensive der Bundesregierung wird nach Auffassung der Ministerin die Startbedingungen für Existenzgründerinnen erheblich verbessern, z.B. durch einfachste Buchführungspflichten, Minimalbesteuerung und andere finanzielle Erleichterungen in den Anfangsjahren.

‚Landfrauen sind mit ihrem vielfältigen Wissen über Nahrungsmittel und Produktionszusammenhänge die idealen Botschafterinnen für gesunde und nachhaltig produzierte Agrarprodukte. Sie sind deshalb unverzichtbar für den ‚Erzeuger-Verbraucher-Dialog“, sagte Künast. Besonders ihr Engagement in Schulen trage dazu bei, dass Kinder sich schon früh mit gesunder und abwechslungsreicher Ernährung auseinander setzen könnten. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung für verantwortliches Verbraucher-Verhalten, so die Ministerin.

Links zum Thema Landfrauen, Link zum Bäuerinnentreff.

Miller: Agrarreform extrem bauernfeindlich“

Themen: Archiv — info @ 13:01

München (agrar.de) – Für unausgegoren und extrem bauernfeindlich hält Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller die Pläne der EU zur Reform der europäischen Agrarpolitik. Vor der Presse in München kündigte er an, gemeinsam mit anderen Ländern und europäischen Partnern Druck auf Brüssel auszuüben, um notwendige Korrekturen durchzusetzen. Von der Bundesregierung erwartet sich Miller nach den bisherigen Reaktionen aus Berlin wenig Unterstützung: ‚Für Renate Künast sind die Brüsseler Pläne die Wende, für viele Bauern aber das Ende.‘

Weil in Bayern rund ein Viertel der deutschen Milch erzeugt wird, hat für den Minister die Erhaltung der Milchquote absolute Priorität. Er fordert deshalb die Fortführung der Quotenregelung ohne die europaweit vorgesehene Aufstockung der Milchquoten. Die Entwertung der Milchquote durch eine weitere Aufstockung würde zu gewaltigen Einkommensverlusten für die Milchviehbetriebe führen: In der Endstufe wären es allein im Jahr 2008 rund 400 Millionen Euro.

Ein Umdenken verlangt Miller von Brüssel auch bei der Entkoppelung der Direktzahlungen von der Produktion. Die Idee sei zwar prinzipiell richtig, um Überproduktionen einen Riegel vorzuschieben. Die von der EU vorgesehene pauschale Betriebsprämie orientiere sich aber nur daran, wie viel Prämien ein Landwirt in einem bestimmten Zeitraum erhalten habe. Dies werde lediglich fortgeschrieben. ‚Diese Art der Subventionierung wird auf Dauer weder von den Landwirten noch von der Gesellschaft akzeptiert‘, sagte Miller. Sie führe zudem zu massiven Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Betrieben. Der Minister wird deshalb einen Alternativvorschlag einbringen, der Zahlungen nur dann vorsieht, wenn dafür Gegenleistungen erbracht werden. Das dreistufige bayerische Modell ist an die ordnungsgemäße Bewirtschaftung von Betrieb und Fläche geknüpft. Die erste Stufe sieht eine flächenbezogene Grundprämie vor, die die höheren Produktions- und Sozialstandards in Europa gegenüber dem Weltmarkt angemessen ausgleicht. In der zweiten Stufe wird ein Ausgleich für höhere deutsche Umwelt-, Tierschutz und Sozialstandards gegenüber den übrigen EU-Ländern bezahlt. Als dritte Stufe sieht der bayerische Vorschlag die Honorierung von Agrarumweltleistungen vor, zu denen sich die Landwirte freiwillig in Pflegeverträgen verpflichten.

Auf Ablehnung stößt bei Miller auch die Kürzung der Einkommensbeihilfen durch die Modulation. Den rund 50 000 betroffenen Betrieben würden nach derzeitigem Stand von 2006 bis 2012 rund 240 Millionen Euro aus der Tasche genommen. Miller: ‚Die EU verschafft sich damit zusätzliche Einnahmen.‘ Nur ein geringer Teil der Gelder fließe wieder nach Bayern zurück. Damit sei die Modulation im Grunde eine verkappte Einkommenssteuer der EU zu Lasten der Landwirtschaft.

Geradezu widersinnig ist für Miller der restriktive Umgang der Kommission mit dem Anbau von Nachwachsenden Rohstoffen. Seiner Meinung nach muss der Anbau auf Stilllegungsflächen auch künftig möglich sein. Überdenken sollte die EU laut Miller auch die Höhe der Förderprämie und die genehmigungsfähige Höchstfläche: ’45 Euro pro Hektar bei einer maximal garantierten Fläche von 1,5 Millionen Hektar sind viel zu wenig, um den Anbau wirtschaftlich interessant zu machen.‘

Heftigen Widerstand kündigte der Minister auch gegen die geplante Senkung des Interventionspreises für Getreide um fünf Prozent und die Abschaffung der Intervention bei Roggen an. Dies schmälere das Einkommen der Bauern und erhöhe das Preisrisiko für die Landwirtschaft. Auch finanzielle Einschnitte bei der Verarbeitungsbeihilfe will Miller nicht widerspruchslos hinnehmen: ‚Das wäre sonst das sichere Aus für die bayerischen Futtertrocknungswerke‘.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

DBV: Schlechte wirtschaftliche Stimmung unter Landwirten

Themen: Archiv — info @ 11:01

Sonnleitner stellt Investitionstest Agrar vom Dezember 2002 vor

Berlin (agrar.de) – Die deutschen Landwirte beurteilen die aktuelle wirtschaftliche Lage ihrer Betriebe weiter ungünstig. Dies ergibt die jüngste Befragung des Investitionstest Agrar vom Dezember 2002. ‚Damit ist die Stimmung unter den Landwirten auf den Tiefpunkt des Jahres 1999 zurückgefallen, als die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise auf breiter Front im Keller waren‘, so Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Vor allem die aktuelle Steuerpolitik der Bundesregierung wird als sehr belastend angesehen. Die starke Investitionszurückhaltung landwirtschaftlicher Betriebsleiter setzt sich fort. Der Investitionstest Agrar wird als repräsentative Befragung seit Dezember 1998 durchgeführt. Diesmal wurden 1.800 Landwirtschaftsbetriebe sowie 300 landwirtschaftliche Lohnunternehmen durch das Marktforschungsinstitut ‚Produkt + Markt‚ befragt.

Die aktuelle wirtschaftliche Situation ihres Betriebes beurteilten gerade noch 14 Prozent der befragten Landwirte als ‚gut‘. Im Vergleich zur letzten Befragung im Juli 2002 ist dies ein deutlicher Rückgang um 3 Prozentpunkte. 36 Prozent der befragten Landwirte schätzen ihre derzeitige wirtschaftliche Situation als ungünstig ein (plus 3 Prozentpunkte), 50 Prozent (unverändert gegenüber Juli 2002) schätzen die wirtschaftliche Lage als befriedigend ein. Seit Anfang 2002 wird eine kontinuierliche Verschlechterung der Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation in der Landwirtschaft verzeichnet. Am ungünstigsten bewerten Futterbaubetriebe ihre wirtschaftlichen Verhältnisse. Auch Veredlungsbetriebe, die einen Großteil ihres Einkommens aus der Schweine- und Geflügelhaltung erzielen, beurteilen ihre Situation schlechter als noch im Juli 2002. Unter den Lohnunternehmern ist eine gegenüber Sommer 2002 unveränderte Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage zu verzeichnen.

Die Erwartungen der Landwirte im Bezug auf die wirtschaftliche Fortentwicklung ihrer Betriebe in den kommenden zwei bis drei Jahren sind so pessimistisch wie zuletzt 1999. Nur 7 Prozent der Landwirte sehen eine günstigere wirtschaftliche Entwicklung für ihren Betrieb voraus (minus 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Juli 2002). Eine Mehrheit von 53 Prozent erwartet eine ungünstige betriebliche Entwicklung, dies sind 3 Prozentpunkte mehr als im Juli 2002. 40 Prozent der befragten Betriebsleiter gehen von einer gleichbleibenden wirtschaftlichen Entwicklung für ihren Betrieb aus (plus 1 Prozentpunkt im Vergleich zum Juli 2002). Dabei schätzen insbesondere Futterbaubetriebe ihre betriebliche Zukunft im Vergleich zu anderen Betriebsformen deutlich pessimistischer ein.

Steuerpläne lösen Besorgnis aus

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden insbesondere bei den Märkten für Getreide und Milch als belastend eingeschätzt. Besonders besorgt zeigen sich die Landwirte über die Entwicklung der Steuer- und Finanzpolitik der Bundesregierung. Auch durch die EU-Osterweiterung und die Frage der Wettbewerbssituation der deutschen Landwirtschaft innerhalb Europas lösen große Besorgnis unter den Landwirten aus.

Rückläufige Investitionsabsichten

Im kommenden halben Jahr beabsichtigen 52 Prozent aller befragten Landwirte zu investieren. Dies ist ein Rückgang um 4 Prozentpunkte im Vergleich zur Befragung im Juli 2002. Auch die durchschnittliche Investitionshöhe ist im Vergleich zum Befragungszeitpunkt Juli 2002 deutlich gesunken. 31 Prozent der Betriebsleiter wollen in Maschinen und Geräte investieren, 21 Prozent in Gebäude. In Bürotechnik und EDV zu investieren haben 8 Prozent der Landwirte vor, 9 Prozent beabsichtigen außerlandwirtschaftliche Investitionen. Die Investitionsbereitschaft der befragten Lohnunternehmer entwickelt sich dagegen positiv. Je Lohnunternehmen ist die geplante Investitionshöhe im Vergleich zum Juli 2002 durchschnittlich um rund 10 Prozent angestiegen. Dies ist für den Deutschen Bauernverband ein Hinweis darauf, dass viele landwirtschaftliche Betriebe zunehmend Arbeiten an überbetriebliche Dienstleister vergeben und so weitere Rationalisierungsreserven nutzen.

Grafiken zum Investitionstest

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Blum: Lebensmittel sind Preis – wert

Themen: Archiv — info @ 10:01

Koblenz (agrar.de) – Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Leo Blum, kritisiert bereits seit November letzten Jahres zu jedem Anlass die Preisgestaltungspolitik großer Discounterketten bei Lebensmitteln. Es sei unverantwortlich, dass gerade die in den letzten Jahren verstärkt qualitativ hochwertig produzierte Nahrungsmittel nun als ‚Lockartikel‘ angeboten würden. Die heimischen Nahrungsmittel seien ihren Preis wert, erklärte Blum. Er begrüßte den Vorstoß der Bundeslandeswirtschaftsministerin Renate Künast, die auf der Grünen Woche in Berlin erklärte, dass ohne eine angemessene Honorierung keine qualitativ hochwertigen Nahrungsmittel erzeugt werden könnten.

Präsident Blum erklärte weiter, dass selbst die Umsätze der ökologisch wirtschaftenden Betriebe im Jahre 2002 um 15 Prozent zurückgegangen seien. Dies belege das sinkende Interesse der Bevölkerung an Qualitätsnahrungsmitteln. Gerade die Landwirte hätten mit der freiwilligen Einführung des Prüfzeichens für heimisch erzeugtes Rindfleisch und des Qualitätssicherungssystems QS gezeigt, dass sie bereit seien, ihre Qualitätsproduktion zu dokumentieren und den Wunsch der Verbraucher nach mehr Transparenz zu erfüllen. Diese Anstrengungen dürften nicht durch Schleuderpreise zerstört werden. Die Landwirtschaft könne sich nun einmal bei den hiesigen Kosten, Auflagen und Preisen nicht gegen Billigimporte, vor allem aus dem außereuropäischen Ausland und Osteuropa, behaupten. Außerdem seien die Umwelt-, Hygiene- und Arbeitsstandards in diesen Ländern weit aus geringer als in Deutschland.

Die Landwirte und Winzer leisteten ihren Beitrag zum Umweltschutz, zur Sicherheit und zur Qualität der in Deutschland und in Rheinland-Pfalz erzeugten Nahrungsmittel.

Blum appelliert an die verantwortungsbewussten Verbraucher, sich darüber Gedanken zu machen, wo letztlich in den privaten Haushalten gespart könne. Bei der Ernährung zu sparen sei sowohl aus gesundheitlicher wie auch aus gesellschaftspolitischer Sicht im Sinne der heimischen Kulturlandschaft sicherlich der falsche Weg.

Wenn die Discounter nicht endlich verantwortungsbewusster mit ihrer Marktposition umgingen, werde bald mit Aktionen durch die erbosten bäuerlichen Familien zu rechnen sein.

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Viehbestände in Thüringen: Tiefstand bei Rindern – Schweinebestand stabil

Themen: Archiv — info @ 09:01

Erfurt (agrar.de) – Nach dem endgültigen Ergebnis der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände Anfang November 2002 wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens 374.200 Rinder und 743.000 Schweine gehalten. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wurde der niedrigste Rinderbestand seit der Wiedervereinigung festgestellt. Seit 1990 hat sich die Zahl der Rinder insgesamt als auch die der Milchkühe in etwa halbiert. Der Bestand an Schweinen blieb auf hohem Niveau stabil. Mehr Schweine als im November 2002 wurden letztmalig im Jahr 1992 gehalten.

Veränderungen in der Rinderhaltung

Der Bestand an Rindern fiel im November 2002 um 10.200 Tiere bzw. 2,7 Prozent geringer aus als im November 2001. Maßgebend für die gesunkenen Rinderbestände war ein weiterer Rückgang der Zahl der Milchkühe um 2,0 Prozent auf 126.600 Tiere und der zur Reproduktion zur Verfügung stehenden Zucht – und Nutzfärsen um 5,9 Prozent auf 23.900 Tiere. In Folge dessen wurden in Thüringen auch 5,1 Prozent weniger Kälber und 2,7 Prozent weniger Jungrinder gehalten als im November 2001. Insgesamt wurde ein Kälber- und ein Jungrinderbestand von 54.600 bzw. 50.800 Tieren ermittelt.

In der Ammen- und Mutterkuhhaltung, die sich über Jahre auf hohem Niveau hält, wurden gleichfalls Bestandsrückgänge um 3,4 Prozent auf 37.300 Tiere festgestellt.

Entwicklung der Schweinebestände

Der Schweinebestand stieg im Vergleich zum November 2001 leicht um 6.900 Tiere bzw. 0,9 Prozent an. Die Bestandsentwicklung stellte sich dabei in den jeweiligen Tierkategorien differenziert dar. Gemäßigte Steigerungen wurden bei Mastschweinen mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 252.800 Tiere festgestellt. Die Zuchtsaubestände stiegen um 1,5 Prozent auf 90.200 Tiere und der Ferkelbestand um 8,4 Prozent auf 169.200 Tiere. Rückläufig entwickelten sich die Jungschweinebestände. Insgesamt standen 229.900 Tiere in den Ställen. Das waren 9.600 Jungschweine bzw. 4,0 Prozent weniger als im November 2001.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

23. Januar 2003

Saarländische Landwirte stehen vergleichsweise gut da

Themen: Archiv,Saarland — info @ 16:01

Einkommensentwicklung bundesweit spitze

Saarbrücken (agrar.de) – Die saarländischen Landwirte stehen in wirtschaftlicher Hinsicht im Bundesvergleich gut da: Während bundesweit die Bauern im Wirtschaftsjahr 2001/2002 durchweg Einkommenseinbußen von teilweise bis zu einem Fünftel hinnehmen mussten, konnten die Einkommen der Saar-Landwirte mit einem Plus von 2,75 Prozent noch leicht zulegen. Dies geht aus – noch vorläufigen – Zahlen hervor, die der Verband der Landwirtschaftskammern jetzt veröffentlicht hat. Exakte Zahlen erwartet das saarländische Umweltministerium vom Agrarbericht, der im März vorliegen wird.

‚Aber auch diese ersten Einschätzungen bestätigen, dass die Haupterwerbsbetriebe im Saarland auf einem guten Weg sind‘, so Umweltminister Stefan Mörsdorf. Durch eine langfristig angelegte, nachhaltige Agrarpolitik sei es im Saarland gelungen, leistungsfähige Betriebe mit guter Flächenausstattung zu schaffen. ‚Dass unsere Landwirte vergleichsweise gut dastehen ist umso bemerkenswerter, als das Saarland eigentlich als benachteiligte Region gilt. Die Zahlen belegen aber vor allem, dass man umwelt- und naturverträglich wirtschaften und gleichzeitig gute Betriebsergebnisse erzielen kann‘, unterstrich der Minister.

Die in der Statistik angeführten Haupterwerbsbetriebe im Saarland haben im Schnitt 113 Hektar Landfläche bewirtschaftet und im Wirtschaftsjahr 2001/2002 (1. Juli bis 30. Juni) damit ein Ergebnis von knapp 37.000 Euro erzielt. Das vergleichsweise gute Betriebsergebnis der Bauern zwischen Blies, Prims und Saar ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass das letzte Wirtschaftsjahr für Milchviehhalter insgesamt ganz gut verlaufen ist. Die Milchwirtschaft spielt im Saarland traditionell eine bedeutende Rolle. Aktuell sind die Auszahlungspreise für Rohmilch, die an die Molkerei geliefert wird, im Saarland nach Einschätzung von Fachleuten hervorragend.

Links zum Bundesland Saarland.

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