30. Januar 2003

Österreich: Nutztierbestände nehmen geringfügig ab

Themen: Österreich,Statistik — info @ 10:01

Wien (agrar.de) – Am 1. Dezember 2002 führte die Statistik Austria, basierend auf einer Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, eine Allgemeine Viehzählung in Form einer Stichprobenerhebung durch. Die Hochrechnung der rund 7.000 hierzu ausgewählten, landwirtschaftlichen Betriebe ergab einen generellen, leichten Abwärtstrend für alle in der Erhebung berücksichtigten Tiergattungen.

Der Gesamtbestand der Schweine verringerte sich gegenüber der letzten Erhebung im Juni 2002 um 77.000 Stück auf 3.305.000 Tiere, was einer Abnahme von 2 Prozent entspricht. Der Schweinebestand erreichte somit einen neuerlichen Tiefstand und liegt nun 4 Prozent unter dem Niveau der letzten Vollerhebung vom Dezember 1999, wo noch 3.433.000 Schweine gezählt wurden.

Die Hauptursache des Bestandsrückgangs ist in der Kategorie der Ferkel zu finden. Allein deren Anzahl reduzierte sich im Vergleich zum Juni 2002 um 107.000 Stück bzw. 12 Prozent, während die anderen Kategorien (Jung- und Mastschweine, Zuchtschweine) weitgehendst stabil blieben. Regional auffällig gestaltete sich das Ergebnis Kärntens, wo die Gesamtzahl der Schweine ein Plus von 25 Prozent bzw. 40.000 Stück verzeichnete. Dies änderte jedoch nichts bezüglich des Anteils der in der Schweinehaltung maßgeblichen Bundesländer – Nieder- und Oberösterreich sowie der Steiermark – am Gesamtbestand, der weiterhin bei 90 Prozent lag.

Bei Schafen und Ziegen zeigte sich ebenfalls ein Abwärtstrend. Die Schafbestände blieben mit 305.000 Tieren um 5 Prozent unter dem Ergebnis der Stichprobenerhebung des Vorjahres. Im Vergleich zur letzten Vollerhebung im Jahr 1999 mit 352.000 Stück entspricht dies einem beachtlichen Rückgang von 14 Prozent. Die Anzahl der Ziegen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 58.000 Stück und kam auf dem Niveau des Jahres 1999 zu liegen.

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Bartels zur geplanten neuen Schweinehaltungs-VO: Nur im Detail von der EU-Richtlinie abweichen

Themen: Archiv — info @ 09:01

Hannover/Berlin (agrar.de) – ‚Die EU-Vorgaben sind gut, sie sollten grundsätzlich 1:1 umgesetzt werden. Nationale, fachlich sinnvolle Änderungen im Detail inbegriffen‘. Der ‚Sündenfall Legehennenverordnung‘, wie Niedersachsens Ministerpräsident kürzlich formuliert habe, dürfe sich bei der neuen nationalen Schweinehaltungsverordnung nicht wiederholen, appellierte heute Landwirtschaftsminister Uwe Bartels an die Abgeordneten im Plenum des Bundestages. Debattiert wurde in Berlin darüber, ob Deutschland die EU-Richtlinie 91/630/EWG über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen 1:1 übernehmen oder weitergehende nationale Regelungen anstreben sollte.

Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu sichern und gleichzeitig die wichtigen Verbraucherschutz- und Tierschutzaspekte zu berücksichtigen, darauf komme es an, betonte Bartels. Starke Abweichungen von der EU-Richtlinie hingegen würden das Gegenteil bewirken, z. B. eine Abwanderung der Tierproduktion ins Ausland. Verlierer wären dann der Tierschutz und die Tiere, die landwirtschaftlichen Familien und ihre Betriebe und unser Land als Produktionsstandort einer modernen, leistungsfähigen Landwirtschaft.

Der in der Praxis gut angenommene ’niedersächsische Weg‘, geregelt per Erlass, abgestimmt mit Bauern und ihren Verbänden, beweise, wie gut die schwierige Balance zwischen fachlich ausgewogenem Tierschutz, angemessenem Tierhalterschutz und dem Schutz wirtschaftlicher Wettbewerbsinteressen gelungen sei. Dieser ’niedersächsische Weg‘ sei auf Detailregelungen einer neuen Bundesverordnung übertragbar. Was er den Bundestagsabgeordneten ‚ans Herz lege‘, fügte Bartels hinzu.

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„Gutes Investitionsklima“ war nur ein Strohfeuer

Themen: Archiv — info @ 09:01

Hohe Erwartungen der Landtechnik nach EuroTier-Ausstellung wurden nicht erfüllt

Hannover (agrar.de) – Die Zuversicht ist der Depression gewichen. Noch während der EuroTier in Hannover, Europas führender Fachausstellung für die Tierhaltung, herrschte im vergangenen November Optimismus vor. Die Hersteller von Stalltechnik gingen von einem guten Investitionsklima aus und erwarteten eine große Bereitschaft der Tierhalter, ihr Geld in Ställen und Stalleinrichtungen anzulegen. Die Erwartungen haben sich nach Angaben des niedersächsischen Landvolkverbandes jedoch nicht erfüllt.

Ein führender Hersteller von Stalleinrichtungen für die Veredelungswirtschaft sieht die gegenwärtige Geschäftslage sogar ‚ganz düster‘. Besonders verunsichert sind die Legehennenhalter; sie fragen sich derzeit, ob es angesichts der jetzigen Rahmenbedingungen überhaupt noch Sinn hat, in Deutschland in Hühnerställe zu investieren. Nach dem Verbot der Käfighaltung im Alleingang ist eher eine Bereitschaft erkennbar, die Legehennenhaltung ins Ausland zu verlegen. Aber auch bei den Putenmästern ist nach einem deutlichen Rückgang der Erlöse ‚die Luft raus‘, sie sehen im Augenblick finanziell keine Möglichkeiten zum Investieren. Zurückhaltung üben ebenso die Schweinehalter, nachdem kräftige Preisrückgänge ihre Ertragslage wieder verschlechtert haben. Und schließlich sitzt auch bei den Milchviehhaltern das Geld für Investitionen angesichts rückläufiger Milchpreise und den Unsicherheiten auf der agrarpolitischen Bühne nicht so locker wie zunächst angenommen.

Nicht anders sind die Einschätzungen des Handels bei der Landtechnik für die Außenwirtschaft. Die Euphorie im Markt nach einer erfolgreichen Agritechnica 2001, der europäischen Leitmesse für Landtechnik in Hannover, spiegelte sich auch zunächst in einem guten Geschäftsverlauf der Landmaschinenhändler Anfang 2002 wider. Gedämpft wurde dieses positive Investitionsklima auf Seiten der Landwirtschaft allerdings durch eine verregnete Ernte, rückläufige Preise für Getreide, Kartoffeln, Milch und Fleisch sowie politische Entwicklungen. Diese Zurückhaltung wirkte sich auf die komplette zweite Jahreshälfte 2002 aus und ließ die Umsätze des Handels schrumpfen. Auch im gerade begonnenen Jahr ist noch keine Trendwende erkennbar. Im Gegenteil: Die Raiffeisen Hauptgenossenschaft Nord AG erwartet eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Landwirte und ein Umsatzminus von fünf Prozent. Statt neue Maschinen zu kaufen, nutzen die Bauern lieber ihre alte Technik länger oder lassen Arbeiten verstärkt überbetrieblich durch Lohnunternehmer oder im Maschinenring durchführen.

Die Einschätzungen der Landtechnik-Branche werden auch durch den jüngsten Investitionstest Agrar des Deutschen Bauernverbandes bestätig. Die repräsentative Umfrage in 1.800 landwirtschaftlichen Betrieben und 300 Lohnunternehmen hat einen Tiefpunkt der Stimmung ermittelt. Aufgrund der pessimistischen Einschätzung ihrer wirtschaftlichen Lage wollen die Bauern danach in nächster Zeit nicht nur weniger Investitionen tätigen, sondern auch die durchschnittliche Investitionshöhe wird geringer ausfallen. Lediglich die Lohnunternehmen planen Investitionen, um der steigenden Nachfrage nach ihren Dienstleistungen nachkommen zu können.

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Bundestags-Diskussion zur Schweinehaltungsverordnung live im TV

Themen: Archiv — info @ 09:01

Berlin (agrar.de) – Die FDP-Fraktion des Bundestages will der Rechtsunsicherheit bezüglich der deutschen Schweinehaltungsverordnung beenden. Sie bringt dazu einen Antrag in den Bundestag ein, der die Bundesregierung auffordert, die seit November 2001 geltenden neuen EU-Bestimmungen in nationales Recht umzusetzen. Die EU-Bestimmungen soll – so die FDP – ohne deutsche Sonderregelungen übernommen werden.

Die Umsetzung der Schweinehaltungsverordnung in deutsches Recht hätte bereits bis Ende Dezember 2002 erfolgen müssen. Mittlerweile droht ein EU-Vertragsverletzungsverfahren.

Der TV-Sender Phoenix überträgt die Bundestagsdebatte am heutigen Donnerstag ab 14.30 Uhr. Als Redner wurden u.a. der niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD), der Biobauer Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/die Grünen), Gitta Connemann (CDU) und Hans-Michael Goldmann (FDP) angekündigt.

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29. Januar 2003

GLOBAL 2000: Zulassung von Genmais und Genraps droht

Themen: Archiv — info @ 15:01

EU-Gentechnik-Moratorium und Biolandbau in Gefahr – ‚Gentechnikfreie Zone Europa‘ gefordert

Wien (agrar.de) – Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt vor der drohenden Zulassung dreier gentechnisch veränderter Monsanto-Raps- bzw. Maissorten.

‚Nachdem die Niederlande, Spanien und Großbritannien der Zulassung der Monsanto-Genpflanzen bereits zugestimmt haben, könnte jetzt das EU-Gentechnik-Moratorium fallen‘, warnt Werner Müller, Gentechnik- Experte von GLOBAL 2000. ‚Die Zeit für Absichtserklärungen ist für Umweltminister Molterer abgelaufen. Wir fordern Minister Molterer auf, dringend Einspruch gegen die Zulassung zu erheben.‘ Minister Molterer kann seinen Einspruch nach der Freisetzungsrichtlinie (2001/18/EG) noch bis zum 22. März einbringen. ‚Molterer muss sich für eine gentechnikfreie, europäische Landwirtschaft einsetzen. Wir fordern eine ‚Gentechnikfreie Zone Europa“, so Müller. ‚Solange die Koexistenz zwischen dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und der biologischen und konventionellen Landwirtschaft nicht geklärt ist, muss eine Freisetzung von Genpflanzen unbedingt verhindert werden.‘

Auch die EU-Kommission (Mitteilung vom 23.2.2002) kam im vergangenen Jahr zum Schluss, dass die biologische und konventionelle Landwirtschaft vor der Verschmutzung durch ‚Gen-Pollen‘ zu schützen ist. Eine Lösung sollte mit den Mitgliedstaaten ausgearbeitet werden, jedoch liegen bislang keine Ergebnisse vor. Trotzdem wurde nun auf Ansuchen des Saatgutkonzerns Mosanto eine herbizidresistente Rapssorte (Event GT73), eine herbizidresistente Maissorte (Event NK603) sowie eine herbizidresistente und insektenresistente Maissorte (NK603 × MON 810) von den Niederlanden, Spanien und Großbritannien für unbedenklich befunden.

Die Freisetzung dieser herbizid- bzw. insektizidresistenten Pflanzen würde die österreichischen Biobauern in höchstem Maße gefährden, ist Müller überzeugt. ‚Der Biolandbau stünde vor dem Aus. Studien haben gezeigt, dass Biobauern mit bis zu 41 Prozent Einkommenseinbußen rechnen müssen, wenn sie neben einem Gentechnik-Bauern produzieren. Gerade die kleinräumige Struktur der österreichischen Landwirtschaft macht ein Nebeneinander von Gentech-Landwirtschaft und biologischer Landwirtschaft unmöglich‘, so Müller weiter. ‚Deshalb brauchen wir gentechnikfreie Zonen, wie sie das Land Oberösterreich bereits in einer Gesetzesvorlage formuliert hat. Die anderen Bundesländer müssen ihren Worten endlich Taten folgen lassen. Bloße Absichtserklärungen schützen keinen Biobauern.‘

GLOBAL 2000 ruft Bürgerinnen und Bürger auf, über das Internet Einspruch gegen die Zulassung der Genpflanzen erheben.

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Brandenburg fordert Veränderungen in Brüsseler Agrarreformbeschlüssen

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 14:01

Potsdam (agrar.de) – Mit den in der vergangenen Woche vorgelegten Verordnungsentwürfen hat EU-Agrarkommissar Franz Fischler nach den Worten von Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) nunmehr für klare Verhältnisse gesorgt, wie sich Brüssel die Reform der gemeinsamen Agrarpolitik vorstellt. ‚Brandenburg wird bis zur Verabschiedung der Beschlüsse im Juni weitere Veränderungen einfordern. Ich sehe in dem Agrarreformpapier wichtige und notwendige Weichenstellungen, ich sehe aber auch mit Sorge, dass durch die Umverteilung den ländlichen Regionen Ostdeutschlands, die ja nicht ohne Grund in der höchsten EU-Förderkategorie als Ziel 1-Gebiete eingestuft sind, in derem wichtigsten Produktionsbereich – der Landwirtschaft – Millionenbeträge entzogen werden. Hier erwarte ich für die Zeit nach 2006 Signale, dass die wirtschaftlich schwachen Gebiete im Osten Deutschlands weiterhin auf besondere Unterstützung rechnen können.‘

Kappungsgrenzen

Als Erfolg aller neuen Bundesländer wertete Birthler, dass die Absicht, eine einzelbetriebliche Kappungsgrenze für Direktzahlungen (Tier- und Flächenprämien) einzuführen, vom Tisch ist. Vorgesehen waren 300.000 Euro: ‚Dies ist angesichts der Agrarstruktur unserer Landwirtschaft von nicht zu unterschätzender Bedeutung, denn dieses Vorhaben war ganz offensichtlich aus ideologischen und nicht aus wirtschaftlichen Gründen gegen die Großbetriebe in Ostdeutschland gerichtet.‘

Dynamische Modulation

Im Gegenzug plant die Kommission nunmehr, ab 2006 EU-weit eine bis 2012 steigende und zugleich in Abhängigkeit von den Direktzahlungen differenzierende Kürzung (Modulation). Betriebe mit Beihilfen bis zu 5.000 Euro sollen von jeglicher Kürzung ausgenommen werden. Betriebe mit einem Beihilfevolumen von bis zu 50.000 Euro sollen einen verminderten, über 50.000 Euro den vollem Kürzungssatz erfahren.

Nach diesen Vorstellungen betragen die Kürzungen der Direktzahlungen in der Endstufe 2012 in Brandenburg 57,2 Mio. Euro. Die durch die dynamische Modulation gewonnenen Mittel sollen nur zu einem vergleichsweise kleinen Teil der Finanzierung der weiteren Reformvorhaben im Marktordnungsbereich dienen. Dies und die unveränderte Absicht, die Mittel für die ländliche Entwicklung nach Kohäsionskriterien (Flächenausstattung, Arbeitskräftebesatz, Pro-Kopf-Einkommen) zwischen den Mitgliedstaaten neu zu verteilen wird dazu führen, dass ein großer Teil der in Brandenburg eingesammelten Mittel aus den Direktzahlungen nicht wieder zur Entwicklung der ländlichen Räume in Brandenburg zur Verfügung stehen. Birthler: ‚Angesichts der Probleme in den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands wird diese Umverteilung von uns abgelehnt.‘

Entkopplung der Direktzahlungen

In der Entkopplung der Direktzahlungen von der Fläche sieht Birthler dagegen grundsätzlich einen richtigen Ansatz. Der einzelne Betrieb soll – abgesehen von den Abzügen durch die Modulation – in etwa die Mittel der Referenzjahre 2000 bis 2002 erhalten. Die aus dem System der Preisausgleichszahlungen resultierenden Benachteiligungen bestimmter Flächennutzungen und Produktionsrichtungen werden aber damit fortgeschrieben. Birthler: ‚Ob aber bestehende Unausgewogenheiten zwischen einzelnen Sektoren damit verschwinden, bezweifle ich. Ebenso befürchte ich einen Produktionsrückgang. Zudem müssen bis zu 40 Verordnungen beachtet werden, um die vollständige Auszahlung der Prämien sicherzustellen. Was dies an Kontrollaufwand und für das Anlastungsrisiko in den Kreisen bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Hier sind dringend einfachere Regelungen angesagt.‘

Roggen

Eine ersatzlose Streichung der Roggenintervention hätte Einkommensverluste zwischen 20 und 34 Mio. Euro für die brandenburgischen Bauern zur Folge und gefährdet eine flächendeckende Landnutzung in Brandenburg. Der Roggenanbau ist im Land bereits seit Jahren rückläufig, ein vollständiger Ersatz dieser Ackerkultur ist angesichts der Boden- und Klimaverhältnisse nicht zu leisten. Birthler: ‚Brandenburg wird sich hier weiter für faire Übergangsfristen und Kompensationen einsetzen sowie verstärkt nach Alternativen in der Mischfutterindustrie, bei Biokraftstoffen und anderen Lösungen im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe suchen.‘

Flächenstilllegung

Probleme hat Brandenburg auch mit der Festlegung, dass 10 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche von jeglicher landwirtschaftlicher Nutzung einschließlich dem Anbau nachwachsender Rohstoffe ausgenommen sind. ‚Dies führt gerade auf den leichten Böden Brandenburgs zu einer Entwertung‘, so Birthler: ‚Ein Verbot des Anbaus von nachwachsenden Rohstoffen auf Stilllegungsflächen verringert die wirtschaftliche Attraktivität der nachwachsenden Rohstoffe und widerspricht dem auch von uns als zukunftweisend angesehenen Leitbild vom Landwirt als Energiewirt.‘

Milch

Die von Fischler vorgetragenen Vorstellungen zur Reform des Milchmarktes werden in Brandenburg abgelehnt, weil sie etliche Milchbauern in den Ruin treiben, äußerte Birthler. Bei einem ohnehin schon bestehendem Überangebot werden die Lieferrechte (Milchquoten) um rund 3,5 Prozent angehoben bei gleichzeitiger Absenkung des Interventionspreises um 28 Prozent. In der Endstufe dieser Reform 2008 dürften sich die Einkommensverluste der Brandenburger Milchbauern auf 72,9 Mio. Euro summieren.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zumn Bundesland Brandenburg.

Bierabsatz im Jahr 2002 nahezu unverändert

Themen: Bier,Handel,Lebensmittel,Statistik — info @ 14:01

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, setzten deutsche Brauereien und Bierlager im Jahr 2002 107,7 Mill. hl Bier ab, das waren 0,1 Mill. hl oder 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr. In den Zahlen sind der Absatz von alkoholfreien Bieren und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Das Segment der Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen Zusätzen – wuchs im Berichtsjahr um 29,1 Prozent gegenüber dem Jahr 2001. Mit einem Gesamtabsatz von 2,9 Mill. hl im Jahr 2002 hatten Biermischungen bei der Versteuerung allerdings nur einen Anteil von 2,7 Prozent am gesamten Bierabsatz.

Der Absatz von unvermischtem Bier (104,8 Mill. hl) ging gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent zurück.

Unterschiedliche Entwicklungen ergeben sich beim versteuerten Inlandsverbrauch und dem steuerfreien Absatz. Der versteuerte Inlandsabsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent auf 96,4 Mill. hl, der steuerfreie Absatz stieg um 1,9% auf 11,3 Mill. hl. Vom unversteuerten Bier aus Deutschland wurden in die EU-Länder 8,1 Mill. hl (– 1,8 Prozent) geliefert, in Drittländer 2,9 Mill. hl (+ 14,2 Prozent). Als Haustrunk gaben die Brauereien 0,2 Mill. hl Bier steuerfrei an die Beschäftigten ab (– 2,5 Prozent).

Die Angaben zum regionalen Absatz von Bier richten sich nach dem Sitz der Steuerlager (Brauereien und Bierlager). Den höchsten Bierausstoß erzielten traditionell die Länder Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 27 Prozent und Bayern mit 21 Prozent.

Am Inlandsabsatz haben diese beiden Länder mit 27 Prozent und 22 Prozent ebenfalls die mit Abstand höchsten Anteile. Der Bierabsatz über die bundesdeutschen Grenzen erfolgt zu einem Drittel über Brauereien oder Bierlager mit Sitz in Niedersachsen/Bremen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 24 Prozent und den bayerischen Brauereien mit einem Anteil von 15 Prozent.

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Flath: Umnutzung alter Gebäude reduziert Flächenverbrauch auf dem Lande

Themen: Archiv — info @ 14:01

Dorfentwicklung leistet Beitrag zum Boden- und Hochwasserschutz

Dresden (agrar.de) ‚Jedes leerstehende Gebäude auf dem Lande, das nicht abgerissen, sondern saniert und neu genutzt wird, verhindert weiteren Flächenverbrauch‘, so Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath. Der Minister forderte die ländlichen Gemeinden und ihre Bürger auf, der Sanierung ungenutzter Gebäude ganz klar den Vorzug gegenüber Neubauten auf der grünen Wiese zu geben. Leerstehende Bausubstanz, die mit neuem Leben erfüllt werden könne, gäbe es genug. Flath verwies darauf, dass dies nicht nur das Dorfbild verschönere, sondern auch ein Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz sei.

Seit 1992 sind in Sachsen über 3.500 Umnutzungen ländlicher Gebäude gefördert worden. Etwa 2.500 Umnutzungen davon erfolgten zu Wohnzwecken, über 600 zu gewerblichen und ca. 450 zu gemeinschaftlichen Zwecken. Geht man von einem Flächenverbrauch von 600 Quadratmetern für einen vergleichbaren Neubau aus, ergibt sich dadurch eine Einsparung von rund 2 Millionen Quadratmetern Bauland. Jede gewerbliche Umnutzung dient auch der Erhaltung oder Schaffung von Arbeitsplätzen. Im Rahmen des Sächsischen Dorfentwicklungsprogramms stellten EU, Bund und Land seit 1992 über 70 Mio Euro für die Förderung der Umnutzung bereit. Bis 2006 wird – neben der der kommunalen Infrastruktur – die Umnutzung vor allem zu gewerblichen Zwecken Schwerpunkt der staatlichen Förderung sein.

Bei der Umnutzung zu Wohnzwecken für den Eigenbedarf können die baulichen Investitionskosten mit bis zu 40 Prozent bezuschusst werden. Die maximale Fördersumme beträgt 200.000 Euro. Damit besteht gegenüber Neubauten ein deutlicher Finanzierungsvorteil. Wer ein Gebäude im ländlichen Raum umnutzen und Fördergeld beanspuchen möchte, kann beim Dorfplaner oder dem Amt für Ländliche Neuordnung Informationen zur Antragstellung sowie eine kostenfreie Beratung zur dorfgerechten Gestaltung erhalten.

Das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat eine Broschüre herausgegeben, in der 32 Umnutzungsbeispiele mit Bildern vorgestellt werden. Außerdem werden Fragen zu Genehmigung und Finanzierung, zum Denkmal- und Artenschutz sowie zur Gestaltung beantwortet. Die Broschüre soll inspirieren und zum ‚Nachmachen‘ anregen. Die ‚Sächsische Umnutzungsfibel II‘ kann kostenlos bestellt werden beim: Zentralen Broschürenversand, Tel.: 0351-21036 -71 und -72 oder per Fax: -81.

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BÖLW: Offener Brief an Helmut Heiderich

Themen: Archiv — info @ 13:01

Berlin (agrar.de) – Offener Brief von Felix Löwenstein (BÖLW) an den Beauftragten für Bio- und Gentechnologie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Herrn Helmut Heiderich MdB:

Sehr geehrter Herr Heiderich,

in einer Pressemitteilung zur Internationalen Grünen Woche haben Sie behauptet, ich hätte mich als Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft dafür ausgesprochen jetzt auch im Öko-Landbau die unbeabsichtigte Präsenz von gentechnisch-veränderten Organismen (GVO) zu erlauben.

Sie versuchen damit – obwohl Sie das eigentlich besser wissen müssten – bewusst die Dinge auf den Kopf zu stellen. Es kann doch nicht sein, dass Sie zu solchen Mitteln greifen müssen, um den deutschen Bauern und Verbrauchern die Segnungen der Grünen Gentechnik schmackhaft zu machen!

Selbstverständlich kämpft der Ökologische Landbau nach wie vor dafür, dass die Gentechnik von unseren Äckern und Futtertrögen fernbleibt. Und zwar zu 100 Prozent – weil wir wissen, dass jeder Schritt in eine Gentechnik-Landwirtschaft unumkehrbar sein kann.

Der Ökologische Landbau führt diesen Kampf nicht nur im Interesse der eigenen Wirtschaftsform, die gesetzlich verpflichtet ist, keine Gentechnik einzusetzen. Er tut dies auch im Interesse der überwiegenden Mehrheit der konventionellen Bauern, die ebenfalls die Grüne Gentechnik ablehnen, weil sie dieser Technologie misstrauen, in ihrer Anwendung keinen Nutzen für sich erkennen können und weil sie weiterhin für einen Markt produzieren wollen, der gentechnikfreie Produkte nachfragt. Und er tut es für die überwiegende Mehrheit der europäischen Verbraucher, die Gen-Produkte nicht auf ihrem Teller haben wollen. Wir wollen deshalb die Verbraucher und die Bauern mobilisieren, damit die gentechnikfreie Option für unsere Äcker und Ställe, für Essen und Trinken erhalten bleibt!

Tatsache ist jedoch auch, dass durch den Import gentechnisch veränderter Futtermittel Spuren von Verunreinigungen mit Gentechnik-Soja und -Mais nicht mehr auszuschließen sind. Sollte in Zukunft der Anbau von Gentechnik-Sorten auch in der Europäischen Union zugelassen werden, wären derartige Verunreinigungen zudem auch auf dem Acker zu befürchten.

In dieser Situation wäre es für diejenigen, die ihre Geschäfte mit der Gentechnik machen natürlich am Schönsten, wenn es hieße: Wo immer nun technisch veränderte Gene auftauchen – und sei es auch in noch so geringen Spuren -, da reden wir von nun an von Gentechnik-Produkten. Und, schwupps, gäbe es keine gentechnikfreie Produktion mehr. Dann kann sich ein Bauer noch so anstrengen, gentechnikfreies Saatgut und Futter einzusetzen – durch Pollenflug und Kontamination in Transport und Handel wird er nun zwangseingereiht in die große Gemeinde der Genfood-Produzenten.

Das ist ein Spiel, das wir nicht mitspielen. Denn nach wie vor gilt: Ökolandbau definiert sich durch den Produktionsprozess. Das heißt in diesem Zusammenhang: wer bewusst und nachprüfbar auf den Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut und Futter verzichtet, der hat auch Anspruch darauf, seine Produktion gentechnikfrei zu nennen.

Der Vorstand des BÖLW würde sich freuen, sehr geehrter Herr Heiderich, dieses Thema vor dem Hintergrund des Interesses der Mehrzahl unserer Landwirte und Verbraucher sachlich zu diskutieren und wäre Ihnen für ein entsprechendes Gesprächsangebot dankbar!

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GAP-Vorschläge: Mehrheit der Agrarminister kritisch bis ablehnend

Themen: Archiv — info @ 13:01

Bauernverband sieht sich in seine Argumentation bestätigt

Berlin (agrar.de) – Der Rat der europäischen Agrarminister hat sich auf seiner Sitzung am 27./28. Januar 2003 in Brüssel mehrheitlich sehr kritisch bis ablehnend zu wesentlichen Inhalten der neuen Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik geäußert. Die meisten Mitgliedstaaten halten die Vorschläge für zu weitgehend und sehen eine weitere Welle von Bürokratie auf die Landwirte und Verwaltungen zukommen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht sich damit in seiner Kritik voll bestätigt und fordert entschiedene Korrekturen der Kommissionsvorschläge.

Der Deutsche Bauernverband bekräftigt seine Forderung, dass die Agenda 2000 und die Festlegungen des Brüsseler EU-Gipfels vom Oktober 2002 verlässlich eingehalten werden – vor Ablauf des Jahres 2006 kann und darf es somit grundsätzlich keine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik geben. Strikt lehnt der Deutsche Bauernverband in den Vorschlägen der Kommission insbesondere die rigiden Preissenkungsvorschläge bei Milch und Getreide sowie die Vorschläge zur Entkoppelung der Direktzahlungen ab.

Der Deutsche Bauernverband sieht sich nach der ersten Aussprache der EU-Agrarminister über die Vorschläge der EU-Kommission in seiner Auffassung bestätigt, dass weitere Agrarreformen nicht überstürzt durchgeführt werden dürfen, sondern gerade auch im Hinblick auf die laufenden Welthandelsrunde bei WTO äußerst sorgfältig diskutiert und vorbereitet werden müssen.

EU-Kommissionsvorschläge als Word-Dokument, ZIP-Archiv, als %url4%PDF-Dokument%/%,

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