09. Januar 2003

Westfalen-Lippe: Mehr Milch pro Kuh als je zuvor

Themen: Archiv — info @ 10:01

Ergebnisse der Milchleistungsprüfung 2002 – Platz drei im Bundesvergleich mit 7.880 kg Milch pro Kuh

Münster (agrar.de) – Die westfälisch-lippischen Milchkühe, deren Leistung regelmäßig kontrolliert wird, gaben im Kontrolljahr 2002 durchschnittlich 7.880 kg Milch. Damit legten die heimischen Kühe im Vergleich zum Vorjahr um 138 kg Milch zu. Dies ergab nach Mitteilung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) die Auswertung des Landeskontrollverbandes Westfalen-Lippe (LKV).

Die westfälisch-lippischen ‚Kontrollkühe‘ rangieren damit auf einem hervorragenden dritten Platz im Bundesvergleich, knapp geschlagen von den Kühen aus Sachsen-Anhalt (7.930 kg). An der Spitze liegen die Kühe der Region Hannover-Bremen mit 7.962 kg.

Unter den Kreisen Westfalen-Lippes steht wieder Minden-Lübbecke mit durchschnittlich 8.515 kg Milch pro Kuh eindeutig an der Spitze. Damit ist Minden-Lübbecke der erste Kreis im Landesteil, in dem die 8.500-Marke übertroffen wurde. Dahinter folgen die Kühe im Kreis Recklinghausen mit 8.324 kg Milch. Der Kreis Recklinghausen kann auch die größte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen: Immerhin 279 kg mehr Milch gaben dort die vierbeinigen Wiederkäuer.

Von den schwarzweiß gefleckten Kühen der Rasse Schwarzbunt stammt in Westfalen-Lippe die meiste Milch. Von den insgesamt 168.500 geprüften Kühen gehören erstmals über 60 Prozent dieser Rasse an. Auch bei den Milchleistungen liegen die Schwarzbunten gegenüber den Rotbunten vorn und erzielten mit einem Plus von 106 kg Milch eine Marke von 8.146 kg Milch. Damit übertrumpften sie die Rotbunten um 675 kg, deren Durchschnittsleistung 7.471 kg Milch betrug.

Die Kontrolldichte ist laut WLV in Westfalen-Lippe gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen: Knapp 77 Prozent aller westfälisch-lippischen Milchkühe sind in den Leistungsvergleich einbezogen. Im Durchschnitt leben fast 40 Milchkühe in den Mitgliedsbetrieben des Landeskontrollverbandes, 1980 lag die Durchschnittskuhzahl noch unter 20 Kühen pro Betrieb.

Milch ist Haupteinnahmequelle der Landwirte Produktionswert der Landwirtschaft erreichte 2001/02 insgesamt 43,1 Mrd. Euro

Die deutschen Landwirte produzierten im vergangenen Wirtschaftsjahr 2001/02 tierische und pflanzliche Erzeugnisse für 43,1 Mrd. Euro, ein Prozent oder 0,5 Mrd. Euro weniger als im Vorjahr. Dies geht aus dem aktuellen Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (%url4%DBV%/%)hervor.

Haupteinnahmequelle war dabei wieder die Milcherzeugung mit 9,0 Mrd. Euro. Das sind fast 21 Prozent des Gesamtumsatzes bzw. fast die Hälfte der tierischen Erzeugung der deutschen Landwirtschaft. Es folgten Getreide mit 8,1 Mrd. Euro und die Schweineerzeugung mit 5,4 Mrd. Euro Produktionswert vor Futterpflanzen mit 4,0 Mrd. Euro und der Rinderproduktion mit 3,2 Mrd. Euro.

Im tierischen Bereich ging der Produktionswert insgesamt im Wirtschaftsjahr 2001/02 um 3 Prozent auf 20,2 Mrd. Euro zurück. Dabei ergaben sich allerdings unterschiedliche Entwicklungen: Bei Schlachtschweinen führten die niedrigen Preise zu einem Rückgang des Produktionswertes um 12 Prozent, bei Rindern kam es zu einer – wenn auch nur leichten – Erhöhung.

Der Produktionswert pflanzlicher Erzeugnisse lag im vergangenen Wirtschaftsjahr bei 21,1 Mrd. Euro, eine Mrd. Euro oder 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Während die Erzeugungswerte von Getreide und Kartoffeln anstiegen, lagen die Werte für Ölsaaten und Zuckerrüben auf Vorjahresniveau.

Links zum Thema %url5%Milchkontrolle%/%, Links zum Thema %url6%Verbände%/%.

Beschreibende Sortenliste Arznei- und Gewürzpflanzen liegt vor

Themen: Archiv — info @ 10:01

Hannover (agrar.de) – Das Bundessortenamt hat eine neue Beschreibende Sortenliste für Arznei- und Gewürzpflanzen herausgegeben. Das berichtet der aid infodienst.

Darin werden 40 derzeit in Deutschland geschützte Sorten beschrieben sowie weitere 15 Sorten, die nach dem Europäischen Sortenrecht geschützt sind. In der aktuellen Ausgabe sind neu hinzugekommen: Sorten von Arnika, Dorst, Basilikum, Große Brennnessel, Gynostemma, Huflattich, Johanniskraut, Kamille, Kümmel, Majoran, Mariendistel, Mutterkraut, Nachtkerze, Petersilie, Pestwurz, Ringelblume, Salbei, Schnittlauch, Zitronenmelisse und Ysop.

Insgesamt werden Sorten von 39 verschiedenen Arten in ihren Qualitäts- und Ertragseigenschaften beschrieben sowie Merkmale für die Unterscheidbarkeit der Sorten aufgeführt.

Die ‚Beschreibende Sortenliste Arznei- und Gewürzpflanzen‘ (ISSN 16 17-45 69) kostet 9,90 Euro zzgl. Versandkosten und ist zu beziehen beim Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH, Postfach 14 40, 30014 Hannover, Fax: 0511-67806220, E-Mail.

Links zum Thema %url4%Spezialkulturen%/%.

08. Januar 2003

Ökolandbauforschung in Europa

Themen: Archiv — info @ 13:01

Brüssel (agrar.de) – Im September 2002 fand in Brüssel ein Seminar zur Ökolandbauforschung in Europa statt. Es wurde von der Generaldirektion Forschung der Europäischen Kommission mit dem Ziel veranstaltet, die Zusammenarbeit in der europäischen Forschung im Bereich Ökolandbau zu stärken.

Die Tagungsdokumentation in englischer Sprache ist jetzt auf den Seiten der Europäischen Kommission abrufbar.

Im Dezember wurden die ersten Ausschreibungen des 6. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission veröffentlicht. Mehrere Forschungsvorhaben beziehen sich auch auf ökologische Produktion, wie z.B. ‚Lebensmittel aus ökologischen Produktionssystemen und Produktionssystemen mit geringem Input‘. Ziel ist die Sicherstellung der Unbedenklichkeit und Verbesserung der Qualität in der gesamten Lebensmittelkette. Gefördert wird dieses Thema als integriertes Projekt oder Exzellenznetzwerk mit einem möglichen Kommissionsbeitrag, der in der Größenordnung von 5 bis 10 Millionen Euro liegen kann.

Weitere Vorhaben sind die ‚Überarbeitung der Verordnung zur biologischen Landwirtschaft‘ und der ‚Ersatz von Kupfer-Fungiziden in der biologischen Landwirtschaft‘ die als ’specific targeted research project‘ mit einem Kommissionsbeitrag in der Größenordnung von 0,5 – 1,5 Millionen Euro gefördert werden können.

Links zum Thema %url4%Forschung%/%, Links zum Thema %url5%Bio-Landbau international%/%.

Niederlande: Öko-Milchprodukte gefragt

Themen: Archiv — info @ 10:01

Bonn (agrar.de) – Öko-Micherzeugnisse haben im Nachbarland Niederlande gute Marktchancen. Das geht nach einer Meldung des Informationsdienstes ‚%ur1%Nachbarland Niederlande%/%‘ aus einer Marktstudie der Molkereigenossenschaft Campina hervor.

Von den über 1.300 befragten Verbrauchern kauft danach fast die Hälfte regelmäßig ökologisch produzierte Milch und Milcherzeugnisse. Fast 70 Prozent aller Befragten erwarten für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg der Verkaufszahlen. Vor allem junge Leute unter 30 wollen zum Wachstum der Bio-Branche beitragen.

Die Ergebnisse der Campina-Untersuchung stimmen überein mit den Resultaten einer Marktforschung, die das niederländische Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Fischerei (MINLN) im Vorfeld einer nationalen Bio-Kampagne in Auftrag gegeben hatte.

Links zum Land Niederlande.

07. Januar 2003

DBB lehnt Fischlers neue Vorschläge zur Modulation und zur Betriebsprämie ab

Themen: Archiv — info @ 15:01

LPG-Nachfolger werden geschont, Wiedereinrichter belastet.

Belsdorf (agrar.de) – ‚Die Landwirtschaftsminister der ostdeutschen Bundesländer haben der Landwirtschaft einen Bärendienst erwiesen, indem sie massiven Druck auf EU-Kommissar Fischler ausgeübt haben, um die Kappungsgrenze von 300.000 Euro bei den Direktzahlungen zu verhindern.

Das Resultat ist, dass nach den neuen Vorschlägen von EU-Kommissar Fischler landwirtschaftliche Betriebe schon bei einer Grenze von 50.000 Euro Direktzahlungen ab 2007 empfindliche Kürzungen hinnehmen sollen. Während bei dem ursprünglichen Vorschlag nur ca. 1.200 landwirtschaftliche Betriebe betroffen wären, sind von den neuen Vorschlägen zusätzlich ca. 6.700 landwirtschaftliche Betriebe betroffen. Das trifft insbesondere die Wiedereinrichter (ab ca. 120 ha) in den neuen Bundesländern und die leistungsfähigen Haupterwerbsbetriebe in den alten Bundesländern,‘ so der Präsident des Deutschen Bauernbundes (DBB), Kurt-Henning Klamroth in einer ersten Stellungnahme.

‚Wir bedauern, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast sich nicht gegen die ostdeutschen Landwirtschaftsminister durchgesetzt hat und den ursprünglichen Vorschlag von Kommissar Fischler unterstützt hat. Enttäuschend ist auch die ablehnende Haltung des Deutschen Bauernverbandes zur Kappungsgrenze von 300.000 Euro pro Betrieb. Immerhin haben bei einer Befragung der landwirtschaftlichen Fachzeitschrift DLZ sich 67 Prozent der befragten Bauern und Bäuerinnen für diese Grenze ausgesprochen.

Kritisch sehen wir auch die Vorschläge von EU-Kommissar Fischler zur Einführung einer Betriebsprämie. Damit würden LPG-Nachfolgebetriebsstrukturen in den neuen Bundesländern, die oft aus Betrügereien und Bilanzfälschungen bei der Umstrukturierung der LPGen hervorgegangen sind, zementiert und ein Strukturwandel hin zu bäuerlichen Betrieben erschwert, wenn nicht sogar verhindert.

Wir werden demnächst unsere Position Kommissar Fischler erläutern und einen eigenen Vorschlag vorlegen, der die sozialen Belange im ländlichen Raum berücksichtigt, die wettbewerbsfähigen Strukturen stärkt, die Chancengleichheit zu den LPG-Nachfolgebetrieben berücksichtigt und auf betriebswirtschaftlichen Begründungen basiert.

In dem Zusammenhang muss auch das Basisflächenproblem gelöst werden, da ansonsten für die neuen Bundesländer zusätzliche Prämienkürzungen (bis zu 6 Prozent) kommen würden,‘ so Klamroth abschließend.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Verbände.

Sonnleitner: Politik muss Perspektiven geben

Themen: Archiv — info @ 13:01

Landwirtschaftliche Betriebe kämpfen mit schwierigen politischen Rahmenbedingungen

München (agrar.de) – Eine Konjunkturbelebung in der heimischen Land- und Forstwirt-schaft hat der Präsident des Deutschen und des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Gerd Sonnleitner, heute in München gefordert. Gerade der berufständische Nachwuchs erwarte von der Politik positive Signale. Allerdings mangele es der Bundespolitik an Verlässlichkeit. ‚Der rot-grünen Politik fehlt der ernsthafte Wille, unserer bäuerlichen Landwirtschaft Perspektiven zu bieten‘, sagte Sonnleitner. Dabei sollte angesichts stei-gender Arbeitslosigkeit nicht vergessen werden, dass auch Bauernhöfe Arbeitsplätze seien. In Bayern sei jeder achte Arbeitsplatz direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft verbunden. ‚Die Landwirtschaft und ihre vor- und nachgelagerten Bereiche stellen in Bayern mehr Arbeitsplätze zur Verfügung als beispielsweise die Autoindustrie‘, machte der Bauernverbandspräsident deutlich.

Die Einkommenssituation bei den bayerischen Bauernfamilien ist weiterhin schlecht: In dem im Juni 2002 abgelaufenen Wirtschaftsjahr ist das Einkommen je Familienarbeitskraft auf ca. 19 700 Euro gesunken. ‚Der gewerbliche Vergleichslohn beträgt 26.300 Euro. Eine landwirtschaftliche Familienarbeitskraft verdient damit rund 25 Prozent bzw. 6.540 Euro weniger als ein Arbeitnehmer in der gewerblichen Wirtschaft‘, zeigte Sonnleitner auf. Durchschnittlich mussten die bayerischen Betriebe Einkommenseinbußen von knapp acht Prozent hinnehmen. Die Öko-Betriebe hatten Einkommenseinbußen von 15 Prozent zu verkraften. ‚Hier verursachten weltweite Importe einen zunehmenden Preisdruck‘, erklärte der Bauernpräsident. Dies sei mit ein Problem des deutschen Bio-Siegels, das nicht auf den hohen Standards der heimischen Anbauverbände basiert, sondern nur auf den niedrigeren Kriterien der EU-Ökoverordnung.

Auch für das laufende Wirtschaftsjahr sei mit weiter rückläufigen Ergebnissen zu rechnen. Niedrige Erzeugerpreise setzten vor allem Milchviehhalter, Rindfleischerzeuger und auch Veredlungsbetriebe unter besonderen wirtschaftlichen Druck.

Besondere Sorge bereitet dem Bauernpräsidenten die geringe Investitionsbereitschaft der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland. ‚Während 1998/99 noch insgesamt ca. 11,2 Mrd. Euro investiert wurden, ist dieser Betrag seit dem kontinuierlich gesunken, 2001/02 waren es nur noch 8,7 Mrd. Euro‘ Damit sei ein katastrophaler Tiefstand erreicht.

Als eine wesentliche Ursache für die große Verunsicherung der bäuerlichen Unternehmer nannte Sonnleitner die aktuellen Steuerpläne. ‚Nur mit massivem Widerstand konnten wir verhindern, dass die Bundesregierung die bewährte Pauschalierungsregelung bei der Einkommenssteuer (§13a EStG) für kleine landwirtschaftliche Betriebe abgeschafft hätte.‘

Nach wie vor soll aber die Umsatzsteuerpauschalierung (§24 UStG) ausgehebelt werden. Es passe nicht zusammen, wenn einerseits die Vorsteuer auf Futtermittel, Viehzukauf, Saatgut von sieben auf 16 Prozent angehoben werden soll, andererseits die Umsatzsteuerpauschale von neun auf sieben Prozent abgesenkt werde. ‚Auf unsere Bäuerinnen und Bauern würden bürokratischer Mehraufwand verbunden mit Mehrkosten von 500 bis 1.000 Euro je Betrieb und Jahr zukommen‘, rechnete Sonnleitner vor. Bei der geplanten Erhöhung der Vorsteuer müsste auch die Umsatzsteuerpauschale auf zwölf Prozent angehoben werden, lautete deshalb die Forderung des Bauernverbandes. ‚Wenn sie aber statt dessen gesenkt wird, ist dies nichts anderes als eine Abschaffung der Pauschalierungsregelung durch die Hintertür‘, kritisierte Sonnleitner. Auch der Agrarausschuss des Bundesrats hab dies kritisiert. Der erhebliche zusätzliche Aufwand für Bauern und Verwaltung stehe dabei in krassem Missverhältnis zu den von der Bundesregierung erhofften Mehreinnahmen.

Ein weiteres Problem bestehe darin, dass die Landwirte sich bis zum 10. Januar 2003 entscheiden müssen, ob sie für das Jahr 2002 und die folgenden vier Jahre von der Umsatzsteuerpauschalierung zur normalen Regelbesteuerung wechseln wollen. ‚Wie kann ein Landwirt bis 10. Januar diese Entscheidung treffen, wenn die Politik erst im Laufe des Frühjahrs 2003 entscheidet, ob und mit welchem Steuersatz die Pauschalierungsregelung erhalten bleibt‘, kritisierte Sonnleitner. Ohne vernünftige Entscheidungsgrundlage sei dies unmöglich. Deshalb müsse diese Frist unbedingt auf einen Zeitpunkt nach der Veröffentlichung der Gesetzesänderung verschoben werden

Auch die Bürokratie werde in der Landwirtschaft nicht weniger. Paradebeispiel sei die Abstandsregelung im Pflanzenschutz, bei der es versäumt wurde, zusammen mit den Bauern über sinnvollen und praxistauglichen Umweltschutz nachzudenken. ‚Welcher Landwirt pflanz freiwillig noch eine Hecke, wenn er dann mit nicht nachvollziehbaren Auflagen bestraft wird‘, monierte Sonnleitner.

Links zum Thema Verbände.

Nordrhein-Westfalen: Rund 50 Rinder ohne BSE-Test

Themen: Archiv — info @ 09:01

Düsseldorf (agrar.de) – In Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr das Fleisch von rund 50 Rindern in den Handel gelangt, das nicht auf BSE getestet worden war. Dieses Zwischenergebnis der Nachforschungen ihres Ministeriums stellte Verbraucherministerin Bärbel Höhn (Grüne) in Düsseldorf vor. Das Bundesverbraucherministerium hatte nach Berichten über Pannen bei BSE-Tests die Länder angewiesen, alle unklaren Fälle aufzuklären.

Im Oberbergischen Kreis seien Anfang vergangenen Jahres etwa 50 Rinder im Alter zwischen 24 und 30 Monaten ohne den vorgeschriebenen Test geschlachtet worden, so Höhn. Außerdem sei im Kreis Heinsberg ein Rind an den offiziellen Wegen vorbei schwarz geschlachtet worden. Auch in diesem Fall habe es keinen Test gegeben. Da die Schlachtungen länger als ein halbes Jahr zurückliegen, geht das Ministerium davon aus, dass das Fleisch bereits verzehrt ist.

Bei den allermeisten unklaren Fällen in Nordrhein-Westfalen habe es sich um Eingabefehler in die Rinderdatenbank gehandelt, so Höhn. Ein vollständiges Ergebnis für NRW liege noch nicht vor, da noch nicht alle Kreise die notwendigen Angaben geliefert hätten.

Links zum Thema BSE, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

06. Januar 2003

Brandenburg: Anbau von Roggen wird erheblich eingeschränkt

Themen: Archiv — info @ 16:01

Magdeburg (agrar.de) – Mit der diesjährigen Herbstbestellung zur Ernte im Jahre 2003 reagieren die Brandenburger Landwirte bereits auf die Vorschläge der Europäischen Union zum Abbau der Roggenintervention.

In Brandenburg, dem Bundesland mit dem größten Roggenanbau in Deutschland, wird die Anbaufläche dieser Getreideart im Jahr 2003 im Vergleich zum Erntejahr 2002 um rund ein Viertel geringer sein. Das ergab eine repräsentative Befragung landwirtschaftlicher Betriebe aus allen Kreisen des Landes durch den Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik. Danach beträgt die Aussaatfläche bei Roggen nur noch 177.000 Hektar; ein Jahr zuvor waren es noch 231.000 Hektar.

Um jeweils rund sieben Prozent wurde dafür der Anbau von Winterraps (+ 8.000 Hektar) und Wintergerste (+ 5.000 Hektar) ausgedehnt.

Wie der Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik weiter mitteilt, entspricht der Anbau von 136.000 Hektar Winterweizen und 83.000 Hektar Triticale (Futtergetreideart aus einer Kreuzung von Roggen und Winterweizen) ziemlich genau dem Niveau des Vorjahres.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zumn Bundesland Brandenburg.

Thüringen: Obsternte im Jahr 2002 gering

Themen: Archiv — info @ 15:01

Erfurt (agrar.de) – In diesem Jahr wurden in Thüringen in den auf Marktobstbau ausgerichteten Obstbaubetrieben insgesamt 23.444 Tonnen (t) Baumobst geerntet. Damit fiel die Obsternte ein Drittel niedriger aus als im Jahr 2001 und um ebenfalls fast ein Drittel unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1996/2001. Blütenfröste bei fast allen Kulturen, regional Hagelschäden und Hochwasser führten zu diesen hohen Verlusten.

Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, wurden bei einem Flächenertrag von 158,4 Dezitonnen (dt) je Hektar (ha) insgesamt 17.903 Tonnen Äpfel geerntet. Das waren 10.028 Tonnen bzw. 36 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Ein niedrigerer Ertrag wurde erst im Jahre 1995 mit 133,6 dt je Hektar ausgewiesen. Das durchschnittliche Ertragsniveau der Jahre 1996 bis 2001 wurde um 96 dt/ha verfehlt. Ursachen dafür sind die Frühjahrsfröste in der Blütezeit aber auch Hagelschäden in einzelnen Regionen und Hochwasser.

Die Erträge der Sauerkirschen lagen mit 5,3 Kilogramm (kg) je Baum rund 40 Prozent unter dem Ertragsniveau von 2001 und um rund ein Fünftel (1,3 kg/Baum) unter dem langjährigen Durchschnitt (1996/2001). Es wurden 2.915 Tonnen von den überwiegend als Verwertungsobst verwendeten Früchten geerntet.

Die Süßkirschernte fiel mit 518 Tonnen um 182 Tonnen niedriger aus als im Jahr zuvor und lag um 296 Tonnen unter dem langjährigen Mittel (1996/2001). Im Landesdurchschnitt wurde je Baum ein Ertrag von 5,1 kg erzielt (Vorjahr: 7,2 kg; Durchschnitt der Jahre 1996/2001: 8,2 kg). Die Ernteberichterstatter berichteten über Nachtfröste in der Blütezeit und geringen Fruchtansatz.

Für Pflaumen und Zwetschen wurde nach den Meldungen der Ernteberichterstatter ein Baumertrag von 15,6 kg und eine Gesamternte von 1.296 Tonnen ermittelt. Obwohl die Erträge um 1,5 kg unter dem Vorjahr liegen, fiel auf Grund der Anbauerweiterung um rund 20 Tausend Bäume die diesjährige Erntemenge um rund ein Fünftel (208 t) höher aus als im Jahr 2001. Das langjährige Mittel (1996/2001) wurde um 47 Prozent bzw. 412 t übertroffen.

An Mirabellen wurden 511 Tonnen geerntet. Das waren 12,6 kg je Baum (Vorjahr 13,8 kg). Durch die Erhöhung des Baumbestandes um 18,3 Prozent auf 40 500 Bäume lag die diesjährige Erntemenge um 38 Tonnen über dem im Jahr zuvor erzielten Ergebnis. Das langjährige Mittel der Jahre 1996/2001 wurde jedoch um 93 Tonnen bzw. 15 Prozent verfehlt.

Für Birnen wurde eine Gesamternte von 300 Tonnen ermittelt. Das entsprach einem durchschnittlichen Behang von 9,6 kg je Baum. Das war das höchste Ergebnis seit 1992. Damit lag die diesjährige Ernte um 73 Tonnen bzw. rund ein Drittel über der Vorjahresernte und um 53 Tonnen über der durchschnittlichen Ernte der Jahre 1996/2001.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik, Links zum Bundesland Thüringen.

Strengere Etikettierungsvorschriften für Fleisch in Kraft

Themen: Archiv — info @ 14:01

(brüssel (agrar.de) – Am 1. Januar 2003 ist eine Richtlinie zur Änderung der geltenden Gemeinschaftsvorschriften(1) in Kraft getreten, mit der die Definition des Begriffes ‚Fleisch‘ hinsichtlich der Etikettierung von Fleischerzeugnissen präzisiert wird, wobei für die betreffenden Erzeugnisse bis Ende Juni 2003 noch eine Übergangszeit mit ‚doppeltem‘ Warenverkehr, d.h. Etikettierung entweder bereits nach der neuen oder aber noch nach der bisherigen Regelung, gilt. Verbraucher verstehen unter Fleisch in der Regel Muskelfleisch. Nach der neuen Definition wird nunmehr deutlich, ob Muskelfleisch, Fett oder Innereien verzehrt werden. Die Richtlinie gilt für Erzeugnisse, die Fleisch als Zutat enthalten; Fleisch, das in unverarbeitetem Zustand angeboten wird, fällt nicht darunter. Betroffen sind somit Erzeugnisse wie Würste, Pâté, Fleisch- und Wurstwaren, Fertiggerichte und Fleischkonserven.

David Byrne, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbaucherschutz, begrüßte diese Begriffspräsizierung. ‚Meine Priorität ist es, dem Verbraucher eine informierte Wahl zu ermöglichen. Eine transparente und präzise Etikettierung ist unerlässlich, wenn der Verbraucher über das, was er verzehrt, richtig informiert werden soll. Nach der Richtlinie muß auch systematisch angegeben werden, von welcher Tierart das Fleisch stammt, d.h. ob es sich um ‚Rindfleisch‘ oder um ‚Schweinefleisch‘ handelt. Diese Information ist für den Verbraucher insofern sehr wichtig, als sie die Preisunterschiede zwischen Erzeugnissen erklärt und eine Kaufwahl aufgrund persönlicher Präferenzen getroffen werden kann.‘

Übergangszeit mit ‚doppeltem‘ Warenverkehr

Es wurde eine sechsmonatige Übergangszeit (1. Januar bis 30. Juni 2003) vorgesehen, um der Industrie die Anpassung an die neuen Rechtsvorschriften zu ermöglichen. Während dieser Zeit werden demnach auf dem Markt sowohl Erzeugnisse, die bereits mit der neuen Richtlinie konform sind, als auch Erzeugnisse zirkulieren, bei denen dies noch nicht der Fall ist. Die neuen Etikette werden zwar ab 1. Januar 2003 auf den betreffenden Erzeugnissen sichtbar sein, die größte Neuerung erfolgt jedoch im Juli, wenn alle Produkte nach den neuen Vorschriften etikettiert sein müssen. Erzeugnisse, die vor Ende Juni etikettiert wurden, dürfen allerdings gehandelt werden, solange der Vorrat reicht.

Was wird die Richtlinie bewirken?

Einige Mitgliedstaaten haben den Begriff Fleisch bereits zu Etikettierungszwecken präzisiert. Diese nationalen Definitionen werden nun auf EU-Ebene harmonisiert. Die Richtlinie enthält eine Reihe von Bestimmungen zur Verbesserung verschiedener Aspekte der Verbraucherinformation über Fleischerzeugnisse.

Die Definition des Fleischbegriffs wird auf die am Knochen anhaftenden Muskeln begrenzt – ein großer Fortschritt. Andere genusstaugliche Tierkörperteile, wie beispielsweise Innereien (einschließlich Herz, Darm und Leber) oder Fett, müssen in der Etikettierung nunmehr als solche kenntlich gemacht und dürfen nicht länger als ‚Fleisch‘ bezeichnet werden(2). Vorbehaltlich bestimmter Höchstwerte, die in der Definition festgesetzt sind, gibt es jedoch eine Ausnahmeregelung für einen bestimmten Prozentsatz des Fettanteils, d.h. dem Muskelfleisch anhaftendes Fett darf wie Fleisch behandelt werden.

Nach der Richtlinie muss auch die Tierart, von der das Fleisch stammt, systematisch angegeben werden, damit beispielsweise ‚Rindfleisch‘ von ‚Schweinefleisch‘ unterschieden werden kann.

‚Separatorenfleisch‘ wird ebenfalls gesondert ausgezeichnet werden. Im Falle von Rindfleisch wurde die Gewinnung von Separatorenfleisch wegen BSE ganz verboten. Bei anderen Tierarten muss Separatorenfleisch künftig gesondert etikettiert werden und darf nicht als Teil des Fleischgehalts der Erzeugnisse gewertet werden, in denen es vorkommt.

(1)Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. März 2000 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür.

(2)Höchstzulässiger Fett- und Bindegewebeanteil von Zutaten, die mit dem Begriff …fleisch bezeichnet werden. Tierart, Fett (%), Bindegewebe(%) Säugetierfleisch (andere als Kaninchen und Schweine) und Fleischmischungen, wobei Säugerfleisch überwiegt, 5, 25 Schweinefleisch, 30, 25 Geflügel- und Kaninchenfleisch, 15, 10

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Gesetze und Verordnungen.

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