10. Januar 2003

Image der Landwirtschaft: In den Augen der Bevölkerung alles andere als modern

Themen: Archiv — info @ 09:01

Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zum Image und Ansehen der Landwirtschaft

München/Frankfurt (agrar.de). ‚Das Image der Landwirte zeigt eine Berufsgruppe, die ganz besonders fleißig und arbeitsam ist und über sehr viel traditionsverhaftete Gediegenheit verfügt. Unterbelichtet ist an diesem Image, was die Landwirte unbedingt brauchen und sicherlich zum Großteil auch haben, um zu überleben: die gute Ausbildung, Unternehmertum und Innovationsbereitschaft.‘ Dies sind die Ergebnisse einer von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach vom Oktober/November 2002 zum Image der Landwirte und der Landwirtschaft in Deutschland, die Dr. Edgar Piel vom Institut für Demoskopie Allensbach anlässlich der DLG-Wintertagung am 10. Januar 2003 in München vorstellte.

Wie der Allensbacher Meinungsforscher weiter ausführte, assoziiert nur jeder Vierte in der Bevölkerung die deutsche Landwirtschaft mit einem modernen Wirtschaftszweig. Immerhin wüssten 37 Prozent, dass die Landwirtschaft in Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege leiste. Auf jeden Fall bedeutsam sei die Landwirtschaft in den Augen der Bevölkerung dafür, dass das labile Gleichgewicht zwischen Stadt und Land in Deutschland erhalten bleibt. 61 Prozent würden sehen, dass die Landwirtschaft für die Erhaltung des ländlichen Raums, der Dorfgemeinschaft, ganz und gar wichtig sei.

Hauptkritikpunkt: Es wird zu wenig auf artgerechte Tierhaltung geachtet

Der Vorwurf, dass ganz allgemein in der Landwirtschaft zu wenig auf den Umweltschutz geachtet wird, komme mit 23 Prozent Nennungen relativ selten. ‚Aber fast doppelt so oft wird von der Bevölkerung moniert, dass man zu wenig Wert auf artgerechte Tierhaltung legt (42 Prozent). Dass die Bevölkerung hier ein kritisches Augenmerk hat, darf nicht übergangen werden,‘ betonte Dr. Piel. 42 Prozent, das sei fast jeder Zweite, der in diesem Punkt sensibel reagiere und damit auf jeden Fall ein offenes Ohr habe für die Hinweise und Argumente derjenigen, die den größten Teil des landwirtschaftlichen Produktionsbereichs auch politisch sehr viel skeptischer sehen als die Bevölkerung insgesamt.

Das Bild vom Landwirt ist von traditionellen Tugenden geprägt

Das Bild, das die Bevölkerung von den Landwirten im Kopf hat, ist auf außerordentliche Weise geprägt durch das, was man im Allgemeinen die traditionellen Tugenden nennt, nämlich Arbeit, Fleiß und Bodenständigkeit. Alle diese Profilpunkte werden in der Imageuntersuchung jeweils von mehr als 70 Prozent der Bevölkerung betont.

Bei einer solchen Untersuchung des Ansehens einer Person oder Gruppe in der Gesellschaft ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass man bei der Auswertung der Daten unterscheiden kann zwischen Antworten von Befragten, die nur weitläufig und allgemein eine Vorstellung im Kopf haben, und den Antworten von Befragten, die mit der Zielgruppe persönlich bekannt sind. In der aktuellen Erhebung hat das Allensbacher Institut daher auch danach gefragt, ob man jemanden kennt, der Landwirt ist oder in einem landwirtschaftlichen Betrieb beschäftigt ist. Für mich ist es sehr erstaunlich, wie groß die Zahl derjenigen ist: 52 Prozent kennen jemanden aus der Landwirtschaft. Dieser quantitativ hohe Bekanntschaftsgrad ist deshalb erstaunlich, weil der Bevölkerungsanteil der Landwirte einschließlich derjenigen, die als Nichtselbständige in der Landwirtschaft arbeiten, inzwischen mit 3 Prozent verschwindend gering geworden ist. Natürlich ist es in ländlichen Gebieten selbstverständlicher, mit einem Landwirt eng oder weitläufig bekannt zu sein, als in der Großstadt. In Bayern kennen 75 Prozent der Bevölkerung jemanden aus der Landwirtschaft, in einer Großstadt wie Berlin nur 35 Prozent.

Nur 41 Prozent der Bevölkerung glaubt, dass die Landwirte über eine gute Ausbildung verfügen

Aus den Antworten der Befragten, die Landwirte kennen, lässt sich eine Art Nahbild erstellen. Anhand dieses Nahbilds lässt sich das, was uns die Bevölkerung insgesamt über die Landwirte sagt, überprüfen. Dabei zeigt sich: Im Nahbild werden die Vorstellungen über die Landwirte, die sich in den Köpfen der Bevölkerung insgesamt eingenistet haben, Punkt für Punkt bestätigt. 60 Prozent der Bevölkerung halten die Landwirte für naturverbunden. Diejenigen, die einen ihnen bekannten Landwirt beschreiben, bestätigen das zu 66 Prozent. Dass die Landwirte über eine gute Ausbildung verfügen, gehört nur bei 41 Prozent zum allgemeinen Image der Landwirte. Im Nahbild hat dagegen bereits jeder Zweite die Meinung, dass der Landwirt eine gute Ausbildung hat.

Überhaupt gibt es einige Punkte im allgemeinen Eigenschaftsprofil, die weit hinter dem zurückliegen, was jeder, der einen Landwirt persönlich kennt, sehr viel deutlicher sieht. Man hält die Bauern zwar für naturverbunden – wahrscheinlich denkt man dabei daran, dass man in diesem Beruf vorwiegend draußen arbeitet oder mit Tieren -, aber die Bevölkerung leitet daraus nicht ab, dass die Landwirte im Allgemeinen besonders umweltbewusst sind. Nur bei jedem fünften Befragten gehört dies zu den hervorragenden Eigenschaften eines Landwirtes. Im Nahbild wird aber immerhin zu 30 Prozent auf das Umweltbewusstsein des Landwirtes aus dem Bekanntenkreis hingewiesen.

Dass ein Landwirt gute unternehmerische Qualitäten haben muss, ist der Bevölkerung kaum klar

Dass ein Landwirt im Allgemeinen heute auch gute unternehmerische Qualitäten haben muss, ist der Bevölkerung kaum klar. Nur bei 18 Prozent gehört diese Qualität zum Imageprofil. Und auch hier gilt: Von denen, die einen Landwirt kennen, verweisen immerhin 29 Prozent darauf, dass ihr Bekannter ein guter Unternehmer ist, der für fast ebenso viele auch jemand ist, der ’neuen Entwicklungen gegenüber aufgeschlossen ist‘. Diese besondere und wichtige Eigenschaft wird von der Bevölkerung nur in den seltensten Fällen den Landwirten unterstellt (15 Prozent).

Für die Bevölkerung liegt die Bedeutung der Landwirtschaft im Beitrag für frische Lebensmittel

Für die Bevölkerung liegt die eigentliche Bedeutung vor allen Dingen im Beitrag der Landwirtschaft, dem Ideal gesunder Ernährung näherzukommen. Auf die Frage ‚Was bedeutet für Sie persönlich gesundes Essen?“ stand mit 78 Prozent an oberster Stelle der Antworten: ‚Viele frische Zutaten, Gemüse, Kräuter‘. Von allen Aussagen, die die Bevölkerung zur deutschen Landwirtschaft macht, steht dementsprechend mit 73 Prozent ganz klar im Vordergrund: ‚Sie sorgt für frische Lebensmittel aus der Umgebung.‘ Das ist der zentrale Gedanke, den wahrscheinlich jeder, der regelmäßig oder manchmal sein Gemüse oder Obst auf dem Bauernmarkt einkauft, auch ohne demoskopische Nachfrage schon oft gedacht hat.

Bio-Produkte: Image zerstört

Die ökologische Landwirtschaft, die artgerechte Tierhaltung und -aufzucht erhielten, verstärkt durch die BSE-Krise, in den letzten Jahren eine Aufwertung. Doch die Bereitschaft eines Teils der Konsumenten, geringeres Risiko bei der Ernährung durch höhere Preise zu erkaufen, funktioniert nicht. Auf dem Höhepunkt der BSE-Krise hatte sich ein Großteil der Bevölkerung dazu durchgerungen, für solche ökologischen landwirtschaftlichen Produkte auch einen höheren Preis zu zahlen. Im Januar/Februar 2001 betonten das 56 Prozent. Das demoskopisch erfragte Image für Bioprodukte zeigte ein wunderbares Profil: 56 Prozent der Bevölkerung waren sich sicher: Solche Produkte werden ohne chemische Pflanzenschutzmittel und ohne chemischen Dünger erzeugt. 55 Prozent betonten: ‚In der ökologischen Landwirtschaft wird mehr für den Tierschutz getan.‘ 46 Prozent waren überzeugt: ‚Die Tiere sind gesünder und widerstandsfähiger.‘

Und dann kam vor gut einem halben Jahr der Nitrofenskandal. Danach war die rettende Lösung, die darin zu bestehen schien, für weniger Risiko in der Nahrung einen höheren Preis zu zahlen, desavouiert. Plötzlich war dieser marktwirtschaftlich richtige Orientierungsrahmen zerstört. Statt der 56 Prozent der Bevölkerung, die sich Anfang 2001 persönlich bereit erklärt hatten, für gesündere Bioprodukte einen höheren Preis zu zahlen, bekundeten im Juni 2002 nur noch 32 Prozent diese Bereitschaft. Statt der 28 Prozent, die schon vorher zurückhaltend waren – ‚Solche Produkte sind keinen höheren Preis wert‘ -, war jetzt mehr als jeder zweite (51 Prozent) überzeugt, dass der höhere Preis auch keine bessere Qualität bringt.

Für den ökologischen Landbau bedeutet dieser generelle Imageverlust nicht nur, dass seine Produkte schwerer verkäuflich geworden sind. Er hat zugleich auch – zumindest vorübergehend – einen Teil der Bevölkerung als politische Lobby verloren. 54 Prozent der Bevölkerung brachten vor den Skandalen noch deutlich zum Ausdruck, dass die ökologische Landwirtschaft mehr gefördert werden sollte. Dafür setzen sich jetzt nur noch 35 Prozent der Befragten ein.

Wenn das Vertrauen in Bio-Produkte zerstört ist, dürfte zugleich mehr zerstört sein als ein spezielles Image. Denn so etwas hat ja Folgen, die sich generell in die Vertrauensbereitschaft der Bevölkerung einfressen, die die Vertrauensbereitschaft erodieren lassen.

09. Januar 2003

i.m.a-Sonderheft „Das Bild der Bauern in der Öffentlichkeit“ erschienen

Themen: Archiv,Kraftstoffe — info @ 16:01

Sonnleitner: Rückenwind für die Öffentlichkeitsarbeit

Bonn (agrar.de) – Konsequenzen, die Deutschlands Landwirtschaft aus den jüngsten Meinungsumfragen ziehen muss, sind jetzt in dem i.m.a-Sonderheft ‚Das Bild der Bauern in der Öffentlichkeit‘ zusammengefaßt worden.

Sonnleitner: Wissendefizite abbauen

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner sieht noch besonderen Handlungsbedarf in der öffentlichen Darstellung der tatsächlichen Leistungen der Bauern. Dazu zählen die vielen erfolgreichen Umweltschutzmaßnahmen, die positive Entwicklung bei den Nachwachsenden Rohstoffen einschließlich Biokraftstoffen und die bemerkenswerten Fortschritte in der Tierhaltung. Die aktuellen Meinungsforschungsergebnisse seien ‚Rückenwind für die berufsständische Öffentlichkeitsarbeit‘. Der in den vergangenen Jahren zwischen Bauern und Bürgern intensivierte Dialog zeige deutliche Wirkung. Allerdings seien die Bauern und Bäuerinnen gefordert, Wissensdefizite in der Bevölkerung abzubauen- ’sonst übernehmen dies die notorischen Kritiker und Medien, die nach ihren eigenen Gesetzen informieren‘, so Sonnleitner.

Herausforderung als Gratwanderung

Für Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner (Bielefeld) ist das Berufsbild ‚Landwirt‘ vor allem im Bereich Umweltschutz ‚verbesserungswürdig‘. Die größte Herausforderung der Landwirtschaft komme einer Gratwanderung gleich. Die landwirtschaftliche Produktion bewege sich zwischen neuen Technologien, bei denen das Verbrauchervertrauen erst noch gewonnen werden muss, und der nicht mehr rationellen handwerklichen Nahrungsmittelproduktion, die eigentlich von Verbrauchern gewünscht wird.

Zum Abbau der Verbraucherverunsicherung sei es vordringliche Aufgabe der Landwirtschaft, den Informationsstand in der Bevölkerung zu verbessern. ‚Gerade jeder vierte Deutsche fühlt sich ausreichend informiert‘, bemerkt Umfrage-Experte Schöppner.

Mehr Bilder und Emotionen

Nach Ansicht des Kommunikationswissenschaftlers Prof. Dr. Reimar von Alvensleben (Universität Kiel) muss die Landwirtschaft ihre Botschaften ‚mehr in Bildern und mit Emotionen rüberbringen‘. Die Schwerpunkte landwirtschaftlicher PR-Arbeit, die zu Lasten der Werbung verstärkt werden sollte, müssten auf den Dialog zwischen Landwirten und Öffentlichkeit sowie auf Informationen auf den Höfen gesetzt werden. Nach wie vor habe die Landwirtschaft Akzeptanzprobleme mit der Anwendung von Agrarchemie und der Haltung von Nutztieren, hier seien Journalisten und Politiker besonders kritisch.

i.m.a plant ‚Schülerbefragung‘

Neben der Image-Standortbestimmung der deutschen Landwirtschaft sind nach Darstellung von i.m.a-Geschäftsführer Hermann Bimberg (Bonn) die aktuellen Umfrageergebnisse auch Richtschnur für neue, zukunftsorientierte Aktivitäten. Das bedeute für die i.m.a eine intensivere Zusammenarbeit mit den Schulen. Noch in diesem Jahr werde die i.m.a gemeinsam mit dem Emnid-Institut eine spezielle, repräsentative ‚Schülerbefragung‘ durchführen.

CMA auch für Bauern-Image verantwortlich

Die CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft – primär mit Marketingaufgaben für deutsche Agrarprodukte beschäftigt – ist auch für die Imagepflege der deutschen Bauern mitverantwortlich. Die aktuellen Ergebnisse der Meinungsforschungsinstitute würden in die Verbraucherkommunikation mit einfliessen, wie CMA-Mitarbeiter Helmut Brachtendorf (Bonn) versichert.

Im Sonderheft sind Meinungen und Karikaturen zum Thema ‚Landwirtschaft im Spiegel der Medien‘ sowie Literatur-Tipps und Kontaktadressen veröffentlicht.

Das 24 Seiten starke, illustrierte Sonderheft ‚Das Bild der Bauern in der Öffentlichkeit‘ ist anzufordern bei der i.m.a. – information. medien. agrar e. V, Konstantinstraße 90, 53179 Bonn, Tel.: 0228-97993-70, Fax: 0228-97993-75, E-Mail.

RLV: Nationale Alleingänge sind Gift für Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 15:01

Bonn (agrar.de) – Kritik an den nationalen Alleingängen der Bundesregierung im Bereich des Natur-, Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutzes übt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn. Diese nationalen Alleingänge benachteiligten die landwirtschaftlichen Betriebe im europäischen Wettbewerb erheblich. Bestes Beispiel hierfür sei die von Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast durchgesetzte Legehennenhaltungsverordnung, die die Käfighaltung von Legehennen fünf Jahre früher verbietet als in anderen EU-Staaten und nicht einmal ausgestaltete Käfige zulässt. Viele bäuerliche Familienbetriebe müssten nun aufgeben und die Eierproduktion verlagere sich zum größten Teil ins Ausland. Einen Nutzen hätten davon weder Verbraucher, noch Erzeuger oder Legehenne, betont der Verband.

Nationale Alleingänge seien – so der RLV – Gift für die Landwirtschaft und das Gegenteil einer Politik zum Schutz des Verbrauchers. Ein wirksamer Umwelt- und Verbraucherschutz setze vielmehr europaweit einheitliche Standards im Tier-, Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz voraus. Die deutschen Landwirte seien durchaus bereit, hohe Standards in diesen Bereichen mitzutragen, sie müssten aber von allen erfüllt werden, die den deutschen Markt belieferten, fordert der Verband.

Links zum Thema Verbände.

Pflanzenschutzplaner erschienen

Themen: Archiv — info @ 15:01

Bonn (agrar.de) – Der Pflanzenschutzplaner 2003 ist jetzt erstmals als Beilage zur Landwirtschaftlichen Zeitschrift Rheinland erschienen. In dem 64-seitigen Heft haben die Experten des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer Rheinland die Ergebnisse zahlreicher Versuche und ihre langjährigen Erfahrungen zusammengestellt. Der Pflanzenschutzplaner gibt den Landwirten einen umfassenden Überblick über die zurzeit zur Verfügung stehenden Pflanzenschutzmittel, die Auflagen für deren Anwendung und mögliche Bekämpfungsstrategien in den wichtigsten rheinischen Ackerkulturen, wie Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais und Raps.

Der ‚Pflanzenschutzplaner 2003‘ ist erschienen im Rheinischen Landwirtschafts-Verlag, Rochusstraße 18, 53123 Bonn, Tel.: 0228-5200645, Fax: 0228-5200619, E-Mail. Dort kann er zum Preis von 5 Euro bestellt werden. Kostenlos gibt es den Planer als Download im Internetangebot der Landwirtschaftskammer Rheinland für Ackerbauern.

Links zum Thema Pflanzenschutz.

Mission Tellus: Landwirtschaft für Computerkids

Themen: Archiv — info @ 13:01

Paris (agrar.de) – Vor dem Hintergrund, dass Computer-Kids immer weniger über den Ursprung der Nahrung wissen, hat der European Council of Young Farmers (CEJA) die Tellus-Website entwickelt.

Mission Tellus ‚ soll Schülern im Alter von neun bis elf Jahren die verschiedenen Aspekte der Landwirtschaft innerhalb der Europäischen Union aufzeigen. Ziel des Projektes ist es, die Beziehung zwischen Stadt- und Landbevölkerung sowie die Kenntnisse der Schüler zu verbessern.

Die Website soll Grundschülern die landwirtschaftlichen Aktivitäten auf spielerische Weise näher bringen. Sie zeigt u.a. wie Pflanzen gezüchtet werden, beschreibt verschiedene Anbaumethoden und liefert eine Vorstellung über die Lebensbedingungen und die Arbeit der Landwirte.

Die Website ist in alle elf Sprachen der Europäischen Union übersetzt und enthält Informationen über jedes EU-Land, dessen Geographie und Landwirtschaft.

Partner des Projekts sind u.a. europäische Organisationen wie die Europäische Vereinigung der Düngemittelhersteller, die Europäische Vereinigung für Pflanzenschutz, die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Europäische Vereinigung der Biotechnologie-Industrie. Daneben sind gemäß der ESA-Website Ministerien wie in Deutschland das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und in Österreich das Bundesministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umwelt sowie das Unternehmen Syngenta beteiligt.

Zur Unterstützung des Lehrpersonals, die Tellus nutzen wollen, ist ein Informations-Package verfügbar. Das Infopaket verfügt über Arbeitsblätter, Infobroschüren und Anleitungen.

Links zum Thema Bildung.

BBV: Dauertiefpreise gefährden Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:01

Bauernprotest: Qualität hat seinen Preis

Landau (agrar.de) – Dauertiefpreise bei Fleisch und Wurst – die radikalen Preissenkungen eines Lan-dauer Einkaufsmarktes haben 40 Mitglieder des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) des Bezirksverbandes Niederbayern am vergangenen Samstag auf die Barrikaden getrieben. Sie protestierten gegen die Werbestrategie des Discountmarktes. ‚Fleisch ist kein Schleuder-Artikel‘, begründete der niederbayerische Bauernpräsident Walter Heidl den Ärger seiner Berufskollegen. ‚Seit Jahren leidet unsere Landwirtschaft unter sinkenden Verkaufserlösen für die erzeugten Produkte bei gleichzeitig steigenden Kosten und Auflagen,‘ beklagt Heidl. ‚Trotzdem bekennen sich die Bauern zur Erzeugung von Qualität, die sowohl von der Politik als auch von den Verbrauchern eingefordert wird.‘

Die Bauern würden nicht nur nach höchsten staatlich verordneten Sicherheits- und Hygienestandards sowie Tierschutzauflagen produzieren. Über die Teilnahme an freiwilligen Qualitätssicherungsprogrammen würden sogar zusätzliche Auflagen erfüllt. Die dazugehörige Dokumentation diene vor allem der Absicherung der hohen Standards der Erzeugnisse und dem Vertrauen der Verbraucher in die Produkte der heimischen Landwirtschaft. ‚Dieser enorme Aufwand kann natürlich nicht auf Dauer erbracht werden, wenn gleichzeitig vom Markt her nur nach Billigware gefragt wird, und wenn unsere Bauern über den Preis konkurrieren müssen mit Billigprodukten aus aller Herren Länder, die zu wesentlich geringeren Auflagen und Kosten erzeugt wurden‘, erklärt Walter Heidl.

Besonders ärgerlich sei es, wenn die hochwertigen Erzeugnisse der Bauern im Supermarkt zu Dumpingpreisen als ‚Lockvogelangebote‘ missbraucht werden. Für den Berufsstand steht fest, weiter gegen Werbung mit Billig-Lebensmitteln anzugehen. Das Motto: ‚Qualität hat ihren Preis – gegen Tiefpreise bei Fleisch.‘

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Nachwachsende Rohstoffe bis 31. Januar melden

Themen: Archiv,NaWaRos — info @ 12:01

Hannover (agrar.de) – Beim Anbau nachwachsender Rohstoffe sehen die Reformvorschläge der EU-Kommission drastische Änderungen vor, für die Ernte im laufenden Jahr bleibt jedoch noch alles beim Alten. Danach ist der Anbau auf Stilllegungsflächen vorerst noch möglich. Die Anbau- und Lieferverträge müssen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) allerdings spätestens bis zum 31. Januar vorgelegt werden, um in den Genuss der Prämienzahlungen zu kommen. Auf diese wichtige Frist weist der niedersächsische Landvolkverband hin.

Für die Frühjahrssaaten läuft die Frist noch bis zum 15. Mai. Allerdings spielen diese nur eine untergeordnete Rolle. Zum weit überwiegenden Anteil beherrscht der Winterraps den Anbau.

Bauern, die ihre Stilllegungsflächen nicht nur brach liegen lassen wollen, dürfen diese ohne Verlust der Stilllegungsprämie zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe nutzen. Dazu müssen sie aber mit einem Abnehmer einen Anbau- und Liefervertrag abschließen, der die Verarbeitung der Ernte zu technischen Zwecken außerhalb der Nahrungsmittelproduktion sicherstellen soll. Im vergangenen Jahr hatten aufgrund der schwierigen Erntesituation und schlechter Erträge viele Bauern jedoch Probleme, ihre Lieferverpflichtungen bezüglich der Mindesterträge zu erfüllen. Dennoch dürfte der Rapsanbau zur Ernte in diesem Jahr nach Hochrechnungen der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) aufgrund der günstigen Marktlage um weitere 1,4 Prozent auf 1,279 Millionen Hektar angestiegen sein, nachdem bereits im Vorjahr ein neuer Höchststand erreicht worden war. Der Anbau als nachwachsender Rohstoff ist dagegen nach Ufop-Schätzungen um 5,3 Prozent auf bundesweit 302.314 Hektar gesunken.

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Bei Tiefkühlkost greifen deutsche Verbraucher gern zu

Themen: Archiv — info @ 12:01

Von 1991 bis 2001 stieg der Absatz von Haushaltspackungen um fast 50 Prozent

Hannover (agrar.de) – Spargel mitten im Winter genießen oder auf die Schnelle ein leckeres Gericht zau-bern – immer mehr Verbraucher greifen bei Tiefkühlkost gern zu. In 2001 wurden rund 1,42 Millionen Tonnen (t) Tiefkühlprodukte in Haushaltspackungen verkauft, teilt der niedersächsische Landvolk-Pressedienst mit.

Vor allem gefrorenes Gemüse ist mit einem Sortimentsanteil von 267.504 Tonnen ein ‚Renner‘, wie aus einer Auflistung des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) hervorgeht. Es folgen Hauptspeisen und Zubereitungen mit 222.669 t sowie Fleisch, Wild und rohes Geflügel mit zusammen 198.783 t. Außerdem kauften die Hausfrauen und Hausmänner 182.401 t gefrorene Kartoffelerzeugnisse und 169.631 t Backwaren in Haushaltpackungen ein. Auf einen großen Sortimentsanteil kamen außerdem Pizzas mit 159.383 t und Fische, zu denen auch Schalen-, Weich- und Krustentiere gezählt werden, mit 152.383 t. Zusätzlich kauften die deutschen Verbraucher 60.499 t tiefgekühlte Baguettes und Snacks sowie 9.862 t Obst und Obstsäfte.

Schon seit einigen Jahren beobachten Konsumforscher veränderte Lebens- und Kochgewohnheiten bei den deutschen Verbrauchern, die sich auch auf ihr Einkaufsverhalten auswirken. So nahm der Absatz von Tiefkühlkost in Haushaltspackungen im Zeitraum von 1991 bis 2001 um insgesamt 49,6 Prozent zu. Während des Betrachtungszeitraumes waren die Verkaufszahlen einzig bei Fleisch, Wild und rohem Geflügel rückläufig, der Absatz schrumpfte um 13,0 Prozent. Erheblich zugelegt haben dagegen Hauptspeisen und Zubereitungen mit einem Plus von 218,1 Prozent, Backwaren mit einem Plus von 125,3 Prozent und Pizzas, für die ein Zuwachs von 112,9 Prozent gemessen wurde. Überdurchschnittlich stark stieg auch der Absatz von tiefgekühlten Fischen (Plus 72,4 Prozent) sowie Baguettes und Snacks, zu denen unter anderem auch Milcherzeugnisse und Süßspeisen zählen, mit einem Plus von 61,1 Prozent an.

Tiefgekühlte Lebensmittel erobern aber nicht nur die privaten Haushalte, sondern zunehmend auch den Außer-Haus-Markt. Nach Berechnungen des dti wurden in 2001 mit 1,39 Millionen t fast die Hälfte aller Tiefkühlprodukte an Großabnehmer wie Restaurants und Kantinen verkauft. Zehn Jahre zuvor waren erst 834.328 t Tiefkühlkost in Großverbraucherpackungen verkauft worden, damit ist der Absatz seitdem um 66,5 Prozent gestiegen. Laut einer Studie schätzen die Küchenchefs im umkämpften Gastronomiebetrieb bei den Tiefkühlprodukten insbesondere die Vielfalt des Sortiments, die Produktqualität und das Preis-Leistungsverhältnis.

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Grossbritannien: McDonald“s verkauft Bio-Milch

Themen: Archiv — info @ 11:01

London (agrar.de) – Wie britische Medien berichten wird die Restaurantkette McDonald’s ab Februar Bio-Milch in ihren Filialen auf der Insel anbieten.

Ein Unternehmenssprecher betonte, dass die Entscheidung für Bio-Milch eine ’natürliche Entwicklung‘ sein, nachdem bereits Eier von freilaufenden Hühnern für die Frühstücksprodukte genutzt würden. Man reagiere damit auf Verbraucherwünsche.

Der Konzern will die Öko-Ware zum selben Preis anbieten der bislang, allerdings solle die Milch nicht in Produkten wie Milchshakes verwendet sondern ausschliesslich verpackt angeboten werden. McDonald’s rechnet damit, etwa 3,4 Prozent der gesamten Bio-Milch im Vereinigten Königreich zu vermarkten.

In Schweden bietet McDonald’s bereits seit dem vergangenen August Bio-Milch und Bio-Eiskrem an. Dort wird inzwischen auch die Ausweitung des Angebots auf Bio-Kaffee in Betracht gezogen, ein ‚Bio-Burger‘ sei aber nicht in Planung.

Der Absatz von Bio-Milch steckt in mehreren Ländern Europas – so auch in Grossbritannien – in einer Krise, sodass viele Bio-Milcherzeuger ihr Produkt zum ‚konventionellen‘ Preisen verkaufen müssen.

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Rentenbank legt Sonderprogramm „Hochwasser“ auf

Themen: Archiv,Banken,Förderung — info @ 11:01

Frankfurt (agrar.de) – Für Hochwasser geschädigte land- und forstwirtschaftliche Unternehmen in den Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie den Freistaaten Sachsen und Thüringen bietet die Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main, im Rahmen des von Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmenpakets zur Bewältigung der Hochwasserschäden vom August 2002 jetzt auch zinsgünstige Kredite mit einer 80 Prozent-Haftungsfreistellung für die Hausbank an.

Die Kredite des neu aufgelegten Programmes ‚Hochwasser‘ können sowohl für Ersatzinvestitionen von hochwassergeschädigten Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens als auch für die Beschaffung von Betriebsmitteln und kurzlebigen Wirtschaftsgütern eingesetzt werden. Die Zinssätze entsprechen den jeweils gültigen Konditionen für das Sonderkreditprogramm ‚Junglandwirte‘. Darlehen mit einer Laufzeit und Zinsbindung von 4 Jahren kosten zur Zeit 3,60 Prozent, Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit und Zinsbindung 4,40 Prozent. Die Darlehenshöhe ist abhängig vom Schadensbetrag und darf diesen nach Abzug von Versicherungsleistungen, Zuschüssen aus öffentlichen Förderprogrammen und Spenden nicht überschreiten.

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