21. Januar 2003

Neues Fachgebiet „Nachhaltige Landwirtschaft“ bei der DLG

Themen: Archiv — info @ 14:01

Frankfurt (agrar.de) – Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat zu Beginn des Jahres 2003 im Fachbereich Landwirtschaft und ländliche Entwicklung das neue Fachgebiet ‚Nachhaltige Landwirtschaft‘ eingerichtet. Damit sollen die Grundlagen und Verfahren nachhaltiger Landwirtschaft auf wissenschaftlicher Basis weiterentwickelt und deren Umsetzung in die landwirtschaftliche Praxis gefördert werden.

Zum Fachgebietsleiter ist Dr. Lothar Hövelmann ernannt worden. Der 40-jährige Agrarwissenschaftler mit ausgeprägter Praxisorientierung ist seit 1998 bei der DLG tätig. Zuvor war er in einem norddeutschen Unternehmen des Bereiches Land- und Umwelttechnik Leiter der Forschungsaktivitäten und des unternehmenseigenen Ackerbaubetriebes. In der DLG leitet er die Fachkommunikation bei den Projekten Agritechnica und DLG-Feldtage. Im Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung unterstützte er DLG-Präsident Freiherr von dem Bussche bei dessen Aufgaben, zudem betreute er den DLG-Ausschuss für Pflanzenschutz und die Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Naturschutz. Außerdem ist er Geschäftsführer des Dachverbandes Agrarforschung (DAF).

Schleswig-Holstein: Simonis plant Auflösung des Landwirtschaftsministeriums

Themen: Archiv — info @ 13:01

Kiel (agrar.de) – Die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Simonis wird heute Einzelheiten zur Umbildung ihres Kabinetts bekannt geben. Ministerin Frantzens Landwirtschaftsministerium soll danach aufgelöst werden.

Schleswig-Holsteins Bauern geben sich vor der geplanten Kabinettsumbildung kämpferisch: ‚Wenn die Landesregierung tatsächlich auf die Idee kommen sollte, das Landwirtschaftsministerium aufzulösen, werden wir uns wehren‘, kündigt Bauernverbandspräsident Otto-Dietrich Steensen an. In einem Brief an die Ministerpräsidentin betonte er, dass über 80 Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt würden. Mit 20.000 Betrieben und 53.000 Beschäftigten erwirtschafte die Nord-Landwirtschaft fast drei Milliarden Euro.

Die Bauern befürchten zerstückelte Zuständigkeiten für die Landwirtschaft: ‚Der Verbraucherschutz ist schon heute auf dreieinhalb Ministerien verteilt‘, so Peter Jensen-Nissen, Landesvorstandsmitglied und CDU-Agrarpolitiker. In der Tat führte das BSE-Krisenmanagement des Simonis-Kabinetts dazu, dass heute zwischen Agrar-, Umwelt- und Sozialressort sowie der Staatskanzlei hin- und her kontrolliert wird.

Fällt das Landwirtschaftsministerium den Sparplänen der Landesregierung zum Opfer gibt es zwei mögliche Varianten. Bauernpräsident Steensen würde die Angelegenheiten der Bauern wohl lieber im Wirtschaftsministerium angesiedelt suchen. Teile würden wohl aber auch sicher ins Umweltministerium abgezogen, das den Verbraucherschutz kontrolliert. Deshalb gibt es auch Stimmen in der Bauernschaft, die einen kompletten ‚Umzug‘ ins grüne Umweltministerium favorisieren.

Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

GVO in 40 Prozent der Bio-Futtermittel in Piemont gefunden

Themen: Archiv — info @ 12:01

Nürnberg (agrar.de) – Untersuchungen zufolge, die von der Gesundheitsbehörde in Piemont durchgeführt wurden, enthielten 40 Prozent der untersuchten Produkte genetisch veränderte Organismen. Dies berichtete der Biofach-Newsletter.

Die Bilanz der Kontrollen, durchgeführt von der Umweltorganisation ARPA und dem Institut für Vorbeugende Tiermedizin, decke auch Unregelmäßigkeiten in Lebensmitteln auf: Von 335 untersuchten Proben waren 21 betroffen. Einige davon waren für Kleinkinder bestimmt.

Es bleibt laut Expertenmeinung schwierig, der Ursache auf den Grund zu gehen. In einigen Fällen kann die Nähe der Futtermittelfelder zu Anbauflächen für genetisch veränderte Pflanzen der Auslöser sein. ‚Die Kontrollen‘, vertritt Mario Valpreda, Direktor der Gesundheitsbehörde Piemonts, ‚müssten vorher ansetzen, nämlich beim Saatgut.‘ Allerdings gebe es einen Kompetenzstreit und in Bezug auf Saatgut in der Praxis wenig Überprüfungen.

Links zum Thema Biotechnologie

Uni Göttingen stellt Fotos der historischen Forster-Pflanzensammlung ins Internet

Themen: Archiv — info @ 09:01

Göttingen (agrar.de) – Über 1.000 Fotografien von einer der ältesten Sammlungen der Göttinger Universität, der Pflanzensammlung des Naturforschers Georg Forster (1754 bis 1794), sind für eine Internetpräsentation aufbereitet worden. Seit Januar 2003 können die systematisch erfassten Pflanzenbelege (Herbarium) eingesehen werden.

Das Forster-Herbarium als Teil des Göttinger Universitätsherbariums umfasst rund 350 getrocknete Originalpflanzen, die der Naturforscher von der zweiten Weltumsegelung des Kapitän James Cook 1772 bis 1775 mitbrachte. Mit Mitteln der Lindemann-Stiftung konnten die Sammlung überarbeitet und die Daten in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen (GWDG) online gestellt werden. ‚Herbarbelege sind einerseits als Archive für den Artenbestand wichtig, andererseits gewinnen sie als Ressource für molekulare Forschung zunehmend an Bedeutung‘, erläutert der Leiter des Universitätsherbariums im Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften, Dr. Jochen Heinrichs.

Die Resonanz auf die Internetpräsenz des Forster-Pflanzensammlung ist gut: ‚Obwohl die Präsentation erst seit wenigen Tagen im Internet steht, wurden die Daten bereits von Wissenschaftlern aus Neuseeland, Nordamerika und England genutzt‘, so Dr. Heinrichs. Das Forster-Herbar werde immer wieder von Botanikern aus dem In- und Ausland eingesehen und in zahlreichen Fachveröffentlichungen berücksichtigt, weil es viele ‚Typen‘ neuer Arten enthalte, so der Botaniker. ‚So genannte Erstbeschreibungen von Pflanzen beruhen auf diesen Originalen.‘

Georg Forster, der mit einer Tochter des Göttinger Bibliotheksdirektors Christian Gottlob Heyne verheiratet war und auch aufgrund seiner engen Verbundenheit mit dem Philosophen und Physiker Georg Christoph Lichtenberg häufig in Göttingen weilte, überreichte der Universität 1787/88 einen großen Teil seiner Pflanzensammlung.

Das Göttinger Universitätsherbarium umfasst fast eine Million getrockneter Pflanzen und zählt zu den bedeutendsten botanischen Sammlungen Deutschlands. In näherer Zukunft sollen weitere Teile der Sammlung aufgearbeitet und für eine Internetpräsentation vorbereitet werden.

Links zum Thema Herbarien.

Bioland: Wachstum in Baden-Württemberg

Themen: Archiv — info @ 09:01

Stuttgart (agrar.de) – In Baden-Württemberg arbeiten heute 918 Betriebe auf einer Fläche von 30.841 Hektar nach den Richtlinien des Bioland-Verbands. Während die Zahl der Erzeuger um 3,5 Prozent anstieg, wuchs die organisch-biologisch bewirtschaftete Fläche im Südwesten gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Prozent. Das heißt: Bestehende Betriebe dehnten sich aus und neue, größere Betriebe sind im Jahr 2002 dazu gekommen. ‚Insgesamt sind wir mit diesem gesunden und stabilen Wachstum zufrieden‘, sagt Matthias Strobl, Landesgeschäftsführer des Bioland-Verbandes Baden-Württemberg. Denn wichtiger als reines Zahlenwachstum sind für den Verband leistungsfähige und überzeugte Betriebe, die eine nachhaltige Entwicklung garantieren.

Neben den Erzeugern arbeiten auch 234 Verarbeiter, also Bäcker, Metzger, Molkereien, Mühlen und andere mit dem größten Bio-Anbauverband zusammen. Deren Zahl hat gegenüber 2001 um 3 Prozent abgenommen. Dieser leichte Rückgang ist in erster Linie auf das Ausscheiden von Bäckern und Metzgern mit Kleinstumsätzen zurückzuführen. Insgesamt haben den Verarbeitern die Auswirkungen der Nitrofenkrise und die allgemein schwierige wirtschaftliche Lage zu schaffen gemacht. Die Umsätze stiegen deshalb nicht mehr weiter in dem rasanten Tempo wie im BSE-Jahr 2001. Doch nach dem nitrofenbedingten Einbruch im zweiten Quartal 2002 gelang es bis Jahresende, die Umsätze mit Bioland-Produkten wieder auf dem guten Niveau vom Vorjahr zu stabilisieren. Positiv fällt die Bilanz der Zusammenarbeit mit Groß- und Einzelhändlern auf. Hier gab es ein reges Interesse, gemeinsame Projekte aufzubauen neue Vermarktungswege zu gehen.

Den Betrieben aus dem Erzeugungs- und dem Verarbeitungsbereich wird der Weg zur Umstellung zur ökologischen Wirtschaftsweise veranschaulicht. Bereits ökologisch wirtschaftende Bioland-Betriebe finden spezielle Informationen aus der Beratungspraxis, Schulungsangebote, Anschriften von Rohstofflieferanten und Anregungen für ihre Marketing- und Pressearbeit.

Am 1. Januar 2003 ist die Geschäftsstelle des Bioland Landesverbands Baden-Württemberg von Nürtingen nach Esslingen umgezogen: Bioland Baden-Württemberg. Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen / Neckar, Tel.: 0711-550939-0, Fax: 0711-550939-50

Links zum Thema Bio-Landbau-Verbände, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

20. Januar 2003

Bartels für Erhalt der EU-Zuckermarktordnung

Themen: Archiv — info @ 16:01

Hannover (agrar.de) – Die bis 2006 laufende Zuckermarktordnung dürfe nicht in Frage gestellt sondern müsse unbedingt erhalten und verlängert werden. Sonst sei die Existenz zahlreicher niedersächsischer Landwirte gefährdet, warnte Landwirtschaftsminister Uwe Bartels heute in Briefen an den Bundeskanzler, die Bundeslandwirtschaftsministerin und an die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Anlass seiner großen Sorge seien die Beschlüsse der EU-Außenminister zum freien Marktzugang für alle Agrarerzeugnisse aus den 48 ärmsten Ländern der Welt und die Überlegungen innerhalb der Kommission zur Modifizierung oder sogar Abschaffung der Zuckermarktordnung.

Bereits der Beschluss der Außenminister stelle für den Zuckersektor der Gemeinschaft eine ernsthafte Bedrohung dar. Es sei davon auszugehen, dass Ende 2009 bis zu 5 Mio. t Zucker aus den Entwicklungsländern importiert werden könnten. Das entspreche etwa einem Drittel des europäischen Zuckerverbrauchs.

Bereits durch diesen Beschluss werde die Zuckermarktordnung in ihrer jetzigen Form in Frage gestellt, unterstrich Bartels. Niedersachsen sei in besonderer Weise betroffen, da in Niedersachsen rund 25 Prozent aller deutschen Zuckerrüben erzeugt würden. Der Anbau erfolge hier auf rd. 117.000 ha in 10.000 landwirtschaftlichen Betrieben. Der Anbau habe einen Produktionswert von ca. 340 Mio. Euro/a. Und: in 6 Fabriken beschäftige die niedersächsische Zuckerwirtschaft rd. 2000 Mitarbeiter, der Umsatz habe in 2000/2001 über 1 Milliarde Euro betragen.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Bundesland Niedersachsen.

Germanwatch startet Kampagne gegen Lebensmittel-Dumping

Themen: Archiv — info @ 13:01

Berlin (agrar.de) – ‚Unterbieten Verbieten‘ heißt die neue Germanwatch-Kampagne, die auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt wurde. Sie richtet sich gegen den Verkauf europäischer Lebensmittel unterhalb der tatsächlichen Produktionskosten.

Laut Germanwatch werden Lebensmittel zu Dumpingpreisen sowohl im Inland als auch im Ausland, vor allem in Entwicklungsländern, verkauft. ‚Die Produktion eines Doppelzentners Weizen kostet z.B. in Baden-Württemberg 16,64 Euro. Verkauft wird der Weizen aber auf dem Binnenmarkt für 11,73 Euro, auf dem Weltmarkt für 13,70 Euro. Bei Rindfleisch liegen die Vollkosten bei 3,56 Euro/kg, der Verkaufspreis auf dem Binnenmarkt liegt bei 2,62 Euro und auf dem Weltmarkt bei 2,05 Euro. Damit werden die Preise der lokalen Anbieter auf den Märkten der Entwicklungsländer unterboten,‘ erläutert Rudolf Buntzel, Vorstandsmitglied bei Germanwatch, das sogenannte Lebensmittel-Dumping. Möglich werde dies durch sehr hohe Subventionierung von Agrarprodukten durch die EU.

Die Folge laut Germanwatch: Die Kleinbauern im Süden können mit ihren Produkten nicht mehr mit den ‚Billig-Produkten‘ aus dem Norden konkurrieren. Die lokalen Märkte werden zerstört. Den Kleinbauern wird zunehmend ihre Lebensgrundlage entzogen. ‚Dumping ist ein unfairer Wettbewerb. Die Landwirte in den reichen OECD-Ländern werden subventioniert, während die Kleinbauern in Entwicklungsländern leer ausgehen. Im Gegenteil: die EU setzt alles daran, die weitere Öffnung der Märkte im Süden bei den WTO-Verhandlungen zu erzwingen und die Bauern dort schutzlos dem Dumping auszusetzen‘ kritisiert Rainer Engels, Leiter der Kampagne bei Germanwatch.

Jährlich würden in der EU fast 60 Milliarden Euro zugunsten der gemeinsamen Agrarpolitik aufgewendet. Rechnete man die Differenz zwischen dem Binnenmarktpreis und dem Weltmarktpreis noch hinzu (Subventionierung durch den Verbraucher über den höheren Preis), komme man auf ein Unterstützungsniveau von 110 Mrd. Euro. 1999 seien mehr als ein Drittel der Agrarexporte im Wert von 17,57 Mrd. Euro aus der EU in Entwicklungsländer gegangen.

Das Dumping-Problem werde in den WTO-Agrarverhandlungen nicht ausreichend thematisiert, kritisiert Germanwatch. Das derzeitige Regelwerk erlaube den USA und der EU, ihre Landwirte in unbegrenzter Höhe zu unterstützen, solange die Zahlungen nicht direkt produktionsfördernd oder preiswirksam sind. Gleichzeitig werde den Entwicklungsländern kein wirksames Schutzinstrument gegen das Dumping zugestanden.

Germanwatch setze sich daher mit der Kampagne ‚Unterbieten Verbieten‘ gegen Lebensmittel-Dumping und für Schutzmechanismen der Entwicklungsländer in der WTO ein. ‚Dumping fördert den Hunger, indem es die Ernährungssicherheit in den betroffenen Entwicklungsländern bedroht‘, resümiert Buntzel. ‚Die Industrieländer müssen sich hier bewegen und unter Beweis stellen, dass sie es mit der Armutsbekämpfung ernst meinen.‘

Links zum Thema Lebensmittel, Links zum Thema Landwirtschaft international.

Fischler-Vorschläge: BfN verlangt Nachbesserungen

Themen: Archiv — info @ 13:01

Bonn (agrar.de) – Anlässlich der von EU-Kommission vorgelegten Legislativvorschläge zur Halbzeitbewertung der Agenda 2000 erklärte der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Professor Hartmut Vogtmann:

‚Die Vorschläge der Kommission weisen in die richtige Richtung. Sie bleiben jedoch weit hinter dem zurück, was für eine nachhaltige Landwirtschaft und eine integrierte Entwicklung ländlicher Raeume erforderlich ist. Mehr Mittel für den ländlichen Raum, um einer nachhaltigen Entwicklung Vorschub zu leisten, ist das Ziel des Naturschutzes. Die Legislativvorschlaege dürfen nicht das letzte Wort bleiben. Die Länder in Mittel- und Osteuropa sollten nicht dazu angehalten werden, die Fehler der Gemeinschaftlichen Europäischen Agrarpolitik der vergangenen Jahrzehnte zu wiederholen.

Die Kommission hält an der Modulation fest – das ist grundsätzlich richtig. Allerdings fällt die Modulation viel geringer aus, als ursprünglich vorgesehen. Zudem ist eine andere Verwendung der Modulationsmittel vorgesehen. Für den ländlichen Raum (2. Säule) steht damit nur noch eine geringfügige Erhöhung der Mittel in Aussicht. Modulationsmittel sollen künftig vor allen Dingen zur Finanzierung der Einkommenseinbussen aufgrund der Ausweitung der Milchquote, Senkung von Interventionspreisen und der Änderungen bei der Zuckermarktordnung eingesetzt werden. Ein Teilbereich soll in die (notwendige) Finanzierung der Osterweiterung fließen.

Die Interventionspreissenkung bei Milchprodukten wird zu einer Steigerung der Ausgleichszahlungen führen. Der Naturschutz fürchtet die Aufgabe der Milchproduktion in Grünlandregionen durch die massiven Preissenkungen und die Ausweitung der Milchquote. Davon betroffen sind insbesondere Milchbauern, die unter erschwerten Bedingungen wirtschaften: Betriebe in Mittelgebirgsregionen und ökologisch wirtschaftende Betriebe.

Die einzig Begünstigte ist die Molkereiwirtschaft, die dadurch billige Milch auf den Märkten anbieten kann. Die damit bewirkten nachteiligen Folgen für Natur und Landschaft stehen konträr zu den früher von Kommissar Fischler gemachten Aussagen. Hier muss nachgebessert werden.

Für die Entwicklung ländlicher Räume und eine nachhaltige Landbewirtschaftung ist nur eine geringfügige Erhöhung der Mittel zu erwarten. Gleichzeitig wird das Spektrum der Fördermöglichkeiten ausgeweitet: Beispielsweise soll Umweltbetriebsberatung, Regionalmanagement oder die Kosten der Qualitätsproduktion künftig gefördert werden. Für die notwendige Ausweitung der Agrarumweltmaßnahmen und die Etablierung eines Systems der Qualitätsproduktion stehen jedoch nicht genügend Mittel zur Verfügung. Auch die Kofinanzierung bei den Agrarumweltmaßnahmen wird – anders als ursprünglich geplant – nicht erhöht. Das trifft den Naturschutz in den neuen Bundesländern besonders hart. Die Maßnahmen in der 1. Säule konterkarieren die mit der Förderung in der 2. Säule angestrebten Ziele der integrierten ländlichen Entwicklung. Auch dies muss Fischler im Interesse von Natur und Menschen in den ländlichen Räumen dringend überdenken.

Die Entkoppelung der Direktzahlungen von der Produktion ist grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber sie führt nicht per se zu einer Extensivierung und damit zu einer umweltfreundlicheren Produktion. Hierfür ist es notwendig, dass die 2. Säule (Ländlicher Raum) deutlich ausgeweitet wird – die geplanten Ausgleichszahlungen für Milch in der 1. Säule (Direktzahlungen) werden dies jedoch verhindern.

Die obligatorische Einführung der Cross Compliance (Bindung der Direktzahlungen an die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften u.a. im Bereich Natur- und Umweltschutz) ist ein bedeutender Fortschritt – insbesondere auch auf europäischer Ebene. Allerdings muss – nicht zuletzt aus WTO-Gründen – gewährleistet sein, dass mittelfristig nur noch für solche Produktionen Direktzahlungen erfolgen, die mehr tun, als die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. Das Einhalten der gesetzlichen Vorschriften sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Die neue Betriebsberatung (ehemals farm-audit) sowie die Ausweitung der bereits existierenden Kontrollsysteme (INVEKOS-Kontrolle) auf Natur- und Umweltbelange sind weitere Schritte in die richtige Richtung. Es muss allerdings gewährleistet werden, dass die vorgesehene Ausweitung der Fördermöglichkeiten für (Umwelt-)Betriebsberatung nicht zum Beschäftigungsprogramm für Berater mutiert.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Agrarpolitik.

Bayern: Neue Landesanstalt für Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 12:01

München (agrar.de) – Ein bundesweit einzigartiges Wissens- und Dienstleistungszentrum hat der Freistaat laut Landwirtschaftsminister Josef Miller mit der neuen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) geschaffen. Die LfL sei künftig eine wichtige Hilfe für alle innovativen Entwicklungen und Weichenstellungen im Agrarbereich, sagte der Minister beim Gründungskongress in der Münchner Residenz. Sie biete problemorientierte Forschung auf höchstem Niveau und ein effektives staatliches Versuchswesen. Miller: ‚In der neuen Landesanstalt sind die entscheidenden Kräfte gebündelt, um die künftigen Herausforderungen der Landnutzung und Ernährung in Bayern erfolgreich zu bewältigen.‘

Nach Aussage des Ministers nehmen die Anforderungen an eine umweltgerechte und nachhaltige Landwirtschaft und Nahrungsmittelerzeugung ständig zu. Immer wichtiger werde es, komplexe Probleme fachübergreifend zu bewältigen. Angewandte Agrarforschung dürfe daher nicht nur eine Addition sektoraler Disziplinen sein, so Miller. Sie müsse vielmehr Einzelerkenntnisse zur Gesamtschau mit Gesamtaussage verknüpfen. An der LfL werde deshalb ein institutsübergreifendes Projektmanagement dafür sorgen, dass Zukunftsthemen wie Qualitätssicherung oder artgerechte Tierhaltung interdisziplinär und umfassend bearbeitet werden. Flexible Arbeitsbereiche anstelle von Sachgebieten sollen zudem eine rasche Anpassung an den Forschungsbedarf sicher stellen.

Die LfL wurde am 1. Januar gegründet – durch Zusammenlegung von sechs Landesanstalten und drei staatlichen Versuchsgüterverwaltungen. Sie besteht aus zehn fachlich eigenständigen Instituten und fünf zentralen Abteilungen. Aufgaben sind die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung, die Erarbeitung politischer Entscheidungshilfen und fachlicher Grundlagen für die Beratung der Landwirte, der Vollzug von Rechtsvorschriften im Agrarbereich und die Mitwirkung bei der Berufsbildung. Mit der Neuorganisation verbunden ist ein Stellenabbau von 25 Prozent. Die LfL hat mehr als 1.000 Beschäftigte.

Ökolandbau ein Arbeitsschwerpunkt

Scharf zurück gewiesen hat Landwirtschaftsminister Josef Miller den Vorwurf der Landtagsgrünen, an der neuen Landesanstalt für Landwirtschaft blieben Forschung und Beratung für den Ökolandbau hinter den Zusagen zurück. Gerade der ökologische Landbau sei künftig ein Arbeitsschwerpunkt und ein Musterbeispiel für den neuen ganzheitlichen Ansatz der LfL. Hierfür sei bewusst kein eigenständiges Institut vorgesehen, denn: ‚Dieser wichtige Bereich darf nicht isoliert, sondern muss institutsübergreifend bearbeitet werden.‘ An der neuen Landesanstalt sorgt laut Miller ein spezielles Projektmanagement dafür, dass bei Zukunftsthemen wie dem Ökolandbau interdisziplinär und umfassend geforscht wird. Diese neue und zukunftsweisende Organisationsstruktur hätten die Ökoverbände in Bayern längst als richtungsweisend anerkannt. Gemeinsame Arbeitsschwerpunkte seien längst festgelegt.

Nach Aussage des Ministers sind umweltgerechte Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung und Nahrungsmittelsicherheit Leitbilder nicht nur für den Ökolandbau, sondern für die gesamte Landwirtschaft in Bayern. Dem sei insbesondere mit der Ausweisung der Institute für ‚Agrarökologie, Ökologischen Landbau und Bodenschutz‘ sowie für ‚Tierhaltung und Tierschutz‘ Rechnung getragen worden. Hinzu kommt das Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für ökologischen Landbau und Tierhaltung Kringell, wo es im Verbund mit der Bezirkseinrichtung Landshut/Schönbrunn Praxistests und bei der überbetrieblichen Ausbildung bundesweit einmalig einen Schwerpunkt ‚Ökolandbau‘ geben soll.

Links zum Bundesland Bayern.

BDP: Anbaufläche von gentechnisch veränderten Pflanzen um 12 Prozent gestiegen

Themen: Gentechnik,Mais — info @ 11:01

Weltweiter Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen auf 58,7 Mio. Hektar

Bonn (agrar.de) – Im Jahr 2002 wurden auf 58,7 Mio. Hektar transgene Pflanzen angebaut, so der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) in einer aktuellen Pressemitteilung. Seit 1996 ist danach die globale Anbaufläche von gentechnisch veränderten Pflanzen um das 35-fache angestiegen und heute fast doppelt so groß wie die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Frankreich. Nach Angaben des International Service for the Acquisition of Agri-biotec Applications (ISAAA) nahm vor allem bei Soja, Mais und Raps der Anbau von GV-Sorten zu, während GV-Baumwolle unverändert blieb.

Fast 99 Prozent der GVO-Flächen verteilen sich auf vier Länder: USA (39 Mio. ha), Argentinien (13,5 Mio. ha), Kanada (3,5 Mio. ha) und China (2,1 Mio. ha). Zwölf weitere Länder nutzen GVO-Pflanzen, davon zwei – Südafrika und Australien – mit Flächen über 100.000 Hektar. Drei neue GVO-Anbauländer sind nach ISAAA-Informationen hinzugekommen: Indien und Kolumbien (Bt-Baumwolle) sowie Honduras mit Bt-Mais haben im vergangenen Jahr erstmals den GV-Anbau genehmigt.

Mit rund 40 Prozent kann China erneut den relativ stärksten Zuwachs der Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen aufweisen. Auf rund 2,1 Mio. Hektar wurde insektenresistente Bt-Baumwolle geerntet; das entspricht nahezu 51 Prozent der nationalen Baumwollerzeugung. Die bedeutetesten GVO-Pflanzen sind nach wie vor Sojabohnen, Mais und Raps.

GV-Sojabohnen wurden im Jahr 2002 weltweit auf rund 36,5 Mio. Hektar (plus zehn Prozent) angebaut. In Argentinien sind konventionelle Sojabohnen fast vollständig verdrängt (GVO-Anteil: 99 Prozent). Während in der Vergangenheit der Anteil von GVO-Mais stets rückläufig war, konnte für 2002 erstmals wieder ein Anstieg um 27 Prozent auf 12,4 Mio. Hek-tar verzeichnet werden. Auch Raps legte nach drei Jahren erstmals wieder leicht zu. Weltweit wurden auf 3 Mio. Hektar GVO-Sorten geerntet (plus 11 Prozent). Trotz des starken Anstiegs der Baumwollfläche mit GVO-Sorten in China liegt der GV-Anbau insgesamt auf dem Vorjahresniveau mit rund 6,8 Mio. Hektar, da die US-Anbaufläche deutlich zurückgegangen ist. Auf kleinen Flächen (unter 100.000 Hektar) werden in den USA gentechnisch veränderte Papayas und Zucchini angebaut.

Nach ISAAA stammen inzwischen mehr als 51 Prozent der Weltsojaproduktion aus GVO-Pflanzen. Bei Mais (9 Prozent) und Raps (12 Prozent) ist der Anteil deutlich geringer. In 16 Ländern haben nahezu sechs Millionen Landwirte GV-Sorten auf ihren Feldern ausgesät. Die international tätige US-Agentur erwartet, dass auch in den nächsten Jahren mit einem weiteren Anstieg der globalen GVO-Flächen – vor allem aufgrund von Zuwächsen in den bisher eher zurückhaltenden Ländern – zu rechnen ist.

Links zum Thema Biotechnologie

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