31. Januar 2003

Nahrungsmittelpreise 2002 mäßig angestiegen

Themen: Archiv — info @ 11:01

Preisanstieg für Nahrungsmittel niedriger als für übrige Lebenshaltung

Bonn (agrar.de) – Nahrungsmittel waren im Jahr 2002 zwar etwas teurer als im Vorjahr, der Preisanstieg war aber niedriger als bei den sonstigen Lebenshaltungskosten. Während die Lebenshaltungskosten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent stiegen, zahlten die Verbraucher für Nahrungsmittel 1,1 Prozent mehr als 2001. Im ersten Jahr des Euro-Bargeldes ist dies die niedrigste Teuerungsrate seit 1999, teilt das Bundesverbraucherministerium mit. Für 2003 rechnet das Ministerium mit einer ähnlich günstigen Preisentwicklung. Allerdings dürften sich ungünstige Witterungsverhältnisse im Obst- und Gemüsebau und höhere Energiekosten preissteigernd auswirken.

Im Vergleich zum Vorjahr verbilligten sich vor allem tierische Produkte sowie einzelne Obst- und Gemüsearten. So waren vor allem Schweine- und Geflügelfleisch, Bananen, Zitrusfrüchte, Blatt- und Stielgemüse, Kartoffeln und Butter für die Verbraucher günstiger zu haben als 2001.

Teurer waren dagegen Äpfel, Kohl und Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika und Gurken, wo es durch die witterungsbedingten Ernteausfälle insbesondere in Südeuropa in den ersten Monaten 2002 zu ungewöhnlich hohen Preissteigerungen kam. Preisanstiege gab es auch bei Fisch, Brot sowie Zucker, Honig und Süßwaren. Auch Milch- und Milcherzeugnisse, außer Butter, wurden trotz kräftiger Preiseinbußen auf der Erzeugerebene etwas teurer.

Überdurchschnittliche Preissteigerungen gab es seit Jahresbeginn bei Verpflegungsdienstleistungen und bei Tabakwaren.

Insgesamt gaben die Verbraucher in Deutschland 2001 rund 143 Milliarden Euro für Nahrungsmittel aus. Die Kaufkraft für einzelne Nahrungsmittel (gemessen am Netto-Stundenverdienst des männlichen Industriefacharbeiters, verheiratet, ohne Kind) stieg in den letzten zehn Jahren besonders deutlich für Butter, Vollmilch, Brathähnchen, Schweinefleisch und Rindfleisch. Während für den Erwerb eines Kilogramms Butter 1991 noch gut 30 Minuten gearbeitet werden musste, waren es 2001 nur rund 21 Minuten. Für Schweinekotelett verringerte sich der Zeitaufwand pro Kilo von knapp 45 auf etwa 37 Minuten, für Rinderschmorbraten von 69 auf 53 Minuten und für Brathähnchen von gut 18 auf gut 13 Minuten. Andererseits war die Kaufkraftsteigerung bei dunklem Mischbrot von rund 13 auf rund 11 Minuten pro Kilogramm vergleichsweise gering; bei frischem Seefisch nahm die Kaufkraft sogar von 68 auf rund 71 Minuten ab.

Die Tendenz, dass sich die Erzeugerpreisentwicklung immer weniger auf die Verbraucherpreise auswirkt, hat sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt. Erhielt ein Landwirt Anfang der 70er Jahre noch rund die Hälfte eines für Nahrungsmittel ausgegebenen Betrages, ist es inzwischen nur noch ein Viertel.

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