31. Januar 2003

Milchpreise: HBV kündigt Protestaktionen an

Themen: Archiv — info @ 10:01

Präsident Bär mahnt Molkereivertreter zur Durchsetzung höherer Preise

Friedrichsdorf (agrar.de) – Wegen der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage der hessischen Milcherzeuger kam die Spitze des Hessischen Bauernverbandes (HBV) unter Leitung von Präsident Heinz Christian Bär mit Molkereien, die hessische Milch verarbeiten, zu einem Gespräch zusammen.

Präsident Bär wies dabei auf die schlechten Erzeugererlöse für Milch hin, die teilweise bis zu 14 Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus lägen. Dies sei für die meisten Betriebe wirtschaftlich nicht mehr zu verkraften. Ziel müsse es sein, über die Durchsetzung fairer Preise eine angemessene Wertschöpfung für die qualitativ hochwertigen Milchprodukte zu erreichen.

Dem Handel müsse klar gemacht werden, dass der ruinöse Preiskampf bei Milch und Milchprodukten derzeit auf dem Rücken der bäuerlichen Familienbetriebe ausgeführt würde. Um eine langfristige Sicherung der bäuerlichen Existenzen zu gewährleisten, forderte Bär eine Erhöhung der Milchauszahlungspreise um 5 Cent pro Kilogramm Milch.

Ebenso kündigte Bär an, dass die hessischen Milcherzeuger in den kommenden Monaten regionale Informations- und Protestaktionen durchführen werden.

Eine klare Absage erteilten die Teilnehmer des Spitzengespräches den kürzlich von der EU-Kommission vorgelegten Reformvorschlägen zur Gemeinsamen Agrarpolitik. Mengenerhöhungen bei bereits vorhandenen Überkapazitäten und Preissenkungen auf etwa 20 Cent pro Kilogramm Milch führten zu Einkommensverlusten von circa 10.000 Euro bei jedem der gut 6.000 hessischen Milcherzeugern. Dies mache eine flächedeckende Milcherzeugung gerade in den hessischen Mittelgebirgsregionen unmöglich und zerstöre somit die verbrauchernahe Versorgung mit regionalen Milchprodukten.

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