13. Dezember 2002

DBV: Getreideeinfuhren aus Schwarzmeerregion gefährden fairen Wettbewerb

Themen: Archiv — info @ 13:12

‚Gegenmaßnahmen dringend erforderlich‘

Berlin (agrar.de) – Angesichts der erneut gestiegenen Dumpingeinfuhren von Getreide besonders aus der Ukraine fordert das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) die Europäische Union auf, unfairen Handelspraktiken bei Getreide Einhalt zu gebieten. EU-Kommission und EU-Rat dürfen nicht länger tatenlos zu sehen. Seit nunmehr zwei Jahren wird der europäische Markt mit Billiggetreide unterhalb der Notierung von Chicago überschwemmt, nur weil sich seit der letzten GATT-Runde 1994 der internationale Markt verändert und der nordamerikanische Referenzmarkt an Bedeutung verloren hat. Faktisch wird Getreide unterhalb der Gestehungskosten in der Ukraine angeboten, heißt es in der Entschließung des DBV-Präsidiums.

Nach den bisherigen Planungen wird die Kommission dem EU-Rat für die Sitzung am 18. Dezember 2002 einen Vorschlag zur Einführung von Importkontingenten für Weizen mittlerer und niedriger Qualität in Höhe von ca. 3 Millionen Tonnen zuleiten, für den sie bereits die Zustimmung der beiden wichtigsten EU-Importländer USA und Kanada erhalten hat.

Die Zustimmung Russlands und der Ukraine, die bisher nicht Mitglied der WTO sind, steht noch aus.

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DBV begrüßt Vorbehalt des PLANAK für die Modulation

Themen: Archiv — info @ 13:12

Kein Instrument zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält den heutigen Beschluss des Planungsausschusses der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ (PLANAK) für richtig, die Fördermaßnahmen zur Modulation nur unter Vorbehalt zu beschließen. Jetzt hängt alles von der Zustimmung des Bundestages zum Bundesratsantrag auf Abschaffung des Modulationsgesetzes ab.

DBV-Präsident Gerd Sonnleitner hatte in dieser Woche in einem Brief an die Mitglieder des Bundestagsausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft appelliert, die nationale Modulation abzuschaffen. Sie sei kein geeignetes Instrument zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik. Die Modulation hätte eine weitere Verringerung der Einkommen der Bauern sowie eine Schwächung der deutschen Landwirtschaft im europäischen Wettbewerb zur Folge.

Auch der Entwurf des Bundesagrarhaushaltes 2003 zeige, dass es durch die Modulation nicht zu einer Stärkung des ländlichen Raumes kommt, in dem eine Kürzung der Gemeinschaftsaufgabe ‚Agrarstruktur und Küstenschutz‘ um etwa 100 Millionen Euro vorgesehen ist. Durch die vorgesehene Kürzung sei das Bekenntnis der Bundesregierung für einen Ausbau der zweiten Säule der Förderung der ländlichen Entwicklung unglaubwürdig geworden, stellte Sonnleitner fest.

Die Bundesregierung stehe mit ihrem Vorhaben, ab 2003 eine zweiprozentige Modulation einzuführen, in der EU fast völlig allein. Frankreich und Portugal setzten bereits beschlossene Kürzungen der EU-Direktzahlungen wieder aus, allein Großbritannien wende dieses Instrument noch an.

Die Pläne der EU-Kommission für eine europaweite obligatorische Modulation seien angesichts des Beschlusses der Staats- und Regierungschefs zur Begrenzung der EU-Ausgaben für Agrarmärkte und Ausgleichszahlungen bis 2013 politisch überholt, erklärte Sonnleitner. Wegen der EU-Osterweiterung und anstehender weiterer Agrarmarktreformen seien ab 2006 die begrenzten Finanzmittel der EU zur Stabilisierung der ersten Säule der Agrarpolitik unentbehrlich.

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Höfken: Neue Fördergrundsätze unterstützen umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft

Themen: Archiv — info @ 13:12

Berlin (agrar.de) – Zu den Beschlüssen des Bund-Länder-Planungsausschusses PLANAK über neue Fördergrundsätze in der Landwirtschaft erklärt die verbraucher- und agrarpolitische Sprecherin von Bündinis 90/Die Grünen, Ulrike Höfken:

‚Die neuen Fördergrundsätzen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) sind ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltige Landwirtschaft. Sie bieten die Grundlage dafür, dass im nächsten Jahr 82 Mio. Euro aus der sogenannten Modulation in Umweltmaßnahmen fließen können. Mit diesen Beschlüssen stärken die Länder die von uns eingeleitete Neuorientierung in der Landwirtschaftspolitik.

Die neuen Fördermöglichkeiten unterstützen die Landwirte darin, auf umwelt- und tiergerechte Verfahren in der Landwirtschaft umzusteigen. So schaffen sie beispielsweise Anreize für die Reduzierung des Tierbestandes in Regionen mit hoher Viehdichte und für die Extensivierung von Grünland. Die Wettbewerbsbedingungen für Landwirte, denen durch ihr besonderes Engagement in Umwelt-, Tierschutz und Kulturlandschaftspflege höhere Kosten entstehen, werden verbessert.

Sehr erfreulich sind auch die Beschlüsse zum Hochwasserschutz und zur Waldbewirtschaftung. Eine erhöhte Förderung unterstützt die Landwirte darin, in Hochwassergebieten Ackerland in Grünland umzuwandeln und somit aktiven Hochwasserschutz zu betreiben. Der neu aufgenommene Fördergrundsatz zur Waldbewirtschaftung entspricht unserem im Koalitionsvertrag festgehaltenen Ziel einer naturnahen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Jetzt kommt es darauf an, die Modulation umzusetzen und die entsprechenden Förderprogramme in den Ländern schnell einzurichten.‘

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Rheinland-Pfalz: Soviel Rotwein gab es noch nie

Themen: Anbauflächen,Erntebericht,Statistik,Wein — info @ 13:12

Bad Ems (agrar.de) – Der Herbst 2002 bescherte den Winzern in Rheinland-Pfalz eine Rekordernte an Trauben für Rotweine. Den endgültigen Ertragsschätzungen der Weinbauberichterstatter des Statistischen Landesamtes in Bad Ems zufolge konnten fast 1,9 Millionen Hektoliter aus roten Rebsorten gekeltert werden, das waren fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Zusammen mit dem nach wie vor dominierenden Weißmost (5,3 Millionen Hektoliter, plus 18,6 Prozent) ergibt sich eine Gesamternte an Weinmost von 7,2 Millionen Hektolitern. Diese deutliche Zunahme der Erntemenge gegenüber den ersten Schätzungen im Sommer ist auf die für die Rebenentwicklung günstige Witterung im Herbst zurückzuführen. In den letzten zehn Jahren wurde nur einmal, und zwar 1999, mit acht Millionen Hektolitern mehr gelesen.

Auch die Qualität des Lesegutes konnte 2002 erneut zufrieden stellen. Besonders die Mostgewichte der weißen Rebsorten (Landesdurchschnitt 79 Grad Öchsle) deuten auf ein hohes Qualitätsniveau hin: Fast 70 Prozent der Weißmoste haben die Voraussetzungen, zu einem Qualitätswein mit Prädikat ausgebaut zu werden. Bei Mosten aus roten Rebsorten hingegen liegt der Anteil mit 26 Prozent deutlich niedriger. Dies zeigt sich auch beim Vergleich der beiden Leitsorten Riesling und Dornfelder. Während Rieslingmoste überwiegend (83 Prozent) im Prädikatsweinbereich angesiedelt sind, eignen sich nur 15 Prozent der 2002er Dornfelderpartien dafür.

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Nitrofuran-Funde: Herkunftskennzeichnung für Geflügelfleisch erforderlich

Themen: Archiv — info @ 12:12

Verband fordert mehr Transparenz im Interesse der Verbraucher

Bonn (agrar.de) – Im Zusammenhang mit den von Greenpeace aufgedeckten Nitrofuran-Funden in Hähnchenfleisch aus Brasilien fordern die deutschen Geflügelfleischerzeuger eine eindeutige Herkunftskennzeichnung für frisches und verarbeitetes Fleisch, das in Deutschland verkauft wird.

‚Verbraucherinnen und Verbraucher haben ein uneingeschränktes Recht zu erfahren, woher die Waren stammen, die sie verzehren‘, so Gerhard Wagner, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Das Antibiotikum Nitrofuran steht im Verdacht, bei Menschen Krebs zu erregen, und ist in der Europäischen Union seit 1994 verboten.

Bereits seit Frühjahr 2002 forderte der ZDG wegen Nitrofuran-Belastungen lückenlose Importkontrollen für thailändische und brasilianische Geflügelfleischimporte in die Europäische Union. Seinerzeit war eine Nitrofuran-Belastung bei Einfuhrkontrollen von Fleisch aus Thailand und Brasilien festgestellt worden. Neben den lückenlosen Kontrollen sei jedoch eine Kennzeichnung von Importware im Interesse der Verbraucher, da die Haltungsbedingungen der Tiere sowie die Geflügelfleischerzeugung in anderen Ländern teilweise deutlich niedrigeren Standards unterworfen seien als in Deutschland, erläuterte Wagner.

Im Fleisch von aus Brasilien importierten Hähnchen aus Massentierhaltung fand ein von Greenpeace beauftragte Labor der Universität Wageningen/Niederlande Nitrofurane. Die Substanz ist seit 1993 in der EU verboten, da sie im Verdacht steht, Krebs auszulösen und das Erbgut zu schädigen. Die Forscher entdeckten den Stoff in Hähnchen-Nuggets der Marke ‚Salto‘, die exklusiv für das Handelsunternehmen Rewe produziert werden. Greenpeace und das Labor haben bereits die staatlichen Stellen in Nordrhein Westfalen informiert, dem Firmensitz von Rewe und dessen Fleischverarbeiter. Die zuständige Lebensmittel-Überwachungsbehörde im Kreis Warendorf wird die noch im Umlauf befindliche Rohware sicherstellen.

Greenpeace hält das Problem damit nicht für erledigt: ‚Rewe sollte Billig-Produkte aus der Massentierhaltung aufgeben, sonst kann der Konzern den Verbrauchern keine Sicherheit bieten‘, fordert Alexander Hissting, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace.

Dietmar Vosskötter, Geschäftsführer des verarbeitenden Betriebes in Ostbevern (Kreis Warendorf, NRW) sagte, dass Fleisch aus Brasilien sei bislang stets in Ordnung gewesen. Der Konzern habe garantiert, seit 1998 kein Nitrofuran mehr einzusetzen. Dem Greenpeace-Vorwurf, der Nitrofuran-Fund sei die Folge einer falschen Einkaufspolitik hielt er entgegen, hinter der Aktion stecke die Absicht Waren aus Ländern wie Thailand oder Brasilien vom europäischen Markt zu verdrängen.

Nitrofurane in Geflügel sind schon seit Monaten ein Problem in der EU. Nachdem die Untersuchungsämter in Geflügel und Shrimps fündig wurden, müssen sie derzeit alle Importe aus Thailand und Brasilien prüfen.

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Außenhaltung von Kühen ist artgerecht

Themen: Archiv — info @ 12:12

Koblenz (agrar.de) – Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) weist darauf hin, dass Kritik an der Außenhaltung von Kühen ungerechtfertigt ist. Rinder hätten auch vor der Haustierhaltung draußen leben müssen, erklärte ein Mitarbeiter des Verbandes. Vermenschlichung in der Tierhaltung schade den Tieren sogar. Angesichts der frostigen Temperaturen mag sich nämlich so mancher Spaziergänger beim Anblick von Kühen auf der Weide fragen, ob das den Tieren nicht schadet.

Die Außenhaltung von Rindern im Winter schadet der Gesundheit der Tiere nachweislich nicht. Die Landwirte sind entsprechend ausgebildet und wissen was zu tun ist.

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PLANAK beschließt Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe

Themen: Archiv — info @ 12:12

Künast: Neue Fördermöglichkeiten für umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft

Berlin (agrar.de) – ‚Die heute beschlossenen Grundsätze eröffnen zusätzliche Möglichkeiten zur Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe, die besonderes Augenmerk auf umwelt- und tiergerechte Erzeugung richten. Außerdem können wir jetzt vorbeugenden Hochwasserschutz mit Hilfe der Landwirtschaft stärker fördern‘, so Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), Renate Künast, zum heutigen Beschluss des Bund/Länder-Planungsausschusses Agrarstruktur- und Küstenschutz (PLANAK) zu den neuen Förderungsgrundsätze 2003 der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur des Küstenschutzes‘.

Die neuen Schwerpunkte ziehen Konsequenzen aus den Erfahrungen mit dem zurückliegenden Jahrhunderthochwasser. Bei der Umwandlung von Ackerland in Grünland soll der Höchstbetrag der Förderung in festgesetzen Überschwemmungsgebieten künftig auf jährlich 574 Euro/ha angehoben werden. ‚Nach den Ereignissen in diesem Jahr begrüße ich diesen Beschluss ganz besonders,‘ betonte die Ministerin ‚denn damit erhalten die Landwirte einen ökonomisch interessanten Anreiz zum aktiven Hochwasserschutz. Dies hilft sowohl den Landwirten als auch dem Hochwasserschutz, denn durch die freiwillige Einsaat von Grünland gegen einen finanziellen Ausgleich lassen sich ordnungsrechtliche Eingriffe häufig vermeiden.‘

Neu aufgenommen in das Spektrum der Fördermaßnahmen wurde ein Förderungsgrundsatz zur Erhöhung der Stabilität der Wälder. Durch den Umbau von forstlichen Reinbeständen in stabile Laub- und Mischbestände und die Naturverjüngung mit standortgerechten Baumarten wird ein deutliches Signal in Richtung einer besonders nachhaltigen Waldbewirtschaftung gesetzt.

Der PLANAK hat sich auch auf einen Vorratsbeschluss zur Erweiterung der Agrarumweltmaßnahmen geeinigt. Mit den neuen Maßnahmen für eine umweltschonendere Landwirtschaft soll die Verwendung der ab 2003 einbehaltenen Modulationsmittel sichergestellt werden. Ein Vorratsbeschluss war notwendig, weil derzeit noch im Bundestag über einen Gesetzentwurf einiger Länder zur Aufhebung des Modulationsgesetzes beraten wird. Die Ministerin: ‚Ich bin sicher, dass die Modulation ab 2003 beginnt. Mit dem Beschluss über die Erweiterung der Agrarumweltmaßnahmen geben wir schon heute den Landwirten Planungssicherheit, mit welchen Maßnahmen sie ab 2003 rechnen können.‘

Die Maßnahmen sind ein Angebot an die Landwirte, die sich für eine besonders umweltfreundliche Produktion oder tiergerechte Haltung der Nutztiere engagieren wollen. Dies sind von der Gesellschaft in hohem Maße akzeptierte Produktionsverfahren, die aber mit höheren Kosten verbunden sind, und für die daher eine zusätzliche Förderung berechtigt ist.

Vorgesehen sind folgende Fördermöglichkeiten:

– Ackerbau mit erweiterten Fruchtfolgen, – Anbau von Zwischenfrüchten oder Untersaaten über Winter, – Mulch- und Direktsaat- bzw. –pflanzverfahren, – Exaktausbringung von flüssigem Wirtschaftsdünger, – Maßnahmen des biologischen und biotechnischen Pflanzenschutzes, – Einzelflächenbezogene Grünlandextensivierung, – Besonders tiergerechte Haltungsverfahren, – Reduzierung des Tierbesatzes in Regionen mit hoher Viehdichte.

In einem weiteren Beschluss hat der PLANAK bereits heute die Weichenstellung für die Weiterentwicklung der Gemeinschaftsaufgabe ab 2004 vorgenommen. Dabei geht es vor allem um eine Überprüfung der raumbezogenen Fördermaßnahmen wie der Dorferneuerung und um eine stärkere Verknüpfung mit den Anforderungen des Umwelt- und Naturschutzes. ‚Die GAK ist für mich das zentrale Instrument zur Förderung der ländlichen Entwicklung,‘ so die Ministerin, ‚wir müssen die Förderung künftig noch stärker auf das landwirtschaftliche Umfeld im ländlichen Raum ausrichten. Ziel muss es sein, die Gemeinschaftsaufgabe in den Dienst einer integrierten ländlichen Entwicklung zu stellen, mit der wir die Schaffung von Arbeitsplätzen insbesondere für Frauen fördern und für junge Menschen eine berufliche Perspektive schaffen können.‘ Mit dem Grundsatzbeschluss zur Weiterentwicklung der Förderungsgrundsätze ab 2004 habe der PLANAK hierzu einen ersten Grundstein gelegt.

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Höhn: Bessere Förderbedingungen für Biogasanlagen

Themen: Archiv,Biogas,Energie — info @ 10:12

Modulationspaket unter Dach und Fach

Bonn/Düsseldorf (agrar.de) – Die Förderung landwirtschaftlicher Biogas- oder Biomasseanlagen wird im nächsten Jahr deutlich verbessert. Darauf haben sich die Agrarministerinnen und -minister von Bund und Ländern heute in Bonn im Planungsausschuss der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ (PLANAK) verständigt. Im Rahmen des Agrarinvestitionsförderungsprogramms der Gemeinschaftsaufgabe können Investitionen in Biogas- und Biomasseanlagen, aber auch andere Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Umstellung auf erneuerbare Energien ab dem 1. Januar 2003 mit Zuschüssen und Zinsverbilligungen von bis zu 100.000 Euro unterstützt werden.

Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn: ‚Die neue Förderung im Rahmen des Agrarinvestitionsförderungsprogramms ergänzt in sinnvoller Weise das Marktanreizprogramm des Bundes, weil sie optimal auf die Bedürfnisse und Verhältnisse der landwirtschaftlichen Betriebe zugeschnitten ist. In Verbindung mit den Einspeisevergütungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes wird sich die Investition jetzt für viele Betriebe rechnen. Damit erhalten Bäuerinnen und Bauern Planungssicherheit und können sich auf Dauer eine zweite zukunftsträchtige Einkommensquelle durch CO2-neutrale Energien erschließen.‘

Die Agrarministerinnen und -minister verabschiedeten darüber hinaus ein Maßnahmenpaket zur Verwendung der so genannten Modulationsgelder. Nach dem Modulationsgesetz werden mit Beginn des nächsten Jahres jährlich zwei Prozent der EU-Ausgleichszahlungen (Flächen- und Tierprämien für Getreide, Ölsaaten, Eiweißpflanzen, Rinder und Schafe) an die Landwirte zunächst einbehalten. Die Gelder (in NRW 2,5 Mio. Euro pro Jahr) werden mit Bundes- und Landesmitteln aufgestockt, so dass Nordrhein-Westfalen im nächsten Jahr zusätzlich fünf Millionen Euro für neue Agrarumweltmaßnahmen bereitstehen. Insgesamt wurden neun neue Förderbausteine beschlossen, wie z.B. vielfältige Fruchtfolgen, die umweltfreundliche Ausbringung von Gülle, Erosionsschutzmaßnahmen, besonders umwelt- und tiergerechte Haltungsverfahren, die Extensivierung von einzelnen Grünlandparzellen oder die Viehabstockung in Regionen mit besonders hoher Viehdichte. Die Länder entscheiden in eigener Zuständigkeit, welche Bausteine sie anbieten.

‚Bei den neuen Maßnahmen haben unsere erfolgreichen Landesprogramme in NRW Pate gestanden‘, so Bärbel Höhn. ‚Das gilt insbesondere für das Erosionsschutzprogramm und die Festmistförderung. Innerhalb von nur drei Jahren haben mehr als 3.500 Bäuerinnen und Bauern mit etwa 90.000 ha allein diese beiden Förderbausteine in Anspruch genommen. Ich freue mich, dass den Landwirten nun bundesweit die ökologisch und ökonomisch sinnvollen Programme offen stehen. Auch wir werden die Modulationsmaßnahmen nutzen, die Agrarumweltmaßnahmen und den Vertragsnaturschutz im Rahmen des NRW-Programms ‚Ländlicher Raum‘ weiter auszubauen. Bis Ende 2006 wollen wir von jetzt 230.000 ha Förderfläche auf 350.000 ha kommen. Das wäre ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche in NRW.‘

Mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer verabschiedete der PLANAK darüber hinaus höhere Anreize für die Umwandlung von Acker- in Grünland in hochwassergefährdeten Überschwemmungsgebieten. Künftig kann die Umwandlung in Grünland fünf Jahre mit max. 574 Euro (bisher 434 Euro) pro ha und Jahr gefördert werden. Grünland hat wesentlich höhere Wasserspeicherpotenziale als Ackerland, weshalb ein möglichst hoher Grünlandanteil in Überschwemmungsgebieten wünschenswert ist.

Im Forstbereich verabschiedeten die Agrarministerinnen und -minister ein neues Maßnahmenpaket zur Erhöhung der ökologischen Stabilität der Wälder. In der Gemeinschaftsaufgabe sind künftig auch Waldschutzmaßnahmen wie die standortgerechte Gestaltung von Waldrändern oder der Einsatz von Rückepferden förderfähig. Rückepferde transportieren Holz bodenschonend vom Einschlagsort zur Abfuhrstelle. Bei den künftig deutlich verbesserten Fördersätzen von 5 Euro pro m3 Holz (in NRW bisher 3,60 Euro pro m3 Holz) wird der Rückepferdeinsatz zunehmend lukrativ.

Nach dem Entwurf des Bundeshaushaltes stehen im kommenden Jahr insgesamt knapp 800 Mio. Euro an Bundesmitteln bereit. Davon wird Nordrhein-Westfalen voraussichtlich einen Anteil von gut 52 Mio. Euro erhalten. Zusammen mit den Landesmitteln (40 Prozent) stehen damit in nächsten Jahr rund 87 Mio. Euro für die Fördermaßnahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verfügung. Neben dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm und den Agrarumweltmaßnahmen sind die Dorferneuerung, Vermarktung und der Hochwasserschutz weitere Schwerpunkte der Förderung.

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Hessen: Schweinebestand stabil – Rinderbestand rückläufig

Themen: Hessen,Statistik,Tierbestände — info @ 09:12

Wiesbaden (agrar.de) – Mit knapp 878.000 Schweinen gab es im November dieses Jahres in Hessen rund 6.000 Tiere mehr als im November 2001. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, sank allerdings die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung um drei Prozent auf 12.200 Betriebe. Besonders stark nahm die Zahl der Zuchtschweine haltenden Betriebe ab; erstmals wurden hessenweit weniger als 3.000 dieser Betriebe gezählt.

Der Rinderbestand in Hessen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf nunmehr 496.400 Tiere verringert. Insbesondere nahm die Zahl der Schlachtrinder ab, während bei den Färsen zur Zucht und Nutzung eine leichte Bestandszunahme zu verzeichnen war. Die Zahl der Betriebe mit Rinderhaltung ging um 6,5 Prozent auf nunmehr knapp 12.000 Betriebe zurück.

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12. Dezember 2002

Bauflächenausweisung durch die Gemeinden hat zugenommen

Themen: Archiv,Saarland — info @ 16:12

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, weisen die Gemeinden in Deutschland im Jahr 2001 rund 629 km² mehr Baufläche (+ 2,4 Prozent) aus als 1997. Dies geht aus den Ergebnissen der Flächenerhebung 2001 hervor, die Auskunft über die in den kommunalen Flächennutzungsplänen dokumentierten langfristigen Planungsabsichten der Gemeinden gibt. In den Flächennutzungsplänen sind ohne Differenzierung sowohl die bereits existierende als auch die für die Zukunft geplante Flächennutzung nachgewiesen.

‚Bauflächen‘ und ‚versiegelte Flächen‘ dürfen allerdings nicht gleichgesetzt werden: Die Bauflächen umfassen auch einen erheblichen Anteil unbebauter und nicht versiegelter Flächen wie z.B. Hausgärten.

Die ausgewiesene Fläche für den überörtlichen Verkehr und die örtlichen Hauptverkehrszüge in den Flächennutzungsplänen der Gemeinden ist in dem genannten Zeitraum um 102 km² oder 1,3 Prozent zurückgegangen. Die Planzahl für die Grünflächen hat um 176 km² oder 2,4 Prozent zugenommen.

Die ausgewiesenen Flächen für die Landwirtschaft haben dagegen um 1 904 km² oder 1,0 Prozent abgenommen, während die Flächen für die Forstwirtschaft um 548 km² oder 0,5 Prozent zunahmen. Darüber hinaus ist auch ein Zuwachs bei den Wasserflächen (104 km² oder 1,6 Prozent) zu verzeichnen.

Insgesamt halten damit die seit Beginn der vierjährlichen Erhebung im Jahre 1989 im früheren Bundesgebiet bei den Planungsabsichten der Gemeinden beobachteten Trends an.

Die Struktur der geplanten Flächenverwendung ergibt für 2001 folgendes Bild:

27.069 km² oder 7,6 Prozent der Bodenfläche Deutschlands (357.023 km²) sind für Bauflächen vorgesehen. Der Anteil dieser Bauflächen liegt in den Stadtstaaten Berlin (45,3 Prozent), Hamburg (41,5 Prozent) und Bremen (41,0 Prozent) am höchsten. In den anderen Bundesländern reicht die Spanne des Bauflächenanteils von 4,2 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis 14,2 Prozent im Saarland.

Die in den Flächennutzungsplänen ausgewiesenen Flächen für den überörtlichen Verkehr und die örtlichen Hauptverkehrsstraßen nehmen 7.619 km² oder 2,1 Prozent der Bodenfläche Deutschlands ein. Sieht man von den Stadtstaaten ab, so reichen die Anteile an der Bodenfläche von 1,7 Prozent in Bayern bis 3,6 Prozent in Hessen.

Die ausgewiesenen Grünflächen bedecken 7.527 km² oder 2,1 Prozent der Bodenfläche Deutschlands. Der Anteil dieser Grünflächen ist in den Stadtstaaten Berlin (17,1 Prozent), Bremen (13,1 Prozent) und Hamburg (11,5 Prozent) am höchsten. In den anderen Bundesländern reicht die Spanne des Grünflächenanteils von 1,4 Prozent für Bayern und Niedersachsen bis 4,1 Prozent in Sachsen.

Die Flächen für die Landwirtschaft nehmen in den Flächennutzungsplänen der Gemeinden 192.490 km² oder 53,9 Prozent der Bodenfläche Deutschlands ein. Sieht man von den Stadtstaaten ab, so reichen die Anteile von 41,9 Prozent im Saarland bis 74,7 Prozent in Schleswig-Holstein.

Dagegen sind als Flächen für die Forstwirtschaft 105.017 km² oder 29,4 Prozent der Bodenfläche ausgewiesen. Schleswig-Holstein erreicht mit 9,5 Prozent den niedrigsten und Hessen mit 40,3 Prozent den höchsten Anteil von Flächen für die Forstwirtschaft.

Die ausgewiesenen Wasserflächen nehmen 6.653 km² oder 1,9 Prozent der Bodenfläche Deutschlands ein. Besonders groß sind diese Flächen in Bayern (1.132 km²) und Mecklenburg-Vorpommern (1.198 km²). Damit liegt über ein Drittel der in den Flächennutzungsplänen ausgewiesenen Wasserflächen in diesen beiden Bundesländern.

Detailliertere Ergebnisse der Flächenerhebung 2001 bietet das Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.

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