16. Dezember 2002

DBV begrüßte die Erweiterung der Europäischen Union

Themen: Archiv — info @ 14:12

Sonnleitner: Weiterentwicklung nach 2006 jetzt gemeinsam angehen

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, bezeichnete die gestrige Entscheidung des Europäischen Rates in Kopenhagen über den EU-Beitritt von zehn mittel- und osteuropäischen Ländern ab dem 1. Mai 2004 ‚als ein tatsächlich historisches Ereignis‘. Die Erweiterung sei die konsequente und friedliche Fortentwicklung der gemeinsamen europäischen Geschichte.

Sonnleitner verwies darauf, dass der DBV die Erweiterung positiv begleitet habe. Viele bilaterale Kontakte mit landwirtschaftlichen Organisationen aus den Bewerberländern seien in den vergangenen Jahren aufgebaut und vertieft worden. Dabei habe sich der DBV in den Verhandlungen stets für die Chancengleichheit eingesetzt. Eine möglichst reibungslose Integration ließe sich nur mit dem Grundprinzip gleiche Rechte, gleiche Pflichten erreichen und würde damit Verzerrungen und Verwerfungen zwischen den Mitgliedsländern verhindern. Ein Kritikpunkt bei aller Zustimmung zum Kopenhagener Beschluss ist nach Sonnleitner deshalb die vergleichsweise lange Übergangsfrist bei der Freizügigkeit der Arbeitskräfte wie auch beim Zugang zu den Bodenmärkten.

Für den DBV wird die Zusammenarbeit und die politische Abstimmung unter den Bauernverbänden in der EU zukünftig noch wichtiger. Zielsetzung müsse es sein, die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand für alle zu mehren, erklärte Sonnleitner. Nur ein einheitlicher und durchsetzungsfähiger Berufsstand könne den Integrationsprozess positiv beeinflussen. Der entscheidende Schritt zu diesem einheitlichen Bauernverband in einer erweiterten Europäischen Union sei unter seiner Präsidentschaft beim europäischen Bauernverband COPA bereits im September 2002 erfolgt, als 43 landwirtschaftliche und genossenschaftliche Organisationen aus den neuen Ländern COPA beitraten. Gemeinsam werde jetzt die Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab dem Jahr 2007 in einer EU mit 25 Ländern angegangen.

Die EU wächst mit der beschlossenen Erweiterung zu einem gemeinsamen Markt mit fast 530 Millionen Menschen zusammen und wird künftig einer weltweit der größten Handelsblöcke, wodurch das Gewicht der Union bei internationalen Verhandlungen erheblich zunimmt. Vor dem Beitritt müssen die nationalen Parlamente die Erweiterung endgültig beschließen. Wegen der wirtschaftlichen Bedeutung der Landwirtschaft in den meisten Mitgliedsländern wurde bei den Erweiterungsverhandlungen der Bereich Landwirtschaft bis zuletzt verhandelt. Kernpunkte waren die Direktzahlungen sowie die Produktionsquoten und Prämienrechte. Eine sehr wichtige Entscheidung für die Landwirte in den Bewerberländern war nach Auffassung DBV die Einigung der Staats- und Regierungschefs in Brüssel vom 25. Oktober 2002 über die langfristige Finanzierung der Agrarpolitik bis zum Jahr 2013. Damit wurde eine solide Finanzierung des Beitritts und der Agrarpolitik gelegt. Für den DBV war entscheidend, dass damit keine überstürzte Agrarreform vor dem Beitritt erfolgte, so dass die mittel- und osteuropäischen Länder nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wurden, sondern jetzt als gleichberechtigte Partner die Agrarreform mitgestalten können.

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BBA: Neue Akzente bei Forschung für Pflanzengesundheit

Themen: Archiv — info @ 14:12

Braunschweig/Berlin (agrar.de) – ‚Die Gesundheit unserer Nahrungspflanzen und damit die Qualität unserer Nahrung muss im Mittelpunkt stehen‘, so Dr. Georg F. Backhaus auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die biologische Bekämpfung von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten müsse noch mehr gefördert werden. Backhaus ist seit September neuer Leiter der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA). Er war vorher Direktor des BBA-Instituts für Pflanzenschutz im Gartenbau in Braunschweig.

Die biologischen Grundlagen der Gesunderhaltung von Pflanzen wissenschaftlich zu erarbeiten ist eine zentrale Aufgabe der Biologischen Bundesanstalt. Pflanzenkrankheiten und Schädlinge müssen diagnostiziert werden. Dabei sind nicht nur die bekannten Krankheiten wichtig, sondern auch neue, die eingeschleppt wurden, oder aufgrund veränderter Anbaubedingungen Qualität und Ertrag verringern können. 20 neue oder bislang unwichtige Erreger verursachen bei uns neuerdings Schaden.

Backhaus möchte den biologischen Pflanzenschutz stärker in den Vordergrund stellen. Zwar sei in den letzten zehn Jahren bereits eine Menge erreicht worden, aber es gäbe noch viel anzupacken. Jedem Bürger ist die Rosskastanienminiermotte bekannt, die im letzten Jahr bereits im Juli die Kastanienblätter braun verfärbte. Etwa zwei Dutzend Nützlinge sind gefunden worden, aber keiner war bisher wirkungsvoll genug.

Die Biologische Bundesanstalt will stärker die Probleme im ökologischen Landbau aufgreifen. Zwölf Hektar Versuchsflächen in Braunschweig sind bereits als ökologisch anerkannt. Auch in ihrem Weinbauinstitut in Bernkastel-Kues will die BBA diesen Bereich ausweiten. Der herkömmliche Weinbau würde von den Ergebnissen ebenfalls profitieren. Die Probleme sind die gleichen.

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BUND: Waldschadensbericht registriert fortgesetztes Waldleiden

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 14:12

Buchen regional stark erkrankt

Berlin (agrar.de) – Der heute vom Bundesagrarministerium veröffentlichte Waldschadensbericht belegt, dass die deutschen Waldbäume weiter durch negative Umwelteinflüsse stark belastet sind. Der Wald leidet immer noch unter den direkten und indirekten Folgen der Luftverschmutzung. Nur etwas mehr als ein Drittel der Waldfläche scheint gesund. Rund zwei Drittel der Waldfläche sind sichtbar geschädigt. Etwa ein Viertel weist schwere Schäden auf.

Die Waldschäden stiegen um etwa sieben Prozent in Sachsen-Anhalt, um fünf Prozent in Bayern und Hessen. Hohe Zuwächse in bestimmten Schadstufen sind auch in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und in Rheinland-Pfalz zu beobachten. Besonders erschreckend ist die Zunahme der Schäden um mehr als ein Drittel bei Buchen in Rheinland Pfalz.

Zu hohe Säure- und Stickstoffeinträge in den Boden und damit ein unausgewogenes Nährstoffangebot bewirken weiterhin sehr hohen Stress für den deutschen Wald. Einer der Hauptverursacher dafür bleibt die konventionelle Landwirtschaft. Der BUND begrüßt die Absicht von Bundesagrarministerin Renate Künast die begonnene Agrarwende mit Maßnahmen gegen zu hohe Schadstoffeinträge in die Waldvegetation zu verbinden. Dies sei auch ein wichtiger Beitrag zum Schutz von Trinkwasser und Menschen.

Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: ‚Eine neue Waldpolitik wird langsam sichtbar. Die Schäden werden nicht wie in früheren Zeiten verharmlost. Waldbesitzer und die großen forstlichen Vereinigungen sollten diese Entwicklung endlich unterstützen. Der Wald braucht gesundheitsfördernde Maßnahmen von allen Beteiligten.‘ Besondere Verantwortung trage dabei auch Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe. Die Belastung durch Autoabgase besonders aus dem Schwerverkehr sei weiterhin eine der Hauptursachen für die starken Waldschäden.

Fahrzeugen mit hohem Schadstoffausstoß sollten möglichst schnell aus dem Verkehr gezogen werden. Bei steigenden Ozonwerten müssten jene Fahrzeuge stillgelegt werden, die besonders viel zum Sommersmog beitrügen.

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Eiche hat sich erholt – Waldzustand ansonsten unverändert

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 13:12

Thalheim stellt Waldzustandsbericht 2002 des Bundes vor

Berlin (agrar.de) – ‚Der Kronenzustand unserer Wälder hat sich stabilisiert. Rund ein Fünftel der Waldfläche weist deutliche Schäden auf, über ein Drittel zeigt keine Schäden. Dies ist jedoch keine Entwarnung: In den Waldböden haben sich die Stoffeinträge von Jahrzehnten angesammelt. Außerdem kommen trotz aller Emissionsminderungen täglich neue Einträge hinzu. Wir halten daher weiterhin eine konsequente Politik zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen für dringend geboten,‘ erklärte Dr. Gerald Thalheim, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), heute in Berlin bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts der Bundesregierung.

Die Waldschadenserhebung ist Teil des forstlichen Umweltmonitorings und wird jährlich durchgeführt. Danach wiesen im Sommer 2002 rund 21 Prozent der Waldfläche deutliche Nadel-/Blattverluste auf (deutliche Schäden). Zum achten Mal in ununterbrochener Folge liegt der Anteil deutlicher Schäden zwischen 21 und 23 Prozent. In die Warnstufe mit leichten Kronenverlichtungen (11-25 Prozent Blatt- oder Nadelverlust) fallen 44 Prozent der Waldfläche; 35 Prozent sind ohne sichtbare Schäden.

Die Stabilisierung der deutlichen Schäden spiegelt sich bei den flächenmäßig bedeutsamsten Baumarten wider: Nahezu unverändert weisen 26 Prozent der Fichtenfläche, 13 Prozent der Kiefernfläche und 32 Prozent der Buchenfläche deutliche Nadel-/Blattverluste auf. Allerdings ist bei der Eiche, der bisher am stärksten betroffenen Hauptbaumart, eine deutliche Besserung eingetreten: Der Anteil deutlicher Blattverluste ging seit dem Höchststand (47 Prozent in 1997 und 1998) auf 29 Prozent (2002) zurück. Jedoch liegt das Schadniveau immer noch mehr als dreimal so hoch wie zu Beginn der Waldschadenserhebung (1984: 9 Prozent).

Der Kronenzustand als Merkmal für den Waldzustand wird auf Bundesebene seit nunmehr 20 Jahren beobachtet. 1982 erschien der erste Bundesbericht über die „Waldschäden durch Luftverunreinigung“. 1984 wurde der Waldzustand erstmalig bundesweit systematisch nach einem einheitlichen Verfahren erfasst. Dies wurde zum Ausgangspunkt für ein intensives forstliches Umweltmonitoring.

Gleichzeitig wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um Luftqualität und Waldgesundheit zu verbessern sowie um die Abläufe in den Waldökosystemen besser zu verstehen. Als Ergebnis dieser Anstrengungen konnte die Luftqualität erheblich verbessert werden. Aber auch in anderen Bereichen wurde vieles erreicht.

Dennoch ist noch kein befriedigender Zustand erreicht: Der Ausstoß von Luftverunreinigungen wurde zwar deutlich verringert, gemessen an der Belastbarkeit der Ökosysteme ist er aber immer noch zu hoch. Dies gilt insbesondere für versauernde und eutrophierende Luftverunreinigungen (v. a. Stickstoffoxide und Ammoniak). Außerdem haben die über Jahrzehnte in den Waldböden angesammelten Einträge von Schwefel und Stickstoff aus der Vergangenheit zu langfristig wirksamen Veränderungen (z.B. Bodenversauerung, Belastung des Sickerwassers) geführt und werden noch lange eine kritische Altlast bleiben.

‚Die Bundesregierung wird daher ihr umfassendes Konzept zur langfristige Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen weiterhin verfolgen. Dabei ergänzen sich Maßnahmen zur Luftreinhaltung, zum Klimaschutz, zur Energiewende, zur Neuausrichtung der Agrarpolitik sowie der Forstpolitik,‘ so Thalheim.

Waldzustandsbericht 2002 (Kurzfassung) Waldzustandsbericht 2002 (Langfassung, PDF-Datei, 910 KB)

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Robin Wood: Die Bäume leiden, der Wald stirbt!

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 12:12

Waldschäden in Deutschland und Europa auf hohem Niveau

Hamburg/Berlin (agrar.de) – Das Ökosystem Wald ist nachhaltig geschädigt. Knapp zwei Drittel (62 Prozent) aller Waldbäume in Deutschland zeigen Schäden in den Baumkronen. Damit bleiben auch dieses Jahr die Waldschäden auf dem hohen Niveau der letzten Jahre. Im europaweiten Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit besonders starken Schäden.

Die in Berlin vom Forstministerium (BMVEL) veröffentlichte Bilanz über den Zustand des Waldes 2002 macht darüber hinaus deutlich, dass nach wie vor die Laubbäume – Buchen und Eichen – die stärksten Schäden zeigen. So sind in Rheinland-Pfalz über 80 Prozent aller Buchen sichtlich geschädigt, jede Zweite zeigt sogar gravierende Kronenverlichtungen. Die Eiche ist vor allem in den Bundesländern Thüringen und Sachsen die Baumart mit der stärksten Schadensausprägung: Über 80 Prozent sind geschädigt, etwa jeder Dritte so stark, dass auch Laien dies zweifelsfrei erkennen können.

Stickstoffverbindungen sind die Schadstoffkomponente Nr. 1 in dem Giftcocktail des ‚Sauren Regens‘. Darüber herrscht mittlerweile in ganz Europa weitgehend Einigkeit unter den Fachleuten. Damit stehen der Straßenverkehr mit seinen Stickoxidabgasen (NOx) und die landwirtschaftliche Tierproduktion mit ihren Ammoniakausdünstungen (NH3) als die Hauptverursacher am Pranger.

‚Die sichtbaren Schäden an den Bäumen sind schon dramatisch genug‘, so Rudolf Fenner, Waldreferent bei Robin Wood, ’sie liegen höher als in den Achtziger Jahren, als das Waldsterben noch das alles beherrschende Umweltthema war. Doch die Baumkronen sind nur der sichtbare Teil eines noch größeren Dramas, das sich im Boden abspielt: Versauerung und Stickstoffüberfrachtung.‘

Auf sauren wie auch auf Stickstoff reichen Böden ist die natürliche Pflanzenvielfalt geringer. Der seit Jahrzehnten auf die Böden niedergehende Saure Regen reduziert daher in Europa auf immer mehr Flächen die Biologische Vielfalt. Rudolf Fenner: ‚Das Waldsterben ist also ’nur‘ die sichtbarste Erscheinung für ein großflächiges, schleichendes Vegetationssterben in allen Landschaften.‘

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Waldzustandsbericht: Forstkammer BW fordert Umbenennung in Waldschadensbericht

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 12:12

Stuttgart (agrar.de) – Anlässlich der heutigen Vorstellung des Waldzustandsberichtes forderte Forstkammer-Präsident Bürgermeister Erich Bamberger am Freitag, den 13. Dezember in Stuttgart von Bundsverbraucherschutzministerin Künast eine Umbenennung der Dokumentation in Waldschadensbericht. Bamberger, der auch stv. Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) ist, sagte hierzu: ‚Der galoppierende Krankheitsverlauf wie auch das nachlassende Interesse von Medien und Öffentlichkeit an den Waldschäden machen eine solche Begriffsänderung zwingend nötig.‘

Die Ergebnisse der letzten Berichte im Südwesten zeigen, dass es dem Patient Wald schlechter denn je gehe. Vor allem Stickstoffimmissionen aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft summierten sich im Boden, wo sich ein Versauerungszustand wie eine Zeitbombe aufgebaut habe. Der Forstkammer-Präsident wies darauf hin, dass vor 50 Jahren die ph-Werte auf den meisten Waldstandorte im Land um 5,5 betrug. Heute habe sich fast flächig eine Verhundertfachung der Säurestärke eingestellt. Auch die Nitratanreicherung im Wald-Grundwasser befinde sich auf einem Rekordniveau und stelle die Erfüllung lebenswichtiger Waldfunktionen wie Trinkwasserschutz, aber auch den Schutz vor Hochwässern zunehmend in Frage.

Die Forstkammer Baden-Württemberg vertritt die Interessen der privaten und kommunalen Waldbesitzer. Sie verfügen über rd. 1 Mio. Hektar, das sind ca. 75 Prozent der Waldfläche im Land.

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Österreichs Weinbestand überschreitet 3 Mio. hl

Wien (agrar.de) – Nach Mitteilung von Statistik Austria lag Österreichs Weinbestand zum Stichtag 31. Juli 2002 mit 3,0 Mio. hl um 5 Prozent über der im Vorjahr festgestellten Lagermenge.

Mit einem – gegenüber 2001 unveränderten – Volumen von 2,2 Mio. hl füllten Qualitäts- und Prädikatsweine auch heuer den Großteil der heimischen Weinlager, was einem leicht rückläufigen Anteil von 73 Prozent (-3 Prozent) des Gesamtbestandes entsprach.

Als ‚Lagerhüter‘ entpuppten sich Tafel- und Landweine, deren Bestand auf 666.600 hl (+17 Prozent) anwuchs und somit 22 Prozent (+2 Prozent) des Gesamtweinlagers ausmachte.

Große Zuwächse (+64 Prozent) waren bei Schaumweinen zu verbuchen, die aufgrund hoher Lagermengen bei Wiener Händlern 103.600 hl erreichten.

Wein aus Drittländern verzeichnete zum Stichtag mit 7.500 hl ein Minus von 16 Prozent.

Im Bundesländervergleich verfügte Niederösterreich mit fast 2 Mio. hl (+3 Prozent) über die umfangreichste Lagerreserve, gefolgt vom Burgenland mit 613.200 hl (+7 Prozent), Wien mit 204.800 hl (+47 Prozent) und der Steiermark mit 158.800 hl (-9 Prozent), wo ein stark rückläufiger (-19 Prozent) Qualitätsweinbestand zu bemerken war.

Die Weinlagerkapazität in Fässern, Tanks und Zisternen verringerte sich mit 6,8 Mio. hl um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wofür in erster Linie Kapazitätsrückgänge im Burgenland (-9%) verantwortlich waren.

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13. Dezember 2002

Studie: Europäische Agrarsubventionen gehen zu Lasten der Umwelt

Themen: Archiv — info @ 16:12

Berlin (agrar.de) – Die meisten Agrarsubventionen der Europäischen Union wirken sich negativ auf die Umwelt aus, denn: Der größte Teil der Zahlungen an die Landwirte ist nicht an Umweltauflagen gekoppelt. Selbst die Mittel aus den Agrarumweltprogrammen kommen der Umwelt nur zu einem geringen Maß zu Gute. Zudem ist die Verteilung dieser öffentlichen Mittel nicht sozial gerecht. Das sind die zentralen Aussagen einer Studie der Umweltstiftung EURONATUR, die das Umweltbundesamt (UBA) finanziert hat. Bei der Vorstellung der Studie in Berlin sagte Dr. Hans-Jürgen Nantke, UBA-Fachbereichsleiter für Umweltplanung und -Strategien: ‚Eine umfassende Reform der europäischen Agrarpolitik, besonders der Finanzmittelströme, ist im Rahmen einer ökologischen Finanzreform unerlässlich, um weiteren Schaden von Umwelt und Natur abzuwenden‘.

Nantke verwies darauf, dass die von der Bundesregierung begonnene ökologische Steuerreform erste positive Ergebnisse zeige. Diese müssten nun durch eine konsequente Überprüfung aller öffentlichen Ausgaben auf ihre Umweltverträglichkeit flankiert werden. Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (%url3%AbL%/%), betonte: ‚Es kommt darauf an, die Zahlungen an Arbeit und Umwelt, also an soziale und ökologische Kriterien zu binden, sonst werden die Wettbewerbsnachteile für tier- und umweltverträglich wirtschaftende Betriebe gegenüber den rationalisierten Betrieben fortbestehen.‘ Die AbL arbeitet mit EURONATUR im Projekt zusammen.

Die vom umweltpolitischen Direktor von EURONATUR, Lutz Ribbe, erarbeitete Studie zeigt auf, wie und wofür die Gelder des EU-Agrarhaushaltes verteilt werden. Der Haushalt teilt sich in zwei so genannte ‚Säulen‘ auf. Die erste Säule bindet fast 90 Prozent der Agrarhaushaltsmittel für die Marktordnungen. Mit ihrer Hilfe werden für bestimmte Produktgruppen die gegenüber den Weltmarktpreisen höheren europäischen Erzeugerpreise subventioniert. Für die so genannte zweite Säule, dem Maßnahmenprogramm zur ‚Entwicklung des ländlichen Raums‘, stehen nur etwa 10 Prozent der Agrarhaushaltsmittel zur Verfügung.

Ribbe macht mit der Studie deutlich, dass der überwiegende Teil aller Agrarausgaben negative Umweltwirkungen hat. Beispiele sind die Belastung von Böden und Gewässern mit Stickstoffverbindungen und Pflanzenschutzmitteln, der Rückgang der biologischen Vielfalt, der Beitrag zum Treibhauseffekt sowie Bodenerosion und Gefügeschäden. Über 60 Prozent des insgesamt 44 Milliarden Euro umfassenden Agrarhaushaltes fließen derzeit in den Bereich Ackerkulturen. Und diese Subventionen sind nicht an ökologische Auflagen gekoppelt.

‚Damit werden ökologisch die falschen Signale gesetzt‘, so Ribbe. Denn das für die biologische Vielfalt wichtige Grünland und der Ackerfutterbau sind von den Zahlungen ausgeschlossen. Mais hingegen wird so intensiv subventioniert wie keine andere Kultur – und dabei ist er ökologisch höchst problematisch, weil unter anderem im Maisanbau besonders viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Die Folge: ein massiver Anstieg des Maisanbaus in Deutschland und ein Rückgang bei Wiesen und Weiden von mehr als ein Viertel in den letzten 20 Jahren. Dies habe nicht nur negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, sondern auch auf die Fähigkeit der Böden insgesamt, Wasser aufzunehmen. Dies wirke sich negativ auf den Hochwasserschutz aus, so Ribbe. Am meisten profitieren in Deutschland von den Subventionen die großen Getreidebaubetriebe. Nur 0,6 Prozent der Bauern (knapp über 2.000 Betriebe) erhalten nahezu 25 Prozent der Zahlungen. Auf der anderen Seite stehen 80 Prozent der Bauern (fast 300.000 Betriebe) in Deutschland, die pro Jahr weniger als 10.000 Euro bekommen – zusammen nicht mehr Geld als die wenigen Großbetriebe.

Die rund 10 Prozent der heutigen EU-Agrarausgaben für die zweite Säule, welche die Agrarumweltprogramme einschließt, gelten gemeinhin als ‚umweltfreundlich‘. Doch auch hier kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass mit EU-Geldern sogar neue Umweltprobleme verursacht werden. So wird in der Studie auf die Vernichtung wertvoller Lebensräume, etwa durch Aufforstungsmaßnahmen, verwiesen.

Auch die Agrarumweltmaßnahmen werden als zu wenig zielgerichtet bewertet. Fest steht, dass mit den geringen Mitteln der zweiten Säule und den teilweise unkonkreten Programmen die ökologischen Probleme, die durch die Subventionen aus der ersten Säule erst verursacht werden, nicht kompensiert werden können. Die erste Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik setzt ökologisch gesehen eindeutig falsche Anreize, sie fördert nicht Vielfalt und ökologisch verträgliche Anbauformen, sondern sie setzt überholte Strukturen und Maßnahmen fort, so Ribbe.

Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf lobte vor dem Hintergrund der Studie die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission. Sie habe sich in ihrem ‚Midterm-Review‘, dem Halbzeitbericht zur Agenda 2000, für notwendige Reformen der EU-Agrarpolitik ausgesprochen. Jetzt komme es darauf an, auch die Regierungen der EU-Staaten für Reformen zu gewinnen. ‚Eine schlichte Deckelung der Agrarausgaben, so wie es der letzte EU-Gipfel Ende Oktober beschlossen hat, ist noch keine Reform‘, so Graefe zu Baringdorf. Eine Obergrenze des Haushalts führe zwar dazu, dass bei wachsenden Aufgaben, zum Beispiel durch die EU-Erweiterung, bei bestehenden Posten gekürzt werde. ‚Aber diese im Zeitablauf steigende Kürzung wird an der unsozialen und unökologischen Wirkung der Agrarpolitik nichts ändern, falls sich nicht die Verteilung der Zahlungen ändert‘, warnt der AbL-Vorsitzende.

Die Rahmenbedingungen für die Landwirte müssen so gestaltet werden, dass umweltverträgliche Produktionen lohnend und umweltabträgliche Produktionen unwirtschaftlich werden. Graefe zu Baringdorf forderte die Regierungschefs auf, die in Kopenhagen zum Erweiterungs-Gipfel zusammengekommen sind, die entsprechenden Vorschläge der Kommission zu unterstützen und weiter zu entwickeln.

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Stächele: Gentechnisch veränderte Lebensmittel müssen klar gekennzeichnet sein

Themen: Archiv — info @ 16:12

CVUA Freiburg ist Referenzlabor der Europäischen Kommission für gentechnisch veränderte Organismen

Stuttgart (agrar.de) – ‚Gentechnisch veränderte Lebensmittel müssen klar gekennzeichnet sein‘, forderte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, am Donnerstag in Stuttgart. Außerdem sollen gentechnisch veränderte Organismen, besonders bei Lebensmitteln, Futtermitteln und Saatgut europaweit intensiver überwacht werden. Dazu werde derzeit ein europäisches Netzwerk von gentechnischen Überwachungslaboratorien geschaffen.

‚In diesem Netzwerk wird das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg eine besondere Rolle als Referenzlabor spielen. Denn das CVUA Freiburg ist das einzige deutsche Referenzlabor, das in der Lebensmittelüberwachung tätig ist‘, gab Stächele bekannt. 45 Einrichtungen aus ganz Europa gehören zu diesem Netzwerk. In Deutschland sind es neben dem CVUA Freiburg vier weitere Labors. Diese sind in anderen Bereichen wie zum Beispiel der Futtermittel- oder Saatgutüberwachung tätig.

‚Mit der Aufnahme des CVUA Freiburg in das europäische Netzwerk der gentechnischen Überwachungslaboratorien werde dessen bisherige herausragende Leistung bestätigt‘, betonte Stächele. Die Europäische Kommission erhoffe sich von diesem Projekt eine Verbesserung und Intensivierung der Forschungszusammenarbeit bei der Überwachung gentechnisch veränderter Organismen.

Das gentechnische Überwachungslabor am CVUA Freiburg ist bereits seit 1995 im Bereich Gentechnik für die amtliche Lebensmittelüberwachung tätig. Seither hat es mehr als 4.000 Lebensmittelproben auf gentechnische Veränderungen untersucht. In den vergangenen Monaten wurden die Lebensmittelhersteller und Großhändler in Baden-Württemberg auf die Verwendung von gentechnisch veränderten Soja- oder Maisprodukten kontrolliert. Diese Überprüfung erfolgte im Rahmen eines europäischen Überwachungsprogramms. ‚Bei der Untersuchung von Maismehl aus Mühlenbetrieben, Sojalecithin von Schokoladeherstellern oder Sojabohnen zur Produktion von Tofu waren nur wenige Produkte auffällig: In 22 von insgesamt 92 untersuchten Proben wurden Verunreinigungen meistens im Spurenbereich von deutlich unter 0,1 Prozent festgestellt. Die höchste Verunreinigung lag bei maximal 0,5 Prozent. Die aktuell vom EU-Ministerrat vorgesehene Kennzeichnungsschwelle von 0,9 Prozent war bei keiner dieser Proben erreicht‘, teilte Stächele mit.

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Bauernverband: Anträge für ermäßigte Stromsteuer und Agrardiesel stellen

Themen: Archiv — info @ 16:12

Antragsfrist endet am 31. Dezember 2002

Berlin (agrar.de) – Für landwirtschaftliche Unternehmen, die für 2001 noch keinen Antrag auf Agrardieselvergütung und für 2002 noch keinen Antrag auf den ermäßigten Stromsteuersatz gestellt haben, wird die Zeit knapp. Nur noch bis zum 31. Dezember ist Zeit, das entsprechende Formular beim zuständigen Hauptzollamt einzureichen.

Nach Informationen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) haben erst rund 255.000 von 375.000 Betrieben einen entsprechenden Antrag auf Agrardieselvergütung gestellt. Land- und forstwirtschaftlichen Betrieben wird mit der neuen Regelung die Differenz zwischen der Mineralölsteuer und dem im Agrardieselgesetz festgeschriebenen Steuersatz von 25,26 Cent je Liter Agrardiesel erstattet. Antragsformulare gibt es bei der örtlichen Geschäftsstelle des Kreisbauernverbandes oder auf den Seiten des Verbandes im Internet.

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die in diesem Jahr mehr als 28,6 Megawattstunden Strom verbrauchen, sollten bis zum Ende des Jahres beim zuständigen Hauptzollamt einen Antrag auf ermäßigten Stromsteuersatz stellen. Dadurch reduziert sich die Stromsteuer im Jahr 2002 für jede verbrauchte Kilowattstunde über der Sockelverbrauchsmenge hinaus von 1,79 Cent auf 0,36 Cent. Für die Sockelverbrauchsmenge muss der volle Stromsteuersatz gezahlt werden. Dennoch verbleibt bei einem jährlichen Stromverbrauch von zum Beispiel 100 Megawattstunden eine Steuerersparnis von rund 950 Euro.

Um in den Genuss dieser Steuerermäßigung zu kommen, ist ein schriftlicher Antrag in doppelter Ausfertigung beim zuständigen Hauptzollamt zu stellen. Das Hauptzollamt stellt anschließend ein Erlaubnisschein für den Bezug von steuerermäßigten Strom aus, der dem Energieversorger vorgelegt wird. Antragsformulare und Beratung sind bei der örtlichen Geschäftsstelle des Kreisbauernverbandes erhältlich.

Grundlage für die ermäßigten Stromsteuersätze ist § 9 Abs. 3 Stromsteuergesetz. Danach unterliegt Strom im Kalenderjahr 2002 einem ermäßigten Steuersatz von 3,60 Euro pro Megawattstunde (Regelsteuersatz 17,90 Euro/ Megawattstunde), wenn er von Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft für betriebliche Zwecke über die so genannte Sockelverbrauchsmenge hinaus genutzt wird. Im Kalenderjahr 2003 sinkt die Sockelverbrauchsmenge von 28,6 auf 25,0 Megawattstunden, der ermäßigte Stromsteuersatz steigt dagegen voraussichtlich auf 12,30 Euro je Megawattstunde an. Betriebe, die einen Antrag auf Stromsteuerermäßigung stellen, sparen dennoch bei einem Stromverbrauch von 100 Megawattstunden rund 575 Euro gegenüber Betrieben, die keinen Antrag stellen.

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