17. Dezember 2002

Stächele: Betriebe investieren auf freiwilliger Basis in Tierschutz

Themen: Archiv — info @ 15:12

Investitionsprogramm löste 35 Millionen Euro aus – Appell an den Bund zur Ergänzung der Nutztierhaltungsverordnung

Stuttgart (agrar.de) – ‚Eine nachhaltige Bewirtschaftung mit artgerechter Tierhaltung ist den landwirtschaftlichen Betrieben im Land ein großes Anliegen. Die bereitgestellten Investitionsmittel für tiergerechte Haltungsformen wurden im Jahr 2002 umfangreich genutzt‘, teilte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, in Stuttgart mit. Das erweiterte Programm hat sich damit bereits im ersten Jahr seines Bestehens voll bewährt.

Zur Weiterentwicklung des Tierschutzes im Bereich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung hat das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Baden-Württemberg im Jahr 2002 über 12 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt. Von der Förderung für Investitionen in besonders tiergerechte Haltungsformen haben fast 300 landwirtschaftliche Unternehmen Gebrauch gemacht. ‚Durch das Programm wurden insgesamt Investitionen in Höhe von 35 Millionen Euro zugunsten des Tierschutzes ausgelöst. Die Mitwirkung der Landwirte verbessert das Vertrauen der Verbraucher in die Landwirtschaft Baden-Württembergs‘, betonte Minister Stächele. Stächele kündigte an, dass das Förderprogramm für Investitionen in tiergerechte Haltungsformen auf Grund des Erfolges auch 2003 fortgesetzt werde. Der Schwerpunkt der Förderung liegt bei Haltungsformen, die bezüglich Raum- und Lichtangebot, Beschäftigungsmöglichkeiten, Auslauf sowie anderem Komfort wie zum Beispiel weichen Liegematten über die Mindestanforderungen hinausgehen. Insbesondere in der Rindviehhaltung mit ca. 220 Fördermaßnahmen und einer Gesamtfördersumme von 9,2 Mio. Euro, sowie in der Schweinehaltung mit 40 Fällen und 2,4 Mio. Euro Fördermittel wurden Fortschritte erreicht. Im Bereich der Legehennenhaltung konnten in 10 Fällen Investitionen mit über 1,2 Mio. Euro angeregt werden.

Die staatliche Förderung erfolgt im Agrarinvestitionsförderungsprogramm mit Zuschüssen und zinsverbilligten Darlehen; es wird vom Bund und von der EU mitfinanziert. Bei Tierhaltungen stoßen vor allem die besonders tiergerechten Haltungsverfahren auf Interesse, die für den Landwirt oft mit einer größeren Arbeitsbelastung oder mit höheren finanziellen Aufwendungen verbunden sind.

‚Um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft nicht einseitig zu belasten, sind Sonderleistungen im Tierschutz auch gesondert zu honorieren‘, betonte Minister Willi Stächele. Stächele wiederholte die Forderung nach gleichen Standards in ganz Europa. ‚Es macht wenig Sinn, mit nationalen Alleingängen voranzuschreiten und dann der Verlagerung der Betriebe hinterher zu schauen‘, stellte Stächele fest. In diesem Zusammenhang betonte der Minister, die Bundesregierung müsse endlich die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung um Regelungen zur Schweinehaltung ergänzen, um für die betroffenen Landwirte Rechtsklarheit und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik und der EU-Osterweiterung hält es Stächele für notwendig, Direktzahlungen in der Landwirtschaft auch an entsprechende Standards zu knüpfen.

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Schweizer Milchkontingente: mehr als 80.000 kg im Durchschnitt

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 14:12

Bern (agrar.de) – Im Milchjahr 2001/2002 hat das durchschnittliche Kontingent auf nationaler Ebene die 80.000 Kilogramm Marke deutlich überschritten. Von den insgesamt 3,146 Millionen Tonnen verteilte Kontingente sind 0,589 Millionen Tonnen durch Miete oder Kauf erworbene Kontingente. Dies entspricht einem Anteil von knapp 20 Prozent des Kontingents.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat die Daten über die Milchkontingentierung des Milchjahres 2001/2002 ausgewertet. Diese Daten werden dem BLW durch die regionalen Milchverbände, welche mit der Durchführung der Milchkontingentierung betraut sind, einmal pro Jahr übermittelt.

Die Statistik gibt einen Überblick über die strukturellen Verhältnisse in der Milchproduktion: Im Milchjahr 2001/2002 vermarkteten 36.231 Produzenten Milch. Damit verringerte sich die Anzahl Milchproduzenten um 1.851 oder 4,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das durchschnittliche Kontingent um 5,3 Prozent oder 4.226 Kilogramm auf 83.407 Kilogramm. Die mittlere Betriebsgrösse stieg um 0,5 ha oder 2,6 Prozent auf 19,6 ha. Prozentual erhöhte sich die durchschnittliche Betriebsgrösse damit weniger stark als die durchschnittliche Kontingentsgrösse. Die Milchproduktionsbetriebe weisen aber das gleiche Flächenwachstum wie die anderen Betriebe auf.

Jede Produzentin und jeder Produzent durfte im Milchjahr 2001/2002 zusätzlich 3 Prozent des Kontingents, das zu Beginn des Milchjahres zugeteilt worden war, vermarkten. Die Milchverbände haben auf diese Weise zusätzlich 92,3 Millionen Kilogramm Milch zugeteilt. Trotz der Mengenerhöhung erreichten die abgabepflichtigen Überlieferungen im Milchjahr 2001/2002 die Rekordmenge von 7.341.662 Kilogramm. Daraus ergaben sich Abgaben von rund 4,4 Millionen Franken.

Über den Kontingentshandel wurden folgende Mengen verschoben: 3.720 Produzenten haben im Milchjahr 2001/2002 rund 72.598 Tonnen Kontingente gekauft und 9.564 Produzenten rund 140.639 Tonnen Kontingente gemietet. Die Produzenten des Berg- und Sömmerungsgebietes kauften rund 2.745 Tonnen mehr als sie verkauften und mieteten rund 3.256 Tonnen mehr als sie vermieteten. Demgegenüber wurden 5.518 Tonnen ins Talgebiet verschoben im Austausch gegen eine Übernahme der Aufzucht. Mit dem Handel hat das Berg- und Sömmerungsgebiet also Kontingente von rund 483 Tonnen dazu gewonnen.

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EU: Mitgliedstaaten unterstützen Vorschläge der Kommission zur Bekämpfung von TSE bei Schafen und Ziegen

Themen: EU,Tierseuchen — info @ 14:12

Brüssel (agrar.de) – Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union nahmen gestern Vorschläge von Kommissar David Byrne zur Auflage eines neuen Programms zur Tilgung und Prävention von Scrapie bei Schafen an. Byrnes Vorschläge zielen darauf ab, das Auftreten übertragbarer spongiformer Enzephalopathien (TSE) bei Schafen und Ziegen durch Programme zur Förderung der Resistenz, verstärkte Tilgungsmaßnahmen und neue Einfuhrbestimmungen zu vermindern. Die einzige bekannte Form von TSE bei Schafen und Ziegen ist Scrapie, eine Krankheit, die seit Jahrhunderten existiert und bis heute keine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit gehabt hat. BSE, ebenfalls eine Form von TSE, könnte theoretisch Schafe und Ziegen infiziert haben, wofür es aber keinen praktischen Nachweis gibt. Die Mitgliedstaaten befürworteten die Vorschläge auf einer Sitzung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit, der sich aus nationalen Veterinärexperten zusammensetzt.

‚Ich bin sehr froh, dass die Mitgliedstaaten meine Vorschläge für Tilgungs- und Zuchtprogramme angenommen haben‘, sagte David Byrne, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. ‚Die Tilgung von Scrapie mit traditionellen Mitteln hat sich als ausgesprochen schwierig erwiesen. Die Resistenz der Schafbestände gegen diese Krankheit ist die beste langfristige Strategie für die Bekämpfung von Scrapie.‘

Die erste Entscheidung verpflichtet die Mitgliedstaaten, ein Programm zur Züchtung von Schafen aufzulegen, die gegen TSE resistent sind. Das Ziel ist die Vermehrung resistenter Gene bei den Schafen. Die Entscheidung stützt sich auf Fortschritte, die bereits in nationalen Programmen in den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Frankreich erzielt wurden. Sie gibt zudem die Rahmenbedingungen für die Anerkennung der TSE-Resistenz bestimmter Schafbestände vor. Die Rechtsvorschrift sieht auch Ausnahmeregelungen für vom Aussterben bedrohte Schafrassen vor.

Die zweite Verordnung führt Vorschriften für die Tilgung von Scrapie in Haltungsbetrieben ein, in denen ein Fall von Scrapie bei Schafen oder Ziegen nachgewiesen wurde. In Bezug auf Schafe stützen sich die Maßnahmen wiederum hauptsächlich auf genetische Resistenz und umfassen die Beseitigung aller Tiere mit Ausnahme der resistentesten. Die betroffenen Haltungsbetriebe dürfen ihre Bestände anschließend nur mit resistenten Tieren aufstocken. Auch hier sind Ausnahmen vorgesehen, die es den Mitgliedstaaten ermöglichen, ihre Bestände an resistenten Tieren aufzubauen und Rassen mit geringer natürlicher Resistenz zu schützen.

Die dritte Verordnung gleicht die Einfuhrbestimmungen für lebende Schafe und Ziegen an die innerhalb der Europäischen Union geltenden Bestimmungen an. Die Maßnahmen sollen gewährleisten, dass nur gegen Scrapie resistente Tiere oder Tiere aus scrapiefreien Beständen in die EU einführt werden, so dass interne Bemühungen um die Tilgung von Scrapie nicht durch Importe untergraben werden.

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BWV warnt erneut vor Abgabe von Garantieerklärungen

Themen: Archiv — info @ 13:12

Mainz (agrar.de) – Vor dem Hintergrund des Nitrofen- bzw. des Hormonsskandals werden Landwirte seit Mitte diesen Jahres immer wieder von der abnehmenden Hand aufgefordert, als Verkäufer landwirtschaftlicher Erzeugnisse eine Garantieerklärung abzugeben. Entweder sollen partielle Erklärungen abgegeben werden, dass kein gentechnisch verändertes oder bestrahltes Getreide abgeliefert wird. Oder aber es sollen pauschale Erklärungen – ähnlich allgemeiner Unbedenklichkeitsbescheinigungen – abgegeben werden.

Schon im Sommer hatte der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd (BWV) seine Mitglieder zu Vorsicht aufgerufen. Denn schließlich produzieren die Landwirte im Rahmen des Gesetzes und handeln und kontrollieren in ihrem Verantwortungsfeld absolut rechtens. Die abverlangten Garantieerklärungen sollen jedoch häufig Bereiche abdecken, die der Landwirt selber nicht komplett beeinflussen kann beziehungsweise nicht voll kontrollieren kann. Bei einer Abgabe von Garantieerklärungen entfällt nach § 280 in Verbindung mit § 276 BGB die Verantwortlichkeit für Pflichtverletzungen und damit die Schadenersatzverpflichtung. Darüber hinaus können sich die Landwirte auf Vereinbarungen zu Gewährleistungs- und Haftungsbeschränkungen in den Kaufverträgen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht berufen, wenn sie eine Garantie für die Beschaffenheit der Kaufsache übernommen haben.

Außerdem weist der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd seine Mitglieder darauf hin, dass die Abgabe einer Garantieerklärung eine vertraglich begründete Erweiterung der gesetzlichen Haftungstatbestände bewirkt. Demnach besteht in aller Regel die Gefahr, dass für diese vertraglich begründete Haftungserweiterung kein Versicherungsschutz im Rahmen der Betriebshaftversicherungen besteht.

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Saisonarbeitnehmerregelung für 2003 gesichert

Themen: Archiv — info @ 13:12

Berlin (agrar.de) – Nach Informationen des Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd (BWV) bleibt die bereits seit 2000 bestehende Saisonarbeitnehmerregelung für das Jahr 2003 zu erhalten.

Die Betriebe können also ihr zugesichertes Kontingent an Saisonarbeitskräften behalten. Zu beachten sei, so der verband, dass die normale Anforderungsdauer bis zum Arbeitsbeginn 12 Wochen beträgt. Die seit 2000 als Mehrbedarf durch Flächenerweiterung beantragten Saisonarbeitskräfte müssen 14 Wochen vor Arbeitsbeginn angefordert werden. Auf Grund der Vorkommnisse bei zwei vorderpfälzer Gemüsebaubetrieben sei intensiv über eine Einschränkung des Verfahrens in Berlin gesprochen worden.

Gewerkschaftsführer Hans-Joachim Wilms von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hatte den Vorschlag gemacht, die Saisonarbeitnehmerarbeitsplätze anteilsmäßig mit inländischen Arbeitskräften zu besetzen und die Regelung auf eine Gesamtzahl von 100 Arbeitskräften zu begrenzen, wohl wissend, dass nur vereinzelt inländische Saisonarbeitskräfte zur Verfügung stehen können. In naher Zukunft werden daher die Zollämter insbesondere die Einhaltung des Tarifes und die Unterkünfte überprüfen. Würden die Voraussetzungen der Saisonarbeitnehmerregelung nicht eingehalten werden, droht der Ausschluss vom Verfahren.

Am 18. Dezember 2002 wird das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit des Zuwanderungsgesetzes entscheiden. Die im Entwurf vorliegende Ausländerbeschäftigungsverordnung würde die Anwerbestoppausnahmeverordnung aufheben, sodass nur noch 3 Aufenthaltstitel, Visum, Aufenthaltserlaubnis und Niederlassungserlaubnis, gelten würden.

Der Verband appelliert daher eindringlich an alle Betriebe, die Beschäftigungsvoraussetzungen für Saisonarbeitskräfte weiterhin zu erfüllen, damit bei den nächsten Gesprächen für die Saisonarbeitnehmerregelung ab dem Jahr 2004 die Saisonarbeitnehmerregelungen erhalten werden kann.

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FAO warnt vor humanitärer Krise im südlichen Afrika

Themen: Archiv — info @ 12:12

Lage auch in vielen anderen afrikanischen Ländern kritisch

Rom (agrar.de) – In Afrika südlich der Sahara sind rund 40 Millionen Menschen von einer schweren Ernährungskrise betroffen. Im südlichen Afrika drohe wegen Nahrungsmittelknappheit eine humanitäre Krise. Dies geht aus dem neuen Afrikabericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor. Die sich ausbreitende HIV/AIDS-Epidemie verschärfe die Situation zusätzlich.

Im südlichen Afrika benötigten 16,7 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe, um bis zur nächsten Ernte im April 2003 überleben zu können. ‚Es werden dringend kommerzielle Einfuhren und Nahrungsmittelhilfelieferungen gebraucht, um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern‘, hiess es in dem Bericht.

Die FAO schätzt den Mangel an Nahrungsmitteln im südlichen Afrika insgesamt auf rund 1,6 Millionen Tonnen. Das Welternährungsprogramm habe zu Nahrungsmittelhilfe in Höhe von 993.000 Tonnen aufgerufen, davon seien inzwischen 663 000 Tonnen (rund 67 Prozent) zugesagt worden.

In Sambia und Simbabwe habe sich die Verteilung von Nahrungsmittelhilfe deutlich verzögert, so die FAO. Es gebe nur geringe kommerzielle Maiseinfuhren, in einigen Ländern komme es zu Preissteigerungen.

In Angola sei es inzwischen zwar möglich, die Hungernden in den ehemaligen Kriegsgebieten besser zu erreichen. Trotzdem seien Hunger und Unterernährung immer noch weit verbreitet. Für heimkehrende Flüchtlinge mangele es auch an einfachsten Gesundheitsdiensten.

Die FAO hat die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, zusätzlich zur Nahrungsmittelhilfe rund 12,7 Millionen Dollar für das südliche Afrika für landwirtschaftliche Nothilfe zur Verfügung zu stellen. Die ärmsten Bauern will die FAO für die nächste Saison mit Saatgut, Düngemitteln und einfachen landwirtschaftlichen Geräten unterstützen.

Kritisch sei die Lage auch am Horn von Afrika, warnte die FAO. Dort gebe es für rund 17,5 Millionen Menschen nicht genügend Nahrung.

Besonders in Äthiopien und Eritrea werde dringend Nahrungsmittelhilfe benötigt, um eine Hungersnot zu verhindern. In Eritrea leide ein Drittel der Bevölkerung wegen der Trockenheit an Nahrungsmangel. Auch für die wegen des Krieges mit Äthiopien Vertriebenen und die Rückkehrer aus dem Sudan werde Hilfe benötigt. In Äthiopien, besonders im Osten des Landes, hätten viele Nomaden wegen anhaltender Trockenheit ihr Vieh verloren.

Dürre und zum Teil kriegerische Auseinandersetzungen seien auch in Sudan, Kenia, Somalia und Uganda dafür verantwortlich, dass eine grosse Zahl von Menschen Nahrungsmittelhilfe benötige.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo seien viele Bauern wegen kriegerischer Auseinandersetzungen auf der Flucht. Unter den Vertriebenen nehme die Unterernährung zu, Kämpfe behinderten die humanitären Hilfsaktionen. In Ruanda und Burundi wird mit einer schlechteren Ernte gerechnet.

Versorgungsengpässe zeichneten sich in Westafrika in Mauretanien ab, so die FAO. In Liberia und der Elfenbeinküste sei wegen kriegerischer Auseinandersetzungen mit schlechteren Ernten zu rechnen. Die Elfenbeinküste sei auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Dies gelte wegen einer hohen Zahl von Flüchtlingen und Vertriebenen auch für Sierra Leone und Guinea.

Zu den 25 Ländern, die in Afrika südlich der Sahara wegen Trockenheit, Bürgerkriegen, wirtschaftlicher Probleme und einer wachsenden Zahl von Flüchtlingen und Vertriebenen an Nahrungsmittelmangel leiden, gehören:

Angola, Burundi, Kapverde, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Äthiopien, Guinea, Kenia, Lesotho, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mauretanien, Mosambik, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Swasiland, Tansania, Uganda, Sambia und Simbabwe.

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DBV: Wende am Milchmarkt dringend erforderlich

Themen: Archiv — info @ 12:12

Spitzengespräch zum Milchmarkt

Berlin (agrar.de) – Wegen der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation der deutschen Milcherzeuger kamen der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes, Dr. Manfred Tag, und der Vorsitzende des Fachausschusses Milch des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Prof. Dr. Jakob Stöckl, am 16. Dezember 2002 zu einem Spitzengespräch zusammen.

Nach einem für die Erzeuger und Verarbeiter zufriedenstellenden Jahr 2001 zeigt sich am Ende des Jahres 2002 ein deutlicher Einkommensverlust für die Milcherzeuger sowohl bei konventioneller Milchproduktion als auch bei den Bio-Bauern. Die Milch-Auszahlungsleistung fiel in diesem Zeitraum um durchschnittlich zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen hierfür liegen in einer höheren Verfügbarkeit des Rohstoffes Milch, bedingt durch eine eingeschränkte Nachfrage am Binnenmarkt und auf den Drittlandsmärkten. Für das Jahr 2003 zeichnet sich derzeit noch keine Veränderung der Situation ab. Steigende Verarbeitungskosten durch Löhne und Verpackungen, aber auch durch Ökosteuer und Maut werden die Verwertung weiter belasten. Die Talfahrt wird vermutlich anhalten, wenn die Europäische Kommission nicht mit ihren Marktordnungsinstrumentarien stützend eingreift.

Vor diesem Hintergrund waren sich die Teilnehmer des Spitzengespräches einig, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Erlössituation zu verbessern. Als erstes wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, um in einer gemeinsamen Anstrengung sowohl Verwertung als auch Auszahlungsleistung zu verbessern. Die Grüne Woche im Januar sollte den Marktbeteiligten die Möglichkeit bieten, intensive Gespräche mit dem Handel zu führen, um darauf hinzuweisen, dass die qualitativ hochwertigen Milcherzeugnisse nicht Gegenstand von Wettbewerbsauseinandersetzungen sein sollten. Zum anderen gilt es, eine gemeinsame Linie mit den übrigen EU-Mitgliedstaaten aufzubauen, damit Marktordnungsmaßnahmen nicht kontraproduktiv, das heißt vor allem nicht zur Erhöhung der Milchmenge innerhalb der EU eingesetzt werden. Dies gilt für Beihilfen- und Erstattungsmaßnahmen ebenso wie für die zukünftige Gestaltung der Quotenpolitik im Rahmen von Agenda 2000 bis zum Jahr 2008 und darüber hinaus.

Mehr als 25 Prozent des gesamten landwirtschaftlichen Einkommens werden in Deutschland in der Milchproduktion erwirtschaftet. Eine weitere Verschlechterung der derzeitigen Situation in diesem Bereich hätte gravierende Auswirkungen für die gesamte deutsche Landwirtschaft und den vor- und nachgelagerten Bereich. Daher wird Bundesministerin Renate Künast nachdrücklich aufgefordert, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, die auch in Zukunft eine wettbewerbsfähige, umweltfreundliche und verbraucherorientierte Milchwirtschaft in Deutschland zulassen.

Links zum Thema Verbände.

EU: Abbau von Agarzöllen und -subventionen geplant

Themen: Archiv — info @ 10:12

Brüssel/Berlin (agrar.de) – Die Europäische Kommission will die Importtarife für Agraprodukte um 36 Prozent, die Exportsubventionen um 45 Prozent und die internen Stützungszahlungen um 55 Prozent kürzen. Dies geht nach einer Meldung der Vertretung der Europäischen Kommission in der Bundesrepublik Deutschland aus dem gestern veröffentlichten amibitionierten Vorschlag der Kommission zu den WTO-Agrarverhandlungen hervor.

Das Papier sieht außerdem spezifische Programme zur Unterstützung der Entwicklungsländer vor. Dazu zählen zollfreier und quotenfreier Marktzugang für Exporte aus den ärmsten Ländern, woanach die Industrieländer mindestens die Hälfte ihrer Importe zollfrei aus den Entwicklungsländern einführen sollen. Ein ‚Lebensmittelsicherheits-Paket‘ soll die Einhaltung der Standards in diesem Bereich sichern. Der Kommissionvorschlag enthält schließlich auch nicht handelsspezifische Punkte wie Umwelt, ländliche Entwicklung und Tiergesundheit.

Weitere Informationen auch zur EU-Position bei den WTO-Verhandlugen finden Sie im Internet.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft.

Hochwasser in Niedersachsen: Zuschüsse für 118 Betriebe

Themen: Archiv — info @ 09:12

Hannover (agrar.de) – Die niedersächsische Landwirtschaft ist bei der Hochwasserkatastrophe im Vergleich zu den Ländern Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt glimpflich davon gekommen. Das zeigen die Zahlen zu den finanziellen Hilfsprogrammen, teilte heute Minister Uwe Bartels mit.

Über Verwaltungsvereinbarungen mit dem Bund hat das Land zwei Hilfsprogramme für landwirtschaftliche Betriebe gemeinschaftlich finanziert. Ein Existenzsicherungsprogramm richtet sich an Landwirte, deren Betriebserträge bedingt durch den totalen Ernteausfall auf überfluteten Flächen um 30 Prozent und in benachteiligten Gebieten um 20 Prozent zurückgegangen waren. Der Erlösausfall wurde in Höhe von 20 Prozent, in benachteiligten Gebieten in Höhe von 30 Prozent ausgeglichen. Bei 86 Betrieben lagen die Leistungsvoraussetzungen vor. Der Erlösausfall betrug insgesamt 4.511.684 Euro, der Zuschuss 1.179.805 Euro, mithin durchschnittlich 13.719 Euro je Betrieb.

Ein ausschließlich auf das Augusthochwasser der Elbe in den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg bezogenes Schadensausgleichsprogramm hatte zum Ziel, 50 Prozent der eingetretenen Schäden an Wirtschaftsgütern wie Betriebsgebäude, Maschinen, Anlagen, Flächen, Vieh, Betriebsmittel sowie Evakuierungskosten auszugleichen. Dazu machten 32 Betriebe einen Gesamtschaden von 495.978 Euro geltend, der durch Zuschüsse in Höhe von 247.989 Euro, somit durchschnittlich 7.750 Euro je Betrieb, teilweise ausgeglichen wird.

Neben diesen direkten Hilfen ist durch diverse steuerliche Erleichterungen und dadurch Liquidität geschaffen worden, dass zumindest im Gebiet der Landwirtschaftskammer Hannover den Betrieben 50 Prozent der flächenbezogenen Ausgleichszahlungen vorzeitig gewährt wurden. Geholfen hat auch, dass abweichend von den bestehenden Regelungen stillgelegte Flächen von den betroffenen Betrieben zu Futterzwecken genutzt werden durften.

Zu einer Entschärfung der Situation auf den Betrieben wird auch dadurch beigetragen, dass aufgrund einer niedersächsischen Initiative der maximale Anteil der Flächen, die im Rahmen der Kulturpflanzenregelung stillzulegen sind, für das nächste Jahr von 33 auf 50 Prozent erhöht wird.

Links zum Thema Hochwasser, Links zum Bundesland Niedersachsen.

16. Dezember 2002

DBV: Waldzustandsbericht kein Anlass zur Entwarnung

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 16:12

Bauernverband fordert Aufwertung des Holzes als Baustoff und Energiequelle

Berlin (agrar.de) – Der Zustand des deutschen Waldes hat sich laut Waldzustandsbericht 2002 der Bundesregierung leicht verbessert. Doch sind Waldschäden weiterhin auf hohem Niveau. Nach Auffassung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) gibt es keinen Anlass zur Entwarnung. Die Waldbauern dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden, indem sie die hohen Folgekosten der gesamt-gesellschaftlich verursachten Schäden übernehmen müssen.

Insbesondere der Ausstoß von Schadstoffen greift den Wald an. Zur Bindung und Abpufferung dieser vielfach aus industriellen Quellen stammenden Schadstoffeinträge ist eine verstärkte Kalkung der Wälder notwendig, stellt der DBV fest. Dabei sind Belastungen durch Ammoniak-Emissionen aus der Tierhaltung durch Verbesserungen in der Fütterung und Anwendung moderner Techniken bei Lagerung und Ausbringung der Wirtschaftsdünger in den vergangenen Jahren um über 20 Prozent zurückgegangen.

Die Waldbauern setzen sich für eine nachhaltige Waldwirtschaft ein, um für die nächste Generation einen sowohl ökologisch als auch ökonomisch wertvollen Bestand zu erhalten, der auch für die Gesellschaft im Sinne der Kriterien der Agenda 21 einen Gewinn darstellt. Der DBV weist dabei darauf hin, dass eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sich nur dann lohnt, wenn die Nachfrage nach heimischen Hölzern steigt. Hier besteht weiterhin größerer Handlungsbedarf. Insbesondere im Bereich der regenerativen Energien spielt Holz nur eine untergeordnete Rolle. Vor allem durch steuerliche Anreize könnte die Bedeutung von Holz bisher als CO2-neutrale Energiequelle verbessert werden.

Links zum Thema Verbände.

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