20. Dezember 2002

Ein Jahr Euro – ein Jahr Teuro?

Themen: Archiv — info @ 09:12

Anmerkungen der amtlichen Preisstatistik

Wiesbaden (agrar.de) – Obwohl die Jahresveränderungsrate des Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland im November 2002 bei nur 1,1 Prozent lag, reißt die Diskussion um ‚Euro/Teuro‘ nicht ab. Auch knapp ein Jahr nach der Euro-Bargeldeinführung empfinden viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine höhere Teuerung (‚gefühlte Inflation‘).

Das Statistische Bundesamt hat daher seine Analysen möglicher Euro-Effekte fortgesetzt. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank werden seit nunmehr anderthalb Jahren 18.000 Preisreihen ausgewählter Güter des täglichen Bedarfs aus 35 Produktgruppen untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen und ergänzen die Resultate vom Juli diesen Jahres:

– Unser Geld hat durch die Einführung des Euro nicht an Wert verloren. Die Jahresteuerungsraten der letzten Monate (Oktober 2002: 1,3 Prozent; November 2002: 1,1 Prozent) zeigen, dass die Euro Einführung auf die Lebenshaltungskosten insgesamt keinen wesentlichen Einfluss gehabt hat.

– Mittlerweile überwiegen bei allen Produktgruppen attraktive Euro-Preise gegenüber (umgerechnet) attraktiven DM-Preisen. Noch im Mai war dies erst bei 25 der 35 untersuchten Produktgruppen der Fall. Als attraktiv gelten Preise, die auf 0 oder 5 enden, sowie Schwellenpreise, die auf 8 oder 9 enden.

– Nach wie vor gibt es aber Sonderentwicklungen, die zu dem subjektiven Empfinden der Verbraucher beigetragen haben dürften:

– Bei keiner der untersuchten Dienstleistungen (z.B. Friseurleistungen, Chemische Reinigung) ist der Preisschub vom Januar 2002 rückgängig gemacht worden. Inzwischen weisen die meisten Dienstleistungen (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) eine unterdurchschnittliche Preisentwicklung auf, die jedoch den Preissprung vom Januar nicht kompensiert.

– Bei Nahrungsmitteln folgte auf den erheblichen Preisauftrieb zu Jahresbeginn eine Phase deutlicher Entspannung. Die Verteuerungen, die mit der Euro-Bargeldeinführung zwar zeitlich zusammenfielen und insbesondere Obst und Gemüse betrafen, waren im Wesentlichen witterungsbedingt. Im November 2002 lag das Preisniveau für Nahrungsmittel um 0,8 Prozent niedriger als vor Jahresfrist, Obst und Gemüse sind 2,6 Prozent bzw. 5,1 Prozent günstiger.

– An der rückläufigen Preisentwicklung bei langlebigen Gebrauchsgütern hat sich auch in den letzten Monaten nichts geändert. Die in der ersten Jahreshälfte noch vielfach übliche centgenaue Umrechnung von DM-Preisen ist nunmehr kaum noch anzutreffen.

– Während zum Zeitpunkt der Bargeldeinführung die Zahl der Preisänderungen sprunghaft anstieg, hat sie nun wieder ihren langfristig üblichen Umfang erreicht. Im Zeitraum von Juni bis Oktober 2002 war noch mehr als jede fünfte Preisänderung euro-induziert. Damit ist der Anteil der euro-induzierten Preisänderungen an allen echten Preisänderungen (21,3 Prozent) weiter zurückgegangen. Von den Preisänderungen zum Zeitpunkt der Bargeldeinführung (Dezember 2001 auf Januar 2002) war noch mehr als jede zweite (53,2 Prozent) euro-induziert. Euro-induziert sind Preisänderungen, die bei der Umstellung von einem attraktiven DM-Preis auf einen attraktiven Euro-Preis beobachtet werden.

– Der geschätzte Einfluss aller von Oktober 2001 bis Oktober 2002 festgestellten euro-induzierten Preisänderungen auf die Jahresteuerungsraten der untersuchten Produktgruppen – nicht für den Verbraucherpreisindex insgesamt – liegt zwischen – 1,6 und + 2,7 Prozentpunkten.

– Der Einfluss der Euro-Bargeldeinführung auf das Preisniveau ist wissenschaftlich exakt nicht bestimmbar. Preisbeobachtungen reichen für eine Ursachenanalyse nicht aus. Sie können allenfalls zeigen, wie sich Preisgestaltung und Preisverteilung in den letzten Monaten verändert haben.

Die aktualisierte Darstellung der Preisanalysen ist im Internet zu finden. Dort finden sich auch eine Liste der Gewichte und aktuellen Teuerungsraten aller im Warenkorb enthaltenen Güter sowie Informationen zur Umstellung des Preisindex für die Lebenshaltung auf das neue Basisjahr 2000.

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19. Dezember 2002

BWV: Sind Bauern weniger wert als Hundehalter?

Themen: Archiv — info @ 16:12

Koblenz (agrar.de) – Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) kritisiert die Aussage von Finanzstaatssekretärin Barbara Hendricks, die erklärte, dass auf Hunde- und Katzenfutter weiterhin ein ermäßigter Steuersatz in Höhe von 7 Prozent erhoben werde. Die Landwirte aber, die Nutztiere hielten, müssten hingegen mit vollen 16 Prozent besteuert werden. Dies sei nicht nur unverständlich, sondern auch ungerecht. Die Landwirte benötigten die Nutztierhaltung immerhin für ihren Lebensunterhalt und für den Erhalt der Kulturlandschaft in den Mittelgebirgsregionen. Diese Aussage sei wieder einmal ein Schlag ins Gesicht der mittelständischen Betriebe in Deutschland. Der Erhalt der Arbeitsplätze und der wirtschaftlichen Strukturen in Deutschland werde immer schwieriger. Zusätzlich nähmen die Belastungen gerade für die mittelständischen Betriebe zu.

Für Hunde- und Katzenhalter habe man Verständnis. Gegen die Besteuerung in Höhe von 7 Prozent bei Hunde- und Katzenfutter sei auch nichts einzuwenden, erklärte der Verband. Nur müsse Fairnis und Gerechtigkeit in Deutschland gelten. Daher müsse auch der bisher geltende Steuersatz für Futtermittel insgesamt bei 7 Prozent beibehalten werden. Eine einseitige Anhebung sei unlogisch und wirtschaftsfeindlich und werde deshalb mit allem Nachdruck vom Verband abgelehnt.

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Herbstaussaat in Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Wintergerste und weniger Winterraps

Themen: Archiv — info @ 16:12

Schwerin (agrar.de) – Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes verringerte sich die Anbaufläche von Wintergetreide zur Ernte 2003 im Vergleich zum Vorjahr auf etwa 546.000 Hektar (- 1 Prozent). Der Anteil am Ackerland bleibt aber bei über 50 Prozent. Sehr stark rückläufig ist der Anbau von Winterroggen (- 36 Prozent). Erstmals seit drei Jahren wurde weniger Triticale gedrillt (- 15 Prozent). Zugenommen hat insbesondere der Wintergerstenanbau (+ 26 Prozent).

Die bestellte Winterrapsfläche hat sich gegenüber der Vorjahresaussaat um etwa 2 Prozent verkleinert, während diese sich ein Jahr zuvor noch um 15 Prozent vergrößert hatte. Der Flächenanteil des Rapses am Ackerland beträgt aber weiterhin gut ein Fünftel (Herbstaussaat 2002: 229.000 Hektar).

Im Vergleich zu den schwierigen Bedingungen im Herbst 2001 erfolgte die Aussaat der Winterungen in diesem Jahr ohne größere Probleme. Die Fläche für Wintergetreide insgesamt reduzierte sich um über 6.000 Hektar.

Bei Winterweizen wurde eine Anbaufläche von nicht ganz 328.000 Hektar ermittelt. Dies entspricht einer Zunahme um 2 Prozent gegenüber dem Aussaatjahr 2001. Die Ausdehnung der Winterweizenfläche war allerdings nicht so groß wie im vorangegangenen Jahr (+ 9 Prozent). Ursachen dafür sind unter anderem wirtschaftlicher und phytosanitärer Art. So stand im Jahr 2002 etwa 25 Prozent des Winterweizens in der Fruchtfolge nach Winterweizen.

Der Anbau der Wintergerste vergrößerte sich um 26 Prozent auf fast 125.000 Hektar. Die starke Flächenausdehnung ist vor allem auf den Anbaurückgang des Vorjahres zurückzuführen, da der nasse September 2001 keine größere Aussaat zuließ. Allerdings liegt die Wintergerstenfläche immer noch ungefähr 8 Prozent unter der des Aussaatjahres 2000.

Wiederum sehr stark rückläufig ist die bestellte Winterroggenfläche. Waren es im vergangenen Jahr noch 87.143 Hektar gewesen, so drillten die Landwirte diesmal nur etwas mehr als 55.000 Hektar. Das ist nur noch etwa die Hälfte der Fläche des im Jahr 2000 ausgebrachten Winterroggens. Hierfür spielen die ökonomischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle.

Der Anbaurückgang von Triticale um 15 Prozent auf gut 38.000 Hektar ist auch auf die eingeschränkte Verfügbarkeit des Saatgutes dieser Getreideart zurückzuführen.

Insgesamt gilt für Getreide, dass sich die in letzter Zeit dafür gezahlten Preise auf einem historischen Tiefstand befinden.

Aufgrund des etwas verringerten Wintergetreideanbaus ist zu vermuten, dass zur Ernte 2003 etwas mehr Sommergetreide gedrillt wird.

Während es in den vergangenen beiden Jahren zu einer starken Vergrößerung der Winterrapsfläche kam, wurde diesmal ein Anbaurückgang um gut 2 Prozent auf 229.000 Hektar ermittelt. Damit werden aber wie im Vorjahr weit über 200.000 Hektar Winterraps angebaut. Die hohe Anbaukonzentration ist auch den sehr hohen Preisen geschuldet, die derzeit für den Raps gezahlt werden. Dass nicht noch mehr Winterraps gedrillt wurde, ist mit pflanzenbaulichen und phytosanitären Notwendigkeiten zu begründen. Eine zu hohe Konzentration des Winterrapses in der Fruchtfolge fördert das vermehrte Auftreten von Krankheiten und Schädlingen.

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BBV: EU-Kommission prescht unnötig vor

Themen: Archiv — info @ 16:12

Verband kritisiert Vorgehen und einzelne Inhalte der WTO-Vorschläge der EU-Kommission

München (agrar.de) – Anfang dieser Woche hat die EU-Kommission – entgegen bisheriger Absprachen auf europäischer Ebene – Vorschläge für die laufende WTO-Verhandlungsrunde vorgelegt, die insbesondere eine weitere Verringerung der Importzölle, deutliche Verringerung der Exporterstattungen sowie der internen Marktstützungen umfassen. Diese Vorschläge wurden zuvor nicht mit den EU-Agrarministern abgestimmt. Nun sollen sie nach der Veröffentlichung eingebunden werden. ‚Mit diesem Vorgehen prescht die Kommission unnötig vor und gibt ohne Not Verhandlungspositionen der EU bei WTO preis‘, sagte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Gerd Sonnleitner. Verhandlungstaktisch sei dies ein gravierender Fehler.

Erste Einschätzungen zeigten auf, dass die Kommissionsvorschläge in einigen Bereichen über das Verhandlungsmandat – die Agenda 2000 – hinausgehen, insbesondere bei der völligen Abschaffung von Importzöllen für Agrarerzeugnisse. Ferner könnten die Vorschläge zu einem weiteren Abbau des Außenschutzes für die europäischen Bauern und der sog. Gemeinschaftspräferenz führen. ‚Ziel der EU bei WTO muss es bleiben, die bäuerlichen Unternehmerfamilien in Bayern und Europa zu sichern‘, betonte Sonnleitner. Lediglich die Forderung der Kommission nach Festschreibung von Standards in WTO werde dem gerecht. Der Bauernverband erwarte von der EU ein selbstbewusstes Auftreten bei den WTO-Verhandlungen gemäß dem Mandat und im Sinne der Bauernfamilien.

Präsident Sonnleitner nahm dieses taktisch unkluge Vorgehen der Kommission mit zum Anlass, um bereits in dieser Woche mit dem ab 1. Januar 2003 amtierenden griechischen EU-Ratspräsidenten ein Gespräch zu führen. Sonnleitner bat den neuen Ratspräsidenten, die europäischen Bauern für eine geschicktere Vorgehensweise der EU bei WTO zu unterstützen.

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Jeggle: EU-Agrarhaushalt ist nicht der Steinbruch des Rats

Themen: Archiv — info @ 16:12

Brüssel (agrar.de) – Die CDU-Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle hat im Rahmen der zweiten Lesung des Gesamthaushaltsplans 2003 vor dem Plenum des Europäischen Parlaments darauf hingewiesen, daß die Agrarpolitik neben Erweiterung und Außenpolitik der wesentliche Schwerpunkt des EU-Haushalts ist. Angesichts der aktuellen Politik des Rates müsse zudem an die Tatsache, daß der europäische Haushalt in seinem Ursprung ein Agrarhaushalt war, erinnert werden. ‚Es ist unseriös, den EU-Haushalt mit immer neuen Aufgaben der Gemeinschaft zu belasten, ohne zu sagen, wo das Geld dafür herkommen soll: aus dem Agrarhaushalt, jedenfalls nach meinem Verständnis, nicht! Und ich sehe es auch nicht unbedingt als unsere Aufgabe an, mit dieser Arbeitsteilung für solide nationale Haushalte sorgen zu müssen‘, sagte Elisabeth Jeggle in Straßburg.

Insofern seien die vom Rat übernommenen Änderungsanträge aus der 1.Lesung des Europäischen Parlaments eine ‚zweischneidige Angelegenheit‘. Einerseits sei es erfreulich, dass die linearen Kürzungen bei den Direktzahlungen für die Landwirte in 25 Prozent der Fälle vom Rat zurück genommen wurden. Andererseits würden damit 200 Mio Euro gegenüber dem Haushaltsentwurf vergeben, obwohl ein Spielraum von 2,6 Mrd Euro zur veranschlagten Obergrenze bestehe. ‚Dies ist Geld, dass als konkret einkommenswirksame Hilfe fehlt. Selbst der von allen Seiten geforderten Stärkung der 2.Säule wird dadurch Geld entzogen, wobei ich mich klar zur Förderung und Entwicklung des ländlichen Raums bekenne, wenn sie den Menschen dort Bleibeorientierung gibt und das Geld nicht in kommunalen Prestigeprojekten verschwendet wird oder in nationalen, ideologisch verbrämten Vorhaben versickert‘, so die CDU-Europaabgeordnete.

Hinsichtlich des Berichtigungsschreibens der Europäischen Kommission sei zu begrüßen, dass diese etliche Vorschläge des Parlaments aus erster Lesung übernimmt und insbesondere die Exporterstattungen nicht weiter senkt. Auch dies sei ein Versuch gewesen, Geld von der 1.Säule in die 2.Säule zu verlagern, ohne klar Stellung zu beziehen, was dort damit erreicht werden und wem es zu Gute kommen soll. Elisabeth Jeggle betonte abschließend, dass der Agrarhaushalt einem Zweifrontenangriff ausgesetzt werde: Auf der einen Seite versuche der Rat, immer neue Aufgaben aus dem Agrarsektor zu finanzieren, um sich vor unangenehmen Refinanzierungsfragen in den Mitgliedsstaaten zu drücken, und auf der anderen Seite gingen den Landwirten einkommenswirksame Zahlungen der 1. Säule durch Umschichtung in eine noch undefinierte 2.Säule verloren. Beides sei jedoch unlauter.

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Hessen: Roggenanbaufläche drastisch eingeschränkt

Themen: Hessen,Statistik — info @ 15:12

Wiesbaden (agrar.de) – Die Aussaatfläche von Roggen wurde in Hessen im Herbst 2002 um 25 Prozent auf nunmehr 13.000 Hektar eingeschränkt. Wie das Hessische Statistische Landesamt auf Grund der Meldungen der amtlichen Berichterstatter zur Herbstaussaat mitteilt, wurde auch die Anbaufläche von Wintergerste reduziert, und zwar um sechs Prozent. Dies lässt einen Anbauumfang von gut 75.000 Hektar Wintergerste zur Ernte 2003 erwarten. Während die Anbaufläche für Winterweizen mit 146.000 Hektar nahezu unverändert blieb (minus 0,5 Prozent), dehnten Hessens Landwirte den Anbau von Triticale um gut elf Prozent auf nunmehr 19.000 Hektar und den von Winterraps um acht Prozent auf knapp 57.000 Hektar aus.

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Mehr als sechs Millionen Euro für Erhalt sächsischer Flora und Fauna

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 14:12

Staatsregierung legt Förderrichtlinie neu auf

Dresden (agrar.de) – Trotz angespannter Haushaltlage werden auch in den kommenden Jahren Maßnahmen des Natur- und Artenschutzes finanziell unterstützt. Das sächsische Kabinett hat in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten einer neu aufgelegten Förderrichtlinie des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums zugestimmt.

Die Richlinie tritt nach Genehmigung der EU, die in den nächsten Wochen erwartet wird, in Kraft. Im kommenden Jahr stehen dann voraussichtlich 6,5 Mio Euro und im Jahr 2004 ca. 8,8 Mio Euro für die Erhaltung von Lebensräumen und zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. Die Richtlinie schließt an die am 31. Dezember diesen Jahres auslaufende Förderung an. Wie Umweltminister Steffen Flath sagte, wird die Pflege von Schutzgebieten und Biotopen vor allem dort gefördert, wo aufgrund ungünstiger Bedingungen seitens der Landnutzer kein Bewirtschaftungsinteresse besteht. Um die vielfältige Flora und Fauna zu bewahren, sei es unverzichtbar, dass Dritte bei der Pflege solcher Flächen unterstützt würden. Im Mittelpunkt künftiger Förderung stehen außerdem Natura-2000-Gebiete sowie Maßnahmen, die dem vorbeugenden Hochwasserschutz dienen.

Seit 1991 wurden jährlich rund 1000 Einzelprojekte der praktischen Landschaftspflege, der Biotopgestaltung und des Artenschutzes mit einem Fördervolumen von jährlich fünf bis sechs Millionen Euro unterstützt. Projektträger waren Landkreise, Gemeinden, Verbände und Vereine sowie Landnutzer und engagierte Privatpersonen. ‚Dieser Kreis wird auch künftig in den Genuss der Fördermittel kommen‘ so Flath. Denn ihnen sei es zu verdanken, dass die Kernräume des Naturschutzes in einem guten Pflegezustand sind. Bei ausgewählten Leitarten, wie beispielsweise Weißstorch und Fischotter, habe man eine gute Bestandsentwicklung erreicht. Diese Erfolge gelte es fortzuführen. Die Antragstermine für 2003 werden nach Genehmigung der Richtlinie durch die EU bekanngegeben. Ansprechpartner und Antragsbehörden sind die unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und Kreisfreien Städte.

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Stächele: Ergebnisse des Waldprogramms sind forstpolitische Leitlinien für die nächsten Jahre

Themen: Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 14:12

‚Waldprogramm‘ wird in Baden-Württemberg fortgeführt

Stuttgart (agrar.de) – ‚Der Wald ist mehr als nur ein reiner Wirtschaftsraum. Die vielfältigen Funktionen dieser einmaligen Naturlandschaft müssen durch gemeinsame Anstrengungen aller gesellschaftlichen Gruppen gesichert werden. Wald ist aber auch eine Wirtschaftsquelle. Die naturnahe Waldwirtschaft hat in Baden-Württemberg besondere Priorität‘, sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Willi Stächele, heute in Stuttgart anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der zweiten Dialogphase des ‚Waldprogramms‘.

‚Diese Ergebnisse sind eine forstpolitische Leitlinie für die nächsten Jahre in Baden-Württemberg‘, betonte Stächele. Baden-Württemberg habe, so der Minister, 1998 als erstes Bundesland diese neue Form des forstpolitischen Dialogs aufgegriffen und ein ‚Waldprogramm‘ konzipiert. Weltweit gehöre damit Baden-Württemberg zu der Spitzengruppe der Länder, die den Prozess eines ‚Waldprogramms‘ begonnen haben. Parallel dazu werde auf Bundesebene ein deutsches nationales Waldprogramm entwickelt.

‚Das ‚Waldprogramm‘ ist ein Dialog einer Vielzahl am Wald interessierter Verbände und Institutionen‘, so Stächele. Dabei sind Vertreter von Waldbesitz, Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften und Berufsverbänden, Forschung, Landesforstverwaltung sowie weiterer berührter Ressorts und Fachverwaltungen auf Landes- und Bundesebene. Ziel sei es, einen gesellschaftlichen Konsens zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu schaffen. Weltweit werden seit der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro 1992 Strategien und Leitbilder für die Erhaltung und Pflege des Waldes im 21. Jahrhundert diskutiert. Im Rahmen des forstpolitischen Dialogs im Rio-Folgeprozess wurde das Konzept ‚Nationaler Waldprogramme‘ (’national forest programmes‘) entwickelt.

Beim ‚Waldprogramm‘ gehe es in der zweiten Dialogphase neben anderen Themen um die Walderhaltung und -mehrung sowie Offenhaltung der Landschaft. Die Erstaufforstung soll qualitativ und räumlich gesteuert werden. Des weiteren seien die gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald ein Thema.

Minister Stächele warnte davor, die Grenze der Sozialpflichtigkeit des Waldeigentums über das bereits bestehende hohe Niveau kontinuierlich anzuheben. Deshalb sei anzustreben, dass die vom Waldbesitz erbrachten Leistungen für das Gemeinwohl, soweit sie diese Grenze überschreiten, abgegolten würden. ‚Ein Ziel des Dialogprozesses ‚Waldprogramm‘ ist es, den nachwachsenden Rohstoff Holz einer maximalen Wertschöpfung zuzuführen‘, hob Stächele hervor. Deshalb müsse die Nutzung des nachhaltigen Rohstoffes Holz gefördert werden. ‚Dazu gehört die naturnahe Waldwirtschaft, die Holzbe- und -verarbeitung sowie die energetische Nutzung zu unterstützen und verstärkt Holz zu verwenden‘, sagte Stächele. Die konkrete Umsetzung müsse durch die Landesforstverwaltung sowie die beteiligten Verbände und Institutionen in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich erfolgen. Der Prozessverlauf in der zweiten Dialogphase habe auch gezeigt, dass der forstpolitische Dialog mit der interessierten Öffentlichkeit sehr wichtig sei. Laut Minister Stächele müsse dieser Dialogprozess unbedingt fortgeführt werden. Schwerpunktmäßig würden im Jahr 2003 die Themen ‚Klimafolgen für den Wald und ihre Abschätzung‘ vor dem Hintergrund des Orkans ‚Lothar‘ sowie ‚Wald und Biodiversität‘ behandelt werden.

Weitere Informationen zum Thema bietet die Landesforstverwaltung im Internet.

Links zum Thema Waldbericht, Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Nachbau: Erklärung von Bauern zum neuen Drohschreiben der Saatgut-Treuhand

Themen: Archiv — info @ 14:12

Sandizell (agrar.de) – Aus Anlass eines in den letzten Tagen bei Hunderten von Landwirten eingegangenen Drohschreibens von Anwälten der Saatgut-Treuhand-Verwaltungsgesellschaft (STV) im Zusammenhang mit dem Saatgut-Nachbau erklärten 150 Bauern auf einer aktuell einberufenen Versammlung im bayerischen Sandizell:

‚Die Teilnehmer der Saatgut-Nachbauveranstaltung am 18. 12.02 in Sandizell sind empört über das neue Drohschreiben der Saatgut-Treuhand­verwaltungs­anwälte Luther/Menold, das am 10. 12.02 an viele Landwirte im Bundesgebiet verschickt wurde. Es ist unehrenhaft und beschämend, wie die STV mit uns Bauern umgeht. Anstatt an die Wurzel der Probleme zu gehen und qualitativ hochwertiges Saatgut zu einem vernünftigen Preis anzubieten, versucht man die einzelnen Bauern mit Klageandrohungen massiv einzuschüchtern.

Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe, das die pauschale Auskunftspflicht der Landwirte gegenüber der STV ausdrücklich verneint hat, sind wir nicht mehr bereit, das Vorgehen der STV hinzunehmen.

Wir sehen dringenden Handlungsbedarf auf drei Ebenen:

1. Den Bund der Deutschgen Pflanzenzüchter fordern wir hiermit auf, sich von dem Schreiben der STV öffentlich zu distanzieren und grundsätzliche Schritte zur Lösung der Nachbauproblematik vorzuschlagen, die von großen Teilen der Landwirtschaft akzeptiert werden kann.

2. Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes fordern wir auf, sich ebenfalls öffentlich von dem STV-Schreiben zu distanzieren und mit dem Bund der Deutschen Pflanzenzüchter die gemeinsame Kooperation aufzu­kündigen, wenn es erneut zu einer Klagewelle gegen die Landwirte kommt.

3. Den Deutschen Raiffeisenverband und den Verband des privaten Landhandels fordern wir auf, ihre Mitgliederverbände anzuweisen, keine Kundendaten an die STV weiter zu leiten, solange keine höchstrichterliche Rechtssprechung über die Datenweitergabe vorliegt.

Wir erbitten die verantwortlichen Stellen um eine Antwort innerhalb 10 Tagen. Dies ist die Frist, die die Landwirte auch von den STV-Anwälten gesetzt bekommen haben. Wir werden diese Antworten veröffentlichen und uns weitere Schritte vorbehalten.‘

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Agrarmärkte in Bayern 2002

Themen: Archiv — info @ 14:12

Daten und Fakten zur Landwirtschaft

München (agrar.de) – Eine aktuelle Übersicht über die Agrarmärkte in Bayern hat der Bayerische Bauernverband (BBV) in einer Broschüre erstellt. Der Jahresbericht enthält Daten und Fakten zu den Bereichen Vieh und Fleisch, Eier, Milch, Futtermittel, Getreide, Ölsaaten, Kartoffeln, Obst und Gemüse, Verbrauchszahlen sowie Preise für Öko-Produkte.

Die Broschüre gibt Auskunft über Produktionsdaten, Mengen und Preise mit Vorjahresverglei-chen und längerfristige Preisreihen. In der Marktstatistik sind auch marktrelevante, überregionale Daten sowie zahlreiche Grafiken enthalten und ermöglichen so einen umfassenden und schnellen Überblick und Vergleich.

‚Agrarmärkte in Bayern‘ erscheint jährlich und ist ab Mitte Januar lieferbar. Ein Exemplar kostet 8.00 Euro (inkl. Versandkosten) und kann bestellt werden bei: Bayerischer Bauernverband, Marktberichtstelle, Max-Joseph-Str. 9, 80333 München, E-Mail, Telefon: 089-55873-106.

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