20. Dezember 2002

Bundestag bestätigt Modulation

Themen: Archiv — info @ 16:12

DBV: Einkommensverlust für die Bauern ohne Stärkung ländlicher Regionen

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die heutige Entscheidung des Deutschen Bundestages, am 1. Januar 2003 die so genannte Modulation national einzuführen, als eine Entscheidung wider besseres Wissen über die Effektivität dieser Maßnahme kritisiert. Auch die Bundesländer hatten sich im Bundesrat gegen das Modulationsgesetz ausgesprochen. Mit der Modulation werden die Brüsseler Ausgleichszahlungen für die deutschen Bauern ab 2003 um 2 Prozent gekürzt, um die Finanzmittel in anderen Förderprojekten des ländlichen Raumes zu verwenden.

Während andere Gruppen unserer Gesellschaft wegen Lohnerhöhungen im kommenden Jahr streiken, reduziere die Bundesregierung mit der nationalen Modulation die im Durchschnitt zuletzt bereits um 13 Prozent zurückgegangenen Einkommen der deutschen Landwirte zusätzlich, kritisiert der DBV. Einschließlich der beschlossenen Steuererhöhungen bedeutet dies eine weitere Schwächung der deutschen Landwirtschaft im europäischen Wettbewerb.

Mit der Einführung der Modulation schlage die Bundesregierung den Weg ein, den andere EU-Länder wegen schlechter Erfahrungen gerade erst wieder verlassen hätten. Denn als Instrument zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik ist die Modulation nicht geeignet. Frankreich und Portugal setzten eine bereits beschlossene Modulation wieder aus, nur noch in Großbritannien wird daran festgehalten. Selbst die Bundesregierung scheint nicht von der Wirksamkeit überzeugt zu sein. Denn der Entwurf des Bundesagrarhaushaltes 2003 dokumentiere, dass es durch die Modulation nicht zu einer Stärkung des ländlichen Raumes komme, da die Gemeinschaftsaufgabe ‚Agrarstruktur und Küstenschutz‘ um über 100 Millionen Euro gekürzt werden soll. Durch die vorgesehene Kürzung ist das Bekenntnis der Bundesregierung für einen Ausbau der zweiten Säule der Förderung der ländlichen Entwicklung unglaubwürdig geworden.

Links zum Thema Verbände.

Bio-Lebensmittel liegen im Trend

Themen: Archiv — info @ 15:12

Bonn (agrar.de) – Bio-Lebensmittel liegen im Trend. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger kaufen Öko-Produkte – mit steigender Tendenz. Beim Einkauf von Lebensmitteln wird auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, nicht allein auf niedrige Preise geachtet. Dies zeigte eine deutschlandweite repräsentative Befragung von 1.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern, die das EMNID-Institut im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums Mitte November 2002 durchgeführt hat.

60 Prozent der befragten Verbraucher kaufen gelegentlich Bio-Lebensmittel. 4 Prozent kann man als Puristen bezeichnen: Sie kaufen ausschließlich Bio-Lebensmittel. Gleichzeitig sind für 79 Prozent der Konsumenten Bio-Lebensmittel ‚in‘. Besonders die Befragten zwischen 30 und 60 Jahren finden Bioprodukte ‚trendy‘. 72 Prozent der Befragten sagen, dass ihnen Bio-Lebensmittel gut schmecken.

Die Befragung lässt eine Zunahme der Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln erwarten: 26 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass sie in den nächsten 12 Monaten mehr Bio-Lebensmittel als heute kaufen werden. In der ferneren Zukunft sind mit 43 Prozent noch mal deutlich mehr Verbraucher dazu bereit. 20 Prozent der Befragten, die momentan noch keine Bio-Lebensmittel kaufen, haben Interesse daran, ihr Kaufverhalten in Richtung Bio umzustellen. Besonders stark vertreten sind hierbei die jüngeren Befragten. In der Altersgruppe der 14 bis 29-Jährigen bekunden 26 Prozent der bisherigen Nicht-Bio-Kunden ein Interesse an Bio-Produkten.

Bei den Kriterien, die beim Einkauf von Lebensmitteln eine Rolle spielen, rangiert ein gutes Preis-Leistungsverhältnis mit 57 Prozent an erster Stelle. Interessant ist jedoch, dass ein ’nur‘ niedriger Preis lediglich für 22 Prozent der Befragten sehr wichtig ist. Konsumenten sind also durchaus bereit, für ein gutes Produkt einen angemessenen Preis zu bezahlen. Ein erstes Anzeichen für ein allgemeines Umdenken in Richtung Qualität? Obwohl die ‚Herkunft aus Ökologischem Landbau‘ kein explizites Kaufkriterium ist, rangiert es indirekt doch weit oben. Beleg dafür ist unter anderem, dass aus Verbrauchersicht Tiere nicht vorbeugend mit Antibiotika behandelt werden sollen (56 Prozent). Für jeden zweiten Bundesbürger ist eine artgerechte Tierhaltung sehr wichtig und für 49 Prozent der Gesundheitsaspekt. Dass Frauen sich nach wie vor stärker mit den Themen Ernährung und Gesundheit beschäftigen und vor allem kritischer sind als Männer, zeichnet sich in der Studie ab: Artgerechte Tierhaltung ist 60 Prozent der Frauen, aber nur 39 Prozent der Männer sehr wichtig. Beim Thema Gesundheit sind es 54 Prozent Frauen und 43 Prozent Männer. Überdurchschnittlich achtet außerdem die Altersgruppe der 50 bis 60 Jährigen (59 Prozent) darauf, dass die Lebensmittel im Einkaufskorb gesund sind.

Weitere 46 Prozent der Befragten legen sehr großen Wert darauf, dass Pflanzen nicht mit chemisch-synthetischen Unkrautbekämpfungsmitteln behandelt, und dass Lebensmittel schonend und mit wenig Zusatzstoffen verarbeitet werden (41 Prozent). Die Verbraucher wünschen sich gesunde, frische, wohlschmeckende Produkte sowie weitere Produkteigenschaften, die explizit Kriterien des Ökolandbaus entsprechen. Dazu gehören zum Beispiel artgerechte Tierhaltung und der Verzicht auf Gentechnik. Für den Ökolandbau selbst bleibt es nach wie vor eine wichtige Aufgabe, seine Produkt- und Produktionskriterien einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Diese Verbraucherbefragung wurde auf Initiative des Bundesverbraucherministeriums im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau durchgeführt. Im kommenden Jahr wird es in regelmäßigen Abständen vergleichbare Befragungen geben, um genauere Kenntnisse über Einstellungen, Entscheidungen und Kaufverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher zu erlangen und festzustellen, ob sie sich im Zeitverlauf verändern.

Links zum Thema Bio-Landbau, Links zum Thema %url4%Lebensmittel%/%.

DRV bewertet WTO-Vorschläge der EU-Kommission kritisch

Themen: Archiv — info @ 14:12

Nüssel: Verhandlungsposition bei der WTO nicht voreilig schwächen

Bonn (agrar.de) – Kritisch bewertet Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), die Vorschläge der EU-Kommission für die WTO-Verhandlungen, die in dieser Woche dem Agrarministerrat vorgestellt wurden. Dieses Angebot geht bereits deutlich über das Endergebnis der Uruguay-Runde hinaus. Zum Beispiel befürwortet die Brüsseler Kommission eine Kürzung der Ausgaben für Exporterstattungen um 45 Prozent und die Verringerung der internen Stützung um 55 Prozent.

‚Mit solchen voreiligen Angeboten gibt die EU im Vorfeld der Genfer WTO-Runde wichtigen Verhandlungsspielraum auf. Ich appelliere deshalb an die Verantwortlichen in den Mitgliedstaaten, ein angemessenes EU-Mandat für die WTO-Verhandlungen zu definieren‘, so Nüssel.

Für die Raiffeisen-Bilanz 2002 erwartet Nüssel ein addiertes Umsatzvolumen in Höhe von rund 38 Mrd. Euro (Vorjahr 39,7 Mrd. Euro). Angesichts der schwachen Konjunktur, der anhaltenden Kauf- und Investitionszurückhaltung bei Verbrauchern und Landwirten sowie der qualitativ und quantitativ schlechten Getreide- und Ölsaatenernten gehen die 3.450 Raiffeisen-Genossenschaften von insgesamt leicht rückläufigen Umsätzen aus.

Mit Sorge sieht der DRV-Präsident den hohen Belastungen für die Unternehmen im Jahr 2003 entgegen, ausgelöst u. a. durch die ökologische Steuerreform, Einführung der Lkw-Maut und Anhebung der Sozialversicherungssätze. ‚Angesichts dieser kostentreibenden Beschlüsse sollte die Bundesregierung endgültig von ihren Plänen bei der Unternehmen- und Umsatzsteuer Abstand nehmen‘, erklärte Nüssel.

Links zum Thema Agrarpolitik, Links zum Thema Landhandel und Genossenschaften.

In eigener Sache – Winterpause

Themen: Archiv — info @ 14:12

Mit herzlichem Dank für Ihre rege Nutzung unserer Seiten verabschiedet sich die @grar.de Redaktion in einen kurzen ‚Winterschlaf‘ – natürlich werden wir ein Auge offen behalten um Sie ggf. über wichtige Ereignisse zu informieren.

Wenn Sie über die Feiertage die Langeweile plagen sollte besuchen Sie einfach mal unseren neuen Chat-Server: Er wird in Kürze offiziell ‚eingeweiht‘.

Wir wünschen Ihnen allen

Frohes Weihnachten, geruhsame Feiertage, Gesundheit, Erfolg und Frieden für einen guten Start ins neue Jahr!

Erzeugerpreise im November 2002 um 0,4 Prozent über Vorjahr

Themen: Archiv — info @ 14:12

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lag der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im November 2002 um 0,4 Prozent höher als im November 2001. Im Oktober 2002 hatte die Jahresveränderungsrate + 0,3 Prozent betragen, während sie im September 2002 noch bei – 0,9 Prozent gelegen hatte. Im Vergleich zum Vormonat ist der Index im November 2002 um 0,2 Prozent gefallen.

Mineralölprodukte waren im November 2002 um durchschnittlich 6,6 Prozent teurer als noch im November 2001. Dabei stiegen die Preise für Kraftstoffe um 6,1 Prozent (darunter Benzin + 8,2 Prozent, Diesel + 3,4 Prozent), für leichtes Heizöl um 0,5 Prozent, für schweres Heizöl um 30,4 Prozent und für Flüssiggas um 19,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat gab es jedoch bei fast allen beobachteten Mineralölerzeugnissen zum Teil erhebliche Preisrückgänge.

Ohne Energie lag der Index der Erzeugerpreise im November 2002 um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Vorleistungsgüter verteuerten sich binnen Jahresfrist um durchschnittlich 0,4 Prozent, Investitionsgüter um 1,1 Prozent und Konsumgüter um 0,6 Prozent.

Im November 2002 ergaben sich im Jahresvergleich Preisanstiege unter anderem bei folgenden Gütern:

Raffinierte Pflanzenöle (+ 16,7 Prozent), Weizenmehl (+ 10,2 Prozent), Tabakerzeugnisse (+ 8,2 Prozent) sowie Rindfleisch (+ 5,5 Prozent).

Billiger als vor Jahresfrist waren im November 2002 unter anderem: Klebstoffe und Gelatine (– 8,9 Prozent), Spanplatten (– 6,8 Prozent) sowie Käse und Quark (– 5,5 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik.

NABU zieht überwiegend positive Bilanz für Umwelt- und Naturschutz im Jahr 2002

Themen: Archiv — info @ 12:12

Bonn (agrar.de) – Der Naturschutzbund NABU hat für das ablaufende Jahr 2002 eine überwiegend positive Bilanz für den Schutz von Natur und Umwelt gezogen. ‚Das Inkrafttreten des novellierten Bundesnaturschutzgesetzes gehört zu den größten Posten auf der Haben-Seite in diesem Jahr‘, sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Mit der Formulierung klarer Vorgaben zur naturnahen Landwirtschaft, der Möglichkeit der Verbandsklage auf Bundesebene sowie der Einführung eines bundesweiten Biotopverbundes auf mindestens 10 Prozent der Landesfläche seien wichtige Schritte zum Erhalt des nationalen Naturerbes auf den Weg gebracht worden. Nun stünden die Bundesländer in der Pflicht, für eine konsequente und sachgerechte Umsetzung zu sorgen.

Das Elbehochwasser habe in diesem Jahr auf schreckliche Weise die Folgen eines jahrzehntelangen falschen Umgangs mit unseren Flüssen demonstriert. Auf einer erstmals von der Bundesregierung durchgeführten Flusskonferenz wurde ein Fünf-Punkte-Programm zum Hochwasserschutz beschlossen, das nach Auffassung des NABU viele richtige Ansätze verfolge. Dazu gehörten vor allem die Rück- und Neugewinnung natürlicher Überschwemmungsflächen und der Verzicht auf neue Siedlungs- und Gewerbeflächen in Überschwemmungsgebieten. ‚Mit dem Ausbaustopp für Elbe, Donau und Saale und dem Entschluss, die Untere Havel künftig nicht mehr als Bundeswasserstraße zu nutzen, sind deutliche Zeichen für die Zukunft gesetzt worden‘, so Flasbarth.

‚In Sachen Getränkeverpackungen sind im ablaufenden Jahr wichtige Entscheidungen zur dringend notwendigen Stützung der umweltfreundlicheren Mehrwegsysteme gefallen‘, so Flasbarth. Nach der Veröffentlichung der Quoten für Getränke in Mehrwegverpackungen stünde der Umsetzung geltenden Rechts und der Einführung des Pflichtpfandes nichts mehr im Wege. Der gesetzlich vorgeschriebene Getränkeanteil in Mehrwegverpackungen von 72 Prozent sei nachweislich seit fünf Jahren unterschritten. ‚Ohne das Pflichtpfand hätte sich der Trend zugunsten der Einwegverpackungen und damit zu immer mehr Verpackungsmüll fortgesetzt‘, sagte Flasbarth. Der NABU verspreche sich einen deutlichen Aufschwung für Mehrwegsysteme ab dem kommenden Jahr.

Beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg sind nach Ansicht des NABU-Präsidenten für die meisten der drängenden globalen Probleme viel zu wenig substanzielle Lösungen gefunden worden: ‚Statt einen energischen Schritt zu einer zukunftsfähigen Gestaltung der Welt zu gehen, hat sich der Johannesburg-Gipfel überwiegend damit befasst, Rückschritte zu verhindern.‘ Obwohl eine klare internationale Strategie für den Ausbau der Erneuerbaren Energien auf dem Gipfel gescheitert war, bewertete der NABU die Zusage Deutschlands, in den nächsten Jahren eine Milliarde Euro für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die effiziente Energienutzung in den Entwicklungsländern zur Verfügung zu stellen, als ein Zeichen hoher Glaubwürdigkeit in dieser Frage. So glaubwürdig wie erfolgreich seien nach wie vor auch die Aktivitäten zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Doch sind nach Ansicht des NABU auch Minuspunkte in der Energiepolitik zu verzeichnen: ‚Die Laufzeitverlängerung für den Uraltreaktor Obrigheim verzögert den Atomausstieg auf unerträgliche Weise‘, meinte Flasbarth. Auch der Klimaschutz drohe ins Stocken zu geraten, wenn nicht endlich beherzte Maßnahmen beispielsweise im Verkehrssektor und bei der Kraft-Wärme-Kopplung ergriffen werden. Bei der ökologischen Steuerreform seien sinnvollerweise eine Reihe von Ausnahmegenehmigungen abgebaut worden. ‚Negativ fällt allerdings ins Gewicht, dass die Bundesregierung keine weiteren Erhöhungsschritte festgelegt hat und dass das Grundprinzip der Aufkommensneutralität verletzt wurde‘, so Flasbarth.

Mit dem Bundesprogramm Ökolandbau, der Einführung des Bio-Siegels, dem Beschluss zur Umverteilung von Agrarsubventionen zu Gunsten der ländlichen Entwicklung sowie der Reform der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz sind wesentliche Meilensteine einer Agrarwende in Gang gebracht worden. Allerdings ist nach Ansicht des NABU weiterhin ein hohes Tempo in der Agrarpolitik erforderlich. ‚Handlungsbedarf besteht insbesondere bei der Neuausrichtung der Agrarsubventionen auf europäischer Ebene sowie bei der Überarbeitung des landwirtschaftlichen Fachrechts in den Bereichen Pflanzenschutz- und Düngemittel‘, sagte NABU-Präsident Flasbarth. Außerdem müsse die Forderung von Bundeskanzler Schröder nach einem Stopp der Agrarfabriken endlich umgesetzt werden. Durch Untätigkeit des Bau- aber auch des Agrarministeriums zähle das Errichten von Anlagen zur Massentierhaltung in der freien Landschaft immer noch zu dem vom Baurecht privilegierten Baumaßnahmen.

Im Jahre 2002 wurden die vom NABU seit vielen Jahren angemahnten Missstände bei der Umsetzung internationaler Naturschutzrichtlinien von offizieller Seite bestätigt. So hätten die Bewertungskonferenzen zur Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union für die atlantische und kontinentale Region die Kritik der Naturschützer bestätigt und erhebliche Defizite bei der Gebietsmeldung für das Netzwerk NATURA 2000 festgestellt. ‚Die EU hat den Bundesländern umfassende Hausaufgaben aufgebrummt, die längst hätten erledigt werden müssen und nun für 2003 ganz oben auf der Tagesordnung stehen‘, so Flasbarth. Einen Fortschritt erhofft sich der NABU im nächsten Jahr auch bei der Übertragung der bundeseigenen Naturschutzflächen in den neuen Bundesländern an Länder, Verbände und Stiftungen. Die Bundesregierung müsse dieses wichtige Vorhaben endlich vorantreiben und solle nicht versuchen, selbstverschuldete Probleme abzuwälzen.

Links zum Thema Verbände.

Nebenerwerbslandwirte fordern Obergrenze bei Direktzahlungen

Themen: Archiv — info @ 12:12

Beierfeld (agrar.de) – Der sächsische Verband der Landwirte im Nebenberuf (VLN-Sachsen) hat sich für eine Obergrenze bei Direktzahlungen an Landwirtschaftsbetriebe ausgesprochen. Unternehmen über 300 Hektar sollten für die darüber liegenden Flächen keine Förderung erhalten, forderte Verbandsvorsitzender Matthias Schreier. Derzeit seien bäuerliche Familienbetriebe gegenüber den Agrargesellschaften benachteiligt, weil sich die Direktbeihilfen auf Großbetriebe konzentrierten.

Einzelbauern und Nebenerwerbslandwirte seien die besten Garanten, um Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erhalten, erklärte Schreier. Große LPG-Nachfolgeunternehmen würden ihr Personal hingegen ständig verringern.

Gemeinden behindern Landwirte

Gleichzeitig kritisierte der Verband der Landwirte im Nebenberuf, dass viele Kommunen den Bauern zunehmend Steine in den Weg legten. Es sei kaum noch möglich, innerhalb eines Dorfes einen Schweinestall zu nutzen. Eine Baugenehmigung für einen Landwirt sei auch eine Art der Wirtschaftsförderung, so Landesvorsitzender Matthias Schreier.

Links zum Thema EU und Landwirtschaft, Links zum Thema Verbände.

Bartels: Schweinedatenbank „in Arbeit“

Themen: Archiv — info @ 11:12

Hannover (agrar.de) – Heute tritt die Änderungsverordnung zur Änderung der Viehverkehrsverordnung und anderer tierseuchenrechtlicher Vorschriften in Kraft. Hierin werden die EU-Vorgaben der RL 64/432/EWG, geändert durch die RL 2000/15/EG zur Einrichtung einer Schweinedatenbank in nationales Recht umgesetzt. Geschaffen worden seien damit die formalrechtlichen Voraussetzungen zur Einrichtung einer Schweinedatenbank, die im Seuchenfall dazu dienen soll Kontaktbetriebe zu ermitteln, um, noch schneller als bisher möglich, Maßnahmen gegen eine Weiterverschleppung von Seuchen ergreifen zu können, teilte heute der niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels mit.

Die Arbeiten zur Herstellung der Betriebsfähigkeit der Datenbank laufen derzeit in den Bundesländern. Meldungen können voraussichtlich Ende März eingestellt werden. Bis dahin erhalten die Meldepflichtigen ihre Zugangsberechtigung in Form einer persönlichen Identifikations-Nummer. Über den Zeitpunkt der Betriebsfähigkeit der Datenbank wird rechtzeitig informiert.

Die Schweinedatenbank erfasst die Verbringung von Schweinen. Die Verbringungsmeldung wird nur von dem jeweils aufnehmenden Betrieb getätigt und hat innerhalb von sieben Tagen nach der Übernahme zu erfolgen. Zur Meldung verpflichtet sind Schweinehalter, Viehhändler, Schlachtstätten, Sammelstellen und Transportunternehmen. Die Meldung umfasst folgende Angaben: Angabe der Registriernummer des abgebenden und des aufnehmenden Betriebes durch den aufnehmenden Betrieb, die Anzahl der aufgenommenen Schweine und das Datum der Verbringung. Darüber hinaus hat jeder Schweinehalter zum Stichtag 1. Januar eines jeden Jahres die Anzahl der im Bestand gehaltenen Schweine getrennt nach Zuchtschweinen einschließlich Saugferkeln sowie Mastschweinen anzuzeigen. Die laufenden Kosten der Schweinedatenbank werden von den Meldepflichtigen getragen.

Links zum Thema HIT und Kennzeichnung.

BDP zum Nachbau: Erinnerungsschreiben bis spätestens 10. Januar 2003 zurücksenden

Themen: Archiv — info @ 11:12

Fristverlängerung wird garantiert

Bonn (agrar.de) – Mitte Dezember wurden zahlreiche Landwirte von der Saatgut-Treuhandverwaltungs GmbH (STV) und deren Rechtsvertretung angeschrieben, um sie an ihre gesetzliche Verpflichtung zu erinnern, Auskunft über den Nachbau sortenschutzrechtlich geschützter Sorten zu erteilen. Die Auskunftsfrist wurde jetzt auf Wunsch vieler Landwirte bis zum 10. Januar 2003 verlängert.

Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) ist über die positive Resonanz und Auskünfte vieler nachbauender Landwirte erfreut. Die STV sowie deren Rechtsvertretung hatten Landwirte an ihre gesetzliche Verpflichtung, über den Nachbau sortenschutzrechtlich geschützter Sorten Auskunft zu erteilen, erinnert. Dies geschah vor allem auch im Sinne der Gleichbehandlung aller nachbauenden Landwirte.

Die angeschriebenen Landwirte hatten vermehrt darauf hingewiesen, dass die ihnen gesetzte Auskunftsfrist zu kurz bemessen sei. Diesem Wunsch kam die STV nun nach und hat in Absprache mit der Rechtsanwaltskanzlei diese Frist bis zum 10. Januar 2003 verlängert, so dass für die betroffenen Landwirte ausreichend Zeit bleibt, die erforderlichen Angaben in Ruhe vornehmen zu können.

Angesichts der noch ausstehenden Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes bestätigt der BDP nochmals, dass solange diese Entscheidung nicht vorliegt, keine weiteren gerichtlichen Schritte im Hinblick auf die Auskunftserteilung von Landwirten im Zusammenhang mit dem vorgenommenen Nachbau eingeleitet werden.

Auch zwischen den Jahren wird das STV-Service-Center unter der Telefonnummer 0228-96943160 zur Verfügung stehen, um Rückfragen schnell und unbürokratisch zu beantworten. Unter der Faxnummer 0228 -9858199 können die Nachbauangaben zudem formlos eingereicht werden.

Mit dem in Frage stehenden Auskunftsersuchen bis zum Anbaujahr 2001/2002 geht die Abwicklung nach dem Kooperationsabkommen ‚Landwirtschaft und Pflanzenzüchtung‘ einem Ende entgegen. Auf der Grundlage der neuen ‚Rahmenvereinbarung Saat- und Pflanzgut‘ (unsere Meldung) soll das Erhebungsverfahren, das ab dem Anbau Ernte 2003 gilt, deutlich einfacher, bequemer, auch Internet gestützt, erfolgen. Damit wird der Kritik nach zuviel Bürokratie entsprochen.

Dass die Meinung der Saatgut-Treuhand nicht von allen Landwirten geteilt wird zeigt eine Erklärung, die 150 Bauern auf einer aktuell einberufenen Versammlung im bayerischen Sandizell abgaben. (unsere Meldung)

Links zum Thema %url4%Nachbau und Sortenschutz%/%.

Waldbesitzern geht der Ofen aus

Themen: Archiv — info @ 10:12

Erhöhte Mehrwertsteuer auf Brennholz ist kontraproduktiv und begünstigt fossile Energieträger

Bonn (agrar.de) – ‚Es passt so gar nicht in die Politik einer rot/grünen Regierung, die Mehrwertsteuer auf Brennholz und Holzabfälle für die energetische Nutzung von bisher 7 Prozent auf zukünftig 16 Prozent anzuheben. Damit wird die Holzenergie 9 Prozent teurer und ist gegenüber fossilen Energieträgern nicht mehr konkurrenzfähig‘, sagte Frau Dr. Ute Seeling, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW).

Während sich die Bundesregierung in den vergangen vier Jahren für eine verstärkte Nutzung alternativer Energiequellen, so auch der Biomasse eingesetzt hat, stellt der jetzt vorliegende Entwurf des sogenannten Steuervergünstigungsabbaugesetzes eine Kehrtwendung in der Energiepolitik dar. Denn durch eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes auf den Energieträger Holz wird die Holzenergie so stark verteuert, dass sie mit den konventionellen Energieträgern – Öl und Gas – nicht länger konkurrieren kann. Die von zahlreichen privaten und kommunalen Waldbesitzern geplanten Investitionen im Bereich der Holzenergie wären bei diesen Rahmenbedingungen betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll. Also werden sie selbstverständlich unterlassen. In der Folge fehlen weitere Investitionen im ländlichen Raum.

Die AGDW appelliert daher an die Regierungsparteien, den Entwurf des Steuervergünstigungsabbaugesetzes in diesem Punkt, entsprechend ihrer bisherigen Energiepolitik, abzuändern.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Thema Verbände.

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