23. Dezember 2002

Neue Trinkwasserverordnung tritt in Kraft

Themen: Archiv — info @ 14:12

Schärfere Grenzwerte für Blei ab Ende 2003

Berlin (agrar.de) – Am 1. Januar 2003 tritt die neue Trinkwasserverordnung in Kraft. Sie berücksichtigt neue wissenschaftliche und technische Erkenntnisse sowie Erfahrungen mit dem Vollzug der bisherigen Trinkwasserverordnung und wird den Gesundheits- und Verbraucherschutz weiter verbessern. Mit ihr wurde die novellierte EG-Trinkwasserrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt, informiert das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (%url1/BMVEL%/%).

Die aus Sicht des Verbrauchers wichtigsten Neuregelungen sind:

Die zuständigen Behörden und Wasserversorgungsunternehmen sind verpflichtet, die Verbraucher umfassend über die Qualität des Trinkwassers zu informieren. Sollten die Grenzwerte, die in erster Linie nach dem Vorsorgeprinzip abgeleitet sind (d.h. keine unmittelbare Gefahr bei Überschreitung), zeitlich befristet einmal nicht eingehalten werden können, hat das Gesundheitsamt sicherzustellen, dass die betroffenen Verbraucher über die Abweichung und ggf. über von ihnen selbst zu treffende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit informiert werden.

In der neuen Verordnung wird ausdrücklich betont, dass die festgelegten Grenzwerte am Zapfhahn des Endverbrauchers einzuhalten sind. Dies wird zukünftig verstärkt durch behördliche Kontrollen insbesondere in öffentlichen Gebäuden überwacht.

Einige Grenzwerte wurden entsprechend den Vorgaben der EG-Trinkwasserrichtlinie geändert bzw. neu aufgenommen. Die unter dem Aspekt des Gesundheitsschutzes wichtigste Änderung ist die schrittweise Herabsetzung der zulässigen Höchst-konzentration von Blei im Trinkwasser von derzeit 0,040 Milligramm je Liter (mg/l) auf 0,025 mg/l ab dem 01.12.2003 und auf 0,010 mg/l ab dem 01.12.2013.

Zur Problematik der Belastung des Trinkwassers mit Blei (betroffen sein können Gebäude, die älter als 30 Jahre sind) haben die zuständigen Bundesministerien zusammen mit Fachverbänden das Informationsfaltblatt ‚Blei und Trinkwasser‘ erstellt. Es beschreibt die mit Bleileitungen verbundenen gesundheitlichen Risiken, gibt Auskunft darüber, welche Haushalte betroffen sein können, wie man Bleirohre feststellen kann, welche Personengruppen besonders gefährdet sind (Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder) und informiert über ggf. zu ergreifende Abhilfemaßnahmen. Zudem nennt es Ansprechpartner für weitergehende Informationen.

Das Faltblatt ‚Blei und Trinkwasser‚ ist online als PDF-Datei verfügbar oder per E-Mail bestellt werden.

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