22. Dezember 2002

Bayern gegen neue Brüsseler Milch-Pläne

Themen: Archiv — info @ 13:12

München (agrar.de) – Mit entschiedenem Widerstand aus Bayern und anderen europäischen Milcherzeugerländern muss Brüssel rechnen, wenn die EU ihre jetzt bekannt gewordenen Milchpläne durchzusetzen versucht. Das hat Landwirtschaftsminister Josef Miller in München erklärt. Wörtlich sagte er: ‚Wir wehren uns ganz entschieden gegen eine weitere Absenkung der Stützpreise in der Milchmarktordnung bei der EU-Halbzeitbewertung.‘ Für viele Betriebe im Freistaat sei dann unter den gegebenen Erzeugungsbedingungen und Preis-/Kostenver-hältnissen eine wirtschaftliche Milchproduktion nicht mehr möglich. Ein drastischer Strukturwandel wäre die Folge.

Als kontraproduktiv bezeichnet der Minister in diesem Zusammenhang die ebenfalls von der EU vorgesehene Aufstockung der Milchquoten um 1,5 Prozent über die für 2004 ohnehin vorgesehene Anhebung hinaus. Diese Maßnahme sei völlig verfehlt, sagte er, sie erhöhe nur den Preisdruck und entwerte die Milchquote. Das jetzt bekannt gewordene Vorgehen Brüssels widerspricht laut Miller dem Ziel der EU-Agrarpolitik, die landwirtschaftlichen Einkommen zu stabilisieren und eine flächendeckende nachhaltige Landbewirtschaftung sicher zu stellen.

Wenn die EU-Pläne Wirklichkeit werden, sieht Miller die Milcherzeuger besonders in den Mittelgebirgen und in den Berggebieten gefährdet. Dann werden seiner Meinung nach gerade dort immer noch mehr Milchbauern ihre Betriebe aufgeben. Miller: ‚Damit ist auch die dauerhafte Pflege unserer Kulturlandschaft in höchster Gefahr.‘

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