19. November 2002

Österreich: Naturnahe Waldwirtschaft konnte Schäden nicht verhindern

Themen: Archiv — info @ 13:11

Naturwaldreservate zerstört

Wien (agrar.de) – Die Föhnstürme der vergangenen Woche verursachten in Österreich nicht nur Todesfälle und enorme Schäden an Gebäuden, sondern nach ersten Schätzungen auch Schäden von bis zu vier Millionen Festmeter Holz. Enorme Schäden entstanden in Gebieten, die als besonders naturnahe eingestuft sind, drei Naturwaldreservate wurden fast zur Gänze zerstört. Dies erklärte Bundesminister Wilhelm Molterer im Rahmen eines Besuchs in den von der Sturmkatastrophe betroffenen Salzburger Gemeinden.

Der Sturm verursachte die größten Schäden in Salzburg und in der Steiermark. Als größter Forstbetrieb Österreichs haben die Österreichischen Bundesforsten den größten Schadholzanfall. Diese Menge wird allerdings in den regulären Einschlag integriert, wodurch eine weitere Marktentlastungs-Maßnahme gesetzt wird. Die Aufarbeitung des Schadholzes ist aus Forstschutzgründen dringend in Angriff zu nehmen. Der beginnende Winter in den Gebirgslagen erschwert die Aufarbeitung.

Die Lösung, um einen vernünftigen Marktverlauf erreichen zu können, sei der Abschluss von Aufarbeitungsverträgen zwischen Waldbesitzer und Holzabnehmer, Zusammenarbeit zwischen den Waldbesitzern und eine Kooperation mit der Holzindustrie anzustreben, schlägt Molterer vor. Weitere finanzielle Maßnahmen sind Programme innerhalb der Verordnung zur Entwicklung des ländlichen Raumes, die Ausschöpfung der ERP-Kredite (European Recovery Program) sowie Agrarinvestitionskredite (AIK) für Aufforstung, Infrastruktur und Maschinen und der Mittel aus dem Katastrophenfonds der Länder.

Ein Großteil der Windwurfflächen liegt im Schutzwald. Schutzwaldsanierungsprojekte und flächenwirtschaftliche Projekte des Forstdienstes und der Wildbach- und Lawinenverbauung sind daher umgehend in Angriff zu nehmen. Der Bund wird die dafür erforderlichen Mittel aus der forstlichen Förderung und dem Katastrophenfonds zur Verfügung stellen, betont Molterer. Positiv ist es, dass in den angrenzenden Nachbarstaaten Österreichs (Deutschland, Italien, Slowenien, Schweiz und Tschechien) keine nennenswerten Schadereignisse auftraten – die Windwurfkatastrophe blieb regional beschränkt, wodurch auch international kein Marktdruck entsteht.

Die Stärke des Sturms hat alle Waldtypen gleichermaßen betroffen. Auch durch die naturnahe Bewirtschaftung Österreichs Wälder ist der Schaden nicht zu verhindern gewesen. So wurden sogar drei Naturwaldreservate fast zur Gänze zerstört. Enorme Schäden waren auch in Gebieten, die gemäß der Naturnähestudie der Universität Wien als besonders naturnah eingestuft wurden, zu beobachten. Die österreichischen Wälder wurden gerade in den letzten Jahren durch diverse forstliche Maßnahmen immer naturnäher, was sich vor allem im höheren Anteil der Naturverjüngung, bei den Mischwäldern und der vermehrten kleinflächigen Nutzung zeigt. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft unterstützte diesen Trend massiv. Aussagen, wonach die Forstwirtschaft durch schlechte Bewirtschaftung selbst Schuld am Ausmaß des Ereignisses sei, entbehren daher jeder Grundlage und sind daher entschieden zurückzuweisen, stellte Molterer abschließend fest.

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Koalition legt überarbeitete Steuerpläne vor

Themen: Archiv — info @ 11:11

DBV bleibt bei seiner Ablehnung

Bonn/Berlin (agrar.de) – Auch nach den bekannt gewordenen Korrekturen an den Steuerplänen der rot-grünen Regierungskoalition bleibt der Deutsche Bauernverband (DBV) bei seiner harten Kritik. ‚Die Umsatzsteuerpauschalierung von 9 Prozent auf 7 Prozent abzusenken und damit faktisch abzuschaffen ist ein Schlag gegen alle bäuerlichen Unternehmerfamilien‘, betont DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born. ‚Durch die gleichzeitige Anhebung der Mehrwertsteuer auf landwirtschaftliche Vorprodukte wie auf Nutzvieh, Futtermittel und Saatgut wird der Charme der Vereinfachungsregelung des § 24 UstG kaputtgemacht‘. Die landwirtschaftlichen Betriebe benötigten in der derzeitigen konjunkturellen Lage positive Signale und mutige Impulse, damit auf dem Lande mehr Wachstum und Beschäftigung erreicht werde. Der faktische Verzicht auf die Umsatzsteuerpauschalierung sei eindeutig der falsche Weg und bedeute für die Landwirte erhebliche Kosten.

Ursprünglich hatte die Regierungskoalition sogar vorgesehen, die Durchschnittssatzgewinnermittlung wie auch die Umsatzsteuerpauschalierung ersatzlos zu streichen. Offensichtlich hat jedoch der breite Protest des Berufsstandes Wirkung gezeigt. So soll die Durchschnittssatzgewinnermittlung des § 13a EStG, den vor allem kleinere und extensiv wirtschaftende Familienbetriebe und Nebenerwerbsbetriebe anwenden, erhalten bleiben. Damit habe die Regierungskoalition die bewährten Vereinfachungsregeln anerkannt, begrüßte Born diese Entscheidung.

Dagegen bezeichnete der DBV-Generalsekretär die gefundene Einigung der Koalition bei der Besteuerung privaten Grundbesitzes als Eingriff in die innere Stabilität der Betriebe. ‚Gerade Land- und Forstwirte, aber auch Handwerker und kleine Gewerbetreibende konnten aufgrund der Nähe zwischen Betriebs- und Privatvermögen in schwierigen Marktlagen oftmals durch die Veräußerung privaten Grundbesitzes die Eigenkapitalsituation des Betriebes stärken.‘ Deshalb lehnt der Berufsstand die nun eingeführte Pauschalsteuer von 15 Prozent entschieden ab.

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86.000 Rinder in Sachsen auf BSE überprüft

Themen: Tierseuchen — info @ 10:11

Dresden (agrar.de) – Zwei Jahre nach dem ersten bestätigten BSE-Fall in Deutschland haben die meisten Verbraucher das Vertrauen in die Sicherheit von Rindfleisch weitgehend zurückgewonnen. Das sächsische Staatsministerium für Soziales wertet dies als einen Erfolg der seither konsequent durchgeführten Untersuchungen.

Seit Dezember 2000 wurden in Deutschland bis zum 31. Oktober dieses Jahres ca. 5,5 Millionen geschlachtete und verendete Rinder auf BSE untersucht. Dabei bestätigte sich der Verdacht auf BSE in 220 Fällen. Im Freistaat beläuft sich die Zahl der seit Beginn der Überwachung kontrollierten Rinder auf ca. 86.000, davon hatten insgesamt acht BSE. Die erkrankten Tiere stammten aus sieben verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben. In Sachsen ist die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen, Standort Leipzig, für die Untersuchungen auf BSE zuständig.

Im Experiment, nicht aber unter natürlichen Bedingungen kann eine der BSE-verwandte schwammartige Gehirnerkrankung (spongiforme Enzephalopathie) auch auf Schafe und Ziegen übertragen werden. Wegen des theoretischen Restrisikos für die Verbraucher werden deshalb seit Beginn des Jahres 2002 auch diese Tiere kontrolliert. Scrapie, eine nicht auf den Menschen übertragbare Erkrankung der Schafe, hat man in wenigen Fällen festgestellt. Im Freistaat Sachsen wurden seit Beginn dieses Jahres ca. 1400 Schafe und Ziegen untersucht – mit durchweg negativem Ergebnis.

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Schweiz: Fehlende Transparenz bei Gebühren und Abzügen der Schlachtbetriebe

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 10:11

Brugg (agrar.de) – Gemäss einer vom Departement Viehwirtschaft des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) durchgeführten Erhebung besteht bei den Gebühren und Konfiskatabzügen der Schlachtbetriebe eine grosse Streubreite. Die Untersuchung zeigt weiter, dass in einigen Fällen die Kosten für BSE-Tests immer noch direkt den Tierproduzenten angelastet werden. Der SBV wird sich aufgrund der unbefriedigenden Befunde weiterhin mit Entschiedenheit für mehr Transparenz, faire Einkaufsbedingungen sowie nachvollziehbare Ansätze für Gebühren und Abzüge einsetzen.

Die den Bauern bei der Schlachtviehabrechnung gemachten Abzüge für nicht genusstaugliche Innereien, die konfisziert und entsorgt werden müssen, differieren je nach Abnehmer stark. Ausserdem ist es nicht nachvollziehbar, dass teilweise noch Abzüge für Konfiskate getätigt werden, die in der menschlichen Ernährung keine Bedeutung mehr haben und höchstens noch im Petfood-Bereich Verwendung finden.

Der SBV hat sich immer dafür eingesetzt, dass die Kosten der BSE-Tests nicht den Bauern belastet werden. Die Tierhalter und Futtermittelhersteller haben alle Präventionsmassnahmen konsequent umgesetzt. Nach dem aktuellen Wissensstand vermögen die flächendeckend durchgeführten BSE-Tests keine zusätzliche Sicherheit zu bieten. Die Tests werden auf Verlangen der Abnehmer und Konsumenten durchgeführt und es ist daher nur legitim, dass die anfallenden Kosten von dieser Seite getragen werden. Von einigen unrühmlichen Ausnahmen abgesehen, wird dies heute auch so umgesetzt.

Der SBV wehrt sich gegen die teilweise ungerechtfertigten und zu hohen Gebühren und Abzüge. Er wird diesbezüglich Gespräche mit den zuständigen Exponenten der Schlachtbetriebe und der Fleischbranche führen.

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Acrylamid: Krebsrisiko durch Essenszubereitung

Themen: Archiv — info @ 10:11

Erlangen (agrar.de) – Dass Acrylamid im Essen Krebs verursachen kann, ist unbestritten. Nicht bekannt ist dagegen, wie hoch die Bevölkerung tatsächlich mit diesem Stoff belastet ist.

Eine Teststudie am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg an einer Gruppe von 72 Personen hat nun Werte ergeben, die bedenklich stimmen. Für die Untersuchung nutzten die Umweltmediziner unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Angerer ein von ihnen entwickeltes Verfahren. Europaweit ist das Institut in Erlangen fast die einzige Einrichtung, die einen solchen Nachweis führen kann.

Acrylamid, eine mutagene und krebserzeugende Substanz, wurde in erstaunlich großen Mengen in bestimmten Nahrungsmitteln, vor allem in Bratkartoffeln, Chips und Pommes Frites, Keksen und Kaffee gefunden. Die Spitzenwerte betrugen bis zu einigen Milligramm Acrylamid pro Kilogramm. Erst kürzlich hatte die Bundesverbraucherministerin Renate Kühnast eindringlich vor der Gefahr gewarnt, die der Gesundheit droht, wenn zuviel von diesem Stoff aufgenommen wird.

Ungewohnt ist, dass das Acrylamid nicht etwa durch Zusätze ‚von außen‘ in die kontaminierten Nahrungsmittel eingeschleust worden ist. ‚Die Substanz entsteht im Gegenteil während der Nahrungszubereitung aus natürlichen Inhaltstoffen, beispielsweise aus Zuckern und speziellen Aminosäuren, wie sie in Kartoffeln enthalten sind‘, erklärt der Lebensmittelchemiker Thomas Schettgen, der dieses Projekt bearbeitet hat. An der krebserzeugenden Wirkung von Acrylamid ändert das allerdings nichts.

‚In dieser Situation ist es unerlässlich, Untersuchungen an repräsentativen Gruppen der deutschen Bevölkerung durchzuführen, um die Acrylamidaufnahme zu erfassen‘, lautet die Einschätzung von Prof. Angerer. Für das individuelle Gesundheitsrisiko ist weniger der Anteil an Acrylamid ausschlaggebend, der in Nahrungsmitteln gefunden wird, als die biologische wirksame Dosis, die im menschlichen Körper feststellbar ist. Aus dieser inneren Belastung kann für jeden Menschen auf das zusätzliche Risiko geschlossen werden, an Krebs zu erkranken

Als biologisch wirksame Dosis wird das Reaktionsprodukt von Acrylamid mit Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, angesehen. Man geht davon aus, dass Moleküle, die an Hämoglobin binden, auch mit der Erbsubstanz DNA reagieren, was der erste Schritt zur chemischen Krebsentstehung ist. Die als Hämoglobin-Addukte des Acrylamid bezeichneten Reaktionsprodukte können außer von den Erlanger Umweltmedizinern nur noch von einer Gruppe in Schweden nachgewiesen werden, die mit dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin zusammenarbeitet.

Bei der jüngsten Studie hat sich eine auffallend hohe Dosis an Acrylamid-Addukten im Blut der untersuchten Personen gefunden. Im Vergleich dazu fällt die Belastung mit anderen krebserregenden Substanzen deutlich niedriger aus. Es muss davon ausgegangen werden, dass besondere Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten das Risiko in manchen Fällen noch erheblich steigern.

Weitere Informationen: Acrylamid in Lebensmitteln – ernstes Problem oder überschätzte Gefahr? (BgVV, 29.08.2002, PDF, 94.2KB) Acrylamid-Forum

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Naturschutz: Förderung der Aufforstung muss regional differenziert werden

Themen: Archiv — info @ 09:11

Neue Studie zum Problem von Erstaufforstungen für den Naturschutz

Bonn/Ansbach (agrar.de) – Die Neuaufforstung führt oftmals zu heftigen Kontroversen zwischen der Forstwirtschaft und dem Naturschutz. Probleme treten aus Naturschutzsicht insbesondere dann auf, wenn ökologisch wertvolle Flächen aufgeforstet, die Artenvielfalt und der Biotopverbund von Offenlandflächen beeinträchtigt oder gewachsene Waldränder beseitigt werden und Aufforstungen negative Wirkungen auf Landschaftsbild und Lokalklima verursachen. Grundsätzlich sind die vorgesehenen Aufforstungsstrategien der Länder aus Sicht des Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) wenig geeignet, Konflikte zwischen dem Naturschutz und der Forstwirtschaft schon im Vorfeld durch klare Regelungen auszuräumen.

Zur Versachlichung der Diskussion erarbeiteten das Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der DVL eine gemeinsame Studie mit Lösungsansätzen. Nach Ansicht von BfN und DVL sollte grundsätzlich die Förderung von Aufforstungsmaßnahmen regional differenziert werden. So sollte zum Beispiel Gemeinden mit einem sehr hohem Waldanteil keine generelle Förderung gewährt werden, da dort Offenlandflächen eine besondere Bedeutung für den Naturschutz zukommt. Außerdem sollte die Aufforstung gezielt in Gebieten gefördert werden, die hohen Bedarf an zusätzlichen Waldflächen haben (z.B. bei geringem Waldanteil, in Stadtnähe als Erholungsfläche und zum Hochwasserschutz).

‚Wir wollen die Aufforstungsförderung als wichtiges Instrument der ländlichen Entwicklung erhalten, es muss aber eine ganz deutliche Qualifizierung geben und unsere Studie zeigt hierfür mögliche Lösungsansätze‘, erklärte der Vorsitzende des DVL, Josef Göppel. ‚Bei der notwendigen und vom Naturschutz unterstützten Fortentwicklung der Förderprogramme im ländlichen Raum ist auch die Abstimmung der Erstaufforstung mit der Landschaftsplanung, den Agrarumweltmaßnahmen und vorsorgenden Maßnahmen zum Hochwasserschutz erforderlich‘, ergänzte BfN-Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann.

Daten zur Studie: Wolfram Güthler, Andreas Geyer, Frank Herhaus, Thomas Prantl, Gudrun Reeb und Christine Wosnitza: Zwischen Blumenwiesen und Fichtendickung – Naturschutz und Erstauforstung. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz, Bonn – Bad Godesberg 2002 in der Reihe Angewandte Landschaftsökologie, Heft 45. Bezug: Landwirtschaftsverlag GmbH, 48084 Münster, Tel.: 02501-801-300 oder Fax: -351, Preis: 14 Euro, ISBN: 3-7843-3718-X

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Thema %url4%Wald und Forst%/%.

18. November 2002

Niederlande: Frauen übernehmen Chefrolle

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bonn (agrar.de) – In den Niederlanden übernehmen die Frauen zunehmend die Chefrolle auf den Bauernhöfen. In einem Viertel der Betriebe haben Frauen mittlerweile genauso viel zu sagen wie ihre männlichen Partner. 1992 lag dieser Anteil noch bei knapp zehn Prozent. Das gehe aus gerade veröffentlichten Zahlen des Statistischen Zentralamts in Voorburg hervor, so das Informationsbüro ‚%ur1%Nachbarland Niederlande%/%‘.

Der Aufmarsch der Frauen in der Landwirtschaft hat neben emanzipatorischen auch steuerliche Gründe. Partner, die einen Betrieb im Rahmen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts gemeinsam leiten, kommen in den Genuss diverser Steuervorteile. Immerhin arbeiten auf 60 Prozent der niederländischen Bauernhöfe die Frauen mit.

Links zum Thema Landfrauen, Links zum Land Niederlande.

Planung im Naturschutz – Dietzel gibt Startschuss für neues Internetangebot

Themen: Archiv — info @ 16:11

Wiesbaden (agrar.de) – Hessens Umweltminister Wilhelm Dietzel hat jetzt den Startschuss für eine neue Internetseite in Sachen Naturschutz-Planung gegeben. Im Auftrag seines Hauses, so der Minister, habe das Naturschutzzentrum Hessen mit Unterstützung von ‚Hessen-Media‚ diese Internetseite ‚Naturschutz-Planung‚ erstellt, auf der ab sofort ein komplexes Übersichts- und Nachschlagewerk bereitsteht. Erfasst sind Informationen über Tiere und Pflanzen in der Umwelt- und Landschaftsplanung, an der inhaltlichen Bearbeitung war ein Team von etwa 20 Experten aus der Planungs- und Naturschutzpraxis beteiligt.

Ergebnisse dieser Arbeit sind umfangreiche Kapitel, die z. B. fachlich fundiert darstellen, wie Tiere, Pflanzen und Biotope methodisch erfasst und in die Raumplanung eingebunden werden. Weitere Hauptteile behandeln ausführlich Biotoptypen, Artengruppen, Planungsebenen und die ökologische Bewertung des Untersuchungsraumes. Das vorliegende Online-Handbuch hält Informationen bereit, die für Beschäftigte von Planungsbüros, Kommunen und Behörden, aber auch für die fachbezogene Ausbildung und das Studium in den Bereichen des Natur- und Umweltschutzes gleichermaßen wertvoll sind. Auftraggeber (etwa Städte, Gemeinden oder Behörden) können das Werk als Richtlinie nutzen, die sich auch sehr gut als Grundlage für öffentliche Ausschreibungen eignet.

Das Handbuch, das sich an Mindeststandards bei der Erfassung von Tieren und Pflanzen in der Landschaftsplanung orientiert, wird vom Naturschutzzentrum Hessen kontinuierlich ergänzt und aktualisiert. Es soll später auch in einer Downloadversion vorliegen.

Ein weiteres Projekt zum Bereich %url4%Naturschutz-Forschung%/% mit einer Datenbank zum aktuellen Stand von Forschung und Lehre im Natur- und Umweltschutzsektor in Hessen hat Dietzel bereits im Juli diesen Jahres freigegeben.

Links zum Thema %url5%Landschaft und Natur%/%, Links zum Bundesland %url6%Hessen%/%.

Gartenbaubetriebe in Existenz bedroht

Themen: Archiv — info @ 14:11

Flath: Bundesregierung nimmt Pleitewelle bewusst in Kauf

Dresden (agrar.de) – Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath sieht Sachsens Gartenbaubetriebe in ihrer Existenz bedroht. ‚Die Erhöhung der Mineralölsteuer für Erdgas und Flüssiggas hat mit ökologischer Lenkung nichts mehr zu tun‘, kritisierte Flath die Bundesregierung. Die Änderung der Ökosteuer ab 2003 treffe die sächsischen Gartenbaubetriebe bis ins Mark. Denn nicht nur die Erhöhung der Heizkosten schlage drastisch zu Buche, auch die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer von sieben auf sechzehn Prozent bei Pflanzen und Blumen hätte fatale Folgen.

‚Das ist Abzocke‘, schimpfte Flath, ganz bewusst werde durch die Bundesregierung eine Pleitewelle in Kauf genommen. ‚Ein Drittel der Betriebe oder mehr, überleben das nicht‘, ist sich der Minister sicher. ‚Ein Loch soll gestopft werden, indem ein anderes gerissen wird – das ist an Zynismus kaum zu überbieten‘, so Flath weiter. Der Bundestag hat am 15. November dieses Jahres eine Änderung der Ökosteuer beschlossen. Damit steigt die Steuer auf fast alle fossilen Brennstoffe. Diese Regelungen, Bestandteil des rot-grünen Sparpaketes, gelten ab 1. Januar 2003. Vergünstigungen für energieintensive Betriebe, wie Gartenbaubetriebe, werden halbiert.

Allein dadurch gehen den sächsischen Gartenbaubetrieben mit Gewächshäusern 900.000 Eur verloren. Sollte die Mehrwertsteuer auf Pflanzen erhöht werden, ist Deutschland mit Dänemark innerhalb der EU das einzige Land, in dem es keinen ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Pflanzen gibt. Dies sei eine weitere Wettbewerbsverzerrung innerhalb Europas, so Flath. Er forderte die Bundesregierung auf, hier endlich für gleiche Chancen zu sorgen. In Sachsen gibt es derzeit rund 750 Gartenbaubetriebe mit Gewächshäusern mit ca. 4.000 Beschäftigten.

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DBV: Neues Ökosteuergesetz bringt zusätzliche Belastungen für Obst- und Gemüsebau

Themen: Archiv — info @ 12:11

Europäische Konkurrenzsituation verschlechtert sich weiter

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Bundestag hat am 14. November 2002 das Gesetz zur Fortentwicklung der ökologischen Steuerreform beschlossen. Darin waren Anpassungen des Mineralölsteuergesetztes (MinöStG) enthalten, die zum 1. Januar 2003 in Kraft treten werden.

Für den Obst- und Gemüsebau bedeutet dies nach Berechnungen des Bundesausschusses Obst und Gemüse zusätzliche Belastungen. So werden die ermäßigten Ökosteuersätze für das produzierende Gewerbe und die Land- und Forstwirtschaft angehoben. Diese ermäßigten Ökosteuersätze steigen bei Strom, Heizöl und Erdgas von 20 auf 60 Prozent. Für den Unterglasanbau konnten zwar bestimmte Verbesserungen im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens erreicht werden, so die befristete Verlängerung der Erstattungsregelung und die Anhebung des Erstattungssatzes bei der Mineralölsteuer für den Unterglasanbau. Doch die vorgesehenen Anhebungen des ermäßigten Ökosteuersatzes bei Heizöl und Erdgas belasten die Unterglasbetriebe und schwächen sie im Wettbewerb mit ihren europäischen Konkurrenten.

Für den Bundesausschuss Obst und Gemüse ist es nicht akzeptabel, dass die deutschen Obst- und Gemüsebetriebe bei den Energieträgern gegenüber anderen europäischen Konkurrenten nun noch schlechter gestellt werden. Eine Harmonisierung der Energiesteuern auf europäischer Ebene ist deshalb dringend erforderlich. Die Bundesregierung ist aufgefordert, den Abstand zu den Energiepreisen bei den wichtigsten europäischen Konkurrenten für die deutschen Erzeuger endlich anzugleichen.

Der Bundesausschuss Obst und Gemüse wird getragen vom Deutschen Bauernverband (DBV), dem Zentralverband Gartenbau (ZVG) und dem Deutscher Raiffeisenverband (DRV).

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