21. November 2002

Mischfuttererzeugung ist leicht gestiegen

Themen: Archiv — info @ 12:11

Mehr Schweine- und Mastgeflügelfutter – Getreideanteil steigt auf über 41 Prozent

Hannover (agrar.de) – Die deutschen Mischfutterhersteller haben ihr Produktionsniveau im Wirtschaftsjahr 2001/02 leicht steigern können. Nach einer Aufstellung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beziffert sich das Produktionsniveau auf 19,61 Millionen Tonnen (t), das sind 0,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilt der niedersächsische Landvolk-Pressedienst mit.

Beste Kunden der Mischfutterindustrie waren die Schweinehalter, wobei sich die bundesweit wieder größeren Schweinebestände bemerkbar gemacht haben dürften. Mit 7,23 Millionen t Mischfutter wurden rund drei Prozent mehr über den Schweinemagen veredelt als im Jahr zuvor. Dagegen haben die Rinderhalter ihre Tierbestände noch weiter reduziert und dementsprechend auch ihre Nachfrage um weitere 2,8 Prozent zurückgeschraubt. Dennoch landete mit insgesamt 6,47 Millionen t noch etwa jede dritte Tonne Mischfutter im Rindertrog. Der Geflügelbereich hat erstmals die fünf-Millionen-Tonnen-Marke übertroffen. Dabei zeigten die Geflügelmäster die größte Nachfragesteigerung und bezogen im vergangenen Wirtschaftsjahr mit 2,66 Millionen t rund 7,2 Prozent mehr Mischfutter als im Jahr zuvor. Dagegen ging erstmals seit Jahren der Ausstoß von Mischfutter für Legehennen zurück, und zwar um 1,9 Prozent auf 2,38 Millionen t. Rückläufig war ebenfalls der Ausstoß in den übrigen Produktionssparten. So sank die Produktion von Kälberfutter um 1,1 Prozent auf 340.000 t und der Absatz von Mischfutter für Pferde ging um 1,9 Prozent auf 280.000 t zurück. Die Mischfutterproduktion für andere Tierarten erreichte 260.000 t.

Doch nicht nur das Absatzprofil, auch die Rezepturen des Mischfutters haben sich im Wirtschaftsjahr 2001/02 noch einmal geändert. Dabei hat sich vor allem die mengenmäßig sehr gute Getreideernte 2001 ausgewirkt. So setzten die deutschen Mischfutterwerke insgesamt mehr als acht Millionen t Getreide ein und erhöhten den Getreideanteil im Mischfutter damit auf über 41 Prozent, im vergangenen Jahr hatte er noch 38 Prozent betragen. Damit sind die Mischfutterproduzenten laut dem Deutschen Verband Tiernahrung (DVT) noch vor der Mühlenwirtschaft der bedeutendste Getreideverarbeiter. Einen Anteil von deutlich über 50 Prozent erreichten wiederum die Erzeugnisse, die die Hersteller aus der Ernährungsindustrie beziehen um sie in ihren Rezepturen einzusetzen, wie zum Beispiel Sojaschrot. Die große Getreideernte des vergangenen Jahres sorgte auch bei der Herstellung von Mineralfuttern für einen positiven Schub. Die Landwirte verfütterten mehr Getreide direkt an ihre Tiere und ergänzten die Futterrationen gezielt durch den Zukauf von Mineralfutter, der Ausstoß stieg um 3,5 Prozent auf 422.000 t.

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Waldbesitzer: Steuererhöhungen geben keine konjunkturellen Impulse

Themen: Archiv — info @ 11:11

Berlin (agrar.de) – ‚Indiskutables fordern, um Unmögliches durchzusetzen‘, so stellen sich für den Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Grundbesitzerverbände, Wolfgang v. Dallwitz, und die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Dr. Ute Seeling, die Ergebnisse der Beratungen des Bundeskabinetts nach den tagelangen Mediendiskussionen dar. Wurden zu Zeiten des Wahlkampfes noch jegliche Steuererhöhungen kategorisch ausgeschlossen, wird nun auf breiter Front an der Steuerschraube gedreht. Grund- und Waldbesitzer sind durch verschiedene jetzt beschlossene Maßnahmen in einem nicht zu tragenden Ausmaß betroffen. ‚Die jetzt erreichten Ergebnisse werden nicht dadurch besser, dass einzelne Punkte, z.B. die geplante Besteuerung bei Immobilienverkäufen, prozentual und zeitlich abgeschwächt werden‘, so Dallwitz. ‚Die geplante Besteuerung des Wertzuwachses bei Immobilien stellt sich als eine regelrechte Substanzsteuer und damit eine Enteignung dar. Immobilien galten immer als langfristige Vermögensanlage, um aus bereits versteuertem Einkommen eine sichere Altersvorsorge aufzubauen. Dass die Wertzuwachssteuer nicht in ihrer zunächst angekündigten Härte sondern ’nur‘ abgeschwächt eingeführt werden soll, ändert daran nichts‘.

Für die Forstbetriebe bedeuten die Korrekturen bei den Plänen zur Umsatzsteuerpauschalierung nicht die erhoffte Entwarnung nach zunächst positiven Signalen zu diesen Punkten. ‚Die bewährte Regelung des § 24 Umsatzsteuergesetz ist zwar erhalten geblieben. Durch die Absenkung der Umsatzsteuerpauschalierung von 9 Prozent auf 7 Prozent unter gleichzeitiger Anhebung der Mehrwertsteuer auf den Regelsatz bei z.B. Brennholz und Holzabfällen wird jedoch der scheinbar günstige Effekt dieser Regelung wieder kassiert‘, so Frau Dr. Seeling. ‚Die seit langem existenzbedrohende Ertragslage in der Forstwirtschaft erhält mit diesen Plänen keine Aussicht auf Besserung. Dabei ist die Schaffung leistungsfähiger Forstbetriebe eine zwingende Voraussetzung zum Schutz und zur Pflege unserer Wälder‘, schloss Dr. Seeling ihre Stellungnahme.

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Müller: Europa muss die Führung in der Biotechnologie übernehmen – auch in der grünen Gentechnik

Themen: Gentechnik,Umwelt — info @ 11:11

Luxembourg (agrar.de) – In der Aussprache über die zukünftige Strategie der europäischen Biotechnologie hat die zuständige EVP-ED-Berichterstatterin für den Agrarausschuss, Emilia Müller (CSU) das gesteckte Ziel, Europa wieder eine führende Rolle in der Biotechnologie zu verschaffen, grundsätzlich begrüßt. Der von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag bleibt allerdings ihrer Auffassung nach weit hinter den Erwartungen zurück, weshalb die vom Europäischen Parlament vorgenommen Konkretisierungen unbedingt erforderlich gewesen seien. ‚Europa muss wieder eine aktive Rolle übernehmen, um den Anschluss in dieser Spitzentechnologie nicht zu verlieren. Dies gilt vor allem für die sogenannte ‚grüne Gentechnik‘ – also für die Landwirtschaft‘, erklärte die CSU-Europaabgeordnete vor dem Straßburger Plenum.

Grundvoraussetzung hierfür sei die Schaffung von wirkungsvollen, berechenbaren und stabilen gesetzlichen Rahmenbedingungen sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Biotech-Industrie in Europa. Diese müssten ferner im Einklang stehen mit den Bestimmungen der Welthandelsorganisation sowie die Koexistenz aller landwirtschaftlichen Produktionsformen – ob traditionell, ökologisch oder gentechnisch verändert – gewährleisten. Deshalb sei die Aufhebung des faktischen Zulassungsmoratoriums die Voraussetzung für mehr Planungssicherheit bei den Unternehmen und in der Landwirtschaft, zumal sonst gerade innovative Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in ihrer Entwicklung weiter behindert würden.

Für eine neue Strategie ist ebenfalls die Förderung von Technologie-Netzwerken, die Bereitstellung von KMU-Risikokapital, eine transparente Informationspolitik sowie die Einrichtung eines europäischen Patents erforderlich. Emilia Müller spricht sich außerdem dafür aus, die europäischen Kräfte wie beim erfolgreichen ‚e-Europe‘ in der Informationstechnologie in der Biotechnologie über das Konzept eines ‚b-Europe‘ ebenfalls möglichst effektiv zu bündeln. Nur auf diese Weise könne das vom EU-Gipfel in Lissabon gesetzte Ziel, Europa zum dynamischsten und innovativsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, auf diesem Gebiet auch tatsächlich erreicht werden.

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Österreich: Produktionsplus im Obstsektor

Themen: Erntebericht,Obst,Österreich,Statistik — info @ 11:11

Wien (agrar.de – Nach Angaben der Obstreferenten der Statistik Austria betrug die diesjährige Gesamtobsternte 718.300 Tonnen, somit konnte gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent zugelegt werden. Während die schlechten Witterungsbedingungen im Frühjahr bei Steinobstkulturen zu Mindererträgen führten, wurde bei Kernobst eine überdurchschnittliche Erntemenge eingebracht.

Die österreichische Kernobstproduktion belief sich auf 584.700 Tonnen (+ 13 Prozent), wobei besonders die Apfelernte (exkl. Mostäpfel) mit 398.300 Tonnen (+ 15 Prozent) enorme Zuwächse verzeichnen konnte. Winteräpfel erzielten mit 352.100 Tonnen ein Plus von 15 Prozent. Dies ist umso bedeutsamer, liefert der Winterapfel – als Österreichs Obstart Nummer eins – annähernd 50 Prozent der heimischen Gesamtobstmenge. Aber auch an Sommeräpfeln wurde mit 46.200 Tonnen (+ 17 Prozent) wesentlich mehr geerntet als im Vorjahr.

Allein im steirischen Erwerbsobstbau konnte – aufgrund der hohen Durchschnittserträge (378 dt/ha bei Winteräpfeln) – über 80 Prozent der intensiv kultivierten Gesamtapfelmenge produziert werden; mit 168.500 Tonnen an Winteräpfeln betrug hier die Steigerung gegenüber dem Vorjahr 8 Prozent.

Die Birnenernte (exkl. Mostbirnen) blieb mit 41.800 Tonnen (+ 1 Prozent) im Bereich des Vorjahres, wobei leichte Zuwächse bei Winterbirnen (+ 2 Prozent) einem Ernterückgang von 3 Prozent bei Sommerbirnen gegenüberstanden.

Bei Mostobst führte ein gutes Ertragspotential zu einer Erntemenge von 144.600 Tonnen (+ 11 Prozent).

Weniger rosig präsentierte sich das Ernteergebnis bei Steinobst, wo sich die Obstbauern mit nur 82.000 Tonnen Gesamtproduktion (- 38 Prozent) abfinden mussten. Neben einer katastrophalen Marillenernte von 6.300 Tonnen (- 44 Prozent) fiel auch bei Zwetschken (43.300 Tonnen, – 42 Prozent), Kirschen (21.800 Tonnen, – 32 Prozent), Weichseln (3.700 Tonnen, – 34 Prozent) und Pfirsichen (6.700 Tonnen, – 18 Prozent) die Produktion stark unterdurchschnittlich aus.

Auch bei Beerenobst mussten mit 37.700 Tonnen Einbußen von 4 Prozent hingenommen werden, wofür besonders die magere Erdbeerernte von nur 16.800 Tonnen (- 9 Prozent) ausschlaggebend war. Die Ribiselanlagen hingegen lieferten eine zum Vorjahr kaum veränderte Produktionsmenge von 19.300 Tonnen (+ 1 Prozent).

Bei Walnüssen fiel die heimische Erzeugung ebenfalls auf ein Tief von 13.900 Tonnen (- 12 Prozent) ab – eine Folge der vielerorts zu niedrigen Temperaturen während der Blütezeit.

In Zusammenhang mit den hohen Niederschlagsmengen des Sommers wurde besonders im extensiven Anbau über Schäden aufgrund der hohen Feuchtigkeit berichtet. Verstärktes Auftreten von Fäulnis und eine verminderte Lagerfähigkeit der geernteten Ware sind die Folge.

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Erfinder gesucht: Ideenwettbewerb zu den Agrar-Computer-Tagen 2003

Themen: Archiv — info @ 11:11

München (agrar.de) – Zu den Agrar-Computer-Tagen 2003, die vom 22. bis 24. Februar in München stattfinden, rufen die Veranstalter zu einem Ideenwettbewerb rund um den EDV-Einsatz in der Landwirtschaft auf.

Mitmachen können alle Erfinder, Tüftler und Bastler, die beispielsweise ein landwirtschaftliches EDV-Programm geschrieben, eine Internet-Homepage erstellt oder ein elektronisches Gerät gebaut haben. Die Idee sollte bereits fertig umgesetzt, aber noch nicht gewerblich vertrieben worden sein. Die eingereichten Arbeiten werden in der landwirtschaftlichen Fachpresse und im Internet vorgestellt. Als Hauptpreis winkt ein kostenloser Messestand im Wert von 1.000 Euro auf der Ausstellung in München.

Bei den letzten Agrar-Computer-Tagen waren Cord-Heinrich Wille, Franz Pfeilschifter sowie Lucia Heigl und Therese Fisch die Gewinner des Wettbewerbs. Heigl und Fisch erhielten ihre Auszeichnung für die Gründung des ‚Bäuerinnentreffs‚, Pfeilschifter entwickelte einen BML-Kontenrahmen für das Programm ‚Lexware Buchhalter‘ und Wille wurde für seine Idee, die Zapfsäule auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb per PC zu steuern, ausgezeichnet.

Besonders hervorragende Aussteller-Lösungen werden mit dem ‚Innovationspreis der Agrar-Computer-Tage 2003‘ ausgezeichnet, der ebenfalls auf der Messe verliehen wird.

Im Rahmen des Ideenwettbewerbs sind folgende Themen möglich:

– PC-Software als Programm oder Excel-Arbeitsblatt Einzureichende Unterlagen sind Ausdrucke, Funktionsbeschreibung und Programmdatei. – Internet: Homepage oder Anwendung; hier sollte die Web-Adresse und die Funktionsbeschreibung angegeben werden. – Elektronik in der Landwirtschaft, sowohl in der Innen- oder Außenwirtschaft als auch im Büro. Eine Funktionsbeschreibung, Bilder oder Video sollten das Projekt erläutern.

Stichtag für die Abgabe der Beiträge per E-Mail ist der 15. Dezember 2002.

Links zum Thema %url4%Software%/%, Links zum Thema %url5%Messen%/%.

DBV: Bundesregierung bleibt bei Belastungskurs für Landwirte und Gärtner

Themen: Archiv — info @ 10:11

Bauernverband fordert Änderungen in Bundestag und Bundesrat ein

Berlin (agrar.de) – Mit der gestrigen Entscheidung des Bundeskabinetts bleibt es dabei, dass die Land- und Forstwirte durch eine Fülle von Steueränderungsvorschlägen erheblich belastet werden. Auch wenn die Forderung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) nach Beibehaltung der Durchschnittssatzgewinnermittelung für kleine Betrieb erfüllt wurde, bedeutet die Änderung bei der Umsatzsteuerpauschalierung faktisch deren Abschaffung und damit eine erhebliche Mehrbelastung für die allermeisten land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland. Von einem Aufbruchsignal kann damit keine Rede sein, das gerade die standortgebundene bäuerliche Landwirtschaft so dringend gebraucht hätte, um im europäischen Wettbewerb zu bestehen. Der Deutsche Bauernverband appelliert deshalb an Bundestag und Bundesrat, bei den jetzt anstehenden Beratungen die Steuergesetze deutlich zu korrigieren.

Schon die zusätzlichen Belastungen bei der Ökosteuer sowie die Beitragserhöhungen im Sozialversicherungsbereich treffen die Bauern äußerst empfindlich. Eine weitere Verschlechterung bedeuten die verlängerten Abschreibungsfristen für Betriebsgebäude und die erstmalige Besteuerung von nicht privat genutzten Immobilien.

Am härtesten trifft der Kabinettsbeschluss, den Pauschalsteuersatz bei der Umsatzsteuer von 9 auf künftig 7 Prozent zu verringern und gleichzeitig die Mehrwertsteuer auf Vorprodukte wie Nutzvieh, Futtermittel und Saatgut von 7 auf 16 Prozent zu erhöhen. Dies läuft auf eine faktische Abschaffung der bewährten Vereinfachungsregelung hinaus. Dies ist umso absurder, als die Land- und Forstwirte in ein höchst aufwendiges und bürokratisches Umsatzsteuerverfahren gezwängt werden, obwohl der Fiskus keinerlei Mehreinnahmen erzielen kann.

Katastrophal wirkt sich auch die vorgesehene Anhebung der Mehrwertsteuer auf Blumen, Zierpflanzen, Brennholz und Holzpellets aus, da bei der gegebenen Marktsituation die fast 10-prozentige ‚Preissteigerung‘ auf die Verbraucher und Abnehmer nicht abgewälzt werden kann.

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DBV: Volker Hauff: Kooperation statt Konfrontation beim Gewässerschutz

Themen: Archiv — info @ 09:11

Berlin (agrar.de) – Eine verstärkte Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft wurde auf dem Perspektivforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie einhellig als ‚Königsweg‘ für Fortschritte beim Gewässerschutz betrachtet. Partnerschaften und Allianzen erhalten auch für die generelle Weiterentwicklung des Umweltschutzes im Sinne einer Nachhaltigkeitspolitik zunehmende Bedeutung. Diese Auffassung vertrat der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Dr. Volker Hauff, Forschungs- und Verkehrsminister a.D., als Gastredner des DBV-Perspektivforums. Auf dem Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg sei deutlich geworden, dass nur mit Runden Tischen, Expertisen oder dem Appell an die aufgeklärten Eigeninteressen in Wirtschaft und Politik nicht das erreicht werde, was nötig sei, um voranzukommen, stellte Hauff fest.

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung setzt sich für eine unternehmerische, nachhaltige Landwirtschaft ein, die Lebensmittel aus erster Hand bietet und maßgeblich von bäuerlichen Familien getragen wird. Deshalb müsse der gesamten Landwirtschaft eine ökologische, soziale und wirtschaftliche Perspektive geboten werden. Leitlinie sei, die Marktorientierung der Landwirtschaft zu erhalten. Dabei müsse die Landwirtschaft nicht ohne Ausgleichszahlungen auskommen. Der Rat habe deshalb der Bundesregierung widersprochen, als sie eine nachhaltige Landwirtschaft allein mit dem Indikator ‚Anteil des Ökolandbaus‘ beschreiben wollte.

Nach Auffassung des Rates muss sich eine Messgröße zur Nachhaltigkeit an die Landwirtschaft in ihrer gesamten Breite richten. Nachhaltigkeit bedeute, dass etwas nur zu managen sei, was man auch messen könne. Dem sei die Bundesregierung in der Nachhaltigkeitsstrategie jedoch nur partiell gefolgt, stellte Hauff fest. Der Konflikt mit der Regierung habe dazu geführt, dass der Landwirtschafts-Vertreter im Rat, Philipp Freiherr von dem Bussche, als Ratsmitglied zurückgetreten sei. Hauff bedauerte diese Entwicklung, da er über die landwirtschaftlichen Zusammenhänge und Belange sehr sachdienlich informiert habe. Schließlich stamme der Begriff der Nachhaltigkeit aus der Land- und Forstwirtschaft.

Hauff sprach den Verbänden und den Menschen, die sich engagieren, eine besondere Rolle für eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaft zu. Streit, Auseinandersetzung und Diskussionen seien nötig, doch müsse es ein Streit in der Sache sein und kein populistisches Scheingefecht. Das Aushandeln von Strategien für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik und für mehr Umweltschutz müsse ergebnisoffen begonnen werden. Hauff appellierte an die Courage und den Mut der Verantwortlichen in den Verbänden, aber auch jedes Einzelnen in der Gesellschaft, gefundene Problemlösungen im Umweltschutz auch anzugehen.

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EU-Kommission hat FFH-Gebietsmeldungen aus NRW im Wesentlichen bestätigt

Themen: Archiv — info @ 09:11

Nur wenige Nachmeldungen sind erforderlich

Düsseldorf (agrar.de) – Nordrhein-Westfalen hat als eines der wenigen Länder in Deutschland die Anforderungen der EU zum Aufbau eines europäischen ökologischen Netzes von Schutzgebieten ‚NATURA 2000‘ fast vollständig erfüllt. Die Liste der nordrhein-westfälischen FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat) ist nahezu komplett. Nur noch einige wenige FFH-Gebiete (im Umfang von ca. 1000 Hektar insgesamt) müssen nachgemeldet werden. Zu diesem positiven Schluss ist die EU-Kommission während ihrer wissenschaftlichen Bewertungskonferenzen der FFH-Gebietsmeldungen der Mitgliedsstaaten gekommen. Nordrhein-Westfalen hatte bis November 2000 rund 493 Gebiete mit 180.694 Hektar Fläche, das heißt 5,3 Prozent der Landesfläche, gemeldet. Zusammen mit den nach der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Gebieten hat die Landesregierung insgesamt 6,7 Prozent der Fläche Nordrhein-Westfalens gemeldet.

Umweltministerin Bärbel Höhn: ‚Die umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Kommunen, der Wirtschaft sowie der Land- und Forstwirtschaft und das methodisch aufwendige Auswahlverfahren, das ausschließlich nach fachlichen Gesichtspunkten erfolgt ist, haben sich als richtig erwiesen: Der Nachmeldebedarf ist für NRW sehr gering. Wir haben den Beteiligten damit die bestmögliche Rechtssicherheit gegeben. NRW ist so seiner großen Verantwortung für die Erhaltung der einzigartigen biologischen Vielfalt umfassend nachgekommen.‘

Das Umweltministerium hat die Landesanstalt für Ökologie (LÖBF) in Recklinghausen beauftragt, die Defizithinweise der Bewertungskonferenzen zu prüfen und die Unterlagen für die Anhörungsverfahren zu den Nachmeldungen vorzubereiten. Das Anhörungsverfahren wird für die Gebiete durch die Bezirksregierungen bei breiter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Kommunen, der Wirtschaft sowie der Land- und Forstwirtschaft durchgeführt. Danach wird die Landesregierung abschließend über die Meldung entscheiden.

Die ‚Fauna-, Flora- und Habitatrichtlinie‘ der Europäischen Union enthält eine gemeinschaftsweit verbindliche Rechtsgrundlage zur Erhaltung und Entwicklung des europäischen Naturerbes. Die Richtlinie ist am 5. Juli 1992 in Kraft getreten und verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten unter der Bezeichnung ‚NATURA 2000‘ ein zusammenhängendes ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete zu errichten. Dieses Schutzgebietssystem umfasst auch die EG-Vogelschutzgebiete aufgrund der EG-Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahre 1979.

Die bisher gemeldeten Gebiete in Nordrhein-Westfalen können im Internet abgerufen werden.

Links zum Thema Landschaft und Natur, Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

20. November 2002

Schweiz: Scharfe Kritik am Agrarbericht

Themen: Archiv,Schweiz — info @ 16:11

Bern (agrar.de) – Scharfe Kritik üben die landwirtschaftlichen Verbände der Schweiz am jüngsten Agrarbericht des dortigen Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW).

Das Bundesamt schlachte mit seinen Kommentaren die Veröffentlichung des Agrarberichts 2002 politisch aus, beschönige die Situation und greife damit zu einem sensiblen Zeitpunkt in unverhältnismässiger Weise in den politischen Prozess ein, so der Schweizerische Bauernverband (SBV).

Das BLW ziehe in seinem Presserohstoff zur Darstellung der Einkommenssituation in der Landwirtschaft die Grössen ‚Landwirtschaftliches Einkommen‘ und ‚Gesamteinkommen‘ herbei. Eigentlich seien sich die Agrarökonomen aber einig, dass der ‚Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft (= landwirtschaftliches Einkommen abzüglich Zinsanspruch für im Betrieb investiertes Eigenkapital) die mit nichtlandwirtschaftlichen Löhnen vergleichbare Grösse ist. Diese liege im Durchschnitt 99/01 bei unter 34.000 Franken – ein Wert, dessen Erwähnung das BLW lieber vermeide. Anstatt dessen verwende das Bundesamt wenig aussagekräftige Grössen, welche die Öffentlichkeit zu Fehlinterpretationen veranlasse.

Der Rückgang des durchschnittlichen Gesamteinkommens der Betriebe um 4,2 Prozent von 90/92 bis 99/01 werde damit abgetan, dass die Investitionen und der Cashflow in der gleichen Grössenordnung und auch die Fremdkapitalquote leicht abgenommen hätten. Kein Wort davon, dass die Bauernfamilien in dieser Zeit – unter Berücksichtigung der aufgelaufenen Teuerung von 14,8 Prozent einbüssten. Optimistischen Sätze wie ‚Milch kann in allen Regionen rentabel produziert werden‘ und ‚Es besteht also ein Spielraum für Kostensenkungen oder Wachstum der Betriebe‘ liessen die Frage offen, warum dies nur einem kleinen Teil der Betriebe tatsächlich gelinge. Ebenso wenig werde eine Antwort auf die lapidare Feststellung gegeben, dass 99/01 im Durchschnitt die finanzielle Situation bei rund 30 Prozent der Betriebe ungenügend für die langfristige Sicherung der Existenz sei.

Auch die Landwirtschaftliche Organisation Bern und angrenzende Gebiete (%url4%LOBAG%/%) diagnostiziert Schönfärberei. Die harten Facts zur desolaten finanziellen Lage der Landwirtschaft würden gekonnt beschönigt. Den Bauernfamilien geht es seit 1990 keinen Deut besser. ‚Haben hier die viel gepriesenen Agrarreformen versagt?‘ fragt die LOBAG.

Ein Bauer verdient 2.819 Franken im Monat

Das landwirtschaftliche Einkommen ist auf einem Rekordtiefststand seit 1990/92. 2001 lag dieses bei 52.434 Franken, gegenüber 62.822 Franken in den Jahren 1990/92 und 64.675 Franken im Jahre 2000. Dies – wohlverstanden – inklusive Direktzahlungen. Viel aussagekräftiger aber ist der Arbeitsverdienst je Familienarbeitskraft, da dieser vergleichbar ist mit dem Monatseinkommen eines Angestellten in vergleichbaren Branchen. Dieser Arbeitsverdienst lag im Jahre 2001 bei 2.819 Franken/Monat im Durchschnitt. In der Bergregion lag er sogar bei 1.962 Franken/Monat.

Die Eigenkapitalbildung der Bauernfamilien lag im Jahr 2001 bei lediglich 7.288 Franken, 66 Prozent tiefer als im Jahre 2000. Und 50 Prozent tiefer als im Durchschnitt der Jahre 1998/99/2000. Das Cashflow-Investitionsverhältnis ist um ganze 13 Prozent gesunken. Zudem wiesen 1/3 der landwirtschaftlichen Betriebe eine negative Kapitalbildung auf, sie haben also ihr Eigenkapital ‚verzehrt‘.

Für die LOBAG bleibt die zentrale Frage unbeantwortet, ob es das erklärte Ziel der Konsumentinnen und Konsumenten sei, ‚runter auf EU-Preis-Niveau – hin zu einer industrialisierten Landwirtschaft?‘ zu kommen. Es wäre sinnvoller, wenn innerhalb einer Studie einmal untersucht werden könnte, wie sich unser Landschaftsbild verändert, wenn tatsächlich auf EU-Preis-Niveau produziert werde. Und ob die Tourismusbranche – ein weit gewichtigerer Wirtschaftsfaktor als die Landwirtschaft – diese Veränderung ohne weiteres hinnehmen würde. Hier könnte ein weit grösserer wirtschaftlicher Verlust entstehen, so der Verband.

Auch der Verband der Schweizer Milchproduzenten (%url5%SMP%/%) sieht im Agrarbericht 2002 – ein beschönigtes Bild der Schweizer Landwirtschaft. Das Bundesamt für Landwirtschaft schrecke vor dem Resultat seiner eigenen Politik zurück. Vielerorts sei bei der Auswahl der präsentierten Daten selektiv vorgegangen worden. Es seien Grössen gesucht wurden, welche die negative Entwicklung der Landwirtschaft verschleiern.

Daten zur Strukturentwicklung fehlten im Bericht fast vollständig. Es existiere keine Tabelle, welche den Rückgang der Betriebe nach Kategorien aufschlüsselt. Dass die Verkehrsmilchproduzenten den grössten Strukturwandel ertragen mussten und überproportional viele aufgrund der verschärften Situation aufgegeben haben, werde verschwiegen.

Die Analyse des BLW, dass die Einkommenssituation schon früher unbefriedigend gewesen sei und dass Einkommenseinbrüche auch schon früher stattgefunden haben wertet der Verband als wenig konstruktiven, kaum visionären und eher zynischen Umgang mit der Situation.

Links zum Thema %url6%Agrarbericht und Statistik%/%, Links zum Land %url7%Schweiz%/%.

Ernährungsindustrie setzt Talfahrt fort

Themen: Archiv — info @ 15:11

Umsatz in den ersten neun Monaten sinkt um 0,7 Prozent

Bonn (agrar.de) – Die deutsche Ernährungsindustrie leidet nach Informationen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) unter der Konjunkturflaute. Der Umsatz des viertgrößten Industriezweigs Deutschlands ist in den ersten neun Monaten des Jahres 2002 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal um 0,7 Prozent auf 93,1 Milliarden Euro gefallen. Real betrug das Minus jedoch nur 0,6 Prozent, da sich die Erzeugerpreise in der Ernährungsindustrie um 0,1 Prozent verringerten.

Die Zahl der Betriebe sank in den ersten neun Monaten um 3 Prozent auf 5.868. Die Zahl der Beschäftigten ging um 3,2 Prozent auf 529.766 zurück.

Links zum Thema Lebensmittel-Verbände und Institutionen.

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