22. November 2002

7,3 Millionen Euro für bayerische Schafhalter

Themen: Bayern,Schafe — info @ 15:11

München (agrar.de) – Als eines der ersten Bundesländer hat Bayern die diesjährigen Prämien für Mutterschafe ausbezahlt. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller jetzt mitteilte, erhielten 4.700 Schafhalter für 275.000 Tiere insgesamt 7,3 Millionen Euro.

Laut Miller gab es wegen der geänderten EU-Vorschriften heuer erstmals eine Festprämie von 21 Euro pro Mutterschaf, die durch einen variablen Ergänzungszuschlag von 1,05 Euro aufgestockt wurde. Betriebe in von Natur aus benachteiligten Gebieten erhielten wegen der erschwerten Produktionsbedingungen zudem einen Zuschlag von sieben Euro pro Tier. Die Mutterschafprämie ist ein Einkommensausgleich für niedrige Marktpreise.

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DBV: Heute schon an morgen denken

Themen: Archiv — info @ 13:11

Perspektivforum zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie

Berlin (agrar.de) – Umweltschutz basiert auf langfristig geplanten und angelegten Maßnahmen. Dies gilt besonders für den Gewässerschutz, wie das Perspektivforum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) mit der Andreas Hermes Akademie über die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Deutschland deutlich gemacht hat. Mit der Wasserrahmenrichtlinie hat die Europäische Union einen Ordnungsrahmen für Maßnahmen der gemeinsamen Wasserpolitik beschlossen. Die Ziele der Richtlinie sollen bis zum Jahre 2015 erreicht werden. Für diese Umsetzung fordert der landwirtschaftliche Berufsstand in Deutschland eine Strategie, die sich nicht auf Gesetze und Verordnungen konzentriert, sondern die betroffenen Bauern vor Ort in die Planungen einbezieht.

Die Wasserwirtschaft legt heute bereits die Grundlagen für zukünftige Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität fest. Dies zeigte der Vortrag von Jörg Janning, dem Leiter des Referates Gewässerschutz des Niedersächsischen Umweltministeriums auf dem DBV-Perspektivforum. Jeder Hektar Land sei Teil eines Flusseinzugsgebietes, stellte Janning fest. Deshalb beziehe der Geltungsbereich der Wasserrahmenrichtlinie flächendeckend die gesamte Land- und Forstwirtschaft ein. Am Beispiel des Pilotprojektes ‚Große Aue‘ im Einzugsgebiet der Weser führte Janning vor, wie die Umsetzung der Wasser-rahmenrichtlinie in der Praxis erfolgen könne. Der chemische Zustand des Grundwassers und der ökologische Zustand seien im Projektgebiet schlechter als in der angestrebten Güteklasse 2 und 3 beschrieben. Auf der Basis der Wasserrahmenrichtlinie leitete Janning Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme ab. Ab 2009 müssten solche Bewirtschaftungspläne flächendeckend für alle Flusseinzugsgebiete erstellt werden. Die darin enthaltenen Maßnahmen seien bis 2015 von der Landwirtschaft umzusetzen, so dass der angestrebte gute Zustand der Oberflächengewässer oder des Grundwassers erreicht werde. Nur in Ausnahmefällen könne eine weitere Sechs-Jahresfrist in Anspruch genommen werden, führte Janning aus.

Grundsätzlich hält DBV-Präsident Gerd Sonnleitner die ehrgeizigen Ziele der Wasserrahmenrichtlinie nur für erreichbar, wenn Politik, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. Die betroffenen Landwirte müssten dann aber auch von vornherein umfassend bei der Umsetzung der neuen EU-Vorgaben eingebunden werden. Um das Verständnis der Bauern für Maßnahmen des Gewässerschutzes zu erhalten, sollte die Wasserwirtschaft deshalb aus Betroffenen Beteiligte machen. Für Sonnleitner gehört zu einer umfassenden Beteiligung auch die Möglichkeit, dass sich die betroffenen Landwirte rechtlich gegen überzogene Auflagen wehren können. Die mangelhafte Beteiligung habe die Landwirtschaft bei dem ‚kräftezehrenden Hickhack um die FFH-Richtlinie‘ erlebt. Solch ein Fehler – das Ausblenden der Interessen der Landwirte – dürfe sich nicht wiederholen. Nur so seien pragmatische Lösungen unter Anerkennung des Machbaren zu finden und durchzusetzen.

Der DBV und seine Landesbauernverbände seien daran interessiert, an einer weiteren Verbesserung des Schutzgutes Wasser aktiv mitzuarbeiten. Bereits in der Vergangenheit sei es den Landwirten gelungen, durch ständige Optimierung der Produktion eine höhere Effektivität zu erzielen und gleichzeitig ungewollte Umweltemissionen zu vermindern. Diese deutlichen Erfolge dokumentierten auch die Daten des Umweltbundesamtes. Weitere Verbesserungen seien durch technischen Fortschritt, Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes und durch steigendes Umweltbewusstsein der Landwirte sowie das Eingehen von Kooperationen möglich. So werde der DBV mit dem Industrieverband Agrar in diesem Winter eine Beratungs- und Informationskampagne zum Gewässerschutz durchführen. Sie soll den Landwirten die Maßnahmen zur Vermeidung von punktuellen Hofabläufen bei Pflanzenschutzmitteln vermitteln, kündigte Sonnleitner an.

Die Landwirtschaft sei bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und beim Gewässerschutz zur Zusammenarbeit bereit, bestätigte der DBV-Umweltbeauftragte und Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg, Gerd Hockenberger. Die Anstrengungen der Landwirte hätten bereits in den vergangenen Jahrzehnten zu einer im internationalen Vergleich sehr guten Wasserqualität geführt. Diese hervorragende Wasserqualität sei mehrfach in den Wasserwirtschaftsberichten der Bundesregierung attestiert worden. So legt der Wasserwirtschaftsbericht des Jahres 1998 dar, dass ‚die Nährstoffüberschüsse auf landwirtschaftlich genutzten Flächen deutlich zurückgegangen‘ sind. Pflanzenschutzmittelfunde treten lediglich punktuell auf und gehen tendenziell zurück. Die Nährstoffüberschüsse in der Flächenbilanz sind bei Stickstoff in den vergangenen 20 Jah-ren um 35 Prozent auf heute rund 80 Kilogramm pro Hektar zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum seien die Erträge um ca. 60 Prozent gestiegen, stellte Hockenberger fest.

Hockenberger appellierte an alle Verantwortlichen im Gewässerschutz, andererseits aber auch den Realitäten ins Auge zu sehen: Null-Emissionen werde es weder mit der konventionellen noch mit der ökologischen Landwirtschaft geben, ebenso wenig aber auch bei totalem Verzicht auf die Landbewirtschaftung. Der vielversprechendste Weg für Fortschritte beim Gewässerschutz sei über Kooperationen zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft zu erreichen. Die Landwirte würden in Absprache mit den Wasserwerken eine Leistung erbringen, wofür sie einen finanziellen Ausgleich nach dem Wasserhaushaltsgesetz erhielten. Für Regionen außerhalb der Wasserschutzgebiete forderte Hockenberger Strategien für einen kooperativen Gewässerschutz. Da dort keine Kooperationen mit Wasserwerken eingegangen werden könnten, seien die Landesregierungen gefordert. In dieser Auffassung wurde Hockenberger vom thüringischen Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar, und der Leiterin der Abteilung Landwirtschaft im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Anita Domschke, bestätigt. Nach Sklenar ist die integrative Bewirtschaftung der Gewässer nicht nur eine Aufgabe für die Behörden, sondern erfordert ein hohes Maß an Kooperation und Transparenz. Alle Betroffenen seien rechtzeitig in den Umsetzungsprozess der Wasserrahmenrichtlinie einzubeziehen, forderte der Minister. Er lehnte ‚in aller Deutlichkeit‘ nationale Verschärfungen wie unzureichende Umsetzungen ab. Eine Eins-zu-Eins-Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht fordere ‚beträchtliche Anstrengungen‘ von Wasser- und Landwirtschaft, wobei ökologische Fortschritte nur im Einklang mit den ökonomischen Bedingungen zu realisieren seien. Der Erhalt der Wettbewerbs- und Ertragsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe sei eine wesentliche Bedingung bei der Umsetzung des EU-Rechts, so Sklenar.

Bereits heute werde mit Agrarumweltprogrammen wie dem sächsischen Förderprogramm ‚Umweltgerechte Landwirtschaft‘ die Gewässerqualität verbessert, stellte Anita Domschke fest. Sie forderte, die Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen der zweiten Säule für die ländliche Entwicklung stärker auf die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie auszurichten. Neben Kooperationen in Wasserschutzgebieten komme kooperativen Maßnahmen außerhalb von Wasserschutzgebieten eine besondere Bedeutung bei der Umsetzung der Richt-linie zu. Hierzu zählten neben der Beratung vor allem die Förderung investiver Maßnah-men sowie freiwillige Vereinbarungen. Förderprogramme zur Finanzierung der Umsetzung werden von Bund und Ländern vorhanden sein, stellte Dr. Eiko Lübbe vom Bundesland-wirtschaftsministerium klar. Auch die Gemeinschaftsaufgabe zur ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes‘ und weitere länderspezifische Programme könnten unterstützend auf eine Verbesserung des Gewässerzustandes im Sinne der Richtlinie hinwirken.

Links zum Thema Verbände.

Ehemaliger Pflanzenschutzmittellager in Thüringen: Keine Verstöße gegen Futter- oder Lebensmittelrecht

Themen: Archiv — info @ 11:11

Erfurt (agrar.de) – ‚Ausgehend von der Nitrofen-Kontamination von Getreide in Malchin Ende Mai 2002 wurden seit Anfang Juni umfangreiche Kontrollen in ehemaligen DDR-Pflanzenschutzmittellagern des Freistaates Thüringen durchgeführt. Bei den insgesamt 80 Lagerkontrollen (davon 33 in ehemaligen Agrochemischen Zentren – ACZ, drei in ehemaligen Lagern der Materiell-Technischen Versorgung – MTV – und 44 in ehemaligen LPG, GPG u.a.) wurde ermittelt, dass in zwei ehemaligen ACZ-Lagerhallen Getreide eingelagert wurde‘, erklärte der Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Dr. Volker Sklenar. Die Überprüfung einer der Lagerhallen ergab keinen Anlass zu Beanstandung. Die Lagerhalle wurde vor Getreideeinlagerung mit einer 15 cm dicken Betonschicht mit Kunstharz versiegelt.

In der anderen Lagerhalle wurden im Zusammenhang mit einer vom Betreiber veranlassten privaten Untersuchung umfangreiche Überprüfungen des Getreides durchgeführt. Da ein Teil des Getreides an Mühlen in Nordrhein-Westfalen ausgeliefert worden war, wurden die dortigen Behörden in die Ermittlungen mit einbezogen. Lediglich in einem nicht belegten Teil des Lagers wurden in Staub- und Schmutzresten aus Fußbodenritzen Pflanzenschutzmittel-Rückstände nachgewiesen. Die sofort eingeleitete Sperrung des mit Getreide belegten Lagerteils konnte Anfang August nach Vorlage aller Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen und Ortsbesichtigung von der zuständigen Immissionsschutzbehörde des Landkreises wieder aufgehoben werden.

Vom 16. bis 26. Juli 2002 erfolgte durch die Landwirtschaftsämter eine zweite Vor-Ort-Kontrolle anhand vorgegebener Prüflisten in engem Zusammenwirken mit den zuständigen Immissionsschutzbehörden. Kontrolliert wurden nochmals alle Lager, die von ihrer Größe und Ausstattung her für die Einlagerung von Getreide und Futtermitteln geeignet sind. Die Auswertung der Unterlagen bestätigte, dass lediglich in den bereits bekannten beiden ehemaligen ACZ-Lagern Getreide eingelagert wurde.

Um zu verhindern, dass während der Getreideernte in weiteren ehemaligen Pflanzenschutzmittel-Lagern Getreide oder Futtermittel eingelagert werden, wurden die Landwirtschaftsämter Anfang Juli 2002 beauftragt, regelmäßige Nachkontrollen durchzuführen. Die Auswertung ergab, dass keine weiteren Einlagerungen von Getreide und Futtermitteln in ehemalige Pflanzenschutzmittel-Lager erfolgten. Auch den Immissionsschutzbehörden lagen keine Anhaltspunkte für weitere Kontaminationen der kontrollierten baulichen Anlagen mit Nitrofen vor.

Nach Angaben des Thüringer Landesverwaltungsamtes existieren im Freistaat Thüringen gegenwärtig zwölf nach Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigungsbedürftige Pflanzenschutzmittel-Lager und zwölf Pflanzenschutzmittel-Lager, für die auf Grund des Unterschreitens der Mengenschwelle (5 t) keine Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz mehr erforderlich ist.

Die Landwirtschaftsämter wurden angewiesen, bei Bekanntwerden von Verstößen gegen das Futter- oder Lebensmittelrecht bzw. gegen immissionsschutzrechtliche Bestimmungen sofort und unmittelbar das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt zu informieren.

Links zum Thema Nitrofen, Links zum Bundesland Thüringen.

Weihnachtsbaumsaison läuft an

Themen: Archiv — info @ 10:11

Rund 350 Mio. Euro Umsatz

Berlin (agrar.de) – Wie in jedem Jahr beginnt zum ersten Advent wieder das Geschäft mit Weihnachtsbäumen und Schmuckreisig. ‚Wer dem Wald etwas Gutes tun möchte, der geht zu einem Waldbesitzer oder einem Forstamt und kauft dort seinen Weihnachtsbaum für die kommenden Festtage. Nur so hat er die Gewähr, dass der Baum aus der Region stammt und somit ökologisch verträglich eingeschlagen und auf kurzen Wegen transportiert wurde‘, sagte die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), Dr. Ute Seeling in Berlin. In den nächsten Wochen werden in Deutschland rund 25 Mio. Weihnachtsbäume verkauft. Dazu kommen 14.000 Tonnen Tannengrün.

80 Prozent der Bäume und Zweige, die die Weihnachtszimmer schmücken, kommen aus Deutschland. Die restlichen 20 Prozent werden überwiegend aus Dänemark und Irland importiert. Davon stammt 1/3 aus dem Wald, rund 2/3 werden in Weihnachtsbaumkulturen angezogen.

‚Der Großteil der Weihnachtsbäume fällt bei Pflege- und Durchforstungsmaßnahmen in Jungbeständen an. Bei der Pflege dieser Forstkulturen müssen jedes Jahr Bäume entfernt werden, damit der verbleibende Baumbestand ausreichend Raum und Licht erhält, um kräftig und widerstandsfähig zu werden. Um beispielsweise je Hektar einen Bestand von 300 ausgewachsenen Fichten aufzubauen, müssten mindestens 3.000 bis 5.000 Setzlinge gepflanzt werden,‘ erklärte Dr. Seeling das Verfahren zur Gewinnung von Weihnachtsbäumen im Wald.

Die AGDW empfiehlt heimische Bäume zum Kauf. Diese haben gegenüber Importware entscheidende Vorteile. Kurze Transportwege sorgen für die notwendige Frische und Haltbarkeit des Baumes und gewährleisten einen günstigen Preis. Damit ist ein heimischer Christbaum auch ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Für die Waldbesitzer bietet das Weihnachtsbaumgeschäft eine attraktive Gelegenheit zur Direktvermarktung ab Hof oder Wald. So ist es bei vielen Waldbauern möglich, mit in den Wald zu gehen und den Weihnachtsbaum selbst zu schlagen. Viele Forstbetriebe haben sich darauf eingerichtet, auf stimmungsvollen Weihnachts oder Waldmärkten die frisch geschlagenen Bäume direkt ab Hof anzubieten. Ein Großteil der Bäume findet auch über Bau- oder Gartenmärkte seinen Weg in die privaten Haushalte.

‚Ärgerlich sind die Waldbesitzer allerdings über die steigende Selbstbedienungsmentalität in deutschen Wäldern. Ein geklauter Baum passt wohl kaum zu einem Weihnachtsfest. Man bringt sich und die Familienforstbetriebe, für die das Weihnachtsbaumgeschäft mit einem Umsatz von annähernd 350 Mio. Euro ein wichtiges Standbein geworden ist, um die wirkliche Weihnachtsfreude,‘ erläuterte Dr. Seeling.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Preise für Weihnachtsbäume zunächst stabil geblieben und liegen je nach Baumart zwischen 3,- und 14,- Euro je Meter. Aufgrund der Steuerbeschlüsse der Regierungskoalition ist allerdings zu erwarten, dass bei Streichung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf Weihnachtsbäume Holzprodukte die ursprünglichen Preise nicht gehalten werden können.

Der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland ist nach wie vor die Fichte. Dennoch sind Edelgewächse wie die Nordmannstanne oder auch langnadelige Kiefernarten trotz eines deutlich höheren Preises auf dem Vormarsch.

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Künast: Noch keine endgültige Entwarnung bei BSE

Themen: Archiv — info @ 09:11

Berlin (agrar.de) – Im November 2000 trat in Deutschland der erste BSE-Fall auf. Seit habe die Bundesregierung alles unternommen, um die Seuche zu bekämpfen, so Bundesverbraucherministerin Renate Künast auf einer Pressekonferenz in Berlin. Trotzdem gäbe noch keine endgültige Entwarnung.

Künast betonte jedoch, dass umfangreiche Maßnahmen zur Risikominimierung eingeleitet wurden. Dazu gehören rund 5,5 Millionen BSE-Schnelltests, die seit dem 26. November 2000 durchgeführt wurden. Dabei wurden insgesamt 225 BSE-Fälle amtlich bestätigt.

Neben dem Tiermehlverfütterungsverbot sind eine Vielzahl von Gesetzen und Regelungen verändert oder verbessert worden. Als Beispiele sind zu nennen die Pflicht zur Durchführung von BSE-Tests bei allen über 24 Monate alten Rindern, die Pflicht zur Entfernung des Risikomaterials sowie die Intensivierung der BSE-Forschung.

Rückblickend ist die Bilanz der Bundesregierung bei der Erhöhung der Lebensmittelsicherheit sehr positiv. Rindfleisch kann heute wieder als sicher gelten. Die Bundesregierung wird in ihren Anstrengungen um mehr Transparenz auch künftig nicht nachlassen.

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21. November 2002

Pläne der Bundesregierung führen zu Marktstörungen

Themen: Archiv — info @ 16:11

Bremen (agrar.de) – Eine Änderung von Steuerregelungen in der Landwirtschaft im laufenden Wirtschaftjahr hätte für die Getreidewirtschaft massive negative Folgen. Der gemeinsame Getreideausschuss des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) und des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) warnte in Abstimmung mit dem Verband Deutscher Mühlen (VDM) anlässlich seiner jüngsten Sitzung in Bremen vor Eingriffen in das Marktgeschehen. Dies könnte zu Störungen auf dem Getreidemarkt führen. Zudem sei zu befürchten, dass die Festlegung von unrealistischen Höchstwerten für Fusarientoxine zu regionalen Engpässen führe, so der scheidende Vorsitzende des Getreidesausschusses, Erwin Fromme.

Fromme machte deutlich, dass die geplanten Steueränderungen der Bundesregierung insbesondere hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf wettbewerbsrelevante Aspekte zu prüfen seien. Eine Änderung der Mehrwertsteuer führe generell zu Verschiebungen der Wettbewerbsverhältnisse; wenn dies auch noch mitten im Getreidewirtschaftsjahr erfolge, sei mit massiven Störungen der Warenströme und Marktverwerfungen zu rechnen. Bereits heute stelle der Handel fest, dass von der Landwirtschaft verstärkt Getreidepartien zum Verkauf angeboten, der Verkauf von Betriebsmitteln aber auf das nächste Kalenderjahr verschoben wird. Dies führe zu erheblichen logistischen und finanziellen Problemen und die erforderliche Kontinuität der Marktversorgung werde massiv gestört. Aus diesem Grunde dürfe ein solcher Markteingriff, wenn überhaupt, nicht während des laufenden Getreidewirtschaftsjahres vorgenommen werden.

Darüber hinaus fordert der Getreideausschuss, dass Regelungen im Bereich der Mykotoxine mit Maß und Ziel umgesetzt werden. Wenn beispielsweise Maßnahmen wie die intensive Reinigung von belastetem Getreide nicht mehr erlaubt würden, kämen nach Ansicht der Ausschussmitglieder große Probleme auf die Landwirtschaft sowie auf die Unternehmen des Erfassungs- und Getreidehandels zu. Der Fusarienbefall von Getreide und die damit verbundene mögliche Mykotoxinbelastung der Ernte wird maßgeblich durch Niederschläge nach dem Ährenschieben bestimmt. Die Belastung lässt sich somit kaum vorhersagen und nur wenig beeinflussen. Pflanzenbauliche Maßnahmen können den Befall zwar reduzieren, die Ausbildung von Mykotoxinen läst sich jedoch bei ungünstigem Witterungsverlauf nicht vollständig verhindern.

Die Festlegung von zu engen Höchstwerten in Verbindung mit einem Verbot, leicht belastetes Getreide mit unbelasteten Partien zu vermischen und dadurch einer weiteren Verarbeitung zuzuführen, kann dazu führen, dass größere Getreidemengen aus dem Markt genommen werden müssen. ‚Es kann nicht sein, dass der Erzeuger oder Erfasser dann auf dem Getreide sitzen bleibt‘, so Fromme. Der Getreideausschuss fordert daher bei einem Verschneidungsverbot ein differenziertes Vorgehen in Abhängigkeit der Art der unerwünschten Stoffe. Auch müssten alternative Verwertungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die energetische Nutzung, geschaffen werden. Laut Bundesimmissionsschutzverordnung ist die Verbrennung von Getreide in Heizanlagen zwischen 15 und 100 Kilowatt Leistung derzeit nicht erlaubt. Für Anlagen von 100 Kilowatt bis ein Megawatt muss zur Verbrennung von Getreide eine Einzelgenehmigung erwirkt werden.

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Grillitsch: Nach Windwurf Panik vermeiden und auf bewährte Partnerschaften setzen

Themen: Archiv — info @ 14:11

Bauernbund: Österreichs Waldzustand ist hervorragend und nicht die Ursache für die Schäden

Wien (agrar.de) – Mit rund 3 Mio. Festmeter Holz liegen nach dem Föhnsturm der letzten Tage rund 20 Prozent des Jahreseinschlages der österreichischen Forstwirtschaft am Boden. Besonders schwer betroffen sind dabei die Bundesländer Tirol, Salzburg und Steiermark. Zusätzlicher großer Schaden ist durch die Art des Windwurfes zu beklagen: das entstandene Bruchholz kann nur mehr als billiges Brenn- und Faserholz verkauft werden. Der genaue Gesamtschaden durch den jüngsten Sturm ist noch nicht abzuschätzen.

‚Wichtig ist es jetzt – wie immer in solchen Situationen – in Ruhe die Situation zu analysieren und Panikaktionen zu vermeiden und alle Aktivitäten im Markt zu koordinieren und bestmögliche Synergien zu suchen. Die österreichische Forstwirtschaft setzt dabei auf die bewährte, gute Partnerschaft mit der Säge- und Papierindustrie. Entsprechende Marktgespräche sind bereits in Vorbereitung‘ betont Fritz Grillitsch, Präsident des Österreichischen Bauernbundes und Vorsitzender des Forstausschusses in der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern.

‚Nichts zu tun haben die Windwürfe allerdings mit der vom Umweltbundesamt veröffentlichten sogenannten ´Roten Liste gefährdeter Waldtypen‘. Die Stürme, die in den letzten Jahren verstärkt aufgetreten sind, haben einfach eine solche Intensität entwickelt, dass auch der gesündeste Wald nicht standhalten konnte. Die schwersten Schäden gibt es diesmal nachweislich in und rund um Nationalparke und in Schutzwäldern mit höchster Biodiversität und nicht im Wirtschaftswald. Es kommt nicht von ungefähr, dass die österreichische Forstwirtschaft Vorbild und Lehrmeister für Forstexperten aus der ganzen Welt ist.

Wo allerdings der Hebel angesetzt werden muss, ist die Klimaschutzpolitik. Es reicht nicht, dass alleine das kleine Land Österreich einschneidende Maßnahmen setzt, wenn der wesentlich größere Rest der Welt weitermacht wie bisher. Hier sind besonders die großen Staaten aufgefordert, umzudenken. Was wir für Österreich verstärkt fordern und unterstützen, ist eine Forcierung nachwachsender Rohstoffe. Die Verwendung von Biomasse (z.B. Hackschnitzel, Pellets) ist der beste Klimaschutz überhaupt‘ stellt Grillitsch weiter fest.

Die Aufräumarbeiten nach dem schweren Windwurf sind bereit voll im Gange. Das Bundesheer ist dabei unverzichtbarer Partner und die wirtschaftliche Unterstützung durch Bund und Land ist wichtig. Die schweren wirtschaftlichen Einbussen sind für die Betroffenen enorm. Ungerechtfertigte Schuldzuweisungen durch selbsternannte Experten sind jedenfalls in solch schwierigen Situationen mehr als entbehrlich.

Links zum Thema Wald und Forst, Links zum Land Österreich.

Niedersachsen: Landtag beschließt Novellierung des Gesetzes über die Landwirtschaftskammern

Themen: Archiv — info @ 13:11

Bartels: ‚Novellierung des Kammergesetzes macht Landwirtschaftskammern zukunftsfähig‘

Hannover (agrar.de) – Als wichtigen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der beiden niedersächsischen Landwirtschaftskammern hat heute Landwirtschaftsminister Uwe Bartels den Beschluss des Niedersächsischen Landtages zur Novellierung des Gesetzes über Landwirtschaftskammern bezeichnet. Der Gesetzentwurf der Landesregierung wurde einstimmig verabschiedet.

Mit dem geänderten Kammergesetz werden die Aufgaben der Landwirtschaftskammern gestrafft, flexiblere Rahmenbedingungen für die bereits weit fortgeschrittene Zusammenarbeit zwischen den beiden Kammern Weser-Ems und Hannover geschaffen, sowie die Finanzierung durch die Instrumente der Kosten- und Leistungsrechnung und modernes Controlling auf zukunftsweisende Grundlagen gestellt.

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Thalheim: Reformen fortsetzen, Chancen nutzen

Themen: Archiv — info @ 12:11

Bad Suderode (agrar.de) – ‚Die Einigung auf dem Brüsseler Gipfel über die künftige Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik bedeutet keinen Aufschub der Reformarbeit, im Gegenteil: Die Zeit muss intensiv genutzt werden, um Klarheit für die Landwirte zu schaffen, wie es nach 2006 weiter geht‘, erklärte Dr. Gerald Thalheim, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, heute anlässlich der Landesbauernversammlung des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt in Bad Suderode. ‚Der Reformdruck ergibt sich aus der bevorstehenden EU-Erweiterung und den WTO-Verhandlungen. Die Europäische Union darf sich nicht in die Ecke der Reformunwilligkeit manövrieren lassen. Deshalb werden wir die Chance der Halbzeitbewertung nutzen, um sinnvolle Änderungen herbeizuführen, die auch den Interessen der Landwirte in Deutschland Rechnung tragen‘.

Reformgegnern erteilte Thalheim eine klare Absage. Spätestens bei der nächsten WTO-Konferenz im September 2003 müssten die Angebote auf den Tisch liegen. Die EU könne das nur, wenn sie beschließe, die Direktzahlungen schrittweise abzubauen. In der Marktpolitik liefen einige bestehende Regelungen aus, andere seien wegen der Marktentwicklungen zu reformieren. So müsse bei Zucker wegen der Zusagen gegenüber den ärmsten Entwicklungsländern reagiert werden. Auch bei Milch sind Änderungen wegen der mit der AGENDA 2000 beschlossenen Regelungen, die Auswirkungen auf die Märkte haben, erforderlich. ‚Deshalb wäre es falsch, bei Milch und Zucker die Hände in den Schoß zu legen‘, betonte der Agrarpolitiker. Ein wichtiger Teil der Reformdiskussion sei es außerdem, den Menschen auf dem Lande mit zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen neue Perspektiven aufzuzeigen, so der Staatssekretär.

Die Position der Bundesregierung sei klar: ‚Wir wollen die Neuausrichtung der Agrarpolitik weiter voranbringen‘, so Thalheim. Die Kommissionsvorschläge zur Halbzeitbewertung seien eine sehr gute Diskussionsgrundlage. Der Schwerpunkt liege darauf, die klassischen Marktstützungen, insbesondere Intervention und Exporterstattungen zu verringern und die Direktzahlungen von der Produktion zu entkoppeln. Einseitige Belastungen dürfe es dabei nicht geben. So sei beispielsweise die Abschaffung der Roggenintervention ohne Ausgleich nicht akzeptabel. Thalheim: ‚Das Ergebnis der Beratungen ist noch offen, aber wir können ziemlich sicher sein, was sich durchsetzen wird: Eine Stärkung des ländlichen Raumes und mehr Marktorientierung.‘ Auf jeden Fall werde die Umgestaltung der Agrarpolitik schrittweise ohne Brüche erfolgen, so dass niemand durch den Wandel überfordert werde.

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Niedersachsen: Bauern ernten weniger Stärkekartoffeln

Themen: Archiv — info @ 12:11

Quoten werden im Osten nicht erfüllt – Stärkegehalt knapp unter Durchschnitt

Hannover (agrar.de) – Geringere Erträge lassen die diesjährige Ernte bei Stärkekartoffeln zu klein ausfallen, um die Stärkequote der Fabriken voll zu erfüllen. Betroffen ist nach Angaben des niedersächsischen Landvolkverbandes vor allem die Avebe mit ihren Werken in Lüchow und Dallmin (Brandenburg), während die Lieferanten der Emslandstärke in Emlichheim ihre Lieferquoten wohl noch erfüllen können. Aber auch dort sind die Erträge geringer als im vergangenen Jahr. Die unregelmäßigen Wachstumsverhältnisse mit wenig Sonne und einem Wechsel zwischen Nässe- und Trockenperioden sind den Kartoffeln nicht gut bekommen und haben zu starken regionalen Schwankungen geführt.

Größere Ernteausfälle gibt es vor allem im Gebiet um Lüchow, während in den Kreisen Lüneburg und Uelzen teilweise sogar überdurchschnittliche Erträge erzielt wurden. Die Stärkefabriken hoffen nun, die Fehlmengen einzelner Betriebe durch Übermengen von anderen zu kompensieren. Geringfügig unter dem Vorjahresniveau liegen auch die Stärkegehalte, die im Durchschnitt bei der Emslandstärke bei 18,6 Prozent und bei der Avebe mit 18,8 Prozent knapp darüber liegen.

Nach zunächst schlechten Erwartungen hatte die Sonne Ende August und im September noch für einen Anstieg der Gehalte gesorgt. Recht zufrieden sind die Stärkefabriken mit der Qualität der angelieferten Knollen. Aufgrund der nassen Witterung war verbreitet Fäulnis aufgetreten. Bei der anschließenden Trockenheit waren die befallenen Knollen jedoch bis zum Erntebeginn verfault, so dass sehr gesunde und trockene Ware eingelagert werden konnte, die gut haltbar ist. Bis zum erneuten Einsetzen der Niederschläge Mitte Oktober war der größte Teil der Ernte unter günstigen Bedingungen abgeschlossen, das Desaster des vergangenen Jahres hat sich nicht wiederholt. Damals konnten wegen der Nässe viele Flächen gar nicht mehr beerntet werden.

Inzwischen ist die Verarbeitungskampagne bereits weit fortgeschritten. Die Avebe hat mehr als die Hälfte der Kartoffeln zu Stärke verarbeitet, in Emlichheim sind es bereits zwei Drittel. Die Fabriken rechnen mit dem Abschluss der Kampagne zum normalen Zeitpunkt Ende Januar bis Mitte Februar. Der Markt für die hochwertige Kartoffelstärke steht nach wie vor unter starkem Druck, weil diese mit der billigeren Stärke aus Getreide und Mais konkurrieren muss. Dennoch haben die Werke zurzeit keine besonderen Absatzprobleme. Für die Bauern bedeutet die knappere Erntemenge jedoch keine besseren Erlöse, weil ihre Preise durch die Marktordnung der EU festgelegt sind und sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert haben. Wegen der geringeren Erträge und Stärkegehalte könnten die Abrechnungen deshalb sogar etwas geringer ausfallen als sonst. Auf der Basis des diesjährigen durchschnittlichen Stärkegehaltes können sie mit 63,21 Euro je Tonne zuzüglich Mehrwertsteuer rechnen.

Links zum Thema Kartoffeln, Links zum Bundesland Niedersachsen.

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